Standortrankings Schwachsinn?

Man denke an das Gejaule der einschlägigen Interessensverbände, wenn eines der vielen Rankings der Wirtschaftsstandorte weltweit veröffentlicht wird. Deutschland ist wieder ein Platz zurückgefallen. Die Steuern müssen runter. Der Sozialstaat zurückgefahren werden. Das Übliche halt.

Nun hat das Ifo-Institut mal die Rankings und das anschließende Wirtschaftswachstum statistisch unter die Lupe genommen. Und siehe da: Bei zwei Ranking (Lausanne Institute for Management Development, Heritage Foundation) ist die Korrelation sogar negativ. Sprich: Länder mit einer guten Platzierung wachsen langsamer. Welche Aussagekraft die Rankings dann noch haben sollen, bleibt schleierhaft.

Auch wenn ich die Studie nicht gelesen habe, sondern nur den Artikel in der FTD, erlaube ich mir folgende Frage: Reiche Volkswirtschaften erlauben sich viel Geld für den Sozialstaat und Bürokratie. Sie haben's ja schließlich auch. Reiche Volkswirtschaften wachsen aber langsamer als Emerging Markets. Auch das ist klar. Von daher kann es auch einfach sein, dass die Schweiz trotz guter Rankings deshalb langsam wächst, weil die Schweiz halt schon reich ist. Und was das Wirtschaftswachstum in den USA und Großbrittannien wert ist, wird man sehen, wenn die Immobilienhausse dort zu Ende geht (was zumindest in den USA jetzt klar der Fall ist). Denn das Wachstum in beiden Ländern besteht nach Schätzungen von Analysten bis zur Hälfte aus dem Wachstum des Immobilienmarkts. Zurück zur Schweiz: Vielleicht würde diese viel schlechter wachsen, wenn sie nicht ein so gutes Ranking hätte?


FTD - Ifo-Institut zerpflückt Standortrankings - International



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