Europe?France?Hungry?

Erwacht da ein alter Otto-Gag zum Leben?

US Wirtschaft wuchs mit 4,9% im 3. Quartal

Die erste Schätzung war +3,9%.

Das ist die zweite Zahl, die noch ein weiteres Mal korrigiert wird ist die Zahl dann endgültig ist. Üblicherweise ist aber die erste Korrektur kräftiger als die zweite und damit wird das dritte Quartal wohl mit einem Wachstum von 4,x kommen.

Diese Zahl ist bei weitem nicht so positiv wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Denn ein großer Teil des Wachstums geht auf der Preisdeflator zurück, der mit nur 0,9% kam. Dieser wird vom Wirtschaftswachstum abgezogen. Da alle anderen, selbst die manipuliertesten, eine deutlich höhere Inflation anzeigen, ist das Wachstum wohl doch nicht so hoch. Würden wir mal annehmen, dass die Inflation eigentlich bei 2% läge, wäre das BIP-Wachstum "nur" 3,8%, ist die Inflation 3% (da wo ich die eher sehe), wäre das Wachstum nur 2,8%. Ich habe darüber schon mal was geschrieben. Rezessionswette: 0:1 : US-BIP im 3. Q 07 + 3,9%)

Eine weitere Zahl, die recht negativ ist: Der Lageraufbau hat einen Prozentpunkt zum Wachstum beigetragen. Das wird natürlich nicht so weiter gehen.

Ich habe meine Rezessionswette für's vierte Quartal noch nicht ganz aufgegeben, aber von 4,9% auf unter Null ist die Wirtschaft wohl noch nicht gegangen.


GDP revised up to 4.9% for third quarter


Update (7.12.):

Noch ein Take zu den Zahlen von Barry Ritholtz: GDP=4.9% (also, I have a bridge for sale in Brooklyn)

Chavez ist bekloppt ...

... keine Frage, spätestens jetzt nicht mehr ...

Chávez stellt die Uhren um

Um eine halbe Stunde, weil die ganzen Stunden seien von den USA aufgezwungen (echt, hab ich mir nicht ausgedacht).

So Hugo und jetzt ran an den Meter, den Liter und anderen unsinnig genormten Sachen, die die westlichen Imperialisten dir so aufgezwungen haben. Ein Hugo Bier wär doch ne coole Einheit. Entspricht 3,692 Liter und führt zur sofortigen geistigen Umnachtung ...

Auf weitere Vorschläge bin ich gespannt.

Neon Bible Interactive Video

natürlich von Arcade Fire.

Nicht vergessen, die Maus zu bewegen und zu klicken, die Seite heisst schließlich click_around.

Schöne Sache.

Arcade Fire: Neon Bible

Schon wieder nur schwache Zahlen aus den USA

Und die Börse steigt, weil die FED ja die Zinsen senken muss ...

Der Immobilienmarkt bleibt schwach, die Hausverkäufe sind unter 5 Millionen gefallen. Das Inventar an unverkauften Häusern ist weiter gestiegen und erreicht ein 22-Jahreshoch. In Zahlen: plus 1,9% auf 4,45 Millionen, was 10,8 Monaten entspricht.

Supply of homes on market at 22-year high

Die Auftragseingänge für langlebige Güter gingen ebenfalls zurück. Die aussagekräftigere Zahl (ohne Waffen) ging um 0,9% zurück. Auch diese Zahl schwankt noch sehr stark, aber jetzt haben wir schon ein paar schwache Zahlen in Folge gehabt. Im Jahresvergleich errechnet sich noch ein leichtes Plus, das aber direkt wieder relativiert werden muss, weil der Vergleich nicht inflationsbereinigt ist. Defakto dürfte das dann auch eher ein Minus sein ...

Weakness in high-tech sinks durable orders in Oct.

Citibank - citikrank?

Die Wall Street geht immer noch nach oben, weil die Citigroup einen neuen Investor gefunden hat: Abu Dhabi steckt 7,5 Milliarden in die angeschlagene Citigroup. So die Version der Mainstreampresse. Alles in Butter also?

In den USA sind die Töne teilweise deutlich härter. Dort wird von Notfall-Geldspritze oder Cash-Infusion geredet. Und das ist - erschreckenderweise - die richtigere Darstellunsgweise. Denn die Citigroup zahlt für den Kredit 11 (ACHTUNG: ELF!!!) Prozent Zinsen. Tschuldigung, aber das ist nicht die Bank, die vor wenigen Wochen noch die wertvollste der Welt war, nein, das ist JUNK! Oder wie Barry Ritholtz anmerkt, Subprime.

Die genaue Konstruktion geht über eine Wandelanleihe, die etwas über dem aktuellen Kurs in gut 2 Jahren in Aktien getauscht werden kann. Nach der Wandlung wird Abu Dhabi knapp 5% an der Citigroup halten und ist dann größter Einzelaktionär.

Ganz nette Note am Rande: Der bisher größte Einzelaktionär Prinz al-Walid Bin Talal kam aus Saudi-Arabien und stieg in der letzten Krise ein. Die Citigroup hat also scheinbar ein Händchen für Rettungsakionen mit Hilfe von Multimilliardären aus dem arabischen Raum.

Citibank Receives Emergency Cash Injection.

Update (09.12.07):

Ich habe mich wohl doch etwas vertan. Ich bin davon ausgegangen, dass die Citibank Aktie etwa auf dem Niveau des Calls notiert. Vor dem Deal war die Aktie aber sogar unter 30 Dollar. Daher ist der Teil, den ich deswegen für unwichtig gehalten habe ("etwas über dem aktuellen Kurs") doch wichtiger als gedacht. Darin steckt dann ein ziemlich komplexes Optionsgeschäft, das der Citibank dann zusichert, dass die für die Aktien mindestens etwa 35 Dollar bekommen. Und das ist bei einem Kurs von 35 eben was wert (für die Citibank). Daher bekommt Abu Dhabi zwar 11% Zinsen, muss aber für die Aktien auch mehr bezahlen als sie er heute müssten. Wenn mn daraus sowas wie einen effektiven Zins berechnen würde, läge der unter den 11%. Allerdings über den 7%, mit denen sich die Citibank Aktie eh schon rentiert ...

Why Citi's 11% Coupon Doesn't Mean it's Paying Junk Rates.

Der Markt erwartet schon wieder eine Zinssenkung in den USA

Eine Senkung um 0,25% auf 4,25% hat eine Wahrscheinlichkeit von etwa 60%, eine Senkung um 0,50% wird inzwischen sogar mit 20%iger Wahrscheinlichkeit doppelt so wahrscheinlich gehalten wie eine Beibehaltung.

Es wird also nicht das ob, sondern nur noch das wieviel diskutiert. Und das bei 3% Inflation ...

Market Expects December Fed Rate Cut

6 Aktien mit Kursziel Null: Dabei AMD

Six Stocks That Could Go To Zero (CHTR)(JRC)(AMD)(XMSR)

Zu hohe Schulden und zu hoher Kapitalbedarf bei gleichzeitig zu niedriger Profitabilität. Und der Barcelona Chip soll es auch nicht so bringen ...

Nur gepostet, damit niemand sagen kann, dass ich euch das vorenthalten habe ...

Hauspreise in den USA sinken weiter

Das ist jetzt mal gar keine Überraschung ...

Das Minus im Jahresvergleich 3. Quartal 2006 zu 2007 beträgt 4,5%, das größte in der zwanzigjährigen Geschichte des Indexes. Zum ersten Mal im aktuellen Abschwung gaben alle 20 untersuchten Regionen im Vergleich zum Vormonat nach. Im Jahresvergleich sind noch 5 der 20 Städte im Plus. Aber da scheint die Frage nicht zu sein, ob sondern nur wann diese Städte ebenfalls abkippen.

Home prices falling everywhere: S&P

Jetzt mal ohne Spaß: Kann sich noch jemand an eine gute Zahl aus den USA erinnern? Diese Woche fängt ja genauso schwach an, wie die letzten beiden Wochen auch schon waren. Nicht nur, dass die Zahlen schwach sind, meistens kommen sie sogar noch unter den (schon gesenkten) Erwartungen. Das war jetzt schon eine beeindruckende Kette von Enttäuschungen, die mir allerdings Hoffnung für meine Rezessionswette macht. Obwohl nach einem Wachstum von 3,9% (und hier wird sogar eine Aufwärtskorrektur erwartet) das direkte Abgleiten in ein Negativwachstum schon eine Sensation wäre.

Fast ein Tenbagger ...

Am 15.11. ging es noch um 300 Millionen (Oh nöh ... IKB schon wieder in der Krise?), heute um 2,3 Milliarden.

Und zahlen musst DU, du als Steuerzahler. Unglaublich, was diese Krise an Stories produziert ...

IKB braucht frische Milliarden

Update: Naja, war wohl doch ein Tenbagger ... Zusätzlich zu den 2,3 Milliarden Aufstockung für das SIV hat man noch 1 Milliarde Euro Risiken in der normalen Bilanz gefunden Verlustrisiko der IKB jetzt bei 6 Milliarden Euro. Damit von 2,3 Milliarden Risiko vor zwei Monaten über 2,6 Milliarden vor zwei Wochen auf jetzt 6 Milliarden ...

US Verbrauchervertrauen sehr schwach

Ich beobachte ja vor allem die Zahl des Conference Boards. Diese kam heute und wie die anderen Zahlen (z.B. der Universität von Michigan) schon andeuteten waren sie schwach.

87,3 im November nach 95,2 im Oktober. Das ist nicht nur der größte monatliche Rückgang seit dem Hurrikan Katrina, sondern auch deutlich unter den Erwartungen der Wirtschaftsexperten (90,2).

Aber wahrscheinlich kaufen die Amis trotzdem weiter. Die nehmen "Shop til you drop" wohl zu wörtlich ...

U.S. consumer confidence index weaker than expected

3,0% Inflation in Deutschland

Wenigstens weisen wir in Europa die Inflationszahlen noch richtig aus und rechnen nicht alles und jedes aus den Zahlen heraus wie in den USA. Dort ist die Inflation tendenziell sogar höher als in Europa, trotzdem weisen die (für die Presse wichtigen) Zahlen eine niedrigere Inflation aus. Aber man kann Lebensmittel und Energie aus den Statistiken herausrechnen, das Geld fehlt den Privathaushalten trotzdem.

Ich will die Stagflation nicht beschreien, weil ich diese Inflation eher für eine Erscheinung halte, die in der Endphase eines Aufschwungs üblich ist. Und da ich ja weiter mit einer Abkühlung bis hin zur Rezession rechne, wird sich die Inflation darin auch wieder fangen.

Eine Lohnspirale ist auf jeden Fall nicht zu erkennen, allerdings werden die rosaroten Zeiten für die Inflation auch vorüber sein. Diese wurde nämlich massiv durch das Eintreten von China und (eingeschränkter) Indien auf den Weltmarkt ausgelöst. Jetzt sorgen China und Indien aber selber für Inflation. Erstens über steigende Nachfrage nach Rohstoffen, die sie für ihr eigenes Wachstum benötigen und zweitens über ihre eigene Inflation, die in China bei über 6 Prozent liegt. Damit werden Exporte aus China teurer, weil die Lohnkosten in China ebenfalls steigen. Zusätzlich steigt noch die chinesische Währung, was nochmal ein wenig auf die Inflation aus China draufsattelt.

Die 5 T-Shirts für 15 Euro bei Aldi kann man in Zukunft wohl knicken.

Nur um Missverständnisse zu vermeiden: Ich will China keinen schwarzen Peter zuschieben. Die Inflation aus China wird nicht wesentlich auf unsere Inflation durchschlagen. Aber was wir uns definitiv abschminken können sind stark inflationshemmende Importe aus China. Als ein deutsches T-Shirt für 10 Euro verkauft wurde und durch ein chinesisches für 2,50 ersetzt wurde, gab es diesen Effekt noch. Jetzt gibt es aber nur noch chinesische T-Shirts für 2,50 und die können nicht mehr ersetzt werden. Nun drohen aber Preiserhöhungen für diese T-Shirts und ich wüsste nicht, wie man diese vermeiden könnte.

Ich bin gespannt, ob die EZB angesichts dieser Inflationszahlen eine weitere Zinssenkung wagt ... Der FED hingegen trau ich alles zu ...

HSBC: plus 35 Milliarden Dollar Giftmüll in der Bilanz

Hmmmmm, das ist mal wieder so eine Nachricht, bei der man echt nicht weiss, was man damit anfangen soll.

Die HSBC nimmt die Assets von zwei SIVs (structured investment vehicle), die ja außerbilanziell geführt werden, in die Bilanz. Wahrscheinlich musste man eh dafür haften, also kann man es auch gleich in Bilanz nehmen, jetzt, wo das Versteckspiel aufgeflogen ist. Wert: 45 Milliarden Dollar. 35 Milliarden schiebt die HSBC in die SIVs, um diese weiter zu finanzieren. Das Risiko für die HSBC sei begrenzt, weil das Risiko weiterhin bei den Investoren liege, man brauche auch kein neues Kapital. Grund für die Aktion: "to prevent a forced liquidation of what it called "high-quality assets." , also um die Liquidation der "hochqualitativen Assets" zu verhindern.

Stop, halt, ich versteh nichts mehr.

Hochklassige Assets, also die Triple-A CDOs, die bei Markit bei nur noch gut 70% des Nennwerts notieren?!? Also mit 30% Verlust. Man muss 35 Milliarden reinstecken, obwohl das Risiko weiterhin bei den Anlegern liegt? Und es ist alles wieder *ausschließlich* ein Liquiditationsproblem; ein Bewertungsproblem gibt es nicht. Sehr seltsam alles ...

Aber eines weiss ich jetzt glaube ich: Der Credit Crunch kommt nicht nur, weil die Banken Verluste schreiben und das Eigenkapital schrumpft und anschließend die Ausleihungen reduziert werden müssen. Nein, der Credit Crunch kommt auch, weil die Banken das Geld an sich selber verleihen (müssen) und nicht mehr an den Rest der Wirtschaft verleihen (können). Nichts anderes ist der HSBC-Deal von heute: Ein Kredit an sich selbst.

HSBC to provide $35 billion in funding to SIVs

Morgen gibt's wahrscheinlich eine ähnliche Nachricht von der Citigroup ...

Update (27.11.): Hab jetzt auch einen deutschen Link gefunden: HSBC saniert Zweckgesellschaften

Die FTD merkt an, dass der Deal ein Schlag gegen den Super-SIV MLEC ist, denn die HSBC dürfte dabei jetzt nicht mehr mitmachen.

Die USA sind Exportweltmeister!

Allerdings nur im Export von finanziellem Giftmüll ...

Es ist schon interessant zu sehen, wie amerikanische Finanzvermittler jedem NINJA (no income, no job or assets)-Ami einen Kredit vermitteln, das ganze an die Wall-Street weitergeben, wo das Zeuchs von den amerikanischen Investmentbanken verbrieft wird und dann von amerikanischen Ratingagenturen dafür ein (im Nachhinein viel zu gutes) Rating bekommen. Dann streut man diese Papiere weltweit. Eigentlich ja eine gute Sache, denn so ist das bisher lokale Risiko eines Abschwungs des Immobilienmarkts auf viele Schultern weltweit verteilt. Nicht gut ist es aber, wenn man "Beste Qualität" auf Sondermüll in bereits verrostenden Fässern schreibt, die man so schnell wie möglich außer Landes bringen möchte ...

Toxic export - How America's risky subprime mortgages fouled the world's markets

Ich beobachte ja schon länger mit Erstaunen wie die USA ihre eigene Inflation ins Ausland exportieren, ihre Währung permanent abwerten und es dennoch schaffen der Welt ihre eigenen Anleihen zu niedrigen Zinsen anzudrehen. Obwohl es sich für fast niemanden in den letzten Jahren gelohnt haben dürfte, in US-Dollar-Anleihen zu investieren.

Das was die USA in den letzten Jahren machen, ist in etwa so seriös wie die Finanzpolitik von Italien oder Spanien. Und die mussten dafür lange teuer bezahlen. Mit einer wachsweichen Währung und hohen Zinsen. Bis sich beiden in den Euro flüchten konnten. Warum den USA jemand zu 4% jemand Geld gibt, bekomme ich in diesem Leben wohl nicht mehr in den Kopf.

Der Knopf, der 110 Millionen Dollar kostet

Dabei besteht der Knopf aus ein paar Zeichen HTML-Code und auf ihm steht "Auf gut Glück!" oder im Original "I'm feeling lucky!".

Dieser olle Knopf bringt Google um 110 Millionen Dollar Werbeeinnahmen, weil der Button den Nutzer direkt zum besten Suchergebnis bringt und dabei keine Werbung eingeblendet wird. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass der Button nur von einem Prozent der Nutzer verwendet wird, weiss man, wie viel Macht Google hat. Wenn nur 1% der Nutzer schon 110 Millionen Einnahmen versprechen ...

Slashdot: The 110 Million Dollar Button

Die Story ist aber eigentlich sogar etwas tiefer. Google hat "I'm feeling lucky" sogar per Warenzeichen geschützt. Und wie Jacob Nielsen anmerkt, ist der Button auch Marketing. Und zwar in folgender Hinsicht: Schaut her, wir sind eigentlich immer noch 2 Studenten, die einen ziemlich schwachsinnigen Button mit einem noch schwachsinnigeren Text auf unserer Homepage stehen lassen. So eine Art College Humor. Und dieser Gag kostet uns über 100 Millionen. Das ist aber auf jeden Fall so verrückt, dass keiner damit assoziiert, dass Google eine Datenkrake mit 16.000 Angestellten ist ...

Rezessionswahrscheinlichkeit: 50% oder Null

Hmmm, Intrade handelt die Rezession aktuell bei etwa 50%. Also eine klassische 50/50 Situation. (Aktuell nur noch 44, am Mittwoch waren es aber 50, Mist, sollte so Artikel schneller schreiben ... Keine Ahnung, welche Daten seit Mittwoch so positiv waren, dass die Stimmung gedreht hat ...).

Laut Marktwatch hingegen hat nicht ein einziger befragter Analyst ein negatives Quartal in den Prognosen. Selbst die niedrigsten Prognosen sind noch leicht im Plus. Im Schnitt prognostizieren die 5 pessimistischten Analysten +0,5% für das 4. Quartal 2007 und plus 0,2% für das 1. Quartal 2008. Der Konsens über alle 50 Analysten liegt bei +1,5% für's laufende Quartal und sogar schon etwas mehr für's nächste.

Hmmmmmm, so langsam zweifle ich an meiner Rezessionswette ... Aber ich habe wenigstens eine Ausrede: "Economists are generally unwilling to forecasts recessions because it is so difficult.". Es ist halt auch verdammt schwierig. (übrigens ist in dem Artikel auch ein Tipfehler, also quasi direkt noch eine Ausrede ;-) ).

Economists think U.S. can dodge recession

Coole Mac Anzeige

Also nicht nur cool, weil die für den Mac ist, cool ist auch die Idee, den Banner rechts mit dem Banner oben interagieren zu lassen ...

Don't give up on Vista ;-)

Musterdepot: Kauf Wohnen In Deutschland Zertifikat

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HSBC T+B ENDL.Z BSKT
ISIN: DE000TB0MD95
Börsenplatz: Stuttgart
Nominal / Stück: 30
Kurs: 53,82 EUR
Vorauss. Kaufvolumen: 1.560,00 EUR
Vorauss. Orderentgelt: 12,50 EUR
Vorauss. ausmachender Betrag: 1.572,50 EUR
Bitte beachten Sie, dass sich der angezeigte Kurs bis zur Ausführung der Order noch ändern kann.

Order-Details
Gültig bis: 30.12.07
Ordertyp: Limit 52,00 EUR
Orderzusatz: Kein Zusatz

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Kam erst vor einem Jahr auf den Markt zu 100. Jetzt etwa 50 Euro.

Der Kursverfall erscheint mir langsam übertrieben, allerdings war der große Teil davon schon gerechtfertigt. Denn damals notierten die Aktien deutlich über dem inneren Wert (NAV, Net Asset Value). Es gibt IMHO kaum Gründe, mehr als den NAV für eine Immobiliengesellschaft zu zahlen. Allerdings gibt es auch wenig Gründe, eine Aktie nicht zu kaufen, wenn der Kurs deutlich unter dem NAV liegt.

Ich gehe nicht in eine Einzelaktie, da die Analyse von Immobilienwerten zu diffizil ist. Welche Gesellschaft da besonders gut aufgestellt ist, welche möglicherweise stille Reserven in der Bilanz hat, kann ich nicht beurteilen (und auch die Analysten kommen bei der gleichen Firma zum gleichen Zeitpunkt einmal auf Kaufen und einmal auf Verkaufen). Also kaufe ich die Branche.

Das Zertifikat ist relativ fair gepreist. Die Gebührenbelastung liegt bei knapp 1% pro Jahr. Die Dividenden werden zu 80% ausgezahlt.

Die 1500 Euro sind eine mögliche Einstiegsposition. Das Limit mit 52 ist eng und nur wenn es nochmal einen Rücksetzer gibt, wird es aufgehen.

"Gold ist für Optimisten, Realisten kaufen Konserven."

Da sag noch mal einer, ich wäre bearish ...

Dank an Zeitenwende.ch für das Zitat:
Rezession in Europa wahrscheinlich

Kommt auf die Sprüche-Seite

US Wahlkampf um die bibeltreuen Christen

Gut, der Wahlkampf in anderen Ländern geht mich eigentlich nichts an, aber hierzu muss ich meinen Senf abgeben.

Marc Andreesen, Gründer von Netscape, hat in seinem Blog auf einen ziemlich unglaublichen Werbespot des republikanischen Kandidaten Mick Huckabee hingewiesen (I can't take it... I just can't take it...)

Der Spot ist nichts ausser komplett sinnbefreites Gebrabbel (secure our Borders, ect. blabla), aber der Knaller ist Chuck Norris. Chuck Norris! Da hat sich wohl ein hirnverbrannter Stratege gedacht, dass man nachdem Arnie so erfolgreich ist ruhig mal Chuck fragen könnte. So'n bisschen Action Hero kommt ja gut an, wenn man als Kandidat für Law and Order stehen möchte.



Und der Typ ist tatsächlich auf Platz 2 der Umfragewerte?

Huckabee continues Iowa upswing

Liegt ganz vorne bei den bibeltreuen Christen und nach den Erfahrungen von George W. Bush reichen genau die Wähler aus. Hohe Wahlbeteiligung, feste Überzeugungen (Schwule sind doof, Frauen an den Herd und Abtreibungen sind des Teufels; gut, das dahinterstehende "du sollst nicht töten" wird im Zweifelsfall auch mal ignoriert). Die bibeltreuen Christen füttert man dann und schon gewinnt man die Wahl.

In dem Zusammenhang fand ich es ziemlich cool, dass Rudy Giuliani Werbung bei Google geschaltet hat. Pro Klick auf seinen Link muss er Google Geld bezahlen. Ziemlich cool, wie einer anmerkte, "this is kind of a reverse donation ...". Also wer ihn nicht leiden kann, musste nur klicken ...

Da hat auch mal wieder jemand das Internet nicht verstanden ...

Die Dow Theorie sagt "Verkaufen"

Einer der ältesten Indikatoren der Welt, die Dow Theorie, liefert jetzt ein nicht mehr weg zu diskutierendes Verkaufssignal. Ich hatte schon einige Male vor, darüber was zu schreiben (zuletzt nach der Gewinnwarnung von FedEx), heute mache ich es dann auch endlich mal.

Die Dow Theorie sagt, dass bestimmte, besonders konjunkturabhängige Branchen der allgemeinen Entwicklung vorauslaufen.

Insbesondere der Logistik/Transport-Sektor schwankt sehr stark mit der Konjunktur. Logistikfirmen haben ziemlich hohe Fixkosten und spüren daher eine niedrige Auslastung sehr schnell. Viele Airlines sind bei 80% Auslastung tief in den roten Zahlen und verdienen bei 85% Geld wie Heu. Denn die (Kapital-)Kosten für die Flugzeuge laufen immer weiter.

Liefert jetzt UPS 5% weniger Pakete aus oder fährt der Zug mit 55 statt 60 Waggons, sieht man das in den Gewinnen sehr schnell. Industriefirmen können über leichte Preisnachlässe oder über Lageraufbau die ersten Anzeichen einer Abschwächung eine Zeit lang verstecken.

Daher hat der gute Herr Dow schon im vorletzten Jahrhundert diese Firmen im Dow Jones Transportation Index zusammengefasst. Die Industriefirmen sind im Dow Jones Industrial Average zusammengefasst. Das ist übrigens der, der immer verkürzt Dow Jones Index genannt wird, was aber eigentlich nicht korrekt ist.

Die Theorie sagt jetzt, dass eine Schwäche im Dow Jones Transportation Index eine Schwäche für den Dow Jones Industrial Average voraussagt. Diese Theorie hat eine gar nicht so schlechte Trefferquote und man sollte das Warnsignal durchaus ernst nehmen.

Wie genau "Schwäche" gemessen wird, ist etwas umstritten. Die einfachste und geläufigste Interpretation achtet nur auf die neuen Hochs. Schafft der Dow Jones Industrial Average ein neues hoch ohne dass der Dow Jones Transportation auch eines schafft, gehen die Warnglocken an. Einige interpretieren das im Detail etwas anders, aber im Endeffekt ist das Warnzeichen immer die Divergenz zwischen beiden Indices.


Dabei geht es nicht um ein paar Prozent oder ein paar Tage, sondern um etwas längere Zeiträume. Im Chart ist aber ziemlich deutlich zu erkennen, dass es diesmal nicht nur um ein paar Pünktchen geht, sondern um eine klare Underperformance des Transportation Index. Im Juli liefen beide Indices noch ziemlich parallel. Beim nächsten Hoch des Industrial hinkte der Transportation Index aber schon etwa 10% hinterher. Und der Abstand ist eher größer geworden.

Kein gutes Zeichen.

Dow Theory says sell

Welt(weite)Wirtschaftskrise

Mal wieder ein Subject, dass garantiert keine Suchmaschinentrefter bringt. Aber ich bin ja keine Googlehure ...

Die Deutsche Bank warnt vor einer weltweiten Rezession. Gleichzeitig wird die Wachstumsprognose bei +4,8% für 2008 gelassen. Nur die Risiken für die Prognose seien gestiegen.

Warnung vor dem Rezessionsgespenst

Naja, ich mache folgenden Kompromissvorschlag: Wir erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession auf 100%, beschränken diese auf die USA und das ganze muss bitte schnell kommen ...

Musterdepot: Kauf Bilfinger Limit 50

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BILFINGER BERGER AG WP-Portrait
ISIN: DE0005909006
Börsenplatz: Frankfurt
Nominal / Stück: 60
Kurs: 49,62 EUR

Bitte beachten Sie, dass sich der angezeigte Kurs bis zur Ausführung der Order noch ändern kann.

Order-Details
Gültig bis: 21.11.07
Ordertyp: Limit 50,00 EUR
Orderzusatz: Kein Zusatz

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schreib später noch ein wenig mehr dazu, aber von 80 auf 50 bei gleichzeitig toller Geschäftsentwicklung macht keinen Sinn ...

Update (13:11 Uhr): Ist schon durch zu 49,60.

And now for some ADULT ENTERTAINMENT ;-)

'Sesame Street' Reissues Not for Kids

Sesamstraße? Unterhaltung "not for kids" und damit für Erwachsene?!?

Tja, in den USA, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten (in alle Richtungen ...), sind die ganz alten Folgen der Sesamstraße jetzt auf DVD rausgekommen und enthalten tatsächlich einen Sticker, dass die für Kinder nicht geeignet sind.

Oskar aus der Tonne, im Müll lebend. Wär das heute noch vorstellbar? Ein Krümelmonster, das so ziemlich alles in sich reinstopft, was ihm über den Weg läuft? In Zeiten, in denen Bulimie Volkskrankheit zu sein scheint? Der Detektiv, der Pfeife raucht? RAUCHEN im Kinderprogramm?

Näh, alles nicht mehr vorstellbar. Oder, wenn man sich Transformers anschaut, alles auf einer anderen, etwas abstrakteren Ebene und wahrscheinlich viel schlimmer.

Übrigens ist der Link oben gefährlich, weil darin das Wort "gentrified" vorkommt. Und wenn man nicht aufpasst, steht dann direkt der Schäuble auf der Matte (Durch Google-Suche in die Einzelhaft [Update] ...

Gefunden über:
BoingBoing: Sesame Street DVD reissues intended for adults only. Interessant darin auch das Video von der Milch und den Kühen. Erstens toll entspannte Hippie-Musik im Hintergrund und zweitens sehr lang und sehr wenige Schnitte. Sowas sieht man heute auch nicht mehr im Fernsehen, da sind zwei Schnitte auf 10 Sekunden offenbar Pflicht ...

Artikel empfehlen

Update: Die Tagesschau hat auch einen Artikel dazu Die dunkle Seite der Sesamstraße (ich war aber schneller;-) )

BörsenSpam: Der erste seit langem: Chanarel (?!?)

Schade, dachte das wäre komplett eingeschlafen ... Aber scheinbar versucht das noch immer der ein oder andere ....

Unter vielen verschiedenen Subjects von vielen unterschiedlichen Absendern und vielen unterschieldichen Empfängern:
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STARTET DIE HAUSSE!
DIE RALLEY IST GESTARTET
FRANKF MARKT ALLE!
bargeld
der wert
unternehmen
betriebsergebnis
das portefolio

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Die Mail ist wie folgt:

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BYH.F, bereit zum Durchstarten!
Mittwoch 21. November!
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CHANARAL RES BYH.F
ISIN: US1587881095
WKN: A0MQT5
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Kurs: 0.12
Potenzial 5T: 0.35 - 0.45
21 Nov Alerte!
Verzicht Diese Anzeige wurde gesendet, um dich ber diese Firma zu informieren. Deine eigene Forschung tun, bevor Sie kaufen. Der Absender wurde EU11.245 fur diese Sendung ausgeglichen.

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Der übliche Disclaimer: Bloß nicht kaufen, das ist Abzocke.

Meine alten Postings zum Thema Spam

This is the end of steigende Gewinne my friend ...

Die Musik von den Doors müsst ihr euch jetzt denken ...

Nach 22 Quartalen ununterbrochen steigender Unternehmensgewinne (davon 18 aufeinanderfolgenden mit zweistellig steigenden Gewinnen), ist das dritte Quartal 2007 wieder negativ.

Vor einmaligen Belastungen gingen die Gewinne im S&P 500 etwa 9 % zurück, nach den ganzen einmaligen Abschreibungen (vor allem der Banken) sogar um fast 30%.

Es gab schonmal Phasen, in denen sich ein Aktienkauf mehr anbot als heute ...

S&P 500 Profit Flips Negative for Q3

18 Gründe, warum die USA eine Rezession bräuchten ...

17 reasons America needs a recession

Punkt drei gefällt mir besonders gut:

3. Write-offs
Expose Wall Street's shadow-banking system. They're playing with $300 trillion in derivatives and still hiding over $100 billion of toxic off-balance sheet asset-backed securities, plus another $300 billion hidden worldwide. A lack of transparency is killing our international credibility. Write it all off, now!


Tja, ziemlich utopisch. 300 Billionen Derivate und 100 Milliarden ABS mal so eben komplett abzuschreiben, ist wohl kaum möglich.

Und etwas später "A recession now could avoid a depression later." Von der Idee her richtig, aber da die Notenpressen schon wieder auf Hochtouren laufen, glaube ich nicht dran. Die Blase wird wieder weiter aufgepumpt und das Ende wird damit noch bitterer werden. Allerdings glaube ich trotzdem, dass wir vorher noch in eine Rezession rutschen. Die Wette darauf ist übrigens der im Artikel fehlende Grund Nr. 18 ;-)

Monolines?

"kann ja wohl nicht wahr sein"

Es geht um 3,3 Billionen Dollar.

"kaum zu glauben"

Und es geht nicht um Subprime Kredite, sondern um etwas ganz anderes.

"ich fass es nicht"

Für diese Summe haften im Wesentlichen zwei Firmen, von denen ich noch nie etwas gehört habe und die die Risiken nicht einmal ansatzweise abdecken können, wer könnte das auch schon?

Mehr bei den Kollegen von Zeitenwende.ch:

Monolines - der nächste Sturm?

Da fragt man sich doch, ob in den USA überhaupt irgendwas solide finanziert ist?

Studie des Jahres?

Blondinen machen Männer dumm

Wusste ich es doch, selbst für unsere eigene Dummheit finden wir Männer noch 'ne Ausrede ;-) Die Weiber, wer sonst?

Die Studie und vor allem die These dahinter sind aber trotz des Scherzes oben interessant.

What a pity Citi ...

Ich hatte ja schon in einem älteren Artikel mal die Probleme der Citigroup angesprochen, die den neuen Chef von Merrill Lynch angeblich dazu gebracht haben, nicht bei der Citigroup anzufangen (den Job hätte er angeblich auch haben können), siehe hier :Oh nöh ... IKB schon wieder in der Krise? (hinten im zweiten Teil).

Nun finde ich einen Artikel bei CNN Money (über einen anderen Link, den ich leider nicht mehr weiss), der ein kleines spezielles Problem bei der Citigroup beschreibt. Die Citigroup hat offenbar Käufern bei den von ihr verbrieften CDOs einen sogenannten "Liquidity Put" eingeräumt. Damit war die Option gemeint, im Falle von mangelnder Liquidität des Papiers den CDO zum ursprünglichen Preis zurück geben zu dürfen. Das kann ja wohl nicht wahr sein.

Das wäre ja jetzt schon ungewöhnlich genug, aber die aktuelle Krise zeichnt sich ja vor allem dadurch aus, dass man nach jedem "kann ja wohl nicht wahr sein" ein "kaum zu glauben" und ein "ich fass es nicht" hinterherschieben kann ...

"Kaum zu glauben":

Die Citigroup hat die Dinger, obwohl sie (wie oben klar wird) voll dafür haftet, nicht in der eigenen Bilanz geführt. Das mag ein cleverer buchhalterischer Trick sein, es kann aber sein, dass dafür jemand in den Knast geht.

Und zum "ich fass es nicht":

Diese Liquidity Puts erwähnte die Citigroup zum ersten Mal am 5. November.

Mit solch offenen Karten wird also gespielt :-(

Es geht dabei um 25 Milliarden Dollar, die (Oh Wunder!) inzwischen auch wieder zurück in den Citigroup-Bilanzen gewandert sind. Natürlich haben alle Käufer das Zeuchs so schnell wie möglich wieder an die Citigroup zurückgegeben.

Die FAZ von Freitag enthielt eine Grafik mit den Risikoprämien von Merrill Lynch und der Citigroup. Die Citigroup muss inzwischen für eigene Kredite 0,6% mehr Zinsen als eine vergleichbare US-Staatsanleihe zahlen, verglichen mit 0,1% Aufschlag im ersten Halbjahr 2007. Das erscheint angesichts der Situation ja gerade zurückhaltend ... Merrill zahlt übrigens aktuell 1,2% statt 0,3% Aufschlag im ersten Halbjahr. Trotz Leitzinssenkung um 0,75% also wahrscheinlich mehr als vor 6 Monaten ...

Robert Rubin on the job he never wanted

2 Billionen Verluste in der Subprime Krise?!?

Neueste Schätzung von Goldman Sachs!

Die Idee: 200 Milliarden Dollar könnten betroffen sein. Mit einem Hebel von 10 macht das 2 Billionen.

300 Milliarden hatte ich ja selber schonmal in den Raum gestellt und gemeint, dass das zwar dramatisch, aber trotzdem verkraftbar wäre, weil die Banken der Welt etwa so viel pro Jahr verdienen.

Goldman-Sachs schürt Rezessionsangst

oder bei The Big Picture: The Big Threat of Mortgage Credit Losses

Vielleicht macht Goldman Sachs diese Prognose aber auch nur, weil die eh schon länger Puts auf Subprime-CDOs gekauft haben und damit Geld verdient haben ... So nach dem Motto: Wenn schon Weltwirtschaftskrise, dann wenigstens noch vorher die Taschen richtig voll gemacht ...

(eigentlich sollte der Post länger werden, aber der Firefox hat mal wieder den Fokus auf das Textfeld verloren und auf "Post veröffentlichen" gesetzt .. Arggghh.)

Die FAZ zur China-Bubble

Nur ein Hinweis auf ein Special in der FAZ zur chinesischen Aktienblase, die inzwischen dazu geführt hat, dass 4 der 10 wertvollsten Firmen der Welt aus China stammen. Teilweise sind die Bewertungen so aus dem Ruder gelaufen, dass PetroChina doppelt so viel wert ist wie ExxonMobil, obwohl ExxonMobil mehr als doppelt so hohe Reserven hat. Pro Barrel Ölvorrat ist PetroChina also über viermal so teuer ...

Das große Problem: Viele wissen, dass es eine Blase ist. Aber viele wissen es nicht, weil sie keine Erfahrung mit der Börse haben. Und davon gibt es in China etwa 1,2 Milliarden ... Das allein zeigt schon, wie weit diese Blase gehen kann. Und wenn man dann noch bedenkt, dass die Chinesen bei über 6% Inflation auch nur etwa 6% Zinsen bekommen, tja, dann weiss man, was das Wort Anlagenotstand bedeutet. Und das bei einer Sparquote von ungefähr 40(!) %.

Ich habe im Frühling mal gegen die Blase spekuliert und damit viel zu früh. Nach der Erfahrung bin ich mir sicher, dass diese Blase noch viel weiter gehen kann und (fast) niemand das richtig timen wird. Aber Platzen wird das irgendwann. Und den Knall wird man auf der ganzen Welt hören ...

Finanzmärkte: Wann platzt die chinesische Spekulationsblase?

In Schanghai versucht jeder sein Glück

Die Kursblasen der vergangenen 50 Jahre

Nur schlechte Nachrichten diese Woche?

Comeback in der ARD: Sabine Christiansen mit neuer Show - Kultur - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten


Argggghhhh.

1874 und 2007: Verblüffende Parallelen

Schöner Artikel von HSBC Trinkaus heute:


Märkte & Research by HSBC Trinkaus & Burkhardt: Trends im Visier


Darin wird ein Vergleich zwischen dem Zusammenbruch des Hypothekenmarkts in Österreich (damals mitsamt Provinzen noch Cisleithanien) im Jahr 1874 (!) und der Hypothekenkrise 2007 in den USA gemacht. Sehr schön die Analyse der Deutschen Zeitung, die schon 1874 eigentlich genau das schreibt, was man zur Analyse heute auch schreiben muss.


Damals schrieb man zwar alles Mögliche noch mit TH, aber sonst stimmt das überraschend gut.


Übrigens waren die Sätze damals länger:


"Erst als das Mißtrauen im socialen Leben immer größere Wellenkreise zu ziehen begann, als das werbende Kapital sich von der Investirung in Pfandbriefen zurückzog, die Verhältnisse sich derart düster gestalteten, daß sie selbst den Bestand von Hypothekar-Instituten in Frage stellten, welche früher als Muster von Solidität galten, und es sich herausstellte, daß die Garantien mancher Hypothekar-Institute für die pünktliche Verzinsung und Bezahlung der Pfandbrief-Kapitalien erschüttert wurden, weil für dieselben nicht nur die hypothecirten Kapitalien, sondern noch außerdem das sonstige bewegliche und unbewegliche Vermögen der Gesellschaften haften sollten, während das Actienkapital einiger Anstalten zum großen Theile der Krisis zum Opfer gefallen war, da trat auch in der Entwicklung des Hypothekar-Creditwesens dieselbe Stockung ein wie auf dem Gebiete des übrigen wirtschaftlichen Lebens. "




Kann ich jedem ans Herz legen, der für's Wochenende noch einen interessanten Artikel mit ein Stückchen Wirtschaftsgeschichte lesen sucht.

CDO-Giftmüll darf nicht länger verbuddelt werden ...

Da gibt's doch jetzt tatsächlich ein Gesetz zu! Zumindest in den USA.


Als normal denkender Mensch würde man natürlich davon ausgehen, dass das schon lange so wäre, aber nada. Mit den GOB, den Grundlagen Ordnungsgemäßer Buchführung, hat das, was in manchen Bilanzen gemacht wird, schon lange nichts mehr zu tun.


Der spannendste Fall sind die Level 3 Assets in den Bilanzen. Kurze Erklärung: In Level 1 steckt alles, was regelmäßig einen Preis bekommt, also z.B. eine börsennotierte Aktie. Die bewertet man einfach so, wie der Kurs ist. Level 2 ist alles, was nicht regelmäßig gehandelt wird, aber irgendwie ähnlich ist zu etwas was gehandelt wird, so dass sich daraus ein Preis ableiten lässt. Ein Beispiel wäre eine Mitarbeiteraktie oder eine (ausserbörsliche) Option auf ein Papier auf Level 1. Level 3 ist dann das, was übrig bleibt, also alles, was nicht regelmäßig gehandelt wird und für das man auch keinen Preis ableiten kann. Hier wird dann einfach geschätzt und vermutet, vielleicht passender: gewürfelt. Der Fachbegriff dafür: mark-to-model.


Aber hier hört die Story noch nicht auf. Als wenn die Bewertung der Level-3-Papiere nicht schon wackelig genug wäre, muss man diese jetzt doch tatsächlich wie folgend bewerten: " must be carried at fair value on a recurring basis in financial statements". Festhalten: Man muss die Dinger jetzt tatsächlich fair bewerten!


So offensichtlich das auch erscheint, so umstritten ist das. Denn das ganze wurde mit einer satten 4:3 Mehrheit beschlossen. Wunderbar. Da muss mich sich doch ernsthaft fragen, wer dagegen gestimmt hat und vor allem warum.


Aber um den Ball flach zu halten: Die meisten (zumindest die großen) Banken und Broker an der Wall Street haben die Regel schon umgesetzt und bewerten bereits fair. Allerdings sind spätestens im Level 3 die Bewertungsmaßstäbe so schwammig, dass man da auch so genügend tricksen kann.


FASB 157 -- Delayed, or Not?


Wen die Regel im Detail interessiert: FASB Rule 157

Oh nöh ... IKB schon wieder in der Krise?

und das trotz des letzten Stützungspakets in Höhe von satten 3,5 Milliarden!

Zur Erinnerung: Die IKB war die erste deutsche Bank, die tief in die Krise schlitterte und zwar so tief, dass sie ohne Stützung wohl nicht überlebt hätte. Das zeigt sich jetzt deutlich, denn offenbar ist das ganze Volumen der Stützung schon aufgebraucht und die betroffenen Papiere sind noch tiefer gefallen als man sich das vorstellen konnte (oder man hat noch mehr Schrott gefunden). "War doch alles Triple-A" hör ich die Banker schon wieder jammern ...

Jetzt sind offenbar weitere 300 Millionen fällig. Was ja keine wirklich weltbewegende Summe wäre, hätte man uns nicht vor ein paar Monaten noch versichert, dass die 3,5 Milliarden nur Bürgschaften sind, die wohl kaum in Anspruch genommen werden. Und dass keine weiteren Risiken drohen und alles abgedeckt sei. Etc. pp.

Entweder haben die Verantwortlichen die Lage nicht richtig gepeilt oder nicht die ganze Wahrheit gesagt.

Und wer haftet für das Schlamassel: Die KfW und damit am Ende wir: Die Steuerzahler.

IKB braucht offenbar neue Hilfe

Die Story stärkt nicht gerade das Vertrauen in die Banken, in deren Statements und in die Bilanzen.

Wer daran weiter glauben möchte, sollte jetzt aufhören zu lesen. The Big Picture kolportiert eine Geschichte von der Wahl des neuen CEOs von Merrill Lynch. Danach war eigentlich Larry Fink, der CEO von BlackRock vorgesehen. Er hätte den Job haben können, seine Forderung war allerdings: Merrill Lynch müsse alle Subprime-Geschichten offen legen. Naja und schwupps war er raus aus dem Rennen und hat John Thain von der NYSE den Job bekommen. Der Wahrheitsgehalt solcher Geschichten/Gerüchte ist immer schlecht überprüfbar, aber verlinken kann man das ja trotzdem:

Why Thain Over Fink?

Update (16.11): Noch ein interessanter Link aus einem Kommentar eines Lesers: Ein Kommentar der Börsenzeitung: Merrills Rettungsanker. Die bringen die Geschichte auch. Und obendrauf noch als Sahnehäubchen die Geschichte, dass Thain auch den Job bei der Citigroup hätte haben können, der aber abgelehnt habe: Er wisse nicht, ob überhaupt jemand die Probleme bei der Citigroup in den Griff bekommen könne ... Autsch.

Die Linken und Wirtschaftstheorie: Zwei Welten prallen aufeinander

Ich finde den Artikel aus der Zeit leider nicht online, aber die Argumentation war sinngemäß so:

Vor zwei Jahren haben die linken Flügel aller Parteien (gut, vielleicht außer bei der FDP) die Ankurbelung der Wirtschaft über Schulden gefordert. Die Theorie dahinter ist die von Keynes: In schlechten Zeiten solle der Staat über Schulden die Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Wenn dann gute Zeiten kommen, soll der Staat dann sparen und die Schulden zurückzahlen. Jetzt haben wir gute Zeiten und was fordern die linken Flügel aller Parteien? Soziale Wohltaten wie ein längeres Arbeitslosengeld für ältere Arbeitgeber.

Merke: Die Politiker, die in der Krise mit dem Verweis auf Keynes die Ankurbelung der Wirtschaft fordern, sind die selben, die im Aufschwung die Verteilung der Steuermehreinnahmen an die Bevölkerung verlangen.

Kurz: Die wollen eigentlich immer nur über Geldausgabe-Wohltaten ihre nächste Wiederwahl sichern. Mit einer konsistenten Wirtschaftstheorie hat deren populistisches Gelaber nichts zu tun.

Von B bis U: Neues aus der Buchstabensuppe der Banken

Gestern Bear Stearns mit 1,2 Milliarden Dollar Abschreibungen. Gerüchte über Barclays, inzwischen kam die Zahl: 2,7 Milliarden Dollar Subprime-Abschreibungen.

Die größte europäische Bank, die HSBC, kam ebenfalls mit Abschreibungen von 3,4 Milliarden Dollar (HSBC to take $3.4 billion charge over U.S. losses). Interessant dabei: Die Abschreibungen bei der HSBC kamen nur zu 700 Millionen aus Hypothekengeschäften, der große Rest kam aus dem normalen Kundengeschäft. Da müssen die Alarmglocken läuten, denn es zeigt sich ziemlich deutlich, dass die Kreditkrise aus dem Immobilienmarkt in den Gesamtmarkt schwappt. Kreditkarten stellen für den US-Verbraucher die letzte einfache Möglichkeit dar einen Kredit zu bekommen. Das wird genutzt, auch von Verbrauchern, die sich das gar nicht leisten können, weil sie entweder zu wenig verdienen oder eigentlich schon überschuldet sind. Wie mir scheint, ist das der letzte Ballon, in den die Kreditblase Luft geblasen hat. Und der scheint jetzt auch zu platzen ... Bye bye gutes Weihnachtsgeschäft.

Laut WSJ muss auch die UBS nochmal gut 7 Milliarden Dollar abschreiben und bei der Citigroup berichtet das WSJ über Gerüchte, dass selbst die bisher angekündigten 8 bis 11 Milliarden Abschreibungen für das vierte Quartal nicht ausreichen könnten ...

WSJ: Subprime Hits Seem Likely To Keep Coming (nur für Abonnenten)

Übrigens ist die HSBC nach dem Kursanstieg gestern (jaja, die Aktien reagieren im Moment auf 3 Milliarden Abschreibungen mit Kursgewinnen, weil es ja auch 30 hätten sein können ...) und der Schwäche der Citigroup-Aktie die wertvollste Bank der Welt. Wahrscheinlich bis irgendeine chinesische die alle überholt ...

US-Produzentenpreise + 6,1% (!)

Tja, ich weiss ja, das ist alles nur auf Energie und Lebensmittel zurückzuführen, also Sachen, die man nicht braucht. Was zu Essen und 'ne warme Wohnung sind wohl nicht so wichtig.

Wie wichtig das ist, wird man im Weihnachtsgeschäft sehen. Denn den Leuten fehlt das Geld im Portmonee, da kann man in der Statistik so viel herausrechnen wie man will.

Und was macht die Mainstreampresse aus dem Produzentenpreisindex (PPI) vom Oktober:


*Wholesale prices rose 0.1% in October, as food prices rose and energy
prices fell, the Labor Department reported. Energy prices decreased 0.8%
in October, compared with a gain of 4.1% in the prior month.


Also ja, 0,1% Anstieg gegenüber dem Vormonat. Kein Wort von dem heftigen Plus von 6,1% im Jahresvergleich. Und diesen Monat meldet man den monatlichen Anstieg inkl. Energie und Lebensmittel, weil diese Komponenten gefallen sind. Da haben die Einflüsterer wieder vollen Erfolg gehabt; es wird immer die am positivsten klingende Zahl aus monatlich/jährlich und inkl./exkl. Energie und Lebensmittel herausgepickt.

SIVs haben im Schnitt einen Hebel von 14(!)

Puh, wollte eigentlich was anderes schreiben, aber das vertage ich angesichts der fortgeschrittenen Stunde mal.

Aber eine Zahl bringt mich dann doch noch dazu, einen kleinen Artikel zu schreiben. Fitch Ratings schreibt in einer Studie, dass der durchschnittliche Hebel bei den Hedgefonds, die in ABS, CDOs und den ganzen anderen Rest der Buchstabensuppe investiert haben, 14 beträgt. 14 ist ziemlich heftig, denn auf jeden Dollar, den ein Anleger eingezahlt hat, kommen 14 per Kredit oben drauf. Und mit den 15 Dollar geht man dann Buchstabensuppe kaufen ;-)

Sinkt nun der Wert der Assets um ein mickriges Prozentchen, sinkt der innere Wert des Fonds um 15%. Sinkt der Wert um 5%, haben wir bereits einen Verlust von 70%, ein Verlust, den die meisten Hedgefonds nicht erleben, weil die per Vertrag bei 50% Verlust aufgelöst werden.

Wenn Fitch nun sagt, dass der überwiegende Teil der Assets noch 97 oder 98% des Nennwerts wert sei, hört sich das gut an. Die Verluste sind ja begrenzt; was sind schon drei Prozent Minus? Aber beim Hebel von 14 sind das halt schnell 30 bis 40% Minus und das ist bedrohlich nahe an der Schwelle, an der sich der Fonds dann zwangsauflöst. Und dann muss der alles verkaufen, trifft auf einen Markt, auf dem keiner kaufen will, die Preise gehen in den Keller, der nächste Fonds reisst die 50% Grenze, muss verkaufen, etc. pp.

Ich glaube es wird klar, warum die Banken *alles* tun, um das zu verhindern und lieber die Werte abschreiben, die Fonds stützen, ... Bloß nicht verkaufen und die Kettenreaktion auslösen.

Quelle: Rating Performance of SIVs in Times of Diminishing Liquidity for Assets and Liabilities (PDF!) (übrigens ein interessantes Papier, aber keine einfache Lektüre)

US-Verbraucher: Der Knackpunkt für die Wirtschaftsentwicklung

Die Argumentationskette ist logisch:

Hauspreise steigen, die Verbraucher fühlen sich gut und konsumieren, zum Teil auf den in den USA üblichen Kreditkartenkrediten, zum Teil auch einfach über eine erhöhte Hypothek (der gestiegene Hauspreis gibt es ja her). Jetzt ist diese Kette unterbrochen. Die Hauspreise steigen nicht mehr, im Gegenteil, sie sinken sogar. Damit fehlt den Verbrauchern nicht nur das zusätzliche Geld, nein, sie müssen sogar das machen, was man normalerweise ja schnellstmöglich versucht: Die Hypothek tilgen. Einige werden sich einschränken und das schaffen, einige werden auch schlicht in die Zwangsversteigerung rutschen.

Unabhängig davon werden die Auswirkungen auf den Konsum aber spürbar sein. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie und wo sich der US-Verbraucher jetzt noch zusätzlich verschulden kann, bzw. will. Der Credit Crunch trägt einen Teil bei, die Aufälle auf Kreditkartenzahlungen steigen schon. Ganz nebenbei frisst die Inflation einen Teil des Einkommens auf, auch wenn uns die offiziellen Statistiken immer was anderes vorrechnen wollen. Der Preisanstieg bei Lebensmitteln und Energie fehlt zwar in der Kernrate der Inflation, das Geld fehlt aber trotzdem im Portmonee des Verbrauchers.

Diese Erkenntnis scheint sich langsam herumzusprechen. Das Verbrauchervertrauen kam in der letzten Woche wieder schwach. (Es waren zwar nicht die von mir bevorzugten Zahlen des Conference Boards, aber der Gleichlauf der Zahlen ist in letzter Zeit hinreichend hoch)

Sollte sich das nicht ändern, kann nur eine deutliche Abschwächung der Wirtschaft kommen. Weil der US-Verbraucher für etwa 72% der Wirtschaftsleistung verantwortlich ist und weil die wichtigste Phase des Jahres, das Weihnachtsgeschäft, vor der Türe steht. Und hier deuten sich keine guten Zahlen an.

Goodbye, expansion; hello, recession

Barry Ritholtz fasst das auch noch mal alles schön zusammen und fragt sich, ob die stark gefallenen Einzelhandelsaktien vielleicht schon wieder ein Kauf sind. Im Moment sieht es nicht so aus. Die Banken haben auch einige deutlich zu früh angefasst.

Barry RitholtzAre Retail Stocks Bargains?

Und die WestLB ist auch noch an der Reihe ...

Warum die FAZ in die Überschrift "überraschend" einbaut, verstehe ich nicht ganz, immerhin stand die WestLB in den Listen der von Subprime-Ausfällen am meisten gefährdeten Banken immer weit oben.

Die Verluste sind zwar (bis jetzt) begrenzt, aber immerhin doch spürbar. Die genaue Summe steht noch nicht fest, es handelt sich um einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag. Die Liquidität sei zufriedenstellend.

Überraschende Gewinnwarnung der WestLB

Mal schaun, ob das der endgültige Stand ist.

In den USA kündigen gerade die Banken nach den massiven Abschreibungen im dritten Quartal (die ja eigentlich so ziemlich alles erledigen sollten) die zweite Abschreibungswelle für das vierte Quartal an.

Die bisher glimpflich davongekommene Bank of America hat für CDOs Garantien im Wert von etwa 15 Milliarden Dollar abgegeben. Bei Kursverlusten von 20% selbst bei Papieren bester Qualität drohen hier also mindestens 3 Milliarden Dollar Abschreibungen, realistisch aber eher mindestens 5.

J.P. Morgan, B. of A. warn of more mortgage hits

EZB verlängert die Liquiditätsspritzen

Nachdem die EZB einige Zeit lang mit zusätzlichen Liquiditätsspritzen mit einem Tag Laufzeit die Schlagzeilen beherrschte, ging diese irgendwann dazu über, diese Geschäfte mit längerer Laufzeit (3 Monate) auszustatten. Das führte dann (wie von mir vermutet) weniger dazu, das Liquiditätsproblem aus der Welt zu schaffen, sondern eher dazu, dass die Schlagzeilen nicht mehr so häufig kommen.

Die letzten beiden Geschäfte gab es am 23. August (40 Milliarden) und am 12 September (75 Milliarden Euro). Für beide Geschäfte hat die EZB jetzt eine Verlängerung angekündigt. Am 23.11 und am 12.12 gibt es einen neuen Liquiditätstender von jeweils 60 Milliarden Euro. Die Laufzeit beträgt erneut 3 Monate.

Die Liquiditätskrise scheint also immer noch nicht vorbei zu sein. Wobei es solange zu keinen (direkten) negativen Auswirkungen kommt, wie die EZB schnell und umfassend genügend Geld zur Verfügung stellt.

Quelle: Fortführung der am 23. August 2007 und 12. September 2007 zugeteilten zusätzlichen längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (PDF!)

Lang genug demonstriert, jetzt etwas Musik



Fixstern in meiner musikalischen Sozialisation.

Als Video in diesem Fall sogar ziemlich lustig, nicht wegen der Musik, sondern wegen des völlig bekloppten und total unpassenden Tanzstils im Publikum ...

Big Brother is watching you!

Ich bemühe mich in diesem Blog oft darum, Kontrapunkte zu gängigen Meinungen zu setzen.

Und daher möchte ich an diesem dunklen Tag, an dem der Staat mal wieder massiv in die Grundrechte seiner Bürger eingreift, auf eine Zahl hinweisen, die ich äusserst beeindruckend finde (ja Zahlen können auch lügen, aber bei weitem nicht so gut wie Politiker):

Wie viele Terroranschläge mit islamistischem Hintergrund gab es 2006 im Einflussbereich von Europol?

The Islamic Threat to Europe: By the Numbers

Und wie viele Tote und Verletzte gab es dabei?

Ich verrate die drei Zahlen nicht, sondern gebe nur einen Hinweis: Die Quersumme ist niedriger als die Quersumme der Telefonnummer, die in einem solchen Fall anrufen müsste ...

Zum politischen Teil:

Wer nichts zu verbergen hat, der hat auch nichts zu befürchten. Plonk. Und außerdem sind die Abhörmaßnahmen immer eng beschränkt und total gut überprüft. Deshalb wurde der Konteneinblick auch nur für organisierte Kriminalität geschaffen und heute gegen Hartz IV Empfänger eingesetzt. Und die Mautdaten werden garantiert nicht gegen die gesamte Bevölkerung eingesetzt. Dafür wurde sogar ein eigenes Gesetz gemacht. Und deshalb versucht die Politik auch immer, neue Abhörmaßnahmen ohne vorherige richterliche Genehmigung zu bekommen. Und an Informationen, wie viel eigentlich abgehört wird, was das kostet und was das bringt, kommt man irgendwie auch nicht.

Bloß keine Transparenz, bloß keine Kontrolle, Hauptsache mehr Macht.

Mir wird Angst und Bange, wenn ich mir vorstelle, was eine perfekte Überwachungsmaschine wir schaffen und was passiert, wenn diese einer etwas skrupelloseren Regierung in der Hände fällt. Kann nicht passieren? Nöh, sicher, hatten wir auch erst zweimal in den letzten 100 Jahren. Und auf den mächtigsten Mann der Welt möchte ich besser gar nicht hinweisen ...










eye
eye


Und das ich jetzt hier wie ein Irrer rumprogrammiert habe, und Blogspot.com das Zeuch nicht auswertet, suckt Ass. Arggghh. Muss mir mal eine neue Heimat für mein Blog suchen ...

Deshalb hier in voller Pracht mein Protest:

Big Brother Schäuble is watching you!

Update (12.11.07):

Das Gesetz ist natürlich durchgekommen. Willkommen im Abhörstaat. Deutschland hat dabei ja auch eine lange Tradition, aus der es leider nichts gelernt hat. Dann kommt so ein Quatsch wie "wir wollen keinen gläsernen Bürger, wir wollen einen gläsernen Terroristen". Super. Das Problem ist nur, dass beides auf einmal nicht geht!

Übrigens Glückwunsch an die wenigen Aufrechten, die dagegen gestimmt haben. Alle von der FDP, alle von der Linken und alle von den Grünen. Daneben noch

Abstimmungsverhalten: CDU / dagegen gestimmt: 3 Abgeordnete

Dr. Hans Georg Faust
Dr. Rolf Koschorrek
Katharina Landgraf

Abstimmungsverhalten: SPD / dagegen gestimmt: 7 Abgeordnete

Eike Hovermann

Frank Schwabe
Petra Heß
Prof. Jörn Thießen
Sönke Rix
Ulrich Kelber
Wolfgang Gunkel

Abstimmungsverhalten: CSU / dagegen gestimmt: 1 Abgeordneter

Dr. Peter Gauweiler

Mal was zum Thema Zockeraktien: API Nanotronics

Gerade in mein Postkörbchen gekommen:

---

API Nanotronics liefert ersten Auftrag für Nanoprodukte aus!
Weiterer Meilenstein auf dem Weg auf ein ganz neues Level?!


Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

API Nanotronics
WKN: A0L CW0
Empfehlungskurs: 0,70 Euro
Aktueller Kurs: 0,78 Euro
Fairer Berechnungswert: 2,20 Euro
Kursziel (kurzfristig): 1 Euro
Kursziel (mittelfristig): 2,20 Euro
Rating: Spekulativ kaufen


erst vor kurzem hatten wir Ihnen unsere Altempfehlung API Nanotronics (WKN A0LCW0) bei einem Kurs von 0,70 Euro ans Herz gelegt. Mittlerweile notiert die Aktie knapp über der Marke von 0,78 Euro und Sie konnten damit schon einen schönen Gewinn von 11,4% erzielen.

Damals hatte dieser, unserer Ansicht nach äußerst aussichtsreiche, Produzent von elektronischen Komponenten für den Rüstungs- und Verteidigungssektor gemeldet, dass man das erste, reine Nanotechprodukt auf den Markt gebracht hat. Und nun, kaum zwei Wochen später, kann API den ersten Auftrag für ein weiteres Nanoprodukt melden!!

...

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Und mal ganz durch Zufall beim Aufräumen meines Postkörbchens der gleiche Newsletter von April, ist ja schließlich eine Altempfehlung ;-)

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API Nanotronics: Top-US-Newsletter erwartet zweistellige Kurse!
Kurzfristiges Kursziel von 18 Dollar!!

++ CEO-Interview API Nanotronics: Phillip DeZwirek im Gespräch ++




Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

API Nanotronics
WKN: A0L CW0
Empfehlungskurs: 2,07 Euro
Aktueller Kurs: 2,23 Euro
Fairer Berechnungswert: 4,50 Euro
Kursziel: 4,30 Euro
Rating: Spekulativ kaufen


wir hatten es Ihnen bereits angekündigt: Der angesehene US-Newsletter GroundFloor Stocks hat unsere Nanotech-Empfehlung API Nanotronics (A0LCW0) ins Visier genommen - und ein Kursziel von zunächst 18 US-Dollar ausgerufen! Das wäre vom jetzigen Kurs eine Versechsfachung! Und langfristig hält Herausgeber Remo Sabene sogar Kurse von 25 - 40 Dollar für möglich..

...
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Da ist die Aktie doch glatt von 2,20 auf 0,70 gefallen, aber was die Geilheit ist: Der Anleger hat 14% Plus gemacht. Weil er natürlich nicht bei 2,20 gekauft hat, wie der Börsenbrief empfohlen hat, sondern bei 0,70, wie der Börsenbrief empfohlen hat. Weil man hört ja auf den Börsenbrief ;-)

Sorry, aber verarschen kann ich mich alleine ...

Das Ganze dient nur als Beispiel, das passiert hundertfach immer neu mit immer anderen Aktien ...

Her mit die Schoko!

Overweight people have lower death rate

Dicke sterben an manchen Krankheiten mehr, an manchen weniger. Insgesamt angeblich sogar leicht weniger als Dünne.

Also: Dunkle Schokolade tut gut.

Muss gleich mal wieder Nachschub besorgen ...

The Citi never sleeps

Interessanter Bericht zu Citigroup und der Einschätzung, dass sich das alles in ein paar Quartalen beheben lässt.

Zur Erinnerung: Die Citigroup hat den Chef entlassen, das Ergebnis für's 3. Quartal nach unten korrigiert, für's 4. weitere Abschreibungen von 8 bis 11 Milliarden Dollar angekündigt und als Folge dieser Entwicklung das AAA-Rating (von Fitch) verloren. Allein das letztere dürfte zu einem spürbaren Anstieg der Finanzierungskosten führen.

Gleichzeitig kündigt die Citigroup aber an, dass man die (zu niedrige) Kernkapitalquote wieder auf Branchendurchschnitt heben will UND keine Dividendenkürzung plant.

Die Kurzversion der Antwort darauf ist: BS (Bullshit). Die etwas längere Version;

CIBC: Citi’s math doesn’t add up

IMHO kann die Citigroup froh sein, wenn eines der beiden Ziele erreicht wird. Wobei die Erhöhung des Eigenkapitals eigentlich Vorrang vor der Dividendenausschüttung haben sollte.

Die Rechnung ergibt, dass die Citigroup dieses Jahr fast den gesamten Gewinn ausschütten wird und im nächsten Jahr immerhin 60%. Wobei das nächste Jahr ja auch noch Risiken birgt. Die Subprime-Krise könnte weitergehen, der Immobilienmarkt wird schwach bleiben, eine Rezession steht bekanntlich vor der Türe ;-) und die höheren Zinskosten durch das schlechtere Rating werden auch noch auf den Gewinn drücken.

Nöh, mit meiner schon mehrmals geäusserten Zurückhaltung in Bezug auf die Banken fühle ich mich sehr wohl, siehe zum Beispiel hier: Bill Miller: Ein echter Antizykliker!

General Motors schreibt sich zweimal selbst ab

GM Aktienkurs: knapp 35 Dollar, Abschreibung knapp 70 Dollar je Aktie.

Wow!

General Motors records $39 billion loss on tax hit

Grund: Steuerguthaben, die nicht mehr einlösbar erscheinen. Soviel Substanz steckt also in den Bilanzen :-(

Ist das neuer Rekord? Ich habe als bisherigen Rekordhalter Nortel mit knapp 20 Milliarden im Kopf, aber es kann gut sein, dass ich was vergessen habe.

Update (8.1.07):

Danke an Erik Stummer für den Kommentar. Der bisherige Rekord (oder erinnert sich noch jemand an eine höhere Abschreibung?) stammt von JDS Uniphase aus 2001: 50,6 Millarden USD. Und damals war der Dollar sogar noch was wert ...

Mal ein Update zum Musterdepot

Am Montag habe ich die Primacom Aktien gekauft. Am Freitag gab es keinen Kurs mehr und eigentlich war der erste Kurs aus Frankfurt auch nicht realistsich, weil da nur 25 Stück umgegangen sind. Ich buche das trotzdem zu diesem Kurs ein, auch wenn das für mich doof ist, denn der nächste Kurs war schon 9,56 ...

Der aktuelle Stand ist also folgender:





















































































Allgemein Gekauft Aktuell Gewinn / Verlust
Bezeichnung
WKN | Waeh. | Gat. | B.
Datum
U.-Kurs
Stück
Spesen
Summe €
Kaufkurs
Zeit
Datum
+/-
%
Summe €
Letzter
+/- Ges.
+/- heute
% Ges.
% heute
S
HVB
802200 | EUR | A | FSE
16.08.07
1:1,000
50,00
12,50
2.017,50
40,10
11:07
07.11.
-0,16
-0,37
2.172,50
43,45
+155,00
-8,00
+7,68%
-0,40%
P
MINEFINDERS CO
859435 | EUR | A | FSE
16.08.07
1:1,000
300,00
12,50
1.842,50
6,10
09:08
07.11.
-0,05
-0,54
2.787,00
9,29
+944,50
-15,00
+51,26%
-0,82%
P
Primacom
625910 | EUR | A | FSE
05.11.07
1:1,000
500,00
12,50
4.912,50
9,80
11:38
07.11.
-0,09
-0,97
4.605,00
9,21
-307,50
-45,00
-6,26%
-0,92%
P




Summe:

37,50
8.772,50
9.564,50 +792,00
-68,00
+9,03%
-0,71%





Dazu kommmen dann noch 20.628,53 Bargeld, was dann 30.193,03, ergibt, also ein leichtes Plus.

Zu den einzelnen Positionen:

Primacom gibt nach, aber die Chance auf einen Squeeze Out liegt angesichts der 91%, die der neue Großaktionär Orion/Escaline hält, auf der Hand.

HVB läuft wie erwartet langsam und festgeldartig nach oben. Es gab lt. Effectenspiegel eine Studie, die einen Wert von 75 Euro pro Aktie ausgerechnet hat. Das erscheint etwas arg optimistisch, aber dass die Unicredit nicht den fairen Preis für die Bank Austria gezahlt hat, wird immer klarer.

Naja und Minefinders als Silbermine profitiert natürlich massiv vom explodierenden Silberpreis, der heute sogar über 16 Dollar je Feinunze gestiegen ist.

Die Liquiditätskrise wird zum Marathon

Und das widerlegt meine positive Einschätzung, der ich noch vor ein paar Wochen verfallen war. Damals war es ziemlich klar und ausgemacht, dass die Notenbanken alles tun werden, um ein schnelles Absacken in eine tiefe Krise zu vermeiden. Das hat wohl auch geklappt, nur sacken wir jetzt scheinbar langsam in eine tiefe Krise.

Die Citibank-Nachrichten mit weiteren Abschreibungen von bis zu 11 Milliarden im 4. Quartal sind da nur der Anfang.

Der Aktienmarkt hält sich dabei überraschend gut. Hier sieht man am wenigsten Probleme. Alles ist nahe der Allzeithochs, aus China kommen gar täglich neue (Wahnsinns-)Rekorde.

Am Anleihemarkt sieht das anders. Hier sind die Anleger naturgemäß risikoscheuer. Und das zeigt sich aktuell wieder sehr deutlich.

Bespoke Investment: Corporate Bond Spreads

Im obigen Artikel werden die aktuellen Spreads für Unternehmensanleihen gezeigt. Man sieht, dass nach der Entspannung im September und der ersten Hälfte des Oktobers die Renditen wieder deutlich anziehen und die alten Hochs überwunden haben. Genauer geht es um den Spread, also den Renditevorsprung von Unternehmensanleihen. Diese beträgt bei erstklassigen Anleihen inzwischen mehr als 160 Punkte. Wenn eine US-Staatsanleihen 4,5% Rendite abwirft, muss ein Unternehmen gut 6% zahlen. Zum Vergleich lag der Spread im ersten Halbjahr 2007 noch unter 90 Punkte.

Logischerweise noch größer sind die Abstände bei Unternehmensanleihen von schlechterer Qualität. Hier betrug der Abstand im ersten Halbjahr 250 bis 300 Punkte. Anfang August schoss der Spread auf fast 500 Punkte und da ist er nach zwischenzeitlicher Erholung inzwischen schon fast wieder.

Darüber habe ich im August auch schonmal etwas geschrieben (Enormer Spread zwischen T-Bill-Rate und CP - Guter Kaufzeitpunkt?), wobei sogar die Überlegung auf den Kauf von Aktien aufgegangen ist.

Die Auswirkungen für die Unternehmen sind nicht zu unterschätzen. So sehr sich die Börse über die beiden Leitzinssenkungen um bis jetzt 0,75 Punkte freute, so wenig ist davon bei den Unternehmen angekommen. Vor allem für die schlechteren Schuldner ist die Neuaufnahme von Krediten wesentlich teurer als noch vor einem halben Jahr. Und das trotz Leitzinssenkung. Ich frage mich, ob die Wirtschaftsweisen diesen (massiven) Bremseffekt in ihren Modellen schon berücksichtigt haben ...

Wem das noch nicht reicht, hier noch ein kurzer Blick auf die Asset Backed Securities (ABS):

Roller coaster

Da wird es richtig übel ...

ABS der zweitbesten Qualität (AA) werden im Schnitt nur noch mit 50% bewertet. Mit der Hälfte des Nennwerts, also dem Wert, den ich am Ende der Laufzeit zurückbekomme! Daraus erechnen sich locker zweistellige Renditen. Selbst Papiere mit einem AAA, also der Qualität der weltbesten Schuldner (z.B. Deutschland), notieren nur noch mit 80%. Das ist schon fast eine junk-artige Bewertung, wobei mir für die AA-Papiere gar kein Begriff mehr einfällt. Sowas fasst ein Anleihehändler eigentlich gar nicht mehr an ...

Im aktuellen Smart Investor Weekly findet sich auch eine Grafik für BBB-geratete Papier, die letzten mit Investment(lach!)-Qualität.

Smart Investor Weekly: Das „hohe C“ - der Subprime-Krise

Die Dinger sind inzwischen bei 35% des Nennwerts gelandet. Wer also etwas Mut hat und daran glaubt, dass man da was zurückbekommt, eine Chance auf Verdreifachung wartet. Man steht mit der Meinung nur allein auf weiter Flur ...

Mal ne kurze Werbung ...

... aus der Rubrik Vermischtes

Hema

gefunden über reddit

Ölpreisexplosion: Warum die Weltwirtschaft nicht einknickt

In den siebziger Jahren löste der Ölpreisschock noch eine richtige Wirtschaftskrise aus (mit autofreien Sonntagen in Deutschland), die im Endeffekt mit der anschließenden Stagflation bis Anfang der achtziger Jahre dauerte.

Aus dieser Zeit und den zwei folgenden Jahrzehnten stammt auch noch ein alte Faustregel:

Ein Ölpreisanstieg um einen Dollar verursacht 0,1% weniger Wirtschaftswachstum.

Diese Faustregel scheint aber nicht mehr zu stimmen, denn ansonsten hätte der Ölpreisanstieg in den letzten 5 Jahren fast 8% Wachstum gekostet. Es erscheint angesichts des kräftigen Wachstums nicht vorstellbar, dass ohne den Ölpreisanstieg das Wachstum noch weitere 8% höher gewesen wäre.

Es wird oft behauptet, dass die US-Wirtschaft nicht mehr so abhängig vom Öl sei wie noch in den Siebzigern. Allerdings lohnt es sich an der Börse immer, diesen Sprüchen nicht einfach zu vertrauen, sondern selber einmal das ganze wissenschaftlich zu beleuchten.

Und es scheint in der Tat zu stimmen, dass sich ein Ölpreisanstieg nicht mehr so dramatisch auswirkt wie noch vor 35 Jahren. Dazu tragen geänderte wirtschaftliche Bedingungen (z.B. mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt) ebenso bei wie der absoluten Wert des Öl als Anteil an der Wirtschaftsleistung.

In der dritten Grafik im verlinkten Artikel kann man schön sehen, dass ein Ölpreisanstieg heute nur noch etwa halb so stark wirkt wie vor 30 Jahren. Und in der vierten Grafik sieht man auch warum: Der Wert des Öls am BIP beträgt heute gut 4%. Das ist zwar doppelt soviel wie noch vor z.B. vor 5 Jahren, aber immer noch deutlich weniger als in den Jahren 1978 bis 1982, als das Öl teilweise 8% des BIPs ausmachte.

Wenn man die Faustregel also weiter behalten möchte, muss man die Auswirkungen also halbieren. Heute muss der Ölpreis also tendenziell um 20 Dollar steigen um das Wirtschaftswachstum um einen Prozentpunkt abzuschwächen. Aber ob man die Faustregel so hochrechnen kann, ist fraglich. So wahnsinnig viel Arfahrung hat die Weltwirtschaft mit solch hohen Ölpreisen nicht, auch wenn in den Jahren um 1980 der Ölpreis inflationsbereinigt sogar noch etwas höher war als heute.

$90 a barrel: Is it time to start worrying about the oil price shock of 2007?

Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist PetroChina!

Wow!

Punkt 24 b) des Weltbeherrschungsplan abgehakt: Die wertvollste Firma der Welt muss chinesisch sein.

IPO zu 17,70 Yuan, Schluss bei 43,96 Yuan. 1 Billionen Dollar Marktkapitalisierung. Mehr als doppelt so viel wert wie ExxonMobil, der bisher wertvollste Konzern.

Die Firma war übrigens schon börsennotiert, nur nicht in China und damit nicht für Chinesen handelbar. Heute kamen dann A-Aktien dazu, die auch die Chinesen kaufen dürfen.

Und ja, das ist die Firma, aus der sich Warren Buffet vor ein paar Wochen komplett verabschiedet hat.

PetroChina tops $1 trillion market cap in debut

Ist's eine Blase? Ja sicher, aber scheinbar eine, die noch größer wird ...

Update: Noch ein Link auf Deutsch: Petrochina löst Exxon ab

MLEC - Super SIV - Mega Conduit

So langsam wird klar, was der Mega-Conduit (heisst jetzt übrigens MLEC) bringen soll. Weil man ja grundsätzlich überlegen muss, was es bringen soll, wenn man Giftmüll in eine neue Firma einbringt. Denn dann es ist es immer noch Sondermüll und das eigentliche Problem ist nicht gelöst ...

Die offiziellste Begründung ist "Risiko teilen". Im Fall der Fälle könnten alle Banken einspringen. Aber diese Verteilung macht nur Sinn, wenn die Banken unterschiedlich hohe Risiken haben. Ansonsten haften drei Banken für dreimal so hohe Risiken wie vorher.

Meine Begründung war eine andere: Die Banken müssen die Risiken nicht mehr konsolidieren. Denn wenn man nicht mehr die Mehrheit an der neuen Firma hält, muss man die Risiken auch nicht mehr in seine eigene Bilanz übertragen. Ausserdem deutete ich an, dass dahinter auch die klammheimliche Überlegung stecken könnte, dass ein Mega-Conduit so groß sein könnte, dass der Staat im Fall des Strauchelns einspringen muss. "Too Big Too Fail" und das noch mit absichtlicher vorheriger Konstruktion.

Aber auch diese Überlegung griff scheinbar noch zu kurz. Denn wie Reuters berichtet, muss der MLEC nur mit 10% Liquidität hinterlegt werden. Um 1 Milliarden darin abzuladen, muss die Bank nur 100 Mio. Eigenkapital zuschießen. Um das klar zu machen: Die Bank soll damit aus dem Schneider sprich der Haftung sein. Und der Rest der 90% kommt vom Steuerzahler, sonst bleibt ja niemand mehr übrig. Na Klasse!

Dank an die Kollegen von Zeitenwende, ohne die ich diese Nachricht womöglich übersehen hätte:

Die FED ändert die Spielregeln

Original Reuters Meldung, für alle die das nicht glauben wollen: Federal Reserve says super SIV requires less capital

Und noch eine Version von Nakedcapitalism: Maybe the Real Reason for the SIV Rescue Plan?. Die meinen übrigens, dass der Grund die Citigroup sein könnte, da diese vergleichsweise schwach finanziert ist und am gefährdesten ist zu kollabieren. Der Artikel ist aber auch ohne diese Spekulation interessant zu lesen. Schlüssig ist das allemal, zumindest scheint der CEO der Citigroup in diesen Minuten seinen Rücktritt einzureichen. Wahrscheinlich verhandeln die Herren nur noch darüber, ob er 60 oder 150 Millionen Abfindung für seine Verdienste bekommen soll ...

Update (05.11.07): Prince ist wie erwartet zurückgetreten.

Und eine Sache noch als inhaltliche Ergänzung: Auf die offiziellen Stellungsnahmen zum Thema MLEC sollte man nicht viel geben. Wenn z.B. gesagt wird, dass die Banken darin ihre "erstklassigen" CDOs einbringen wollen, kann das nur eine Lüge sein. Denn das würde weder Sinn machen noch irgendein Problem lösen. Bei dem was man jetzt über den MLEC weiss, wäre damit immerhin das Problem der maroden Bilanzen bei den Banken gelöst. Auf Kosten der Steuerzahler zwar, aber immerhin wäre das Problem (für die Banken) gelöst.

Mal wieder etwas Musik - Soulterroristen gestern und heute

Mark Ronson + Amy Whinehouse - Valerie:



ohne Amy, die konnte wahrscheinlich zum Dreh ...

Und wo wir gerade bei den Videos ohne Sänger/-in sind ... mal ein klassisches Northern Soul Stück:

Al Wilson - The Snake :



Bei YouTube gibt's überraschenderweise keine Live-Version o.ä. von dem Song. "Normale" Videos gab es damals (1969?) ja eh nur in absoluten Ausnahmefällen ...

Musterdepot: Kauf 500 Stück Primacom, Limit 10 Euro.

Ich schrieb ja schon einige Male, dass Primacom meine Lieblingsaktie ist. Lieblingskaiten soll man ja eigentlich nicht haben, aber wenn man eine Aktie zu 48 Cent gekauft hat und die bei 10 Euro notiert, bleibt das nicht aus ...

Leider ging die letzte Spekulation auf einen Übernahmekampf zwischen Orion und Kabel Deutschland nicht auf. Kabel Deutschland gab den für 12 Euro pro Aktie erworbenen Anteil für 10 Euro (dem offiziellen Übernahmeangebot) an Orion ab. In einem völlig unabhängigen Geschäft kaufte Kabel Deutschland für fast 600 Mio. Euro Orion die gesamten Netze in Norddeutschland ab. Dass der Preis niedrig angesetzt ist, steht zu vermuten. Und tatsächlich hat Orion für die Nordnetze pro Kunde deutlich weniger bekommen als Orion gleichzeitig für die Netze von Primacom gezahlt hat.

Das stinkt natürlich zum Himmel und es gibt eine kleine, aber realistische Chance, dass die 10 Euro nachgebessert werden müssen. Dazu muss man nur nachweisen, dass es ein Kopplungsgeschäft war und Kabel Deutschland über den Preisnachlass bei den Nordnetzen einen Preisvorteil bekommen hat. Dann müsste Orion nämlich allen Aktionären, die angedient haben, eine Nachbesserung zahlen.

Um diese Aktien geht es aber nicht. Denn ich habe einen Teil meiner Altposition behalten. Und diese möchte ich gerne in die öffentlichen Teil meines Depot einbuchen. Daher die Order, auch wenn es die (ausnahmsweise) in der Realität nicht gegeben hat.

500 Stück Primacom, Limit 10,00 Euro, gültig ab 18.30, vorerst gültig bei Montagabend.

Ich habe mir überlegt, dass ich nach und nach auch meine Altpositionen in mein offizielles Depot hieve. Damit klar wird, dass ich trotz meiner skeptischen Prognosen zu Subprimekrise und Weltkonjunktur, in Aktien investiert war, bin und wohl auch bleibe.

Beim Musterdepot wird in Zukunft etwas mehr passieren als bisher, denn durch die Andienung der Primacomaktien habe ich jetzt auch wieder Bares ... Trommelwirbel ;-)

Update: Was ich mach ich denn jetzt? Am Freitag gab es keinen Umsatz mehr und am Montag war der Umsatz am Parkett 25 Stück, 275 Stück und 250 Stück. Das heisst, meine Order wäre erst mit dem dritten Trade voll gewesen ... Zum ersten Kurs einbuchen?

Die Subprime-Krise ist noch lange nicht vorbei ...

(Vor)gestern gab die US-Notenbank noch 41 Milliarden Dollar Liquidität in den Markt (ich dachte der Teil wäre vorbei, aber da war ich wohl zu optimistisch). Und heute kommt ans Tageslicht, dass Merrill Lynch versucht hat, Verluste über 1 Milliarde Schrottanleihen in die Zukunft zu verschieben. Der Deal sollt so gehen: Die Anleihen sollten an einen Hedgefonds verkauft werden. Das ist noch nichts Schlimmes, wenn die Anleihen denn 1 Milliarde wert gewesen wären. Das waren sie aber nicht. Wichtig für Merrill Lynch ist es aber, dass der Wert nicht zu dramatisch sinkt. Also gibt man dem Hedgefonds die Garantie, die ganzen Anleihen nach einem Jahr wieder für 1,1 Milliarden zurückzukaufen, auch wenn diese beim Verkauf und beim Rückkauf viel weniger wert sind. Wichtig aber, dass das frühestens in einem Jahr auffällt.

Merrill reportedly tried to delay mortgage losses

Die Aktie von ML sackt im Moment fast 10% ab, denn legal ist das natürlich nicht. Und Vertrauen schafft man so auch nicht.

Wenn man einen Wertverlust zu verzeichnen hat, tja, dann muss man einen verzeichnen. Das Problem ist nur, dass die Lage aktuell so kritisch ist, dass dem Weltfinanzsystem der Zusammenbruch droht, wenn alle gleichzeitig alles melden würden. Also versucht man irgendwie zu tarnen, täuschen und zu verstecken.

Eine andere Methode als die unvermeidbaren Aufräumarbeiten zeitlich zu strecken, gibt es allerdings auch nicht. Nur sollte man das offener machen. Wie z.B. in dem angedachten Mega-Conduit (oder Super-SIV), den die großen Investmentbanken gründen wollen. Alle packen hier ihre Giftmüll-Anleihen rein und alle teilen sich die Risiken (und keiner hat die mehr in der eigenen Bilanz ...). Die klammheimliche Überlegung dahinter ist ja sowieso, dass im Zweifelsfall der Staat einspringt, denn dieses Riesenteil darf auf keinen Fall ins Taumeln geraten.

Clou der ML Geschichte ist, dass der Verantwortliche für das Geschäft (O'Neil) inzwischen gefeuert wurde und sich über 161(!!!) Mio. Abfindung freuen darf. Und das, nach einer Abschreibung von etwa 8 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Nicht dass 161 Millionen Abfindung nicht eh schon eine Frechheit wären, nach einem solchen Geschäftsergebnis und bei einem Aktienkurs, der sich der Halbierung seit Jahresbeginn nähert, verschlägt das selbst Verfechtern der freien Marktwirtschaft wie mir die Sprache!

Und um nochmal auf die Überschrift zurückzukommen: Wir sind immer noch in der ersten Phase der Krise, in der nur die extrem schnelllebige Finanzwelt reagiert. Die Auswirkungen auf den Rest der Wirtschaft werden wir erst nach und nach sehen. Vielleicht ist das bröckelnde Konsumentenvertrauen hier das erste Anzeichen ...

US-Wirtschaftszahlen-Wochenendüberblick

Gestern gab es die Durable Goods Orders, die den vierten Monat in Folge fielen. Da die Zahl aber sehr volatil ist, ist die Aussagekraft nicht sehr hoch. Wenn man die Großaufträge rausrechnet, war die Zahl im Plus. Allein das zeigt schon, wie viel man in die Zahl reininterpretieren kann. Man kann sie aber auch einfach nicht zu wichtig nehmen.

Wichtiger finde ich die Disposable Incomes und Spending. Das sind die Einkommen der privaten Haushalte, die für Ausgaben zur Verfügung stehen. Diese waren mit +0,2% (Einkommen) und 0,1% (Ausgaben), jeweils inflationsbereinigt, ziemlich schwach. Wird der Verbraucher jetzt zurückhaltend, weil die Nachrichten vom Immobilien- und Arbeitsmarkt zu schlecht sind? Das Vertrauen ist schon länger schwach und deutet eine kommende Abschwächung an. Diese Zahl wird man beobachten müssen, denn die Verbraucher sind in den USA für 72% der Wirtschaftsleistung verantwortlich und der wichtigste Teil des Jahres, das Weihnachtsgeschäft, steht vor der Türe.

Die Erstanträge für die Arbeitslosenunterstützung sind leicht gesunken. Es gilt aber dasselbe wie oben. Diese wöchentliche Zahl ist ziemlich unspannend. Zwischen den offiziellen Zahlen können diese eine leichte Indikation liefern, mehr aber nicht.

Die (monatlichen) Zahlen von ADP, einer Lohnabrechnungsfirma ähnlich der DATEV, zeigten ein überraschend hohes Plus an (+85.000 statt wie erwartet +55.000). Daher könnten die offiziellen Arbeitsmarktzahlen, die gleich kommen, besser als erwartet werden.

Der Erwartung liegt bei plus 93.000. Ich liefere die Zahl gleich nach.

Update:

Hier sind sie auch schon: +166.000 (nicht ganz unerwartet) ziemlich deutlich über dem Konsens. Die Zahlen für September wurden um 10.000 nach unten korrigiert, aber auch nach Verrechnung bleibt es über Konsens. Allerdings unter dem Schnitt, den die Wirtschaft braucht, um die Arbeitslosenquote konstant zu halten. Diese liegt übrigens weiterhin bei 4,7%, erwartet wurden 4,8%.

Update 2:

Habe die Zahl oben korrigiert, die 130.000 waren falsch.

Interessant ist übrigens, dass die Zahlen ziemlich widersprüchlich sind. Es wird einmal die Zahl der Lohnabrechnungen in einer Auswahl von Firmen (400.000) berechnet und zweitens quasi zur Kontrolle eine Umfrage in den Haushalten (60.000) gemacht. Diese Umfrage bei den Haushalten zeigte einen Rückgang von 250.000(!) an. Das komplett Gegenteil also!

Puh, manchmal frage ich mich, warum ich auf diese Zahlen überhaupt kucke ...

Warum senkt die FED eigentlich weiter die Zinsen? Bei 3,9% Wachtsum?

Die Finanzmärkte seien so schwach jammern alle an der Wallstreet! WTF?

Der Dow war im absoluten Allzeithoch bei knapp 14.200. Jetzt sind wir (nach 2,5% Minus heute) bei knapp 13.600. Das sind keine 4% Minus! Und von diesen gehen gut zwei Drittel auf das Kursminus *nach* der Zinssenkung zurück.

Was will die Wallstreet von der FED? Permanent 5% Plus pro Monat? Ohne Nachdenken, ohne Risiko und bitte mit Geld-Zurück-Garantie? Man muss scheinbar nur laut genug jammern und schon senkt die FED die Zinsen.

Das einzige aktuelle Desaster ist es, dass die Welt mit Dollars geflutet. Und die Quittung dafür bekommt der Dollar gerade. Das könnte sich noch böser rächen als es die Wallstreet gerade meint. In ihrer egozentrischen Sicht ignoriert sie die Auslandsanleger oft. Dabei ist die USA genau von diesen abhängig. Irgendjemand muss das Bilanzdefizit finanzieren. Und das Haushaltsdefizit.

Irgendwann wird der Tag kommen, an dem sich die Ausländer fragen werden, wieso man zu 4,5% sein Geld in einem Land anlegt, das nach durch die dauernden Währungsverluste seit 5 Jahren negative Renditen bietet. Und dann wird sich die Hochfinanz an der Wallstreet noch wundern, dass es in der Geschichte selten Phasen gab, in denen die Musik des Weltfinanzsystems in einem Land spielte, das über eine ausgesprochen weiche Währung verfügt.

Wie sich der schwache Dollar z.B. auch auf Aktieninvestments auswirkt, merke ich an meinem eigenen Depot (BB Biotech). Der Chart des S&P 500, den man immer sieht, wirkt toll. Aber leider nur in Dollar. In Euro ist die ganze Erholung seit dem Ende des Crashs äußerst mager. In Euro gerechnet ist der S&P keine 20% im Plus. Von den Kursgewinnen kamen weniger als ein Drittel im Euroraum an; die anderen zwei Drittel hat der Dollarcrash aufgefressen:



Ich bin schon länger skeptisch, was den Dollar angeht. Bis auf Investitionen in Biotech und Hightech habe ich die USA gemieden, in diesen beiden Branchen gibt es aber keine Konkurrenz. Daneben kann man noch in exportstarke Standardwerte gehen (Coca Cola, Mc Donalds, etc.), die der schwache Dollar durch den hohen Exportanteil nicht stört. Übrigens gilt eine ähnliche Überlegung auch für Rohstoffwerte, die der fallende Dollar auch nicht juckt, denn die Rohstoffnotierungen sind eine natürliche Absicherung gegen den fallenden Dollar. Fällt der Dollar, steigen die Rohstoffpreise (in Dollar). Dass der Goldpreis bei knapp 800 Dollar steht, liegt eben auch an diesem Effekt. Der Goldpreisanstieg in Euro ist um einiges geringer.

Ich bin wirklich erstaunt, dass die Welt das so lange mitmacht. Jedes andere Land der Welt hätte sich bei einer derart unseriösen Finanzpolitik schon zerlegt. Und jedes andere Land müsste sich von den USA Vorwürfe wegen Währungsdumping anhören. Aber wie sagte meine Mutter schon immer: Wenn Zwei das Gleiche tun, ist's noch lange nicht das Selbe.

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