Biokraftstoff bringt CO2-mäßig nichts, sondern kostet sogar!

Suuperinteressant!

Das hätte ich ja nie gedacht, obwohl ich gestehen musste, dass ich schon immer gespannt auf die Energiebilanz gewartet habe ...

Nun hat es ein Professor (David Pimentel) von der Cornell University durchgerechnet. Das Ergebnis: Für die Erzeugung der Energiemenge, die einem Liter Bioethanol enthalten ist, benötigt man 29 % MEHR als Energie produziert wird. Um es deutlich zu machen: Es geht also während der Erzeugung mehr Energie drauf als erzeugt wird. In der CO2 Bilanz ist es also besser KEINEN Biokraftstoff zu erzeugen (finanziell ist das ganze ja eh umstritten).
Ich hätte wohl vermutet, dass ein nicht geringer Teil der erzeugten Energie bei der Erzeugung vorher gebraucht wird, aber dass es mehr ist, hätte ich nie gedacht.

Warum ist das so? Energie wird benötigt für das Bearbeiten des Ackers, für den Dünger, für die Saat, für das Aussäen, für den Pflanzenschutz, für das Ernten und nicht zuletzt (und das dürfte ein entscheidender Faktor sein) für das Umwandeln in Ethanol. Biodiesel wurde auch untersucht und schneidet nicht besser ab.

Gut, das ganze ist jetzt eine Studie. Eine. Und zwar aus den USA. Das heisst, es gut kann sein, dass das in Europa anders/besser aussieht (wegen Klima, wegen anderer Pflanzen (Raps, Hanf), mglw. auch wegen anderer Art von Düngung). Möglich auch, dass das ganze bei extensiver Landwirtschaft anders aussieht.

Für alle Verschwörungstheoretiker, die hinter jedem ungeliebten Ergebnis George W. Öl-Maffia Bush vermuten: Der Professor ist unkritisch und hat einige andere, sehr interessante Studien zur Bio-Landwirtschaft durchgeführt, in dem er zu dem Ergebnis kommt, dass Bio-Bauern nur in den ersten 4 bis 5 Jahren nach der Umstellung Probleme haben und sich danach die Ernteergebnisse wieder annähern.

Kann das jetzt bitte mal jemand Sigmar Gabriel sagen, denn ich habe keine Hoffnung, dass der Mann (der Ex-Pop-Musik-Beauftragte, der der Jugend die Opas von Scorpions nahe bringen wollte; hahahammwagelacht) noch irgendwas merkt.

Meiner Meinung nach kann man aktuell eh nur drei Sachen machen, wenn man ein CO2-Problem sieht:
a) Energiesparen (Wärmedämmung, Standby, Passivhäuser, ...)
b) Forschen (siehe oben, ist offenbar dringend nötig, auch was z.B. Solarzellen angeht)
c) Das Geld *weltweit* investieren (also z.B. den Russen helfen, Solarzellen in Griechenland und nicht in Deutschland fördern, etc. pp).

Solange man Milliarden *pro Jahr* in Technologien steckt, die in 10 Jahren total veraltet sind (z.B. Silizium-Solarzellen), fehlt das Geld für die wirklich wichtigen Sachen

Bye egghat.

Gedopt? Nicht gedopt? Ick wees nich ...

Schöner Artikel bei FAZ.NET. Zu Evi Sachenbacher-Stehle, der Skilangläuferin, die jetzt vor Olympia 5 Tage wegen eines zu hohen Hämoglobin Wertes gesperrt wurde. Diesen hohen Wert bekommt man eigentlich nur durch extremes Höhentraining oder durch Blutdoping (EPO, bekannt aus dem Radpsort). Oder natürlich, quasi genetisch bedingt (behauptet Sachenacher-Stehle). Oder, und die Spekulation wagt die FAZ nicht, durch Gendoping. Komisch eigentlich, weil FAZ.NET erst zwei Wochen vorher ein ausführliches Special zum Thema Gendoping gebracht hat.

Repoxygen heisst das "Wunder"-mittel (siehe Special). Es verursacht quasi eine genetische Änderung in den Museklzellen, was dazu führt, dass der Körper bei hohem Bedarf mehr EPO produziert. Das Zeuch ist ziemlich gefährlich (Abwehrreaktion des Immunsystems droht) und aktuell noch nicht nachweisbar.

Es ist quasi sicher, dass irgendwer das bei der Olympiade einsetzt. Es sind genügend Ausdauersportarten dabei, bei denen sich der Einsatz "lohnt". Und es würde *mich* nicht überraschen, wenn auch die Deutschen mitmachen würden. Es ist schon ziemlich überraschend, wie die Deutschen auf einmal in Ausdauersportarten mithalten können und teilweise gar an der Weltspitze sind. Obwohl in der Leichtathletik in diesem Bereich gar nichts geht. Gut, im Wintersport und gerade den nordischen Disziplinen fehlen defakto ganz Amerika, Afrika, Australien und Asien. Da ist es natürlich leichter in die Weltspitze zu kommen.

Schade nur, dass ich mich nicht mehr wirklich freuen kann, wenn irgendjemand eine Medaille in einer Ausdauerdisziplin bekommt. Es schwebt immer der Hauch von Betrug über den Medaillen.

Da lob ich mir den Hackl-Schorsch. Da weiss man wenigstens, dass alles mit rechten Dingen zu geht. Auch wenn er keine Medaille holt.

Bye egghat.


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Oracle vs. MySQL

Hmmm, Mysql ist ja bekanntlich eine SQL-Schnittstelle zum Dateisystem. Zumindest meinen Spötter das.

Eine (halbwegs) vernünftige Datenbank wurde MySQL erst, als man mit InnoDB eine echte transaktionsfähige Datenbank ins Backend einbaute. Oder Sleepycat's Berkeley DB.

Jetzt hat Oracle bereits vor einigen Monaten Innobase, die Firma hinter InnoDB, gekauft. Und jetzt gibt es ernstzunehmende Gerüchte, dass Oracle auch Sleepycat kaufen will (angeblich auch Zend/PHP, aber das juckt mich nicht). Damit wäre dann keins der (brauchbaren) Backends von MySQL mehr frei von der Kontrolle durch Oracle.

Was hat Oracle damit vor? Wollen die mglw. die beiden Firma dicht machen und damit MySQL massiv schwächen? Oder wollen die MySQL näher an Oracle ziehen (z.B. Syntax "anpassen") so dass man besser und einfacher von MySQL nach Oracle kommt als zu jeder anderen DB auf der Welt?

Kurzfristig droht sowieso keine Gefahr, denn beide Backends sind unter Lizenzen, die sicherstellen, dass die Source Codes offen bleiben. Allerdings ist es schwer vorstellbar, dass sich die Source-Codes noch in sinnvoller Geschwindigkeit weiterentwickeln, wenn Oracle die Entwickler was anderes machen lässt. Es ist bei derartiger Software nicht gerade trivial sich darin einzuarbeiten.

Ich glaube allerdings nicht, dass Oracle wirklich vorhat, MySQL "platt zu machen". Denn dazu gibt es mit PostgreSQL, Firebird und einigen anderen (Cloudscape) oder auch der freien DB/2-Version (nicht OS, aber free bis 4 Gb) zu viel Konkurrenz. Das kann eigentlich nicht aufgehen ...

Update 14.2.06: Oracle kauft Sleepycat

Gefällt mir nicht ...

Und noch ein Update (16.2.06): Aus dem Slashdot Diskussionsforum zur Nachricht:

Dort beschreibt Thomas Mueller, ehemals Author von Hypersonic SQL, eine Java-Datenbank, seine Geschichte. Software geschrieben, Bekanntheitsgrad steigt, Oracle fragt an, ob er bei Oracle das Produkt weiterentwickeln könne, es würde sich nichts ändern, etc. pp. Dann arbeitet er 6 Monate weiter an Hypersonic SQL, dann findet Oracle, er müsse bei anderen, wichtigeren Sachen mitarbeiten und dann war Hypersonic SQL tot.

Sagte ich schon, dass mir die Übernahme nicht gefällt? Auch wenn der (jetzt Ex-) Chef von Sleepycat meint, dass sich nichts ändern wird. Dachten andere vorher auch schon und wurden bitter enttäuscht.

Und noch ein Update: Golem.de meldet, dass Oracle tatsächlich versucht haben soll, MySQL zu kaufen. Hat nicht geklappt. Jetzt kauft Oracle alle brauchbaren Datenbank-Backends raus. Was MySQL dann noch wert ist, wird man sehen.
Sagte ich schon, dass mir die Übernahme nicht gefällt?

Bye egghat.

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Staat vs. Bürger + Transparenz

Mal wieder was Interessantes bei Heise.de.

Ist schon cool. Jeder Bürger hat jetzt nach dem neuen Informationsfreiheitsgesetz ein Recht darauf, Unterlagen von Ämtern anzufordern. Damit kann er theoretisch so ziemlich alle Verwaltungsvorgänge überprüfen. Warum wurde was abgelehnt? Warum wurde was beschlossen? Wieso hat jemand den Auftrag bekommen? In Skandinavien ist das schon lange so und führt nur nicht deshalb dazu, dass die Skandinavier ihrem Staat ein ganzes Stück weiter vertrauen können und warum Korruption dort kein Thema ist (was in Deutschland definitiv nicht mehr so ist, man schaue sich den Abstiegsplatz Deutschlands in der Korruptionsrangliste an ...) Soweit so gut.

In Deutschland hatte Rot-Grün (wobei die Idee grün war, Ehre wem Ehre gebührt ...) nur nicht den Mut, in das Informationsfreiheitsgesetz eine Kostenfreiheit reinzuschreiben. Kritiker befürchteten, dass die Verwaltungen das Gesetz auf kaltem Weg über unverschämte Gebühren auszuhebeln versuchen. Und das scheint jetzt auch zu passieren.

Da muss ein Beamter beim Auswärtigen Amt ein Standardformular raussuchen und kopieren und will dafür über 100 Euro Bearbeitungsgebühr haben. Fantastisch!

Der stellt der Staat demnächst an jeder Ecke Kameras auf, hört jedes Byte im Netz mit, kuckt in die Konten seiner Bürger und ist inzwischen bei den Abhörmaßnahmen klar auf 1984-Kurs. Andersherum wehrt es sich aber mit allen Mitteln dagegen, selber etwas transparenter zu werden.

Streng gesehen ist das Gesetz eigentlich ein perfektes Beispiel für die 7 Jahre rot-grüner Politik. Es war gut gemeint, wurde kaputtverhandelt, anschließend schlecht umgesetzt und am Ende kommt ein Haufen nutzloser Bürokratie heraus.


Update: Laut diesem Artikel bei heise.dezeigte die Behörde jetzt Einsehen und senkte den Gebührenbescheid auf 15,40. Ob das ohne die Heise Tickermeldung auch passiert wäre, bleibt natürlich unklar ...


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Vorsicht bei Übernahmen

Puh, nicht einmal eine neue Überschrift habe ich mir einfallen lassen ...


In der FTD ist ein schöner Artikel, in dem beschrieben wird, dass die meisten Übernahmen über Schulden für die Firmen nicht gut sind. Offenbar sind die Probleme beim Zusammenlegen von zwei Firmen so groß, dass die Synergien oft kleiner sind, als die Kosten für die Kredite und die sonstigen Reibungsverluste.

Bye egghat.


Oslo teuerste Stadt der Welt!

Bei CNN : Oslo ist die teuerste Stadt der Welt. Na gut, wennn im Warenkorb für die Berechnung ein Bier und ein Glas Wein pro Woche drin ist, nachvollziehbar.

Und wer mal in London war, wird auch nicht glauben, dass das nicht die teuerste Stadt der Welt sein soll ...

Ich meinte, zwischendurch auch mal gehört zu haben, dass Shanghai die teuerste Stadt der Welt wäre. Konnte ich aber eh nicht glauben, denn ein Freund von mir hat da zu normalen europäischen Preisen im höchsten Restaurant in Shanghai gegessen. So eine Location wäre in London definitiv unbezahlbar gewesen.

In Zürich habe ich schon vor vier Jahren für ein halbes (und grottenschlechtes), kaltes belegtes Baguette 8,50 Franken bezahlt. Da bin ich ja fast vom Glauben abgefallen.

Gut, dass Düsseldorf da steht, wo's steht und man im Yabase für 15 Euro eine exzellente Sushi-Platte bekommen kann. Und besser ist das in Tokio auch nicht. Zumindest meistens nicht. Kostet in Tokio wahrscheinlich trotzdem das Doppelte oder so.

Apropos Sushi: Das könnte ich auch mal wieder vertragen ...

Bye egghat.


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Grundbesitz Invest: Abwertung nur 3 bis 5%?

Heute bringt die FTD einen Exklusivartikel , der berichtet, dass der Abwertungsbedarf im Grundbesitz-Invest nur 3 bis 5% beträgt. Damit wäre meine Spekulation von gestern schneller und mit dickerem Gewinn aufgegangen als ich dachte. Der Kurs an der Börse Berlin-Bremen zieht schon an. Jetzt muss ich nur noch 12 Monate warten, damit's steuerfrei wird ;-)


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