Grundbesitz Invest : Ein risikoloser Zock?

In meinem Artikel über die offenen Immobilienfonds habe ich meine generelle Skepsis gegenüber dem Prinzip des offenen Immobilienfonds ja schon beschrieben. Es ist halt immer problematisch, wenn man kurzfristig verfügbare Gelder in langfristig gebundene Anlagen steckt. Denn wenn die Anleger anfangen größere Mengen Geld abzuziehen, hat der Fonds echte Probleme schnell genug aus den Immobilien wieder Cash zu machen.


Aber unabhängig von meiner generellen Einstellung gibt es jetzt vielleicht eine ziemlich sichere Spekulationsmöglichkeit. Die Börse Berlin-Bremen handelt wie die Börsen in Hamburg und Düsseldorf offene und geschlossene Fonds. Während die beiden geschlossenen Fonds von KanAm wohl an allen drei Börsen wieder gehandelt werden, wird der Grundbesitz-Invest der Deutschen Bank nur in Berlin-Bremen gehandelt. Der Fonds notiert aktuell bei gut 33 Euro und ist damit über 6 Euro unter dem letzten Kurs vor der Schließung. Das ist ein sattes Minus von etwa 16 Prozent.
Ich kann mir jetzt nicht ernsthaft vorstellen, dass die Deutsche Bank den Fonds vorher über 15% zu hoch bewertet hat. Das gäbe (zu Recht) heftige Klagen der Leute, die den Fonds zu diesen Kursen gekauft haben. Ich halte das Bewertungsrisiko auf dem aktuellen Niveau für ziemlich gering. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht einmal vorstellen, dass die mehr als 10% abwerten.
Ganz nebenbei gibt es noch die Chance, dass die Deutsche Bank den Fonds komplett abwickelt. Und das IMHO auch nicht zu den Kursen, die nach der Neubewertung der Immobilien kommt (wegen Klagerisiko).
Schief geht die ganze Aktion eigentlich nur dann, wenn der Abschlag doch höher als 16 % wird und die Deutsche Bank nicht zurückkauft (bzw. einen Kaufnachweis haben will und nicht erstattet, wenn man nach der Schließung gekauft hat). Ich schätze die Wahrscheinlichkeit dafür aber auf weniger als 10%. Wesentlich wahrscheinlicher ist allerdings, dass bei dem "Zock" nach Spesen nichts übrigbleibt. Wenn man den Fonds also nicht haben will, sollte man auch die Finger davon lassen.

Bye egghat.

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Apple iTunes auch in Deutschland Marktführer

Wundert mich nicht.


Als Disclaimer: Ich habe keinen iPod (was sich wohl noch ändern wird). Und auch keinen Mac (was sich aber auch wahrscheinlich ändern wird). Bin also (noch?) kein Apple-Fanboy.


Gestern abend brauchte meine Freundin ein bestimmtes Stück klassischer Musik (aus der Feuerwerksmusik von Händel) für die Schule, sprich damit auf CD. Was tun?

Tauschbörse angeworfen, 2 Treffer, schneckenlahmer Download. Weg damit.
iTunes installiert. Angemeldet. Kreditkartennummer eingegeben. Suche angeworfen. Stück gefunden (etwa 10 Mal von diversen Interpreten). Da meine Freundin nicht ganz genau wusste, welches Stück sie braucht, mal die Alben angeschaut, eins gefunden auf dem auch noch die Wassermusik und ein paar andere Stücke drauf sind und beschlossen direkt das Album für 9,99 zu kaufen.
Runtergeladen, auf CD gebrannt. Bingo.

Ein einziges Problem hatte ich: Wie drucke ich ein Cover? Menüs durchgeklickt, nix gefunden. Kein Eintrag, kein Wizard, nichts im Kontext-Menü. Hmmm. Hilfe angeworfen und da stehts: Strg-P. Hah! Da wo das Drucken halt liegt. Das war einfach ZU naheliegend.
Steht natürlich auch im Menü, nur heisst es nicht "Cover drucken", sondern einfach "drucken". Man ist offenbar als Windows Nutzer durch die unsäglichen Clippys und Wizards schon so versaut, dass man mit Paradigmen wie "einfach auf Drucken klicken um zu drucken" oder "wenn ich Software löschen will, werfe ich sie einfach in den Mülleimer" schon überfordert ist. Man kann sich nicht mehr vorstellen, dass das so einfach sein soll.

Da ich kein Apple-Fanboy bin: Natürlich ist das sehr logisch, wie Apple das umgesetzt hat. Aber es hätte nicht geschadet, beim Klick auf das Cover z.B. auch einen Druck anzubieten oder im Rechtsklick auf eine Playliste.

Trotzdem verstehe ich jetzt, warum der Jobs meinte, dass das Wichtigste am Online-Musik-Verkaufen eine "smooth experience" sein muss. Es muss einfach sein, die Auswahl muss gut sein und der Käufer darf nachher nicht angep****t sein, weil er für teures Geld ein Album gekauft hat, das aber jetzt nicht mit in die Schule, ins Auto oder seine MP3-Player nehmen darf. Dann kann's funktionieren und tut's das auch. Die Musikindustrie ärgert sich wahrscheinlich immer noch, dass der Seiteneinsteiger Apple denen im Kerngescäft gezeigt hat, wie man das macht ...

Dass die Marktführer sind, ist beeindruckend. Wenn ich mir die Werbung im Fernsehen anschaue, dürfte T-Online ein Vielfaches für sein Musicload ausgegeben haben. Und: Hat nichts genützt. Ich schätze mal, dass Apple Geld verdient (und Marktanteile gewinnt) und Musicload aufgrund der Marketingkosten noch rote Zahlen schreibt.

Bye egghat.

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Bürokraten im Internet ...

passt so gut wie Schweine im Weltall nämlich gar nicht ...


Habe mir vorgestern einen Account beim DPMA (deutsches Patent und Markenamt) geholt. Die sind tatsächlich schon im Internet ;-) Aber auch nur irgendwie.

Die Anmeldung macht man auf einem Webformular. Man gibt seine Daten ein und wählt ein Usernamen und Passwort aus. Dann schickt man das Formular ab, erwartet eine Bestätigungs-E-Mail, die "umgehend" kommt und die man dann bestätigen muss. Die Bestätigungs-E-Mail kam dann nicht, sondern erst einen Tag später.

Diese Mail möchte ich an dieser Stelle mal zitieren:

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Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank fuer Ihre elektronische Anmeldung im Auskunftssystem DPINFO.
Anbei Unterlagen zu Ihrer Beachtung.
Diese Anlagen wurden elektronisch erstellt und tragen daher keine
Unterschrift.

Wir haben Sie als Nutzer der EDV-Rolle DPINFO registriert.
Ihre Benutzer-Kennung und Ihr Passwort entnehmen Sie bitte den
beigefuegten Unterlagen.

Ihre Benutzerkennung wird jedoch erst freigeschaltet (aktiviert),
wenn Sie den nachfolgenden Link aktivieren
...
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a) Keine persönliche Anrede, obwohl die meine Daten haben
b) "Anbei Unterlagen zu Beachtung" - Amtsdeutsch in Reinkultur
c) Der Hammer "Diese Anlagen wurden elektronisch erstellt und tragen daher keine Unterschrift". Hahaha, zur Erinnerung: Es ging um eine MAIL! Eine E-Mail! Die sind bekanntlich relativ selten unterschrieben ,,,
d) Oh, ich bin jetzt ein Nutzer der EDV-Rolle DPINFO. Interessant ...
e) Die beigefügten Unterlagen war ein RTF Dokument (kein PDF wie sonst überall).

Die Anmeldung läuft übrigens über HTTP-Basic-Authentication, was inzwischen sehr unüblich ist (prinzipiell aber völlig OK), allerdings ziemlich schlecht gemacht. Keine Hilfe, keine Lookups, nicht einmal eine eingedeutschte Fehlermeldung, wenn man sich falsch angemeldet hat (es kommt die englische Standardseite vom Apache ...).

Also wirklich schlecht gemacht.

Keine Ahnung, wer sowas so schlechtes programmiert ...

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Mein Wechsel zu Alice DSL

OK, ich hab's befürchtet ...

Gestern sollte mein neuer ISDN/DSL Zugang von Alice freigeschaltet werden. Ich komme von der Telekom und kann bei den 41 Euro bei Alice für ISDN + 2MBit DSL + DSL Flat gute 10 Euro sparen (wer kein ISDN braucht, kommt nochmal 2 Euro billiger weg). Für Alice (= HanseNet) sprachen vor allem relativ akzeptable Kritiken und vor allem die nur einmonatige Kündigungszeit. Damit umgeht man als Alice Kunde das bei fast allen Anbietern übliche fiese Spiel, bei den man Neukunden immer tolle neue Angebote macht, diesen den Altkunden aber immer erst mit Verzögerung oder gar nicht oder nur mit neuer 24 monatiger Vertragslaufzeit anbietet.

Na gut, gestern morgen war meine Leitung platt. OK, Telekom hatte abgeschaltet. Mittags war es immer noch so, da ich sowieso noch aus einem anderen Grund anrufen musste, fragte ich direkt auch mal nach. Wär aber normal, es könne schon mal ein paar Stunden dauern, war die Aussage des Hotline-Mitarbeiters. Als ich dann abend um etwa 19:30 zuhause war, ging's immer noch nicht. Das erschien mir dann allerdings nicht mehr normal. Über's Handy die Hotline angerufen. Der meinte, ich solle erstmal meine MSNs prüfen (welche sich aber nicht ändern sollten, denn ich habe ja meine alten Nummern behalten. Außerdem ging DSL auch nicht und das hat mit MSNs nix zu tun). Gleichzeitig hat er die Leitung durchgemessen und eine Störung festgestellt, die der Techniker vorher bei der Freischaltung wohl nicht festgestellt hat (vielleicht weil der gar nicht durchgemessen hat).

Mal schauen, wie's weitergeht ...

Update 1: 26.1., ca. 10:00 Uhr: Techniker hat angerufen, Leitung hat ein Problem, morgen früh muss jemand rauskommen und die Leitung prüfen. Keine Ahnung, wie die Leitung (ist doch das gleiche Kabel wie vorher) kaputtgehen kann. Naja, damit bin ich schon mal mindestens zwei Tage ohne Telefon :-(

Update 2: Telekom Techniker war da, hatte mehrmals versucht, die Leitung zu überprüfen. Er in der Vermittlungsstelle "Ich mach Ihnen jetzt mal das grüne Lämpchen aus. Ist es aus?" Ich: "Nöh". Er "Aha. Hmmm. Dann komm ich nochmal vorbei". Das hat er dann etwa dreimal gemacht, bis er meinte, dass es eine falsche Leitung war, sprich die Telekom hatte wahrscheinlich meine hausinternen Umzug vor etwa 2 Jahren nicht richtig bearbeitet und die neue Leitung auf den alten Anschluss gelegt. Oder was weiss ich, logisch ist das ja alles nicht, denn die Leitung ging ja vorher.
Auf jeden Fall kann ich jetzt wieder telefonieren. Nur habe ich immer noch kein Internet. Die Wartezeit beträgt mindestens 5 Minuten, sagt mir die Hotline. Guter Zeitpunkt für's Bloggen ;-)

Update 3: Die Leitung funktionierte wohl sofort komplett, nur muss ich jetzt das mitgelieferte DSL-Modem von Hansenet (von Siemens) einsetzen. Buäh! Ich würde eigentlich gerne weiterhin meinen Linksys Router mit eingebautem Modem benutzen, dieses scheint sich aber irgendwie nicht connecten zu können. Das Problem scheint an der Authentifizierung über PPPoE zu liegen. Das Modem meldet immer, dass der DSL Link OK sei, aber die Authentifizierung wirft nach einigen Minuten (dauert wirklich so lange) einen Fehler.
Leider liefert Hansenet so gut wie nichts an Doku mit. Es gibt eine Installations-CD, mit der man die mitgelieferte Hardware ans Laufen bekommt. Bei mir lief das seeeehr smooth. Wenn man aber die Software nicht will oder auch nicht unter Windows arbeitet, hält sich die Unterstützung extrem in Grenzen. Selbst zu massenhaft verkauft Geräten wie von DLink oder von Linksys oder auch den Fritzboxen findet man nichts. NICHTS. Das einzige hilfreiche, was man findet, ist das Hansenet User Forum. Auch da regen sich einige (völlig zu recht) darüber auf, dass man seine aufwändig konfigurierte Hardware jetzt entsorgen kann, weil Hansenet die nicht unterstützt. Und die Auswahl der unterstützten Hardware beschränkt sich auf etwa 10 Geräte. Wenn man WLAN will noch weniger und wenn man eines neu kaufen (sprich ein noch lieferbares) noch weniger. Unbefriedigend! Werde wohl nochmal ein Update nachliefern, wenn ich mal Zeit hatte, die Hotline zu quälen.



Update (19.6.07):

Direkt mehrere Sachen:

a) Mit einer Fritzbox SL WLAN (ziemlich alt) habe ich das ganze problemlos zum Laufen bekommen. Das kann allerdings auch daran liegen, dass ich inzwischen auf der 16 MBit-Leitung umgestiegen bin und die Fritzbox diese problemlos synchronisiert.

b) Mein Schwager ist auch zu Alice gegangen und da dauerte es ein paar Tage bis die Leitung komplett geschaltet war. Erst konnte er nur Alice Kunden anrufen, dann konnte er auch von Alice Kunden angerufen werden. Etwa 5 Tage später ging es dann auch aus anderen Netzen. Kurze Zeit später ging auch das Internet. Wie mir mein Schwager sagte, kann er immer noch nicht gleichzeitig ins Internet und Telefonieren (trotz DSL). Mal schauen, wie lange die Behebung dauert.

c) In der Firma meines Schwagers wurde von 1&1 DSL (über die Telekom) auf DSL Telekom Surf & Call zurückumgestellt. Am 4. stellte 1&1 ab. Am 5. wollte die Telekom aufschalten. Passierte aber nicht. Rückruf am 6. Aussage: Wir haben gar keinen Umschalttermin im Computer (Aha! Nur gut, dass wir so schnell angerufen haben ...). Umschalttermin wurde für den 11. eingetragen. Es kam dann tatsächlich auch noch Hardware (die wir nicht brauchen, deshalb fiel uns gar nicht auf, dass die noch fehlte) und am 11. ging dann wirklich das Internet. Bei der Telekom ist es auch nicht besser ... Übrigens war trotz Streik die Hotline extrem gut erreichbar. Den Eintrag im Computer zu vergessen ist allerdings nicht entschuldbar. Es ging um ein Paket, das die Telekom hunderttausendfach verkauft. Da kann man nicht einfach die DSL-Leitung vergessen ... Aber nach den ganzen Problemen ist man ja schon froh, dass bei der Aktion nicht das Telefon auch noch geplättet wurde. Für einen Handwerksbetrieb ziemlich tötlich.

c) Die FAZ hat heute einen nicht ganz unlustigen Artikel zu Alice: Alices DSL-Wunderland

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Unwort des Jahres: Entlassungsproduktivität

Tolle Wahl!

Man nimmt mal wieder ein Wort aus dem wirtschaftswissenschaftlichen Bereich. Der ja so kühl ist, so menschenverachtend.

Aber was ist das für ein Wort? Ich interessiere mich für Wirtschaft. Und ich habe das Wort noch nie gehört. Google liefert gerade einmal 338 Treffer (das sind morgen natürlich viel mehr, aber aktuell kurz nach der Nachricht sind's halt nur gut 300 Treffer). Der große Teil davon steckt in wissenschaftlichen Arbeiten und in Texten z.B. der IG Metall.

Ich denke mal, dass noch nie ein derart unbekanntes und unrelevanteres (Un-)Wort ausgewählt wurde.

Kleines Update: Einen Tag nach der Bekanntgabe kennt Google über 19.000 Treffer. Man könnte (jetzt) glatt meinen, dass die Jury ein wichtiges Wort gewählt hat.

Liebe Juroren: Schaut mal über euren Lieblingsgegner Wirtschaft heraus z.B. in den Bereich der Medizin: Ist nicht auch der Begriff HIV-*positiv* ziemlich menschenverachtend? Oder mal in statistische Auswertungen von medizinischen Untersuchungen schauen.

Ein schöner Artikel bei der FAZ nennt noch ein paar andere Begriffe, die ich wesentlich passender gefunden hätte: Auf Platz 2 : Ehrenmord. Bezieht sich IMHO auf ein wichtigeres Thema und auch die Relevanz (>40.000 Treffer in Google) ist höher. Und hier geht es um Mord.

Zum Begriff Humankapital, der ja schonmal Unwort des Jahres war, möchte ich nur sagen, dass man diesen Begriff nur dann wählen kann, wenn man Kapital für etwas Schlechtes hält. Und das halten die Juroren offenbar. Dabei ist Kapital das, was den Wert einer Firma ausmacht. Denn kein Unternehmer kann etwas werden (und Arbeitsplätze schaffen), wenn er nicht Kapital in Form von Geld, Patenten, Mitarbeitern, etc. hat. Wieso "Humankapital" also etwas Negatives sein soll, ist mir unklar.


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Panik bei offenen Immobilienfonds (oder wie mache ich aus einem Dreieck eine Linie?)

Der Stein der Weisen. Das waren für viele, tief frustrierte Anleger nach dem Crash am Neuen Markt von 2001 bis 2003 die offenen Immobilienfonds. Sie versprachen gute Renditen, Sicherheit und Liquidität. Und die deutschen Anleger kauften wie verrückt. Teilweise wussten die Fonds nicht einmal mehr, wohin mit dem ganzen Geld, denn es müssen lt. Satzung mind. 50% des Geldes auch wirklich in Immobilien angelegt werden (was in einigen Fällen auch zu suboptimalen Investitionen geführt hat).

Wer sich mit den Grundlagen der Geldanlage beschäftigt hat, weiss dass das (um im Bild zu bleiben) die Quadratur des Kreises wäre. Denn man wählt bei einer Geldanlage immer aus, auf welchen der drei Parameter Rendite, Sicherheit und Liquidität man besonders setzt.

Drei Beispiele:

Immobilien sind sicher und haben eine relativ gute Rendite, sind aber sehr illiquide (man benötigt mindestens einige Monate, um eine Immobilie wieder ein Geld umzuwandeln).

Aktien dagegen sind sehr liquide und haben eine hohe Rendite, dafür ist das Risiko sehr hoch (und die Sicherheit sehr niedrig).

Geldmarktfonds oder Bargeld haben eine schlechte Rendite, sind dafür aber sehr liquide und sehr sicher.

Nun wurden bereits drei offene Immobilienfonds geschlossen (die Anteile können nicht mehr verkauft werden) und wie es scheint, droht einigen weiteren die Schließung, da die Mittelabflüsse wohl gravierend sind. Damit ist aus der ursprünglich versprochenenen "hohen Liquidität" inzwischen eine verdammt schlechte geworden. Denn wann die Fonds wieder gehandelt werden, ist unklar. Und selbst an der Renditefront drohen Verluste, denn zumindest der geschlossene Deutsche Bank Fonds wird neu bewertert und es drohen angeblich Abschläge von 10 %.

Man sieht, dass auch ein offener Immobilienfonds das grundsätzliche Problem von Immobilienanlagen (die schlechte Liquidität) nicht lösen kann. Es gibt nicht nur Probleme, wenn der Fonds zu schnell zu viel Geld bekommt, sondern auch, wenn zu viel Geld zu schnell abfließt.

Dass die Fondsgesellschaften sich aber nicht die Mühe machen, mehr in die Stützung der Immobilienfonds zu investieren, ist schon skandalös. Zur Erinnerung: Als vor etwa 1 1/2 Jahren der Immobilienfonds der Deka ins Schwanken kam, nahm die Dekabank Fonds im Wert von geschätzten 1,5 Milliarden in die Eigenverwahrung und empfahl den Vertriebspartnern (also vor allem den Sparkassen) bei Rücknahme des Fonds von Kunden diese bitte auch nicht an die Deka zurückzugeben, sondern erstmal in die eigenen Bücher einzubuchen. Eine sehr aufwändige und sehr teure Aktion, aber auch sehr kundenfreundlich (immerhin stand man ja auch in der Pflicht, die Fonds als liquide und rentabel und sicher verkauft zu haben). Dass der Branchenprimus Deutsche Bank nicht einmal ansatzweise eine Stützung versucht hat und offenbar vor hat, sowohl Illiquidität als auch Renditeverlust allein auf die Anleger abzuwälzen, ist frech. Man sollte sich also wirklich überlegen, ob die Deutsche Bank und ihre Fondstöchter DWS und DB Real Estate bevorzugte Partner sein können. (Natürlich neben der grundlegenden Frage, ob das Konzept des offenen Immobilienfonds überhaupt langfristig funktionieren kann und das nächste Ungemach nicht auf Grund des eigebauten Konstruktionsfehlers schon programmiert ist).

Es gibt als Antwort auf das Renditedreieck weiterhin nur eine Lösung: Man setzt jeweils einen Teil seines Geldes auf die Eckpunkt des Dreiecks: Das heißt, man hält sowohl Cash, wie Immobilien und Aktien. Die Gewichtung mag nach persönlicher Riskopräferenz varieren, aber wer nicht auf alle Ecken gleichzeitig setzt, fährt entweder zu hohes Risko oder verschenkt Performance.

Bye egghat.


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Hat Ost hoff das Lösegeld selbst kassiert?

Huh, das wär der Hammer!

Wie der Focus berichtet, wurden bei Frau Osthoff nach der "Befreiung" Geldbündel gefunden, die über die Seriennummer auf das gezahlte Lösegeld zurückzuführen sind.

Der Focus behauptet, die Quellen für die Story wären zuverlässig und über anderen Quellen gegengecheckt.

Damit können wir die Mär vom "der Staat ist nicht erpressbar" und "es wird kein Lösegeld gezahlt" abhaken.

Spannender sind aber die Spekulationen über die Entführung. War das vielleicht alles nur inzeniert? Steckte Osthoff vielleicht selber dahinter? Dafür sprechen schon einige Indizien. Schon während der Entführung gab es Gerüchte, dass der Fahrer irgendwie davon wusste. Osthoff hat sich sehr erbittert über die mangelnde Unterstützung aus Deutschland gezeigt. Wollte Sie so einfach und perfide das Geld holen, das sie aus ihrer Sicht verdient hatte? Und ganz nebenbei passt das Charakterprofil: Besessenheit bis hin zur Verwirrung und eine tiefe Enttäuschung sind kein schlechter Nährboden für eine solche Aktion ...

Schulbeginn

mal wieder FAZ.NET ...

Ein Königreich für eine Stunde mehr ...

Endlich mal ein vernünftiger Vorschlag aus dem Munde von Herrn Oettinger: Schulbeginn eine Stunde später. Bin sofort und voll dafür. Ich bekomme schon jetzt ein Krise, wenn ich meinen Kleinen bis 9:00 Uhr im Kindergarten haben muss und will gar nicht daran denken, was mit mir passieren würde, wenn er um 8:00 in der Schule sein müsste ...

Daher den Artikel lesen und danach endlich ein tief wissenschaftliche Begründung für das eigene subjektives Langschlafbedürfnis haben. Im Zweifelsfall lässt sich aber auch Linus Torvalds zitieren (leider nicht wörtlich): Ich glaube zutiefst an die erholsame Kraft des Schlafs.

(Ganz nebenbei fällt eine schöne Ausrede für die eigenen überflüssigen Pfunde ab: Man schläft einfach zu wenig ...)

Bye egghat.

Kombilohn durch Gutscheine

Ziemlich interessante Idee wie ich finde.

Der neue Chef des Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, Dennis Snower, schlägt in der F.A.Z. vor, jedem Arbeitslosen Gutscheine zu geben, die er dann bei einem neuen Arbeitgeber einlösen, der daraufhin einen Lohnzuschuss vom Staat erhält.

Für den Arbeitgeber wird also ein Arbeitsloser umso interessanter, je länger er arbeitslos ist, da er dann mehr Gutscheine "einbringt".

Das Nette an dem Modell: Es hat keine Stufen. Jeder Arbeitslose bekommt einfach immer jeden Monat die gleichen Gutscheine. Man muss sich als Gesetzgeber keinen Kopf darübermachen, ob man Langzeitarbeitslose nach einem Jahr fördert, nach zwei Jahren, oder erst wenn die älter als 50 sind, oder wie auch immer. Denn jede Stufe hat den fatalen Anreiz, dass man sobald man kurz vor der Stufe steht, besser noch etwas länger arbeitslos bleibt, um dann z.B. die Förderung einer Ich-AG abgreifen zu können.

Man könnte das Modell jetzt noch in bestimmte Richtungen weiterdenken: Warum die Gutscheine nicht auch für Weiterbildung einsetzen (wenn der Arbeitslose meint, er würde seine Chancen durch eine Fortbildung stärker erhöhen als durch einen neidrigeren Lohn, kann er sich halt fortbilden. Er muss es aber selbst entscheiden und sich die Fortbildung selber aussuchen. Dann wird das wesentlich mehr Nutzen abwerfen als aktuellen Pflichtveranstaltungen zum Bewerbungstraining)? Warum die Gutscheine nicht auch einsetzen, wenn sich der Arbeitslose selbständig machen will (so könnte man die Ich-AG direkt wieder abschaffen)?


Unabhängig von diesem konkreten Modell noch eine allgemeinere Anmerkung zu den Kombilöhnen:

Warum wird eigentlich nie berücksichtigt, dass jeder Kombilöhner etwas erwirtschaftet?!? Wenn jemand 700 Euro verdient, macht er das heute nicht, weil es sich nicht lohnt. Trotzdem könnte er offenbar etwas leisten, was irgendjemandem 700 Euro wert wäre. Wenn der Staat nun diesen Job mit 300 Euro förderte, kostet das den Staat 300 Euro. Und über diese 300 Euro wird diskutiert. Über die 700 Euro Wirtschaftsleistung, die so nicht geleistet wird oder in der Schwarzarbeit landet oder in weniger Freizeit, wird fast nie geredet.

Wichtiger ist aber folgender Aspekt: Wer NICHTARBEIT fördert und nicht ARBEIT fördert, muss sich nicht wundern, wenn die Leute dann nicht arbeiten ...

Schwach-Matt

Na ja, schon wieder was ...

Joachim Graf von ibusiness schreibt zurecht einen bitterbösen Artikel über Jean-Remy-von-Matt, dem Macher hinter der ziemlich unsäglichen "Du-bist-Deutschland"-Werbekampagne, auf die ich aus Rücksicht auf den IQ meiner Leser besser nicht verlinke ...

Da beschwert sich Herr von Matt, angesichts der massiven Kritik an der Kampagne wohl dünnhäutig geworden, doch tatsächlich darüber, dass sich heutzutage jeder an einen Computer setzen kann und seine Meinung äussern darf. Ob er sich auch beschwert hätte, wenn alle geschrieben hätten, wie geil doch die Kampagne ist und dass man auf einmal ganz stolz ist in diesem tollen Land leben zu dürfen? Puah! Freie Rede? Meinungsfreiheit? Oder Massenverdummung? Für was steht dieser nette Werbetreibende wohl?

Man ist diese Branche, mit der ich auch beruflich schonmal zu tun hatte, abgehoben. Die halten sich wirklich für was Besseres und glauben wirklich, dass die wichtig sind und bilden sich wirklich ein, dass den Mist, den die verzapfen, jemand sehen will.
Warum macht Premiere wohl Werbung für Filme ohne Werbung? Weil Werbung geil ist? Warum ist das wahrscheinlich meist installierte Plug-In im Firefox Adblock? Weil jemand Banner sehen will?

Damit ist ein neuer Tiefpunkt in meinem Ansehen für diese Branche erreicht. Aber mal gut zu sehen, wie die denken. Denn dann versteht man auch, warum manche Werbespots entstehen können. Kranke Hirne in Kombination mit einem gerüttelt Maß an Selbstüberschätzung.

Update (30.1.2006) : Heute hat das Handelsblatt einen Artikel zum Thema. Damit dürfte das Publicity-Desaster für Herrn Schwach-Matt einen neuen Höhepunkt erreicht haben. Schön die letzten Worte zum Thema: "Er (Schwach-Matt, die Red.) selbst mag sich zu der Sache nicht mehr äußern, obwohl eine Sprecherin von Jung von Matt sagt: „Die Entschuldigungs-E-Mail war die Einladung zum Dialog mit den Kritikern." Dieser Dialog scheint nun aber bereits wieder beendet zu sein."

Tja halt nix kapiert. Das Internet ist vorrangig ein Kommunikationsmedium. Aber Kommunikationsprofis müssen das ja nicht unbedingt wissen ...

Bye egghat.

Premiere

Tolles Subject für Post Nr. 2 ;-), eigentlich sollte es eher Fußball Bundesliga, Premiere, Unity und Easy-TV heißen.

Gerade bei FAZ.NET einen interessanten Artikel zum Thema gefunden.

In der Diskussion wundert mich eines: Die ganz überwiegende Anzahl der Kommentatoren hält es offenbar für ausgesprochen magisch, einen Pay-TV Sender aufzubauen und stellt sich daher die Frage, wie Unity die 20 Mio Haushalte erreichen will, die lt. Vertrag gefordert sind.

Offenbar ist das aber nicht so wahnsinnig schwierig. Im ziemlich Stillen hat nämlich bereits ein Firma einen zweiten digitalen Vertriebsweg aufgebaut: Easy-TV. Dahinter steckt der Kabelnetzprovider Primacom (von denen ich Aktien halte, aber dieser Artikel ist kein billiger Push-Versuch) und als Kopf der Thoma, der lange Zeit Chef von RTL war.

Easy-TV startete zuerst in Österreich und im letzten Herbst in Deutschland. Kennt kaum jemand, weil der Content nichts Dolles ist.

Das Modell ist ganz einfach: Man bekommt eine Karte für seinen SAT_Receiver, die wie bei Premiere entschlüsselt. Diese passt in die meisten Receiver, in die auch die Premiere-Karte passt. Einige Hersteller (Kathrein, Technisat, etc.) liefern die Karte standardmäßig mit, diese dürfte in einigen Haushalten bereits in der Schublade liegen.

Der Clou: Die Freischaltung geht über einen Telefonanruf auf einer 0900er Nummer. Man ruft die passende Nummer an und der entsprechende Kanal ist freigeschaltet und zwar für einen Monat. Das Geld zieht die Telekom ein. Kein Vertrag. Keine Kündigungsfrist. Easy halt. Prinzipiell geht die Freischaltung auch nur für einen Film, klassisches Pay-per-View also, für den Erotik-Kanal machen die das glaube ich sogar schon.

Sollte Unity es aus irgendwelchen Gründen nicht schaffen, selber einen Satelliten-gestützten Verteilweg aufzubauen (was in 8 Monaten allerdings durchaus machbar sein sollte), können die auch einfach Easy-TV kaufen (dürfte kaum mehr als 50 bis 100 Mio kosten) und haben die gesamte Infrastruktur (Einspeisung, Verteilung, Kanäle, Bezahlung, Call-Center, etc. pp.) fertig.

Über den Satelliten dürfte Unity so direkt und einfach 12 bis 14 Mio. Haushalte erreichen können. Dann noch die eigenen Kabelnetze und eine Kooperation mit Kabel Deutschland und die Reichweite ist in wenigen Wochen bei 90% von dem, was Premiere heute hat.

Verstehe echt nicht, warum in den Berichten über Premiere und Unity die Firma Easy-TV fast neu auftaucht.

Willkommen!

YaB. Yet another Blog. Hmmm. Warum noch eins? Deshalb erstmal ein paar Worte zu meinem neuen (und erstem) BLOG.

Es ist kein persönliches. Es geht nicht um mich, sondern um (hoffentlich) auch für Andere Interessantes.
Es geht um Wissenschaft und Wirtschaft.
Es geht um Gadgets und Börse.
Es geht um Medien und Fußball.
Es geht um Spaß und Politik.

Damit ist natürlich ein weites Themengebiet abgesteckt, und was sich daraus als Schwerpunkt herauskristallisieren wird, ist mir auch noch unklar, denn das Medium BLOG ist (für mich) einfach noch zu jung.

Ich werde weiter fleissig lesen, die interessanten Sachen hier verlinken und meinen Senf dazugeben.

Bye egghat.

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