Liquiditätskrise?

Sieht zumindest so aus ...

Das gibt mir dann doch zu denken…

Fast 95 Milliarden Euro hat die EZB heute außer der Reihe den europäischen Banken an Liquidität zur Verfügung gestellt.

Ich bin ziemlich erstaunt. Überwerten sollte man das nicht, beim letzten Einknicken der Börsen vor ein paar Monaten gab es das auch. Aber erstaunlich finde ich es, dass wir eigentlich Liquidität ohne Ende haben. Die Geldmenge wächst ja deutlich, sowohl in Europa wie in den USA. Das ist nicht zuletzt der wahrscheinlich wirklich wichtige Treiber hinter der Hausse. Und der wohl nicht mehr vermeidbare Credit Crunch wird diesen Motor für die nächsten Monate lahm legen.

Aber man kann in letzter Zeit immer ein Muster feststellen: Wenn es etwas kriselt, kracht der Yen. Und die Börsen. Und (jetzt wird's komisch) Gold. Eigentlich als sicherer Anker bekannt, wird jetzt scheinbar Gold gegen Liquidität getauscht.

Ich halte es mit dem SmartInvestor. Wir haben erst ein Drittel der Krise gesehen. Und

JETZT KOMMT NE WETTE

Ich wette, dass noch eine deutsche Bank oder Versicherung neben der IKB in den nächsten 12 Monaten so starke Probleme bekommt, dass sie von außen gestützt werden muss.

Einsatz: Eine Flasche Echevarria Merlot Riserva.

Definition von Probleme: Belastung von mehr als 1 Milliarde Euro + Stützungsaktion durch externe (andere Bank, Staat, etc.).

(Wer den Wein nicht besorgen kann, falls ich gewinne (wovon ich natürlich ausgehe), kann mir auch was Leckeres von der Weinzeche besorgen, z.B. einen Vitiano oder einen Mas Clavel o.Ä., so knapp 10 Euro-Weine).

Na, wer traut sich von den Optimisten? (Nur mit dem/der erste(n) gehe ich die Wette ein, bin ja nicht Krösus und habe nur noch eine Flasche ...).


Update (10.8.):

Dieter Wermuth von Herdentrieb malt ein ziemlich düsteres Bild und benutzt die gleiche Überschrift wie ich, nur nicht mit Fragezeichen, sondern mit drei(!) Ausrufezeichen. Vor allem fragt er sich, wie naiv die Käufer der ganzen ABS waren. Da würde ich noch ein: Wie naiv waren die Analysten der großen Ratingagenturen, die den großen Teil des Zeuchs, der an den Märkten schon wie Junk gehandelt wurde, noch auf erstklassigen Ratings hatte ...

Liquiditätskrise!!!

Und auf die Frage "Ja, wo laufen sie denn hin?" aus dem Artikel muss man wohl die übliche Antwort geben: Durch die gleiche Türe und zwar alle gleichzeitig.

Und eine Korrektur: Die EZB hat beim letzten Abknicken im März kein Geld zur Verfügung gestellt, sondern nur die FED.

Kommentare :

  1. Die Goldverkäufer dürften aber nur Zentralbanken (siehe zB Goldverkäufe im Juli seitens Schweiz u. Spanien) bzw. kurzfristig ETF-Anteile sein. Wobei die ETF's im Prinzip wegfallen, da dort das Volumen auch neue Höchststände erreicht hat.

    Physisch hingegen liest man in den letzten Wochen immer wieder, dass zumindest in Deutschland die übliche Sommerflaute der letzten Jahre völlig ausbleibt u. die Umsätze sich zum Teil in der Nähe alter Rekordumsätze befinden.

    Meiner Meinung nach verkaufen die Zentralbanken Gold um an Liquidität zu kommen u. teilweise werden dann diese Verkäufe noch durch ETF-Verkäufe unterstützt um den Goldpreis unten zu halten.

    Gruß

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  2. Keiner nimmt das Wette an?!? Alles nur Maul-Optimismisten, was?

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  3. Hi,

    kann die Wette leider auch nicht annehmen, da ich der gleichen Meinung wie Du bin ;-)

    Da kommt sicher noch was nach, nicht umsonst gibt es so massive Stützungen der Zentralbanken. Da ist sicher schon was bekannt.
    VG
    Torsten - www.kapitalmarktexperten.com

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