Da sage nochmal jemand, Ritzholz wäre Perma-Bär

Immer pessimistisch, immer nur die negativen Nachrichten aufpickend ... meinen manche.

Dabei ist Big Picture eines meiner Lieblings-Blogs. Nicht nur, weil er viele spannende Sachen zusammensucht, sondern oft einen Blick hinter die Zahlen wirft.

Dass er komplett daneben lag, als das BIP für's 4. Quartal zum ersten Mal bekannt gegeben wurde, hat er ja zugegeben, allerdings auch immer versucht zu erklären, warum die Zahlen eigentlich falsch sein *müssen*. Im BIP konnte man steigende Autoumsätze sehen, komischerweise bei den drei Herstellern in den USA nicht. Die erste BIP Schätzung ist halt eine Schätzung. Eine, auf die die Börse komischerweise unglaublich viel Wert legt, aber doch nur eine Schätzung.

Nach der ersten Schätzung trudelten weitere Zahlen ein. U.a. wurde klar, dass sich der Aussenbeitrag (also die Differenz aus Im- und Export) nicht ansatzweise so positiv entwickelt hatte wie bei der Schätzung noch vermutet. Trinkaus & Burkhardt sah ähnliche Effekte und schätzte das reale Wachstum so gut noch niedriger als Ritzholz.

Nun kommt die erste revidierte Schätzung des US-BIPs und wir haben statt 3,5 Prozent nur 2,2 % Plus. Das ist noch weniger als Ritzholz erwartete. Das sage noch mal jemand, der wäre immer zu pessimistisch.

(Ein älteres Posting zum Thema zum Thema findet sich hier: US-Wachstum deutlich schächera ls erwartet?.

Und der Immobilienmarkt, für den Ritzholz (und ich) sehr skeptisch ist, lieferte heute Desaster-Zahlen: Die Zahl der neuverkauften Häuser ist um satte 16,6 % zurückgegangen, der heftigste Rückgang seit 13 Jahren.

Wer also meinte, dass die leichten Rückgänge bei den Neubauten jetzt dafür sorgen dürften, dass der Berg an unverkauften Häusern langsam kleiner wird, dürfte sich (vorerst) geirrt haben.

Ich werde heute abend auch noch die Postings von Ritzholz in diesen Post einfügen. Ich bin mir sicher, dass er was schreibt. Und wahrscheinlich hat er noch ein paar interessante Details.

Update: Econbrowser hat das BIP auseinandergenommen und weist erstens darauf hin, dass die neue Zahl viel mehr den ursprünglichen Erwartungen entspricht als die alte und zweitens darauf, dass die Korrekturen im Detail nicht so schlimm sind. Etwa die Hälfte der Korrektur von 3,5 auf 2,2 % kommt aus dem Lagerabbau. Für das BIP zählt die Produktion. Ob die ins Lager geht oder verkauft wird, ist erstmal egal. Kurzfristig ist Lageraufbau gut (erhöht das BIP), langfristig dürfen die Lager natürlich nicht zu groß werden. Deshalb ist diese Zahl nicht so schlimm, weil ein Lagerabbau nur eine temporäre Angelegenheit sein kann, man kann die Lager ja nicht komplett leeren. Kurz: Die Korrektur der Gesamtzahl ist auf den ersten Blick dramatischer als die Einzelkomponenten das anzeigen.

Econbrowser - Easy come, easy go. Natürlich gibt es auch den Hinweis darauf, dass eine Reihe anderer Zahlen viel beunruhigender sind (Industrieproduktion, Konsumausgaben, Zinsinversion): Econbrowser - The Fundamentals Are....

Solarzellen zum Selberbauen

Die Überschrift des Telepolis-Artikels ist auch nicht viel anders ...

Aber so toll sich die Idee anhört, wenn die Teile nur 2% Wirkungsgrad haben und so grundsätzliche Probleme wie die Haltbarkeit noch nicht gelöst sind, kann das auch nicht so toll sein. Dass das Aufbringen der Farbschicht sehr einfach ist, ist ja toll, aber wenn ich trotzdem dann zwei Glasscheiben bei 600 Grad aufwändig miteinander verkleben muss, bringt das auch nicht so viel. Und wenn ich dann einen Wirkungsgrad herausbekommen, der nur 2% beträgt (klar an der Verbesserung wird gearbeitet), fallen die Transport- und Installationskosten massiv ins Gewicht. Auch die Elektronik zur Einspeisung des Stroms muss ja unabhängig von den Kosten für die Solarzellen gezahlt werden. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass sich Solarzellen in Deutschland lohnen, wenn sie einen Wirkungsgrad von weniger als 10% haben und die übliche Dachmontage benötigen.

Das von mir vor kurzem verlinkte System, das Solarzellen auf Kunststofffolien aufbringt, scheint mir viel versprechender zu sein. Erstens scheint der Wirkungsgrad dort höher zu sein und zweitens ist das Material flexibel. Damit ergeben sich ganz neue Einsatzmöglichkeiten.



TP: Solarzellen aus der Druckerpresse

Angst und Gier --- Immer noch die Essenz des Börsenhandels

Puh, ein alberner Anschlag auf Cheney (als wenn in der Stadt nicht dauernd Bomben hochgehen würden) und ein neunprozentige Einbruch in Shanghai. Eigentlich nicht der Rede wert.

Ergebnis in Deutschland: Die offenbar wieder an der Börse vertretenen Privatanlager, insbesondere die ohne Plan, erfahren davon offenbar erst heute davon aus der Zeitung und verkaufen auf Teufel komm raus selbst stockkonservative Aktien und das noch ohne Limit.

Das Ergebnis: IVG, eine Immobilienaktie, kracht von 33 Euro auf 28(!) in wenigen Minuten direkt nach Handelsbeginn, bevor der Handel für eine kurze Zeit ausgesetzt wird, weil die Kursschwankung zu groß ist. Danach erholt sich die Aktie direkt wieder auf etwa 32 Euro.

Ähnlich dramatisch der Kurs bei Fraport. Auch hier gab es ca. 18% Minus in wenigen Minuten, als der Kurs von 64 auf etwa 53 Euro zurück ging. Um 9:30 Uhr waren es schon wieder 63 Euro.

Da dürften mal wieder eine ganze Reihe Privatanleger eine TEURE Lektion gelernt haben.

Die Geldmenge treibt alle Assetpreise

Der verlinkte Post ist deshalb so interessant, weil er ein Phänomen beschreibt, das ziemlich selten ist. Wir haben in den letzten Jahren steigende Assetpreise gesehen. Und zwar ziemlich global und ziemlich über alle Assetklassen. Egal ob China oder USA, egal ob Rohstoffe, Immobilien, Aktien oder Anleihen - ALLES ging nach oben.

Der Grund ist auch ziemlich klar: Die Geldmengen gehen überall nach oben, teilweise extrem (siehe die Zahlen im verlinkten Artikel). Eigentlich sollte die Geldmenge nur in etwa so stark steigen wie BIP+Inflation steigen. Aber (fast) überall steigt die Geldmenge stärker als üblich. Die Europäische Notenbank warnt davor immer, aber irgendwie scheinen die Warnungen ungehört zu verhallen.

Der Grund für die steigenden Geldmengen ist meiner Meinung nach die Niedrigzinspolitik der Japanischen Notenbank. Nach und nach fingen Hedgefonds an, sich in Japan zu extrem niedrigen Zinsen von teilweise weniger als einem Prozent Geld zu leihen und investierten das Geld dann in Rohstoffen, Immobilien, etc. pp.

Sollten diese sogenannten Carry Trades jetzt beendet werden, entweder durch Zinserhöhungen der japanischen Notenbank oder einen aus anderen Gründen anziehenden Yen, dürften die Verwerfungen von heute nur ein schlaffes Vorspiel gewesen sein ...

Denn es könnte sehr gut sein, dass genau so synchron wie die normalerweise nicht korrelierenden Assetklassen nach oben gegangen sind, auch alle zusammen wieder einbrechen ...


The Big Picture | Reuters/CRB Futures Index

Überoptimismus ist kein Problem

weil es ihn (angeblich) nicht gibt.

Naja, zumindest der Fear & Greed Index von James Montier ist auf All-Time-High. Ich habe das IIRC auch gebloggt.

Auch wenn's vielen erzählen, ich glaub's nicht. Wie der Tag heute zeigt, ist zu viel Optimismus im Markt. Und viel besser als indirekt zu messen, ist es die Risikoprämien am Markt zu messen. Und wenn die impliziten Volas an den Optionsbörsen niedrig sind, wenn die KGVs in Emerging Markets hoch, der Zinsvorsprung der Emerging Market Anleihen auf historischen Tiefs, die Fremdfinanzierung der Hedge Fonds auf Rekordhoch, etc. pp, sind, ist das das sicherste Zeichen von Optimismus. Dahinter steckt nämlich Geld. Echtes Geld und nicht nur ein Lippenbekenntnis.

Vielleicht ist Überoptimismus auch nicht ganz das richtige Wort, denn im Kern scheint es eher eine Nichtwahrnehmung des Risikos zu sein. Aber im Endeffekt ist dazwischen auch kaum ein Unterschied.


The Big Picture | Fear and Greed In Markets
The Big Picture | Margin Levels Hit New Record

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China: Was das der Stich in die Blase?

Ich bin ja bei fast BRIC Staaten skeptisch. Bei Russland und Brasilien etwas weniger, weil die sehr rohstoffgetrieben sind. Nicht weil ich für Rohstoffe so positiv bin, sondern weil Russland und Brasilien wie Rohstofffzertifikate zu sehen sind. Gehen Kupfer und Öl, gehen Brasilien und Russland. Eigentlich sind das keine Börsen, sondern Rohstoffzertifikate (Ich übertreibe etwas, aber you'll get the idea).

Richtig skeptisch bin ich für China und Indien. Beides Börsen, die inzwischen deutlich teurer sind als die etablierten Börsen. Und das ganze in Kombination mit Buchführungen, die ihren Namen nicht verdienen und wackligem Bankensystem. Im Moment bewertet die Börse nur die Wachtsumchancen, aber nicht die Risiken. Wenn man die Risiken mit einbezieht, kann ich mir keine KGVs vorstellen, die höher sind als in Europa oder den USA.

Heute hat die Börse Shanghai knapp 9% verloren. Das könnte ein (unsauberes) Doppelhoch geben.

Ich habe schon eine ähnliche, überbordende Stimmung in Vietnam gesehen und einen Put gesucht. Leider gibt es keinen. Auch auf die A-Shares in China habe ich keine Puts gefunden. Sehr schade.

Der einzige Markt, der im Moment aus meiner Sicht komplett aus dem Ruder läuft und den man traden kann, ist der Yen.



FTD.de - Finanzdienstleister - Nachrichten - Panik erfasst Shanghais Börse

US-Immo-Update: Zügel für die Problemkredite werden angezogen

Nachdem der Zinsaufschlag für die Sub-Prime-, sprich die Risikokredite, am US-Immobilienmarkt stark angezogen haben, stellt jetzt eine der zwei großen US-Immobilienfinanzierer den Ankauf solcher Kredite ein. Genauer gesagt, kauft Freddie Mac nur noch die Kredite auf, bei denen der Kreditnehmer die volle Zahlung der Zinsen und Tilgung leisten kann. Wer einen dieser Killerkredite hatte, bei denen der Einstiegszins unvernünftig variabel und niedrig war und die Tilgung nur optional, schaut nun in die Röhre.

Meine vielfachen Warnungen vor der Gefahr am US-Immobilienmarkt kann ich hiermit nur nochmal explizit wiederholen.

Börsen-Spam: Ein Update zum Millionenbetrug

Update zu meinem letzten Artikel Artstor, Adori, Gontard ... Börsen-Spam jetzt auch in Deutschland. Darin findet man die Originalmails und meine ausdrückliche Warnung bei einer solchen Abzocke mitzumachen.

Ich bin etwas überrascht, dass manche meine kritische Einstellung zu Börsenspams nicht nachvollziehen können. Dass sie damit den Abzockern einen Freifahrtsschein ausstellen, ist wohl egal. Die Argumentation ist in etwa so bescheuert wie einem Hehler Waren abzukaufen, weil es sonst ja eh ein anderer macht und der Beklaute sein Zeug ja eh nicht zurückbekommt. Grrrr.

Aber ich möchte auch nochmal eindringlich vor den Gefahren warnen auf einen solchen Börsen-Pusher-Zug aufzuspringen. Denn fast genauso schnell wie der Zug anspringt, kommt er auch wieder zum Stehen. Besonders eindrucksvoll passiert das bei Artstor, dem ersten empfohlenen Wert. Der Kurs ist inzwischen wieder auf 11 Cent gesunken.


Damit dürfte ein ganzer Teil der über den Tisch gezogenen Lemminge inzwischen auf satten Verlusten von 50 % und mehr sitzen. Und das in drei Tagen. Autsch.






Bei Gontard + Metallbank ist der Push offenbar schon etwas eher verpufft. Hier reichte es nur noch für eine Kursvervierfachung. Evtl. liegt das aber auch daran, dass Gontard + Metallbank vor dem Push höhere Umsätze hatte und daher die gleiche Menge Geld durch den Push nicht für einen ähnlich großen Kurssprung sorgen konnte. Eventuell sind aber auch einfach alle Doofies bereits investiert.







Bei Adori, dem zweiten Push, zeigt sich ein Bild irgendwo in der Mitte zwischen den beiden vorgenannten. Adori ist auch die Aktie, die noch am nachhaltigsten über dem Ausgangsniveau liegt. Aber es sollte sich kein Anleger Hoffnung machen, dass der Kurs nochmal nach oben geht. Die Aktion ist vorbei. Feierabend. Die Aktie wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf das Niveau zurückkommen, wo sie auch her kam. Und/Oder irgendwann wertlos aus den Depots ausgebucht werden.





Eine Sache würde ich gerne noch anmerken, die die ganze Aktion eigentlich noch erschreckender macht. Während bisher eigentlich immer versucht wurde, eine Story zu bauen ("ganz viel Gold/Uran möglich", "ganz tolles Mittel gegen AIDS möglich","ganz tolles Verfahren zur Solarzellenherstellung", "ganz tolles Verfahren für besseren Süßstoff", etc.pp.), spart der letzte Spam völlig an jeder Analyse. Die Mail schreit einfach nur "Kaufen!!!", "Kursziel= aktueller Kurs mal x". Fertig. Zusammen mit einem plump ausgedachten Namen "DEUTSCHER ANLAGE REPORT" und einer höchstwahrscheinlich nicht existierenden "Gisela Blecher-Stratmann" reicht das offenbar aus, um den deutschen Dummanleger mit Hunderttausenden Euros, wenn nicht gar Millionen Euros in diese Werte zu ziehen.


Wie war da noch der alte Spruch: "Über das nächste Auto macht sich der Deutsche drei Monate Gedanken, über die nächste Aktie keine drei Minuten".


Zum Thema Gesetze kann man wenig sagen. Der Versand von Spam ist seit kurzem strafbar (oder gilt das Gesetz noch nicht?). Die Geldstrafe dafür dürfte aber vom finanziellen Ertrag der Spam-Aktion locker bezahlbar sein. Und wenn der Initiator im Ausland sitzt, naja, dann bekommt man den entweder gar nicht oder es ist dort auch nicht strafbar. Ob der Push an sich strafbar ist, schwer zu sagen. Hier ist man in einer Grauzone. Denn niemand kann es jemandem verbieten, eine Aktie zu kaufen und diese dann auch zu empfehlen. Es gibt viele Börsenbriefe, die mit der Masche "Aktie erst kaufen, dann empfehlen" wahrscheinlich mehr Geld verdienen als mit dem Börsenbrief an sich. Ein kleiner Disclaimer im Kleingedruckten reicht da aus (Achtung Interessenskonflikt, Autor hält die Aktien selber im Depot). So ein Disclaimer ist nicht drin und die kriminelle Energie allein durch die Aussendung als Spam dürfte die Sache insgesamt u.U. doch strafbar machen. Aber beim aktuellen, immer noch traurigen Zustand des Anlegerschutzes in Deutschland, wäre es nicht verwunderlich, wenn entweder erst gar nicht ermittelt wird, wenn doch, diese im Sande verlaufen oder wenn man doch jemanden findet, der entweder gar keine oder eine völlig alberne Strafe bekommt. Alles andere würde mich wundern.


yigg it

Artstor, Adori, Gontard ... Börsen-Spam jetzt auch in Deutschland

Ein Update mit schönen Charts der schon wieder in sich zusammengebrochenden Aktien, diesmal in einem neuen Artikel.

Na klasse!

Jetzt wird auch in Deutschland gespammt! Kauft Artstor, jetzt werden die profitabel. Oder scheissegal, kauft irgendwas, der Kurs steigt. Wichtig ist nur, die Aktie hat so gut wie keinen Umsatz und man hat sich selbst sein Depot schon vollgepackt. Dann springen die Deppen auf und man verkauft teuer.

Mit Artstor bin ich zum ersten Mal am 16.2 vollgemüllt worden:

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Liebe Leser,

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ANLAGE REPORT:


Es geht wieder steil bergauf!

Wir empfehen dringendst, sich mit ARTSTOR AG Aktien einzudecken.


Tageskurs am 15.2.2007: 4 Cent (0,039)
Wochenziel: 10 Cent
Monatsziel 40 Cent

WKN: 549286
ISIN: DE0005492862

Hochachtungsvoll

DEUTSCHER ANLAGE REPORT
Gisela Blecher-Stratmann


Dies ist keine Kaufempfehlung sondern ein guter Tipp eines Freundes.
---

21.02.2007 0,250 0,360 0,235 0,246 4.3M

20.02.2007 0,120 0,270 0,120 0,208 5.7M

19.02.2007 0,053 0,090 0,053 0,090 722.1k

16.02.2007 0,040 0,045 0,039 0,045 110.2k

Hinten steht der Umsatz. Der Kurs ist also von 4 Cent auf 36 gestiegen. Wow. Der Umsatz ging vom 16 zum 21. von 110 Tsd auf 4,3 Mio.

Wenn man sich die älteren Zahlen anschaut, wird das noch viel dramatischer:



15.02.2007 0,039 0,042 0,039 0,042 18.3k
14.02.2007 0,039 0,039 0,039 0,039 26.2k
13.02.2007 0,038 0,039 0,038 0,039 200
12.02.2007 0,040 0,040 0,039 0,039 16.3k
09.02.2007 0,044 0,044 0,040 0,040 162
08.02.2007 0,040 0,044 0,038 0,044 140.5k
07.02.2007 0,039 0,039 0,039 0,039 0
06.02.2007 0,038 0,044 0,038 0,039 75.0k
05.02.2007 0,039 0,039 0,039 0,039 180
02.02.2007 0,038 0,039 0,038 0,039 3.0k
01.02.2007 0,038 0,038 0,038 0,038 1.4k
31.01.2007 0,038 0,038 0,038 0,038 15.6k
30.01.2007 0,038 0,038 0,038 0,038 80
29.01.2007 0,041 0,041 0,038 0,038 360
26.01.2007 0,041 0,041 0,041 0,041 13.0k
25.01.2007 0,041 0,041 0,041 0,041 20.0k

Wie man sieht, war die Aktie tot. Kaum Umsatz, es gab und gibt auch keinen Grund die Aktie zu kaufen.

Das Schlimme ist, der Mist funktioniert in Deutschland offenbar in einem VIEL größeren Maße als das alte Verfahren in den USA. Es scheinen da draußen eine Menge von Menschen zu sitzen,
die bei einem "KAUFT JETZT! ZU BEFEHL!" genau das machen. Wie doof und ungebildet ist der deutsche Anleger eigentlich?

Das Schlimmste ist jetzt, dass das ganze funktioniert und wir uns schon geistig und seelisch darauf vorbereiten können, demnächst Hunderte dieser Mails pro Tag zu bekommen.

Und es geht schon los:

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Kursralley nach oben: ADORI AG

Liebe Leser,

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Wir empfehen dringendst, sich mit ADORI AG Aktien einzudecken.

Anfangskurs am 20.2.2007 5 Cent
Wochenziel: 20 Cent
Monatsziel: 80 Cent

ADORI AG
WKN: 665510
ISIN: DE0006655103


Hochachtungsvoll

DEUTSCHER ANLAGE REPORT
Gisela Blecher-Stratmann
Chartexpertin

Hinweis: Dies ist keine Kaufempfehlung!
Diese Angaben beruhen ausschliesslich auf erfolgreiche Chart-Analysen.
---

Ich hab's am 20.2. bekommen. Höchstkurs an dem Tag 9 Cent, am Tag danach gab's noch ne Verdopplung.

21.02.2007 0,094 0,199 0,093 0,183 17.8M
20.02.2007 0,057 0,095 0,045 0,071 9.5M
19.02.2007 0,032 0,060 0,032 0,057 4.4M

Und heute nacht kam dann:

---


Diese zu lange unterbewertete Aktie steht kurz vor dem grossen Sprung:
GONTARD+METALLBK.O


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die letzten Tage haben gezeigt, was im Pennystockmarkt realisierbar ist.
Nach Artstor und Adori steigt eine weitere Kursrakete auf.
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Wir empfehen dringendst, sich mit GONTARD+METALLBK.O Aktien einzudecken.
Diese Aktie ist ein spannender Pennystock, da enormes Potential und Volumen
vorhanden ist.

Anfangskurs am 21.2.2007: 6 Cent
7 Tage-Ziel: 50 Cent
4-Wochen-Ziel: 3 Euro


GONTARD+METALLBK.O
Symbol: GMB
WKN: 589050
ISIN: DE0005890503

Gigantisches Handelsvolumen von 20 Mio. Shares schon am Mittwoch.
Exorbitante Kurschancen noch in dieser Woche!

Hochachtungsvoll

DEUTSCHER ANLAGE REPORT
Gisela Blecher-Stratmann
Chartexpertin


Hinweis: Dies ist keine Kaufempfehlung!
Diese Angaben beruhen ausschliesslich auf erfolgreiche Chart-Analysen.

Es werden keinerlei falsche Angaben verbreitet. Es ist lediglich eine
Chart-Analyse!

---
21.02.2007 0,061 0,139 0,061 0,108 16.9M
20.02.2007 0,045 0,058 0,042 0,058 1.4M
19.02.2007 0,044 0,044 0,041 0,044 122.2k

Heute nochmal 40% mehr auf aktuell 0,15.

LEUTE PASST AUF!
DAS IST BILLIGSTE ABZOCKE!!!
DER SPAMVERSENDER HAT SICH DIE DEPOTS BEREITS VOLLGEPACKT.
UND JETZT VERKAUFT ER EUCH DEN SCHROTT ZUM X-FACHEN PREIS!
DIE FIRMEN SIND PLEITE ODER SO GUT WIE!
ES GIBT KEINEN GRUND DIE AKTIEN ZU KAUFEN!

Kopfschüttel. Kopfschüttel.

Ich schreibe hier, dass man sich über eine Portfoliostruktur Gedanken machen muss, aber ich werde das dumpfe Gefühl nicht los, dass man den Deutschen erst mal ganz andere Sachen beibringen muss. In der Schule wird halt viel Sozio-Philosophie unterrichtet und wenig Wirtschaft. Deshalb sind ein großer Teil der Deutschen Finanz-Analphabeten und fallen auf die primitivsten Maschen noch rein.

yigg it

Update: Noch ein Link zu einem älteren Posting von mir das über eine US-Studie berichtet, die zeigt, dass selbst bei minimalster Reaktionsrate im Promillebereich die SPAMs für den Initiator profitabel sind.

Und noch ein Update: Der Artstor Kurs ist inzwischen schon wieder komplett zusammengebrochen. Wochenschlusskurs war nur noch 11 Cent. Wenn man sich die Umsätze anschaut, dürfte ein großer Teil der Anleger, die zu 20 Cent und mehr eingestiegen sind, immer noch dabei sein. Und die sitzen jetzt auf dicken Verlusten. Während die Abzocker immer noch auf großen Gewinnen sitzen. Das ist halt kein faires Spiel.

Und noch ein Update mit schönen Charts der schon wieder in sich zusammengebrochenden Aktien gibt diesmal in einem neuen Artikel.

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Zu viel Optimismus gibt es bei den Rohstoffen nicht

Auch wenn das manchmal geschrieben wird ...

Die Fondsmanager sind nicht übergewichtet. Und skeptische Artikel über Gold (zahlt keine Zinsen, notiert in Dollar, etc.) habe ich hier ja schon kommentiert (besser verrissen).


Börsen & Märkte - Finanzmarkt - FAZ.NET - Umfrage: Fondsmanager bei Rohstoffen zurückhaltend

Einen gemäßigt positiven Gold-Artikel habe ich auch noch und zwar in der FAZ.

Sharpe-Ratio von Immobilienfonds gar nicht so schlecht ...

Viele Anleger machen den Fehler, dass sie Anlagen entweder nur nach Risiko beurteilen (bloß was sicheres) oder nur nach der Rendite (ich hab 43% Plus gemacht). Die Sharpe Ratio, die die Rendite um das Risiko bereinigt, kennt schon kaum ein Anleger.

Die Sharpe-Ratio untersucht im Endeffekt die Schwankungen (die Volatilität) der Anlage und bereinigt die Rendite um die Schwankungen. Ein Immobilienfonds, der nur 0,5% schwankt, kann eine höhere Sharpe-Ratio haben, als ein Aktienfonds mit 30% Schwankung und 30% Rendite.

Die besten Sharpe Ratios haben Anlagen, die unter geringen Schwankungen die kräftigsten Kursgewinne erwirtschaftet haben. Das waren in den letzten 5 Jahren Emerging Market Anleihen und Immobilien-Aktien.

FAZ-Artikel.

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Wenn der Yen steigt, fallen die Aktien

Das ist ja ein interessanter Zusammenhang!

Ein Effekt, wie die Carry-Trades im Yen (über die ich ja schon ein paar Mal was geschrieben habe), scheint sich direkt und vor allem kurzfristig an den Aktienmärkten auszuwirken.

Wenn der Yen über seinem 10-,20- und 40-Tages-Durchschnitt liegt, verliert der S&P 500 0,4% in den nächsten 20 Tagen. Ist der Yen unterhalb der drei Durchschnitte, gewinnt der S&P 0,44%. Gemessen wurde der Effekt seit 2003.

Der Effekt hat sich in letzter Zeit sogar noch verstärkt. Bei starkem Yen verlor der S&P 1,3%. Das hört sich nicht viel an, ist aber in einem so ausgeprägtem Bullenmarkt doch sehr erstaunlich.

Die These, dass die Japaner mit ihrem niedrigen Zins die gesamte Weltwirtschaft ankurbeln, hat damit einen neuen Beleg.

Außerdem können wir uns schonmal seelisch darauf vorbereiten, was passiert, wenn der Trick mit den Carry-Trades nicht mehr funktioniert ...

TraderFeed: Is the Carry Trade Carrying the Stock Market?

OECD Empfehlungen für Reformen in Deutschland

1) Lohnnebenkosten und Steuern auf Löhne runter.

--> kann ich voll unterschreiben. Leider wird man davon nichts sehen, denn die 2%, die die Arbeitslosenversicherung niedriger geworden ist, wird die Krankenkasse demnächst teurer.

2) Bildungsreformen:

Selektion in die drei Bildungswege nach 4 Jahren ist zu früh. Schulen und UNIs brauchen mehr Unabhängigkeit und Freiheit. Es sollten Ziele vorgegeben werden, nicht der Weg dahin. Mehr Frühförderung in KiTas und Kindergärten.

--> Full Ack.

3.) Weniger Wettbewerbshindernisse z.B. im Handwerk oder durch Zwangsmitgliedschaften in IHKs und anderen Schmarotzervereinen. Weniger staatliche erzwungene Bürokratie für die Unternehmen.

Und nochmal ein Full Ack.


PDF-Link.

Snow Patrol : Open Your eyes

Watch it here or here:



Und wer Chasing Cars gesucht hat: Click hier.

Tolles Alpha-Zertifikat auf eine Dividendenstrategie

Hmmmm.

Man nehme den DivDAX, indem die Papiere aus dem DAX stecken, die die höchste Dividendenrendite haben. Und vergleiche diesen mit dem DAX. Sollte der DivDAX besser sein als der DAX (genau darf er sogar 2 % schlechter sein), bekommt man nach einem Jahr 112 Prozent zurück. Das ganze geht ein paar Jahre so weiter, aber darum geht es hier nicht.

Als ich den Bericht im Zertfikatejournal über dieses Papier von der Credit Suisse gelesen habe, dachte ich: Geil, das ist die Lizenz zum Gelddrucken, schließlich ist die Dividendenstrategie sehr sehr häufig besser. Aber wie heisst es so schön: There's no such thing as a free lunch.

Der Trick (der an Vera****e) grenzt: Der DivDAX kommt als Kursindex OHNE Berücksichtigung der Dividenden, der DAX als Performance-Index MIT Berücksichtigung der Dividenden. Geil: Beim Index, bei dem die Dividenden wichtig sind, werden die rausgerechnet.

Ein Fakt aus meinem Gedächtnis ohne Quelle: Die Dividendenstrategie ist ungefähr genausoviel besser wie die Dividende höher ist. Anschaulicher: Beträgt die Dividendenrendite des DivDAX 5% und die des DAX 3%, wird der DivDAX langfristig im Schnitt 2 % besser performen (natürlich auf vergleichbarer Basis, also DivDAX Performance-Index gegen DAX Performance-Index)

Die ISIN des Papiers, zu dem ich bei dieser Konstruktion nicht raten kann, ist DE000CS0AHT0.


Analysen & Hintergründe - Aktien - Investor - FAZ.NET - Alpha-Zertifikate: Dividendenstrategie ohne Dividende

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Nochmal was zum Stand der modernen Akkutechnologie

Was sich in der Überschrift des Slashdot Artikels wie ein Durchbruch in der Wissenschaft anhört, ist in der Realität schon länger lieferbar (das ist doch mal eine gute Nachricht, wo doch sonst oft nur viel versprochen wird).

Die erwähnte Firma A123 Systems kann laut eigener Aussagen Millionen von Akkus liefern. Die Akkus zeichnen sich durch eine neue Technologie aus, die eine viel schneller Ladung und Entladung ermöglicht. Und für Laptop-Besitzer nicht ganz unwichtig: Sie können nicht explodieren ...

Die Akkus sind in Modellbaukreisen schon sehr beliebt, weil sie deutlich höhere Ströme liefern können als normale LI-Ion oder LiPo Akkus. Die Energiedichte ist allerdings etwa 1/3 unter dem, was man heute schon als NiMh-Akku in jedem Mediamarkt kaufen kann. Die Haltbarkeit beträgt mindestens 1000 Ladezyklen. Nun scheint die Automobilindustrie ebenfalls interessiert zu sein.

Eine ultrainteressante Quelle, die ich in der Slashdot Diskussion gefunden habe, ist bei RC Groups - Batteries und Chargers Forum. Darin auch ein schlichtweg unglaubliches Video, von einem, der aus einem Haufen dieser Batterien ein Auto besser einen Dragster gebaut hat. Ich hoffe, der Link geht bald wieder; beim Test während des Schreibens dieses Artikels war der Server platt/überlastet.


Slashdot | Nanotech Battery Claims to Solve Electric Car Woes

Meine anderen Artikel zum Thema Akkus

Kurz vor dem Durchbruch bei Solarzellen?

Es geht um Solarzellen, die im Dünnschichtverfahren hergestellt werden. Dabei kann die erwähnte Firma FLISOM komplett auf Silizium (dem aktuellen Flaschenhals und Kostentreiber) verzichten. Das Material kann auf handelsüblichen Polymerfolien (Kunststoff) aufgebracht werden und ist daher sogar flexibel.

Der Wirkungsgrad beträgt beeindruckende 14% (Weltrekord). Die Firma ist ein Spin-Off der ETH Zürich, die wissen also, was sie tun.

Aktuell ist das ganze noch teuer. Sinn macht es daher nur, wenn die Flexibilität und/oder die Leichtigkeit für die Anwendung wichtig sind. Z.B. könnte man das schon heute auf die Handy-Hülle packen. Oder als ausrollbare Folie auf die Rucksack oder das Zelt.

Das Produktionsverfahren scheint die aber im Griff zu haben. Innerhalb der nächsten fünf Jahre will man die aktuell modernsten Technologien nochmal um 70 bis 80% unterbieten. Damit hätten wir dann eine komplett wettbewerbsfähige Stromerzeugung aus Sonnenenergie (und die Dächer vollgeflanscht mit altmodischen Silizium-Solarzellen, für die wir noch 20 Jahre lang jedes Jahr 4 Milliarden Subventionen zahlen müssen. Manchmal muss man sich vorher überlegen, wann man wieviel Geld in die Produktion steckt und wann wieviel in die Forschung).



Monday view: Cheap solar power poised to undercut oil and gas by half | Monday View | Columnists | Business | Money | Telegraph

Heuschrecken sichern 160 Arbeitsplätze

Muss ich einfach mal promoten den Artikel, denn der stellt mal die andere Seite dar. Und die Medaille hat zwei Seiten, auch wenn die Sozis wie üblich nur eine wahrnehmen (bzw. bekämpfen) wollen. Aber wer die negativen Wirkungen beschneidet, wird auch den positiven Einfluss kappen.

Dieser Gefahr sind sich die klugen Köpfe durchaus bewusst. Deshalb werden in das Gesetz 152.318 Ausnahmen und Sonderregelungen eingebaut. In den 10 Jahren nach Verabschiedung des Gesetzes klären die Gerichte die Details. Und kurz bevor endlich Rechtsklarheit herrscht, wird das Gesetz wegen erwiesener Unwirksamkeit erneut überarbeitet. Etwa 182 Klauseln fallen raus, werden als Bürokratieabbau gefeiert und die ganze Chose beginnt von vorn.



Hintergründe - Wirtschaft - FAZ.NET - „Ein normales Geschäft“: 10.000 Prozent Rendite in drei Jahren

Kombilohn oder Mindestlohn

Oder vielleicht doch beides?!?

Mein Vorschlag: Max 2,50 Lohnzuschuss pro Stunde, Mindestlohn von 7,50 Euro. Arbeitgeber muss also 5 Euro zahlen. 2,50 kommen vom Staat oben drauf. Aber im Endeffekt kann man auch das machen, was der Althaus vorschlägt: Den Zuschuss gibt's abhängig vom Einkommen. Und damit auch nicht für Leute, die aus anderen Einnahmequellen schon genug verdienen.



FTD.de - Deutschland - Interview - "Der Kombilohn ist keine Lösung"

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Hedge Fonds: Aus 25 Prozent mach 6 ...

Man berechne die 25 Prozent nach der Formel für den internen Zinsfuß. Überhaupt nicht vergleichbar mit einer Rendite, die der Anleger einer Anleihe z.B. kennt. Und zur Stichprobe lässt man nur das beste Viertel der Fonds zu (das grenzt an Verarschung). Dann ziehe man die Verwaltungsgebühr ab und die Erfolgsbeteiligung. Das gleiche macht der Dachfondsmanager auch noch mal. Und dann noch mal der Initiator des geschlossenen Private Equity Fonds.

Tja und dann bleibt nicht mehr viel übrig für die dummen Privatanleger ...



Geldanlage - Finanzmarkt - FAZ.NET - Geschlossene Fonds: Private Equity: Hohe Gebühren schmälern die Rendite

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China und seine Probleme: Neue Serie in der FTD

Verspricht sehr spannend zu werden ...

Eine Serie in der FTD über die Probleme Chinas (und zwar nicht die Umweltprobleme wie Smog, kein Wasser, kein Strom, zu viel Smog). Sondern solche Sachen wie Demografie (die Chinesen haben eine 1-Kind-Politik, das ist noch weniger als in Deutschland und das demografische Problem wird noch schlimmer), einer Investitions- und Aktienblase, etc. pp.

Bin sehr gespannt, erwartet weitere Links an dieser Stelle.



FTD.de - International - Nachrichten - Abschied von der gelben Gefahr

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Professor Weber erklärt uns die Welt ...

Der Markt ist effizient und deshalb brauche ich mir keine Gedanken zu machen ... Stockpicking bringt's nicht, Timing erst recht nicht. Wenn die Profis es nicht schaffen, schafft es der Privatanleger erst recht nicht.

Gut, als Professor, der bereits nach zwei Trades (wenn die Geschichte stimmen sollte) die Flinte ins Korn geworfen hat, kann ich den 100 prozentigen Glauben an den effizienten Markt nachvollziehen. *ICH* glaube aber nicht daran. Der Markt ist ziemlich effizient, die Ineffizienzen sind ziemlich klein, aber genau das ist doch die Lücke für den Privatanleger. Ob sich das nach einer kritischen Aufwand-Nutzen-Analyse noch rechnet, ist eine andere Frage, aber den Markt zu schlagen ist durchaus drin.

Auch glaube ich, dass der Markt zwar immer als komplett effizient bezeichnet wird, aber z.B. durch das Quartalsdenken der Fonds nicht immer ist. Fonds, die auf Fünfjahressicht denken, scheinen heutzutage eher die Ausnahme zu sein. Wenn ein Fondsmanager 12 Monate schlecht wirtschaftet, ist er seinen Job los. Das ist einer der Hauptgründe, warum gerade bankunabhängige Fondsmanager (Lingohr, Huber, Erhardt), die einer langfristigen Anlagepolitik verpflichtet sind, eine zuverlässige Outperformance schaffen. Die feuert nämlich niemand. Und die haben bereits so viel Geld verdient, dass sie nicht nach 6 Monaten schlechter Performance am Hungertuch nagen; sprich sie haben Durchhaltevermögen.

Voll beipflichten muss ich Professor Weber allerdings bei der zum Teil haarsträubenden Missachtung der Asset Allocation. Privatanleger denken über dieses Thema viel zu wenig nach.



Geldanlage - Finanzmarkt - FAZ.NET - Geldanlage: „Großes Ego, Minirendite“

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Dorfman und 9 Dinge, die er in den letzten 10 Jahren gelernt hat

Jon Dorfman, einer der bekanntesten Börsenjournalisten in den USA, hat in einer seiner letzten Kolumne für Bloomberg die 9 wichtigsten Erkenntnisse der letzten 10 Jahre aufgeschrieben.

Es sind ein paar sehr spannende dabei:

1.) Kaufe unmodische Aktien:

Aktien, mit einem niedrigen KGV, aber guten Bilanzzahlen, haben seit 1999 830(!)% Performance gebracht. Der S&P nur 31.

2.) Traue den Analystenschätzungen nicht.

Er hat zwei Gruppen von Analysten gebildet. Die, mit den meisten Kaufempfehlungen und die mit den meisten Verkaufsempfehlungen. Beide performten unterdurchschnittlich. Dazu auch Punkt 5, indem er feststellt, dass die Analysten, die den Markt am besten vorhersagen, jedes Jahr andere sind. Kurz: Zuverlässig schafft das keiner, es ist nur Glück. Und in Punkt 6 erweitert Dorfman die mangelnde Vorhersagekraft direkt auch auf die Wirtschaftsentwicklung. Denn da schafft es ja auch fast niemand (siehe auch in einem älteren Posting bei mir).

3.) Ob eine Aktie steigt oder fällt, ist egal für der Wert einer Aktie; oder wenn eine Aktie preiswert ist, braucht man nicht zu timen.
4.) Hin und her macht Taschen leer: Stabile Portfolios sind oft ertragreicher.
5 und 6 siehe oben.
7.) Hochbewerte Aktien steigen oft noch höher. Mit Shorts verbrennt man sich nur die Finger
8.) Profiftable Aktien sind keine besonders gute Anlage. Oft ist nämlich die Story schon bekannt und in den Kursen drin.
9.) Das beste am Schreiben eines Kommentars ist das Feedback des Lesers. Joh, das wünsche ich mir von diesem Blog auch ...

Bloomberg.com: Opinion

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Zur Abwechslung mal eine subjekte Sicht auf den US-Immo-Markt

Diesmal keine Statistik, sondern eine Real-World-Geschichte. Von Maklern, die nichts mehr zu tun haben, außer man hat sich auf die Zwangsvollstreckungen spezialisiert. Denn die gibt's jetzt am laufenden Band.

Schön der Satz " the biggest problem was created by the lenders". Exakt das ist die Achillesferse. Weniger die Hauspreise und der vorangegangen Anstieg, sondern viel mehr die extrem spekulative Finanzierung, die vielen, die es sich schon lange nicht mehr leisten konnten, noch in den Immobilienmarkt getrieben hat. Und die Armen faltet es jetzt alle zusammen ...



It's their default position - Los Angeles Times

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Absicherung über Optionen kostet Performance ....

... wenig überraschende Erkenntnis. Aber das Ausmaß ist schon beeindruckend! Wer sein Aktiendepot permanent über Optionen absichert, verliert von 12 Prozent auf 5(!). Damit liegt man auf dem Niveau von Bonds.

Eigentlich nicht sonderlich überraschend, denn wenn man nur ansatzweise an effiziente Märkte glaubt, muss eine komplette Absicherung von Aktien das Niveau genau auf dieses Niveau drücken. Ansonsten könnte man ja risikolos Geld verdienen; man müsste nur sein Geld in Aktien stecken, alles absichern und reich werden.

Insbesondere die Anmerkung, dass man sein Depot lieber über Diversifikation auf ein niedrigeres Risikoniveau ziehen sollte, kann ich nur hundertprozentig unterschreiben. Das Thema Diversifikation wird komplett unterschätzt. Weder Emerging Markets oder Rohstoffe noch Hedge Fonds (insbesondere Alpha-orientierte Investments) werden genügend eingesetzt. Die Privatanleger denkt halt weiterhin nicht an ein Portfolio als ein ganzheitliches Gebilde, sondern als einen Ansammlung von Einzelinvestments. Den Angeber, der auf der Party mit 145 Prozent Plus bei seinem letzten heißen Tipp erzählt, kennt wohl jeder, den Anleger, der den DAX 3 % outperformt hat und dabei 3% weniger Vola hatte, kennt wohl niemand. Zumindest ich nicht.



Das Börsen Weblog: Optionen-Absicherungen schaden der Performance

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US Immo-Blase: Wie davon profitieren?

Ich habe meine ziemlich negative Meinung zum US-Immobilienmarkt hier schon kundgetan.

Die Frage ist jetzt, wie kann man davon profitieren?

Meines Wissens gibt es nur von der ABN Short-Zertifikate auf den S&P Homebuilding Index (etwas mehr Infos zum Index hier). Die zwei am wenigsten spekulativen haben die NL0000307932 und NL0000021756. Damit spekuliert man auf einen fallenden Index.

Die Artikel von Big Picture ist sehr interessant, weil der einige im Homebuilders Index enthaltenen Aktien analysiert und die Bewertungen mit der Vergangenheit vergleicht. Hier sieht man, das beim letzten Mal, als ähnlich viel Gewinn erwirtschaftet wurde, die Aktien deutlich niedriger standen, teilweise lagen die Kurse bei weniger als einem Drittel der heutigen. Das ist schon sehr überraschend, denn die aktuelle Situation ist sicherlich schlechter als die damalige (was in der Betrachtung von heute aus natürlich einfach zu sagen ist).

Das ist nicht als Spekulation gedacht, sondern macht vor allem dann Sinn, wenn man den US-Immobilienmarkt negativ sieht und dort eine der möglichen Gefahren für die nächsten Monaten vermutet *und* Aktien in seinem Depot hat, die es abzusichern gilt.

Den im Artikel verlinkten Artikel von Ken Fisher, der zur Housing Blase eigentlich nur Bullshit schreit, finde ich auch sehr bezeichnend. Eigentlich ist Fisher derjenige, der die Massenmeinung für falsch hält, nun aber die steigenden Kurse bei den Housing Aktien für richtig hält. Das zeigt, wie schwierig es ist Contrarian und konsistent zu sein.


The Big Picture | Homebuilders: Earnings & Prices

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Wir verkaufen Oma ihr klein Häuschen ...

und wir merken, dass man gar nix mehr dafür kriegt ...

Passend zur Karnevalszeit mal ein (leicht abgewandeltes) lustiges Lied.

Interessanter Artikel (für mich weniger), aber zumindest ein anregender: Man beachte die Diskussion im Anschluss, wo der Autor fast als Judas beschimpft wird. Dabei zweifelt er nur an, dass die eigene Immobilie für alle immer die beste Anlage ist. Das ist sie nämlich nicht und zwar vor allem aus einem wichtigen Grund: Keine Diversifikation. Und so doll ist die Rendite von Immobilien auch nicht (ansonsten würde es massenweise Mietimmobilien-Fonds geben).

Auch wenn der Autor direkt im zweiten Abschnitt einen Disclaimer vorwegschiebt (es ist nicht immer schlecht, eine eigene Immobilie zu kaufen), kochen die Diskussionen hoch. Und es kommen die immer wieder genannten Argumente, die oft auf dem Niveau eines mäßig begabten LBS-Verkäufers sind. Ein Haus ist eine sichere Anlage. Ein Haus ist aber auch illiquide. *Ein* Haus hat ein durchaus beachtliches Risiko für Wertverlust. Der Flughafen vor dem Haus dürfte ziemlich unwahrscheinlich sein, aber eine Umgehungsstraße ist schon realistischer. Ein Asylantenheim, eine Klappse, ... Die Region kann wirtschaftlich den Bach runtergehen, die Innenstadt durch ein modernes Einkaufszentrum draußen abgewertet werden, etc. pp. Im Gegenzug kann man natürlich auch immer profitieren, aber wer nur *ein* Haus hat, kann halt auch Pech haben. Mangelnde Diversifikation halt. Dieses Risiko wird von den Immobilienbefürwortern irgendwie totgeschwiegen.

Manche Lösungsvorschläge in der Diskussion bei FAZ.NET sind richtig albern. Da wird tatsächlich vorgeschlagen, die Ablösung durch Aktienfonds zu machen. Und wenn das schief geht und man muss sein Haus 2003 ablösen, naja, dann fehlt halt das Geld und man landet in der Zwangsversteigerung. Tolle Idee!

Man muss eins bedenken: Wenn man 50.000 Eigenkapital hat und 200.000 finanziert, hebelt man sein Geld um den Faktor 5. Wenn man das Gleiche bei Aktien machen würde, würden 95% der Bevölkerung einen für bescheuert erklären (Aktien auf Pump, bloß nicht). Bei Immobilien ist das komischerweise OK. Obwohl es genauso spekulativ ist und obwohl genau díe gleichen Risiken drohen. Die Liste mit den Zwangsversteigerungen war noch nie länger. Seid mir nicht böse, liebe LBS Vertreter mit der Zusatzrente durch Immobilienbesitz, aber von zwangsvollstreckten Aktiendepots wegen der Scheidung habe ich noch nichts gehört.

Wenn ich mir jetzt den Hebel anschaue und die mickrige Rendite von Wohneigentum, passen hier Rendite und Risiko nicht zusammen (bereits mit einem leicht gehebelten Aktiendepot dürfte man locker zweistellige Renditen erreichen). Und wer von sicheren Immobilien redet, vergisst die Nachteile. Der Artikel bringt sie (bis auf das Hebelargument) eigentlich alle. Es ist wissenschaftlich sehr schön durchgerechnet, dass die Immobilienbesitzer vor allem deshalb im Alter mehr Geld haben, weil Sie während der Phase der Hausfinanzierung mehr sparen. Das nennt sich nur nicht Sparplan sondern Hypothek.

Außerdem werde ich bei Diskussionen über das Thema das Gefühl nicht los, dass sich viele ihr Häuschen schön rechnen. Erstens den Wert (der ist ja immer nur geschätzt, wenn's an den Verkauf geht, fallen bei vielen die Kinnladen so tief runter, dass die den Rest des Lebens da hängen bleiben) und zweitens die Kosten. Was man sonst mit der Miete gezahlt hat, zahlt man jetzt bar (Regenwasser, Grundbesitzsteuer, die ganzen Reparaturen (Dach, Heizung, etc), Müll). Beim Vergleich von Miete zu Eigentum lässt man diese Kostenbestandteile gerne unter den Tisch fallen.

Ganz nebenbei: Wer ein Haus hat, bindet sich auch. Örtlich (Umzug?). Und auch in der Größe. Wer sich mit Kindern eine 140 qm Wohnung leistet, aber nachher auf 100 qm zurückgeht, dürfte allein aufgrund dieser Anpassung Geld im Vergleich zum Eigentümer sparen. Klar, könnte das ein Eigentümer auch machen, aber eigentlich kauft man sich ja ein Haus für's Leben.

Manche Pro-Eigentum Argumente aus der Diskussion sind so albern, dass man besser nichts dazu schreibt. Wer von der Zwangsenteignung von Aktionären nach dem 2. Weltkrieg redet, vergisst, dass da auch Bomben auf Häuser gefallen sind. Kopfschüttel. Und Inflation ist auch kein Argument. Aktien sind langfristig auch inflationsgesichert.

Das Hauptargument für ein Haus ist dass man dort tun und lassen kann, was man will.


Hintergründe - Wirtschaft - FAZ.NET - Erklär mir die Welt (35): Warum lohnt sich das eigene Häuschen nicht?

Endlich mal eine Meinung zu Hedge-Fonds von einem der Ahnung hat

Was noch lange nicht heisst, dass er keine Gefahren sieht. Im Gegenteil, Meister ist sogar eher einer der Mahner. Nur bringt das Gejammere von Sozi Müntefering niemanden auch nur einen Millimeter weiter. Vor allem haben Politiker von dem Thema auch gar keinen, aber auch gar keinen Plan ...

Meister (aus dem Vorstand der Bundesbank) plädiert für mehr Transparenz der Hedgefonds durch externe Ratings. Also ähnlich wie normale Fonds auch in Risikoklassen einsortiert werden. Das ist keine 100%ige Lösung, aber die allerschlimmsten Sachen sollte man im Vorfeld mitbekommen (z.B. wenn ein Fonds wie Amaranth den Erdgas-Markt alleine bestimmt, was ja fast der Fall war). Alles andere (staatliche Überwachung, Überprüfung der Strategien, etc.) führt zu weit und wird zu aufwändig. Dann erreicht man schnell die Schwelle, ab der man mehr Geld ausgibt als der seltene Fall kosten würde.

Auch weist Meister auf die Tatsache hin, dass Hedgefonds für Liquidität und höhere Effizienz der Märkte sorgen, also doch einen positiven Einfluss haben. Das ist für viele abstrakt, aber wer schonmal schnell Aktien zu Geld machen musste, weiss, was das wert sein kann.



Konjunktur + Weltwirtschaft - Wirtschaft - FAZ.NET - Gespräch: „Eine Regulierung der Hedge-Fonds würde nicht greifen"

15 Milliarden Ausgaben: für den Arbeitsmarkt: Nutzenanalyse keine!

OK, keine stimmt *jetzt* nicht mehr. Denn jetzt sind immerhin schon ein sattes Drittel der Gesamtausgaben untersucht worden. Ernüchterndes Ergebnis: Nur magere 28% entfalten eine wissenschaftlich belegbare positive Wirkung. Sprich: Für den Staat kommt mehr bei raus als reingesteckt wird. Die sinnvollen Maßnahmen sind u.a. die Förderung von Existenzgründern, befristete Zuschüsse für Neueinstellungen, Weiterbildung und Vermittlungsgutscheine. Der ganze andere Teil entfaltet keine positive (finanzielle) Wirkung.

Puh. Wenn man das mal ausrechnet, liegt nur für (0,28*0,33=0.942) für weniger als 10% der Gesamtausgaben eine nachweislich positive Wirkung vor. Man könnte auch sagen, dass die Politiker ohne mit der Wimper zu zucken, 15 Milliarden pro Jahr ausgeben, ohne sich mal zeitnah Gedanken zu machen, ob bzw. was davon überhaupt etwas nützt. Wenn man mit dem Geld nicht mehr auskommt, erhöht man halt die Steuern

Ich habe ja schon des öfteren geschrieben, dass mir schleierhaft ist, warum in Deutschland bei jedem Problem reflexartig nach dem Staat als Problemlöser gerufen wird. Wenn jemand eine miserable Bilanz aufzuweisen hat, ist es genau dieser angebliche Problemlöser. Der Sozialstaat ist krank, das Gesundheitssystem ist kaputt, die Rentenkasse ist ein Desaster und die Arbeitsmarktpolitik auch.



Nachrichten - Wirtschaft - FAZ.NET - Arbeitsmarktpolitik: Nur 28 Cent je Euro zahlen sich aus

Mehrwegquote auf historischem Tief - Trotz Pfand

Und da hat der Jürgen (Trittin) uns doch so lange und so breit erklärt, warum man das unbedingt machen muss. Seitdem gibt es Pfand auf alle Flaschen. Und die Mehrwegquote ist auf 34,6% gefallen. Grund der Einführung war übrigens, dass die Mehrwegquote durch die Selbstverpflichtung der Industrie von 72% nicht mehr erreicht wurde. Wird jetzt das Gesetz wieder abgeschafft, weil es sein Ziel nicht erreicht hat? Sicher nicht, das macht man generell nie.

Ein möglicher Erklärungsversuch: Der Verbraucher meint mglw. dass Flaschen mit Pfand wie Flaschen mit Pfand sind. Aber die Glasflaschen beim Bier werden ziemlich häufig wiederbefüllt, die PET Flaschen nur einige Male, die alten Einweg-Dinger bei Aldi aber nie, sprich die wandern in den Müll. Nur kapiert der Verbraucher den Unterschied nicht mehr. Und dann ist es ihm egal.

Die anderen Erklärungen sind trivialer: Das Wasser beim Discounter ist so billig, dass es den Leuten egal ist.

Aber ein gutes hat das Gesetz: Tomra und Wincor Nixdorf haben viele tolle Automaten verkauft. Und der Müll fliegt nicht mehr auf der Straße rum, weil ja soviel Pfand drauf ist. Aber ob man das Gesetz deshalb als Erfolg sehen kann, glaube ich nicht.

Generell sollte man sich merken, dass zwar alle immer sofort nach dem Staat rufen, wenn irgendwas falsch läuft. Aber in vielen Fällen produziert der Staat mit viel Aufwand ein Gesetz, das wiederum viel Aufwand produziert und dessen Nutzen am Ende gegen Null geht. Aber dann ist meistens das Gesetz Schuld. Hingegen ist die Einsicht, dass der Staat manches einfach nicht regeln kann, wenn die Bevölkerung nicht mitzieht, die Meinung einer Randgruppe.



Studie: Einwegpfand verfehlt sein Ziel - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

US Wachstum deutlich schwächer als erwartet?

OK, er ist zumindest im Moment dauernd bearish. Trotzdem haben die Posts von Barry Ritzhold immer Hand und Fuß.

Als das US-Wirtschaftswachstum von 3,5% für's 4. Quartal bekanntgegeben wurde, konnte er die Zahlen nicht glauben. Zu schwach war die Immobilienbranche und zu schwach war die Autokonjunktur (vor allem die der US-Hersteller).

Jetzt sieht es so aus, als würde er Recht behalten. Bei der ersten Schätzung wurde mit einem kräftigen Aufbau der Lagerbestände gerechnet (momentan sieht es aber eher nach einem Minus aus) und auch die deutlich erhöhten Ölpreise im Dezember sind nicht richtig in die Rechnung eingegangen (im Dezember gab es entgegen der Erwartungen wieder ein deutliches Minus in der Handelsbilanz).

JP Morgan schätzt das Wirtschaftswachstum inzwischen satte 100 Punkte niedriger, Ritzhold etwa 75. Wir dürften also irgendwo bei 2,5 bis 2,75% landen.



The Big Picture | Revisiting GDP

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Akkus mit eingebauter Ladestation

Ich habe das glaube ich noch nicht gepostet. Aber ein verdammt geile Sache:  Ein Akku, den man direkt in den USB-Port stecken kann und der sich darüber auflädt. Man muss also kein spezielles Ladegerät mehr für den Akku mitnehmen. Es reicht, irgendein USB-Stecknetzteil zu nehmen (z.B. hier und aus.
Viele Handies kann man auch darüber laden, immer mehr MP Player, perfekt. Das wär doch mal was, wenn man nicht mehr 10 Netzteile und Adapter mit in den Urlaub schleppen müsste (ganz unabhängig davon, dass man nicht mit jedem Gerät wieder ein eigentlich sinnloses Netzteil mit kaufen und bezahlen müsste).

Our Products - usbcell.com

Silber - Wieso so skeptisch?

Ich bin manchmal überrascht, wie zurückhaltend viele immer noch die Edelmetalle sehen. Der Spiegel wies in einem langen Artikel auf die ganzen Gefahren von Gold hin (Währungsrisiko, keine Zinszahlung, etc.). Jetzt kommt in der FAZ ein ähnlicher Artikel. Da wird der Silber ETF, der erstmals vielen Anlegern den problemlosen Einstieg in Silber ermöglicht, in eine Ecke mit einem Cornering Versuch gestellt. Hmmm. Dabei wird nichts anderes gemacht als eine Assetklasse, die zur Jahrtausendwende so out war wie nie zuvor, wieder zurück ins Interesse gebracht.



Wir sprechen immerhin über eine Assetklasse, die seit Jahrtausenden ihren Wert behalten hat (welche Assetklasse kann das sonst noch behaupten?!?). Und die langfristig auch *immer* die Inflation geschlagen hat (das hat in den Siebzigern auch keine andere Assetklasse geschafft). Und nicht vergessen: Wenn's hartaufhart kommt, kauft mir meine Sibermünze noch ein Bahnticket ins Ausland. Und die restlichen Münzen packe ich in meinen Koffer. Das Geld in Aktien, Anleihen und Immobilien dürfte in solchen Fällen weg sein.



Edelmetalle sollte man unter diesen Gesichtspunkten betrachten: Die Rendite ist nicht wirklich schlecht, wenn auch nicht überragend. Aber Edelmetalle sind eine Art Lebensversicherung. Sollte es mal wirklich schlimm kommen, gibt es nichts, was ähnlich nützlich ist. Und im Gegensatz zu einer Versicherung ist das Geld nicht weg, wenn man die Versicherung nicht braucht.



Es spricht aus meiner Sicht fast alles dafür, etwa 5% seiner Reserven in *echte* Edelmetalle zu stecken (Münzen und Barren, am besten anonym gekauft). Wer keine eigene Immobilie hat, kann den Anteil auch ruhig auf 10% erhöhen.



Börsen Märkte - Finanzmarkt - FAZ.NET - Edelmetalle: Silberpreis - ETFs halten große Positionen

Ökobilanz von Akkus ist viel besser als die von Batterien

Und zwar mindestens um den Faktor 11, also nicht nur ein paar Prozent. Wenn man den Akku 400mal auflädt, ist der Akku der Batterie sogar um den extrem beeindurckenden Faktor 186 überlegen!

Das Ausmaß verblüfft sogar mich als Akkufanatiker. Und spätestens seit es Akkus gibt, die sich kaum noch selbst entladen und die bereits aufgeladen in den Regalen hängen, gibt es keinen Grund mehr, Batterien zu kaufen (Link).


LCA Case Studies - ScientificJournals.com

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Timing - Das Ende der Outperformance für Privatanleger

Ein paar sehr interessante Zahlen im Artikel, die zeigen, dass Privatanleger bloß nicht anfangen sollen, Markettiming zu betreiben. Kaufen und liegen lassen. Entscheidend ist nicht, *wann* gekauft wird, sondern *was* gekauft wird. Die Asset Allocation ist *das* wichtige Element, das viele Privatanleger übersehen und von dem sie keine Ahnung haben. Also wird lieber versucht, mit dem Timing bei Siemens Geld zu verdienen, statt sich darum zu kümmern, sein Geld sinnvoll zwischen Renten, Aktien, Emerging Markets und Rohstoffen aufzuteilen.



Börsen: Dümmer als der Markt erlaubt - Wirtschaft - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

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Diesmal ist es anders - Die inverse Zinsstruktur - egal

Ich verweise auf den Artikel eigentlich nur, weil es ein bedeutsames Teil in dem Puzzle ist, das mich aktuell in Bezug auf den Aktienmarkt eher zurückhaltend sein lässt.

Die inverse Zinstruktur (3-Monatszins ist höher als der 10 Jahreszins) wurde in den USA bei den letzten 10 Auftreten 8 mal von einer Rezession. Umgekehrt ist es noch beeidruckender: Es gab keine Rezession, die nicht von einer inversen Zinsstruktur eingeleitet wurde.

Der Artikel wirft ein aus meiner Sicht sehr sympatischen Blick auf die Wissenschaft: Diese scheint diesen extrem treffsicheren Indikator zu ignorieren. Er ist offenbar wesentlich besser als die Prognosen der hochbezahlten Volkswirte, die sich mit extrem komplizierten mathematischen Modellen und einem Riesentopf voller Statistik an die Prognosen wagen. Scheinbar ist die inverse Zinsstruktur schlicht zu einfach. Zu billig. Kann nix taugen.

Die Erklärungen, warum die inverse Zinsstruktur diesmal keine Rezession nach sich ziehen wird, sind ähnlich kompliziert. Ich glaube aber nicht daran. Mir ist in den USA vieles viel zu wacklig.Verbraucher, die seit Jahren entsparen (negative Sparquote), sinkende Immobilienpreise, steigende Insolvenzen durch völlig wahnsinnige Finanzierungen, ...


Bloomberg.com: Opinion




Update: Irgendwie komisch, sich schon einen Tag später selber zu widersprechen ... Aber ich schreibe ja nicht um Recht zu haben ....



Aber in einem Tag hatte ich noch ein interessantes PDF auf. Dieses baut ein Modell auf, das die Rezessionswahrscheinlichkeit nicht nur mit dem Spread zwischen dem Zinssatz am kurzen und am langen Ende vorhersagt, sondern die absolute Höhe des Zinssatzes mit einbezieht. Dieses Modell hat eine noch bessere Trefferquote, allerdings sagt es aktuell keine Rezession voraus, da dazu die Zinshöhe nicht ausreicht.
Link

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Investment-Sentiment taugt als Kontra-Indikator

Es ist zwar kaum zum wirklichen timen und traden geeignet, aber es zeigt sich, dass Phasen mit sehr guter Stimmung von unterdurchschnittlichen Phasen gefolgt werden, während schlechte Stimmung überdurchschnittliche Performance ergibt. Für Statistiker: Die Signifikanz ist mit 0,43 ziemlich hoch.

Jetzt ist nur noch die Frage, wie misst man das in Deutschland ... Ist der vor kurzem hier verlinkte JP Morgan Indikator dafür hinreichend?



CXOAG Investing Notes - Aggregate Investor Sentiment and Stock Returns

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Musterdepot: Yen Put Limit aufgeben

So, ich hatte es schon länger vor ... Aber jetzt mache ich die Drohung war.



Mein Musterdepot:



Ich beginne mit 30.000 Euro. Mein online geführtes Musterdepot ist im Gegensatz zu meinem echten am Beginn leer. Von den Aktien, die ich in der Realität habe, würde ich aktuell keine mehr kaufen, weil mir Chance und Risiko nicht mehr passen. Ich lasse die zwar alle noch laufen, aber neu kaufen würde ich die nicht mehr. Wen's interessiert: Ich habe Primacom (+80%), Bilfinger (+130%), BB Biotech (+50%), Anvil Mining (-8%), fliegt demnächst raus, aber ich kann die gerade nicht verkaufen, weil die umgebucht wurde (warum auch immer), und als Abfindungsspekulation b.i.s., was aber bisher in die Hose ging (-20%). Gerade zu Cash gemacht habe ich Dyckerhoff, bei denen ich das Abfindungsangebot angenommen habe. Ich denke allerdings ernsthaft darüber nach, die Aktien wieder zurückzukaufen. Nur nicht zum Kurs von 42, denn bei einer erneuten Abfindung zu 40 zahle ich ja drauf. Aber vielleicht kommt der Kurs ja noch mal zurück.



Wer Fragen zu den Werten hat, gerne in den Kommentaren.



Interessanter für dieses Blog sind aber meine möglichen neuen Aktien (und Optionsscheine).



Und damit fange ich dann mal an:



Order:



750 Stück HSBC Euro/Yen Put (also steigender Yen) Limit 2,50. Der Schein hat einen Basispreis von 162,17, der Stop-Loss liegt bei 158,92. Preis etwa 2,60. Der Yen muss also noch etwas schwächer werden.



Der aktueller Kurs des Yen beträgt 158,1. Wenn er etwas weiter fällt, komme ich rein, sobald er noch etwas weiter steigt, bin ich direkt wieder draußen, weil der Stop-Loss zieht. Das Risiko ist also ziemlich gering.



Sollte ich noch reinkommen und am Wochenende die Wirtschaftsminister in Essen irgendwas zum Yen und der Unterbewertung sagen, könnte es für die Carrytrader schnell eng werden. Wenn nicht, dann eben nicht. Die nächste Chance kommt bestimmt.





Europa könnte seinen Gasbedarf komplett aus Biogas decken!

Wow! Das alleine würde zu einer CO2 Einsparung von etwa 10% führen.

Der Artikel ist so lesenswert, dass es eigentlich nicht lohnt, den hier zusammenzufassen.

Eine Frage bleibt offen: Wie ist die Gesamtenergiebilanz?

Dazu habe ich im Forum bei Telepolis folgendes geschrieben:

---
Es gibt meines Wissens keine Studie.

Aber selbst die relativ sinnlose Umwandlung von Biomasse in Ethanol,
wie sie in den USA bevorzugt wird, ist schon positiv, wenn auch je
nach Ausgangsmaterial nur wenig (Mais --> Ethanol bringt nur einen
Vorteil von etwa 25%. Sprich man braucht 1 Liter um 1,25 Liter zu
erzeugen). Bei Biodiesel sieht das besser aus, vor allem, weil der
Energieaufwand zur Herstellung von Diesel geringer ist (ich
übertreibe, aber Raps muss man nur auspressen und dann kann man das
Öl schon verbrennen).

Da die Biogasherstellung (der Artikel schreibt das explizit)
technisch sogar noch einfacher ist (man muss nicht heizen, man muss
nicht aufwändig raffinieren oder trennen) dürfte die Energiebilanz
noch besser aussehen. Und wenn man zusätzlich berücksichtigt, dass
man zumindest am Anfang nur *Abfälle* nutzt (also Zeug, das
energetisch gar nichts gekostet hat) dürfte die Energiebilanz
ziemlich beeindruckend gut sein.

(Eine der Ergebnisse aus einer Energiebilanzstudie in den USA war der
Vorschlag, sich mal Pflanzen anzukucken, die man nicht spritzen und
düngen muss, weil das viel Energie kostet (Dünger herstellen ist z.B.
sehr energieaufwändig)).

Die Studien, die ich kenne, sind in meinem Blog verlinkt:
http://egghat.blogspot.com/search/label/klima

Der Artikel hier kommt auch noch dazu, der ist sehr spannend!

Bye egghat.

---

Ein wenig ärgere ich mich, weil ich schon lange Biogas für *die* unterschätzte alternative Energie halte und ich trotzdem die Aktien von Schmack Biogas nicht gekauft habe. Das ist eine grundsolide Firma mit grundsolider und bewährter Technologie in einem SUPERwachstumsmarkt. Grmmpfl, war ein Verdoppler. Und da könnte durchaus noch mehr kommen.



TP: Bio- statt Erdgas?

Milch und Kaffee

Ok, trinke eher Espresso oder Latte oder Milchkaffee, aber diese Photos sind extrem beeindruckend!



Milk meets Coffee Photo Gallery by Irene Müller at pbase.com

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Apple iPhone und wo die Multitouch-GUI herkommt

Das Video hatte ich schon gesucht, als das iPhone erstmalig demonstriert wurde. Also nicht das, was im verlinkten Artikel groß drin ist, sondern das, was unter Jeff Han verlinkt. Das zeigt die Idee als der noch in der Forschung war.

Zeigt die Mächtigkeit der Multitouch-GUI. Manches ist sicherlich für's normale Arbeiten unspannend, aber z.B. die Photo-Organisation ist sehr beeindruckend. Und man kann so ja nicht nur Photos organisieren, sondern jede Art von Dokumenten und Dateien.

Viel Spaß! Den macht es zumindest mir, wenn man sich die Zukunft anschauen kann. Außerdem: So einen Bildschirm hätte ich auch gerne ;-)



Multi-touch: one step further - O'Reilly Mac DevCenter Blog



Direkter Link.

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US-Immo Update: 42 % mehr Zwangsvollstreckungen

Damit mir ja keiner zu optimistisch wird ...

42 % mehr Zwangsvollstreckungen in 2006 sind heftig. Und das nicht einmal auf besonders niedrigem Niveau. Es geht immerhin um 1,2 Millionen US-Haushalte, was knapp 1,1% der gesamten Haushalte entspricht. Und das in nur einem Jahr!

Und nicht vergessen: 2007 wird der Zinssatz von Hypotheken im Gesamtwert von bis zu 1,5 Billionen angepasst. Bei den meisten dürfte der Zinssatz deutlich nach oben gehen. Der nächste Schwall von insolventen Hausbesitzern dürfte damit gesichert sein. Die Frage ist nur, wie groß der wird ...



Home foreclosures surge 42 percent in 2006 - Jan. 25, 2007

Noch ein kleines Update: Wenn man sich die Verpflichtungen der US-Haushalte für Schulden und Hypotheken anschaut, weiss man schnell, dass diese Bereinigung wohl erst begonnen hat. Interessant in dieser Hinsicht die dritt- und vorletzte Grafik auf dieser Seite.

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Optimismus der deutschen Aktienanleger auf Rekordhoch

Und ich dachte, es gäbe keinen Optimismus?!?



Der J. P. Morgan Asset Management Investor Confidence zeigt mit 70,7% optimistischen deutschen Privatanlegern ein neues Rekordhoch an.



Ich bleibe bei meiner vorsichtigen Meinung. Mir ist die Stimmung zu positiv. Mir ist die Risikoneigung zu hoch. Mir sind die Risiken an vielen Stellen (Unternehmensanleihen, Emerging Markets, Hedgefonds, ...) nicht adäquat gepreist.



Und wenn der Kaldemorgen sagt, dass eine Hausse nie in Normalität stirbt, ist das zwar richtig. Aber es heisst noch lange nicht, dass wir in einer Hausse nicht auch mal 20 oder 30% nach unten gehen können. Wir haben nicht schon wieder 2000, wir stehen nicht vor 50, 60 oder 80% Minus. Aber vielleicht haben wir 1987 oder 1991. (OK, vielleicht haben wir in den BRIC-Staaten sogar das Jahr 2000, aber in den USA oder Europa nicht. Da ist nicht genügend heiße Luft für eine richtig große Baisse.)



FAZ.NET: Die Anleger werden langsam euphorisch.

Skype == Bundestrojaner ?!?

Huh? Skype liest das BIOS aus? Warum denn das?

Die ID der Netzwerkkarte bekommt man auch anders. Die CPU-ID auch. Die Seriennummer des Boards? Hmmm.

Die Diskussion bei Slashdot ist beachtlich:

a) Skype ist natürlich Closed Source und daher weiss keiner genau, was die Software macht. Schlecht.
b) Skype kommt von den Leuten, die vorher Kaazaa, eine bekannte Tauschbörsensoftware gemacht haben. Die wirklich Magie darin war die Überwindung der Firewall. Dieser Teil der Software hat's in Skype geschafft.
c) Skype ist offenbar voll mit verschlüsseltem Code, selbstmodifizierendem Code und Timingschleifen (Link). Das alles soll verhindern, das jemand dahinterkommt, was Skype eigentlich treibt. Das *kann* dazu dienen, die Verschlüsselung geheim zu halten (wobei ein gute Verschlüsselung genau das nicht braucht). Das kann aber auch anderen Zwecken dienen (z.B. abhören zu können).
d) Damit sind wir schlussendlich bei der Verschwörungstheorie: ebay hat nur deshalb Skype gekauft, damit das in US Hand kommt(Link). Klingt (leider) nicht so unlogisch.

Das ist übrigens nur aufgefallen, weil Windows Vista 64 bit den Zugriff auf das Bios nicht erlaubt.

Slashdot - Why Does Skype Read the BIOS?

Und eine kurzer Artikel bei Heise.

Update (09.2.2007): Entwarnung! Skype hat Stellung bezogen. Die BIOS Abfrage kommt nur von einem käuflich zu erwerbendem Plugin und dient dem Kopierschutz. Meldung bei Heise. Ich glaube das jetzt mal so. Interessant bleibt aber trotzdem, wie lange so was unentdeckt bleibt.

Warnung vor A.I.S und G.I.B.

Und mal wieder Neues vom Graumarkt ...

beide Aktien haben schon etwa Faktor 7 bis 8 vom Tief aus gemacht. Die Masche scheint noch zu funktionieren ...

Aber lest selbst:



US-Trading Report » Blog Archive » A.I.S. AG (WKN 649 290) und G.I.B. Global Intelligence Board (WKN A0HHA8) – Dringende Warnung vor diesen Aktien

Antioxidantien: Alles nur ein Märchen?

Tja, wäre nicht das erste Mal, dass das Ergebnis *einer* Studie zu einem Milliardenmarkt hochgepusht wird und dabei die ganze Zeit unterschlagen wird, dass ein Haufen anderer Studien *keinerlei* Wirkung feststellen konnten.

In der Theorie ist es so: Frei Radikale können das Erbgut schädigen. Sie gelten unter anderem als mögliche Ursache für Krebs und Alzheimer. Schluss: Freie Radikale sind schlecht. Gibt man jetzt zu den freien Radikalen Antioxidantien (z.B. Vitamin E) hinzu, reagieren die und die freien Radikale werden gebunden und gelten damit als unschädlich. In der Petrischale funktioniert das auch gut. In der Praxis, sprich im menschlichen Körper, bleibt der Nachweis bisher aus. Im Gegenteil: Eine Studie behauptet sogar, dass die Sterblichkeit durch die Einnahme von viel Vitamin E sogar steigt(!). Gut, die Studie ist umstritten, aber immerhin steht's damit unentschieden. Eine Studie sagt positive Wirkung, eine sagt negative Wirkung und der Rest sagt keine Wirkung. Komisch, dass man von der einen Studie dauernd was liest und das Common Knowledge geworden ist und die andere Studie niemand kennt.

Auch die Betacarotin-Geschichte (Betacarotin ist gut für Raucher) scheint komplett falsch zu sein. Die bisher größte Studie zu diesem Thema wurde sogar abgebrochen, weil sich herausstellte, dass die Betacarotin nehmenden Raucher sogar ein höheres Risiko hatten!

Interessant ist im übrigen auch, dass Kaffee und Tee wahre "Freie-Radikalen-Bomber" sind. Kaffee ist z.B. voll mit Wasserstoffperoxid, ja, genau dem Zeug, mit dem Haare gebleicht werden. Trotzdem zeigt mehr als eine Studie eine positive gesundheitliche Wirkung. Das ist mit der Antioxidantien-snind-gut-These überhaupt nicht vereinbar.

Und noch ein kleiner Informationhappen: Es gibt 8 verschiedene Arten von Vitamin E. Nur eine davon wird von der Leber aufgenommen und verarbeitet. Wie der Wissenschaftler so pragmatisch meint: Wir wissen nicht warum, aber die Natur wird sich schon was dabei gedacht haben. Viel Spaß übrigens beim Rausfinden, ob deine Vitamin-E-Kapsel das richtige enthält.

Übrigens ist die Empfehlung der Wissenschaftler relativ einheitlich: Esst gesunde Lebensmittel. Frisches Obst, frisches Gemüse, Vollkorn, Nüsse, Fisch. Darauf ist das Biosystem Mensch eingestellt. Daraus holt er sich alles was wichtig ist.

In der New York Times stand das ganze mal in sieben Worten: Esst Lebensmittel, nicht zu viel, hauptsächlich Pflanzen (Eat food, not too much, mostly plants). Die einzige sinnvolle Ergänzung, die man zur Erklärung noch machen müsste, ist das alles das "Food" ist, was auch deine Oma in ihrer Jugend schon als "Food" gekannt hat. Also keine Pizza, keine Hamburger, kein Mikrowellen-Fertiggericht, ... Je weniger ein Produkt bearbeitet ist, desto gesünder ist es tendenziell.

Wen das Thema Nahrungsergänzungsmittel interessiert, in der Zeitschrift Ökotest war auch ein böser Verriss von fast allem, was man kaufen kann. Viele werden den Schreiber einfach für durchgeknallt halten, aber was der schreibt ist scheinbar viel fundierter als das was man in der üblichen Presse so liest.

The antioxidant myth: a medical fairy tale - health - 05 August 2006 - New Scientist

US-ImmoUpdate: 34 % mehr Häuser stehen zum Verkauf

Also wer glaubt, dass sich der Immobilienmarkt bereits jetzt schon gefangen hat, könnte daneben liegen.

Normalerweise dauert das länger. Wie jetzt scheinbar auch. Die Zahl der Häuser aus der Vergangenheit, die noch nicht verkauft wurden, geht noch nicht zurück. Auch wenn der Nachschub durch Neubauten schon nachlässt, dauert es halt immer, bis der aufgestaute Berg abgearbeitet ist. Das ist die eigentlich interessante Zahl. Wenn die zurückgeht, bildet sich der Boden.



Number of vacant homes for sale surges by 34% - MarketWatch

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Und noch eine große Pleite im Graumarkt

Wer nicht hören will ...

First Real Estate ist pleite. Etwa 60 Mio. Euro sind weg. Wohl komplett und für immer.

Nach der Eurogruppe, Vermögensgarant AG, der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West und DM Beteiligungen in 2006 schon wieder eine Firma, an deren Werbung ich mich noch erinnern kann.

Im Artikel ist allerdings ein fetter Fehler, denn die 30 Mio., die jährlich in den Grauen Kapitalmarkt fließen, sind *viel* zu wenig. Es sind wahrscheinlich eher 30 Milliarden.

FTD.de - Geldanlage - Portfolio - Verloren im Graumarkt

Zum gleichen Thema noch ein Artikel in des FAZ.

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Sentimentanalyse ist seeehr schwierig

Auch wenn es manche anders sehen ...

Eine einfache Analyse des Sentiments führt nicht weiter. Wer einfach kauft, wenn das Sentiment "unten" ist und verkauft, wenn das Sentiment "oben" ist, wird kein Geld verdienen. Dazu gab es sogar eine Untersuchung, die ich aber leider nicht finden kann.

Wer Sentiment traden will, muss offensichtlich noch andere Faktoren hinzuziehen. Nur welche, weiss ich auch nicht ...

Mark Hulbert beschreibt sehr schön, wie er selbst Ende November das Sentiment für so gut hielt, dass eine schwache Entwicklung folgen muss. Nur wissen wir alle, dass es seitdem noch weiter nach oben ging. Das Sentiment hat sich interessanterweise wieder leicht verschlechtert, auch wenn es weiterhin deutlich positiv ist.

Sehr verwirrend ...

Contrarian sell signal continues to be postponed - MarketWatch

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Cobracrest: Nichts als Lug und Betrug



Und das in einer Dreistigkeit, die dem Fass echt den Boden ausschlägt. Da versuchen diese Betrüger den dämlichen Trick mit der Übernahme einfach nochmal.



Man fingiert einfach eine Übernahme zu einem bestimmten, natürlich hohem Preis und hofft dann darauf, dass genügend Idioten den Aktienkurs auf dieses Niveau treiben. Auf dem Niveau vertickert der Initiator schnell seine Aktien und nachher platzt aus fadenscheinigen Gründen das Angebot.

Nun liegen der WiWo offenbar Papiere vor, aus denen klar hervorgeht, dass das neue Angebot aus dem Januar 2007 von den gleichen Leuten initiiert wurde, denen Cobracrest eh schon gehört. Aber lest selbst:

Cobracrest: Neues Uebernahmeangebot offenbar fingiert - WirtschaftsWoche Nachrichten

Zumindest beim Schreiben der Adhoc-Mitteilungen gibt es schon fast komisch anmutende Kreativität: News bei Finanztreff

Übel übel, das ist doch immer der gleiche Mist ... Würde mich nicht überraschen, wenn IFEX oder Nascacell nicht genauso substanzlose Buden wären.

Die Masche ist doch immer die gleiche, man bringt eine Idee an die Börse, verspricht das Blaue vom Himmel und haut eine KE nach der anderen raus. Kaufen sollen (und leider auch tun) die Kleinanleger, die sich nicht vorstellen können, wie abgezockt manche sind.

Buchkritik zu Ken Fisher's Buch

für alle, die sich auch überlegt haben, dieses Buch zu kaufen, ein Link auf eine Kritik.



The Confused Capitalist: Book Review: The Only Three Questions That Count, by Ken Fisher


Teil 2

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Das mit dem Yen spricht sich langsam rum ...

Möglicherweise *die* Bewegung des Jahres. Der Yen ist einfach viel zu billig.

Würde mich auch nicht wundern, wenn sich wieder ein Hedgefonds beim Auflösen der Carry-Trades zerlegen würde.

Schlappe 10% Minus bei den Industriemetallen haben offenbar schon wieder einen Fonds in die Enge getrieben. Siehe FT.

Das Börsen Weblog: Worst Case Szenario für den Yen Carry Trade?

Noch ein Artikel im WSJ, der genau das Gegenteil meint. Japan könne schlichtweg die Zinsen nicht erhöhen, weil sonst die Wirtschaft direkt wieder absaufen würde.

Noch ein kleiner Artikel in der FTD zum Thema

Versteckte Seriennummer in Deinem letzten Ausdruck?

Hört sich an wie eine dumme Verschwörungstheorie.



Dass man bei jedem Platt Papier aus deinem Drucker nachweisen kann, dass der aus deinem Drucker kommt und wann du es ausgedruckt hast. Wir leben doch nicht in einem Überwachungsstaat! Oder doch?



Denn wenn Dein Drucker ein Farblaser ist, ist die Chance ziemlich groß, dass genau diese Verschwörungstheorie trauriges Fakt ist.



Das ist natürlich nur eingeführt worden (aber so unglaublich still und heimlich), um das Ausdrucken von Falschgeld am eigenen Drucker zu verhindern. Du musst nur dem Staat vertrauen. Warum der Dir nicht vertraut, kann ich Dir leider nicht sagen und das darfst Du auch gar nicht fragen.



Kurze Einführung bei der EFF: EFF: Is Your Printer Spying On You?



Liste der (nicht) betroffenen Drucker.


Update: Bei Slashdot ist ein interessanter Artikel, der noch zu weiterem Nachdenken anregt ... Wenn man in Farbdruckern so geheime Wasserzeichen unterbringen kann, wer hindert jemanden daran, das gleiche Verfahren schon lange einzusetzen? Bei Gewinnspielen (Marketing-Leute tracken gerne alles)? Naja, jetzt gibt's immerhin eine Software für's Kamera-Handy, mit der man genau diesen Geheimcodes auf die Schliche kommen kann. Bin mal gespannt, was dabei alles so rauskommt ...



32 Gründe, warum die Aktien auch dieses Jahr weiter steigen

Toller Artikel, vor allem, weil ich eigentlich zu viele Doomsday-Blogs lese ... Öl auf 20 Dollar in drei Jahren. Gewagt, gewagt.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich insbesondere dort die Prognosen passend finde, wo Doomsday vorausgesagt wird ;-) z.B. in Vietnam und China. Diese Märkte sind objektiv überbewertet. Und zwar deutlich. Auch wenn ich den Aktien in Europa und den USA nicht viel zu traue, ist die Situation "hier" nicht annähernd so klar. Das Aktien-KGV liegt immer noch unter dem der Anleihen, etc. pp. Das heißt die gaaanz große Überbewertung haben wir noch nicht. Und deshalb bin ich ja schlussendlich auch weiterhin investiert.

32 Reasons Stocks Will Jump This Year

Ethanol vs. Biodiesel





Nur für die Leute, die auf mein Blog stoßen, weil sie nach regenerativen Energien suchen. Ein Link auf eine Studie, in der die Energeieffizienz von Ethanol und Biosdiesel untersucht wurde. Kurzversion: Ethanol produziert einen mageren Energieüberschuss von etwa 25%, Biodiesel immerhin von 93%.

From the Cover: Environmental, economic, and energetic costs and benefits of biodiesel and ethanol biofuels -- Hill et al. 103 (30): 11206 -- Proceedings of the National Academy of Sciences

Environmental, economic, and energetic costs and benefits of biodiesel and ethanol biofuel



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