Rezessionswette: 0:1 : US-BIP im 3. Q 07 + 3,9%

News Release: Gross Domestic Product (3.Q. 07)(straight from the source).

Durch die Bank gute Zahlen: Der Export weiterhin stark, Autoverkäufe ziehen an, Services werden weiter nachgefragt, etc. Housing ist weiterhin schwach. Der Lageraufbau hat zum Anstieg beigetragen, aber da man Lager bekanntlich nicht beliebig aufbauen kann, ist das mittelfristig eher negativ zu werten.

Auf den ersten Blick alles gut. Die Zahlen werden noch zweimal korrigiert, aber dass das BIP in den negativen Bereich sackt, ist quasi ausgeschlossen. So geht das 3.Q. nicht als Punkt für mich in die Geschichte der egghat'schen Rezessionswette ein ...

0:1

Eines macht mich aber skeptisch (ohne dass ich zu laut Manipulation schreien möchte): Der Price Deflator beträgt nur schwache 0.8%. Das heißt, dass vom Brutto-Zuwachs beim BIP nur 0,8 Prozentpunkte für die Preisbereinigung abgezogen wurden. Das erscheint mir etwas arg wenig. Das ist weniger als die Hälfte von dem, was an Produzentenpreis- bzw. Konsumentenpreissteigerungen ausgewiesen wird. Gut, die Zahl ist weniger bereinigt und schwankt entsprechend mehr (daher bevorzuge ich sie eigentlich auch). Man wird sehen, was diese Faktor beim aktuellen Ölpreis von über 90 Dollar vom BIP des vierten Quartals abknabbern wird ...

TUB: US-Immobilienpreise zeigen keinen Abwärtstrend. WTF?

Das sagt der (meiner Meinung nach) beste Preisindex für US-Immobilien:

Home prices drop 4.4% in past year, Case-Shiller says

4,4% Minus in den letzten 12 Monaten. Und es geht sauber jeden Monat ein Stückchen weiter nach unten, aktuell sogar noch leicht beschleunigt.

Und wie schrieb Trinkaus & Burkhardt in "Der Markt heute" noch heute morgen:

"Im September bekam ein Verkäufer eines bestehenden Einfamilienhauses 5,7 % weniger als noch vor einem Jahr (Medianpreis). Seit rund einem Jahr schwankt dieser Medianpreis um den Wert von 220.000 USD (+/- 10.000 USD); ein Abwärtstrend lässt sich dabei bislang nicht feststellen"


Tschuldigung, aber um am US-Immobilienmarkt keinen Abwärtstrend zu sehen, muss man schon blind sind. Wer den Zusammenhang zwischen Angebot und Nachfrage und dem Einfluss auf die Preise verstanden hat, kann doch nicht ernsthaft glauben, dass wir bei dem aktuellen Nachfrageeinbruch um fast 20% (Erneut Desasterzahlen vom US-Häusermarkt) nicht auch einen spürbaren Preisrückgang bekommen werden. Oder besser gesagt schon sehen, wenn man eine vernünftige Statistik heranzieht.

Update (31.10.07):

Um mal die pessimistische Variante zu bringen:

Big Picture: Can Housing Be "Rescued?"

US-Verbrauchervertrauen taucht ab ...

Mit 95,6 nach 99,5 im September. Die Septemberzahl wurde ebenfalls nach unten korrigiert. Und die Oktoberzahl waren auch unter den Erwartungen. Kurz: Alles schlecht.

Der Stand ist ein neues Zwei-Jahres-Tief. Tiefer stand der Index des Conference Boards zuletzt nach dem Wirbelsturm Katrina.

Auffällig übrigens immer noch, dass die Verbraucher die aktuelle Situation (118) immer noch deutlich besser beurteilen als der Ausblick (80 Punkte) in die Zukunft. Hauptfaktor ist die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust. Das könnte in der optimistischen Interpretation heissen, dass das alles nur Angst ist, die sich bekanntlich auch schnell wieder verziehen kann.

Warum die Schätzung noch so hoch war, weiss ich nicht. Die Zahlen zum Verbrauchervertrauen von anderen Instituten waren schon ziemlich schwach. Ich verfolge übrigens für das Verbrauchervertrauen (fast) nur den Indikator des Conference Boards. Ansonsten geht man im Wust der Zahlen unter ...

U.S. Oct consumer confidence lowest in two years

Mal schauen, ob sich das wieder fängt. Aktuell kann ich mir kein gutes Weihnachtsgeschäft vorstellen. Dazu ist die Krise am Immobilienmarkt zu tief. Und der Arbeitsmarkt wird auch immer schwächer ...

Wie die Börse funktioniert: Die wirklich wahre Version

Und die Subprime-Krise wird direkt auch noch erklärt:



Sorry, das war das Lustigste, was ich seit langem gesehen habe ... Die Mimik der Interviewers ist ziemlich brilliant. Eine deutsche Version kann ich mir davon irgendwie nicht vorstellen, das funktioniert nur auf Englisch, ich schätze sogar eigentlich nur auf Britisch ...

gefunden über Modern financial markets, explained!

Rezessionswette: Bis Mittwoch ist noch eine Flasche Wein zu gewinnen

Ha, aufmerksamkeitsheischende Überschrift, aber wenn ich die Wahrheit schreiben würde ("Flasche Wein zu verlieren") würde ja keiner drauf klicken ;-)

Also eine Flasche Wein habe ich noch abzugeben. Der Konsens für's dritte Quartal steht übrigens bei plus 3,3%. Das dürfte wohl kein Punkt für mich werden ...

Die Bedingungen nochmal kurz:

Von den 4 Quartalen 3.Q 07 bis 2.Q 08 werden zwei negative Wachstumraten bringen. Es zählt jeweils das Wachstum des Quartals (also das, was dann mal vier genommen auf's Jahr hochgerechnet in den Schlagzeilen landet). Und jeweils die zweite (und letzte) Korrektur. Die Zahl vom Mittwoch ist also nur vorläufig.

Es machen bis jetzt mit:

Saviano von Boersennotizbuch und
Volker von Kapitalmarktexperten

Braucht jemand Ohren wie Spock?

Nicht, dass ich welche abzugeben hätte, aber in New York sitzt einer Arzt, der einem solche Ohren im Rahmen einer kosmetischen Operation verpasst ...

BoingBoing: Cosmetic Surgeon will point your ears?

Angeblich geht es dabei um besseres Hören (mit spitzen Ohren hört man manche Frequenzen besser) ...

Schon wieder an der Überschrift erkannt: Heli-Heusi;-)

Ich nenn ihn ab jetzt nur noch Heli-Heusi ...

Leitartikel: Verteilt Schecks an die Bürger!

Auch wenn die Kritik nicht ganz daneben ist, kann man darüber diskutieren, ob die Steuern überhaupt ein wirkliches Problem darstellen. IMHO nicht. Die deutschen Steuersätze sind im Mittelfeld und wir sind bei weitem kein Hochsteuerland (mehr). D.h. die Regierung muss die Steuersätze nicht unbedingt senken und die Regierung muss auch nicht in dem einem Jahr, in dem der Haushalt zufällig fast ausgeglichen ist, das Geld direkt wieder an die Bürger geben. Einen Scheck an die Bürger halte ich für eine ziemlich dumme Idee (sorry), mit Ausgaben für KiTas, (Ganztags-)Schulen und Unis fallen mir sofort drei Dinge ein, die extrem viel mehr Sinn machen. Oder das Geld in die Sozialkasse stecken.

Das wirkliche Problem ist ein anderes: Wir haben in Deutschland zu hohe Abgaben auf Löhne. Die berühmten Lohnnebenkosten (Krankenversicherung, Rente, Arbeitslosenversicherung) betragen gut 40% des Lohns, den der Arbeitgeber aufbringen muss.

Ein Beispiel:

Wenn dein Arbeitgeber 3000 Euro zahlt, gehen davon 40% ab. Es bleiben also nur 1800 Euro übrig. Und von diesen 1800 Euro muss du jetzt noch Steuern zahlen, sagen wir mal grob geschätzt 20%, also nochmal 350 Euro. Das Ergebnis auf deinem Konto: 1450 Euro, also etwas weniger als die Hälfte. Du kostest deinen Arbeitgeber 18,75 Euro pro Stunde und bekommst selber nur 9,06.

Jetzt kommt das Problem: Der Arbeitgeber muss dir natürlich den Lohn ausgehend von den 3000 Euro in Rechnung stellen, schließlich muss er die irgendwie bezahlen können. Also muss er grob gerechnet 18,75 Euro die Stunde bekommen. Du bekommst netto aber nur etwa über 9 Euro pro Stunde. Folglich musst du zwei Stunden (genau 2,07) arbeiten, um jemandem eine Stunde bezahlen zu können.

Würde man die Lohnnebenkosten senken auf sagen wir mal 30% und das Netto auf dem Konto konstant lassen, sieht die Rechnung so aus:

1450 / 0,8 / 0,7 --> 2600 Euro. Du bekommst immer noch 9 Euro die Stunde, aber der Arbeitgeber muss nur noch 16,25 in Rechnung stellen. Auf einmal musst du nur noch 1,8 Stunden arbeiten, um eine Handwerkerstunde einkaufen zu können. Der Effekt (von Faktor 2,07 auf 1,80, also 13%) ist höher als die eigentliche Senkung um 10 Prozent aussagt.

Hinzu kommen jetzt noch die Multiplikatoreffekte durch die neue Nachfrage. Es werden Leute wieder in Arbeit gebracht, diese zahlen in die Sozialkassen ein (und belasten diese nicht mehr) und dadurch kann man die Beiträge wieder senken. Die Arbeitnehmer, die neu einen Job gefunden haben, geben das Geld ebenfalls wieder aus und schaffen damit wieder weitere Arbeitsplätze.

Diese Effekte (im Endeffekt alles von oben) gibt es analog auch bei einer Senkung der Steuern. ABER bei einer Senkung der Steuern macht man ALLES billiger und hofft dann auf einen Beschäftigungseffekt (der beim Kauf eines 40-Zoll-Plasma Fernsehers aber vor allem in Asien entsteht). Bei der Senkung der Lohnnebenkosten entsteht der Effekt nur und ausschließlich bei der Beschäftigung und wirkt dort zu 100%. Und deshalb schafft eine Senkung der Lohnnebenkosten eben mehr Arbeit als eine Senkung der Steuern.

Gerade im Niedriglohnbereich bei den personalintensiven Dienstleistungen fehlen in Deutschland die Arbeitsplätze. In den USA ist ein Gärtner in privaten Gärten nichts Außergewöhnliches, in Deutschland schon. Heimwerken ist in Deutschland weit verbreitet, in den USA deutlich weniger. In den USA kauft man das beim Profi ein und arbeitet lieber ein paar Stunden in dem Job, den man gelernt hat und den man am besten kann. Das erhöht die Produktivität der Wirtschaft (alle machen, was sie am besten können) und schafft zusätzliche Arbeit.

Dass die Lobbyisten der Industrie immer Steuersenkungen fordern, heisst nichts, denn die vertreten ihre Interessen und denen ist egal, ob der Kostenblock Löhne oder der Kostenblock Steuern kleiner wird. Es ist nur schade, dass niemand die Senkung der Lohnnebenkosten fordert. Die Gewerkschaften, die ja eigentlich für die sprechen sollte, die die Lohnnebenkosten bezahlen, stecken in ihrer argumentativen Sackgasse fest und behaupten weiterhin, dass höhere Löhne zu mehr Beschäftigung führen. Als wenn im Gegenzug nicht auch die Preise steigen würden und der Effekt dadurch sofort verpuffen würde. Es ist kein Multiplikator drin. Wenn eine Friseuse das Doppelte verdient, mag das fair und sozial sein, allerdings fehlt das Geld den Kunden. Der eine hat's, dem anderen fehlt's. Mehr Beschäftigung entsteht dadurch nicht. Wenn man Pech hat, geht der Schuss sogar nach hinten los und die Friseusen gehen in die Schwarzarbeit. (Um es deutlich zu machen: Ich halte Mindestlöhne nicht für das Schlimmste der Welt und bin auch nicht so sicher wie einige neoliberale Weltvereinfacher, dass Mindestlöhne Arbeitsplätze vernichten. Aber dass Mindestlöhne Arbeitsplätze schaffen, ist ausgeschlossen. Dafür gibt es weder Beobachtungen aus der Praxis noch eine sinnvolle Theorie).

Die Märkte erwarten schon wieder eine US-Leitzinssenkung?

Wuh.

Man tut einfach so als gebe es keine Inflation (sind ja auch nur die Öl- und Lebensmittelpreise, die steigen, also unwichtiges Zeug).


Lehman Bros. now expects the Federal Reserve to cut its overnight lending rate by a full percentage to 3.75% by the middle of 2008, including a rate cut next week.


Home sales crater on credit squeeze

Ich bin ehrlich überrascht, wie schnell die Märkte ihre Meinung ändern. Vor zwei, drei Wochen meinten noch einige Beobachter, dass die FED die Zinsen nur so schnell gesenkt hat, weil die Zahlen vom Arbeitsmarkt so schwach waren. Nachdem die Zahlen im Folgemonat massiv nach oben korrigiert wurden, hielten einige die Senkung schon für einen Fehler (FED senkte Zinsen auf Basis falscher Zahlen).

Nun kommen schwache Zahlen vom Immobilienmarkt (völlig unüberraschend IMHO) und jetzt wird schon wieder alles in schwarz gemalt.

Tschuldigung, aber wie wär's mal mit etwas langfristigerer Betrachtung? Ich weise hier so häufig auf die Zahlen im Jahresvergleich hin. Weil die eben nicht so stark schwanken. Und viele Prozesse sind so langfristig, dass man auf die monatlichen Zahlen nicht viel Wert legen sollte.

Ein schönes Beispiel kam (erneut) heute. Die Anzahl der verkauften neuen Häuser ist um 4,4% auf 770.000 annualisiert gestiegen. Diese monatliche Zahl hat aber eine Fehlerrate von +/- 10,3%. Ohne wirklich zu überraschen, könnte die Zahl also auch fast 6% gesunken sein. Diese Zahl hat also nur eine wirkliche Aussage, wenn sich kleiner als - 10,3% oder größer als +10,3% ist. Und das ist sie fast nie also ist die Zahl nie wirklich relevant.

Und damit sich mein Artikel auch richtig lohnt, liefert die Korrektur der Vormonatszahlen auch direkt den Beweis: Diese wurden nämlich deutlich nach unten korrigiert. Und zwar so deutlich, dass der jetzt gemeldete Anstieg ohne die Korrektur gar keiner gewesen wäre. Fast könnte man meinen, dass man die erste schlagzeilenträchtige Zahl immer zu positiv meldet und diese dann im Folgemonat (mehr oder weniger heimlich) nach unten korrigiert. Und die Zahl des aktuellen Monats vergleicht man dann mit der nach unten korrigierten Zahl des Vormonats und Bingo hat man selbst in einem klaren Abwärtstrend positive Zahlen gemeldet.

Deshalb: Auf die Jahreszahl schauen. Diese ist stabiler und hat "nur" eine Fehlerrate von 8%.

Leider zeichnet diese Zahl das selbe desaströse Bild wie die Zahlen von gestern: Im Jahresvergleich gingen die Verkäufe um über 23% zurück.

No, New Homes Sales DID NOT Rise . . .

Update (28.10.07):

Fed likely to cut rates despite stellar growth

Erneut Desasterzahlen vom US-Häusermarkt

Der Abwärtstrend ist immer noch im vollen Gange, es sieht nach dem Septemberzahlen eher nach einer Beschleunigung aus als nach einer langsamen Stabilisierung ...

Alle Zahlen sind dick negativ.

Verkaufszahlen im Vormonatsvergleich: -8%, im Jahresvergleich: -19,1%.

Die einzige Zahl, die nicht ganz so schlimm ist: Die Zahl der unverkauften Häuser stieg nur leicht um 0,4%. Da diese Zahlen aber üblicherweise gegen den Monatsumsatz gerechnet werden (wie lange dauert es, bis bei den aktuellen Verkaufszahlen das "Lager" abgetragen ist), ist diese auch nicht positiv: Diese Dauer ist auf 10,5 Monate gestiegen, was einem Achtjahreshoch entspricht.

Analysiert man nur die Einfamilienhäuser, sieht es auch nicht besser aus. Hier beträgt das Lager 10,2 Monate, was einem Zwanzigjahreshoch entspricht.

Die Preise fallen auf breiter Front in allen Regionen.

Die Zahlen sind schwächer als erwartet. Es kann aber gut sein, dass der September durch den Höhepunkt der Finanzmarktkrise negativ überzeichnet war. Die nächsten (Monats-)Zahlen könnten eine leichte Erholung signalisieren. Der Jahresvergleich ist sowieso der aussagekräftigere und der dürfte noch für einige im Minusbereich bleiben ....

Home sales crater on credit squeeze

Merrill Lynch schreibt 7,9 Milliarden Dollar ab

Subprime, CDO, das übliche Spiel.

7,9 Milliarden Dollar in einem Quartal dürften aber bisher den Höhepunkt darstellen ... Nach den Abschreibungen kommen dann 2,3 Milliarden Dollar Verlust raus.

Merrill posts $2.3 billion loss on massive write-down

Zur Wirtschaftlichkeit von Spam

Das Thema Aktien- und Börsenspam verfolgt dieses Blog ja schon länger (als einziges übrigens umfassend und von Anfang an).

Die Frage, die sich viele immer stellen: Darauf fällt doch niemand rein und warum lohnt es sich trotzdem?

Tja, es lohnt sich, weil es fast nix kostet. Fast nix bedeutet 20 Millionen Spams für 350 Euro. Wenn man ein Selbstbaukit nimmt, wird es sogar noch preiswerter. Die Zahlen stammen aus einer Studie des Antivirenspezialisten GData.

Dass die Kosten nochmals gesunken sind, liegt an den immer größeren werdenden Bot-Netzen, die praktisch unbegrenzt Kapazität zur Verfügung stellen. Ein Zyniker hat das Netz schonmal den größten Supercomputer der Welt genannt. Das Netz ist so groß, dass die 20 Millionen Spam-Mails in wenigen Minuten versendet werden können.

Und wer sich noch fragt, warum sich das lohnt: Naja, bei den Kosten reicht eigentlich ein einziger Idiot, der die Aktie kauft. Ein einziger ...

Spam zum Schnäppchenpreis

Mal wieder ein Quiz ...

Und diesmal nur mit ein Bild:



Die einzige, nicht sonderlich schwierige Frage: In welche Richtung dreht sich das Mädel? (Man muss u.U. auf das Bild klicken, Blogger zeigt das bei mir nur statisch an. Wenn das auch nicht geht, nehmt einfach den Link auf Zeitenwende unten).

Ich sitz hier gerade bei einem Bier (Füchschen Alt, einer der möglichen Wetteinsätze) und die Lady dreht sich im Uhrzeigersinn. Dann frag ich meine Lebensgefährtin (bereitet gerade was für die Schule vor) und bei ihr dreht sie sich gegen den Uhrzeigersinn. Sehr spannend. Denn das ganze ist keine blöde optische Täuschung, sondern es hängt an der Aktivität der Gehirnhälfte. Je nach dem welche gerade aktiver ist, ändert sich die Drehrichtung.

Im Uhrzeigersinn: Rechte Gehirnhälfte aktiver, Gefühle, Intuition.
Gegen den Uhrzeigersinn: Linke Gehirnhälfte aktiver, Logik, Verstand.

Ich werde morgen mal einige Stunden programmieren und dann mal schauen, ob die Dame sich danach anders herum dreht.

Faszinierend!

Zeitenwende: Kreativ und überdreht.

Die US-Hypotheken und die kommenden Anpassungen

Reset: Für Computernutzer schon ein Albtraum (Daten futsch, mehrere Stunden Arbeit weg, etc.), für Hypotheken-Besitzer aber oft noch schlimmer: Der Zins-Reset, die Anpassung des variablen Zinses, führt oft zur Zwangsversteigerung.

Das Problem gab es schon immer, allerdings wurden diese variabel verzinsten Kredite von einer Ausnahme zu einem weit verbreiteten Produkt. Schlimmer noch: Am Anfang der Laufzeit wurden die Käufer mit unnatürlich niedrigen Zinsen geködert. Das war bei Leitzinsen von weniger als 2 % auch problemlos möglich. Dass diese Hypotheken irgendwann massiv teurer wurden, war abzusehen. Und diese Anpassungen kommen jetzt und werden uns auch das gesamte Jahr 2008 begleiten.

An dieser Grafik ist übrigens auch schön zu sehen, dass es nicht nur um Subprime-Hypotheken geht. Auch die Option-ARM-Hypotheken sind kritisch. Das sind Kredit, die mit einem variablen (und damit potenziell gefährlichem) Zins und zusätzlich noch mit optionaler Tilgung versehen sind. Es handelt sich also um Kredite, die im Zweifelsfall nie enden. Man kann sich jetzt ausrechnen, dass diese Kredite nicht an beste Schuldner vergeben wurden, sondern zum großen Teil an Leute, die die Tilgung nie leisten konnten und nie leisten werden. Früher war das anders, da gab es diese optionable Hypotheken vor allem für Geschäftsleute, die in einem guten Geschäftsjahr viel getilgt haben und in einem schlechten dann mal gar nichts. Der Anteil der guten Schuldner dürfte um einiges höher sein als bei den Subprime-Krediten, aber auch einen gut verdienenden Hauhalt kann ein Zinsverdopplung schnell aus der Bahn werfen.



gefunden über Distressing Picture of the Day

Salamikrise? Salamicrash?

Nein, liebe Banken, so bekommt ihr die Sicherheit nicht in die Märkte zurück. Dass erst alle behaupten, sie wären nicht betroffen, OK, das haben wir hinter uns. (Wobei Ackermann mit seiner Kritik und dem späteren Eingeständnis ebenfalls betroffen zu sein, den Vogel abgeschossen hat).

Dann kam Phase 2: OK, man sei doch betroffen, aber nicht so viel und kein Grund zur Panik. Bei den großen Banken haben wir die ganzen Abschreibungen jetzt gesehen, wobei man sich noch lange nicht sicher sein kann, ob das Thema wirklich durch ist.

Und heute eröffnet die Commerzbank Phase drei: OK, die ersten Berechnungen waren falsch und "spiegeln den Stand Anfang Juli wieder". Gut, damals war die Krise noch im embryonalen Stadium, aber was soll's? Hauptsache man hat der Öffentlichkeit eine beruhigende Zahl geliefert. Dass man langfristig mit der Salami-Informationspolitik viel mehr Schaden anrichtet, ist den leider zu häufig in Quartalen denkenden Vorständen wohl entgangen ...

Spätestens wenn wir wirklich in eine Krise steuern sollte, wird einem Vorstand, der seine Informationen so präsentiert, niemand mehr ein Wort glauben. Und das kann dann übel werden.

Commerzbank unterschätzt Krise

Neue Zahlen gibt es übrigens noch nicht. Vielleicht präsentiert man ja diesmal umfassendere und besser recherchierte Zahlen.

Die Ausfallraten der US-Hypotheken von 2000 bis 2007

OK, man weiss es allgemein: Die Leute, die vor dem Platzen der Immobilienblase in den USA noch eine Hypothek bekommen haben, waren nicht mehr in der besten Qualitätsklasse ... Der Name für diese Kredite: Ninja Loans. Nicht wegen Harakiri, sondern wegen No Income, No Job or Assets, also kein Einkommen, kein Job und keine Sicherheiten. Also die Kategorie "Grottenschlecht", aber in den USA kein Grund, den Kredit zu verweigern ...

Wie schlimm die Lage ist, kann man schön an der Grafik im Econ Browser Blog erkennen (s.u.).

Dort kann man die Ausfallraten sehen und schnell erkennen, dass die Hypotheken, die 2007 vergeben wurden, bereits über 6% Ausfallquote haben. Das ist extrem viel und mehr als z.B. Hypotheken aus 2002 in der längeren Zeit an Ausfällen zu verzeichnen haben. Die in 2006 vergebenen Hypotheken sehen nicht besser aus und sind schon zu einem Zehntel ausgefallen; mehr als die Hypotheken aus 2000, die 6 Jahre mehr Zeit hatten, um auszufallen. Und in den Jahren gab es immerhin das Platzen der Internetblase und eine handfeste Rezession.

Es ist halt so: Je höher die Immobilie beliehen wird, desto höher wird das Risiko (2000: 79%, 2006: 87%). Je niedriger das Jahreseinkommen in Bezug auf die Hypothekenhöhe ist, desto höher die Ausfallquote. Binsenweisheiten, aber immer noch wahr.

Jetzt muss man noch den hohen Anteil von Hypotheken mit variablen Zinsen berücksichtigen, die noch zum großen Teil vor der Zinserhöhung stehen. Das wird die Ausfallquoten nochmal nach oben treiben. Und zwar vor allem bei den jüngeren Hypotheken, denn diese Hypothekenform war 2000 noch sehr exotisch, wurde aber 2005 und später verblüffend gängig.

Interessant auch die Grafik am Ende, in der man erkennen kann, wer die Hypotheken begeben hat. In etwa verdoppelt haben sich in den letzten drei Jahren die Ausleihungen über Asset Backed Securities. Und diese sind ein Hauptproblem der Subprime-Krise: Dass derjenige, der die Risiken nicht langfristig in der Bilanz behält, kein besonders hohes Interesse an einer strengen Risikoprüfung hat, ist logisch. Solange er die Risiken bündeln und am Kapitalmarkt platzieren kann, ist für ihn alles in Ordnung. Dass die Risiken damit nicht verschwunden sind, merken die Banken gerade. Während das die IKB und die SachsenLB um die Unabhängigkeit gebracht hat (bzw. bringen wird), versuchen die großen Banken in den USA gerade die Risiken in einen Mega-Conduit auszulagern oder besser gesagt zu verstecken ...

Econbrowser: Deteriorating lending standards

Warum hier nichts über den Schwarzen Montag kommt

Weil es keinen gibt. Zumindest ziemlich wahrscheinlich nicht ...

Trotzdem: Die Presse freut sich nach dem schwachen Freitag über die vermeintliche Duplizität der Ereignisse.

Could stocks face another 'Black Monday'?

Marketwatch hat der Artikel mindestens viermal in der RSS-Feed gepackt. Die wollten wohl sicher gehen, dass die das jedem Leser gesagt haben ...

Nützliche Software für Katzenbesitzer ...

Da sage nochmal jemand, sowas gebe es nicht ..

Cat-Nip:

Eine Software, die die Tastatur abschaltet, wenn die Software "katzenartiges Tippen" entdeckt, sprich die Katze über die Tastatur latscht ... Die Software lockt die Tastatur, dunkelt den Bildschirm ab und blendet eine Warnmeldung ein (die wie der Programmierer anmerkt, durchaus zweifelhaften Wert hat ...).

Cat Nip

Kostet nichts und läuft unter dem besten Betriebssystem der Welt (und in 5 Tagen dem zweitbesten ...).

Jack Penate: Für Fans von Blue Eyed Soul

think Housemartins (for example) + Crazy dance style:

Jack Penate:



Und wenn das noch nicht genug war (es gab ja letzte Woche keine Musik ...)

Und nochmal was vom Graumarkt: Rhinebridge unter Zwangsverwaltung

Ach, hab mich vertan. Es ist ja gar kein Graumarkt, das ist seriöse deutsches Bankenhandwerk ;-)

Rhinebridge ist einer der Zweckgesellschaften, die die IKB gegründet hat und deren Verluste die IKB an den Rand der Pleite gebracht haben. Wahrscheinlich wäre die IKB auch dort gelandet, wäre nicht der Staat über die KfW mit Sicherheiten beigesprungen.

Die IKB hat die Verluste immer als begrenzt, die Auswirkungen als temporär bezeichnet. Gut, man könne die Anleihen im Moment nicht zu Geld machen, wertlos wären die aber nicht. Wenn sich der Markt erstmal stabilisieren sollte, dann bekäme man schon wieder akzeptable Preise. Diese Argumentation hört man auch von anderen Banken noch.

Komisch, dass Rhinebridge jetzt von der Börse Dublin unter Zwangsaufsicht gestellt wurde, weil auch nach massiven Verkäufen die Liquidität nicht sicher gestellt werden konnte. Angeblich ist mehr als Hälfte des Geldes weg.

Das ist schon eine andere Nummer als die drei oder fünf Prozent, die die Konkurrenten so abschreiben. Ich hoffe, dass das kein Zeichen ist ...

IKB-Zweckgesellschaft Rhinebridge wird abgewickelt

EECH: Fällt der nächste Emittent am Graumarkt?

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Kapitalanlagebetrug:

Konkret geht es um die Unternehmensanleihen „Windkraft in Frankreich“ und die „Euro-Solar-Anleihe“, für die Anleger insgesamt 61 Millionen Euro zahlten. Doch statt 15 Millionen seien nur 2,2 Millionen Euro in Windenergie und nur 3,35 Millionen statt 46 Millionen Euro in das Solarprojekt geflossen. Der Rest des Geldes soll zu allgemeinen Unternehmenszwecken verwendet worden sein. Zudem soll offenbar Geld statt in erneuerbare Energien in Kunst investiert worden sein.

Übel!

Anleger bekommen für gekündigte Anleihen kein Geld, obwohl es zugesagt wurde. Die Eigenkapitalquote liegt bei extrem mageren 3,2%. Sollte eine Kündigungswelle auf die Anleihen zurollen, kann den Laden wohl niemand retten. Woher sollen die angesichts dieser Nachrichten einen Ersatzkredit bekommen?

EECH unter Druck

Goldman Sachs Chefökonom: Rezessionswahrscheinlichkeit bei 33%

Die FAZ hat ein interessantes Interview mit Jim O'Neill, dem Chefvolkswirt von Goldman Sachs. Logischerweise wird das hier verlinkt, allein die Erwähnung des Worts "Rezessionswahrscheinlichkeit" reicht schon aus ;-)

Interessant, dass er denkt, dass der Export die US-Konjunktur retten kann. Angeblich macht doch der US-Verbraucher mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus. Aber als Achillesferse meiner Rezessionswette habe ich den durch den schwachen Dollar getriebenen Export auch schon mal bezeichnet. Dass in der Presse noch oft auf das Zwillingsdefizit hingewiesen wird, beschreibt die Lage nicht mehr richtig. Zwar gibt es das Defizit noch, nur wird es halt deutlich besser.

Das Interview hat noch ein paar andere spannende Gedanken, u.a. die Warnung vor zu viel Vertrauen in den weiter steigenden Euro. Denn laut O'Neill sind die Europäer wachsam und werden einen weiter schwachen Dollar nicht wehrlos hinnehmen. Der Euro könnte also (gewollt) unter Druck kommen.

Optimistisch ist O'Neill für das B in BRIC (Brasilien), während er das IC (Indien, China) teuer findet.

„Ich würde nicht gegen den Dollar wetten“.

Böse Überschrift des Tages: "Tour de France wird billiger"

Die ARD wählt diese Überschrift zur Nachricht, dass Stada die Zulassung für ein EPO-Generika bekommen hat. Respekt für den Mut und den Humor!

Tour de France wird billiger

US-Konjunkturüberblick

a) Frühindikatoren +0,3%, was aber durch eine Abwärtskorrektur der Vormonatszahlen um 0,2 auf minus 0,8% fast neutralisiert wird. Nach dem kräftigen Einbruch im September wurde tendenziell mit einer Erholung gerechnet, zusammen mit der Abwärtskorrektur waren die Zahlen aber eher enttäuschend. Der Indexstand ist jetzt genau so hoch wie im März. Marketwatch meint, dass die Zahlen weiterhin Wachstum anzeigen, ich frage mich allerdings, wie der Index Wachstum anzeigen soll, wenn er nicht mehr steigt ...

Interessant übrigens auch, dass die finanzmarktabhängigen Indikatoren (Geldmenge M2 (35% Indexgewicht), Aktienkurse) die sind, die am stärksten zum Plus beitragen. Der Rest ist wenig beeindruckend.

U.S. leading indicators rise 0.3% in September oder direkt beim Conference Board Global Business Cycle Indicators, 18.10. 2007

Die zweite (relativ) wichtige Zahl waren die Neuanträge zur Arbeitslosigkeit, die diese Woche kräftig um 28.000 auf 337.000 gestiegen sind. Die wöchentlichen Zahlen sollte man nicht überbewerten, da sie stark schwanken. Der Arbeitsmarkt zeigt trotzdem eine leichte, aber (noch?) nicht dramatische Schwäche an. Was allerdings eine Verschlechterung gegenüber dem Stand vor zwei Wochen darstellt.


Jobless claims rise to seven-week high of 337,000

Börsenspam-Online-Radio ...

Jetzt kommen die Börsenspams auch schon als MP3. Wahnsinn. Wäre mir gar nicht aufgefallen, weil ich nicht blöd bin und auf so ein Attachment klicke ...

Aktien-Spam kommt jetzt per MP3-Datei

Die Masche lohnt sich scheinbar noch immer. Die Rechnung dahinter ist einfach:

Der Versand kostet nichts mehr, weil nicht zentral, sondern dezentral über ein Bot-Netz versendet wird. Angeblich bekommt man sowas in Russland für 500 Dollar.

Der Erfolg ist gering. Es reagieren nur wenige Promille der Empfänger. Bei Millionen von Empfängern kann es sich trotzdem rechnen. Warum?

Die Medien stellen eines oft falsch da. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Initiatoren erst mit Aktien eindecken, dann spammen und dann noch dem Kursanstieg verkaufen. Das stimmte vielleicht auch mal. Inzwischen wird aber eine andere Masche gefahren: Der Initiator kauft einen Börsenmantel (50.000 Dollar), nennt den Laden um (irgendwas was cool klingt mit Solar, Öl, Biotech, etc.), bringt irgendeinen wertlosen Plunder ein und behauptet der wäre total viel wert. Danach hat er unglaublich viele Aktien, die unglaublich wenig gekostet haben. Wenn der Kurs jetzt 30 Cent beträgt, braucht er nur Umsatz in der Aktie. Ein steigender Kurs ist gar nicht nötig. Zu 30, zu 20, zu 10 und wahrscheinlich auch bei 5 Cent verdient der Initiator noch Geld.

Früher wurde diese Masche mit Hilfe von Börsenbriefen (z.B. Markus Frick) durchgeführt. Heute spart man sich den Börsenbrief, der ja doch nur Geld mitverdienen will und spricht die Idioten direkt über Spam an (wer auf Frick gehört hat, ist auch ein Idiot, sorry). Und davon gibt es offenbar genügend. Ich habe in meinem Blog sogar Anfragen bekommen, ob ich die Leute nicht informieren könne, wenn ein Börsenspam kommt, damit die noch schnell aufspringen können. Ernsthaft!

Das Universum und die Dummheit der Menschen sind unendlich hat Einstein mal gesagt. Und beim Universum sei er sich noch nicht sicher. Ich würde sagen: Die Dummheit und die Gier der Menschen ist unendlich. Garantiert.

Meine alten Postings zum Thema Spam

Vertan vertan sprach der Analysten-Hahn ...

Heute wurden wieder Anleihen im Wert von 23,4 Milliarden herab gestuft, diesmal von S&P. Die beiden anderen Ratingagenturen Moody's und Fitch haben ebenfalls schon mehrfach Ratings reduziert. Auch Standard & Poors war schon einige Male dabei, u.a. hier: Der Rating Crash - Von AAA auf CCC in tja einem Schritt.

Interessant: Es sind diesmal auch Anleihen dabei, die erst 2007 begeben wurden. Ebenfalls interessant, dass die heutigen Herabstufungen weitere nach sich ziehen werden, weil CDOs, die die herab gestuften Anleihen enthalten, jetzt auch überprüft werden.

Die positive Nachricht: Anleihen im Wert von 245 Milliarden behielten ihr Rating.

Aber angesichts der Salamitaktik, mit der die Probleme abgearbeitet werden, befürchten auch Spezialisten vorläufig kein Ende der Herabstufungen.

Massen-Herabstufung: S&P senkt Daumen für Hypothekenanleihen

US-Immo: Neubaubeginne mehr als 30% im Minus

Ich hatte zwar versprochen, nicht mehr jedes Detail zu verfolgen, weil das alles nur das ist, was ich vermutet habe. Wenn der Immobilienmarkt einmal ins Trudeln gerät, ist das keine Sache, die sich in drei Wochen beruhigt. Der Immobilienmarkt ist ein Tanker. Nicht nur, weil er den größten Teil der Vermögens der US-Privathaushalte darstellt, sondern auch, weil er viel langsamer reagiert als die Finanzmärkte. Den Wertzuwachs bzw. -verlust sieht man erst beim Verkauf des Hauses, bei Aktien steht der jeden Tag in der Zeitung. Was sich bei einem Crash am Aktienmarkt in wenigen Stunden abspielen kann, dauert am Immobilienmarkt gut und gerne 2 Jahre.

Heute kamen die Zahlen zu den Housing Starts und den Hausbaugenehmigungen. Die Beginne waren mit minus 10 % im September sehr schwach und unter den (bereits niedrigen) Erwartungen. Wie schlimm die Lage ist, zeigt sich im Jahresvergleich, der inzwischen ein Minus von fast 31% anzeigt. Auch die absoluten Zahlen sind extrem schlecht. Die 1,19 Mio. Baubeginnen stellen ein 14-Jahres-Tief dar.

Die Zahlen zu den Genehmigungen spare ich mir im Detail, das grobe Bild ist aber das Gleiche: Sehr schwach.

Dass die Hypothekenbanken für 2008 einen weiteren Rückgang der neuen Hypotheken um 18% in 2008 und nochmal 6% in 2009 erwarten, zeigt das absolute und auch das zeitliche Ausmaß der Krise. Und die Hypothekenbanken haben garantiert kein Interesse daran, den Markt schwach zu reden ...

Die neuesten Zahlen zum Vertrauen der Hausbauer kamen ebenfalls heute: Naja, schwach. Rekordtief, etc. pp.

Ich bin wirklich gespannt, ob die US-Wirtschaft diese, auch im historischen Vergleich, tiefe Krise am Immobilienmarkt ohne Rezession überstehen kann.


September housing starts fall to lowest level in 14 years

Graumarkt: Und wieder sind 450 Mio. weg



Mal wieder hat ein Betrüger am Graumarkt 450 Millionen eingesammelt. Der Mann ist in Florida und dummerweise ist das Geld nicht da, sondern in irgendwelchen dunklen Kanälen versickert ...

Diesmal heißt der Mann Ulrich Engler, hat angeblich bei JP Morgan gearbeitet (Lüge) und versprach den Anlegern 25% pro Jahr (Lüge). Naja, jetzt wollen die geschädigten Anleger angeblich Kopfjäger auf den Mann ansetzen. Vielleicht sollten sich die aber lieber mal Gedanken über ihren Geisteszustand machen ...



Devisenbetrüger auf der Flucht

Und was sagen die besten Markettimer aus 2000 zum Allzeithoch von 2007?

Nachdem ich vor ein paar Tagen auf die unterdurchschnittliche Performance der Crashpropheten von 1987 hingewiesen habe, heute mal ein Blick auf die Timinggötter aus 2000.

Was machen die, die 2000 vor der großen Blase gewarnt haben und in der Konsequenz nur unterdurchschnittlich investiert waren?

Analysiert wurden 10 Börsenbriefe, bei denen diese Bedingung in 2000 zutraf. 5 wurden direkt wieder aussortiert, weil diese trotz des richtigen Timings 2000 keinen Performancevorteil erwirtschaften konnten.

Die restlichen fünf sind heute interessanterweise deutlich höher investiert als der Durchschnitt der Börsenbriefe. Daraus kann man bei naiver Betrachtung grenzenlosen Optimismus ableiten. Allerdings muss man auch hier überlegen, ob die 5 Börsenbriefe denn jetzt irgendwas bedeuten. Immerhin hat man von den 10 aus 2000 nur 5 übergelassen. Wer sagt denn, dass daraus nicht nochmal 3 wegen unterdurchschnittlicher Performance entfernt werden müssen? Auch könnte es sein, dass von den 10 Briefen in 2000 deshalb welche skeptisch (sprich unterdurchschnittlich investiert waren), weil die immer unterdurchschnittlich investiert sind (z.B. weil die immer auf's Risiko achten und daher Anleihen beimischen). Und die Performance-Risiko-Abwägung fehlt der Analyse leider vollständig.

Daher sagt die Studie eigentlich nur eines: Ein Börsenbrief, der heute erfolgreich ist, muss es morgen nicht mehr sein. Und deshalb ist die ganze Analyse eigentlich Schmutz, denn der Effekt (liegt richtig, aber trotzdem nur unterdurchschnittliche Performance) hat 2000 gegriffen und wird auch 2007 wieder greifen.

Oder anders: Es wird immer einige erfolgreiche Börsenbriefe geben. Es gibt halt auch genügend Auswahl. Aber welcher Börsenbrief wann wie erfolgreich ist, weiss im Voraus auch niemand. Man bräuchte einen Guru, der einem sagt, welchen Guru man wählen soll ...

The best vs. the rest

Die Performance der Börsenbriefe und der Crash 87

Interessant!

Es gibt eine klare Korrelation zwischen der Performance während des Crashs und der Performance in den 20 Jahren danach.

Nur ist die nicht so, wie man sie sich vielleicht vorstellt. Der "Gott", der den Crash richtig vorhergesagt hat (sprich damals skeptisch war), hat zwar im Crash weniger Geld verloren als die anderen, allerdings hat er in den zwei Jahrzehnten danach auch deutlich unterdurchschnittlich abgeschnitten. Dass diese Statistik eine Aussagekraft hat, zeigt sich auch an der Gegenprobe: Börsenbriefe, die im Crash besonders viel verloren haben, hatten nachher eine deutlich bessere Performance.

Vielleicht ist das doch nur abhängig davon, wie spekulativ ein Börsenbrief ist. Ist er spekulativ, verliert er im Crash mehr und holt auch stärker wieder auf, ist er konservativer, verliert er weniger und holt auch nur schwächer auf. Platt, aber manchmal ist die Wahrheit so platt.

Auf jeden Fall bleibt festzuhalten, dass *nach* einem Crash das Abo eines Börsenbriefs, der sich im Crash relativ gut gehalten hat, keine gute Geldanlage ist.

Lessons learned from how newsletters did in 1987 crash

Mal ein Blick auf die Verschuldungssituation in Europa

Die hohe Verschuldung der privaten Haushalte in den USA war ja hier schon oft Thema. In der deutschen Presse wird leider oft über die Probleme der USA geschrieben. Dass die Lage in Europa nicht viel besser aussieht, kommt aber oft zu kurz. Wenn man sich die Exzesse am spanischen Immobilienmarkt anschaut, ist die Lage dort eigentlich dramatischer als in den USA. Für die Weltkonjunktur ist die USA natürlich auf Grund ihrer Größe um in ein vielfaches wichtiger.

Aber zurück zur Verschuldung ...

In Europa ist die Verschuldung der Privathaushalte in den letzten 10 Jahren um 6.200 Milliarden Euro (also 6,2 Billionen) gestiegen. Das ist zwar eine gigantische Zahl, die aber kaum vorstellbar ist. Deshalb ist der Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt etwas erhellender: Dieses ist im gleichen Zeitraum um 2.800 Milliarden gestiegen. Die Verschuldung ist also mehr als doppelt so schnell gestiegen wie die Wirtschaftsleistung. Damit wird klar, dass es sich nicht um einen normalen Anstieg handelt, sondern um eine grundlegende Verschlechterung in der Vermögenslage der privaten Haushalte. Die gleiche Entwicklung also wie in den USA. Dort ist übrigens die Verschuldung der Privathaushalte um 7.400 Milliarden stärker gestiegen als das BIP, also noch stärker als in Europa. Nur ist das im Fall der USA relativ bekannt, im Fall von Europa aber relativ "unter den Teppich gekehrt".

Die FTD bringt diese Zahlen vor allem, um eines klarzumachen: Es ist sehr gut möglich, dass wir in der Kreditkrise erst die Spitze des Eisbergs gesehen haben. Dazu sind die Summen einfach zu groß. Wenn nur ein Prozent der zusätzlichen Summe (also das was über dem BIP-Wachstum liegt und damit tendenziell als ungesund gelten muss) ausfallen würde, hätten wir schon 34 Milliarden Ausfälle in Europa. Aber das ist halt nur die Spitze des Eisbergs. In richtigen Krisen fallen eher einige Prozent aus und zwar der gesamten Kreditsumme (und nicht nur der zusätzlichen Kredite). Und das wäre dann ein Vielfaches. Eine Summe, die ich mir lieber nicht vorstellen möchte ...

Von wegen überschaubare Bankrisiken

Der Artikel ist schon etwas älter, ich bringe diese aber in Bezug auf die Meldung vom Wochenende, nach der die großen Banken in den USA planen, einen Super-Conduit zu basteln. Also quasi einen großen Fonds, in den man den ganzen Müll ablädt, den man in den letzten Jahren in die eigenen Conduits gepackt hat. In der Bilanz will keine Bank das Zeug haben, weder damals (was zu den Conduits - den ausserbilanziellen Spezialgesellschaften- führte), noch heute. Also bleibt nur erneut eine ausserbilanzielle Lösung. Wenn man die zu mehreren gründet, muss die Bank das nicht konsolidieren, weil niemand die entscheidenden 50% hält.

Ob das ein Problem löst: Ja, für die Bank. Aber für den Markt ist das keine Lösung. Der Schrott bleibt Schrott. Da müssen auch weiterhin (wahrscheinlich noch Hunderte von) Milliarden abgeschrieben werden. Verhindert wird nur, dass der Schrott in der Bilanz auftaucht und ebenfalls, dass die Verluste heute sichtbar werden.

Wenn das nicht so wäre, bräuchten die Banken überhaupt keinen Super-Conduit gründen.

Superconduit

WUW - Das versteckte Konjunkturprogramm

Wieder einmal, allein am Titel, den Kommentar von Robert von Heusinger entdeckt.

Jobmaschine Wachstum

(Übrigens hat die FR einen sehr schön zerlegten RSS-Feed und man muss nicht den ganzen Schmutz mitlesen, nur um den Kommentar eines einzelnen Schreibers zu bekommen. Der FR-Kommentar Feed enthält nur die (meistens vier) Kommentare des Tages).

Der Artikel ist generell sehr schön und hackt auf der zu kurz greifenden Wirtschaftstheorie der Arbeitgeber in Deutschland rum. Soweit kennen wir das ja schon von R. von Heusinger.

Spannender wird es dann da, wo er einen der Kernpunkte des jetzigen Arbeitsplatzwachstums herausarbeitet. Es ist das Wirtschaftswachstum. Und darin ein verstecktes Konjunkturprogramm namens WUW, Wohnen Umwelt Wachstum. Dieses schiebt Investitionen in die Verbesserung von Immobilien an. U.a. auch um Heizkosten zu sparen (schonmal auf die Sto-Aktie geschaut?). Dazu gibt es verbilligte Kredit der KfW an die Immobilienbesitzer. Schätzungen gehen von 500.000 Arbeitsplätzen im Handwerk aus, die aufgrund dieses billigen Geldes erhalten/geschaffen wurden.

Was ich jetzt so geil finde: Das Ganze ist ein Uralt-Argument von mir. So etwas Ähnliches gab es unter Kohl schonmal. Damals wurde das allerdings über beschleunigte Abschreibungen gemacht. D.h. man konnte die Wärmedämmung über die ersten Jahre schneller abschreiben als normal (ich habe die Zahlen nicht mehr genau im Kopf, aber ich meine statt 50 Jahre a 2 Prozent, waren es 10 Jahre a 6 Prozent und 40 a 1 Prozent). Es kamen also kurzfristig weniger Steuern, langfristig (bis auf den Zinseffekt) aber genau so viel wie vorher. Die Auswirkungen auf den Bundeshaushalt waren also sehr gering, trotzdem wurden damals 300.000 Arbeitsplätze geschaffen. Kohl hat das Programm dann in einem Anfall (war allerdings nicht der einzige) von geistiger Umnachtung abgeschafft, weil die 300 Mio. pro Jahr nicht mehr da waren.

Wenn man jetzt mal alle drei Aspekte anschaut, wird klar, wie unglaublich effektiv die Maßnahme war:

a) Wie viel Geld hat es gekostet?
b) Wie viel Arbeitsplätze hat es geschafft/gesichert?
c) Wie viel Energie wurde dadurch eingespart (es ging um Wärmedämmung!)?

Tja, und wenn man die extrem positiven Ergebnisse des WUW-Programms anschaut, kann man eigentlich sicher sein, dass das auch heute wieder funktionieren würde.

Und was machen wir? Stecken Milliarden jedes Jahr in die Solarenergie (Übrigens für 25 Jahre garantiert; sprich selbst wenn wir das heute abschaffen, zahlen wir noch 25 Jahre weiter) für 100.000 Arbeitsplätze (maximal). Nein, IMHO sind wir viel zu früh in die Solarenergie eingestiegen. Zu früh heißt, dass in Energiesparmaßnahmen mehr Potenzial für Arbeitsplätze und Energieeinsparung gesteckt hätte und es billiger gewesen wäre als die Solarenergie. In Deutschland hätte man sich so lange auf Energieeinsparung konzentrieren sollen bis die Solarenergie halbwegs wettbewerbsfähig ist (20 bis 25 Cent pro KWh). Den frühen Einstieg in die Solarenergie hätte man Ländern mit mehr Sonne überlassen sollen. Damit hätten wir in der Vergangenheit mehr für die CO2-Bilanz getan und könnten heute mit dem gleichen finanziellen Einsatz für die Einspeisung der regenerativen Energien die doppelte Menge CO2-freien Solarstrom erzeugen.

Aber über Effizienz denkt die Politik leider viel zu selten nach. Da geht es um "Leuchtturmprojekte", um gutes Gewissen, gute Stimmung und Politik, die beim Wähler ankommt. Aber Stop: Eigentlich ist das ja effizient: Ziel ist nur nicht die möglichst hohe Senkung der CO2-Emissionen, sondern die Steigerung der Zufriedenheit der eigenen Wähler und die Erhöhung der eigenen Wahlchancen.

Bloggers Unite - Blog Action Day

Daher mein Appell:

Beim Umweltschutz nicht nur auf die Wähler und das gute Gewissen schauen, sondern auch überlegen, wie man den größten Effekt erzielen kann. Auch wenn das zu einem unsexy Ergebnis führt wie die Modernisierung eines pottenalten Kohlekraftwerks in der Ukraine.

Beim Crash 1987 war nur eine Reporterin an der Wall Street ...

... und hat die Minusprozente beim Dow Jones Index im Kopf ausgerechnet. Kein Ticker, kein Laufband, im Gegenteil: Ein Dow Jones, der nicht mehr in Echtzeit berechnet werden konnte, weil die Computer schlapp machten. Der Index hinkte am Ende des Handels einige Stunden(!) hinter den richtigen Kursen her.

Only TV Reporter at the 1987 Crash

Übrigens bin ich im August 1987 erstmals in den Aktienmarkt eingestiegen ... Es gibt wohl Sachen, die muss man auf die harte Tour lernen. Aber abschütteln lassen sich - auch von einem Crash - nur Weicheier!

Die Wirtschaftsnobelpreise und Wikipedia :-(

Nach der unglaubliche Reaktion auf den Literaturnobelpreis (Update eine Minute nach der Bekanntgabe), heute die Enttäuschung.

Zu den drei Wirtschaftnobelpreisträgern liefert nur "Hurwicz" einen Treffer. Damit kann man dann auch ahnen, wofür es den Preis gegeben hat: Entscheidungsfindung unter Ungewissheit.

Wikipedia: Entscheidung unter Ungewissheit

Die drei Preisträger sind Leonid Hurwicz, Eric Maskin und Roger Myerson.

Diese untersuchten u.a. die Entscheidungsfindung bei Verträgen, bei Auktionen, etc.

Die Zusammenfassung der FAZ enthält folgendes:

„Mechanism Design“ ist eine Unterdisziplin der Volkswirtschaftslehre. Sie befasst sich unter anderem mit der Frage, wie Auktionen ausgestaltet werden sollten. Der in Moskau geborene Hurwicz gilt als Begründer der Theorie, die Strategien beim Abschluss von Verträgen erforscht. Maskin und Myerson hätten sie wesentlich weiterentwickelt, hieß es in der Begründung des Stockholmer Komitees.


Wirtschaftsnobelpreis für drei Amerikaner

Es werden heute Nachmittag bestimmt noch bessere Beschreibungen folgen ...

So hier ist eine:

Was der Nobelpreis mit eBay zu tun hat

Ist ein Interview mit einem Experten. Sehr anschauliche Beispiele.

Stell Dir vor alle haben Angst vor dem Crash - Und dann kommt er doch nicht

Man sagt ja immer, dass es sowas wie einen vorhergesagten Crash nicht geben kann.

Gut, dann gibt's dieses Jahr auch keinen. Zumindest nicht in der Woche mit dem 19. Oktober ;-) Mein Mein Dank dafür geht an die FAZ!

Erinnerungen an den Börsenkrach von 1987

Der Perma-Bär ist investiert. Und zwar noch immer.

Manchmal mag dieser Blog Weltuntergangsstimmung verbreiten, deshalb möchte ich diese Stelle nutzen, um auf einen tollen Artikel von Barry Ritholtz hinzuweisen:

Yeah! We're #79! (of 83 global bourses)

Darin beschreibt er sehr schön, dass man auch als Permabear investiert sein kann und zwar auch voll. Nur ist man anders investiert. Er investierte z.B. vor 5 Jahren in Energie-Aktien, vor 4 in Gold, vor 3 in Japan und vor zwei Jahren in Agrarrohstoffe. Das ist jetzt möglicherweise eine selbstbeweihräuchernde Auswahl, aber es zeigt sich, dass man zwar skeptisch sein kann, aber trotzdem voll investiert sein kann und dabei erfolgreich ist.

Daher finden sich in meinem Depot aktuell eigentlich nur Spezialsituationen (Primacom, HVB), Rohstoffe (Minefinders), etc. Ich denke gerade über Agraraktien nach. Man soll nicht nur immer über die steigenden Rohstoffpreise mosern, sondern vielleicht einfach davon profitieren. Ich bin mir nur noch sicher, in welches Zertifikat ich gehe ...

Aus meiner Serie: Sachverhalte aus dem prallen Leben, mal ökonomisch betrachtet

Nach dem Artikel über die Einnahmen von Stripperinnen präsentiere ich heute einen Beitrag von zeitenwende.ch:

Paarungsverhalten in der freien Marktwirtschaft

Was passiert, wenn Mann (vor allem reich) Frau (vor allem hübsch) trifft (aus Sicht des Mannes:


Was du anbietest ist auf den Punkt gebracht ein einfacher Deal: Du wirfst dein Aussehen in die Waagschale und ich mein Einkommen. So weit, so gut. Aber jetzt beginnt das Problem. Nach allem was wir wissen, wird dein Aussehen ab diesem Zeitpunkt immer schlechter, mein Einkommen hingegen dürfte noch weiter steigen.[...]Dich zu heiraten macht folglich keinen Sinn, ein Dating aber schon


Die Lösung, die der Artikel verschweigt, ist einfach: Man(n) muss so viel Geld verdienen, dass man nicht nur einen Deal pro Leben macht, sondern mehrere ... Fällt das jetzt unter das Thema "Diversifikation"?

Der Wochenendüberblick zur US-Konjunktur

Verbrauchervertrauen der University Michigan unter den Erwartungen:

Consumer sentiment continues to slide

Stand 82,0 (erwartet 84,5) nach 83,4 im Vormonat.

Achtung: Das ist nicht das Verbrauchervertrauen des Conference Board, das ich normalerweise verfolge. Die Zahlen kommen erst am Ende des Monats. Interessant ist die Zahl trotzdem deshalb, weil eigentlich im September die große Subprime-Weltkrise schon wieder vorüber war. Der Verbraucher hat aber noch nicht positiv darauf reagiert.

Dass auch das Einbruch im oben genannten Verbrauchervertrauen nicht unbedingt etwas bedeuten muss, zeigt sich an den Einzelhandelsumsätzen. Diese sind überraschend stark um 0,6% gestiegen. Im Jahresvergleich errechnet sich ein Plus von 5%.

Retail sales surprisingly strong, growing 0.6%

ABER: Die Zahlen sind nicht inflationsbereinigt. Allein die Zusammenfassung muss schon skeptisch machen: "rising 0.6% on strong sales of gasoline, automobiles and food"

Das einzige Gute daran sind die Autoverkäufe. Die gestiegenen Umsätze beim Benzin und Lebensmitteln dürften ziemlich eng an den Preissteigerungen hängen. So ist das halt mit den offiziellen Statistiken in den USA: Wenn die steigenden Preise für Lebensmittel und Benzin weh tut, werden sie als Core Inflation rausgerechnet. Wenn die gut wirken (also z.B. in steigenden Einzelhandelsumsätzen) werden die drin gelassen. Auch wenn der Anstieg inflationsbereinigt möglicherweise nicht einmal einer ist.

Und die Produzentenpreise aus dem September kamen ebenfalls heute:

Kernrate +0,1%, Gesamtwert +1,1% (wie oben schon gesagt, die Energie- und Lebensittelpreise trieben die Gesamtrate nach oben).

PPI unexpectedly rises 1.1% on food, energy

Bill Miller: Ein echter Antizykliker!

Der Fondsmanager Bill Miller empfiehlt Aktien aus der Haus- und der Bankenbranche.

Er hatte 15 Jahre in Folge den S&P 500 geschlagen, 2006 ist die Serie aber gerissen und 2007 ist auch wacklig.

Gleichzeitig muss er zugeben, in die Immobilienbranche zu früh eingestiegen zu sein. Und vielleicht gibt er dann 2008 zu, zu früh in Banken investiert zu haben ...

Eine antizyklische Investition in die Immobilienbranche könnte eher interessant sein als die Finanzbranche. Der Einbruch bei den Häusern war ziemlich dramatisch. Der Einbruch bei den Bankaktien reicht mir persönlich nicht aus, um da ein antizyklisches Investment zu rechtfertigen. Im 6 Monatsvergleich ist die EuroStoxx50 3 Prozent im Plus und der EuroStoxx Bank Subindex 6 % im Minus. Das sind keine 10% Unterschied und damit zu wenig, um darauf zu spekulieren.

Trotzdem: Querdenker sind immer interessante Interviewpartner, weil sie eher zum eigenen Nachdenken anregen:

FAZ.NET: „Ich bevorzuge jetzt Finanzaktien und Bauwerte“

Sektorrotation: Auch keine hilfreiche Anlagestrategie

Ich beschreibe erst mal kurz, was man unter Sektorrotation versteht (wer das weiss, kann bis zur nächsten Überschrift springen)

Der Konjunkturzyklus setzt sich immer aus bestimmten Phasen zusammen. Ganz simpel könnte man sagen: Aufschwung und Abschwung. Üblicherweise wird das aber etwas feiner zerlegt und zwar in:

a) Expansive Phase (Aufschwung)
b) Hochkonjunktur (Boom)
c) Rezession
d) Konjunkturtief

(aus wikipedia.de)

In der expansiven Phase sind die Zinsen niedrig, die Arbeitslosigkeit ist und Skepsis noch verbeitet. Durch die niedrigen Zinsen beginnen Verbraucher und Firmen aber, aufgeschobene Investitionen vorzunehmen.

Irgendwann schafft das Arbeitsplätze. Die Löhne steigen. Die Firmen verkaufen mehr und investieren daher in den Ausbau der Produktion. Die Stimmung ist bombig.

Durch den Anstieg der Nachfrage werden Preiserhöhungen einfacher und durch den Anstieg der Löhne auch notwendig und irgendwann schlägt das auf die Inflation durch. Die Notenbank beginnt die Zinsen zu erhöhen und die Konjunktur kippt weg. Wir landen in einer Rezession.

Nun sind alle skeptisch. Investitionen werden herausgeschoben, Arbeitsplätze wegrationalisiert. Lohnsteigerungen liegen unterhalb der Inflationsrate. Der Preisdruck lässt nach und die Notenbank kann die Zinsen wieder senken. Irgendwann greift das und Phase a) beginnt von Neuem.

Das ist natürlich stark verkürzt und beschreibt auch eigentlich zwei Zyklen: Den Konjunkturzyklus und den Zinszyklus. In der Praxis lässt sich das auch nie so deutlich beobachten, weil die Notenbank schon im Vorfeld versuchen wird, sowohl die Inflation wie auch die Rezession zu verhindern.

Anlegen im Konjunktur-Zins-Zyklus



Klassischerweise laufen in bestimmten Phasen des Konjunkturzyklus bestimmte Branchen gut und manche vergleichsweise schlecht. In der Phase der sinkenden und niedrigen Zinsen sind das z.B. die Banken. Im Boom sind das z.B. Maschinenhersteller, die dann vom Ausbau der Produktion profitieren. Im Abschwung empfiehlt die Theorie Konsumgüterhersteller ("Toilettenpapier braucht man immer") oder Pharmahersteller.

Nur wäre das hier nicht egghat's blog, wenn es nicht noch genügend Vorurteile gäbe, die ich wegräumen muss ...

Und deshalb: Sektorrotation funktioniert nicht. Punkt.

Das haben Stangl, Jacobsen and Visaltanachoti in einer Untersuchung festgestellt. Selbst unter der (unrealistisch) optimistischen Annahme, dass man weiss, in welcher Phase der Konjunkturzyklus gerade steckt (was keiner weiss; die letzten Rezessionen wurde alle nicht vorhergesagt), beträgt die Mehrrendite nur zwei Prozent. Und das vor Berücksichtigung der Kosten. Sobald man jetzt die Kosten für die Depotumschichtung in diese Rechnung einbezieht und nur kleine Fehler in die Prognose der Konjunkturphase einbaut, ist die Mehrrendite (das Alpha) schnell Null oder sogar negativ.

Die Autoren liefern auch direkt ein paar Erklärungsansätze: Bei der Untersuchung der Phasen und der angeblich sinnvollen Sektoren passte das nämlich gar nicht. Das allgemeine und tausendmal in der Mainstreampresse breitgetretene Wissen, in welcher Phase man was kaufen muss, stimmt schlichtweg nicht.

Die Untersuchung fand heraus, dass in vier der fünf Phasen (es liegt eine etwas andere Zerlegung des Konjunkturzyklus zugrunde) das allgemeine Wissen daneben liegt.

Wenn ich über die Gründe spekulieren darf:

a) Der Konjunkturzyklus ist heute viel weniger ausgeprägt als früher. Das liegt vor allem an den Notenbanken, die im Zweifelsfall viel früher mit Zinssenkungen gegen eine sich androhende Rezession vorgehen. Die aktuelle Phase ist ein hervorragendes Beispiel: Im 2. Quartal hatten wir noch 3,8% Wachstum in den USA und bereits im dritten beginnt die Notenbank die Leitzinsen zu senken. Die Notenbanken antizipieren Rezessionen also sehr früh. Der Konjunkturzyklus und der Zinszyklus haben sich weiter entkoppelt/verschoben.

b) Damit zusammen hängt der zweite Grund: Der Konjunkturzyklus ist heute bekannt. Die profitierenden Branchen auch (auch wenn's dann doch nicht stimmt). Also antizipieren die Marktteilnehmer hier ebenfalls und kaufen schon mitten in der Rezession die Papiere, die eigentlich erst in der ersten Phase des Aufschwungs profitieren (sollten).

Die Kurzversion ist wie so oft: Offensichtliche Strategien sind zu offensichtlich. Wenn sie jeder begriffen hat, werden alle versuchen, so früh wie möglich darauf zu reagieren. Und dann ist die Strategie auch schon wieder kaputt, weil der zeitliche Zusammenhang nicht mehr da ist.

Sector rotation: an investment dead end?

Direkter Link zum Paper

Unabhängig davon gibt es Investmentstrategien, die versuchen, die besten Sektoren nicht über die Konjunkturphase (statisch) abzuleiten, sondern dynamisch über den jeweils stärksten Sektor. Kurz: Man kauft einfach die Branche (und verwandte), die läuft. Über diese Strategien sagt die Studie nichts.

Kurzer US-Zahlen Überblick

1.) Handelsdefizit sinkt.

Runter von 59 (August) auf 57,6 Milliarden. Wichtiger: Der Rückgang hängt nicht nur an den Ölpreisen, sondern am Export, der sich schon seit einigen Monaten stabil zeigt. Der Export stieg um 0,4% und der Import fiel um 0,4% und das obwohl der Wert des importierten Öls sogar gestiegen ist. Insgesamt stieg der Export im Laufe des Jahres um satte 11 %. Zum Wachstum des 2. Quartals trug die Verbesserung der Handelsbilanz 1,3% der 3,8 % bei. Ich hatte den schwachen Dollar und das dadurch ausgelöste Exportwachstum der USA schonmal als Schwachpunkt meiner Rezessionswette genannt.

Exports growth shrinks trade gap to $57.6 billion.

2.) US-Importpreise steigen um 1%, Hauptauslöser Öl. Die Inflation wird wohl weiter fallende Leitzinsen verhindern.

Import prices rise 1% on higher oil prices

3.) Erstanträge zur Arbeitslosigkeit sind leicht auf 308.000 gefallen. Zahlen etwas besser als erwartet, ob aber die Freude über ein Zwei-Wochen-Tief(!) angebracht ist, wage ich zu bezweifeln. Eine ausgeprägte Schwäche des Arbeitsmarkts zeigen die Zahlen aber auf keinen Fall an.

Weekly jobless claims fall to 308,000

Heuschrecken braucht das Land ...

Erst denke ich: Schau mal an, ein vernünftiger Kommentar in der SPD-Zeitung (ich bin gerade böse ...) Frankfurter Rundschau. Aber nach einem kurzen Blick auf den Autor erklärt sich das.

Kommentar:
Wagniskapital fürs Nobel-Land - VON ROBERT VON HEUSINGER


Er weist auf die gleich zwei Nobelpreise hin, die so gar nicht zum allgemeinen Gejammer über das Bildungs- und Forschungsland Deutschland passen.

Aber das Problem waren in Deutschland nie wirklich die Ergebnisse der Forschung, sondern die Umsetzung in Produkte. Beim Chemie-Nobelpreis hat das eigentlich noch ganz gut geklappt, die deutsche Chemiebranche steht nicht zuletzt wegen des frühen Einsatzes von Katalysatoren als Weltmarktführer (in einigen Bereichen) sehr gut da. Hingegen dürfte der GMR Effekt, für den es den Physik-Nobelpreis gab, in kaum einem deutschen Produkt ausgenutzt werden. Aber hier muss man die Kritik ebenfalls einschränken, denn die Erfindung kam zu einem Zeitpunkt, in dem die Branche, in der die Erfindung am besten verwendet werden konnte, schon lange ausschließlich in amerikanischen und asiatischen Händen war. Und es ist ziemlich utopisch, nur aufgrund eines verbesserten Schreib-Lese-Kopfes, eine Branche wie die Festplattenproduktion aus dem Boden zu stampfen.

Einen Aspekt möchte ich dem Kommentar von von Heusinger noch hinzufügen: Dass das Wagniskapital in Deutschland fehlt, liegt nicht nur an unserer Mentalität (lieber Sicherheit statt Risiko), sondern auch an der Politik. Solange diese meint, (wegen einigen negativen Ausreissern) die Besteuerung von Risikokapital ändern zu müssen, muss man sich nicht wundern.

Venture Capital lebt im Kern davon, dass man einige wenige Treffer landet, die sich unglaublich rentieren. Auf sowas wollen Politiker natürlich gerne Steuern eintreiben. Es geht dabei ja auch um "unverschämte" Summen und somit ist der Applaus des Wahlvolks sicher. Das Problem bei Venture Capital Investments ist nur, dass neben den wenigen Treffern auch immer viele Flops dabei sind. Und diese produzieren Verluste. Normalerweise verrechnet man innerhalb einer Firma die Gewinne und Verluste miteinander und muss dann nur den Restgewinn versteuern. Genau diese Verrechnung hat man jetzt in Deutschland massiv eingeschränkt (es haben halt einige ausgenutzt, also verbietet man es allen). Dadurch sinkt die (Nachsteuer-)Rendite der Venture Capital Fonds aber, ergo investieren weniger Anleger dort ihr Geld und am Ende fehlt Wagniskapital. Warum bloß?

Keine Ahnung, wie man mit diesen Politikern zu mehr Wagniskapital kommen will ... Und das bräuchte Deutschland eigentlich. Damit Deutschlands schlaueste Köpfe nicht "nur" Nobelpreise bekommen, sondern durch die Erfindungen (die in diesem Jahr beide aussergewöhnlich praxisnah sind) auch noch möglichst viele Arbeitsplätze entstehen.

Frick: Staatsanwaltschaft lässt Haus durchsuchen

Da hat die BaFin wohl doch was mal was gefunden und die Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Daraufhin hat diese Wohnungen und Büroräume von Markus Frick durchsuchen lassen.

Börsenguru Frick im Visier der Ermittler.

Im Artikel steht sonst nicht viel, das man nicht schon von Markus Frick wissen würde. Er soll halt die Aktien der empfohlenen Unternehmen parallel zu seinen Empfehlungen direkt in die steigenden Kurse verkauft haben.

Wäre gut und ist schon lange überfällig, wenn man dem Pusher- und Promoterszene in Deutschland endlich mal ein saftiges Urteil präsentiert und da nicht am Ende wieder ein windelweicher Kompromiss herauskommt, bei dem der Täter sich mit einer lächerlichen Geldbuße "freikauft". Damit endlich mal klar wird, dass die nicht nur strafbar ist, sondern auch wirklich bestraft wird.

Ansonsten bekommen wir demnächst noch mehr Mails von Deppen aus Köln, die uns tolle Aktien empfehlen wollen (Doch kein Ende des Börsenspams?).

Wikipedia und Doris Lessing ...

... 13:17:

Doris Lessing, CH OBE (* 22. Oktober 1919 als Doris May Tayler in Kermānschāh, Persien) ist eine britische Schriftstellerin. Im Dezember 2007 wird sie den Nobelpreis für Literatur erhalten.


Das war schnell!

Wenn man in die Versionsgeschichte schaut, sieht man, dass bereits um 13:01 folgendes ergänzt wurde:

"ist eine britische Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin."

Bei einer Bekanntgabe des Preises um 13:00 Uhr eine beachtliche Leistung!

Doris Lessing

S&P 500: Erster Gewinnrückgang seit 5 Jahren?

Die Gewinne steigen, die KGVs sind fair, Aktien sind nicht teuer. Tausendfach behauptet, tausendmal gelesen, nur stimmt das auch?

Und wenn das nicht mehr so richtig passt, nimmt man halt das geschätzte KGV für 2008 oder wenn das dann noch nicht billig genug ist, das für 2009. Dann muss man sich auch die mit den Fakten der öden Realität auseinandersetzen ... (das war um die Jahrtausendwende ähnlich).

Und die Realität sieht (auch für mich) überraschend schwach aus. Die Gewinnwarnungen kommen inzwischen doch recht häufig, zuletzt die völlig überraschende eines Ölkonzerns (Chevron), der sich bei 80 Dollar pro Barrel eigentlich dämlich verdienen müsste . Die jetzige Berichtssaison könnte somit die erste seit 5 Jahren werden, in der die Gewinne im Vergleich zum Vorjahresquartal zurückgehen.

S&P 500 Q3 earns likely to turn negative tomorrow - Thomson

Das muss man alles noch unter Vorbehalt sehen, denn die Berichterstattung zum 3. Quartal hat gerade erst angefangen. Und noch gibt es ein ganz leichtes Wachstum (+0,1%). Das kann sich alles noch ändern.

Die Vorbehalte findet man schön gesammelt hier: FTD: Experten nehmen schwache Zahlen gelassen.

Mittelfristig können die schwachen Gewinne der Banken auch gut einmalige Ausreisser bleiben und sich das alles wieder stabilisieren. Von meiner vorsichtigen Haltung sehe ich keinen Grund abzuweichen. Denn dass sich das Gewinnwachstum abschwächt, kommt nicht überraschend. Und das liegt auch nicht an der Hypothekenkrise, sondern ist ein sehr langfristiger Effekt, der sich in jedem Konjunkturzyklus zeigt: Die Margen der Unternehmen stoßen irgendwann oben an. Und dann sorgen im wesentlichen drei Sachen dafür, dass die Margen nicht weiter steigen:

a) Der Wettbewerb
b) Eine hohe Auslastung, die keine höhere Produktion ohne neue Investitionen ermöglicht
c) Lohnerhöhungen, weil der Arbeitsmarkt zunehmend leerer wird

Und da sind wir jetzt halt nach 4 Jahren Aufschwung angekommen und jetzt wachsen die Gewinne nur noch in etwa dem gleichen Tempo wie die Umsätze. Dass die Analysten immer weiter 10% Plus bei den Gewinnen sehen, ist ziemlich normal. Die Analysten werden einen Gewinneinbruch genausowenig richtig prognostizieren wie die teilweise 50% oder noch stärker steigenden Gewinne am Anfang des Konjunkturzyklus.

All-Time-Highs und die Rezession - Passt das zusammen?

Die überraschende Antwort ist: Ja!

Denn die Rezessionen und der Aktienmarkt laufen oft, aber eben nicht immer, parallel. Um statistisch wirklich signifikant zu sein, müsste der Zusammenhang eindeutiger sein. Kurz: Es passt zusammen, weil es keinen Zusammenhang gibt ...

Econbrowser: The Stock Market and Real GDP.

Kurz: Wenn man aus den Höchstständen an den Aktienmärkten ableitet, dass die Chancen auf eine Rezession gesunken sind, irrt man. Es kann auch einfach nur sein, dass der Aktienmarkt auf die gesunkenen (Leit-)Zinsen reagiert.

Barry Uberbear Ritholtz findet auch zwei schöne Punkte in der Vergangenheit (1980 und 1990), wo ziemlich genau bzw. kurz nach den Hochpunkten die Rezessionen begannen.

The Big Picture: Are Markets Always a Discounting Mechanism ?

Die Allzeithochs bei den US-Indizes (und beim DAX sind wir ja auch nicht mehr weit davon entfernt) *können* bedeuten, dass man nicht mehr mit einer Rezession rechnen muss. Die Märkte können aber genauso gut irren ...

Manche Leute haben wirklich zuviel Zeit ...

Selbstgebauter X-Wing-Fighter (ich muss das nicht erklären, oder?) - 8000 Stunden, 7000 Dollar, geschätzte 6 Meter hoch. Und nicht nur als doofes Modell, sondern mit Raketenantrieb.

Kurzes Video des Flugs ...:

X-Wing Rocket Launches, ...

Tja ...

Analysten und ihre Prognosen (Google -> 2000 Dollar!)

Mal ein Link auf ein Blog, das mit der Börse eigentlich nichts zu tun hat: Techcrunch. Darin wird über eine "Analyse" von Henry Blodget (ja genau dem verurteilten Stock Promoter ähh Analysten aus der Dot.Com-Blase) gelästert:


The problem is that Blodget, like all analysts, build authoritative sounding but essentially bullshit predictive models to back up whatever prediction they’ve just pulled out of their ass.


Die Analyse errechnet übrigens ein Kursziel von 2000 Dollar für Google. Joh.

Google To $2000/Share? Somebody Muzzle Blodget

Zur Ehrenrettung der Finanzindustrie muss man aber hinzufügen, dass Blodget nicht mehr für die Finanzbranche arbeitet, sondern ein "normaler" Blogger ist. Allerdings bin ich mir sicher, dass er schon wieder einen Job in der Branche hätte, wenn nicht das Gericht Blodget lebenslang verboten hätte, in dieser Branche zu arbeiten ...

Der wirklich coole Nachsatz kommt dann aber am Ende. Michael Arrington zieht da alle Aussagen (augenzwinkernd) zurück, weil Blodget Übernahmegerüchte für Techcrunch streut, Kaufpreis "a cool 100 Million".

Jetzt ist die Frage, wie ich den Ackermann dazu bekommen, diesen Blog zu kaufen ;-)

Börsenspam: Jetzt geht's doch weiter

Da habe ich noch gestern über die mangelnden Spams geradezu "gemeckert", die ein Tracken der Spams in einem Musterdepot wenig sinnvoll erscheinen lassen. Da hatte ich aber noch nicht alle meine E-Mail-Körbchen durch ...

Da lagerte doch tatsächlich das:

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Von: internews54@web.de
Betreff: Tipp der kommenden Woche gegen Produktpiraterie
Datum: 6. Oktober 2007 10:34:59 MESZ
An: xxxx
Antwort an: internews54@web.de

Enrome Wertsteigerung wegen Produktpiraterie

US4587861000
INTERMEC
WKN: A0H0P7


4-Wochen Ziel: 90 Dollar

www.intermec.de


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Also erstmals im einzigen "Satz" direkt ein Tippfehler Enrome statt enorme. Puh, etwas mehr Mühe, bitte ...

Und was mir der Satz "Enorme Wertsteigerung wegen Produktpiraterie" dann so sagen soll, weiss ich dann auch nicht. Soll ich jetzt Aktien kaufen, die von Produktpiraterie profitieren? Oder direkt damit Geld verdienen? Oder am Verhindern von Produktpiraterie verdienen?

Ach, egal. Kursziel ist ja 90 Dollar (wieso eigentlich nicht Euro). Aktueller Kurs ist übrigesn etwa 25 Dollar. Komisch auch, dass die deutsche Homepage verlinkt haben.

Und komisch auch die Aktie an sich: Denn das ist keine leere Blase, sondern eine Firma die ernsthaft was produziert und auch eine Marktkapitalisierung von etwa 1,5 Milliarden Dollar hat. Ein Spam-Zock dürfte bei einer so hohen Marktkapitalisierung wenig Sinn machen und kaum einen Einfluss haben ...

Meine alten Postings zum Thema Spam

Das Börsenspam Musterdepot: Der Spam-Stock-Tracker

In Deutschland kann man die Idee leider/zum Glück nicht mehr nachmachen: Ein Musterdepot aus Spam-Aktien zusammenstellen und dann einfach mal schauen, wie die sich verhalten.

Das Ergebnis der ersten Runde (so ab 2005) war so wie man es erwarten muss: minus 93 %, dabei wurde ein großer Teil der Aktien komplett wertlos. (Historical Data of 10.2.2007)

Es ist natürlich kaum zu erwarten, dass die jetzige Runde besser abschneidet, aber spannend ist es alllemal. Im Aktienspam-Musterdepot dabei übrigens auch die in Deutschland gespammte Harris Exploration.

Spam Stock Tracker

Meine alten Postings zum Thema Börsenspam


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Ich bekenne: Ich bin Geschmacksterrorist!

"Diese einschläfernd gemächliche, zutrauliche und vollkommen harmlose Halbschlafmusik: Wir kennen sie von den Montgolfier Brothers, von Another Sunny Day und anderen, im Prinzip erfolglosen Bands auf dem guten alten Geschmacksterroristen-Label Sarah Records."


aus: ABGEHÖRT: Die wichtigsten CDs der Woche: u.a. Club 8

Jetzt weiss ich endlich, was ich antworten muss, wenn mich jemand fragt, was ich denn so für Musik höre: Geschmacksterroristen-Musik ;-) Bisher habe ich immer gesagt: "Gute". Die Antwort war vielleicht etwas kurz für die Eröffnung eines Smalltalks ... Und wohl auch etwas zu überraschend (nicht dass ich mir dessen nicht bewusst wäre ...). Mit der Antwort: Geschmacksterroristen-Musik hab' ich jetzt einen besseren Opener. Danke an Jan Wigger vom Spiegel.

Und jetzt natürlich auch noch ein wenig Geschmacksterroristen-Musik aus dem Jahr 2007. Das ewig beste Label Sarah Records ist ja schon lange Geschichte.



Oder das gesamte neue Album: Club 8 - »The boy who couldn't stop dreaming«

Zum Vergleich echte Geschmacksterroristen Musik von Sarah Records (mit Wohlfühlfaktor 10)



oder (mit Schlechtfühlfaktor 10 ;-) )



Einen weiteren Geschmacksterroristen findet man übrigens hier: Mondgucker. Rechts auf das Last.FM Widget klicken, ansonsten kann man sich links natürlich auch die tollen Zeichnungen anschauen.

Merrill Lynch ist mit 4,5 Milliarden Dollar dabei

das ist immerhin soviel, dass das Quartal in die roten Zahlen rutscht.

Merrill Lynch schreibt 4,5 Mrd. $ ab

Und aus der zweiten Reihe meldet Washington Mutual einen Ergebniseinbruch um 75%, aber auch das erscheint recht moderat (angesichts der Weltuntergangsprognosen vor 4 Wochen):

Washington Mutual issues profit warning

US-Arbeitsmarkt bombenstark

Obwohl ich bald aufhöre, diese Zahlen zu verfolgen.

Aber erstmal die Zahlen: 110.000 neue Arbeitsplätze im September. Die Arbeitslosenquote steigt aber trotzdem auf 4,7%.

Zur Erinnerung: Im August gab es noch mit minus 4000 echter Desasterzahlen.

Und weshalb ich bald aufhöre, diese Zahl zu verfolgen (OK, ich werde das nicht ernsthaft tun, weil die Zahl zu wichtig ist): Der August wurde jetzt auf 89.000 PLUS korrigiert. Also nachdem im August die Juni und Juli Zahlen massiv nach untern korrigiert wurden, werden jetzt die August Zahlen massiv nach oben korrigiert.

Nur muss man sich angesichts solch heftiger Korrekturen fragen, welche Aussagekraft die Zahl überhaupt hat. 10.000 über oder unter den Erwartungen können die Börsen deutlich bewegen. Aber warum? Die Zahlen der letzten drei Monate sind jetzt im Schnitt um mehr als 50.000 pro Monat korrigiert worden. Was echte Zweifel an der Signifikanz der Werte aufkommen lässt. Sollte man die Zahl nicht besser ignorieren?

Nebenbei sind die Zahlen in sich schon unstimmig: Im August, als die Anzahl der Arbeitsplätze zurück ging (zumindest in der ersten Schätzung), bleibt die Arbeitslosenquote stabil. Im September gibt es 110.000 zusätzliche Arbeitsplätze und die Quote steigt.

Wenn überhaupt etwas Wahrheit in den Zahlen steckt, muss man wohl wieder in die Details der Korrekturfaktoren schauen. Manchmal erklärt sich dann das unerklärliche Verhalten des "Headline"-Zahlen.

Aber auch nur manchmal. Ich wüsste gerne einen besseren Indikator, nur kenne ich keinen ...

Update (20:16): Auch Econbrowser zeigt sich etwas erstaunt über die Schwankungen und Korrekturen bei den Arbeitsmarkt-Statistiken. Aber ihm reicht die Stabilität der letzten Wirtschaftszahlen aus, um den Wirtschaftsindikator zurück auf Neutral :-| zu setzen. Kurzfazit: Weiterhin Wachstum, wenn auch abgeschwächt: Employment plunge was a big oops

Börse Online schätzt die Rezessions-Wahrscheinlichkeit übrigens im aktuellen Heft auf 10%. Das erscheint mir dann doch etwas arg optimistisch. Aber dass die eine pessimistische Prognose wagen, werde ich wohl eh nicht mehr erleben. Jubelperser-Mainstreampresse sage ich immer, wenn ich schlechte Laune habe. Hab ich aber gerade nicht, denn jetzt ist Wochenende :-)

Update (6.10.07): Barry Ritholtz ist (nicht ganz überraschend) nicht der Meinung, dass der Report stark war. Er hat auch recht, denn an sich reichen 110.000 neue Jobs nicht aus, um mit dem Bevölkerungswachstum der USA Schritt zu halten (dazu braucht man etwa 150.000). Allerdings ist die Zahl von 110.000 *zusammen* mit den Aufwärtskorrekturen der Vormonate schon eine starke Zahl. Und während die ursprüngliche August-Zahl laut "Rezession" schrie, ist nach den Korrekturen und der September-Zahl doch nur schwächeres Wachstum zu prognostizieren.

Update (7.10.07): Bei Accrued Interest gibt es IMHO den besten "Take" zu den Arbeitsmarktzahlen: Job Growth? This economy must be hotter than I thought!. Insbesondere wird (IMHO zurecht) Barry Ritholtz kritisiert, weil er diesen Report schlecht redet. Nachdem die (ursprünglichen und falschen) Augustzahlen aber ein klares Desaster anzeigten, muss man diese Einschätzung jetzt aber korrigieren. Und nicht rumdeuteln.

Hedgefonds verwalten inzwischen 2,5 Billionen Dollar

Wouuh.

Zuwachs: 19 % im ersten Halbjahr 2007.

(Quelle: HedgeFund Intelligence )

Das zweite Halbjahr dürfte angesichts der Subprime Krise nicht so toll werden. Einen dramtischen Einbruch erwarte ich allerdings auch nicht. Die Investoren ziehen ihr Geld in zwei Phasen ab: Zuerst die, die nicht kapiert haben, dass da Risiko drin steckt (das haben wir aber hinter uns). Und dann folgen die, denen die Renditen nicht mehr ausreichen. Und das erwarte ich noch, denn die Zeit des einfachen Geldverdienens ist auch für die Hedge-Fonds vorbei.

GLOBAL HEDGE FUND ASSETS SURGE 19% to $2.48tn (Oct 2007) (PDF!)

Interessanterweise taucht in der Liste der Städte mit den meisten Hedgefonds Frankfurt *gar nicht* auf. Allein in New York werden im Gegenzug satte 881 Milliarden Dollar von Hedgefonds verwaltet.

Die Wissenschaft des Strippens ...

Aus monetärer Sicht stellt sich das so da:

Ist die Stripperin auf dem höchsten Punkt ihrer Fruchbarkeit, verdient sie 70 Dollar die Stunde. Ist die Stripperin in der Phase der Menstruation, verdient sie 35 Dollar die Stunde.

Das ist ein heftiger Unterschied, den ich im Leben nicht so erwartet hätte.

Jetzt stellen sich natürlich viele Fragen:

Wie merkt das männliche Publikum das? Tanzt/bewegt sich die Frau anders? Riecht die anders? Sieht die anders aus?

Hmmmm. Ich habe keine Ahnung, helfe aber gerne bei der Forschung (haha, ein flacher Macho-Gag pro Jahr sei mir gestattet).

Übrigens ist das oben aufgeführte Muster bei Stripperinnen, die die Pille nehmen, nicht feststellbar.

The Stripper's Secret

Und da rege ich mich manchmal über die irrationalen Verhaltensweisen der Anleger an der Börse auf. Wir sind ja doch nur sprechende Schimpansen, zumindest der männliche Teil der Menschheit ...

yigg it

Ein kleiner Überblick über die Wirtschaftslage in den USA

Ist ja nicht ganz unwichtig wegen meiner Rezessionswette (eine dritte Flasche Wein wäre noch da für einen Optimisten) ...

Die Zahlen für den August waren auf der Stimmungsseite erwartet schwach. Dazu war die Presse aber auch einfach zu voll mit Weltuntergangsszenarien. Viele etwas längerfristige Daten waren dagegen gar nicht so schlecht. Der Arbeitsmarkt bleibt relativ stabil (wobei manche Statistik wirklich hinterfragt werden muss). Die Inflationszahlen gingen leicht runter, die Produktion ist weiter stabil und der Export profitiert zunehmend vom schwachen Dollar. Der Immobilienmarkt hingegen ist weiterhin am Boden; obwohl das ist das falsche Wort, es geht ja noch weiter runter. Aber das überrascht mich nicht.

Zusammenfassend kann mn feststellen, dass ein schnelles Überschwappen der Kreditkrise auf die Realwirtschaft nicht stattzufinden scheint. Es läuft wohl eher auf ein langsames Durchsickern hinaus.

Die spannende Frage ist jetzt, wie der September wird. Ich schätze, dass sich die Sentimentseite schnell erholen wird (wenn nicht, gewinne ich halt meine Wette ;-) ). Sollte sich ein Durchsickern der Kreditkrise auf die Realwirtschaft andeuten (sinkende Auftragseingänge, sinkende Investitionen), gewinne ich die Wette auch. Ansonsten wird's eng ... (obwohl dass es eng wird, war auch vorher schon klar; aber anonsten macht eine Wette auch keinen Spaß, zumindest mir nicht).

Econbrowser: Not all the news is bad

Free Burma - Free Tibet - Boykottiert China

Heute mal ein Hinweis auf die Aktion “Free Burma” von Robert vom Basic Thinking Blog.

Free Burma!

Mehr Infos dazu gibt es hier: FREE BURMA

Dass mir das Thema am Herzen liegt, konnte man rechts an den von mir verlinkten Nachrichten sehen.

Ich möchte dieses Posting dann aber auch benutzen, um auf andere, ähnliche Projekte hinzuweisen. Denn die Ursache ist immer: China. (Und tiefer: Die Diktatur in China)

Viel Aktivität gegen China gibt es schon länger aus den Free-Tibet Initiativen, z.B. von hier Die Tibet Initiative Deutschland e.V.

Beim Geldausgeben immer darauf achten, wohin die Knete fließt: Oft gibt es eine Alternative. Und dass es manchmal keine gibt, ist keine Ausrede. Dass man in manchen Fällen nichts machen kann, heisst noch lange nicht, dass man nie etwas machen kann! Klassischer logischer Fehlschluss.

(Das ist wie mit den Lederschuhen bei Vegetariern: Dass sich Leute, die gar nichts machen, überhaupt eine Kritik erlauben an Leuten, die wenigstens etwas machen, finde ich ziemlich dreist. Die Kritik kann sich ein stoffschuhtragender Vegetarier erlauben, aber nicht jemand, der Fleisch isst.)

Daher abschließend noch der Hinweis auf boycottmadeinchina. Da gibt es auch jeden Menge Infos, leider nur auf Englisch und US-zentrisch. Wenn jemand einen guten Link in Deutschland hat: Kommentar abgeben, ich ergänze den Artikel dann.

Update (9.10.07):

Wie versprochen ein paar Links aus dem (leider einzigen) Kommentar:

Wer sich noch engagieren mag, kann das hier tun:
Petition

Hintergrundinfos dazu:
Hintergundinfos

Außerdem gibts einen Mailtext an den Minister of foreign affairs/Burma auf den Seiten von amnesty:
Mailtext

Und der Ackermann ist mit minus 2,2 Milliarden dabei

Nur einen Monat nach Ackermanns Gemoser über die mangelnde Risikokontrolle der Konkurrenz muss der Chef der Deutschen Bank selber 2,2 Milliarden Sonderbelastung verkünden.

Clever wie er ist, wählt er den Tag mit der niedrigsten Aufmerksamkeit: Den Tag der Deutschen Einheit. Keine ARD-Börse, morgen vielfach keine Tageszeitung, ... Ich habe sogar gerade extra die Tagesschau angesehen und siehe da: Die brachte die Nachricht nicht. Clever, der Ackermann.


Deutsche Bank im Strudel der Finanzkrise

Aber auch bei der Deutschen Bank reicht der massive Verlust mit den Subprime-Hypotheken nicht aus, um das Quartal in die roten Zahlen zu ziehen. Insgesamt zeigt sich damit, wie profitabel die Branche ist, was ihr aber auch eine gewisse Stabilität gibt.

Kippt jetzt der Service-Sektor in den USA?

Naja, für einen "Rezessionisten" wie mich ist ein 6-Monatstief natürlich nicht genug; da bin ich vom Immobilienmarkt anderes gewöhnt ...

Interessant ist der Rückgang trotzdem, vor allem weil ein anderer Punkt betont wird, den ich hier seit einiger Zeit ebenfalls in den Mittelpunkt stelle: Die Inflation.

U.S. Sept. ISM services index at lowest level since March

Während der Index leicht zurückging (54,8 nach 55,8), stieg die Preiskomponente von 58,6 auf 66,1 kräftig an.

Bin gespannt, ob die FED die Leitzinsen weiter senkt. Der Markt erwartet das, ich glaube allerdings, dass die Inflation wieder ins Blickfeld gerät und weitere Zinssenkungen verhindert.

1 2 3 4 - Jetzt wird der Song doch noch berühmt

Was so eine kleine Werbekampagne alles erreichen kann ... Ich verlinke aber nicht die Werbung, sondern eine schöne Version des Songs aus der Letterman-Show



Toller Song, der jetzt endlich etwas mehr Öffentlichkeit bekommt. Übrigens ist das Album auch gut.

Schönen Feiertag.

Immobilienkrise: Die Lage in Spanien

Die US-Situation beobachte ich ja schon länger, so langsam wird aber auch die Lage in Europa spannend.

Spanien, England, etc.

Die FTD hat einen spannenden Artikel über die Lage in Spanien. Die darin enthaltenen Zahlen sind teilweise der blanke Horror. 15% Leerstand, Haushalts-Verschuldung bei 117% des Jahreseinkommen, unglaublicher Bauboom (800.000 neue Wohnungen in Spanien, soviel wie in Italien, Frankreich und Deutschland zusammen). Dass die Spanier fast ausschließlich über variabel verzinste Kredite finanziert haben, schrieb ich ja schonmal. Und jetzt fressen die steigenden Zinsen alle Einnahmen der spanischen Haushalte auf. Noch ist die Quote der überschuldeten Haushalte gering, aber das wird wohl nicht so bleiben.

Spanischer Bauboom am Ende

Und die Citibank warnt auch ...

Da war die Freude über die (zumindest auf den ersten Blick) positiven Zahlen der Investmentbanken wohl verfrüht ...

Nach der UBS warnt jetzt die Citibank vor einer Ergebniseinbruch um 60%.

Gewinnwarnung von der Citigroup

Wen die Details interessieren: Marketwatch: Citi Expects Substantial Decline in Third Quarter Net Income

Darin ist genau beschrieben, wieviel der Einbußen aus den CDOs, wieviel aus gestiegenen Kreditkosten, etc. kommen.

Bin mal gespannt, wie viel es bei der Deutschen Bank werden ...

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