Die Eintageskrise oder Militärs haben auch keine Ahnung von Wirtschaft

Holla. Da hatten die Militärs in Thailand eine gute Idee (dachten sie). Weil die Ausländer zuviel Geld nach Thailand schieben (Aktien, Investitionen) und die thailändische Währung zu steigen begann (was wiederum schlecht für die Exporte ist), verfügte man schnell eine Kapitalhinterlegungspflicht. Wer in Thailand investieren wollte, muss 30% zusätzlich bei der Notenbank hinterlegen und kann das Geld erst nach einem Jahr wieder zurückholen. Damit sollte der Zufluss an spekulativen, kurzfristigen Geldern gestoppt bzw. verlangsamt werden. Was dann auch ziemlich gut klappte ... Der Aktienmarkt wurde von diesen bösen Geldern befreit und brach in der Spitze um fast 20% ein. Zum (vorzeitigen) Schluss betrug das Minus etwa 15%.

Das gefiel den Militärs dann doch nicht und man setzte kurzerhand das ganze wieder aus. Am nächsten Börsentag ging's wieder 10% nach oben.

Was man hier schön beobachten kann, ist das komplette Versagen solcher Mechanismen, die die Leute von Attac auch immer so klasse finden (2006 war kein gutes Jahr für die; man hat wenig gehört, oder täusche ich mich). Es funktioniert einfach nicht.

Die FAZ beschreibt das sehr schön. Man kann nicht Exportwachstum produzieren, indem man versucht, seine eigene Währung unterbewertet zu lassen. Und im Notfall mit dem Hammer nachhilft. Die Maßnahmen beschreibt auch ein Artikel in der FTD.

Ende der 90er Jahre hatten die meisten Länder in Süd-Ost-Asien massive Handelsbilanzdefizite. Die Währungen wurden künstlich hochgehalten. Das Ganze endete dann in der größten Krise für die Region seit langem. Die Währungen brachen dramatisch ein, viele Firmen brachen unter der Schuldenlast zusammen. Eigentlich sollte man daraus doch Schlüsse gezogen haben. Eine Währung lange künstlich überbewertet zu halten ist genau so falsch und unmöglich wie eine Währung lange unterbewertet zu halten. Denn irgendwann knallt es.

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Kaldemorgen zu den Aktienmärkten 2007

Als Chef der DWS ist er natürlich (wie üblich) optimistisch, aber um bloß nicht Gefahr zu laufen unseriös zu wirken, natürlich nicht zu optimistisch.

Interessant vor allem die Thesen zur Weltwirtschaft. Kaldemorgen ist der Meinung, dass das schwächere US-Wachstum diesmal nicht schlecht für die Welt sei, sondern im Gegenteil sogar gut. Warum das gut ist, erläutert er leider nicht (und der Journalist fragt auch nicht nach), aber ich schätze, dass das sowohl für das weltweite Zinsniveau als auch für das Handelsbilanzdefizit der USA gut ist. Indien und China wären inzwischen so wichtig und das Wachstum dort so stark, dass die USA die Weltwirtschaft nicht alleine herunterziehen können.

Diese Aussage halte ich aber auffällig für ein "diesmal ist alles anders". Und das ist einer der teuersten Sätze an der Börse. Schon daher bin ich skeptisch.

Aber auch aus einem anderen Grund bin ich skeptisch. China exportiert einen großen Teil seiner Waren in die USA. Geht nun in den USA das Wachstum zurück, werden auch diese Importe zurückgehen. Und wenn die Chinesen weniger verkaufen können, wird dort auch nicht mehr weiterhin wie wahnsinnig investiert. China ist wie auch Deutschland eine stark exportgeriebene Volkswirtschaft und diese hängen immer am Wachstum des Rests der Welt. Ich wüsste keinen Grund, warum das anders sein sollte. Sollte die US-Wirtschaft richtig in die Knie gehen (Rezession), wird das auch Auswirkungen auf China haben. Die These von Kaldemorgen wird nur dann aufgehen, wenn sich das Wachstum
nur leicht abschwächen sollte. Ich glaube allerdings, dass die Gefahr einer US-Rezession von den meisten unterschätzt wird.

Link

Kleines Update nach den Weihnachsttagen: Das Mutterhaus der DWS, die Deutsche Bank, erwartet wie ich, dass eine deutliche Wachstumsabschwächung in den USA auch seine negativen Auswirkungen auf den Rest der Welt haben wird ("The bottom line is that we still expect growth elsewhere to be noticeably affected by a significant change in US growth prospects. "). Ein "diesmal ist alles anders" bleibt wohl die Ausnahme.

Cobracrest und andere Krepierer

Interessanter Bericht bei der FAZ, der Cobracrest und andere obskure Unternehmen aus dem Freiverkehr beschreibt. Irgendwann schreibe ich mal was längeres zu dem Thema. Aber die erwähnte Center-Tainment, die zwischendurch mal die Disney World übernehmen wollte, hat schon was beeindruckendes erreicht: Von 30 Euro auf 10 cent in wenigen Monaten!

Link

Schule abbrechen - Lappen weg

Harte Idee in Ontario: Wer die Schule abbricht, bekommt den Führerschein abgenommen. Mit 18 bekommt man den zurück. Aber vorher ist die Vergabe halt freiwillig. Ob das zieht, wer weiss? Manchen Lehrern wäre es auf jeden lieber, wenn die Schüler, die keinen Bock haben, auch nicht kommen. Was nützt es, wenn die ihre Zeit nur absitzen?

Artikel bei freakonomics.

Ja mehr man liest, desto schlechter legt man an ...

Ist das Handelsblatt demnächst Pleite, wenn sich das herumspricht?!?

Interessant, interessant. Die FAZ berichtet über eine italienische Studie, die untersucht hat, wie der Zeitaufwand für das Aktiendepot bei Privatanlegern und die Performance zusammenhängt. Und das Ergebnis steht schon in der Überschrift. Je mehr man liest, desto schlechter wird die Performance (wobei hier die Sharpe-Ratio untersucht wird, ein Verhältnis aus Risiko und Performance. Eine sinkender Wert kann zwei Sachen bedeuten: a) dass die Performance gesunken ist und/oder b) dass das Risiko gestiegen ist).

Das ist schon sehr überraschend! Die beste Sharpe-Ratio hat der Anleger, der sich gar nicht um sein Depot kümmert!

Aber der Artikel erklärt das schön. Denn die, die von der Börse besessen sind, lesen viel. Auf der Suche nach dem heißen Tipp. Nach dem Goldexplorer, der demnächst explodieren wird. Je unbekannter, desto besser. Desto mehr kann man recherchieren. Desto mehr kann man damit auf der nächsten Party prahlen. Desto spannender wird das Investment. Aber Performance bringt das nicht. Zumindest nicht, ohne gleichzeitig ein deutlich höheres Risiko mitzubringen.

Ja, vielleicht ist das mit den dummen Bauern und den dicken Kartoffeln so ähnlich ...

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Insider verkaufen wieder mehr (aber ist das relevant?)

Für die zukünftige Entwicklung der Börsen sind die Einschätzungen der Insider interessant, weil diese immer etwas näher am Geschehen sind als andere. Behauptet zumindest ein FAZ-Artikel. Die Idee ist einfach: Wenn die Insider kaufen, werden die Aktien demnächst steigen (weil die Geschäftsentwicklung gut ist). Wenn die Insider verkaufen, fallen die Aktien (weil die Insider den Aktien nicht mehr viel zutrauen). Alle Insider (vor allem aus dem Management der Unternehmen) müssen ihre Transaktionen melden und die BAFIN veröffentlicht diese dann bis zu 7 Tage zeitverzögert.

Üblicherweise bezieht man diese These aber nicht auf den Markt als ganzes, sondern auf die einzelnen Firmen. Man baut also ein breit aufgestelltes Depot, in das man nur Aktien packt, bei denen die Insider gerade kaufen. Sobald die anfangen zu verkaufen, verkauft man auch. Man hofft, so einen entscheidenden Vorsprung zu gewinnen.

Ich halte diese These auch zwei Gründen für etwas wacklig. Insider bekommen bei wirklich schlechten Daten Probleme, wenn sie vor der Veröffentlichung noch schnell ihre Aktien verkaufen. Also werden sie dort entsprechend vorsichtig sein. Zum zweiten sind die Daten halt zeitverzögert und möglicherweise reagiert man damit schlicht zu spät auf die Aktien der Insider.

Jetzt geht aber die FAZ einen Schritt weiter und summiert die einzelnen Käufe und Verkäufe auf und versucht daraus den Index zu prognostizieren. Das mag theoretisch auch Sinn machen. Wenn wie aktuell hundertmal mehr von Insidern verkauft wird als gleichzeitig gekauft wird, ist das schon eine auffällige Zahl. Die darauf hindeuten mag, dass die Insider eher skeptisch sind.

Wenn man sich allerdings die Grafik anschaut, fragt man sich, was ist denn jetzt eigentlich richtig skeptisch und was so richtig optimistisch. Außerdem schwanken die Zahlen so kräftig, dass man die höchstwahrscheinlich glätten muss. Immerhin ist der Wert seit Juli von 0,3 auf jetzt unter 0,01 gefallen. Vom dritthöchsten Wert in den letzten 5 Jahren auf den niedrigsten in nur 5 Monaten. Hmmm. Und nur das Verhältnis zu untersuchen, ohne die absoluten Zahlen zu kennen, ist auch schwierig. Es reicht ja, wenn die Käufe einbrechen. Ohne, dass die Verkäufe steigen, reisst das das Verhältnis schon nach unten.

Ich würde also nicht allzuviel darum geben. Die augenscheinliche Korrelation scheint auch nicht sonderlich hoch zu sein. Allein wenn man sich die Baisse Anfang des Jahrzehnt/hundert/tausends anschaut, sieht man darin, dass der erste Wert, der in der Größenordnung lag, wie der aktuelle, im Juni 2001 kam. Und damals hatte die Börse schon gut die Hälfte des Abschwungs hinter sich. Ein Frühindikator sieht anders aus!
Und der negativste Wert trat nur 3 Monate später (OK, 9/11 wird da massiv verfälscht haben). Auch diese Spitze kam viel zu früh. Und auch wenn man sich das Tief anschaut, ist das Verhältnis von Käufern zu Verkäufern nicht so eindeutig, dass man daraus ein klares Einstiegssignal ableiten kann. Vor allem kein genaues. Ein "Idiotenindikator" wie die 200 Tage-Linie hätte wohl ein besseres Signal gegeben.

Für die Auswahl einzelner Aktien mögen die Insider eine wichtige Information liefern. Für den Markt bezweifle ich das.

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Die gefährlichsten Straßen der Welt ...

Uuuh, bei der Schlammpiste in der Taiga denkt man unwillkürlich: OK, aber da fährt ja auch keiner her ... Bis Bild 3 kommt ...

Und die Strecke in Bolivien ist ja schlicht der Hammer. Da würde ich im Leben nicht drüber fahren ... Das sieht aus wie ein Dschungelpfad, nur das da 20-Tonner drüberfahren ... Und es auf dr Talseite 1000 Meter runtergeht

(Link)

Noch kein Geschenk? War on Terror als Brettspiel

OK, das kommt nicht mehr pünktlich ...

War on Terror: Das Brettspiel. Sichere das Öl. Bekämpfe den Terrorismus. Baue dein Imperium. Und mache nebenbei den ganzen dreckigen Mist, den die Amis auch machen ...

Wunderbarer britischer Humor.

Link.

Index schlagen durch Gleichgewichtung?

Hmmm, interessante These.

Gefunden habe ich die hier, überprüft wurde alle wichtigen Indizes und bei allen erzeugte ein gleichgewichteter Index mehr Performance als der gewichtete Originalindex (Link zur Studie). Und was die Sache noch cooler macht: Das Risiko sank ebenfalls. Ebenfalls interessant: Das Verfahren funktionierte sowohl in Hausse- wie in Baissezeiten.

In Deutschland erhöhte sich die Performance von 9,9 auf 12,22 %, das Risiko (genauer die Volatilität) sank von 22,36% auf 19,07%. Im weltweiten Schnitt ist der Performancezuwachs für Deutschland etwas unterdurchschnittlich, die Risikosenkung aber überdurchschnittlich.

Und all das mit einem derart einfachen Verfahren?!? Ich gewichte nicht Allianz, Siemens und Telekom mit etwa 10% und Henkel mit 2, sondern einfach alle gleich mit 3,33 %. Verblüffend! Aber solch einfache und trotzdem (oder deswegen?) erfolgreiche Strategien gibt es ja einige. Z.B. einfach die billigsten 5 Aktien aus dem Dow zu kaufen. Oder die mit der höchsten Dividendenrendite. Schreib ich glaub ich auch nochmal was zu.

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Öl-Lander senken Dollaranteil

Eine Entwicklung, die man genau verfolgen sollte (FTD-Artikel)

Der Anteil des Dollars an den Devisenreserven ist von 67 % auf 65 % gefallen. Auch wenn die Verschwörungstheoretiker sich immer so lustige Geschichten wie "Der Iran wird angegriffen, weil er sein Öl in Euro verkaufen will" ausdenken, die dann am Ende wie die meisten Verschwörungstheorien platzen.

Warum sollte man das so offensichtlich machen?!? Es gibt doch gar keinen Grund dafür. Man kann auch gegen Dollar verkaufen und die Dollars am Devisenmarkt direkt wieder vertickern. So schnell sinkt der Dollar ja dann doch nicht, dass man den nicht ein paar Tage im Depot halten könnte ...

Sollte der Trend der Devisendiversifizierung weitergehen und vor allem die Chinesen, von denen überhaupt keine zuverlässigen Zahlen vorliegen, ihre geschätzen 1 Billion US-Dollar in Euro und Yen umschichten, dürften die paar Cent, die der Dollar dieses Jahr gefallen ist, ein Witz sein.

Allerdings sprechen drei Sachen dagegen:

a) die jetzigen Dollarbesitzer wollen sich die Währung nicht selber kaputtmachen und werden daher im Zweifelsfall lieber zu langsam als zu schnell ihre Dollars verkaufen (sowas kann aber natürlich auch in einer Panik enden ...).
b) Alles rechnet mit einem fallenden Dollar und an der Börse kommt es meistens nicht so wie die Mehrheit es erwartet.
c) Der Dollar ist im Kaufkraftvergleich bereits unterbewertet. Die Kaufkraftparität liegt bei etwa 1,18. Das ist schon eine spürbare Abweichung, die meiner Meinung nach die weitere Abwertung des Dollars zumindest bremsen dürfte.

Volkswirtschaftlich gesehen spricht fast alles für einen weiter fallenden Dollar. Und das schon seit Jahren. Allerdings ist der Dollar bereits unterbewertet und die Stimmung ist auch schon ziemlich schlecht. Und die beiden letzten Punkte sprechen gegen eine Abwärtsbewegung und werden auch oft übersehen.

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Spex ist nicht mehr

zumindest nicht mehr das, was sie mal war ...

Spex zieht nach Berlin, die Redaktion aber nicht mit. Hmmm, was ist eine Zeitschrift, wenn man die komplette Truppe auswechselt? OK, es ziehen Teile der Redaktion mit, aber eine Zeitschrift wie Spex war für mich vorrangig Text und vor allem über Musik. Und der Teil, der dafür zuständig war, zieht eben nicht mit.

Als Spex an den Piranha Verlag ging, wurde noch hoch und heilig versprochen, dass das keine Auswirkungen haben werde. OK, die Intention kann man der Redaktion nicht absprechen, vor allem nachdem die das jetzt ernst meinen. Die verzichten immerhin auf ein (relativ) sicheres Einkommen. Nein, die jetzige Redaktion ist nicht das Problem. Das Problem ist angeblich das Tabakwerbeverbot, das zu sechsstelligen Einnahmeausfällen führt:

Spex zieht nach Berlin, die alte Redaktion um Uwe Viehmann hat sich entschieden, nicht mitzuziehen. Taz-Autor Max Dax wird mit sofortiger Wirkung neuer Chefredakteur, er wird in den nächsten Tagen die Zusammensetzung der neuen Redaktion bekannt geben. Mit diesen Entscheidungen geht eine mittlerweile fast ein Jahr andauernde Hängepartie zu Ende, die zunehmend auch in den Ausgaben der Spex selbst thematisiert worden ist.

Spex-Herausgeber Alex Lacher: "Der Umzug war betriebsbedingt notwendig. Der Piranha-Verlag kann sich spätestens mit dem Inkrafttreten des Tabakwerbeverbots ab dem 01.01.2007 keine drei Verlagsstandorte mehr leisten, die hierdurch entstandenen Umsatzeinbußen bewegen sich im sechsstelligen Bereich. Die Entscheidung, mit der Spex von Köln nach Berlin zu ziehen, war kein Votum pro Berlin oder contra Köln – es war ein Votum pro Spex. Mit dieser Entscheidung ist das Erscheinen der Spex für die Zukunft gesichert.

Allen Mitarbeitern wurde ein Jobangebot für Berlin unterbreitet, das die einzelnen Redakteure dann aus individuellen Gründen nicht annehmen wollten/konnten. Wir haben Verständnis für die jeweiligen Entscheidungen und bedauern dies. Die Grafik um Mario Koell wird mit nach Berlin ziehen und Andrea Pritschow wird von Köln aus weiter die Bestückung der Heft-CD übernehmen.

Mit Ex-Alert-Herausgeber Max Dax als neuem Chefredakteur wird zudem sichergestellt, dass die Spex ihren journalistischen und thematischen Schwerpunkten auch in Zukunft treu bleibt – auch wenn in der 26-jährigen Geschichte der Spex erstmals mit der Tradition gebrochen wird, dass ein neuer Chefredakteur stets aus den Reihen der Redaktion gewählt wird."

Max Dax: "Natürlich wird es Veränderungen geben, aber Spex wird weiterhin für politischen Mut, ein klares Auftreten in Wort, Bild und Gestaltung und ein Bekenntnis zu einer politischen und kulturellen Avantgarde in den Bereichen Musik, moderne Kunst, Fashion, Fotografie, Kino und Literatur, das weit über Veröffentlichungslogik und den engen Begriff der Popkultur hinausgeht, stehen."


(http://www.spex.de/web/news.php?id=2362)

Ob diese Summe jetzt pro Jahr gilt oder pro Monat, ob für die Spex alleine oder für alle Zeitschriften aus dem Piranha Verlag, keine Ahnung. Und ne Tabakwerbung hatte die Dezember Ausgabe auch nicht, wenn ich mich nicht irre. Und Sprüche wie "eine Entscheidung pro Spex" sind schon schräg, wenn man dabei die Redaktion über Board wirft. Eine Zeitschrift lebt logischerweise extrem von den Menschen die sich machen (es ist ja keine Tageszeitung, die objektiv informieren möchte). Und wenn man die alle rauskickt, ist der Name nicht viel mehr als eine leere Hülle.

Naja, ich habe der alten Redaktion im Forum schon viel Mut zugesprochen und hoffe, dass die sich nicht in alle Winde zerstreuen. Sondern zumindest ein Kernteam etwas Neues macht. Und es muss nicht Print sein. Das Web bietet sich an. Wenn sich gar kein Geldgeber findet, von mir aus auch ein simpler Podcast. Ist tendenziell sowieso zeitgemäßer als ein Heft mit CD.

Ich habe mit der Spex noch nicht abgeschlossen. Und werde sie sicherlich noch ein paar Mal kaufen. Aber ich bin schon jetzt froh, dass ich kein Abo habe. Und ich kann mal was anderes lesen. Zeitbedingt werde ich allerdings weiterhin nur eine Musikzeitschrift lesen. Vielleicht wird's Wire. Vielleicht lese ich auch nur noch im Netz und hole mir über "Leute die das gehört haben, haben auch das gehört" meine musikalischen Anregungen. Last.fm ist z.B. eine ziemlich geile Sache.

Geradezu tragisch finde ich das vor allem gerade jetzt. Vor 20 Jahren war ich mit der Spex so überfordert (und habe trotzdem nie aufgegeben), dass ich mit vielen Platten rein gar nichts anfangen konnt. Heute scheine ich so d'accord mit der Spex zu sein, dass ich aus den Dezember Top Platten schon drei gekauft hatte, bevor ich das Heft in der Hand hatte.

Update: In der FAZ ist ein Artikel des ehemaligen, langjährigen Chefredakteurs Dietmar Dath und sein Rückblick auf die Spex.

Nochnupdate:

Telepolis hat auch einen Nachruf (kann man nicht anders nennen). Interessant die Information, dass die alte Redaktion angeboten hat, *ohne* Redaktionsräume zu arbeiten. Die offizielle Darstellung erscheint daher (wie leider so häufig) als freche Lüge. Naja, vielleicht kauf ich die nächsten Hefte dann doch nicht ...

Und nochn Update, diesmal beim Spiegel. Spät, aber lesenswert. Jetzt muss ich nur mal rausfinden, wer dann wo schon welche Plattform gestartet hat (Arrgh, es gibt Links, Leute beim Spiegel).

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Grundbesitz-Invest: Und noch ein Nachschlag

Das dürfte unter Risikogesichtspunkten meine beste Anlage der letzten 12 Monate gewesen sein (Primacom brachte zwar mehr Geld, aber ist auch viel spekulativer).

Schon während der Aussetzung im letzten Jahr wies ich darauf hin, dass die Notierung an der Börse Hamburg, die weiter lief, deutlich nach unten übertrieben sein dürfte (siehe hier).

Na und jetzt ist die Umstrukurierung abgeschlossen. Der deutsche Anteil wurde massiv runtergefahren und beim Verkauf entstanden nochmal 2,80 Euro pro Anteilschein Sondergewinn (siehe FTD-Artikel). Von 33 Euro auf jetzt fast 43 in einem Jahr; wow, das sind 30 % mit sowas stockkonservativem wie einem offenen Immobilienfonds.

Übrigens: Eine Spekulationsmöglichkeit gibt es dieses Mal nicht. Der Fonds ist ausgesetzt und der Kurs an den Fondsbörsen hat bereits angezogen (+5% heute). Der Fonds wird übrigens auch umbenannt, um den neuen Anlageschwerpunkt Europa wiederzuspiegeln.

Effizienterer Wasserstoffspeicher gefunden

Laut Telepolis muss man den bisher bekannten Feststoff-Wasserstoffspeichern auf Kunststoffbasis nur zwei Metallatome pro Ethylen-Molekül hinzugeben und schon verdoppelt sich die Speicherkapazität.

Das ganze sieht erfolgversprechend aus. Die Speicherkapazität ist gut (im Gegensatz zu reinen Ethylenspeichern), das Material ist leicht herstellbar und damit preiswert (im Gegensatz zu Speichern auf Kohlenstoffnanoröhrchen-Basis) und die Speicher sind vergleichsweise leicht (im Gegensatz zu Druckspeichern oder Metallschaum-Speichern).

Wird das vielleicht doch noch was mit der Wasserstoffwirtschaft?

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Politiker sind verlogen und die Presse auch

... da redet ein israelischer Staatschef von Atomwaffen und es gibt eine Riesenaufregung. Ein Tabu wurde gebrochen und obwohl jeder weiss, dass Israel Atommacht ist, muss man darüber wohl offenbar weiterhin schweigen. Seltsam. Psychologen könnten wahrscheinlich erklären, dass dieses Selbstangelüge der Grund dafür ist, dass in der Region kein Frieden herrschen kann.

Aber was ich an der Geschichte noch schöner finde, dass die Riesenaufregung eigentlich gar keine war, sondern eher eine Inszenierung der Presse. Geil! Ich dachte die sollen uns informieren und nicht die Skandale selber produzieren (dafür ist die Bildzeitung da).
Der Artikel bei Telepolis berichtet am Anfang über die "Krisenkonstruktion".

Der Rest der Artikels ist auch gut. Schon seltsam zu sehen, dass das was heute in dem Baker Bericht steht ziemlich genau das ist, was Good Old Europe vor dem Irakkrieg gesagt hat. Ohne Lösung des Palästina-Problems keine Lösung im Nahen Osten.

Meine Lieblingsaktie: Primacom

Für 0,46 gekauft, zu 4 verkauft. Zu 4,40 zurückgekauft, jetzt knapp 8.

Auch für Zocker interessant, ein Kauf unter 6 und ein Verkauf über 8 war jetzt schon dreimal drin. Und so wie die Aktie manchmal von 6,80 auf 8 an einem Tag schießt, wird das wohl auch nochmal gehen.

Meine alten Postings zu Primacom

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Die elektronische Gesundheitskarte wird 100.000 Arbeitsplätze schaffen

Und ich dachte, die soll Kosten sparen?!?

Da sieht mal man wieder, wie das Arbeitsplatzargument immer und immer wieder falsch eingesetzt wird. Die Bauern reden schnell von 100.000en von Arbeitsplätzen, die durch die Subventionen gesichert werden. Oder die Bergarbeiter im Ruhrgebiet. Oder oder oder.

ABER die Subvention führt ja entweder zu höheren Steuern (weil sie dadurch finanziert wird) oder zu höheren Preisen (weil die Abgabe auf den Preis umgelegt wird). Das Geld fehlt also woanders. Und die Diskussion muss viel mehr um die Effizienz des eingesetzten Geldes geführt werden. Also

Wo schafft wieviel Geld wieviel neue Arbeitsplätze?

Wenn man z.B. Wärmeschutzmaßnahmen fördert (mit besseren Abschreibungsmöglichkeiten oder verbilligten Krediten), schafft das mit wenig Geld viele neue Arbeitsplätze. Vor allem deshalb, weil der Staat mit dem Kreditzuschuss nur einen geringen Anteil des Geldes zuschießt, das ingesamt bewegt wird. Wenn jemand einen Kredit über 50.000 Euro zu 5% Zinsen aufnimmt und der Staat den Zins auf 3% senkt, kostet das den Staat bei einer Laufzeit von 5 Jahren etwa 5.000 Euro (ganz ungenau und ohne Zinseszins- und andere Effekte gerechnet). Es werden aber 50.000 Euro bewegt. Wenn hiervon die Hälfte in Löhne geht, die wiederum mit etwa 40% belastet sind (Steuern und Sozialabgaben), fließen wieder 10.000 Euro zurück! Mehr als der Staat ausgegeben hat! Und nicht zuletzt hat man einen Umweltschutzbeitrag geleistet.

Die Rechnung greift natürlich zu kurz, weil die Zinsvergünstigung natürlich auch Leute mitnehmen, die eh renoviert hätten. Das ist dann kein zusätzliches Geld. Trotzdem ist wohl jede Maßnahme sinnvoll, die mit wenig Staatsunterstützung große Mengen Geld bewegt, die dann in arbeitsintensive Bereiche fließt und damit neue Arbeitsplätze schafft.

Aber eigentlich ist das nur ein Einschub. Es ging ja um die Arbeitsplätze. Und bei der Gesundheitskarte ist ja wohl ein Rationalisierungspotenzial da. Denn wenn das Ausstellen von Rezepten, das Abrechnen der Leistungen, das Durchdiegegendschicken von Befunden elektronisch abgefackelt wird, ist es völlig utopisch, dass das keine Arbeitsplätze bei den Ärzten, Apothekern und den Krankenkassen kostet. Also werden Arbeitsplätze abgebaut. Wenn der Typ jetzt von 100.000 neuen Arbeitsplätzen redet, rechnet er diese natürlich nicht ein. Es entstehen 100.000 Arbeitsplätze in der IT des Projektes, dafür fallen aber 50.000, 100.000 oder 200.000 durch die Rationalisierung weg (hoffentlich, kann ich als Krankenkassenmitglied nur sagen).

Also die gleiche dumme Argumentation wie z.B. beim Bergbau. Kostet ne Menge Geld, sichert viele Arbeitsplätze. Aber die Frage wäre, wieviele Arbeitsplätze würde das schaffen, wenn das Geld anders ausgegeben würde? Was würde eine Milliarde Zinsvergünstigung für Wärmedämmung bewirken? Möglicherweise schafft das genausoviel Arbeitsplätze und hilft der Umwelt ebenfalls mehr. Was würde eine Milliarde in Bildung helfen? Langfristig bestimmt mehr, weil das Arbeitsplätze schaffen würde, die in Zukunft unabhängig von Subventionen wären.

Aber der Effizienzgedanke ist in der Politik leider nicht vorhanden.

Neanderthalerinnen an den Herd!

Ok, haben nicht gehört die Weiber; schon damals nicht. Sind mit zur Jagd gegangen, haben nicht mehr auf die Kinder aufgepasst und Bumms sind sie ausgestorben. Das ist doch mal ne geile These für die Männerrunde ;-) OK, ein wenig spekulativ, ein paar Millionen Jahre alt, aber wer's glauben will, wird's gerne glauben ...

Proudly presented by Telepolis.

Solarzellen mit massiv verbessertem Wirkungsgrad möglich

Interessante Entwicklung aus Berkeley. Solarzellen auf Indiumgalliumnitrid-Basis können die Wirkungsgrad erhöhen. Machte bisher keinen Sinn, weil das einfach nur teurer als die klassischen Materialien war. Jetzt hat man aber einen Kniff gefunden, der das doch interessant machen könnte, weil so ein deutlich höherer Wirkungsgrad erreicht werden kann.

Dazu muss ich etwas ausholen. Jedes Material kann nur einen bestimmten Bereich der Sonnenstrahlung aufnehmen, genauer einen bestimmten Wellenlängenbereich. Daher bekommt man mit einem Material selbst theoretisch nur einen Wirkungsgrad von etwa 30% hin. Praktisch werden daraus dann etwa 25%, wobei die gängigen Solarzellen noch etwas niedriger liegen, weil dort das Maximum aus Leistung und Preis erreicht wird.

Wenn man den Wirkungsgrad nun weiter erhöhen möchte, muss man mehrere Materialien kombinieren. Dann fängt eins einen Wellenlängenbereich ein und das anderen einen anderen. Da die Wellenlängen unterschiedlich tief in das Material eindringen, muss man die Schichten im entsprechendem Abstand aufbringen und schon fängt man mehr Wellenlängenbereiche ein als vorher (übrigens gibt es einen Photosensor für Digitalkameras (Foveon), der diesen Effekt des unterschiedlich tiefen Eindringens der Wellenlängen benutzt, um in einem Pixel mehrere Farben (=Wellenlängen) zu erkennen). Wenn sich die Bereiche nicht überlappen, kann man den Wirkungsgrad nahezu verdoppeln. Das Problem: Was theoretisch einfach ist, kann mangels Produktionstechnik nicht umgesetzt werden. Das Trägermaterial ist unterschiedlich, bei der Produktion entstehen Verschmutzungen, usw.

Und genau hier kommt das neue Material zum Einsatz: Indiumgalliumnitrid ist "tunebar", mit dem Grad der Dotierung des Materials ändert sich die Wellenlängenbereich, den das Material absorbiert und in Elektrizität umwandelt. Wenn man nun zwei Schichten kombiniert, kommt man auf etwa 50% Wirkungsgrad. Theoretisch kann man noch mehr Lagen konstruieren und auf etwa 70% Wirkungsgrad kommen.

Da man hier nur mit einem Material für beide Schichten arbeitet, kann man das voraussichtlich produktionstechnisch in den Griff bekommen. Im Labor klappt das schon. Ob sich das rechnet, ist noch eine andere Frage, aber es gibt vor allem in der Raumfahrt ein großes Interesse an einem solch hocheffizienten Solarzelle, da in der Raumfahrt Gewicht und Größe eine viel wichtigere Rolle spielen als hier unten. Dort kann sich das Material sehr schnell rechnen. Auch werden hier möglicherweise Anwendungen möglich, die man bisher wegen Energiemangel nicht umsetzen konnte.

Originalartikel hier.

Nur mehr Lehrer sind auch nicht alles ...

... gar nicht so uncoole Antwort eines Politikers zur Frage, warum es die Politiker nicht schaffen, endlich mal neue Lehrer einzustellen. Aber die Zahl der Lehrer scheint wohl nur im Wahlkampf relevant zu sein.

Gut, man kann dem Mann sogar teilweise zustimmen. So schlecht, wie die Ausbildung ist, so schlecht wie die Fortbildung ist, so schlecht wie das Ansehen der Lehrer ist, nützt es auch nichts, einfach nur mehr Lehrer an die Schulen zu schicken.

Das Problem ist nur, dass sich an den anderen Punkten auch nichts ändert ... Außer viel Blabla und viel Tamtam tut sich nichts.

Wenn man 2006 das Fazit ziehen muss, dass satte 16.200 Lehrer weniger eingestellt wurden als noch 2003 prognostiziert wurde, muss man sich über die Qualität der Schulen nicht wundern. Immer noch keine kleineren Klassen. Immer noch kein individueller Unterricht. Es gibt zwar mehr Ganztagsschulen, nur sind da am Nachmittag keine Lehrer, sondern pädagogisch ungebildete Hilfskräfte von Sportvereinen o.ä. am Werk (das Engagement in Ehren, aber ein Lehrer ist eben doch was anderes ...).

Lies mehr bei Telepolis.

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Interessante Fakten zum Schlaf ...

... findet man hier.

Oder wusstet ihr, dass man nur in den Nicht-Traum-Phasen schnarcht (OK, ich behaupte ja, dass ich überhaupt nicht schnarche, das ist eine Erfindung der Weiber, die uns Männern ein schlechtes Gewissen machen wollen ;-)

Oder dass ein Säugling zu 400 bis 750 Stunden Schlafmangel bei den Eltern führt? (Da knabber ich immernoch dran ;-))

Oder dass am Tag nach der Zeitumstellung auf den Winter (1 Stunde mehr Schlaf) deutlich weniger Verkehrsunfälle passieren?

Es fehlen zwar die Quellen im Artikel, aber trotzdem lesenswert.

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Wachstumsprognosen ...

Da habe ich für meinen letzten Heulartikel (Lebensmittelforschung ist wie das Schätzen von Wachstumszahlen) nach dem Artikel über die Zuverlässigkeit der Prognosen zum Wirtschaftswachstum gesucht und nichts gefunden. Naja, ein guter Anlass einen zu schreiben ...

Der Artikel, über den ich eigentlich schreiben wollte, hatte eine ziemlich lustige Aussage: Nimm das aktuelle Wirtschaftswachstum und schreibe es fort. Sind es jetzt 2 Prozent, schätze einfach auch zwei Prozent für's nächste Jahr. Das coole: Die Schätzung ist besser als der Durchschnitt der Schätzungen der Wirtschaftsexperten.

Die FAZ hatte jetzt vor kurzem einen ähnlichen Artikel. Darin hat man Erstsemester und die Wirtschaftsweisen verglichen. Und das Ergebnis darf man jetzt raten ... Die Erstsemester haben gewonnen (Link).

Deshalb die Erkenntnisse der Wirtschaftsforscher zu ignorieren (oder nur die 3 Prozent der Wissenschaftler rauszupicken, die einem in den eigenen ideologischen Kram passen) ist jedoch nicht angebracht. Siehe dazu einen anderen Artikel von mir.

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Ego-Spannung

mal was spannendes (für mich). Ein Link.

Lebensmittelforschung ist wie das Schätzen von Wachstumszahlen

Nichts Genaues weiss man nicht ...

Vor ein paar Monaten war Resveratrol noch der spannende Stoff im Rotwein, der den maßgeblichen Gesundheitsnutzen bewirkt. Jetzt nicht mehr, die Konzentration sei schlicht zu niedrig.

Während im FAZ-Artikel die Resveratrol Geschichte gar nicht angesprochen wird, macht der Scientific American sogar damit auf (Scientific American: Forget Resveratrol, Tannins Key to Heart Health from Wine). Es liegt viel mehr an den Procyanidinen, die etwa die Hälfte der bioaktiven Stoffe ausmachen (die Übersetzung der FAZ erscheint mir falsch). Der Weinkenner nennt das ganze schlicht Tannin, also das, was das Herbe im Rotwein ausmacht.

Interessant ist auch der Quercheck mit dem Alter der Menschen in bestimmten Regionen und dem Anteil der Tannine im Wein: Es korreliert. Je tanninhaltiger der Wein ist, desto höher die Lebenserwartung. Der Anteil der Tannine hängt eng an der Methode der Herstellung. Je länger die Maische steht (also Traubensaft, Haut und Kerne zusammen sind), desto höher wird der Tannin-Gehalt, da sich die Tannine in der Haut und vor allem den Kernen befinden. Das Problem ist nur, die herben Weine, bei denen sich der Mund zusammenzieht, sind nicht sehr beliebt. Also lässt man die Maische heute oft nur noch kurz stehen. Und dann ist der Wein wohl auch nicht mehr so gesund. Das ist dann wohl die schlechte Nachricht zum Wochenende ...

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Nanotechnologie: Gaaaanz alte Sache ...

Da haben die doch tatsächlich im alten Damaskus schon die Produktion von Stahl mit eingebettetem Nanoröhrchen drauf gehabt. Nicht schlecht!

Der "Damaszener Stahl" wurde wegen seiner Härte zur Legende, vor allem nachdem das Wissen um seine Herstellung verloren ging.

Wissenschaftler der TU Dresden durften jetzt eines der wenigen erhaltenen Messer mal auseinandernehmen und kamen dabei zu dem Ergebnis, dass Kohlenstoff-Nanoröhrchen dem Stahl ungekannte Härte geben. Ein Artikel mit noch mehr Details steht in der FAZ.

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Neues iPhone Fake Video (aber ich würd's kaufen)

Video.

Jetzt müsste das a) so rauskommen und b) ich die 800 Euro haben, die das Teil dann kostet ...

Vielleicht doch besser das Nokia N80.

Arbeitslosengeld I zeitgestaffelt

Das ist mal wieder eine der Diskussionen, die ich überhaupt nicht verstehe ...

Ja, das Arbeitslosengeld ist eine Versicherung. Und da bekomme ich nur was raus, wenn der Versicherungsfall eintritt. Und wenn er nicht eintritt, bekomme ich nichts. Gut.

ABER:

Eine Rentenversicherung ist eine Versicherung. Und wenn ich viel und lange einzahle, bekomme ich auch viel raus. Sofern ich das erlebe. Warum kann also die Arbeitslosenversicherung nicht auch länger auszahlen, wenn man länger eingezahlt hat? Natürlich kann sie das. Wenn es politisch gewollt ist. Und wenn Wirtschaftler dagegen wettern und der Versicherungscharakter das einzige Argument ist, ist das armselig und borniert.

Ganz nebenbei ist das Geld auch heute schon gestaffelt, denn wer nicht lang genug eingezahlt hat, bekommt überhaupt kein ALG I. Frag mal einen Studenten, der nach dem Studium keinen Job findet. Nix eingezahlt, nix kommt raus. Finde ich ziemlich logisch.

Ich könnte mir auch gut vorstellen, das ganze System aus Kündigungsschutz und ALG neu zu sortieren. Kündigungsschutz abschaffen, staatlichen Schutz erhöhen. Für politisch sinnvoll halte ich das allerdings nicht, weil die Gewerkschaften und die SPD im Kreis springen würden ... Und dafür lohnt sich das Ganze nicht.

Brüder, zur Börse, zur Freiheit

Tja, manche checken es immer erst später ...

Der DGB unterstützt auf einmal die Forderung nach einem Investivlohn.

Auf einmal? Besser spät als nie. Vielleicht hat auch der DGB inzwischen mitbekommen, dass in den USA die Altersvorsorgefonds der Gewerkschaften zu den größten gehören. Und dass diese Fonds dadurch Macht besitzen. Dass diese durchaus mal einen Kleinfeld bei Siemens nicht entlasten könnten. Aber vielleicht scheuen sich die Gewerkschaftsfunktionäre genau davor. Mal Öffentlich Verantwortung tragen zu müssen. Wo das hinführt, sieht man ja bei Mannesmann. Da kam der Zwickel (auch wenn er niedrigste Buße zahlen muss) nicht ungeschoren davon.

Dass die Gewerkschaft in Deutschland doof ist, sieht man ja schon daran, dass die bei der Riesterrente einen Vertrag mit der Dresdner Bank einstielen und dann meinen, sie hätten einen guten Deal gemacht, weil es 5 % Rabatt gibt. Wie wäre es gewesen, das Geld selber zu verwalten und auf das Abstimmungsverhalten bei der Hauptversammlung Einfluss zu nehmen?

Aber wer weiss, vielleicht in 10 Jahren. Wenn's dann noch jemanden interessiert.

Ein Volk von Gleichmachern!

Zeigt sich immer wieder. Die Deutschen wollen lieber alle gleich sein. Vielleicht hatten die im Osten doch Recht?!?

Auf die Frage, ob man zusätzliche Finanzmittel lieber schlechten oder guten Unis geben sollten, sagt die klare Mehrheit: den schlechten.

Hier sieht man exemplarisch, warum in Deutschland keine Elite entsteht. Hier sieht man, warum die Mehrheit meint, denen die viel verdienen, muss man extra viel abnehmen und das denen geben, die wenig verdienen (oder gar nichts, weil sie nicht einmal arbeiten gehen). Den Deutschen sind Leute, die schlauer, besser oder intelligenter sind, suspekt. Aber richtig kritisch wird es, wenn jemand richtig viel verdient. Dann muss man dem an das Portmonee. Das kann ja irgendwie nicht.

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Der Staat als Arbeitsplatzvernichter

Tja, so kann's gehen.

10% aller Erntehelfer müssen deutsch sein. Die Deutschen wollen aber nicht. Also werden Arbeitslose zwangsverpflichtet. Die wollen aber auch nicht (lohnt nicht, zu anstrengend, keine Ahnung davon). Konsequenz: Der deutsche Bauer darf auch die Polen nicht mehr anstellen. Also kauft er ne Erntemaschine. Und: Keine einziger deutscher Arbeitsplatz geschaffen und noch einen Haufen europäischer vernichtet. Riesig!

gefunden bei der FAZ.

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Finanzamtsauskünfte kosten demnächst

Geile Idee: Erst Gesetze machen, die keiner versteht und dann die Hilfe kostenpflichtig machen (hört sich ein bisschen wie Elektronik oder Software plus 0900-Nummer an). Also der Staat sollte an die Börse gehen. Das Prinzip kann man beliebig weiterdrehen, eine Konkurrenz für den Staat gibt es ja nicht.

Nachdem man Steuerberaterkosten (teilweise) nicht mehr absetzen darf, damit nun der nächste Hammer. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Aber was soll man sagen? Die Auskunft ist natürlich aufwändig. Die Gesetze sind halt kompliziert. Und die Beamten blicken doch selber nicht mehr durch. Da dauert's. Und dafür muss man kassieren. Die Kosten, die auf der anderen Seite anfallen (bei den Bürgern) interessieren ja keinen, weil die nicht in Heller und Pfennig gemessen werden. Sind halt nur ein paar Stunden/Tage Freizeit weniger.

Naja, Kirchhoff und Merz hat man in Deutschland ja zur Hölle gejagt. Der Deutsche liebt scheinbar seine "gerechte" Steuergesetzgebung, in der es für alles eine Ausnahme geben muss. So dass nur noch 2 Prozent der Bevölkerung das raffen. Komisch, an der Schule ist der Unterricht schon ungerecht, wenn 2% der Schüler das nicht kapieren. Es sollte mal jemand Unterricht machen, der so verständlich ist wie unsere Steuergesetze ...

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Die billigste Lösung: Einfach 1 Milliarde Menschen verrecken lassen

Sehr treffender Artikel bei der FAZ. Darin geht der Autor Guillaume Paoli der Frage nach, warum eigentlich angesichts der drohenden Katastrophe durch die Klimaerwärmung nichts passiert und warum sich niemand Sorgen macht. Ihm fällt z.B. auf, wie shizophren allein die Aussage ist, dass das Weltwirtschaftswachstum durch die Klimaerwärmung gefährdet sei. Schließlich werden bei dieser Aussage Ursache und Wirkung komplett vertauscht.
Dass man die Klimaerwärmung auch nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten darf, wie es Nicholas Stern gemacht hat, ist unstrittig. Allerdings halte ich es durchaus für legitim, es auch zu machen. Immerhin macht es wohl manchem klar, dass die Auswirkungen der Klimaerwärmung auch ans eigene Portmonee gehen. Die Aussage von Paoli, der kurz anmerkt, dass am billigsten sei, die 1 Milliarde betroffener Armer vor allem in Afrika einfach verrecken zu lassen, ist zwar derbe, rüttelt aber auf und bringt einiges auf den Punkt: Auf wessen Kosten es geht und welche dramatischen Auswirkungen das ganze haben wird.

Ich hätte für den Autor übrigens noch eine These, die erklären kann, warum die öffentliche Verdrängung bei diesem Thema so groß ist: Es betrifft jeden. Jeden einzelnen. Alle sind schuld (siehe dazu: privater Energieverbrauch steigt weiter). Um etwas zu ändern, muss sich jeder einzelne ändern. Und das will keiner. Den weiter in den Urlaub fahren, weiter in den Urlaub fliegen, weiter die billigsten Sachen aus China kaufen, tja, darauf will keiner verzichten. Umweltschutz ist nur dann beliebt, wenn man auf die böse Stromwirtschaft schimpfen kann, die böse Chemieindustrie, die Amerikaner oder was weiss ich. Hauptsache, man muss selber nichts ändern. Das "selber was ändern müssen" in Kombination mit "ich alleine kann eh nichts ändern" reicht als Ausrede zum (frei nach Herbert Grönemeyer) gemütlich weitergrasen.

Die FAZ hat auch ein Special zum Thema, allerdings sind die anderen Artikel nicht so spannend, wenn auch nicht schlecht. Ein paar interessante Fakten zum Überblick findet man auch noch im Telepolis-Schlussartikel zur Nairobi-Konferenz, der unter dem bezeichnenden Titel: "Der Fortschritt ist eine Schnecke" steht.

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Wunderbarer Artikel über Softwareergonomie bei Joelonsoftware

Herrlich: Microsoft hat's tatsächlich geschafft, den Lock/Auslogg/Ausschalt-Prozess noch weiter zu verkomplizieren. Mit den Tasten am Notebook kommt man auf 14(!) Möglichkeiten, den Rechner zu locken/auszuschalten/sich abzumelden.

Man braucht aber eigentlich nur zwei:
1) Ich bin weg
2) Ich bin weg und will, dass der Rechner aus ist.

Ob der Computer in Suspend oder Sleep geht, kann der Computer selber entscheiden (z.B. zeitgesteuert). Ob sich der gleiche User wieder anmeldet oder ein anderer, reicht aus, um zwischen Lock und Fast User Switching zu unterscheiden. Wenn man neu starten will, schaltet man den Rechner aus (b) und danach wieder an. Braucht man dafür wirklich einen eigenen Eintrag (wie oft benutzt man den? Bei Softwareinstallation macht das die Installationsroutine eh automatisch). Etc. pp.

Ich will Apple nicht in den Himmel loben und Microsoft bashen, aber der Artikel erwähnt, dass der iPod überhaupt keinen An-/Ausschalter hat. Man hat bei Apple immerhin das Gefühl, dass die sich manchmal die richtigen Gedanken machen, auch wenn bei weitem nicht alles perfekt und bis zu Ende gedacht ist.

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Wieder ein Doping-Geständnis mehr

Diesmal ist das Geständnis von Jesper Skibby, Ex-Rad-Profi. Leider sagt er nichts über seine Ex-Kollegen, sportlichen Leiter, Mediziner. Ist zwar ehrenhaft, niemanden anzuschwärzen, allerdings ist der Radsport auch so derbe im Dopingsumpf abgesoffen, dass es eigentlich keiner weiteren Geständnisse mehr braucht, um festzustellen, dass die eh *alle* dopen wie Sau.

Und im Fall der deutschen Leichtathleten hat sich jetzt Nils Schumann gemeldet und gesagt, dass er nie "die Grenzen des Erlaubten überschritten habe". (Warum sagt er eigentlich nicht klar: Ich habe nie gedopt? Naja, die eigentliche Formulierung ist komplett Banane: „Ich habe immer gesagt, daß ich die Grenze des Erlaubten nie überschritten habe und das hat sich bis zum heutigen Tag nicht geändert.“ Das sagt sagt eigentlich nur, dass er das immer "gesagt" hat, nicht, dass er es nicht gemacht hat.) Und zur Breuer muss man eh nichts sagen. Mal ehrlich, die ist unglaubwürdig bis zum Gehtnichtmehr und man sieht doch schon, dass die dopt ...

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75 Gründe auszuwandern

findet Telepolis.

Ein paar davon sind aber extraschwach. Vor allem der letzte, weil es woanders eh besser ist. In Argentinien gibt es z.B. weniger Gewalt, in Brasilien weniger Slums, in Indien das bessere Sozialsystem, in China mehr Freiheit, in Australien weniger Hautkrebs und in Neuseeland stinkt's nicht so oft nach Schafmist. Haha. Manchen wird erst auffallen, wie gut es doch in Deutschland ist, wenn die weg sind.

Das Problem an Deutschland ist weniger, dass man hier so viel ändern muss, damit alles besser wird. Nein, das Frustrierende ist, dass man eigentlich nur Details ändern muss und das keiner auf die Kette bekommt.

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Spaß mit der Mikrowelle

Best-Of-Video von microwavecam.com bei Google Video. Wer schon immer mal wissen wollte, was ein Stück Seife in der Mikrowelle macht, kann es jetzt sehen (komisch aufquellen, wer keine Zeit zum Schauen hat).

Interessant auch, dass man in der Mikrowelle selber ein Plasma herstellen kann. Wuuhuu, ich hab's nicht gesagt. Video hier .


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Jetzt zittern auch die Über-20-Jährigen ...

Der PISA Test für Erwachsene ...

Jetzt werden wir mal sehen, ob das viel gelobte, zweigliedrige Ausbildungssystem in Deutschland wirklich was bringt. Also lernen die Deutschen noch was nachdem die Schule zuende ist? Das behaupten heute noch alle, ich befürchte aber, dass diese Illusion genauso platzen wird, wie die Illusion, dass das deutsche Schulsystem was taugt. Auch das Gerücht haben unsere Alt-68er lange hochgehalten. Sie würden keine sturen Wissensauswendiglerner heranzüchten, sondern gute Demokraten. Gut, der Nazimob auf den Straßen sagt was anderes, aber wenn man sich erstmal ein Weltbild mit Illusionen gebastelt hat, wirft man das ungerne wieder um. Einmal links, immer links.

Artikel beim Spiegel.

Immerhin haben letzte Erkenntnisse der 2003er-PISA-Studie ergeben, dass 40% der Realschüler und Gymnasiasten im 10. Schuljahr nichts in Mathe dazulernen. Die Hauptschüler fehlen in der Untersuchung noch, weil die 10. Klasse keine Pflicht ist. Aber unabhängig davon sind 40% die in einem gesamten NICHTS lernen (der Lernerfolg ist teilweise sogar negativ!) schon ziemlich erschreckend. Ziemlich. Da müssen sich auch die Lehrer mal fragen lassen (und das war ein Grund für die Studie), was die da eigentlich so treiben ...

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Der Radsport im Sumpf des Dopings - Immer noch

Letztes Jahr vor der Tour de France platzte die Bombe, haufenweise Topfavoriten durfte erst gar nicht antreten. Aber der Sensationen nicht genug, kurz nach Ende der Tour de France wurde der Sieger wegen Dopings disqualifiziert.

Den ganzen Skandalen konnten selbst Optimisten aber nur eine positive Seite abgewinnen: Endlich würde der Doping Sumpf trockengelegt. Pustekuchen! Fast alle betroffenen Fahrer dürfen inzwischen wieder antreten, die beschuldigten sportlichen Leiter ebenfalls. Und nach all den Entwicklungen macht sich auch Jan Ullrich wieder berechtigte Hoffnungen auf einen Tour-Start im nächsten Jahr. Eine Zusammenfassnung des ganzen bei der FAZ.

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Bildung, Bueb und die Probleme mit der Logik

Tja und ich glaube eben nicht, dass Bueb die Probleme hat, sondern zum Teil die Journalisten, die gerne in die "reaktionären" Aussagen von Bueb etwas reininterpetieren wollen, dass gar nicht da ist. So wie oft Disziplin ein böses Wort ist. Oder auch Autorität (und die fachliche Autorität, die ja durchaus positiv ist, außen vor gelassen wird).

Das kann man auch sehr gut mit (falscher) Logik machen. Ein schönes Beispiel liefert Telepolis:

"Bernhard Bueb hat seine Thesen mit verheißungsvollen und mit unangenehmen Nebentönen in den Medien begleitet, als er behauptete, Kinder könne man nicht dadurch zur Freiheit erziehen, "dass man ihnen frühzeitig Freiheiten gewährt. Freiheit ist eine spät erworbene Tugend, die viel Disziplin erfordert und die man nach vielen Stadien der Selbstüberwindung erwirbt. Der Weg zur Selbstdisziplin und damit zur Freiheit führt über Disziplin." Es sei, so Bueb weiter "auch nicht notwendig, mit 15 Jahren regelmäßig zu trinken, um den Umgang mit Alkohol zu erlernen [...]. Das Gleiche gilt eben auch für die Demokratie".

Diese reaktionäre Gleichsetzung von gelebter Demokratie mit einem Rauschmittel, das es mit allen Mitteln von Verbot und Strafe aus dem Leben der Jugendlichen zu verbannen gilt, überspielt die machtvolle Wirkung der Droge Autorität und des Betäubungsmittels Disziplin.
"

Erstens schmeißt der Artikel in diesem Abschnitt die Begriffe Autorität und Disziplin wieder unreflektiert in die Aussage. Zweitens, und schlimmer, macht der Schreiber einen dicken logischen Fehler. Bueb bemüht zwei Vergleiche. Um eine Aussage zu untermauern. Die Aussage ist "wer Freiheit lernen will, kann das nicht mit beliebig viel Freiheit erreichen". Nicht umsonst gibt es in Deutschland eine Schul*pflicht*, weil sonst ein Teil der Schüler nicht kommen würde. Dann macht Bueb zwei Vergleiche: a) mit dem Alkoholtrinken
b) mit der Demokratie

Der Autor macht dann den dummer Fehler, Bueb zu unterstellen, er würde die Demokratie mit dem Saufen vergleichen. Das ist aber falsch. Denn Bueb vergleicht die Erziehung zur Freiheit mit dem Alkoholtrinken und er vergleicht die Freiheit mit der Demokratie. Und daraus folgt eben nicht, dass er Alkoholtrinken mit der Demokratie vergleicht.
Wenn man das mal grafisch denken möchte: Das sind drei Punkte. Der Punkt Freiheit ist mit den beiden anderen verbunden. Aber daraus ergibt sich dann eben kein Dreieck. Das ist eine weitere Linie, die Bueb nicht eingezeichnet hat und die sich auch logisch nicht ergibt.

Solche logischen Fehler sieht man allerdings sehr oft. Auch im Zusammenhang mit Statistik. Wenn man Logik und Statistik miteinander verknüpft, sind die Möglichkeiten der Fehlinterpretation noch viel weit gehender.

Zurück zum Artikel: Mir erscheint der Versuch misslungen, Bueb als reaktionären Preussenlehrer darzustellen, der aus den letzten 30 Jahren nichts gelernt hat. Der Artikel ist im Mittelteil lesenswert und durchaus differenziert, auch wenn er unterschwellig dem Bueb etwas unterschieben möchte (man beachte die tendenziöse Sub-Unterschrift! (Bueb==Provinz)) und am Ende den gravierenden logischen Fehler macht und danach nochmal richtig draufhaut.

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Deutschlands Bildungssystem bremst

wobei ich mir nicht sicher bin, ob wirklich das Bildungssystem die Ursache ist und nicht die Auswirkung einer schon immer fortschrittsskeptischen Bevölkerung. Dass die Deutschen im Zweifelsfall immer skeptisch sind, ist ja bekannt. Und dass sie gerne jammern. Warum sollte das gerade bei neuer Technologie aufhören?

Aber trotzdem interessanter Artikel bei der FTD zum Thema. Das Bildungssystem in Deutschland, dass bis in die 80er Jahre ein Standortvorteil, wenn nicht gar *DER* Standortvorteil Deutschlands war, wird zunehmend und immer mehr zum Problem. U.a. sind die Rahmenbedingungen für gut ausgebildete Frauen in Deutschland sehr schlecht. Das Elterngeld wird vielleicht finanziell war dran ändern, aber mir schwant, dass die wirklichen Gründe, warum Frauen z.B. in der Forschung Probleme haben, andere sind und tiefer sitzen. Und da sind z.B. die Skandinavier viel weiter als wir.

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Auch Wasserkraft nicht CO2-neutral?

Ist Wasserkraft, zumindest die aus großen Staudämmen, auch klimaschädlich?

Diese These stellt jetzt eine neue Untersuchung auf (Quelle). Dabei geht es nicht um den einmalige Energieaufwand für den Bau der Staumauer und des Kraftwerks. Das Problem ist der Stausee dahinter. In einem normalen Fluss ist das Wasser in Bewegung und damit gut durchlüftet. In einem Stausee hingegen steht das Wasser und zwar durch die Tiefe unter hohem Druck. In der Konsequenz ist das Wasser (vor allem unten) ziemlich sauerstoffarm. Und das ist schlecht für die Bakterien und anderen Tiere, die die dauernd im Fluss mitgetragenen Pflanzenteilchen normalerweise fressen. Im Stausee fängt der ganze Schmodder an zu faulen und dabei entsteht Methan. Und Methan ist um ein Mehrfaches klimaschädlicher als CO2 (auf die gleiche Menge bezogen).

Die Gegenthese von Skeptikern ist dass die Pflanzenstoffe auch so zu Methan geworden wären. Erforscht ist das aber nicht und die These deckt das auch nicht. Aber auf jeden Fall ein interessantes Gebiet, das weiter untersucht werden muss.

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Bald nochmals bessere Wettermodelle

Dank eines neuen Satelliten, der sehr genau u.a. die Feuchtigkeit der Erdoberfläche messen kann. Die Feuchtigkeit bestimmt die Verdunstung und hat damit einen großen Einfluss auf's Klima.

Artikel bei Telepolis.

Sag einfach NEIN zu Universal Music

Seinen Kunden immer und immer wieder vorzuhalten, Sie seien Diebe, ist irgendwie ziemlich dreist. Deshalb: Einfach mal eine Woche keine Musik von Universal mehr kaufen. Keine Scissor Sisters, kein Level 42, kein Take That, keine Sugarbabes, kein Cure, kein PJ Harvey. Mehr Platten, die man nicht kaufen sollte, findet man hier.

Den Aufruf habe ich hier gefunden. Finde ich sehr unterstützenswert. Sehr gut ist übrigens auch die Idee, jede Platte mit Kopierschutz sofort wieder umzutauschen oder wem das zu aufwändig ist, direkt wieder bei ebay zu vertickern. Das tut den Plattenfirmen auch weh. Und wenn die merken, dass sich Platten ohne Kopierschutz genau so gut verkaufen wie mit, werden die vielleicht mal wach (vielleicht kleiner gleich 5% Wahrscheinlichkeit, denn die sind zieeeeeemlich dämlich).

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Wasser im Weltall ...

Coole Videos von Versuchen mit großen Wasser"tropfen" in der Schwerelosigkeit. Sehr schön die sprudelnde Tablette am Ende des kurzen Videos. Es gibt auch eine lange Version des Videos, diese ist aber leider nicht mehr online.

Klimaerwärmung wird teuer!

Hab's zwar vor Monaten geschrieben, aber jetzt kocht das Thema gerade wieder hoch.

Der frühere Weltbank-Ökonom Nicholas Stern hat versucht, die wirtschaftlichen Effekte der Klimaerwärmung zu berechnen und ist zum Ergebnis gekommen, dass es - ohne weitere Maßnahmen - zur größten Weltwirtschaftskrise seit 1929 kommen wird.

Telepolis hat einen Artikel dazu, in dem zwar irgendwie unterschwellig die linke Angst
vor einer rein wirtschaftlichen Betrachtungsweise des Themas mitschwingt, aber solange die Aussage stimmt, nimmt man das halt doch wahr. Als jemand (bin zu faul zu recherchieren) mal gefordert hat Bangladesch einfach umzusiedeln (wäre billiger als der Kampf gegen die Klimaerwärmung, der sich für Bangladesch wahrscheinlich eh nicht mehr lohnt, weil ja die großen Länder nicht mit machen und es aktuell nur um eine Reduzierung der zusätzlichen Emissionen geht und noch lange nicht um eine absolute Senkung des CO2 in der Atmosphäre), war das natürlich anders ...

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Die Mythen der Arbeitgeber

mal überprüft von der Tagessschau. Na ja, etwas mit einem Beispiel zu widerlegen, ist immer etwas haarig. Beim Kündigungsschutz könnte ich genauso gut sagen, dass Dänemark fast keinen Kündigungsschutz hat und eine Arbeitslosenquote, die weniger als die Hälfte der Deutschen beträgt. Und? Ist das ein Beweis? (Wobei ich allerdings aus einem anderen Grund den Kündigungsschutz erhalten würde: Es ist einfach relativ egal, ob der so bleibt oder nicht, der Ärger mit den Gewerkschaften lohnt nicht).

Nichtsdestotrotz ein lesenswerter Artikel, der auch klar machen sollte, dass die Arbeitgeberverbände eine Interessensvertretung der Arbeitgeber ist und kein unabhängiges Wirtschaftsforschungsinstitut. Letzteren kann man etwas glauben, aber bei Arbeitgeberverbänden oder Gewerkschaften sollte man immer skeptisch sein.

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Zum Kombilohn

Ich hab's ja schon angekündigt in meinem Unterschichtenartikel.

Die FTD hat einen schönen Artikel zum Thema. Darin werden die vielen kleinen Bausteinchen beschrieben, von denen die Politiker überzeugt sind, dass die was bringen (oder die Gegenseite überzeugt ist, dass das garantiert nichts bringt; bekanntlich wissen Politiker ja immer alles und haben zu allem eine Meinung). Das ist aber alles Stückwerk.

Das ist das einzige, was der Kommentar in der FR richtig erkennt. Es hilft kein Stückwerk. Nicht Kombilohn für über 50-Jährige, die mindestens 2 Jahre arbeitslos sind und die dann auch nur mindestens zwei Jahre gefördert werden. Es helfen keine drei unterschiedlichen Eingliederungsprogramme für Frauen, die wieder in den Beruf zurückwollen. Und 4 weitere für Jugendliche, die keine Ausbildungsstelle gefunden haben. Und und und. Am Ende läuft ein Heer von Arbeitsamt- und IHK-Leuten durch Deutschland und versucht die Programme zu erklären. Raffen tut's keiner. Und Einstellen wird auch keiner.

Nein, wir brauchen eine einfache Lösung. Einen Kombilohn für alle(!). Keine Ausnahmen. Keine Besonderheiten. Und ja, das wird teuer. Verdammt teuer. Aber wir haben dann Hundertausende von Leuten, die wieder was zu tun haben. Wir haben Tausende von Kindern, die wieder wissen, war arbeitende Eltern sind. Wir machen Hunderte von Dienstleistungen (wieder) bezahlbar, die bei 10 Euro Stundenlohn schlicht zu teuer sind. Und das wird in der Diskussion oft vergessen. Die Kombilöhner schaffen dann ja etwas. Irgendwie steckt in der Diskussion gegen den Kombilohn oft die Annahme, dass die Arbeit nicht da ist. Das ist aber ein Gerücht. Mir fallen Tausende Sachen ein, die Leute heute selber machen, die auch gut ein anderer machen könnte. Wohnungsumzug, Rasenmähen, Tapezieren, Einkaufen, Fernseher anschließen, Auto waschen, Altenpflege, etc. pp., die *sehr* viele Leute lieber jemand Anderes machen lassen würden. Sie können es sich aber nicht leisten. Weil heute keiner realistisch billiger als 30 Euro pro Stunde sein kann. Gäbe es aber 5-Euro-Kombilöhner, könnte man das für maximal 15 Euro die Stunde anbieten. Und die Nachfrage würde explodieren. Ganz sicher! Es würden die Jobs geschaffen, die in vielen anderen Ländern da sind. Und die Aufgabe eines Sozialsystems sollte es sein, diesen Leuten ein lebenswertes Einkommen zu verschaffen. Und nicht über unbezahlte Arbeit das Entstehen dieser Jobs verhindern.

Eigentlich müsste ich mir mehr Zeit nehmen und auch noch was über das bedingungslose Grundeinkommen schreiben. Da muss ich aber erst noch etwas lesen.

Ich kann mir aber gut vorstellen, dass man das bedingungslose Grundeinkommen und den Kombilohn kombiniert. Warum sollte ich einem Single Geld für's Nichtstun geben? Seh ich nicht ein, macht eigentlich auch keinen Sinn. Aber ebenso macht es keinen Sinn, eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern zum Arbeiten zu zwingen. Also warum nicht z.B. einen "Freibetrag von 15 Stunden" pro Kind pro Woche? Ausgehend von 40 Stunden muss die Mutter von oben nur noch 10 Stunden arbeiten, um den vollen Anspruch auf das Grundeinkommen zu haben.

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Zum Thema Auswanderung mal was von Einwanderern

Der Spiegel sorgt mal für einen anderen Blick. Nämlich den aus England. Von wo trotz der grandios niedrigen Arbeitslosigkeit mehr Leute auswandern als aus Deutschland. Und ein paar wandern sogar nach Deutschland aus und denen gefällt es gar nicht schlecht hier. Vor allem kann man hier abends einen heben gehen, ohne dabei jedes zweite Mal eins auf die Fr****e zu kriegen. Sind wir nicht nett?

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Der Lachs als Dünger für Kanada ...

... doofe Überschrift ...

Mal wieder im Spiegel: Ein interessanter Artikel über einen Zusammenhang im Ökosystem, der mal wieder klar macht, wie wenig wir da bisher verstanden haben ...

Wenn Lachse zurück an ihren Geburtsort kommen, legen sie dort ihre Eier ab, es werden neue Lachse geboren, die dann ins Meer schwimmen und irgendwann zurückkommen, Eier legen, etc. pp.

Aber das ist nur der bekannte Teil der Geschichte. Interessant ist, wie stark dieser Prozess die Umwelt beeinflusst. So leben die jungen Lachse direkt und indirekt von Ihren Eltern. Direkt, weil die teilweise ihre Geschwister(eier) fressen, indirekt, weil durch die sterbenden Eltern jede Menge lachsleichenfressende Viecher im Wasser rumschwimmen. Die die jungen Lachse dann gerne fressen. Selbst die Bären könnten ohne die zusätzlichen Nährstoffe des Lachses kaum überleben. Und die Bäume in den Lachsregionen wachsen stärker als normal und man kann in ihnen Kohlenstoff aus dem Meer nachweisen.

Ein großer Teil des ökologischen Systems in z.B. Kanada hängt also massiv davon ab, dass jedes Jahr Lachse zurückkommen und dort sterben. Und dann meinen wir, dass man durch die simple Manipulation eines Gens in der Baumwolle ein Problem lösen können. Klar, dass eine Problem wird gelöst, aber die anderen werden alle schlimmer...

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Batterie, die mit Wasser funktioniert ...

... Schmarrn!

Die Batterie wird mit Wasser *aktiviert*.

Siehe hier
.

War so ziemlich überall zu lesen, weil Reuters die Story gebracht hat. War aber wahrscheinlich einfach nur schlecht übersetzt ...

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Transrapid - Wird's doch noch was?

Nur als kleines Update: Die Finanzierungslücke für die Münchener Strecke ist etwas kleiner geworden (Spiegel).

Ob's noch was wird? Ich zweifle ja, der Zug scheint mir abgefahren zu sein.

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Ökonomie - In Deutschland zu Unrecht ignoriert

Wir leben leider in einem Land, in dem Ideologie oft höher gehängt wird als Wissenschaft. Deshalb lässt man sich vom Sachverständigenrat zwar jedes Jahr das Wachstum schätzen, aber den Rest ignoriert man geflissentlich.

Dabei ist Ökonomie keine von Wirtschaftsbossen geförderte Theorie, die den Sozialabbau begründen soll. Es ist eine ernst zu nehmende Wissenschaft, die über das Niveau Keynes vs. Smith schon lange herausgekommen ist. Und sich inzwischen nicht mehr mit dem Bauen von abstrakten Modellen unter Ausschluss der Realität beschäftigt (was aber jede Wissenschaft am Anfang der Geschichte macht; das war in der Physik nicht anders). Jetzt geht es um das Messen realer Einflüsse. Um das Verstehen menschlicher Entscheidungen. Wenn man sich die Wirtschaftsnobelpreise anschaut, sieht man eben auch das: Was passiert, wenn Informationen fehlen? Was passiert, wenn Entscheidungen zu treffen sind? Nicht umsonst geht es jetzt um Spieltheorie.

Ein schönes Portrait über Kevin Murphy (wenn auch etwas beweihräucherisch; schaut mal was wir für tolle Leute an unserer Uni haben ...) findet sich hier. Der beschäftigt sich z.B. mit Auswirkungen der Verbessserung der Medizinversorgung. Oder den Auswirkungen von besserer Bildung. Also den wirklich relevanten Fragen, um die sich Politiker auch kümmern sollten. Und nicht um die immer gleichen, öden, ideologische Debatten.

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Endlich! Ein wirklich offenes Linux Handy!

Heise hatte das schon vor ein paar Tagen, aber viel mehr Details gibt es im open-ezx Blog.

Endlich ein wirklich offenes Phone. Endlich hat mal ein Hersteller den Mut, sich die richtigen Leute aus der Community zu holen und nicht ein Haufen schrottigen Code zu entwickeln, der dann nur halb oder gar nicht offen ist und permanent das Rad neu erfindet.

Jetzt gibt's endlich ein Handy mit standardisiertem Kernel, mit einem bewährten Build-System und einem Haufen Software Komponenten, die sich in der Praxis bewährt haben (natürlich alles offen). Dass der GPS Teil nicht komplett offen ist, naja, Hauptsache das hat ne gute API. Und der GSM Teil ist auch nicht offen, aber solange ich auch da alles ansteuern kann, ist das auch kein Problem (außerdem ist der GSM Teil sehr kritisch, denn für sowas braucht man ja eine Zulassung. Und wenn ich da per Open Source drin rumwurschteln darf, wird es da mit Sicherheit keine Genehmigung für geben).

Kurzum. Toll! Ich werde das Teil kaufen, außer der Akku ist total schrottig oder der Preis ist viel zu hoch (>500 Euro). (Oder das iPhone wird der Hammer ...)

Das Sharp damals der Zaurus hat sterben lassen, war an Dämlichkeit nicht zu überbieten. Statt mit der Community zusammenzuarbeiten, hat man seine Ressourcen mit der Pflege eines speziellen Kernels verschenkt.

Und Motorola kann mit seinen Pseudo-OpenSource-Linux Handies jetzt auch nach Hause gehen. Wer so gaga ist und auf seine Handies einen SE-Linux Kernel packt, dessen einzige Aufgabe es ist, Änderungen der Community zu verhindern, hat Linux irgendwie überhaupt nicht verstanden.

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Sprachprüfung für Kindergartenkinder?

Warum wird über sowas überhaupt diskutiert? Kein Wunder, wenn man bei der Entscheidung über einen Test für Kindergartenkinder schon Jahre braucht (gibt es eigentlich einen realistischen Grund dagegen?!? Außer multikulturellen Träumereien, die offenbar vergessen, dass die so toll multi-die-gesellschaft-bereichernden Kinder in der Schule auf der Strecke bleiben, weil in der Schule der Unterricht nicht auf Russisch, Türkisch, Polnisch und Arabisch gemacht wird), wie soll man dann eine Rentenreform oder eine Gesundheitsreform oder eine Steuerreform hinbekommen?

Offensichtlich sind die Politiker gefangen in den Gedanken, bloß nichts Falsches zu sagen (Ausländer zum Deutschsprechen zu bringen ist offenbar bereits sowas). Oder die stecken in ihren Ideologen so tief drin, dass die den Blick auf die Realität schon lange verloren haben. Auch wenn's blöd klingt: Manchmal werde ich das Gefühl nicht los, dass am berühmt-berüchtigten Stammtisch mehr gesunder Menschenverstand sitzt als im Kabinett ...

Kommentar zum Thema bei der FR.

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Ein Feuerwerk vom Allerfeinsten

Doofe Politik, jetzt mal was zum Entspannen.

Der Gewinner beim diesjährigen Pyrotechnikertreffen. 5 Minuten schöne Effekte, schöne Choreografie. Anschauen!




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Der Tag, an dem es in der Hölle fror oder Microsoft supported Linux

Ich bin völlig erschüttert/verblüfft/ratlos.

Microsoft unterstützt Linux. Leistet Support dafür. Unterstützt Virtualisierung in beide Richtungen (Linux auf Windows und Windows auf Linux).
Will keine Patente gegen OpenSuSE einsetzen (wie geil ist das für Mono - die Patente an .NET waren immer das Damoklesschwert für Mono). Will gemeinsames Research-Center für Interoperabilität einrichten (auch für das OpenDocumentFormat).

Eine gute Zusammenfassung hier

Das sieht alles sehr gut aus. Wine fehlt. Aber MS hat eine Geschichte, die das Vertrauen in solche Ankündigungen nicht leicht macht. Man wird sehen, was aus den anderen Distributionen wird (es geht um SuSE/Novell, nicht Redhat oder Linux allgemein; wie das zur GPL passen soll, ist mir allerdings schleierhaft). Man wird sehen, was aus Wine wird. Man wird sehen, was wirklich aus der Virtualisierung wird. Vielleicht wird das auch alles nur halbgarer Kram. Microsoft ist ja dafür bekannt, oft und schnell Sachen anzukündigen, die dann in der Realität kaum erfüllt werden. Hauptsache man kann mit dem Buzzword auf der Fahne rumlaufen.

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Börsenastrologie - Schmarrn?

Gar nicht so schlechter Artikel bei Telepolis über Börsenastrologie. Die hat ja viele Ausprägungen z.B. Horoskope für Firmen. Was ich auch für kompletten Unfug halte.

Nicht für kompletten Unfug halte ich aber das, was Arch Crawford macht. Der versucht anhand der Konstellationen von Planeten, Sonne und Mond den Markt zu timen. Aber eben nicht nur damit, er ist zusätzlich noch ein ziemlich klassischer technischer Analyst. Die Konstellationen verstärken u.U. nur Trends, die er sonst auch so gesehen hätte. Also wenn's ein Doppelhoch gab und die Kurse abrutschen könnten, wird eine schlechte Konstellation die Bewegung stärker ausfallen lassen. Und was bei Crawford auch noch wichtig ist, er hat immer Stop-Loss mit eingeplant, wenn er sich geirrt hat.

Wer sich schonmal mit technischer Analyse auseinandergesetzt hat, weiss, dass das übliche Spielchen mit Indikatoren, Durchschnitten und Oszillatoren auch nur schwarze Magie ist. Da kann man auch direkt Astrologie nehmen ... Crawford war auf jeden Fall Anfang der Neunziger jahrelang bester Markettimer (unabhängig überprüft). Aber wahrscheinlich ist es eh wichtiger sich an seine Regeln zu halten als wann man einsteigt. In einem Tradingbuch, das ich vor ein paar Jahren mal gelesen habe, war ein Tradingsystem mit *völlig* zufälligem Einstieg drin, das profitabel war. Weil das System ein nicht zufälligen Ausstieg hatte. Und ein gutes Money Management. Und die beiden letzten Einflussfaktoren werden oft unterschätzt.

Wasserstoff direkt aus Sonnenlicht?

Das wär doch mal was. Zumindest dann, wenn die Effizienz höher ist als bei der Umwandlung von Sonnenlicht in Strom und Strom in Wasserstoff.

Das Verfahren basiert auf Titan-Nanoröhrchen. In diesen Röhrchen werden aus den Photonen Elektronen, sprich aus Sonnenlicht wird Strom. Über die Röhrchen kann man (stark verinfacht autsch) Wasser kippen und dann wird direkt aus dem Wasser Wasserstoff (und Sauerstoff natürlich).

Ist aber gerade erst im Labor entdeckt worden. Es gibt keine Aussagen, ob bzw. wann das marktfähig werden könnte, was das kostet, etc.

Wen die Details interessieren: Originallink bei physorg

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Statistik ist was Schönes oder Wie Hauspreise sinken, ohne das Hauspreise sinken ...

Statistik in den USA. US-Immobilienpreise gehen runter. Interessant die Aufschlüsselung nach Regionen. In allen 4 Regionen sind die Preise gestiegen. Trotzdem ging der durchschnittliche Preis über alle Regionen zurück. Höh?

Die Erklärung ist einfach: Das Verhältnis der Regionen hat sich verschoben. In der Region Süd, in der die Häuser nur fast die Hälfte kosten, ging die Anzahl der Käufe so stark nach oben, dass diese Region jetzt wichtiger ist als vorher. Und durch die Verschiebung des Gewichts sank der durchschnittliche Hauspreis in den USA, obwohl er in keiner der Regionen gesunken ist.

Schöner Fund im Econbrowser-Blog.

Benzinpreis manipuliert?

Schon eine interessante Theorie ...

Einer der wichtigsten (wahrscheinlich der wichtigste) Rohstoffindex ist der GSCI (Goldman Sachs Commodity Index). Wenn Goldman Sachs die Zusammensetzung des Indexes ändert, müssen ein paar Milliarden Gelder umgeschichtet werden. Alles, was in der Gewichtung slinkt, geht tendenziell nach unten, alles was in der Gewichtung steigt, steigt tendenziell auch nach oben.

Wenn nun Goldman Sachs eine Anpassung beim Benzin ankündigt und das dann am Ende eine deutliche Senkung (fast um 3/4) des Anteils wird, kann man sich die Auswirkungen auf den Benzinpreis vorstellen. Und Oh Wunder, der Benzinpreis ist wirklich deutlich kräftiger gesunken als der Ölpreis.

Und das, Oh Wunder, kurz vor den Wahlen in den USA. Und, Oh Wunder, der jetzige Treasury Secretary (entspricht dem deutschen Finanzminister), war vorher bei Goldman Sachs. Und will natürlich an der Macht bleiben. Und eine Entspannung bei den Benzinpreisen kann da natürlich nicht schaden.

Gefunden hier.

Durchbruch bei Brennstoffzellen?

VW hat laut Spiegel den Durchbruch für Hochtemparaturbrennstoffzellen im Auto geschafft.

Hochtemperaturbrennstoffzellen haben den Vorteil, einen höheren Wirkungsgrad zu besitzen und einfacher im Handling zu sein (benötigen z.B. keine zusätzliche Kühlung). Das Problem war bisher, dass sich die Teile schnell selbst zerstörten und damit schnell Leistung verloren. Die neue Version von VW baut hingegen nur noch um 6 % in 1000 Betriebssstunden ab.

Es gibt also weiterhin Hoffnung für einen umweltschonenden Autoantrieb. Allerdings rechnet auch VW erst 2010 mit den esten Prototypen im Auto und erst 2020 mit wirklichem Einsatz in Serienmodellen. Was damit aber auch zeigt, dass das alles noch ziemlich weit weg ist ... Und wie im Spiegel-Artikel auch steht, überholt die Batterietechnologie eventuell alles andere auch schnell (siehe ein älteres Posting von mir).

Dilletanten in Berlin - war schonmal schlimmer

Auch wenn man es kaum glauben mag ...

Nein, der Mehrwertsteuerkompromiss zwischen 16 und 18 , der dann 19 % hieß; nein, die Gesundheits"reform", nein, das alles ist nicht das Schlimmste, was in den letzten Jahren hier in Deutschland passiert ist ...

Man vergisst ja so schnell, aber Oskar L. war ja vor nicht allzulanger Zeit an der Macht. Eines seiner Gesetze hat der Bundesfinanzhof gerade verrissen. Und zwar übelst. Nicht nur im Ansatz schon komplett daneben, sondern auch noch voller handwerklicher Fehler. Halt ein Spiegelbild des Geistes des Erfinders. Wirr, durcheinander, ahnungslos, verblendet.

Man hätte Oskar schon damals vorschlagen sollen, dass das, was er mit der Mindeststeuer für Firmen eingeführt hat, ungefähr genauso schwachsinnig ist, wie einem Arbeitslosen weiterhin Steuern zu berechnen (statt ihm Geld zu geben), weil er ja im Jahr davor Geld verdient hat und im Jahr danach auch wieder Geld verdienen wird.

Ein wenig Windows-Bashing ...

"windows in general has been like a confused and slow person. vista is like a person who lost their meds and is trying their best to ignore the voices"

Wunderbar!

Im Artikel beschreibt ein Programmierer wie er den Javascript-Debugger für den IE 7 installieren will. 53 Klicks später und etliche sinnlose Texte in Dialogboxen später ist er dann am Ziel. Das ganze als Video: 10 MB. Nun unter Mac OS X: 4 Klicks und ein Drag'n'Drop. Fertisch. Das ganze als Video: 1 MB.

Aber über das Zitat musste ich herzhaft lachen. Windows ist langsam und leicht verwirrt. Vista ist nun das Gleiche, nur ohne Medikamente und die ganze Zeit versuchend, die Stimmen zu ignorieren. Harhar.


Web developers: Microsoft has no idea what's going on

Analysten und ihre Prognosen ...

Es gehörte zu meinen Lieblingslästereien (ich hatte damals nur noch kein Blog) zu behaupten, dass man jeden Analysten durch einen semintelligenten Durchschnitt ersetzen kann. Also wenn man die Aktienkurse für's nächste Jahr prognostiziert, nimmt man einfach die durchschnittliche Steigerung der letzten 10 Jahre und rechnet die auf den aktuellen Kurs drauf. Oder beim BIP nimmt man einfach den Wert vom aktuellen Jahr. Denn auch beim BIP schaffen es die Volkswirte nie, eine Rezession oder ein Überschießen wie 2000 richtig vorauszusagen. Auch dieses Jahr wird immer weiter heraufgesetzt.

Jetzt haben zwei Wissenschaftler die Zinsprognosen von 700 Analysten mit einem dummen Fortschreiben des aktuellen Zinssatzes verglichen. Und die Durchschnittsprognose der Analysten ist sowohl für eine 3-Monats- als auch die 12-Monatsvorhersage schlechter als einfach der aktuellen Wert fortzuschreiben. Autsch. Da fragt man sich wirklich, wofür die ihr Geld bekommen.

Naivität als Prognoseverfahren

Zur Armuts/Unterschichtendebatte

Auch wenn ich die Meinung nicht teile, dass beides aus der Überschrift unbedingt zusamengehört, fasse ich das mal so zusammen. Denn IMHO wird zwar mit der Armut oft argumentiert, aber das eigentlich Problem ist, dass wir einen Haufen Leute haben, die nichts können und nichts wollen (OK, wenn man es geschenkt bekommt, nimmt man es schon). Dass die nichts können, liegt zum großen Teil nicht an denen selber, denn hier hat unser Bildungssystem versagt. Dass die Unterschicht nicht mehr will, ist aber schon deren Schuld. Denn sich nach geschmissener Schule, zwei abgebrochenen Lehren und 3 Umschulungen hinzustellen und zu behaupten, dass Hartz IV (345 Euro + Warmmiete) zu wenig sei, ist schon frech. Denn irgendjemand muss schließlich dafür arbeiten und das Geld abgeben.

Aber das nur am Rande. Geld kann nicht das Problem sein, denn die Ausgaben (26 Milliarden) betragen fast das Doppelte von dem, was ursprünglich geplant war (und es gibt sogar noch eine ganze Reihe Leute, die das Geld nicht beantragen, obwohl sie einen Anspruch hätten). Nein! Das Geld entmündigt. Es ist falsch, Geld für's Nichstun zu geben. Das ist für mich auch immer der Hauptgrund für den Kombilohn gewesen. Das Geld fürs Nichtstun muss weg, es muss Geld für's Arbeiten geben. Und wenn der Lohn nicht genug ist, packt der Staat oben drauf.

Ausgeschlossen aus dem Ganzen

Ein Artikel aus der FAZ, der schön zeigt, dass die Politik mehr über den Begriff als das Problem nachdenkt und vor allem ganz schnell wieder dabei ist, dem "anderen" die Schuld in die Schuhe zu schieben. Dabei ist das Problem nicht neu, es ist weder unter Rot-Grün entstanden, noch durch Hartz IV, noch in den letzten 3 Wochen. Das zeigen die Zahlen der Tagesschau
sehr schön.

Erschreckend aus meiner Sicht vor allem eins: Das höchste Armutsrisiko haben nach wie vor Alleinerziehende. Und das fast unabhängig davon, ob sie arbeiten oder nicht. In dieser Gruppe beantragt nur die Hälfte der Anspruchsberechtigten Hartz IV, sprich Sie verdienen weniger, als man nach Hartz IV bekommen würde. Sage mir da nochmal jemand, unser Sozialstaat wäre fair. Das System ist inzwischen so kompliziert, dass es keiner mehr kapiert und die Leute, die wirklich einen Anspruch haben, das Geld nicht bekommen. Ich meine mal ernsthaft: Jemand der Vollzeit arbeitet und nicht genügend Geld verdient, das ist doch genau der, über den niemand diskutieren wird, dass er ein Sozialschmarotzer ist. Siehe hier bei der FAZ oder bei der FTD.

Und dann noch etwas böser ... Wir wollen der Unterschicht nicht das Geld wegnehmen, sondern den Fernseher. Brot ja, Spiele nein. jaja, die Kommentare in der FTD.

Auch noch thematisch verwandt, ein Artikel in der FAZ, der die Situation bei einer Gebäudereinigungsfirma beschreibt, die ihre Stellen zu 8 Euro die Stunde nicht besetzen kann. Aber zum Thema Kombilohn muss ich eh nochmal wieder was schreiben.

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Arnie: Irgendwie doch Deutsch ;-)

Nachdem ich schon einen Artikel über die Ösis geschrieben habe, die sich manchmal genau so dumm anstellen wie die Deutschen, kann man das ruhig noch ein bisschen weiter ziehen ...

Denn der Arnie ist ja Ösi. Und der will Kalifornien jetzt grün machen. So mit weniger CO2, weniger Umweltverschmutzung, etc. pp. Also mehr Energie aus Wind und Sonne und weniger aus Kohle und Öl. Soweit auch alles gut.

Dazu gibt es dann ein Gesetz, dass bestimmte Sachen besteuert und die dann neu für bestimmte andere ausgibt. In Deutschland heisst das ganze Ökosteuer.

Eins der Elemente auf der Einnahmenseite ist eine Steuer auf Öl. Aber nicht auf den Verbrauch von Öl, sondern auf die Förderung. Da das ganze nur in Kalifornien gilt, gilt das auch nur für die kalifornische Ölförderung. Öl aus Texas oder dem Iran wird nicht einen Cent teurer. Arnie zwackt was von den Gewinnen kalifornischer Ölförderer ab und lässt die anderen ungeschoren. Damit schadet er natürlich direkt den kalifornischen Ölförderern. Hmmm. Ist das seine Aufgabe als Gouverneur von Kalifornien?

Richtig lustig wird das ganze an der Stelle, wo den Ölförderern per Gesetz verboten wird, die Preise zu erhöhen. Also erstmal möchte ich den Staat sehen, der die Kalkulation von Ölfirmen überprüft, und zweitens geht sowas natürlich gar nicht. Denn da man das Öl auch aus Texas steuerfrei holen kann, können die kaliformischen Ölförderer den Preis auch gar nicht erhöhen. Dann würden die Raffinerien direkt in Texas kaufen.

Trotzdem ist der Versuch, die Weitergabe der Steuern zu verbieten, schon drollig. Wenn rot-grün die Idee bei der Mehrwertsteuererhöhung gehabt hätte, naja, dann wären die direkt auf 25% gegangen und hätten dem Einzelhandel einfach jede Preiserhöhung untersagt. Peng!

Irgendwie erscheint mir die Wirtschaftslegasthenie eine weltweit verbreitete Krankheit zu sein. Es kümmert sich auch offenbar keiner um die Heilung.

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