O2-Eplus will Netz bis 2017 massiv verbessern. Warum das trotzdem keine gute Nachricht sein könnte.

Nach Übernahme von E-Plus: O2 will bis 2017 gleiche Netzqualität anbieten wie Konkurrenz - IT   Medien - Unternehmen - Handelsblatt

So toll das auf den ersten Blick ausschaut, könnte das auf den zweiten Blick bedeuten, dass wir ein Oligopol von drei Wettbewerbern bekommen, die sich um das gleiche Marktsegment "gutes Netz, also gute Flächenabdeckung, gute Sprachqualität und schnelle Daten" kümmern (vor allem weil auch alle drei Anbieter jetzt Mobilfunk + Festnetz + DSL + TV machen).

Auch das hört sich noch nicht schlecht an, schlecht wird das erst, wenn man etwas weiter denkt und daran denkt, dass damit der preisaggressive Wettbewerber wegfällt (im speziellen Fall fallen sogar beide preisaggressiven Marktteilnehmer weg, denn das waren EPlus und O2 bisher. Ein Vertrag bei E-Plus bzw. O2 bedeutete ja immer, dass man weniger Geld bezahlt, dafür aber in bestimmten Regionen gar kein, bzw. in vielen ein schlechteres Netz hatte. Für viele, die sich nur in den richtigen Ballungsgebieten aufhielten und eh nur WhatsApp nutzten, war das aber genau der richtige Vertrag).

Wenn O2 jetzt genauso gut werden will wie Vodafone und die Telekom, hat O2 sicherlich kein großes Interesse, ein Netz, das genauso gut ist (und damit auch tendenziell genauso teuer), für deutlich weniger Geld zu verkaufen. Auch aus Sicht der Kundenzahl besteht kein Grund für O2-Eplus, noch verstärkt auf aggressive Preise zu setzen, um neue Kunden zu gewinnen. Nach Anzahl der Verträge bzw. der Kunden liegt das neu fusionierte Unternehmen in der gleichen Größenordnung wie Vodafone und die Telekom.

Es besteht also die große Gefahr, dass sich der gesamte Mobilfunk-Festnetz-Markt in der Hand von drei Marktteilnehmern befindet, die sich in allen Bereichen sehr ähneln: Kundenzahl, Produktportfolio, Netzqualität, ...

Als die Fusion angestrebt wurde, habe  ichdas Thema schon mal diskutiert (relativ neutral, aber auf die Gefahr hinweisend):

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Kommt der E-Plus/o2-Merger durchs Kartellamt?

Zum Wettbewerbsaspekt hat sich Justus Haucap (der ehemalige Vorsitzende der Monopolkommission) relativ früh ziemlich pessimistisch geäußert :

Vier gewinnt: Fusion von E-Plus und O2 dürfte Wettbewerb erheblich schwächen | Edgeworth Blogs

Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber ich fürchte, Haucap wird Recht behalten.

Schenk dem egghat was - Weihnachten 2014 Edition

Ich werde diesen Beitrag jetzt ab und an hier (und nebenan im Zweitblog) als kleine Erinnerungsstütze posten. Ihr scheint ja vergesslich zu sein ...  Bei Flattr sind meine Einnahmen in den letzten 3 Monaten ziemlich genau auf die 20 Euro gesunken, die ich auch wieder in den Pool stopfe (21,72 + 19,44 + 20,11). Und von den 7 Amazon Umsätzen, die über den Ref-Link gingen, kamen 2 von mir ...

Ihr lest dieses Blog regelmäßig? Ihr mögt es? Ihr findet, dass das hier auch was wert ist z.B. im Vergleich zu Börse Online, die ja 175 Euro im Jahr kostet? Wenn nicht, haut ab ;-) (kleiner Witz)

Wenn ihr aber der Meinung seid, dass dieses Blog (und das andere) was wert ist, dann könnt ihr mir ja mal ab und an was Gutes tun. Das bedeutet im real existierenden Kapitalismus natürlich nichts anderes als Zaster. Von mir aus auch virtuellen. Deshalb will die ich die verschiedenen Möglichkeiten mal kurz beschreiben:

Auf den Amazon-Affiliate Link, über den ihr tolle Sachen bei Amazon einkaufen könnt und ich davon ein paar Prozent (bei Büchern, Musik und Filmen z.B. 5%), weise ich ja ab und an hin. Das ist für Euch der netteste Weg, denn das kostet Euch nicht einmal was. Das Buch/die CD/DVD/Digitalkamera/... ist genau so teuer, als wenn ihr Amazon direkt ansteuert. Toll, nicht wahr?

Ich meine diesen Link hier: UNTERSTÜTZE DIESES BLOG UND STARTE DEINEN AMAZON-EINKAUF HIER! , der eigentlich unter jedem Posting (auch im RSS Feed und den E-Mails) stehen sollte.

Ich merke aber an einigen E-Mails, das ihr diesem Verfahren nicht wirklich vertraut. Ich kann Euch versichern, dass das sauber läuft. Bisher habe ich (bis auf eine) alle Bestellungen, die mal jemand zur Überprüfung geschickt hat, auch in meinen Abrechnungen gesehen. Das geht also.

Ich weiss, Amazon ist eine böse Steuerschlupfkröte, aber so lange die deutsche Online-E-Commerce-Konkurrenz zu blöd ist, ein vergleichbares Affiliate-Programm auf die Beine zu stellen, muss ich wohl oder über da bleiben.

Neben diesem Affiliate-Link gibt es auch noch einige weitere Möglichkeiten, mir direkt Geld zukommen zu lassen.

Die erste läuft über einen Amazon-Gutschein. Da ich permanent Bücher/CDs/DVDs/Gadgets/MP3s bei Amazon kaufe, ist ein Amazon Gutschein für mich quasi wie Geld.

Auch da wurde von Lesern Misstrauen geäußert. Es funktioniert aber. Wenn ihr auf den folgenden Link klickt:

Schenk dem egghat einen Amazon Gutschein!

gibt es ein Formular, in das ihr den Betrag eintragen müsst und dann wichtig egghat@gmail.com als Empfänger. Ich bekomme dann einen langen Gutscheincode, den ich bei Amazon zur Konjunkturankurbelung umgehend einsetzen werden. Das ist eine meiner leichtesten Übungen. Wenn ihr eine Bestätigung haben wollt, schreibt in das Textfeld Eure E-Mail-Adresse, dann gibt es auch eine Antwort.


Und weil ein paar Mal nach Paypal gefragt wurde, habe ich mein altes Paypal-Konto reaktiviert und dort die egghat@gmail.com Adresse eingetragen. Es ist jetzt also möglich, mir auch über Paypal direkt Geld zu schicken.

Es gibt noch ein paar weitere Systeme, die mit Codes arbeiten, die man einfach per Mail weiterschicken kann und die daher auch in Frage kommen.

Cashticket könnte auch was sein. Der Vorteil: Man muss selber keine Kontoverbindung haben. Cashticket kaufen, Code freirubbeln, mir den Code als Mail zuschicken, ich löse ein. Hat noch niemand ausprobiert, daher ohne Gewähr.

Ebenfalls interessant könnte die Paysafecard sein. Man braucht ebenfalls kein Konto, sondern kann die Dinger z.B. im DM oder bei Rossmann (und gefühlt jedem zweiten Kiosk) kaufen und davon dann z.B. Amazon Gutscheine kaufen. Paysafe ist übrigens eine Firma aus Europa, genauer Wien, was alle, die jeder amerikanischen Firma (wie Paypal) misstrauen, beruhigen dürfte.

Die Paysafecard habe ich inzwischen einmal ausprobiert, es klappte, auch wenn ich es mir einfacher vorgestellt hatte. Man kann nämlich mit dem Guthaben auf der Paysafecard nur bestimmte Sachen kaufen, in meinem Fall war es dann ein Amazon Gutschein ... Also wie das Cashticket eine Notlösung, wenn ihr nicht an Amazon oder iTunes-Karten kommen könnt.

Die letzte Möglichkeit ist ein Apple iTunes Gutschein, die ja auch an jeder zweiten Ecke (Tankstelle, Supermarkt, Kiosk, ...) an der Kasse hängen. Diese gibt es mit 15, 25 oder 50€ Guthaben. Auch darauf steht nur ein Code, den man dann abtippen und mir per Mail schicken kann. Da ich sowieso häufig Musik und Apps dort kaufe (jaja, ich zahle selbst für Musik ...), ist auch das eine Möglichkeit, mir was Gutes zu tun.

Und weil ich total fortschrittlich bin ... Ich nehme auch Bitcoins (bzw. Bruchteile davon):
Mein Key: 1GemrqnfHUEjgm3wWU1sjXVeYkxc1ozT6d

Aber noch besser wäre - Meldet Euch für Flattr an:


Generell bin ich aber kein Freund dieser Einzelüberweisungen. Ich fände es viel netter, wenn Leser regelmäßig für unabhängigen, lustigen, unterhaltsamen, informativen Online-Content bezahlen würden. Und ich meine damit natürlich nicht (nur) meine Artikel. Das Mittel der Wahl dafür ist Flattr. Geld nach Flattr bekommt ihr über Paypal oder Moneybookers. Das Konto dort kann man jeden Monat mit einem bestimmten Betrag auffüllen, der Mindestbetrag von 2 Euro sollte eigentlich niemanden überfordern. Damit kann man dann nicht nur mir Geld zukommen lassen, sondern auch
Seit Flattr auch Abos kann (inzwischen standardmäßig mit unbegrenzter Laufzeit), ist es damit ein hinreichend guter Ersatz für Kachingle (das ich gecancelt habe). Um ein Abo abzuschließen, müsst ihr den Flattr Button einfach zweimal anklicken und anschließend die Zeitdauer wählen (kann man jederzeit ohne Kündigungsfristen oder sonstigen Schmuh vorzeitig wieder beenden).

Ich kann Euch Flattr nur wärmstens empfehlen. Einmal im Monat irgendeine Zeitung oder Zeitschrift am Kiosk liegen lassen, das Ausfüllen des Lottoscheins vergessen, am Montagabend kein Bier trinken und das gesparte Geld nach Flattr schicken. Und das Minimum von 2 Euro im Monat ist nun wirklich nicht viel Geld ...

Wie wäre es mit folgender Formel:

2 € + (Kaufpreis eures Autos in Euro / 10.000) im Monat;

macht 2 € im Monat bzw. 24 Euro im Jahr für arme, autolose Studenten, 60 Euro im Jahr für Passatfahrer und 144 Euro/Jahr für Porschefahrer ... Bezahlt den Jahresbeitrag einfach per Paypal, stellt den Monatsbeitrag auf ein Zwöftel ein und legt als Absicherung für Monate, in denen man vielleicht nicht genug flattert, ein paar Grundabos an, z.B. für Netzpolitik und abgeordnetenwatch.de.

Oder wenn wirklich gar kein Geld da ist, keine Zeitschrift/Zeitung abbestellbar und kein Bier weglassbar ist, besorgt mir einfach ein paar neue Leser:
  • Empfiehl mich weiter.
  • Folge mir auf Twitter und fave und retweete eine Tweets.
  • Friende mich bei Facebook und like und teile meinen Kram .
  • Kreise mich bei G+ ein und plusse mich fleissig.
  • Leite meine Artikel per Mail weiter.
  • Verlinke mich. In Deinem Blog. In Diskussionsforen. Etc. pp.

DANKE!

USA: Arbeitslosenquote 11/14: 5,8% (unv. Vm, -1,2 Vj), 321.000 neue Jobs.

Hier mein gewohnter US-Arbeitsmarktbericht:

Für den November 2014 veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics einen Arbeitsmarktbericht, der trotz der unveränderten Arbeitslosenquote besser als erwartet ausfiel, wobei die beiden Teile Household Data und Establishment Data ziemlich auseinanderklaffen.

Zu den offiziellen Zahlen des November 2014:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: +115.000 auf 9,110 Millionen,
Anzahl der Arbeitenden: +4.000 auf 147,287 Millionen

--> Arbeitslosenquote: 5,8% (unverändert zum Vormonat; -1,2 zum Vorjahresmonat). Der positive Trend auf Jahresbasis ist weiterhin klar und in vollem Umfang intakt.

Nur minimal mehr neue Arbeitsplätze, etwas mehr Arbeitslose. Die gleichbleibende Arbeitslosenquote geht daher zum großen Teil auf die NILF-Zahl ("not in labor force", suchen keinen Job mehr, aus welchen Gründen auch immer) zurück: 69.000 AmerikanerInnen wurden zusätzlich in die NILFs gebucht. Ohne diese Umbuchung wäre die Arbeitslosenquote auf 5,9% gestiegen.

Schwenken wir rüber zur Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte gesehen auf die Gesamtbevölkerung), die immer ein guter Check für die Arbeitslosenquote ist. Diese blieb bei 59,2%, was 0,6 Punkte mehr sind als vor einem Jahr. Damit löst sich die Erwerbstätigenquote langsam langsam aber sicher vom Rekordtief von 58,2% aus dem Oktober 2013; der aktuelle Wert ist auch der beste seit August 2009. Die Erholung bleibt aber verhalten.

Im letzten Monat hatte ich noch darauf hingewiesen, dass sich Arbeitslosen- und Erwerbstätigenquote endlich halbwegs sauber spiegelbildlich entwickeln (-1,4 zu +1,0), im November wurde der Zusammenhang auf Jahressicht aber wieder schwächer: die Erwerbstätigenquote stieg mit +0,6 Prozentpunkten deutlich langsamer als die Arbeitslosenquote mit -1,2 Prozentpunkten sank.

Langfristig sieht das immer noch schlecht aus: Die Arbeitslosenquote ist von knapp 10% auf nun 5,8% gefallen, die Erwerbstätigenquote aber gerade einmal um einen Prozentpunkt gestiegen. Das Urteil aus den letzten Berichten stimmt immer noch: Trotz der spürbaren Verbesserung der Arbeitslosenquote verbessert sich der Anteil der Arbeitenden an der Bevölkerung nur zögerlich. Es entstehen zwar neue Arbeitsplätze, aber nur etwas mehr als angesichts der wachsenden Bevölkerung nötig wäre, um die Erwerbstätigenquote stabil zu halten.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, sind im November der Teil des Arbeitsmarktberichts, durch den das positive Gesamtbild entsteht.

Anzahl der Jobs: +321.000 gegenüber dem Vormonat auf 140,045 Millionen. Zum Plus von 314.000 neuen Jobs im privaten Sektor kam ein Zuwachs der Beschäftigung von 7.000 Jobs im öffentlichen Sektor. Das Plus von 321.000 lag deutlich über den Erwartungen der Analysten, die im Mittel einen Zuwachs knapp unter dem Durchschnittswert der letzten 6 Monate lagen (etwa 230.000). Der Zuwachs der Arbeitsplätze war der stärkste im Jahr 2014.

Noch besser wurde der November-Report, weil die Arbeitsmarkt-Statistiker für beide Vormonate bessere Werte als zuvor errechnet haben. Das September-Plus für die neu geschaffenen Arbeitsplätze wurde um 15.000 auf plus 271.000, das Oktober-Plus kräftig um 29.000 auf 243.000 nach oben korrigiert. Zusammen ergibt das ein zusätzliches Plus von 44.000. Rechnet man die Korrekturen ein, wird der November zum klar besten Monat des Jahres.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche stieg wie in den beiden Vormonaten von 34,5 auf 34,6 Stunden (was bedeutet, dass das Plus der beiden Vormonate wieder wegkorrigiert wurde; strange). Die Zahl der Überstunden stieg von 3,4 auf 3,5 Stunden (nachdem sie im Vormonat von 3,6 auf 3,5 gefallen war; auch hier wurde korrigiert). Damit verharren beide Werte, die im letzten Monat den Ausbruch aus der seit gefühlten Ewigkeiten geltenden Spanne von 34,4 bis 34,5 bzw. 3,2 bis 3,5 Stunden geprobt haben, weiterhin am oberen Rand. In beiden Zahlen spiegelt sich weiterhin die grobe Tendenz am Arbeitsmarkt wider: Ja, die Beschäftigung wächst, aber ein breiter Boom sieht anders aus.

Immer ein guter Check für die Gesamtverfassung des US-Arbeitsmarkts ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6 (darin stecken z.B. auch alle, die zwar einen Teilzeitjob haben, aber eigentlich Vollzeit arbeiten wollen, etc). Die U-6 sank leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 11,4%. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergibt sich immer noch ein schöner Rückgang um 1,7 Prozentpunkte, Die Jahresrate sank aber auch schon deutlich schneller, im Vormonat waren es noch 2,2%. Trotzdem verbessert sich diese Quote weiterhin schneller als die des Gesamtmarkts.

Zusammenfassend: Der November-Bericht vom US-Arbeitsmarkt fiel seltsam zerrissen aus, insgesamt würde ich ihn trotzdem unter "gut" verbuchen. Aus den Household-Daten lässt sich keine große Änderung ablesen. Die Establishment-Daten hingegen waren sehr gut. Vor allem wenn man die Korrekturen der Vormonate mit einrechnet, ergibt sich der mit Abstand stärkste Zuwachs an Arbeitsplätzen im laufenden Jahr.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION — November 2014  (PDF)

Bill Gross soll 2013 290 Mio. $ Bonus bekommen haben, sein CEO 230 Mio.

Als Chef eines Fonds, der schon seit einiger Zeit Underperformer war und spätestens seit Sommer 2013 massive Mittelabflüsse zu verkraften hatte.

Lebt sich scheinbar ganz gut als lebende Investmentlegende ...

Pimcos CEO El-Erian bekam übrigens satte 230 Mio. Bonus.

Guess How Much Money Bill Gross Made Last Year? - Bloomberg View

Das sind nicht nur in absoluten Beträgen hohe Summen, sondern auch wenn man das auf den Gewinn der Firma umrechnet. In einer Präsentation der Allianz findet man einen operativen Gewinn (also vor Steuern) einen Pimco Gewinn von 2,74 Mrd. Dollar für 2013 (https://www.allianz.com/v_1393480817000/media/investor_relations/en/results/2013_fy/fy13_analyst_presentation.pdf). Gross hat sich also etwa 10% des Gesamtgewinns (vor Steuern) eingesteckt.

Da wirken die Gehälter der DAX Vorstände geradezu armselig. Man stelle sich vor, der Chef von BMW würde sich 700 Mio. einstecken ... Real dürften es etwa ein Hunderstel davon sein, sprich etwa 1 Promille des Firmengewinns. Und selbst das ist für Otto N. unvorstellbar viel Geld. Trotzdem gibt es in der Finanzbranche Gehälter, die um den Faktor EINHUNDERT absurder sind.

USA: Arbeitslosenquote 10/14: 5,8% (-0,1 Vm, -1,4 Vj), 214.000 neue Jobs.

Hier mein gewohnter Arbeitsmarktbericht aus den USA (Obwohl ihr mich so zurückhaltend geflattert habt wie lange nicht mehr :( Was ist los?).

Für den Oktober 2014 veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics einen Arbeitsmarktbericht, der besser ausfiel als erwartet und auch (ohne die Erwartungen heranzuziehen) durchaus gut ist.

Zu den offiziellen Zahlen des September 2014:

Household Data, per Umfrage erhoben:

Anzahl der Arbeitslosen: -267.000 auf 8,995 Millionen,
Anzahl der Arbeitenden: +683.000 auf 147,283 Millionen

--> Arbeitslosenquote: 5,8% (-0,1 zum Vormonat; -1,4 zum Vorjahresmonat). Der positive Trend auf Jahresbasis ist weiterhin klar und in vollem Umfang intakt (und nochmal ein weniger ausgeprägter als im Vormonat).

Das sieht doch gut aus: deutlich mehr Arbeitsplätze, weniger Arbeitslose, beide Werte gut, passt. Und im Oktober trübt auch die NILF-Zahl ("not in labor force", suchen keinen Job mehr, aus welchen Gründen auch immer) den guten Eindruck nicht: 206.000 AmerikanerInnen weniger wurden in die NILFs gebucht. Die Anzahl der Amerikaner, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, ist um über 400.000 gestiegen.

Schwenken wir rüber zur Erwerbstätigenquote (Anzahl Arbeitskräfte gesehen auf die Gesamtbevölkerung), die immer ein guter Check für die Arbeitslosenquote ist. Diese spiegelt die positive Entwicklung wider und stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 59,2%, was 1,0 Punkte mehr sind als vor einem Jahr. Damit löst sich die Erwerbstätigenquotelangsam langsam aber sicher vom Rekordtief von 58,2% aus dem Oktober 2013; der aktuelle Werte ist auch der beste seit August 2009.



Auf Sicht eines Jahres entwickeln sich Arbeitslosenquote (-1,4%) und Erwerbstätigenquote (+1,0%) somit zum ersten Mal seit langer Zeit halbwegs parallel.

Langfristig sieht das schlechter aus: Die Arbeitslosenquote ist von knapp 10% auf nun 5,8% gefallen, die Erwerbstätigenquote aber gerade einmal um einen Prozentpunkt gestiegen. Das Urteil aus den letzten Berichten stimmt immer noch: Trotz der spürbaren Verbesserung der Arbeitslosenquote verbessert sich der Anteil der Arbeitenden an der Bevölkerung nur zögerlich. Es entstehen zwar neue Arbeitsplätze, aber nur etwas mehr als angesichts der wachsenden Bevölkerung nötig wäre, um die Erwerbstätigenquote stabil zu halten.

Establishment Data:

Die Daten aus der Establishment Data, die als genauer gelten, sind im Oktober etwas schwächer als die Zahlen aus den Haushalten.

Anzahl der Jobs: +214.000 gegenüber dem Vormonat auf 139,680 Millionen. Zum Plus von 209.000 neuen Jobs im privaten Sektor kam ein Zuwachs der Beschäftigung von 5.000 Jobs im öffentlichen Sektor. Das Plus von 214.000 lag leicht unter den Erwartungen der Analysten, die im Mittel einen Zuwachs auf dem Durchschnittswert der letzten 6 Monate lagen (etwa 230.000).

Gut wurde der September-Report erst, weil die Arbeitsmarkt-Statistiker für beide Vormonate bessere Werte als bisher errechnet haben. Das August-Plus für die neu geschaffenen Arbeitsplätze wurde um 23.000 auf plus 203.000, das September-Plus ebenfalls leicht um 8.000 auf 256.000 nach oben korrigiert. Zusammen ergibt das ein zusätzliches Plus von 31.000. Rechnet man die Korrekturen ein, waren auch die Zahl der neuen Stellen besser als erwartet.

Die Anzahl der gearbeiteten Stunden pro Woche stieg wie im Vormonat von 34,5 auf 34,6 Stunden (was bedeutet, dass das Plus im Vormonat wieder wegkorrigiert wurde). Die Zahl der Überstunden sank leicht auf 3,5 Stunden. Damit verharren beide Werte, die im letzten Monat den Ausbruch aus der seit gefühlten Ewigkeiten geltenden Spanne von 34,4 bis 34,5 bzw. 3,2 bis 3,5 Stunden geprobt haben, weiterhin am oberen Rand. In beiden Zahlen spiegelt sich weiterhin die grobe Tendenz am Arbeitsmarkt wider: Ja, die Beschäftigung wächst, aber ein Boom sieht (immer noch) anders aus.

Immer ein guter Check für die Gesamtverfassung des US-Arbeitsmarkts ist die am breitesten ausgelegte Arbeitslosenquote U-6 (darin stecken z.B. auch alle, die zwar einen Teilzeitjob haben, aber eigentlich Vollzeit arbeiten wollen, etc). Die U-6 sank erneut um 0,3 Prozentpunkte auf 11,5%. Gegenüber dem Vorjahresmonat ergibt sich erneut ein schöner Rückgang um 2,2 Prozentpunkte, der auch noch größer ist als der Rückgang im Vormonat. Diese Quote verbessert sich weiterhin schneller als die des Gesamtmarkts und die Geschwindigkeit wieder immer höher; beides gute Zeichen.

Zusammenfassend: Der Oktober-Bericht vom US-Arbeitsmarkt ist gut ausgefallen. Alle vier entscheidenden Werte haben sich verbessert: Aus den Household-Daten errechnet sich eine sinkende Arbeitslosenquote (1), die sowohl auf mehr Arbeitsplätze (2) als auch auf weniger Arbeitslosen (3) basiert. Auch die Zahl der NILFs sank. Die Establishment-Daten (+214.000 neue Jobs (4)) waren auf den ersten Blick eine kleine Enttäuschung, rechnet man aber die Korrekturen der Vormonate (+31.000 Arbeitsplätze) ein, sind die Zahlen doch über den Erwartungen der Analysten und ebenfalls über dem Durchschnitt der letzten Monate (etwa +230.000) ausgefallen. Nach dem (zuerst) etwas enttäuschenden August-Bericht hat der US-Arbeitsmarkt mit den September- und Oktober-Berichten die gute Entwicklung der Vormonate wieder aufgenommen.

BLS.GOV: THE EMPLOYMENT SITUATION — October 2014  (PDF)

Konzerne sparen Milliarden durch Steuerkonstruktionen in Luxemburg. Dank EU-Chef Juncker.

Allerdings sind viele der Steuersparmodelle schon länger bekannt.

1) Dass Luxemburg einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz für digitale Güter hat, dürfte jeder wissen, der schonmal die iTunes oder Amazon-eBook-Rechnung aus der Niederlassung Luxemburg bekommen hat. Als Bonus dazu kommt noch ein absurd niedriger Steuersatz auf Gewinne, die aus solchen digitalen Gütern stammen: Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Steuertrick in Luxemburg spart Amazon 2 Mrd. Dollar. Im Ergebnis bekommt man für den Verkauf von digitalen Eigentumsrechten einen Traum-Steuersatz von 5% statt der üblichen 30%.

2)Wer sich mal mit Anleihen beschäftigt hat, dem ist bestimmt schon mal aufgefallen, dass viele europäische Konzerne ihre Anleihen über die Niederlande begeben (Firmenkürzel z.B. Daimler International Finance BV). Das liegt an einer besonderen Steuersparmöglichkeit, die im Kern darauf beruht, dass die deutsche Zentrale sich das Geld bei der Tochter in Holland leiht. Die Zentrale in Deutschland kann diese Zinsen als Kosten absetzen, die holländische Tochter die Zinsen an die Anleger am Kapitalmarkt ebenfalls, wohingegen die niederländische Tochter die Zinseinnahmen der deutschen Zentrale aber nicht als Einnahmen versteuern muss. Defakto kann der Konzern so seine Zinsen *zweimal* als Kosten geltend machen. (Für das Modell wirbt die Niederlande offensiv, auf dem Cover Neelie Kroes ... (hab ich in Bastian Brinkmanns Steueroasenbuch gelesen)). Luxemburg hat das niederländische Modell wegen der großen Erfolgs flugs kopiert.

Daneben scheint Luxemburg einen Haufen Spezialdeals eingefädelt zu haben, die über diese bereits bekannten Modelle hinausgehen. Die Süddeutsche Zeitung hat jetzt (mit WDR und einigen anderen) riesige Stapel Papiere geleakt, in denen man sich die Details dieser Deals anschauen kann:

Luxemburg-Leaks: Fragwürdige Steuerpraktiken enthüllt - Wirtschaft - Süddeutsche.de

Das ist leider nicht sonderlich gut lesbar (Juristen-Finanz-Fachsprache), in der Summe dürften Steuern im Wert von einigen Milliarden über diese Deals gespart werden. Pro Jahr.

Diese Details sind wohl auch gar nicht so wichtig, spannender scheint mir die schiere Menge der Deals und Steuersparkonstruktionen zu sein. Und der Hinweis, dass Jean-Claude Juncker, der heutige Chef der EU-Kommission, ab 1989 in Luxemburg Finanzminister, ab 2005 auch Premierminister war. Ein großer Teil der Steuerspar-Gesetze dürften also auf seine Initiative zurückgehen. Wenn nun Irland mit sehr langen Übergangsregeln sein altes Steuerschlupfloch schließt (und übrigens gleichzeitig ein neues öffnet ...) ist das kaum mehr als Scheinaktivität. Der effektive Steuersatz für Microsoft, Apple, Google und Co. wird in Irland auch nach dem Auslaufen des alten Modell wohl einstellig bleiben. Und wenn man einen so niedrigen Steuersatz mit Irland alleine nicht hinbekommt, muss man eben die Steueroasen Niederlande und Luxemburg in seine Firmenkonstruktionen einbauen. Macht das Ganze etwas aufwändiger, aber die Beraterbranche freut sich und verdient sich weiterhin eine goldene Nase.

Grundsätzlich was ändern würde sich nur, wenn man die Steuergesetzgebung in Europa richtig ändert. Also so RICHTIG viel ändert. Und diese ganzen Niedrigsteuersätze für Spezialkonstruktion xy abschafft. Aber mit einem Politiker an der EU-Spitze, der fast ein Vierteljahrzehnt aktiv beim Schnitzen von Steuerschlupflöchern geholfen hat, ist meine Hoffnung klein. Ungefähr so klein wie die Steuersätze der Konzerne ...

Update (22:25):

Unbedingt empfehlenswert auch das Blog zum Thema von Bastian Brinkmann:
Steuerflucht.tumblr.com

Ex-BayernLB Chef Schmidt bekommt für HGAA Kauf 18 Monate auf Bewährung

Der Deal, durch den es zu diesem Urteil kam: Schmidt musste die Bestechung von Haider bestehen (2,5 Mio. Sponsoring für das Stadion in Klagenfurt), dafür ließ das Gericht den Vorwurf der Untreue bei der HGAA-Übernahme fallen.

Tja, so ist das beim Vorwurf der Untreue. Egal wie desaströs der Deal ist, den ein Manager einstielt hast, (im Fall der Hypo Group Alpe Adria ein paar Milliarden Euro für eine wertlose Bank in den Sand gesetzt), Untreue ist das noch lange nicht. Zumindest ist die Untreue nie einfach nachzuweisen. Und einen so großen Kauf wie den der HGAA führt ein Vorstand nicht durch, ohne sich Wertgutachten besorgt zu haben. Wenn die Gutachten dann nichts taugen, zuckt der Vorstand mit den Schultern: Nun gut, wenn die Experten das nicht sehen, wie soll ich das sehen? Dass dann der Richter gegen dieses Experten-Gutachten ein Urteil fällt, ist nahezu ausgeschlossen. Am Ende klaffen die Einschätzungen bei jeder Unternehmensbewertung immer weit auseinander, selbst bei einer solchen Fehleinschätzung wie beim Wert der HGAA fällt es auf die Frage zurück: Waren die Risiken in der Bilanz 2007 sichtbar? Und der Beweis dafür ist kaum zu führen, 2007 steckten in quasi allen Bankbilanzen Milliardenrisiken, die niemand sehen wollte ...

Generell bleibt zu sagen, dass man mal wieder feststellen muss, dass Chancen und Risiken zwischen Vorständen und Anteilseignern (in diesem Fall dem Land Bayern) sehr ungerecht verteilt sind. Die Anteilseigner leiden unter dem Murks, den die Vorstände produzieren, mit bis zu 100% ihres Einsatzes; die Vorstände verlieren maximal ihren Job (oft noch mit Abschlusszahlung ...), aber im Normalfall haften sie nicht für die Fehler oder gefährden ihre Altersvorsorge. Geht es der Firma hingegen gut, profitieren die Vorstände fleißig über Boni mit ... Ziemlich asymmetrische Risikoverteilung ...

BayernLB: Bewährungsstrafe für Ex-Chef Schmidt - Wirtschaft - Süddeutsche.de

Bei der Übernahme der Hypo Group Alpe Adria habe ich persönlich mit deutlich härteren als den bisher bekannten Strafen gerechnet. Mit der Bestechung von Haider, mit der totalen Fehleinschätzung der Bank, dem obskuren Vorabkauf von HGAA Anteilen einiger reicher Investoren (HGAA-Kauf: BayernLB machte reiche Investoren reicher - SPIEGEL ONLINE) und dem Formel-1 Deal stinkt die ganze BayernLB-HGAA-Gruppe zum Himmel, egal aus welcher Richtung man daneben steht. Ebenfalls nicht zu vergessen, dass die HGAA eine Bank war, die auf dem Balkan sehr komische Geschäfte mit seeeeehr komischen Leute getätigt hat. Aber bis auf die Formel 1 - BayernLB - Geschichte um Gribkowsky und Ecclestone ist im Hinblick auf Bestrafung kaum etwas passiert. Und selbst Gribkowsky ist (IIRC) bisher "nur" wegen der Steuerhinterziehung verurteilt worden.

Die andere Strafe in der Formel-1-Geschichte (nämlich die für Ecclestone) war schon ein Desaster für das Rechtsempfinden: Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Ecclestone kauft sich mit 100 Mio.$ frei. Ein Desaster für das Rechtsempfinden.. Wenn ich die Gesamtlage und die Höhe der bisher aufgelaufenen Strafen anschaue, fällt das Gesamturteil genauso schlecht aus.

Wer die BayernLB Geschichte nicht mehr im Kopf hat: Auch wenn die Dokumentation 4 Jahre alt ist, kann man das noch ganz gut ansehen:

Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: TV Tipp: Doku zur BayernLB Hypo Group Alpe Adria

Man müsste die Beteiligten und die Strafen aus den diversen Verfahren eigentlich mal sammeln. Aber mich bezahlt für sowas leider niemand ... (Nehme Linkhinweise auf die Urteile in den Kommentaren aber trotzdem gerne entgegen).

Ergebnisse des EZB Bankenstresstest sind da

25 Banken hatten Probleme, 12 davon haben ihr Kapital inzwischen erhöht, so dass in der Spalte ganz rechts nur noch eine Eigenkapitallücke von 0,0% steht. Die anderen Banken in der Liste müssen ihr Kapital noch erhöhen und haben dafür knappe 2 Wochen Zeit ...

Deutsche Banken sind nicht betroffen, in Italien und Griechenland hingegen einige ... (Wenig überraschend)



Update (13:27):

Es ist mit der Münchener Hypothekenbank übrigens doch eine deutsche Bank betroffen gewesen. Sie hat das Eigenkapital aber inzwischen erhöht und hat in der rechten Spalte die 0,00% stehen.

Generell ist das Ergebnis überraschend unkritisch. Nach den Kapitalerhöhungen fehlen den Banken weniger als 10 Milliarden Euro. Bis auf die Monte Pasche die Siena und die griechische Eurobank sind die aufzubringenden Summen überschaubar. Allerdings müsste man das in Relation zum Wert der Bank setzen. Für manch kleinere Bank könnten auch 500 Millionen Euro zu viel sein.

Interessant übrigens auch, wie die neue Bewertungsmethode der EZB den Wert der Assets geändert hat. Die Banken (alle 130, nicht auf Basis der durchgefallenen) mussten ihre Wertgegenstände um 47,5 Mrd. Euro reduzieren, weil die Bewertungsrichtlinien AQR der EZB strenger sind als die bisher gültigen Richtlinien. (An den neuen Richtlinien, die aus mehr als 100 Bewertungsmodellen bestehen, haben in der Spitze übrigens mehr als 6.000 Experten mitgearbeitet, was einen schönen Einblick in die (IMHO viel zu große) Komplexität des Finanzwesens gibt ...)

Die Neubewertung der Assets führte zur Verringerung der Vermögensgegenstände der italienischen Banken um 12 Mrd. Euro, dahinter die griechischen Banken mit 7,6 Mrd. und die deutschen mit 6,7 Mrd. Rechnet man das auf die Bilanzsumme um, macht das auf die deutschen Banken betrachtet aber "nur" knapp 0,5%, in Italien hingegen schon knapp 1% der Bilanzsumme aus. Die griechischen Banken hingegen toppen mit knapp 4% der Vermögensgegenstände selbst die zypriotischen Banken, die bei etwa 2,5% liegen. Sehr beruhigend übrigens, dass die Banken in Spanien mit nur 3 Mrd. Reduktion oder gut 0,2% prozentual am geringsten betroffen sind. Dort scheinen die Banken inzwischen ziemlich konservativ zu bilanzieren.

Das gesamte PDF kann ich nun endlich auch verlinken, weil die Website der ECB wieder funktioniert ... AGGREGATE REPORT ON THE COMPREHENSIVE ASSESSMENT


Update 2 (15:28):

Die Eigenkapitalquoten einiger ausgewählter deutscher Banken im Überblick (zuerst strenges Szenario, das als Ausgleich aber nur 5,5% EK-Quote als Mindesthöhe verlangt, dann "lockeres" Szenario, das 8,0& EK-Quote verlangt):

Deutsche Bank: 8,8% - 12,5%
Commerzbank: 8,0% - 11,7%
IKB 6,5% - 8,8%
HSH Nordbank 6,1% - 9,4%
DZ Bank: 6,0% - 8,7%
Münchener Hypothekenbank 2,9% - 5,8% (das wurde aber über eine Kapitalerhöhung ausgeglichen)
Aareal Bank: 11,8% - 16,4%

LBBW 11,2% - 14,5%
Helaba: 8,2% - 11,6%
NordLB: 9,2% - 12,9%
BayernLB: 9,4% - 12,4%
DekaBank: 8,0% - 12,3%
HRE: 10,8% - 21,2%
WGZ Bank: 7,3% - 9,7%
Wüstenrot Bank: 6,5% - 8,0%


Die Quoten sind übrigens immer die im prognostizierten für das Jahr 2016, wenn die Annahmen des jeweiligen Szenarios eintreffen sollten ...


Update 3 (17.10.14):

Auffällig, dass die spanischen Banken mit nur einem Wackelkandidaten VIEL besser abschneiden als die italienischen Banken (9 Wackelkandidaten). Skeptiker fragen sich hier direkt, wie das sein kann.

Eine andere Zahl, an der sich Pessimisten hochziehen, ist das Volumen der faulen Kredite, die die EZB nun bei 880 Milliarden Euro sieht. Wenn man das noch hochrechnet auf die gesamte Bankenbranche (es wurden ja mit den 130 Banken "nur" etwa 80% der Bilanzsumme der europäischen Banken unter die Lupe genommen), kommt man deutlich über die 1 Billion ... Schon ne Nummer ...

Generell halte ich den Stresstest für valider als alle zuvor. Man bedenke, dass der letzte Stresstest die inzwischen untergegangene Banco Espirito Santo aus Portugal durchgewunken hat.

Die zwei größten Probleme am Stresstest sind IMHO erstens die immer noch extreme Intransparenz der Bankbilanzen (im Fall der Banco Espirito Santo waren die Aufsichtsbehörden komplett blind Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: ESFG ist Pleite. Was haben eigentlich die Aufsichtsbehörden gemacht?) und zweitens die Annahmen des Tests, die sich weiter maximal auf eine Rezession und einen Immobilienpreisrückgang konzentrieren. Den Immobilienpreisrückgang haben wir IMHO zum größten Teil hinter uns (sprich der Test kümmert sich um eine Gefahr, die ich nicht mehr sehe), der Test lässt hingegen die große Gefahr einer längeren Rezession in Kombination mit einer Deflation außen vor. Selbst im "harten" Szenario nimmt die EZB noch (wenn auch niedrige) Inflation an (+1,0 2014, +0,6% 2015 und +0,3% 2016)

"Furthermore, while the adverse scenario does not strictly embody a prolonged deflationary
environment, it does entail material downward pressures on inflation. Thus, the scenario leads
to annual inflation rates for the euro area below the baseline rates by 0.1 percentage points in
2014, by 0.6 percentage points in 2015, and by 1.3 percentage points in 2016. The implied
adverse inflation rates amount to 1.0% in 2014, 0.6% in 2015 and 0.3% in 2016" (Seite 37)

Das sind für einen Stresstest eher optimistische Annahmen ...

ESFG ist Pleite. Was haben eigentlich die Aufsichtsbehörden gemacht?

Damit ist nun auch die Espirito Santo Financial Group, die Holding Mutter der Banco Espirito Santo, pleite. Die eigentliche Bank wurde ja schon vor einigen Wochen vom portugiesischen Staat gerettet und in eine Good-Bank und eine Bad-Bank zerlegt. Soweit die Nachrichten, die ja als Tweets auch an alle Leser gegangen sein sollten.

(WSJ: )

Die eigentlich spannende Frage an der Pleite der größten portugiesischen Bankengruppe ist aber eine andere:

Was hat eigentlich die portugiesische Bankenaufsicht getan?
Was hat eigentlich die schweizer Bankenaufsicht gemacht (ein Teil der Bankengruppe saß da)?
Was hat eigentlich die luxemburger Bankenaufsicht gemacht (ein anderer Teil der Holding saß da)?
Was hat eigentlich die EZB gemacht, die die Banco Espirito Santo beim EU-Bankenstresstest unter die Lupe genommen hat (und nichts gefunden hat, Eigenkapitalquote war ok)?

Tja, wer sich absolute Sicherheit von den Bankenaufsichten und/oder den EZB-Stresstests erhofft hatte, dürfe nun ziemlich ernüchtert sein. Im Zweifelsfall liegen die genauso daneben wie die Ratingagenturen. Die Ratingagenturen mussten für ihr Versagen in der Finanzkrise viel öffentliche Kritik einstecken. Warum meckern die Kritiker (auch aus der Politik) jetzt nicht genauso gegen die Bankenaufsicht und die EZB? Hmmm ...

Ist das nun Versagen der Behörden? Oder ist es vielleicht nicht eher so, als dass man solche hochkomplizierten Konstrukte wie die Banco Espirito Santo einfach nicht mehr verstehen kann? Ist die Pleite nicht eher die Folge des alten Spruchs: Complexity kills? Ich fürchte ja und ich fürchte, das kann sich jederzeit wiederholen. Egal wie viel man prüft.

Wenn man das Finanzsystem nicht anders, sprich einfacher und transparenter konstruiert, wird sich an der eingebauten Fragilität nichts ändern ...

FINMA liess Espirito-Santo-Betrug zu - Inside Paradeplatz

2015: 8 Milliarden für den Internetausbau. Toll was?

Hat der Dobrindt jetzt eingestielt. Sagt er.

Dafür gibt es jetzt ... ja was eigentlich genau? Es werden die alten Ziele genannt (2018 alle Haushalte in Deutschland mit 50 MBit), die Unternehmen sagen weiterhin, dass die letzten 20% der Haushalte ohne Staatshilfe nicht angeschlossen werden können und dazu Staatshilfe nötig sei. Ob es die gibt, bleibt genauso unklar wie vor dem Gipfeltreffen.

Dann wird irgendwas von Mobilfunk für ländliche Gebiete erzählt. Dabei soll es wohl um eine passende Lizenzauktion gehen. Also nach dem Motto: Eine Lizenz gibt es nur, wenn du mindestens 90% der Bevölkerung mit mindestens 50MBit/s anbindest. Sowas könnte man auch anders gestalten: Eine Lizenz für 80% der Bevölkerung, eine für 99,9% der Bevölkerung.

Das Problem für den Staat: die Versteigerung der Frequenzen bringt weniger Geld ein, wenn die Auflagen strenger, sprich die Abdeckung besser wird. Logisch, weil der Netzanbieter dann mehr Geld für den Flächenausbau aufbringen muss, was sich in ländlichen Gebieten aber nicht refinanziert.

Ich glaube der gestrigen Ankündigung wenig und halte sie für eine Luftnummer. Und zwar aus zwei Gründen:

Erstens gab es die Idee der Flächenversorgung bei der Versteigerung der LTE Frequenzen schon einmal. Das wurde eine zeitlang auch geradezu euphorisch begrüßt, man lese als Beispiel mal diesen Artikel aus der Wirtschaftswoche im Jahre 2012:

"Erst wenn die kleinsten Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern zu wenigstens 90 Prozent versorgt sind, dürfen die Mobilfunker den LTE-Funk in den nächstgrößeren Orten ausbauen."

"Und siehe da: Plötzlich klappt der Ausbau"

"Ausbau geht zügig voran"

Quelle: LTE-Standard: Turbo-Internet auf dem Dorf - Digitale Welt - Technologie - Wirtschaftswoche

Dabei haben die Politiker leider vergessen, dass ein vorhandenes Breitbandnetz noch lange nicht das gleiche ist, wie ein vorhandenes und bezahlbares Breitbandnetz. Ein 150 MBit/s LTE Netz auf dem Land ist ja nett, nur wenn ich das 50-Euro-Datenvolumen in 3 Minuten mit einem Betriebssystem-Update oder in 90 Minuten mit einem Film-Download verbraten habe, nützt mir die Bandbreite auch nicht mehr viel ... Zum Thema "Bezahlbarkeit" gab es dann gestern meines Wissens auch nichts konkretes (wenn es denn überhaupt erwähnt wurde).

Zweitens gab der Telekom-Chef bekannt, dass er sowieso schon 4,3 Milliarden Euro für den Netzausbau in 2015 investieren wollte. Da die Telekom für gut 40% der Breitbandanschlüsse steht, reicht ein simpler Dreisatz aus, um zu erahnen, dass die 8 Milliarden Gesamtinvestitionen so doll viel nicht sein dürften. Denn auch die Konkurrenten der Telekom dürften für 2015 Investitionspläne haben, auch wenn diese (auf den Marktanteil gerechnet) etwas geringer ausfallen dürften, da viele der Konkurrenten die Telekom-Infrastruktur mitbenutzen sprich mieten.

Dobrindt hat wohl nur mal die ganze Schose genutzt, um sich die auf den ersten Blick tolle 8-Milliarden-Zahl medienwirksam ans Revert heften zu können ...

Industrie investiert: Acht Milliarden für den Internet-Ausbau - Deutschland - Politik - Handelsblatt

Ich hoffe, dass hinter den 5 Milliarden Euro zusätzlich für die Verkehrsinfrastruktur etwas mehr Substanz steckt ...Die wunderbare Welt der Wirtschaft!: Deutschland investiert in Infrastruktur. 5 Mrd. Euro für Straßen pro Jahr. Ab 2018.

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