US-Immobilienkrise - Jetzt springt der Staat ein

Und wenn die Politik sowas macht, wird dabei wie üblich nicht auf die maximale Wirkung gezielt, sondern auf möglichst viel positive Stimmung (die man dann in Wahlerfolge ummünzen kann). Egal, was ist passiert?

George W. Bush hat heute ein Programm angekündigt, mit dem überschuldete (oder kurz vor der Überschuldung stehende) Immobilienbesitzer mit niedrigen und mittleren Einkommen vom Staat Sicherheiten oder Steuergutschriften bekommen können. (Viel mehr Details sind noch nicht bekannt).

Angeblich geht es dabei um ca. 80.000 Haushalte. Angesichts der enormen Zahl von Hypotheken-Zinsanpassungen, die noch kommen (The forgotten Resets), ist das nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Kaum vorstellbar, dass das eine entscheidende Wirkung entfalten wird.

Wenn ein Käufer pleite ist, dann ist er Pleite. Wenn die Hauspreise sinken, dann sinken sie. Da kann die Politik wenig ausrichten. Vor allem wenn die Blase so groß ist, wie die aktuelle.

Ganz nebenbei fragt man sich, wieso George W. Bush, der permanent alles falsch macht, gerade jetzt genau das richtig machen sollte. Nee, glaub ich nicht. Wenn die USA das ganze Geld, das die in einem sinnlosen Krieg verbrennen, ins eigene Land stecken würden, dann gäb's vielleicht eine Hoffnung. Aber so?

Big Picture: Major Policy Shift -- or Politics as Usual?

Ich traue mich echt nicht die Rezessionswette anzubieten. Nicht weil ich nicht glaube, dass wir eine Rezession in den USA bekommen (im Gegenteil, ich werde immer sicherer). Nein, ich habe Angst vor den Auswirkungen. Denn eine Immobilienkrise + Extrem-Verschuldung der Verbraucher + Kreditklemme + Rezession sind eine Mischung, die "implosiver" kaum sein könnte.

Der Immobilienmarkt bricht ja schon zusammen, obwohl die Wirtschaft noch brummt und die Arbeitslosigkeit noch ganz nah an den Tiefstständen ist. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was passiert, wenn die Wirtschaft auch noch ins Stottern gerät? Und die Arbeitslosigkeit steigt. Und die Löhne sinken.

Update (01.09.):

Robert von Heusinger hat etwas mehr Details zum Programm von George W. : Herdentrieb: Rettungsversuch. Klappe, die zweite.

Meine Ideen dazu sind etwas lang geworden, deshalb habe ich einen eigenen Artikel daraus gemacht: Staatliche Kreditausfallversicherung zur Lösung der Immobilienkrise in den USA?

Depotabsicherung über Agrarprodukte?

Interessanter Artikel bei The Street.

Die Grundfrage habe ich mir ja auch schon gestellt. Warum reagiert Gold (und Silber) bei Kurseinbrüchen und einer (möglicherweise ziemlich üblen) Krise so gut wie gar nicht mehr? Früher sprang Gold immer an, wenn irgendwo eine Krise auf dem Radar erschien. Im Gegenteil: Gleichzeitig mit den Aktienkursen sinken auch die Goldkurse. Ist der Mythos der Krisenwährung dahin?

Beantworten kann der Artikel die Frage auch nicht, höchstens die Vermutung aufstellen, dass Gold zu populär ist. Auf die Idee bin ich aber auch schon gekommen (zu viel Spekulation in den Edelmetallen).

Interessanter ist jedoch die Frage: Gibt es eventuell eine andere Krisenwährung? Und die Antwort ist (überraschend): Agrarprodukte. Also Weizen. Mais, Schweinebäuche, Nackensteaks ;-) etc. pp. Die Korrelation zu den Aktienmärkten ist hier wesentlich niedriger, der Agrarmarkt funktioniert also als stabilisierendes Element.

Gibt es in Deutschland eigentlich ein kostengünstiges Produkt? Ich habe mal ein Zuckerzertifikat verfolgt und das hat durch üble Rollverluste bei einer Verdopplung des Zuckerpreises keine 30% zugelegt. *Das* kann's also nicht sein ...

Gold Loses Its Value as Selloff Protection (Seite 2)

Von Heusinger ist so richtig skeptisch...

... mochte seine Artikel schon immer, aber dass er direkt nach 4(!, Neid) Wochen Urlaub so bearish zurückkommt, überrascht mich dann doch.

Er hält die aktuelle Krise für die schlimmste seit den 30er Jahren. Und rechnet damit, dass die noch ein paar Jahre andauert.

Regulierung wichtiger als Transparenz

Lesen!

Inverse Zinskurve - Der gute Indikator

... für etwas Schlechtes - die nächste Rezession ...

Jetzt auch mal richtig wissenschaftlich:

“We find that a simple model for predicting recessions that uses only real-time yield curve information would have produced better forecasts of recessions than the professional forecasters provided,” Rudebusch and Williams said.

Kurz: Sind die kurzfristigen Zinsen höher als die langfristigen, ist das ein besserer Indikator für die nächste Rezession als alle ach so schlauen Volkswirte ...

Fed Paper Looks at Yield Curve-Recession Connection

Ich denke immer noch über eine Rezessionswette nach.

Wieder ein Hedgefonds pleite

Diesmal ist es der australische Basis Yield Alpha. Ein kleiner Fonds mit etwa 100 Mio. Volumen, dafür aber auch komplett Pleite (also nicht nur "vorübergehend geschlossen"). Wenn man mit einem Hebel von 10 arbeitet (wobei ich nicht weiss, ob der Fonds das gemacht hat, es dient nur als Beispiel), dann reichen 10% Minus, bis man Null Eigenkapital und nur noch einen Haufen Schulden hat.

Hedge-Fonds-Pleite steigert Investorenangst

Flussdelfin ausgestorben?

Jetzt scheint's wohl passiert zu sein.

Der Flussdelfin, den Douglas Adams in "Die letzten ihrer Art" wie einige andere vom Aussterben bedrohte Arten so witzig wie liebevoll beschrieben hat, scheint nun ausgestorben zu sein.
Zumindest wurde bei der letzten Suche bei Baaji mehr gefunden. Die Schiffschrauben haben den eigentlich seit Millionen Jahren an den dreckingen Jangtse perfekt angepassten Delfin (blind, aber supergutes Gehör zu Orientierung) das Leben schwer gemacht: Die Schiffsschrauben waren zu laut. Douglas Adams war schon damals sehr skeptisch, wie sich jetzt zeigt, zurecht.

Das Buch ist übrigens extrem lesenswert. Ich finde sogar, dass es sein Bestes ist. Spannend, unterhaltsam und trotz des üblichen Satiriker-Bisses voller Herzenswärme und Respekt vor der Natur.

Goodbye and thanks for hmmm nothing.

Update (8.8.07):

Keine Nachricht mehr vom Baiji

Tja, die Hoffnung muss man wohl aufgeben.

BoingBoing hat die Story auch. Und hat sich die Mühe gemacht, den Text von Douglas Adams dazuzusetzen. Douglas Adams on the now-extinct Baiji dolphin. Ich muss mich wiederholen, aber das Buch ist toll!

Update (30.8):

Na, lebt er vielleicht doch noch?

Rare Dolphin Seen in China, Experts Say

Nokia beißt in den Apfel

Nokias iPhone Clone.

Sitzt Nokia jetzt in China? Oder warum kopieren die sooooo billig das iPhone?

Das Problem: Der Erfinder (Apple) macht zu viele Sachen falsch, die dieses vom Bedienkonzept her revolutionäre Handy dann doch entwertet:

a) Keine wechselbare Batterie
b) Kein UMTS
c) Kein GPS
d) Keine nativen Programme (zumindest nicht offiziell)

Daneben noch ein paar kleinere Makel wie keine Videoaufnahmen, kein Bluetooth-Audio, etc. was ich aber alles nicht so schlimm finde.


Hätte das iPhone a bis d, wäre es der absolute Killer und Nokia könnte machen und kopieren, was die wollen, die wären doch chancenlos. So aber gibt's genug Angriffspunkte, ein Gerät herzustellen, dass über etwas schlechtere Bedienung, aber mehr Features (Navi über GPS z.B.) das wieder wett macht.

Die Geldmenge wächst kräftig - Wieso fehlt eigentlich Liquidität?

Im Juli ist die Geldmenge mit 11,7% im Jahresvergleich meldete die Bundesbank gestern.

Da frage ich mich, wieso angesichts dieses extrem hohen Geldmengenwachstums den Banken die Liquidität fehlt ...

Ein Rätsel. Eigentlich braucht man ja nur soviel Geld wie Wirtschaftswachstum + Inflation ausmachen. Und das sind nicht annähernd 11 Prozent, tendenziell eher die Hälfte ...

Any ideas?

Rezession und Leitzinssenkung - Gut für Aktien?

Leitzinssenkungen sind normalerweise gut für Aktien - Das ist Common Sense. Die Statistiken für den Durchschnitt belegen das auch. Auf Jahressicht steigen die Aktien im S&P 500 um 17,4% nach der ersten Leitzinssenkung. Ein sehr guter Kaufzeitpunkt also.

Leider sind Leitzinsenkungen, die zu spät kommen, doch nicht gut. Zu spät heißt: Zu spät, um eine Rezession zu verhindern. Dann ist die Performance deutlich schlechter, vor allem bei den kleineren Werten.

In diesen Phasen sind Anleihen und Cash nicht das schlechteste. Unter Risikogesichtspunkten sollte man diese also wählen, weil man eine ähnliche Rendite bei viel geringerem Risiko bekommt.

Merrill Lynch’s economic and strategic outlook

Was mir an dem Artikel aber noch besser gefiel, ist die Grafik über die BIP-Prognosen zu Beginn der Rezession. Da ist erschreckenderweise nicht eine einzige Rezession dabei, die korrekt vorhergesagt wurde. Nicht eine. Und wir reden nicht von einer Prognose ein Jahr im Voraus, sondern von den Prognosen just in dem Monat, in dem die Rezession begann (da die Zahlen aber verzögert kommen, merkt man das auch immer erst später) Teilweise lagen die Wachstumsprognosen noch bei mehr als 3 Prozent Plus bei einem dann tatsächlich eintretenden Minus von -1,4. Im Schnitt liegt die Schätzung um mehr als 3,1% daneben ...

Und am Ende des Artikels kommt eine Aufzählung von Wirtschaftsindikatoren, die alle solch hohen Trefferquoten haben wie "bei 7 der letzten 8 Rezessionen war das auch so". (Einbrechende Autoverkäufe, einbrechende Hausverkäufe, Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,5%, Consumer Confidence , etc. pp). Und nicht zuletzt die inverse Zinsstruktur. Ich habe darüber hier schon einige Male geschrieben und ich bleibe dabei: Der Indikator ist derart zuverlässig, dass ich darauf einfach viel mehr gebe als auf die Volkswirte, die doch nie richtig liegen. Ja, der Indikator ist doof und langweilig und die Interviews von den Volkswirten sind immer spannend und hochwissenschaftlich. Aber es zählt, wer Recht hat.

Die inverse Zinsstruktur haben wir übrigens jetzt seit 14 Monaten. Was ziemlich genau der durchschnittlichen Verzögerung entspricht, mit der die Rezession dann kommt (wenn sie denn kommt) ...

Ich überlege ernsthaft, eine neue Wette anzubieten ... Die egghat'sche Rezessionswette ...

Was einem die Hedge-Fonds-Manager jetzt so schreiben

Ausreden, nichts als Ausreden ...

Was die Hedgefonds-Manager jetzt so zur eigenen (destaströsen) Performance. Die Märkte sind schuld. Lernt man eigentlich nicht gaaaaanz am Anfang eines jeden technischen Tradingbuchs die Regel: Der Markt hat immer Recht? Naja, wenn man man 7 oder 8 stellige Summen pro Jahr verdient, liest man wohl andere Bücher als ich sie lese ...

Da ich als Normalsterblicher diese Briefe ja auch nie zu Gesicht bekommen werden, fand ich die ganz spannend:

"Dear Investor" -- Quant Letters to Clients

US-Immobilienmarkt bleibt am Boden

Wenig überraschend kommen vom Immobilienmarkt in den USA weiterhin schlechte Nachrichten.

Die Zahl der Wohnungsverkäufe geht zurück, der Berg von unverkauften Wohnungen wächst weiter.

Home inventories rise to 16-year high

Der Immobilienmarkt ist riesig. Und wie ein riesengroßer Tanker braucht er lange, bis die Wende geschafft ist. Die kommt dann langsam, wenn die Zahl der neugebauten Häuser noch weiter zurück geht, während die Zahl der verkauften Häuser langsam wieder anzieht. Da sind wir noch nicht.

Ich schätze, wir haben vielleicht die Hälfte der Strecke hinter uns. Angesichts der Problematik auf der Finanzierungsseite (die ich immer als das eigentliche Problem gesehen habe und dabei noch viel zu optimistisch war) war die von vielen Analysten geäußerte Hoffnung auf eine milde Krise für mich völlig unverständlich.

Ich weise auch gerne nochmal auf die Grafik mit den jetzt noch kommenden Zinsanpassungen bei den variabel verzinsten Hypotheken hin: The Forgotten Resets. Wir sind jetzt vier Monate (sprich vier Balken) weiter, aber der höchste Punkt ist noch nicht hinter uns. Es werden noch jede Menge Immobilienbesitzer die Grätsche machen und es werden noch viele weitere Immobilien auf den Markt kommen. Dass das nicht gut für die Preise und die Stimmung ist, muss ich wohl nicht anmerken.

Update:

Noch zwei Links:

Zum ersten Mal seit 1950 wird der mittlere Hauspreis in den USA dieses Jahr sinken: Drop Foreseen in Median Price of U.S. Homes.

Zwangsvollstreckungen im Juli plus 9% gegenüber Juni und fast verdoppelt gegenüber dem Vorjahr: July Foreclosures Up 9 Percent From June

Update (28.8):

Case Shiller Hauspreisindex sinkt um 3,2% im Jahresvergleich, so stark wie nie zuvor: Home prices fall record 3.2% nationally

US-Konsumentenvertrauen bricht ein

zwar wie erwartet, aber trotzdem darf man das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn das kann man nicht wie das Sentiment der Aktienanleger als Kontraindikator sehen. Wenn die Konsumenten, die den großen Teil der US-Wirtschaft ausmachen, anfangen zu sparen, wird ein vernünftiges Wirtschaftswachstum nicht entstehen können.

Die logische Kette aus Immobilienkrise ---> sinkende Hauspreise --> höhere Verschuldung --> Verunsicherung der Konsumenten --> Verringerung der Konsumausgaben --> schwächeres Wirtschaftswachstum ist einfach zu offensichtlich.

U.S. consumer confidence falls sharply in Aug.

SachsenLB: Doch höhere Verluste als zugegeben?

Gut, als die SachsenLB die 500 Mio Schadden dementiert haben, habe ich denen kein Wort geglaubt. Es packt doch keiner Milliarden an, packt die in eine unkontrollierte Tochter und hat dann in einem komplett zusammenbrechenden Markt keine relevanten Verluste (während alle anderen mindestens 5% oder 10% abschreiben müssen ...).

Jetzt sind laut Leipziger Volkszeitung doch 660 Mio. Schaden wahrscheinlich. 250 Millionen davon sind bereits ausgefallen und 350 Millionen gelten als extrem ausfallgefährdet.

SachsenLB von neuen Verlusten bedroht.

So lange die Wahrheit so salamischeibenartig an die Öffentlichkeit kommt, wird das Vertrauen in den Markt nicht wieder hergestellt werden. Man wird das Gefühl nicht los, dass die aktuelle Hauptaufgabe zu sein scheint, das wahre Ausmaß zu vertuschen, nicht die Auswirkungen zu beheben ...

Enormer Spread zwischen T-Bill-Rate und CP - Guter Kaufzeitpunkt?

Ich habe in der letzten Wochen schon darauf hingewiesen: Die US-Staatsanleihen mit drei Monaten Laufzeit rentierte in der letzten Woche ungewöhnlich deutlich unter dem Leitzins und auch unter den dreimonatigen Commercial Papers, also Anleihen von Firmen. Alles flüchtete in Qualität (siehe z.B. hier: Das Risiko ist zurück! Wirklich?)

Bei Traderfeed gibt es jetzt ein historische Betrachtung diese Extremsituationen. Und sie mal an: Alle drei bisherigen Vorkommen waren sehr gute Long-Term-Kaufzeitpunkte. Sehr interessant!

When Traders Shun Commercial Paper: A Historical Look

Wie weit gehen die Immobilienpreise noch runter?

Ich habe ja heute schonmal geschrieben, dass ich mich, seit ich diese Immobilienkrise in diesem Blog verfolge, vehement gegen die Mainstream-Einschätzung gestellt habe und nie davon ausgegangen bin, dass diese Krise nur mild und kurz werden wird. Durch die Kombination aus hohen Preisen und wackliger Finanzierung konnte das einfach nicht gut ausgehen.

Die interessante Frage (nachdem jetzt geklärt wäre, dass es noch weiter nach unten geht ...) ist, *wie* weit geht es noch nach unten?

Goldman Sachs schätzt jetzt, dass die Hauspreise etwa 15% überbewertet sind und man mit Rückgängen von 5 bis 15% rechnen muss. Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass die Verfügbarkeit der Kredite gerade massiv zurückgeht und dass die Mieten (die natürliche Konkurrenz zum Eigenheim) nur wenig gestiegen sind, könnte der Rückgang auch 30% betragen.

Und die HSBC schreibt, dass in bestimmten "Bubble Zones" die Bewertungen 35 bis 40% zu hoch seien. Die Gesamtsumme der Bubble Zones beträgt etwa 50% des US-BIPs oder das BIP von Deutschland + UK + Frankreich (nur damit keiner auf die Idee kommt, es handelt sich hier um einen Witz ...). Das wirkliche Problem vieler allzeitschlauer Kommentatoren: Der HSBC-Bericht stammt aus dem Januar 2006. Sag da nochmal jemand, das wäre alles nicht vorhersehbar gewesen ...

How Low Will Housing Go?

Und die Chinesen haben im Subprime-Spiel auch mitgemacht

Es war auch ziemlich blauäugig zu glauben, dass die Chinesen keinen einzigen Dollar dort investiert haben. Immerhin ist der Subprime-Markt etwa 1 Milliarde Dollar groß und die Chinesen horten über 1 Billionen Dollar Währungsreserven. Da müssen eigentlich auch ein paar Promille des Geldes in ABS geflossen sein.

Es sind 12,5 Milliarden, davon 11,25 bei der Bank of China und 1,22 Milliarden bei der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC).

Auch die Staatsbank von Singapur, die DBS, hat 1,6 Milliarden investiert.

Also nicht nur Stupid German Money ...

Amerikanische Hypothekenkrise erreicht China

Anleihen-Spam

mal ne ganz neue Variante: Nicht ein Spam für irgendeine obskure Aktie, sondern für 16 % Zinsen.

---

Von: geldanlagen.online@gmail.com
Betreff: Ihre Geldanlagen. Zu niedrige Zinsen auf Ihrem Konto.
Datum: 25. August 2007 12:36:13 MESZ
Antwort an: geldanlagen.online@gmail.com

Zu niedrige Zinsen bei Ihrer Bank? Wir vermitteln einen Zinssatz von bis zu 16 Prozent! Haben wir Ihr Interesse geweckt? geldanlagen.online@gmail.com Bitte senden Sie uns Ihre Telefonnummer. Wir rufen Sie an!

---

16 Prozent Zinsen sind natürlich komplett unseriös! Wenn man am Kapitalmarkt 16% Zinsen haben möchte, muss man Anleihen von So-gut-Wie-Pleite-Unternehmen kaufen. Und die machen dann dummerweise meistens auch Pleite ... Man bekommt dann noch ein oder zweimal seine Zinsen, aber dann ist Ende und man sieht das wichtigste, die Rückzahlung leider nicht mehr.

FINGER WEG!

Abrakadabra - Da war ein Gewinn da ...

Puh, das ist mal kreative Buchführung ...

Dass die Banken alle hingegangen sind und die Risiken außerhalb der Bilanz in speziellen Töchtern geparkt haben, hat sich ja schon rumgesprochen. So eine Bankenaufsicht oder ein Auftauchen des ganzen Mülls in der Bilanz ist halt doof und macht nur Ärger.

Aber das hatten wir ja schon bei Enron. Aber dass die Parallele zu Enron noch weiter geht, hätte auch ich nicht gedacht ...

Bloomberg hat einen sehr interessanten Bericht aus der Hexenküche der aktuellen Bilanzkünstler.

Es gibt zur Bewertung der Anlagen einer Bank drei Level:

Level 1: Es gibt einen Marktpreis und zu dem bewerte ich (also bei allen börsennotierte Werten)
Level 2: Es gibt einen Preis, eine Transaktione von etwas ähnlichem und daraus kann man einen Preis ableiten
Level 3: Dabei wird ein Preis aus "nicht beobachtbaren Eingaben" (Unobservable inputs) abgeleitet.

Hallo? Wie kann aus etwas, was man nicht sehen kann, etwas ableiten? Kristallkugel? Voodoo?

Naja, egal. Die hochbezahlten Experten werden es schon drauf haben. Die haben ja auch total korrekte Ratings abgeliefert und die Hedge-Fonds erwirtschaften alle die versprochen soliden und marktunabhängigen Renditen (ROTFL).

Leider ist das alles keine theoretische Übung, sondern schon sehr real:

Wells Fargo (eine große US-Bank) meldete im letzten Quartalsbericht 225 Mio. außerplanmäßige Verluste. Hört sich nicht schlimm an, das war aber auch gewollt. Denn um auf die 225 Mio. Verluste zu kommen, musste man schlappe 2 Milliarden außergewöhnliche Gewinne dagegenrechnen (man hat also über 2,2 Milliarden Verluste). Das Problem: Im Gegensatz zu den 2,25 Milliarden Verlusten, waren die Gewinne alle Level 3. Das heißt grob geschätzt. Oder so. Man rechnet gegen über 2 Milliarden sehr wahrscheinlicher Verluste (Level 1 und 2) 2 Milliarden womöglicher Verluste (die man mit nicht zu beobachtenden Inputs berechnet hat) und Bingo: Der Verlust ist (fast) weg.

Unglaublich. Ich dachte, eine Generation macht denselben Fehler wie bei der Enron-Geschichte nur einmal und jetzt wäre 30 Jahr Ruhe. Aber offensichtlich hat sich die Welt derart beschleunigt, dass der gleiche Mist jetzt schon wieder kommt.

Wells Fargo Gorges on Mark-to-Make-Believe Gains

Update (28.8.07):

Heute hat die FAZ auch einen Artikel zum Thema: Geldpolitik: Die Hypothekenkrise verschwindet nicht. Der erste Teil liest sich wie bei mir abgeschrieben ;-) aber der Redakteur hat wohl denselben Bloomberg Artikel in die Finger bekommen. Im Artikel steckt übrigens die interessante Information, dass Wells Fargo nicht die einzige Bank ist, die diese Level3-Phantom-Gewinne ausgewiesen hat.

FED mit lascheren Kreditregeln

Als ich letzte Woche auf die Nachricht über den Einstieg der Bank of America beim strauchelnden Immobilienfinanzierer Countrywide hingewiesen habe, merkte ich an, dass der Einstieg höchstwahrscheinlich politisch gewollt und eingefädelt war.

Am Wochenende kam jetzt raus, dass die FED für zwei Banken (Citigroup und (Überraschung) Bank of America) die Kreditvergabe erleichtert. Beide Banken dürfen bis zu 25 Milliarden bei der FED ausleihen (zur Discount Rate) und (im Gegensatz zu den normalen Regeln) an ihre Brokertöchter weiterreichen dürfen.

Es würden mich jetzt zwei Sachen gar nicht wundern:

a) Wenn die nächste größere Bank strauchelt, steigt die Citigroup ein
b) Beim nächsten Kurseinbruch kaufen die Brokertöchter der Bank of America und der Citigroup wie bescheuert Aktien.

a) werden wir mitbekommen und dann kann ich es kommentieren
b) bleibt aufgrund der Anonymität der Börsengschäfte wohl geheim.

Fed schleift Kreditregeln

Mal ein Rätsel zum Wochenende ...

Die Aufgabe ist einfach: Zähle die F's in folgendem Text:

---

FINISHED FILES ARE THE RE-

SULT OF YEARS OF SCIENTIF-

IC STUDY COMBINED WITH

THE EXPERIENCE OF YEARS.

---

Die Antwort ist bei vielen Leuten falsch. Weil man beim Lesen auch nicht die Einzelbuchstaben sieht, sondern die Worte. Und das noch sehr abhängig vom Kontext. Manchmal weiss man halt, was als nächstes W... folgt (siehe letztes Wort, da reicht der erse Buchstabe). Genauso sind oben Worte enthalten, die man nicht mehr so liest.

In diesem Test werden Leute, die selten englische Texte lesen (und daher langsam sind) besser abschneiden als andere, die dauernd englische Texte lesen.

Solution to Don's Amazing Puzzle

Postet mal Eure Ergebnisse. Ich habe drei gefunden (ich verrate nicht, ob das richtig oder falsch ist).

Perma-Knut

Irgendwie fehle ICH in dem Bericht ;-)


Subprime-Krise- Kassandras Erben


Perma-Bär ... Nöh, dann will ich lieber Perma-Knut sein. Ich bin ja so süß ...

P.S. Bei der Suche nach "wann kommt die nächste weltwirtschaftskrise" komm ich immerhin auf Platz 5 ;-)

ZunePhone

Haha ...



via Cruchgear

FED akzeptiert jetzt auch Hypotheken als Sicherheit!

Wow!

Damit macht die FED (wenn ich mich recht erinnere) einen bisher beispiellosen Schritt.

Sie gibt Kredite aus und akzeptiert Hypotheken als Sicherheit. Damit können sich jetzt die ganzen Firmen refinanzieren, denen auf ihre Sicherheiten sonst niemand mehr Kredit gibt.

Der Schritt hat das Zeug dazu, die ganze Liquiditätskrise endgültig zu beenden. Mit der Gefahr, dass die ganzen schlechten Risiken bei der FED hängen bleiben. Da scheint der FED aber lieber zu sein als eine nachhaltige Austrocknung der Liquiditätslage.

Werde gleich nochmal ein Update hinterherjagen, wenn die Lage klarer wird.

1. Update: Komisch, die Nachricht kann man nirgendwo finden. Es kam aber als E-Mail-Alert von Marketwatch:

--

To ensure you receive this e-mail in the future, please add MarketWatchMail.com to your list of approved senders.

8/23/2007 8:44:16 AM ET

Breaking News Bulletin: Fed accepts mortgages as collateral in lending $7 billion to banks via 14-day repo

http://marketwatch.com/r.asp?g=3376AC3B15CE421AB8D56F1DC679A766&d=bnb

---

Schau'n mer mal.

2. Update:

Durch den (leider anonymen) Kommentar bin ich darauf gestoßen worden, dass die Nachricht wohl schon älter ist. Und tatsächlich findet sich bei Bloomberg ein passender Artikel vom 10. August. Auch damals hat die FED schon Hypotheken als Sicherheit akzeptiert.

Fed Adds $38 Bln in Funds, Most Since September 2001 (Update9) .

Also dieser E-Mail-Alert war etwas spät, interessant bleibt das aber trotzdem (scheint mit eine komplett übersehene Nachricht zu sein).

Update (27.8):

Ich habe heute nochmal einen Artikel gefunden, der das Ganze ziemlich exakt erklärt: Fed Acts More Directly to Shore Up Battered Asset-Backed Commercial Paper Market. Die FED akzeptiert jetzt Sicherheiten, die hinter den Asset Backed Securities (ABS) stecken, falls diese nicht verkauft werden können. Der Markt sieht das teilweise als Änderung der bestehenden Politik, teilweise auch nur als öffentliche Erlärung einer schon länger bestehenden Regel.

US-Hypothekenkrise: Ein kurzes Update

US Hypothekenfinanzierer First Magnus pleite: Weiteres Institut insolvent. War einer der größeren.

Die EZB hat gestern wieder 40 Milliarden zusätzliche Liquidität in den Markt gegeben: EZB pumpt erneut Milliarden in den Finanzmarkt. Diesmal überraschend langfristig für 3 Monate. Die bisherigen Aktionen waren immer mit extrem kurzer Laufzeit (nur bis zum nächsten Handelstag).

Die SachenLB hat erstmalig die Investments im Subprime-Bereich genannt: Sachsen LB mit 3,5 Mrd. Euro in Subprime. Den möglichen Schaden von 500 Mio. hat man vor kurzem noch dementiert. Bei 3,5 Milliarden Schrott scheint mir dieses Dementi tendenziell zu optimistisch.

Auch die HSH Nordbank (Landesbank für Norddeutschland) ist investiert (oder besser involviert): Subprime-Krise trifft die HSH Nordbank. 1,8 Milliarden Euro stecken in Subprime-Krediten. Allerdings seien die unkritisch, die Ratings seien alle AA oder besser. Man wird sehen, was die Ratings taugen. In der Vergangenheit leider nichts.

Bank of America steigt beim kriselnden US-Immobilienfinazierer Countrywide ein: Bank of America hilft bei Countrywide aus. Eine Wandelanleihe im Volumen von 2 Milliarden Dollar. 7,5 % Zinsen, Umwandlung zu 18 Dollar je Countrywide-Aktien möglich. Countrywide-Aktie steigt etwa 20%.

Bei dieser Stützungsaktion kann man davon ausgehen, dass das politisch initiert und begleitet wurde. So wie in Deutschland bei der IKB-Stützungsaktion.

Lehman Brothers macht Subprime-Tochter dicht: Lehman shuts BNC Mortgage unit, cuts 1,200 jobs.

Ich schätze, dass von dieser Sorte Nachrichten werden noch einige kommen ...

Discount Rate wird genutzt ...

... interessante Entwicklung ...

Offenbar scheinen die Banken verlernt zu haben, was die Discount Rate (die die FED letzten Freitag gesenkt hat) eigentlich bedeutet. Nicht viel mehr, als ein unbegrenzter Kredit für 30 Tage zu einem festen Zinssatz direkt von der FED.

Die Discount Rate hatte einen schlechten Beigeschmack, da sie immer als "letzte Möglichkeit" galt. Sprich: die Banken, die sonst nirgendwo mehr Geld bekamen, gingen zur FED und holten sich dort das Geld. Als sicher galt dabei, dass die FED die Banken, die sich auffällig hohe Kredite besorgt haben, sofort genauestens unter die Lupe nahm. Deshalb haben sich die Banken oft das Geld lieber bei einer anderen Bank geliehen, auch wenn diese einen höheren Zins als die FED forderte.

Heute haben sich vier große Banken (darunter die Citibank und JP Morgan) jeweils 500 Mio. bei der FED geliehen und das anschließend öffentlich bekannt gegeben. Quasi als Vorbild und Vorreiter für die kleineren Banken, die sich nicht "schämen" sollen zur FED zu gehen. Denn für das Bankensystem ist es besser, wenn auch schwache Banken (die bei anderen Banken hohe Zinsen zahlen müssten) einen Kredit mit fairen und garantiertem Zins bei der FED bekommen können.

U.S. banking giants borrow $2 bln from Fed

Der ewige Skeptiker könnte natürlich auch sagen, Ha, siehsse, selbst die großen müssen schon zur FED rennen, weil sie sonst keinen Kredit mehr bekommen. Scheint mir aber nicht die richtige Interpretation der Nachricht zu sein

Bolko Hoffmann (Effectenspiegel) ist tot.

Börsianer Bolko Hoffmann ist gestorben

Auch wenn er umstritten war, nicht nur wegen seiner politischen Ambitionen (Pro-DM mit Schill), habe ich den Effecten-Spiegel immer gelesen. Manchmal hatte er eine gute antizyklische Nase.

Rest in peace.

Update (28.8): In der Süddeutschen findet sich (IMHO) ein guter Rückblick auf sein Leben: Ein Streitlustiger

Flucht in Kurzläufer mit höchster Qualität

So oder so ähnlich titelten heute die Schreiber in der Mainstreampresse. Nicht sonderlich aufregendend sollte man denken. Und auch ich hätte das fast übersehen.

Zum Glück kam ich auf folgendes Artikel, der einen Chart enthält, der die besondere Dimension deutlich macht. Darin sieht man den Leitzins der FED und den Zins, der für eine dreimonatige US-Staatsanleihe gezahlt wird. Zwei Kurven, die man normalerweise kaum unterscheiden kann. Der 3-Monatszins ist heute allerdings dramatisch eingebrochen und beträgt nur noch gut die Hälfte des Leitzinses. Zum Handelsschluss lag der Zins für die dreimonatige Staatsanleihe 70 Punkte unter dem Vortag, in der Spitze waren es sogar 120 Punkte. Außergewöhnlich!

Die Anleger schichten ihre Gelder also massiv um in höchste Sicherheit. Sie sind weder bereit niedrigere Qualitäten zu kaufen, noch ihr Geld auch nur etwas längerfristiger anzulegen.

Könnte das noch was anderes bedeuten? Z.B. dass die FED demnächst die Zinsen senken wird? Keine Ahnung, auf jeden Fall zeigen diese Bewegungen, dass die Märkte noch lange nicht zur Ruhe gekommen sind.

Fed Funds Target Rate vs 3-Month Treasuries

Update 23.8.07:

Nochmal ein Hinweis auf einen Artikel bei Econbrowser:

Whee!. Richtig erklären kann er das auch nicht, aber es scheint sicher, dass wir die 5,25% (die ja noch auf dem Papier stehen) nicht mehr wiedersehen.

Das Risiko ist zurück! Wirklich?

In einem wie sie häufig sehr guten Artikel weist das Blog Econbrowser darauf hin, dass der jüngste Anstieg der Risikoprämien im historischen Vergleich noch sehr bescheiden ist.

Econbrowser: Where's the risk?

Der Unterschied zwischen BAA bewerteten Anleihen (mitlere Qualität) und Triple-A Anleihen (beste Qualität) beträgt inzwischen wieder 200 Basispunkte (sprich die Rendite ist 2% höher). Der schnelle Anstieg um etwa 50 Basispunkte erscheint dramatisch, allerdings war der Abstand 2003 noch doppelt so hoch. Und auch wenn man länger zurückschaut, gibt es viele Phasen, in denen die Risikoaufschläge höher waren (vor allem vor, in und kurz nach Rezessionen).

Ich bleibe grundsätzlich bei meiner Meinung, dass im Moment das Risiko nicht richtig eingepreist wird. Zwar haben wir in den letzten Wochen eine (aus meiner Sicht überfällige) Normalisierung gesehen, aber Triple-A-Anleihen (also wirkliche beste Qualität von Staaten wie Deutschland etc. oder von erstklassigen Weltkonzernen) bleiben ein gutes Investment. Genau wie Aktien, von denen einige (ohne das was Schlimmes passiert ist) 20% oder mehr gefallen sind. Z.B. die in meinem Depot befindliche BilfingerBerger, die sogar deutlich besser als erwartete Zahlen lieferte und trotzdem von gut 70 auf aktuell 55 gefallen ist.

Das Motto zr Zeit scheint mir "erstklassig" zu lauten.

Was passiert, wenn man Triple-A-ABS verkauft?

Die große Frage, die man sich aktuell stellen muss. Wieviel Verluste stecken eigentlich in den bestbewertesten Anleihen?

Dass die Liquidität momentan sehr schlecht ist und daher der SachsenLB gerade die Möglichkeit fehlt, die Anleihen zu Geld zu machen, ist weithin bekannt. Dass heißt aber noch lange nicht, dass die SachsenLB auf 17,3 Milliarden Euro Verlust sitzt. Dann wäre die SachsenLB wohl Geschichte. Die SachsenLB dementierte sogar den Verlust von 500 Millionen. Also schätzt die SachsenLB den wahrscheinlichen Verlust noch niedriger ein.

Eine andere Indikation liefert jetzt Thornburg. Dieser in der Krise steckende US-Immobilienfinanzierer hat beim Verkauf von Triple-A-ABS im Wert von 20,5 Milliarden Dollar Verluste von 930 Millionen Dollar eingefahren. Auf die Summe gerechnet ein relativ bescheidener Verlust von weniger als 5%.

Jetzt kann es natürlich sein, dass Thornburg nur die guten Qualitäten verkauft hat, weil sich nur genau diese verkaufen ließen. Und der Schrott (oder Sondermüll) weiterhin in den Bilanzen schlummert. Auszuschließen ist das nicht. Aber ein positives Zeichen ist das allemal: Es gibt beste Qualitäten und diese werden auch noch in etwa wie beste Qualitäten bewertet UND diese lassen sich offenbar selbst in diesen extremen Zeiten zu Geld machen.

Mir scheinen die Medien oft auf die hohen Summen geil zu sein und den wirklichen Sachverhalt dahinter nicht wirklich richtig und deutlich darzustellen. So wie bei den Liquiditätszuschüssen auch, wo suggeriert wurde, dass die Notenbanken 50 Milliarden plus 30 Milliarden plus 90 Milliarden zu Verfügung gestellt haben. Dabei war ein großer Teil der Summe jeweils die Verlängerung des Kredits vom Vortag ...

Thornburg loses $930M unwinding portfolios

Mal wieder etwas Musik ...

Diesmal eine Band, die mir bisher total entgangen is: The Veils.

Der Song, der mich auf die aufmerksam gemacht hat, ist dieser:

The Veils - The Leavers Dance.

Der Song schreit natürlich nach dem Vergleich mit Coldplay. Aber es gibt IMHO schlimmeres ...

Auf der Website der Band finden sich noch ein paar Videos. Deutlich folkiger, deutlich poppiger. Wenn man in die anderen Stücke reinhört, ist das aber auch nicht repräsentativ. Auch der Coldplay-Vergleich kommt bei den anderen Songs nicht.

Zwei Videos

Und bei Youtube gibt's die Videos ebenfalls und ein paar Livemitschnitte. Bei folgendem sieht man auch, dass die soooo unbekannt nicht sein können. Der Jubel ist ziemlich groß.

SachsenLB mit über 17,3 Milliarden Neukredit gestützt

Damit hätte ich die Wette wohl gewonnen ... Schade, dass keiner dagegen gehalten hat.

Die SachsenLB kommt nicht überraschend. Die SachsenLB stand immer weit oben auf der Liste der möglichen Problemfälle. Auch jetzt beträgt das Risiko quasi Null, weil die Asset Backed Securities alle Triple A Rating (also das bestmögliche) haben. Trotzdem sind die Dinger aktuell nicht zu vernünftigen Preisen verkaufbar. Daher fehlt der SachsenLB jetzt einfach Geld. Halt so 17 Milliarden. Kann passieren, oder?

Die Details (die Probleme sind wie bereits spekuliert bei einer irischen Tochter aufgetreten) im Artikel vom Manager Magazin:


Milliardenspritze für SachsenLB


Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir bei der SachsenLB noch nicht alle Details kennen. Und auch, dass der weitere Toppkandidat, die WestLB, auch noch an die Reihe kommt ...

Die ganze Dementirerei (der mögliche Schaden von 500 Millionen wurde auch sofort dementiert) hilft irgendwie nicht, wenn die ganze Spekulation (die ziemlich genau sogar die irische Tochter nannte) komplett richtig ist und dann trotzdem dementiert wird. Und das zum wiederholten Mal in dieser Krise. Inzwischen glaubt den ganzen Dementis niemand mehr. Und das hilft in dieser ganzen Verunsicherung nicht weiter.

FED senkt Discount Rate!

Um 0,5 Prozentpunkte von 6,25 % auf 5,75.

Text of Fed Statement on Discount Rate

Achtung: Die Discount Rate ist nicht der Leitzins. Dieser bleibt unverändert. Die Discount Rate ist sowas wie der "maximale" Zinssatz (ich habe das nicht mehr genau im Kopf). Zu diesem Zinssatz können sich alle(?) Banken Geld leihen (bei der FED können es nicht alle). Außerdem ist dieser Zinssatz fix und ändert sich nicht bei hoher Nachfrage, was bei den normalen Geldzuteilungen zum Leitzins durchaus passieren kann. Das hatten wir letzte Woche und das war der Auslöser für die massiven Liquiditätsnachschübe der FED, die dazu dienen sollten, den aktuellen Zins für die FED Kredite und den Leitzins wieder enger zusammenzubringen.

Wenn man das kurz zusammenfassen kann: Die FED signalisiert, dass sie zu 5,75% quasi beliebig viel Geld zur Verfügung stellt. Und deutet damit im Endeffekt auch eine Leitzinssenkung an, zumindest ist das ein Signal in diese Richtung.

Ich lese negative Sachen im WSJ, aber negativ kann ich das nicht im Ansatz finden.

Kleines Update:

Und noch ein Artikel bei Marketwatch: Fed cuts discount rate to 5.75%.

Negativ finden das wohl nur die Kommentarschreiber beim WSJ. Der DAX schießt auf jeden Fall fast durch die Decke ...

Aus Wikipedia zur Discount Rate:

Another way banks can borrow funds to keep up their required reserves is by getting a loan from the Federal Reserve itself at the discount rate. These loans are very short term and rare, as they are subject to audit by the Fed and the discount rate is usually higher than the federal funds rate. Confusion between these two kinds of loans often leads to confusion between the federal funds rate and the discount rate. Another difference is that, while the Fed cannot set an exact federal funds rate, it can set a specific discount rate.


Federal funds rate

yigg it

Update (21.8.07). Eine gute Erklärung der Discount Rate findet sich hier bei Econbrowser What does the cut in the Fed's discount rate signal?. Darin wird beschrieben, wie das funktioniert und warum die FED genau dieses Mittel gewählt hat.

Der nächste US-Immobilienfinanzierer gibt auf

First Magnus Corporation, nicht sonderlich groß. Wenn Countrywide dicht machen müsste (die haben allerdings noch eine 11 Milliarden-Kreditlinie aus guten Zeiten, die die inzwischen aber auch nutzen), wäre das eine andere Nummer.

Grund für die Schließung: Die Bank bekommt kein Geld mehr, weil die Finanzierungsseite komplett ausgetrocknet ist. Die Mitarbeiter können zu Hause bleiben. Ab sofort.

Nächster Hypothekenanbieter vor dem Aus

S&P 500 im Plus!

Das nenn ich mal 'nen Turnaround.

Und ich hätt's verpennt, weil Finanztreff das liefert:




Weil so schön ist ;-) auch noch der richtige Chart:



Dann kann ich mal beruhigt schlafen gehen ...

Stimmung gut? Stimmung schlecht?

Subjektiv ist die Stimmung aktuell sicherlich ziemlich am Boden. Barry Ritholtz hat sich gerade eingeschossen auf die Leute, die meinen, dass die jetzige Krise nur durch die Leute kommt, die schlechte Stimmung machen. Als wenn es keine Gründe gäbe ...

Daher nutzt er mal die Zeit und bringt zwei Sentiment-Indikatoren, die auf Basis von echtem Geld messen. Und diesen weise ich eine wesentlich höhere Bedeutung zu als die subjektiven, die Onkel Goldberg Zahlen. Und was sagen die Zahlen:

a) Die Cashquote bei den Fonds in den USA liegt bei 3,8% und liegt damit auf Rekordtief (das übrigens aus dem Jahr 1972 stammt).

b) Das Margin Debt, also die auf Kredit gekauften Aktien (ist das richtig?), sind auf Rekordhoch.

The Negativity Bubble

Allerdings möchte ich zwei Einschränkungen machen. b) muss man immer im Zusammenhang mit den Leerverkäufen sehen. Diese waren, als ich die letzten Zahlen hatte, auch ziemlich hoch. Das heisst, es wurde nicht nur auf steigende Kurse gesetzt, sondern eben auch auf fallende. Das heisst dann nur, dass alle ziemlich spekulativ waren, aber nicht unbedingt optimistisch ... Und der zweite Punkt: Das Put/Call-Ratio (auch ein oft beachteter Stimmungsindikator) war in der letzten Woche noch überraschend stabil bei etwa 1. Das dürfte sich spätestens heute massiv geändert haben, aber den extremen Pessimismus, den wir beim letzten Einknicken im Frühling hatte, haben wir immer noch nicht.

Wenn man sich das zu Herzen nimmt, müsste man eigentlich noch negativ bleiben. Ich glaube allerdings, dass die Stimmung überbewertet wird. Aktuell ist die Stimmung der Aktienhändler ziemlich egal, weil die nur der Schwanz sind, mit dem der Hedgefonds-Hund (Bullterier, schätze ich) wedelt. Hier wollen viele Leute nicht mehr verkaufen, sie müssen. Und in einer solchen Lage kann man messen, was man will, das hilft nicht mehr viel.

Musterdepot: Limit für die HVB aufgegeben

Neben dem Kauf von Minefinders (300 Stück zu 6,10, aktueller Kurs 5,82 ... Da hätte ich schon ein paar Minuten später fast 5% billiger kaufen können), habe ich heute noch ein Limit auf die HypoVereinsbank aufgegeben.

Die HVB ist ja von der Unicredito übernommen worden, aber eben noch nicht so ganz. Ein paar Aktionäre wehren sich noch. Unter anderem geht es darum, ob die Unicredito nicht nur die Bank Austria (und deren Osteuropa-Töchter) haben wollte. Das wäre ja auch nicht so schlimm, wenn sie denn nur einen fairen Preis dafür bezahlt hätte. Dies bezweifeln jetzt viele und es sind von vielen Klagen gegen den Vorstand eingereicht worden. Dieser hätte nicht im Sinne der Aktionäre gehandelt, sondern nur im Interesse des Großaktionärs Unicredito. Dieser wollte halt möglichst wenig zahlen und will die freien Aktionäre halt auch möglichst billig raushaben. Es liegen auch Klagen wegen des Bank Austria Verkaufs in Österreich vor. Auch die Bank Austria war börsennotiert (wenn auch 75% der HVB gehörten) und deren freie Aktionäre halten den Kaufpreis ebenfalls für zu niedrig.

Die Kläger sind Profis. Es sind sowohl kleine Abfindungsspekulanten, wie auch große angelsächsische Investoren. Auch die Kleinaktionärsvereinigungen DSW und SdK klagen.

Auf der letzten Hauptversammlung wurde ein Sonderprüfer einberufen, der den gesamten Vorgang prüfen soll. Das ist ein erstmaliger Fall in Deutschland. Dieser Sonderprüfer hat Zugriff auf alle Unterlagen und darf nach Belieben rumwühlen.

Das Ganze ist eine Abfindungsspekulation, die so fundiert ist wie wenige. Die meisten Abfindungen (90%) werden eh erhöht, bei dieser ist sowohl die Chance hoch wie auch die mögliche Erhöhung.

Das Gebot der Unicredito liegt bei 38,26. Das Risiko ist also sehr beschränkt.

Ich habe eine Order über 50 Stück mit Limit 40,10 aufgegeben.

Update: Die Order ist durch.

Die alten Postings zum Musterdepot

US-Neubaugenehmigungen und -beginne weiterhin schwach

Es war nicht anders zu erwarten, denn angesichts der nun im Bewusstsein der breiten Bevölkerung angekommenen Immobilienkrise, mussten die Zahlen eigentlich schwach werden.

U.S. housing starts fall to 10-year low in July

Da die Zahlen sehr stark schwanken, sind die monatlichen Änderungen ziemlich unspannend. Der Jahresvergleich ist aussagekräftiger und da sind die Genehmigungen 23% im Minus und die Neubaubeginne 21% im Minus.

Weiterhin ein klarer Abwärtstrend und keine Bodenbildung in Sicht.

Oh, ein Spam

Lange keinen mehr bekommen ... Ich dachte schon, das wäre angesichts der aktuellen Verwirrung endlich vorbei ...

---

A-DORI AG
I-S-I-N DE0006655103
W.K.N 66 55 10
Open: 0,065
52W Hoch/Tief: 0,249 / 0,026
Monatsziel: 20 Cent (Rebound)

---



Im Chart lässt sich noch gar nichts erkennen. Entweder bin ich der Einzige, der diesen Spam bekommen hat oder es reagiert niemand mehr darauf.

Ach so: Adori wurde schon einmal (erfolgreich) bespammt: Artstor, Adori, Gontard ... Börsen-Spam jetzt auch in Deutschland

Meine alten Postings zum Thema Börsenspam


Technorati Tags: , ,

Edelmetalle bleiben unbeachtet

Trotz aller Krisen und Weltuntergangsszenarien bleiben die Edelmetalle ziemlich unbeachtet. Eigentlich gelten Gold (und etwas schwächer auch Silber) als ultimative Absicherung im Krisenfalle.

In einem etwas längerfristigen Chart kann man sehen, wie Silber sich vor gut zwei Jahren verdoppelte, dann von 15 auf 10 einbrach und seit dem in diesem Bereich rumeiert.

Charttechnisch gaben die Edelmetalle im Juni ein Fehlsignal und wie so häufig wurde kurz nach Unterschreiten einer charttechnisch wichtigen Marke diese wieder überwunden (siehe Silber bricht kräftig ein. In einem Artikel davor (Korrektur bei den Edelmetallen ante portas?) hatte ich angekündigt, dass ich über einen Rückkauf der Minefinders Aktie nachdenke, sollte diese bei einem bis auf 10 Euro fallenden Silberpreis nochmal unter 7 Euro fallen. Jetzt ist Minefinders unter 7 gefallen, der Silberpreis ist aber nur auf etwa 12,50 Dollar gefallen. Bei dem aktuellen Silberpreis wird Minefinders also noch mehr verdienen als ich eigentlich erwartet hatte.




Minefinders ist noch nicht in Produktion, fängt aber in den nächsten Monaten damit an. Minefinders ist in fast alle Peer-Group-Vergleichen preiswert. Minefinders hat ein gutes und erfahrenes Management und hat ohne viele Kapitalerhöhungen den Aufbau der Mine durchgeführt.

Die Aktie ist sehr interessant, ich überlege nur noch, ob ich einen Einzelwert gehe (mit den daran hängenden Risiken) oder ob ich doch über ein Zertifikat (z.B. ISIN NL0000707503, Junior Gold Miners Strategie Zertifikat der ABN Amro )gehe (ja, da ist Minefinders drin, weil Minefinders auch Gold hat). Oder vielleicht doch über einen Fonds wie z.B. den STABILITAS - PACIFIC GOLD+META , ISIN: LU0290140358. Oder den TIBERIUS EXPLORATION FUND UI, ISIN: DE000A0J3UF6. Die Fonds sind beide sehr teuer (5% Spread, 2% im Jahr).

Muss nochmal überlegen.

Gut, habe überlegt. Minefinders geht noch weiter runter. Order aufgegeben: 300 Stück Minefinders in Frankfurt mit Limit 6,10 gültig bis Ende August.

Update: Order ist durch. Gekauft zu 6,10. Silber ist heute deutlich eingebrochen. Aber charttechnisch lass ich mich da nicht mehr verrückt machen, dazu waren die Fehlsignale viel zu häufig.

Der Chart ist trotzdem beeindruckend ...



Bei allem was man hört, ist die Nachfrage nach physischen Silber weiterhin hoch. Es scheinen wohl doch mehr Player am Terminmarkt auch die Edelmetalle gespielt zu haben als viele (auch ich) geschätzt haben. Jetzt müssen die sich glattstellen und versilbern (im wahrsten Sinne des Wortes) ihre Assets.

Asien bricht ein ...

Ziemlich verspätet erwischt es jetzt auch Asien und als letzte Börse China.

Grund sind Gerüchte über Problem beim größten US-Immobilienfinanzierer Contrywide Financial, die die Wallstreet gestern im späten Handel doch wieder kräftig ins Minus trieben. Countrywide war schonmal in der Diskussion, bisher haben sich die Befürchtungen noch nicht bestätigt.

Die japanische Notenbank hat wieder Liquidität in den Markt gepumpt. Der Yen legt wieder kräftig zu.

Asien erlebt schwächste Phase seit 9/11

Der DAX sieht übel aus, aber 7300 *könnten* eine Basis für eine Stabilisierung geben.

Heute ist: Redemption Day

Der Tag, an dem Anleger ihren Hedgefonds kündigen müssen, wenn sie zum Ende des Quartals ihr Geld wieder haben wollen (Die übliche Kündigungszeit beträgt 45 Tage).

Die Hedgefonds-Manager haben natürlich Angst davor, dass ihnen jetzt die Anleger das Vertrauen aufkündigen. Dann stehen sie nicht nur vor dem Problem, dass sie nicht wissen, wie viel das ganze Zeuchs eigentlich wert ist, was so in den Portfolios schlummert, sondern dass sie das Ganze schnell zu Geld machen müssen.

Wir werden mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Zahlen bekommen. Kein Hedgefonds-Manager wird zugeben, dass er verkaufen muss, denn dann wäre sicher, dass er keinen vernünftigen Preis mehr bekommt. Die Branche ist ein Haifischbecken.

Offiziellen Aussagen zu dem Thema muss man daher leider komplett misstrauen. Die ersten wirklichen Zahlen werden kommen, wenn dann wieder einige Fonds die Rücknahme einstellen: Grund: Hohe Mittelabflüsse, die in der Kürze der Zeit nicht adäquat in Geld umzusetzen ist.

Danke an Saviano für den Hinweis (Mittelabflüsse aus Hedge Fonds, FTD: Hedge-Fonds zittern vor Abflüssen

US Hausbauer sind sehr skeptisch

Heute kamen die aktuellen Zahlen der NAHB (National Association of Home Builders). Danach die die Stimmung der potenziellen Häuslebauer in den USA so schlecht wie noch nie in diesem Konjunkturzyklus. Viele der einzelnen Komponenten sind sogar auf oder nahe der tiefsten Stände in der 22-jährigen Geschichte des Indexes.

Diese Zahl kommt angesichts der in allen Medien breitgetreten Krise nicht überraschend. Es wird spannend zu sehen, ob sich diese negative Stimmung für diese eine Marktsegment auf die gesamte Wirtschaft durchschlägt. Ich befürchte genau das, denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass der US-Verbraucher angesichts der Krise bei seinem wichtigsten Vermögenswert (seiner eigenen Immobilie) und der negativen Sparrate weiter mit vollen Händen das Geld in den Konsum steckt. Irgendwann muss auch der US-Verbraucher seine Ausgaben wieder seinen Einnahmen anpassen.

Man darf nie vergessen, dass der Verbraucher für 70% des US-BIPs sorgen muss. Ohne den Verbraucher geht (wirtschaftsmäßig) in den USA nichts.

Home builders' sentiment sinks further in August

Ein Rückblick: Bei der Immobilienkrise habe ich die wirkliche Gefahr auf der Finanzierungsseite gesehen habe. Die Preisseite war zwar auch kritisch, das ist aber ein zyklisches Phänomen. Normalerweise sinken die Preis halt etwas, ein paar Leute gehen Pleite, aber dann fängt sich das wieder. Dieses Mal gab es allerdings (zu) hohe Preise in Kombination mit einer noch nie gesehenen Wackligkeit auf der Finanzierungsseite. Dabei wurden Unmengen von eigentlich komplett unseriösen Finanzierungen an Leute vergeben, die nie und nimmer kreditwürdig waren. Wenn man beides zusammen nimmt, muss diese Krise schlimmer und tiefer werden als im Durchschnitt. Die Hoffnung vieler Beobachter, dass diese Krise kürzer wird, habe ich eh nie nachvollziehen können.

Analog sehe ich die Gefahr für die US-Wirtschaft weniger im jetzigen Abschwung am Immobilienmarkt (und auch nicht unbedingt in einer möglichen Kreditklemme), sondern wieder in der fundamentalen Verschuldungssituation des US-Verbrauchers. Normalerweise spart selbst der US-Verbraucher. Und natürlich kann man in dieser Ausgangslage eine Zinserhöhung, einen Abschwung am Arbeitsmarkt oder Unsicherheit beim Immobilienpreis eine Zeitlang aushalten. Wenn man aber schon mit einer negativen Sparquote in die Krise geht, dann muss man halt schnell und deutlich auf die Ausgabenbremse treten. Und nicht nur so ein wenig und nicht erst nach dem (teilweisen) Aufbrauchen der Rücklagen.

Es ist also die Kombination aus einem zwar schmerzhaften, aber natürlichen Abschwung, der auf eine unnatürlich unsichere finanzielle Situation trifft. Das macht die aktuelle Lage so gefährlich.

Im Herdentrieb ist eine ziemlich detaillierte Auflistung, wie sich die Krise entfalten könnte (Erst Liquiditätskrise, dann Kreditklemme). Ich halte das noch fast zu optimistisch. Eine richtig "schöne" Rezession kann ich mich auch allein durch die Immobilienkrise und den dadurch verunsicherten und anschließend sparenden US-Konsumenten vorstellen. Dazu braucht es denn Finanzmarkt und die Kreditklemme möglicherweise gar nicht ...

Das geht doch schneller und weiter als erwartet ...

... eine Überraschung, wie schnell sich das entfaltet ...

Und weil das nicht alles schon schnell genug geht und das nicht alles kompliziert genug ist, habe ich auch noch eine neue Abkürzung: ABCP.

Das sind Asset Backed Commercial Papers, von der Konstruktion her als das Gleiche wie ABS (S für securities), nur als Commercial Paper, also Kurzläufer. Beides sind Papiere, die mit irgendeinem Asset besichert sind. Also einem Konsumentenkredit, einer Hypothek (und damit am Ende mit einer Immobilie) oder einer Filmlizenz. Auch sowas wie in Schalke, wo man die zukünftige Zuschauereinnahmen aus dem Stadion als Sicherheit zur Finanzierung des Stadions hinterlegt hat, ist denkbar. Der Kreativität durfte man freien Lauf lassen und das hat man offenbar auch getan ...

Bei den Kurzläufern entfaltet sich die Krise logischerweise schneller, weil sie nur kurz laufen und schneller fällig werden. Das Gesamtvolumen des Marktes wird auf etwa 1 Billionen Dollar geschätzt. Zitate aus einer Analyse wie "Die Deutschen Insitute sind am meisten möglichen Liquiditätsproblemen ausgesetzt" (sic) machen mich nicht zuversichtlicher ... Barclays Capital wird mit der Aussage "Die Schlagzeilen deuten darauf hin, dass die Immobilienkrise einen größeren Einfluss hat als gedacht und auch andere Märkte erreicht" zitiert. Auch das macht mit wenig Mut.

Übrigens wird mit den ABCP auch klar, warum auch Geldmarktfonds betroffen sind. Das sind genau die Dinger, die sich die Geldmarktfonds gekauft haben.

Subprime-Krise führt zu Ausverkauf

Nächster 5-Sterne-Hedgefonds so gut wie wertlos

Basis Capital Tells Investors Loss May Exceed 80%.

Der Fonds von Absolute Invest ist schon seit dem 17. Juli ausgesetzt, damals wurden Verluste von 50% angekündigt, jetzt sind es schon 80% Verlust ...

Der Fonds hatte im März ein Volumen von knapp 150 Millionen Euro, ist also nicht so wahnsinnig groß. Und der Fonds hatte (soll ich "natürlich" sagen?) ein 5-Sterne Rating von Morningstar. Angesichts der unglaublichen Peinlichkeiten, die sich die Ratingagenturen in den letzten Monaten geleistet haben, muss man sich echt fragen, ob das auch nur ansatzweise einen Wert hat ...

Und wieder grätscht ein US-Imobilienfinanzierer ...

Thornburg Mortgage delays dividend

Margin Calls. Difficult Environment. Etc. pp.

Bisher waren das immer die letzten Worte vor Chapter 11.

Mal sehen, ob die das überleben.

Update (15.8.07):

Thornburg sagt, dass sie ziemlich sicher ("pretty confident") sind, dass die Firma die Krise überlebt. Thornburg COO says lender will survive

Schweine im Weltall - Oder was macht die IKB mit CDOs?

Tobias Bayer: Denn sie wissen nicht, was sie tun (gefunden über Kapitalmarktexperten: Dem hab ich (so rein gar) nichts hinzuzufügen)

Saugeiler Artikel zur Unfähigkeit des ein oder anderen Bankenmanager, der sich eigentlich lieber fragen sollte, warum es die Bank eigentlich gibt und was sie für den Kunden tun kann. Stattdessen lässt man sich mit Hilfe mathematischer Modelle Sachen aufschwätzen, die keiner mehr wirklich versteht. Und dann sitzt man auf einmal in einem Raumschiff, hat keinen Führerschein für das Teil, weiss nicht, wo oben und und ist und wo man eigentlich herkam oder wo man eigentlich hinwollte ...

Das sich die Banken nicht mehr um ihr eigentliches Geschäft kümmern, musste ich heute morgen merken:

Homepage der Deutschen Bank. Und jetzt suche man mal den Punkt: Produkte. In der Hauptnavi stecken:

Home, Unser Unternehmen, Investor Relations, Presse, Engagement, Karriere

Alles total und komplett selbstzentriert.

Wo bin ich als Kunde?
Was kann die DeuBa für mich tun?
Warum soll ich zur DeuBa kommen?

In der Mitte viel Platz für einen Nachrichtenticker, der folgende, unglaublich relevante Nachricht enthält:

Deutsche Bank: Gold-Sponsor der FEI Europameisterschaft der Springreiter 2007 in Mannheim und Patronat für die deutsche Equipe
14. August 2007. Vom 14. bis 19. August 2007 steht die Jubiläums­stadt Mannheim im Zentrum des inter­nationalen Reitsports. Die Deutsche Bank unterstützt die bereits zum zweiten Mal stattfindende FEI Europa­meister­schaft der Springreiter nicht nur als Gold-Sponsor ...
.
Spannend! Echt spannend und total relevant für mich als (potenziellen) Kunden.

Der einzige Punkt, der etwas hilft, ist der ziemlich kleine, in einem Berg von etwa 15 Links fast untergehende Link namens "Konto eröffnen". Geil. Ich würde mich zwar eigentlich erstmal gerne informieren und nicht direkt eröffnen. Gut, mangels besserer Links klicke ich mal auf "Konto eröffnen". Jetzt muss ich auswählen, ob ich ein Geschäftskonto, ein Privatkonto, etc. haben möchte. Halt, stop. Da ist doch tatsächlich rechts in der Navi ein Punkt "Konditionen und Preise". Und dahinter kommen dann wenigstens Preise. Einen GRUND zur DeuBa zu gehen, habe ich damit allerdings noch nicht gefunden ... Vielleicht bin ich als Nicht-Pferdeliebhaber da auch irgendwie nicht richtig ... Jetzt bin ich noch auf der Suche nach der Bank für Katzenliebhaber ;-) Irgendwelche Tipps?

Es täte gut, wenn sich die Banken mal wieder auf ihr Kerngeschäft und ihre Kunden konzentrieren würden. Dann würden solche CDO-Desaster auch nicht mehr passieren. Zumindest nicht bei Mittelstandsfinanzierern wie der IKB.

Die Liquiditätskrise ist wohl vorbei - Die Immobilienkrise noch nicht

Notenbank holt Milliarden-Nothilfe aus dem Markt

Die japanische Notenbank hat heute die in der letzten Woche zur Verfügung gestellte Liquidität wieder aus dem Markt genommen. In Japan scheinen die Auswirkungen der Liquiditätskrise offenbar sehr begrenzt zu sein.

In der allgemeinen Medienberichterstattung geht meiner Meinung nach eines unter: Das von den Notenbanken zusätzlich zur Verfügung gestellte Geld ist erstens ein Kredit (und kein Geschenk) und zweitens sehr kurzfristig. Wenn die Notenbank am Donnerstag 90 Milliarden zur Verfügung gestellt hat und die Laufzeit 1 Tag betrug und die Notenbank am Freitag 90 Milliarden zur Verfügung gestellt hat und die Laufzeit drei Tage betrug und die Notenbank am Montag nochmal 90 Milliarden zur Verfügung gestellt hat mit der Laufzeit von einem Tag, dann sind das nicht insgesamt 270 Milliarden, sondern es sind immer nur gleichen 90 Milliarden, nur wurde defakto die Laufzeit zweimal verlängert. Die ersten 90 Milliarden sind ja bereits am Freitag wieder fällig geworden.

Achtung: Ich kann bei der EZB leider keine Seite mit den Liquiditätsmaßnahmen finden. Es könnte in der Tat sein, dass die EZB erst 90 Milliarden zur Verfügung gestellt hat und dann am nächsten nochmal 90 Milliarden mehr (also 180 Milliarden), allerdings bezweifle ich diese Version.

IMHO stellt die Presse das nicht richtig, bzw. genau genug dar. Auch die Addition der Summen habe ich schon gesehen, diese ist dann aber IMHO falsch, bzw. die Tatsachen verzerrend.

Die Auswirkungen der US-Immobilienkrise und der Subprime-Hypotheken sind IMHO bei weitem nicht vorbei, die kurzfristige Liquiditätskrise dürfte aber (weitestgehend) gemeistert sein.

Die US-Immobilienkrise werde ich hier weiter verfolgen. Das Thema beschäftigt mich in diesem Blog seit fast einem Jahr und war am Anfang nur etwas für angebliche Weltuntergangspropheten. Zumindest hat die Mainstreampresse, wenn sie überhaupt mal was darüber geschrieben hat, immer so getan. Aber die US-Immobilienkrise dürfte jetzt auch im Hirn des renitentesten US-Verbrauchern angekommen sein und ich kann mir nicht vorstellen, dass weder der jetzt kaum vermeidbare Rückgang an Neukrediten noch der wahrscheinliche Rückgang des Verbrauchervertrauens spurlos an der US-Konjunktur vorbeigehen werden. Und der größte Teil der Zinsanpassungen (und den nachfolgenden Pleiten) liegt noch vor uns. Die CDOs preisen das jetzt mglw. schon ein, die Pleite des Verbrauchers verhindert das aber nicht.

Kleines Update (10:58):

EZB platziert erneut Schnelltender. Für mich ein Anlass darauf hinzuweisen, dass die oben genannten 90 Milliarden nicht die echte Summen sind, sondern nur der Verdeutlichung dienten. In der Realität geht die Summe schon zurück und die EZB rechnet schon damit, dass die heutige Liquiditätsspritze wohl die letzte sein wird. Damit hätte die Notenbank die zusätzliche Liquidität schon wieder komplett aus dem Markt genommen.

UNd noch ein kleines Update (15:58):

Der Geldmarktexperte der Dresdner Kleinwort Michael Klawitter zur ARD-Börse:

Geldmarkt: "Die Krise ist noch nicht ausgestanden".

Er rechnet vor allem damit, dass es weitere Wellen der Krise geben wird, aber vor allem, dass das Überschwappen auf die "Realwirtschaft" noch kommt. Dann werden wir sehen, wie robust die Weltkonjunktur ist. Dass die Immobilienkrise für die Realwirtschaft nicht relevant ist, habe ich mir auch seit letztem Oktober gebetsmühlenartig anhören müssen - richtiger wurde die Aussage dadurch aber nicht.

Warum unsystematische Besteuerung nicht funktioniert

Abschied von der Einheitssteuer

Ein guter, sehr verständlicher Artikel über das Steuersystem in Deutschland und die ganzen Probleme, die inzwischen durch die komplett unsystematischen und von Ausnahmen durchsetzten Regeln entstehen.

Wieso wird das eine mit 40% (Arbeit) besteuert, das andere mit 30% (Unternehmensgewinne) und das dritte mit 25% (Kapitaleinkünfte)? Die Antwort ist einfach: Das, was am leichtesten fliehen kann, wird am geringsten besteuert.

Systematisch ist das natürlich ein Desaster und es werden jetzt ne ganze Menge Leute versuchen, aus Arbeitseinkommen Unternehmensgewinne zu machen (z.B. indem man sich selbstständig macht). Auch dass ein Unternehmer jetzt für Geld auf dem Konto nur 25% Steuern zahlen muss und für Gewinne aus neuen Investitionen 30%, wird kaum dazu führen, dass mehr investiert wird.

Wir haben zwar in Deutschland deutliche Steuersenkungen in den letzten 15 Jahren bekommen (und das war gut so), aber systematischer ist hier gar nichts geworden. Und vereinfacht wurde auch nichts. Der Mut und die Vision dafür scheinen in Deutschland komplett zu fehlen. Schade.

Der Spiegel nennt Zahlen: 450 Milliarden Schaden durch die Subprime-Krise?

Langer Artikel im Spiegel:

Das große Zittern

Der große Teil des Artikels ist zwar recycelt, aber ein paar interessante Fakten sind doch drin:

Die gesamte Summe der Investments soll 7,7 Milliarden Euro betragen. Davon müssen angeblich 45% abgeschrieben werden.

Rechnet man diese Ausfallquote auf die geschätzten 1 Billionen Dollar Subprime-Kredite hoch, könnte der Schaden 450 Milliarden Dollar betragen.

Solche Hochrechnungen sind mit extremer Vorsicht zu genießen, weil alle Zahlen nur Schätzungen sind, keiner weiss, ob die IKB Kredit typisch sind und man überhaupt hochrechnen darf und vor allem weil der Spiegel seit ein paar Tagen ziemlich marktschreierisch über die Krise berichtet.

Eine Sache bringt der Spiegel aber gut rüber. Den Dementis der Banken, man habe nur in bessere und beste Qualität investiert, sollte man nicht viel Glauben schenken. Denn diese Ratings sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurden. Und die Richtung dieser Ratings kennt aktuell nur eine Richtung: Nach unten.

Und zur Qualität der Ratings noch ein schönes Zitat

"Von den zehn größten Katastrophen in den vergangenen Jahren haben die Ratingagenturen null vorhergesehen", hat Bundesbank-Vorstand Hans-Helmut Kotz schon 2003 gesagt.


Dem ist nichts hinzuzufügen.

Alle meine alten Artikel zur US-Immobilienkrise seit dem 19.6.06

Subprime - Und wie sieht's in Europa aus?

Ich hatte schonmal vor gut einem Monat darauf hingewiesen:

US-Immo-Update: Europa ist auch nicht besser.

Heute reicht Bloomberg einen Bericht zum Stand in Großbritannien nach. Die Ausfallquote bei den Hypothekenzahlungen ist inzwischen auf mehr als ein Prozent gestiegen. Das Verhältnis von Hauspreisen zu Einkommen ist mit 11 extrem hoch. Die Verschuldung der britischen Haushalte ist 1,6 Mal so hoch wie das Einkommen (in Deutschland 1,09 mal so hoch).

Und auch auf der Finanzierungsseite sind die Briten kreativ:

Most of the mainstream lenders offer so- called self-certified mortgages, which require no proof of income.


So far, so bad. Naja, warum auch ein Einkommennachweis bei der Aufnahme eines Kredits über 200.000 Pfund? Kostet nur Geld diese ganze Prüferei ... Der nächste Schritt sind wahrscheinlich Drive-In-Hypotheken ...

Bloomberg: U.K.'s Subprime Crisis May Be Worse Than U.S.'s

Und zum Thema Spanien, das ich im ganz oben verlinken Artikel schon angesprochen habe, möchte ich nochmal den Artikel verlinken, den ich damals vergebens gesucht habe:

Commerzbank Studie zu Spanien (PDF!)

und einen von Telepolis: Spekulationsblase in den USA platzt. Darin ist der Teil ab der Zwischenüberschrift "Das Risiko für einen Immobiliencrash wächst besonders in Spanien" relevant. Darin stehen die erschreckend bekannt erscheinenden Rahmenbedingungen:

a) Stark gestiegene Immobilienpreise (+100% in den letzten 10 Jahren)
b) hoch verschuldete Verbraucher
c) überwiegend variabel verzinste Hypotheken
d) Zinsen steigen
e) Zahl der säumigen Schuldner steigt
f) Preise beginnen zu fallen
g) Immobilien sind schlechter verkaufbar (Anzahl geht zurück, Zeit bis zum Verkauf wird länger)

Das ist wohl das Gebräu, aus dem die US-Krise auch ist.

Übrigens haben die spanischen Banken den höchsten Anteil an Immobilienkrediten in den Bilanzen stehen (Vergleich G7-Länder). Würde im Moment eh keine Finanzwerte anfassen (solange die wenig betroffen Industrieunternehmen wie z.B. Conti genau so stark fallen), aber spanische erst recht nicht ...

Was war eigentlich diese Liquiditätsspritze?

Auch wenn alle darüber sprechen, weiss doch kaum jemand, wie eine Notenbank den Banken Geld zur Verfügung stellt.

Econbrowser: What is a liquidity event?.

Darin wird beschrieben, wie eine Notenbank das macht. Eigentlich ist es sogar andersherum: Die Notenbank legt einen Leitzins fest und wenn sich der Zinssatz am Markt zu weit erhöht, gibt die Notenbank zusätzliches Geld ins System. Genau das ist jetzt passiert. Am Geldmarkt in den USA wurden Über-Nacht-Kredite mit mehr als 6 % gehandelt, während der Leitzins nur 5,25% betrug.

Wen die Details interessieren: Unbedingt den Artikel lesen, besser bekommt man es auch im Studium nicht erklärt. Wer das interessant findet, sollte übrigens VWL studieren.

Wen die Details nicht interessieren, muss sich nur die Grafik anschauen und sieht schnell, wie entscheidend und ungewöhnlich dieser Eingriff war. Und noch ein Zitat: "The bottom line is that the Fed was doing exactly what it needed to do. But the fact that this was needed is a very troubling development."

Hedge-Fonds Implod-o-meter und ...

Mal zwei Seiten, auf der man das Geschehen rund um die aktuelle US-Immo/Subprime/CreditCrunch-Krise verfolgen kann:

Credit Crunch Einschläge auf der Weltkarte. Hier kann man schön sehen, wo die Einschläge sind. Geplatzte Finanzierungsdeals, geschlossene Fonds, etc. pp.

Und die Leute, die den Mortgage-Lender-Implod-o-Meter gemacht haben, machen jetzt auch einen Hedge-Fonds-Implod-o-Meter. Muss man schauen, ob ich meine Seite dann weiterpflege, ist ziemlich viel Arbeit sowas zu tracken ...

IKB mit 7,5 Milliarden betroffen. Postbank mit 600 Mio. WestLB mit 1,25 ...

... meldet der Spiegel.

Damit wäre die Summe bei der IKB wesentlich höher als bisher bekannt. Und für die WestLB liegen jetzt auch erstmalig Zahlen vor. Die 600 Mio. bei der Postbank sind unkritisch, allerdings hätte ich die Postbank auch für die Bank gehalten, die am wenigsten von der Krise betroffen ist. Aber selbst eine Bank ohne Investmentbanking scheint inzwischen bei solchen Spielen mitspielen zu müssen ... Die SachsenLB hat 13,5 Milliarden in einem Zweitfonds investiert. Wieviel davon im Subprime-Bereich liegt, ist noch unklar (zumindest der Öffentlichkeit).

Was ich aber noch etwas kritischer finde: Bei der Postbank und der SachsenLB (und eigentlich auch der IKB) waren die Geschäfte NICHT in der Bilanz. Sondern in Töchtern, in Fonds o.ä. versteckt. Ich sage absichtlich versteckt. Denn da wird es nicht geprüft und es belastet die Eigenkapitalquote nicht (Banken müssen eine gewisse Summe ihrer Bilanz als Eigenkapital zur Verfügung haben).

Die schlimme Assoziation: Auch Enron hatte eine großen Teil der hochspekulativen (Energietermin-)Geschäfte in solchen Tochter/Fondskonstruktionen versteckt. Das ganze fiel dann wie ein Kartenhaus zusammen und war bis dahin die größte Pleite der US-Geschichte. Barry Ritholtz hat schon vor längerem auf diese außerbilanzlichen Geschäfte hingewiesen und auf die Gefahren, die darin stecken. Es scheint mir (leider) so, als wäre das kein reines US-Problem ...

US-Kreditkrise erfasst immer mehr deutsche Banken

Update (21:37): Der Spiegel hat den Artikel nochmal leicht überarbeitet. Bis auf die Überschrift, die heißt jetzt "Angst vor dem schwarzen Montag". Jungs, jetzt macht aber mal halblang.

Und in der FTD steht unter "Kreditkrise erfasst Großbanken" die Tatsache, dass der US-Hypothekenfinanzierer Homebanc Insolvenzschutz (Chapter 11) und der 4,9 Milliarden Dollar Verbindlichkeiten hat. Das ist aber viel! KRISE. ALARM.

Dass Homebanc nach eigenen Aussagen 5,1 Milliarden Vermögenswerte hat, fehlt irgendwie. Passte so rein stimmungsmäßig nicht in den Artikel rein ... Naja, guter Journalismus sieht anders aus. Bei Marketwatch kommen Assets und Schulden direkt im ersten Satz (HomeBanc Mortgage corp files Ch 11 bankruptcy in Delaware

Update (21:52):

Bevor die Stimmung zu negativ wird ...

Wow. Das sind Summen ...

Central Banks React to Liquidity Crisis

Die Liquiditätsaktionen der Notenbanken:

FED
Donnerstag: $24 Milliarden Dollar
Freitag: $38 Milliarden Dollar (in 3 Tranchen à 19, 16 und 3 Milliarden Dollar)


EZB
Donnerstag: 94.84 Milliarden Euro
Freitag: 61.05 Milliarden Euro

Bank of Japan
Freitag: one Billonen Yen ($8.39 Miiliarden US-Dollar)

Daneben haben auch die kleinen Notenbanken (Kanada, Schweiz, etc.) auch agiert.

Sowas habe ich noch nicht gesehen und ich habe fast das Gefühl, diese Stützungsaktion ist größer als am 11. September ...

Zinssenkung um 0,5 % erwartet!

Wow, das ging schnell. Noch gestern preiste der Markt eine Senkung der US-Leitzinsen um 0,25% beim nächsten Meeting im September ein (siehe Muss (bzw. wird) die FED jetzt die Zinsen senken?, jetzt sind's schon 0,5%.

" U.S. federal-funds futures early Friday priced in about a 100% chance that the Federal Reserve will reduce its key lending rate by a half-percentage point to 4.75% by the next policy meeting on Sept. 18."

Aus dem WSJ, leider nur für Abonnenten.

Wow. Wow. Wow.

Ben hol den Helikopter raus. Es wird Zeit.

Update: Torsten von Kapitalmarktexperten verweist auf einen Artikel bei CNNMoney, der sogar über eine Leitzinssenkung vor dem regulären Termin im September spekuliert: Bets seen on emergency Fed rate cut oder die deutsche Zusammenfassung Überraschende Zinssenkung der FED noch vor der nächsten Sitzung??

Update (18:49):

Auch Barry Ritholtz fragt nach Helicopter Ben ;-) Time to Warm Up The Helicopter?. Schön dass wenigstens er mal hinterfragt, ob die aktuelle Lage wirklich schlimm genug ist, um eine Zinssenkung zu rechtfertigen. Eine Notenbank ist schließlich nicht nur dazu da, jede Verwerfung von unverantwortlichen und (man muss es so krass sagen) dummen Investmentbankern aufzufangen und geradezubiegen. Mir passt die Einschätzung der EZB ("Normalisierung der Risikoaufschläge") eigentlich viel besser. Wer sich dabei verspekuliert hat, naja, der hat sich halt verspekuliert ... Wer vergessen hat, dass es sowas wie Risiko gibt, naja, der hat als Banker seinen Job verfehlt ...

Klassische Sprüche zur Börse ...

... brachte gestern Barry Ritholtz von Big Picture.

Great Market Quotes

Mein Liebling unter denen, die ich noch nicht kannte, ist:

"Markets can remain irrational longer than you can remain solvent."
— John Maynard Keynes

Passt zur aktuellen Lage ...

Mein All-Time-Favorite-Zitat ist allerdings das:

"Only buy stock in a company that's so good that an idiot can run it, because sooner or later one will." Warren Buffet.

Buffet sammelt übrigens jetzt Geld für den Wahlkampf von Hillary Clinton ein und fügt diesen Bonmot jetzt immer "now I think that sort of applies to the country too, actually" hinzu ... Kein Freund von George W. Bush ...
(Buffett helps raise $1 million for Clinton in N.Y.)

Update (22.11.07):

Ich sammle jetzt mal weitere Sprüche. Der nächste ist für Mega-Bären ...
"Gold ist für Optimisten, Realisten kaufen Konserven."

Update (9.4.08):

"There are two sides of the balance sheet - the left side and the right side. On the left side, nothing is right, and on the right side, nothing is left!"

Update (24.7.08).

"Wenn die Märkte effizient wären, wäre Warren Buffet heute ein Penner mit einem Pappbecher in der Hand"
Thorsten Hens, Professor für Finanzökonomie an die Universität Zürich

Update (24.7.08)

stand zwar schon lange in den Kommentaren, aber ich hole den auch mal nach vorne:

"In the long run we´re all dead"

J.M.Keynes

Liquiditätskrise?

Sieht zumindest so aus ...

Das gibt mir dann doch zu denken…

Fast 95 Milliarden Euro hat die EZB heute außer der Reihe den europäischen Banken an Liquidität zur Verfügung gestellt.

Ich bin ziemlich erstaunt. Überwerten sollte man das nicht, beim letzten Einknicken der Börsen vor ein paar Monaten gab es das auch. Aber erstaunlich finde ich es, dass wir eigentlich Liquidität ohne Ende haben. Die Geldmenge wächst ja deutlich, sowohl in Europa wie in den USA. Das ist nicht zuletzt der wahrscheinlich wirklich wichtige Treiber hinter der Hausse. Und der wohl nicht mehr vermeidbare Credit Crunch wird diesen Motor für die nächsten Monate lahm legen.

Aber man kann in letzter Zeit immer ein Muster feststellen: Wenn es etwas kriselt, kracht der Yen. Und die Börsen. Und (jetzt wird's komisch) Gold. Eigentlich als sicherer Anker bekannt, wird jetzt scheinbar Gold gegen Liquidität getauscht.

Ich halte es mit dem SmartInvestor. Wir haben erst ein Drittel der Krise gesehen. Und

JETZT KOMMT NE WETTE

Ich wette, dass noch eine deutsche Bank oder Versicherung neben der IKB in den nächsten 12 Monaten so starke Probleme bekommt, dass sie von außen gestützt werden muss.

Einsatz: Eine Flasche Echevarria Merlot Riserva.

Definition von Probleme: Belastung von mehr als 1 Milliarde Euro + Stützungsaktion durch externe (andere Bank, Staat, etc.).

(Wer den Wein nicht besorgen kann, falls ich gewinne (wovon ich natürlich ausgehe), kann mir auch was Leckeres von der Weinzeche besorgen, z.B. einen Vitiano oder einen Mas Clavel o.Ä., so knapp 10 Euro-Weine).

Na, wer traut sich von den Optimisten? (Nur mit dem/der erste(n) gehe ich die Wette ein, bin ja nicht Krösus und habe nur noch eine Flasche ...).


Update (10.8.):

Dieter Wermuth von Herdentrieb malt ein ziemlich düsteres Bild und benutzt die gleiche Überschrift wie ich, nur nicht mit Fragezeichen, sondern mit drei(!) Ausrufezeichen. Vor allem fragt er sich, wie naiv die Käufer der ganzen ABS waren. Da würde ich noch ein: Wie naiv waren die Analysten der großen Ratingagenturen, die den großen Teil des Zeuchs, der an den Märkten schon wie Junk gehandelt wurde, noch auf erstklassigen Ratings hatte ...

Liquiditätskrise!!!

Und auf die Frage "Ja, wo laufen sie denn hin?" aus dem Artikel muss man wohl die übliche Antwort geben: Durch die gleiche Türe und zwar alle gleichzeitig.

Und eine Korrektur: Die EZB hat beim letzten Abknicken im März kein Geld zur Verfügung gestellt, sondern nur die FED.

Muss (bzw. wird) die FED jetzt die Zinsen senken?

Market prices near 100% odds of September rate cut: analysts.

OK, vielleicht muss die FED nicht senken, allerdings geht der Markt davon aus, dass sie senken wird. Und zwar im September. Die zweite Senkung soll dann irgendwann Anfang 2008 kommen.

Das ganze basiert übrigens auf Futures, nicht auf einer Umfrage. Es ist also keine Meinung, sondern eine konkrete Erwartung, auf die auch Geld (und zwar ne ganze Menge) gesetzt wird.

Man wird sehen. Auf jeden Fall scheint der Markt die aktuelle Krise für durchaus relevant zu halten, ansonsten würde man wohl kaum bei 3,4 % Wachstum und 3% Inflation eine Leitzinssenkung erwarten. Das ist ein gesamtwirtschaftliches Umfeld, das nun wirklich nicht zwangsläufig für eine Zinssenkung spricht. Man muss sich schon fragen, warum auf der einen Seite alles nicht so schlimm ist (keine Panik, Ruhe bewahren), auf der anderen aber mit einer Leitzinssenkung gerechnet wird.

Vor etwas mehr als zwei Monaten sah die Börse (zumindest die führende Goldman Sachs) die Zinssituation noch ganz anders ...

Goldman Sachs erwartet KEINE Zinssenkung mehr in den USA.

Damit hätte sich Goldman Sachs bei dieser 18 Monatsprognose um schlappe 15 Monate vertan. Naja, die haben sicherlich eine ganze Menge hochwissenschftlicher Begründungen dafür und verdienen zurecht das Zehnfache eines Normalsterblichen ...

WestLB auch von der Hypothekenkrise betroffen?

US-Immobilienkrise trifft WestLB.

Während sich die FTD ziemlich sicher zu sein scheint, dass es so kommt, sprechen die anderen noch eher von Gerüchten um die WestLB. Diese dementiert aber. Wenn auch nicht sehr geschickt. Denn Aussagen wie 93% der Assets sind A oder besser und eine gleichzeitige Weigerung das Volumen zu nennen helfen nicht weiter. Erstens heisst das Rating leider nicht mehr viel (ich wies darauf schon einige Male hin) und zweitens kann das Nichtnennen des Volumens auch heissen, dass die WestLB es nicht kennt ... Es wäre auch mal interessant zu wissen, ob das gehebeltes Geld ist oder nicht ... (Allerdings sind die anderen Banken sind auch nicht besser: Die BNP schließt drei Fonds und nennt weder ISINs noch Volumen oder andere Details ...)

Aus einem Posting vom letzten Montag:

Davon, dass die Ratingagenturen die völlig falschen Ratings gerade massenhaft nach unten setzem haben die wohl noch nichts gehört. Besonders skeptisch muss man werden, wenn eine Bank wie die West LB (die ja offenbar nicht die allerbeste Risikokontrolle hat) über die Tochter Brightwater satte 35 Milliarden Dollar im ABS-Bereich investiert hat.
(American Home Mortgage ist pleite).

Die WestLB hat sicherlich das größte (Glaubwürdigkeits-)Problem aller deutschen Banken. Denn eigentlich sind die permanent krisengeschüttelt und verspekulieren sich dauernd. Irgendwie glaubt denen sowieso keiner mehr und sonderlich großes Vertrauen in das Risikomanagement hat auch niemand mehr.

Wir werden sehen ... Im Notfall springt der Steuerzahler wieder ein. Ich freu mich schon drauf :-(

BNP setzt drei Fonds aus

und wieder einer ...

BNP suspends funds amid credit-market turmoil oder auf Deutsch BNP-Paribas setzt drei Fonds aus.

Es sind die folgenden Fonds:

Parvest Dynamic ABS (das müsste der sein: LU0206725011,
BNP Paribas ABS Euribor (FR0010140236?, scheint in Deutschland nicht am Markt zu sein)
BNP Paribas ABS Eonia (FR0010370650, scheint in Deutschland nicht am Markt zu sein).

(alle unter großer Unsicherheit, weil die Fonds teilweise in mehreren Tranchen gekommen sind und die Namen sehr ähnlich sind. Daher kann ich auch kein Volumen der Fonds angeben).

Für alle drei werden keine aktuellen Preise mehr gestellt, da die Asset Based Securities im Fonds aktuell nicht bewertet werden können (es gibt keine, bzw. keine fairen Preise).

Wenn man die Liste anschaut, die man auf der BNP Webseite bei der Suche nach ABS bekommt, wundert man sich eigentlich, wieso nur genau die drei eingestellt werden und die anderen scheinbar problemlos weitergehandelt werden können.

Nr. 13 in meinem (Hedge-)Fonds-Implodometer ...

Update: 16:44:

Auch Oppenheim hat einen 750 Mio. schwere ABS-Fonds ausgesetzt. Es handelt sich um den Oppenheim Asset Based Securities AT, der in Österreich vertrieben wurde (und der größte seiner Art in Österreich ist). Nr. 14 ... (gefunden in einer Zusammenfassung bei der FAZ: ABS-Fonds in der Krise.

Smart Investor wird pessimistisch ...

Mit großem Abstand meine Lieblingslektüre im deutschsprachigen Bereich, der Smart Investor (nicht am Kiosk erhältlich), meint, dass wir noch einige böse Nachrichten bei den Asset Based Securities vor uns haben. Kann ich unterschreiben.

Was die Bafin treibt, die von der Deutschen Bank auf die Schieflage bei der IKB hingewiesen wurde (natürlich nicht ohne vorher die eigenen Kreditlinien glatt gestellt zu haben), frage ich mich auch oft. Die Bafin ist und bleibt ein zahnloser Tiger. Dazu noch ein unfähiger. Deutschland als Finanzplatz ist weiterhin eher eine Bananenrepublik, denn ein Weltklassestandort.

Eine Story zur Unfähigkeit der Bafin muss ich bringen. In der letzten Baisse fing die Bafin irgendwann (und wie üblich zu spät) an zu prüfen, ob Banken und Versicherungen eigentlich einen größeren Kursrückgang überleben würden. Die Ergebnisse waren klar: Ab einem bestimmen Niveau halt nicht mehr. Konsequenz der Bafin: Dann müssen die unsicheren Sachen (sprich Aktien) raus aus den Depots der Großanleger. Auf diese Idee kam die Bafin aber erst bei einem Stand von 3500 oder so. Mit der Konsequenz, dass z.B. die Allianz (obwohl sie nicht wollte und Aktien eigentlich auch schon für zu billig hielt) Aktien auf Teufel komm raus verkaufen musste. Das Ergebnis: Irgendwann ein Stand von 2220 im DAX.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Als sich andere Länder (vor allem die USA) Gedanken machte, wie man den Aktienmarkt denn wohl stützen könnte, sorgte die deutsche Überwachungsbehörde aktiv dafür, dass die Aktien weiter fielen! So unfähig kann man doch eigentlich nicht sein, oder?

Auf dem komplett ausgebombten Schnäppchen-Niveau hat die Unicredito dann die zweitgrößte deutsche Bank zu einem Preis gekauft, der alleine durch die Beteiligungen schon gedeckt war. Kurz: Die Hypovereinsbank gab's geschenkt!

Aber bitte - mit Sanio!

Ideen, die die Welt braucht ...

OK, die Welt dreht sich auch ohne diese Idee weiter, aber nützlich ist es trotzdem ...



Kann man leider noch nicht kaufen, aber das wird sich ändern. Genauer: Man kann die ersten Prototypen zum Ich-hatte-es-als-Erster-Preis von 1750 Dollar kaufen, aber das scheint mit kein wirklich realistischer Preis für eine Zahnbürste zu sein.

Gefunden bei
Brush & Rinse Toothbrush Creates Mini Water Fountain

US-Immo-Krise: Und wieder zerlegt es (vielleicht) eine Bank ...

... und zur allgemeinen Überraschung eine ganze Woche nachdem man wegen ausreichender Finanzmittel sogar noch eine regelmäßige Dividende versprochen hat ...

Irgendwie stärkt das nicht gerade mein Vertrauen in die Aussagen der Offiziellen, dass die Krise sie nur gering oder gar nicht belastet, siehe ein Ausschnitt aus einem Posting von gestern:

Die FTD hat einen Artikel zum Stand der Auswirkungen bei den deutschen Banken und Versicherungen. Grund zur Sorge besteht da nach eigenen Aussagen nirgendwo. Entweder ist man gar nicht investiert oder nur sehr wenig, und wenn, dann sind das garantiert nur die guten Qualitäten.

Davon, dass die Ratingagenturen die völlig falschen Ratings gerade massenhaft nach unten setzem haben die wohl noch nichts gehört. Besonders skeptisch muss man werden, wenn eine Bank wie die West LB (die ja offenbar nicht die allerbeste Risikokontrolle hat) über die Tochter Brightwater satte 35 Milliarden Dollar im ABS-Bereich investiert hat.

Wie deutsche Banken von der Subprime-Krise betroffen sind.


Schau'n mer mal, wie das ausgeht ...

US-Subprime-Krise fordert weitere Opfer

Die Originalankündigung: Luminent Mortgage Capital, Inc. Announcements. Handel der Aktien eingestellt, Dividendenzahlung eingestellt, Kreditgeber ziehen Zusagen zurück (--> Finanzierungsproblem), Bekanntgabe des Quartalsberichts verschoben, ...

Die Aktie hat gestern bereits 30% verloren. Wegen der Einstellung des Handels geht das auf jeden Fall schonmal nicht weiter ... Aber wo die Aktie wieder eröffnet (falls sie überhaupt nochmal eröffnet), wird man sehen.

Update (15:39):

Spaß wie immer macht die Analystenschelte:


Luminent Mtg Cap IncLUM (NYSE) 4.38Change:-1.95-30.81%Volume:2.07M
delayed quote data
8/6/2007

* Snapshot
* Ratings
* Estimates

Analysts Recommendations
current 1 Month Ago 3 Months Ago
BUY 3 3 2
OVERWEIGHT 0 0 0
HOLD 1 1 1
UNDERWEIGHT 0 0 0
SELL 1 0 0
MEAN OVERWEIGHT OVERWEIGHT OVERWEIGHT


Wow! Immerhin drei haben die Aktie noch auf Buy! Im Schnitt "Overweight".

Die UBS hat die Aktie übrigens seit gestern (das war knapp ...) auf Sell: Kursziel 0. Nil. Zero. Niente. Ich schätze, die behalten Recht ...

Update 9.8.07:

Sieht nicht gut aus ... Zwar gab es nochmal Kurse über einem Dollar, inzwischen ist es aber ein Pennystock ... Luminent gets two default notices from lenders

Die negative Sparrate der US Verbraucher: Gar kein Problem?

Die negative Sparrate ist schon länger einer der Punkte auf die ich kritisch schaue. Der amerikanische Konsument spart aktuell gar nichts mehr, sondern gibt sogar mehr aus als er verdient. Er lebt also klar auf Pump. Die negative Sparrate zeigt es. Das ist historisch extrem selten (Weltwirtschaftskrise) und z.B. in Deutschland fast unvorstellbar. Hierzulande liegt die Sparrate irgendwo bei 10%.

Die Zahl in den USA wird oft relativiert, weil die Amerikaner auch Vermögen auf der anderen Seite der Bilanz stehen haben. Es ist halt ein Volk von Immobilienbesitzern und nicht von Mietern (wie wir Deutschen). Trotzdem mag ich diese Relativierung nicht. Und zwar aus einigen Gründen:

a) Die Amerikaner waren auch vor 30 Jahren schon überwiegend Immobilienbesitzer und hatten trotzdem eine positive Sparrate
b) Die Immobilienpreise steigen nicht mehr. Daher ist auch eine höhere Beleihung der Immobilien nicht mehr möglich. Das war bisher der übliche Weg an neue Kredite zu kommen.
c) Die Amerikaner werden immer älter. Daher braucht man mehr Geld für's Alter. Die Vorsorge dafür erfolgt in den USA zum großen Teil privat. Eigentlich müsste mehr gespart werden und nicht weniger.

Ich halte das weiter für äusserst kritisch. Ich rechne daher mit einem Einbruch bei den privaten Ausgaben. Die letzten BIP-Zahlen in den USA haben das schon angedeutet. Der private Konsum trägt nur noch zu gut einem Prozentpunkt zum Wirtschaftswachstum bei (im Gegensatz zu deutlich mehr als drei Prozent noch vor Kurzem).

Genauso wie ich das wirkliche Problem im US-Immobilienmarkt nicht bei den gestiegen Preisen gesehen habe (wie viele Beobachter am Anfang), sondern auf der Finanzierungsseite (was sich ja heftiger bewahrheitet hat als ich es selber gedacht hätte), sehe ich das wirkliche Problem der US-Wirtschaft bei den Konsumenten, die jetzt schon seit zwei Jahren mehr Geld ausgeben als sie einnehmen. Das wird korrigieren und auch der US-Verbraucher wird irgendwann wieder eine positive Sparquote haben müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie dieser Prozess ohne Wachstumseinbruch vonstatten gehen soll.

Is the Negative Savings Rate A Negative for the Economy?

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore