Die Wirtschaftsprüfer von Deloitte haben für den Bund eine Eröffnungsbilanz erstellt wie sie auch jedes Unternehmen machen muss. Auf der Aktiva-Seite sammelt man das Vermögen (Grundstücke 137 Mrd, Gebäude 22,5 Milliarden, Infrastruktur 161 Milliarden, etc.), auf der Passiva-Seite die Verbindlichkeiten. Und hier sind es nicht die offiziellen 824 Milliarden Euro Schulden, die man im Haushalt findet, sondern weitere Verbindlichkeiten, die das so richtig schlimm machen.
Kurzer Einschub: Unternehmen müssen für zukünftige Verpflichtungen Rückstellungen bilden. Wenn ein Unternehmen einem Mitarbeiter eine Rente verspricht, muss die Summe bereits heute in der Bilanz berücksichtigt werden. Diese Rückstellung wird dann nach und nach aufgelöst, wenn die Rente bezahlt wird (das Geld kommt in diesem Fall aus dem laufenden Geschäft). Das Unternehmen kann die Rückstellungen auch auflösen, in dem es das Geld anspart. Dazu gibt es extra komplizierte mathematische Berechnungstafeln für die Bewertung der beiden Seiten. Die Details sind aber uninteressant. Wichtig ist: Wenn es die Ansprüche in der Zukunft gibt, stehen die in der Bilanz. Das ist beim kameralistischen Buchhaltungsverfahren von Bund, Ländern und Gemeinden nicht so. Das macht diese Eröffnungsbilanz so interessant.
Zurück zum Thema: Deolitte hat nun errechnet, dass der Bund allein für die Zahlungsverpflichtungen für die Renten der Bundesangestellten 281 Milliarden zurückstellten müsste. Und wenn man sich die aktuellen Rentenzuschüsse des Bundes anschaut, wird einem noch übler (NB: Die Rentenkasse finanziert sich schon lange nicht mehr selber, auch wenn die Rentner sich das oft einbilden und ganz schön dumm aus der Wäsche kucken würden, wenn man sie an dem "was ich eingezahlt habe, will ich wieder rausbekommen" messen würde und der Bund die Rentenzuschüsse einstellen würde). Rechnet man die Verpflichtungen daraus hoch und erstellt dafür eine Rückstellung, ergibt sich die fast unglaubliche Summe von 737 Milliarden Euro.
Wenn man jetzt Aktiva und Passiva vergleicht, errechnet sich eine Unterdeckung von 1300 Milliarden. Jedes Unternehmen wäre also schon lange Pleite.
Wenn man jetzt noch weiss, dass die meisten Beamten nicht beim Bund, sondern bei den Ländern und Gemeinden arbeiten, will man eine solche Bilanz für das gesamte Land erst gar nicht sehen.
Allerdings habe ich schon mal andere Sache zu dem Thema gelesen. Und hier war von einer spürbaren Senkung die Rede, wenn man die Rentenkasse entlastet. Da die Bilanz zum Stichtag 31.12.2004 gemacht wurde, dürfte die Rentensenkung durch die Erhöhung des Eintrittsalters auf 67 noch nicht drin sein. Aber selbst wenn sich die Summe um 100 Milliarden verringern sollte, ist es für eine Entwarnung noch viel zu früh.
FTD - Bund fehlen 1300 Mrd. Euro - Deutschland Update: 15.9. Heute hat auch Spiegel Online einen Bericht dazu:
Was Deutschland wert ist Unhd nochmal ein Update 21.9.: Ein nicht ganz korrekter Artikel über den Stand in den USA. Dieser macht zwar die Rechnung auf der einen Seite richtig, vergisst aber die Aktiva auf der anderen Seite. Trotzdem zeigt er schön, dass die Verpflichtungen aus der Zukunft (Rente, Gesundheit, etc.) auch in den USA immens sind:
buzzflash. Das wird manchen Neoliberalen (oder auch de Gegner) wundern, da Amerika doch als eines der Länder gilt, in denen diese System schon zum großen Teil liberalisiert wurden (und das aufgrund der starken Zuwanderung ein nicht ganz so schlimmes demografisches Problem wie Deutschland hat). Aber die entscheidende Frage bei den Zukunftslasten ist weniger, ob das staatlich oder privat gemacht wird, sondern ob es kapitalgedeckt oder per Umlage finanziert wird.
technorati tags:Rente, Pension, Bund, Bilanz, Schulden
Die Wirtschaftsprüfer von Deloitte haben für den Bund eine Eröffnungsbilanz erstellt wie sie auch jedes Unternehmen machen muss. Auf der Aktiva-Seite sammelt man das Vermögen (Grundstücke 137 Mrd, Gebäude 22,5 Milliarden, Infrastruktur 161 Milliarden, etc.), auf der Passiva-Seite die Verbindlichkeiten. Und hier sind es nicht die offiziellen 824 Milliarden Euro Schulden, die man im Haushalt findet, sondern weitere Verbindlichkeiten, die das so richtig schlimm machen.
Kurzer Einschub: Unternehmen müssen für zukünftige Verpflichtungen Rückstellungen bilden. Wenn ein Unternehmen einem Mitarbeiter eine Rente verspricht, muss die Summe bereits heute in der Bilanz berücksichtigt werden. Diese Rückstellung wird dann nach und nach aufgelöst, wenn die Rente bezahlt wird (das Geld kommt in diesem Fall aus dem laufenden Geschäft). Das Unternehmen kann die Rückstellungen auch auflösen, in dem es das Geld anspart. Dazu gibt es extra komplizierte mathematische Berechnungstafeln für die Bewertung der beiden Seiten. Die Details sind aber uninteressant. Wichtig ist: Wenn es die Ansprüche in der Zukunft gibt, stehen die in der Bilanz. Das ist beim kameralistischen Buchhaltungsverfahren von Bund, Ländern und Gemeinden nicht so. Das macht diese Eröffnungsbilanz so interessant.
Zurück zum Thema: Deolitte hat nun errechnet, dass der Bund allein für die Zahlungsverpflichtungen für die Renten der Bundesangestellten 281 Milliarden zurückstellten müsste. Und wenn man sich die aktuellen Rentenzuschüsse des Bundes anschaut, wird einem noch übler (NB: Die Rentenkasse finanziert sich schon lange nicht mehr selber, auch wenn die Rentner sich das oft einbilden und ganz schön dumm aus der Wäsche kucken würden, wenn man sie an dem "was ich eingezahlt habe, will ich wieder rausbekommen" messen würde und der Bund die Rentenzuschüsse einstellen würde). Rechnet man die Verpflichtungen daraus hoch und erstellt dafür eine Rückstellung, ergibt sich die fast unglaubliche Summe von 737 Milliarden Euro.
Wenn man jetzt Aktiva und Passiva vergleicht, errechnet sich eine Unterdeckung von 1300 Milliarden. Jedes Unternehmen wäre also schon lange Pleite.
Wenn man jetzt noch weiss, dass die meisten Beamten nicht beim Bund, sondern bei den Ländern und Gemeinden arbeiten, will man eine solche Bilanz für das gesamte Land erst gar nicht sehen.
Allerdings habe ich schon mal andere Sache zu dem Thema gelesen. Und hier war von einer spürbaren Senkung die Rede, wenn man die Rentenkasse entlastet. Da die Bilanz zum Stichtag 31.12.2004 gemacht wurde, dürfte die Rentensenkung durch die Erhöhung des Eintrittsalters auf 67 noch nicht drin sein. Aber selbst wenn sich die Summe um 100 Milliarden verringern sollte, ist es für eine Entwarnung noch viel zu früh.
FTD - Bund fehlen 1300 Mrd. Euro - Deutschland Update: 15.9. Heute hat auch Spiegel Online einen Bericht dazu:
Was Deutschland wert ist Unhd nochmal ein Update 21.9.: Ein nicht ganz korrekter Artikel über den Stand in den USA. Dieser macht zwar die Rechnung auf der einen Seite richtig, vergisst aber die Aktiva auf der anderen Seite. Trotzdem zeigt er schön, dass die Verpflichtungen aus der Zukunft (Rente, Gesundheit, etc.) auch in den USA immens sind:
buzzflash. Das wird manchen Neoliberalen (oder auch de Gegner) wundern, da Amerika doch als eines der Länder gilt, in denen diese System schon zum großen Teil liberalisiert wurden (und das aufgrund der starken Zuwanderung ein nicht ganz so schlimmes demografisches Problem wie Deutschland hat). Aber die entscheidende Frage bei den Zukunftslasten ist weniger, ob das staatlich oder privat gemacht wird, sondern ob es kapitalgedeckt oder per Umlage finanziert wird.
technorati tags:Rente, Pension, Bund, Bilanz, Schulden