Tanzt schön ins Neue Jahr!

Und zum Üben noch ein kleines Trainingsvideo vorab:



Guten Rutsch!

5 Gründe, warum es keine US-Rezession gibt

Five Reasons Recession May Be Averted

1.) Die Fed hat bereits reagiert.

Entscheidend für eine Rezession ist immer, ob die Fed früh genug oder zu spät reagiert. Dummerweise weiss man das immer erst im Nachhinein. Wir werden also sehen.

2.) Die Weltwirtschaft bleibt robust.

Auch das wird man beobachten müssen. Immerhin zeigt Europa ebenfalls deutlich Abschwächungstendenzen. Und ob die US-Unternehmen wirklich vom Wachstum in China und Indien profitieren können, bezweifle ich auch. Aktuell haben die Chinesen auf jeden Fall mehr von einer wachsenden US-Wirtschaft als die USA von einer wachsenden chinesischen Wirtschaft.

3.) Die Anzahl der Arbeitsplätze wächst noch immer.

Diesen Punkt würde ich aber am deutlichsten anzweifeln, denn gerade hier zeigen sich die Schwächetendenzen jetzt doch deutlich. Außerdem ist der Arbeitsmarkt ein hinterherlaufender Indikator, der schlecht geeignet für Prognosen ist. Der Arbeitsmarkt reagiert generell spät und bestimmte statistische Bereinigungsmaßnahmen verschärfen dieses Problem noch zusätzlich.

4.) Der Immobiliensektor hat das Schlimmste hinter sich.

Auch hier würde ich deutlich widersprechen. Klar, die Geschwindigkeit wird wohl nicht weiter zunehmen, allerdings ist eine Abschwächung des Trends auch noch nicht zu erkennen.

5.) Die Staatsausgaben bleiben hoch.

Diese machen immerhin 25% des BIPs in den USA aus. Aber ein "bleiben hoch" sorgt auch nicht für weiteres Wachstum, sondern verhindert nur einen Abschwung. Und ein deutlicher Wachstumsbeitrag aus dieser Ecke würde mich doch überraschen.

Wenn ich Optimist wäre, würde ich den zweiten Punkt etwas umarbeiten und explizit auf das Exportwachstum verweisen. Denn das ist wirklich stabil und daraus entsteht ein deutliches Wachstumsplus. Der Grund ist aber weniger die Stärke des US-Wirtschaft als die Schwäche des US-Dollars.

US-Neubautenverkäufe auf 12-Jahrestief

Es geht um neu errichtete Eigenheime. Das Minus von Oktober auf November betrug 9%. Der Oktober selber wurde auch wieder leicht nach unten korrigiert.

Die Zahl selber ist keine sonderlich verlässliche. Ein Plus von 10% kann auch gut ein Minus gewesen sein, das Minus von 9% kann auch gut ein Plus gewesen sein. Die Schwankungen sind einfach zu extrem. Verlässlicher sind Jahresvergleiche oder Durchschnitte über die Zahlen. Die zeigen in diesem speziellen Fall aber das selbe Bild: Es geht weiterhin dramatisch abwärts. Seit Jahresanfang z.B. um fast 35%.

U.S. Nov. new-home sales fall 9% to 647,000 pace

US-Rezessionswahrscheinlichkeit 65,5%

Sehr interessant, weil da einige Indikatoren untersucht werden, vor allem auch solche, die zu oft anschlagen. Der kombinierte Indikator daraus hat allerdings noch kein einziges Fehlsignal geliefert und jede Rezession vorhergesagt ...

Ich sage ja immer noch: Die Zinskurve ist DER entscheidende Parameter. Sobald man den mit einem zweiten guten Indikator kombiniert, hat man schon eine verdammt gute Kristallkugel. Wahrscheinlich eine, die die Chefvolkswirte der Welt um Längen schlägt.

Probing the Probabilities of a 2008 Recession

Der Artikel sollte eigentlich noch gar nicht erscheinen, denn ich wollte noch einen weitern Link hinzufügen. Aber Blogger.com hat immer noch das Problem, das bei falschem Fokus die Return-Taste keine neue Zeile einfügt, sondern den Artikel (ohne Nachfrage) wegschickt.

Es sollte noch auf folgenden Link hingewiesen werden.

Wonk Attack: Interest Rate Spreads & LEIs.

Darin habe ich den ersten Hinweis auf den oben verlinkten Rezessions-Indikator gefunden. Der heisst übrigens Kasriel Rezession Warn-Indikator (KRWI).

Der interessante Input ist eine inflationsbereinigte Geldbasis. Die Geldbasis wird von der Fed berechnet und das Interessante daran ist, dass diese Geldbasis *schrumpft*. Was bei zweistelligen Wachstumsraten der Geldmenge einigermaßen verblüffend ist. Die Kurzinterpretation ist einfach: Es wird im Moment schneller Geld vernichtet (z.B. durch Subprime Abschreibungen) als die Notenbank Geld druckt. Diese Geldbasis wird dann noch um die Inflation bereinigt. Zusammen mit den Leading Indicators gibt das einen ziemlich guten Rezessionswarner.

Die Bären mussen noch warten?

Mist!

The bears must wait another quarter

Wenn man den offiziellen Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen Glauben schenken mag, war das Weihnachtsgeschäft so stark, dass die US-Wirtschaft nicht in die Rezession abgleitet. Zumindest nicht im 4. Quartal.

Ihr Knaller!

Anlässlich des nahenden Jahresendes der Hinweis auf DAS Forum für alle Hobbypyromanen: Feuerwerk Forum. Am besten gefallen mir immer die ab morgen auftauchenden Bilder von den Freaks vor einer Wand, die bis zur Decke mit Knallzeuchs vollgestapelt ist. Verletzt wahrscheinlich JEDE Sicherheitsanforderung, die Aldi erfüllen muss, wenn er den Kram verkauft ...

Wer jetzt keinen Bock hat das zu lesen:

Regel 1: Wer meint, eine Batterie mit 200 Schuss für 4,99 könne was taugen, irrt. Wenn's Spaß machen soll, muss es was kosten. Die Fragon Fire hat keine 20 Schuss und kostet 8 Euro. Das macht dann aber schon was her.

Regel 2: Was Spaß macht, entscheidet jeder selber.

Eigentlich schon keine Regel mehr, weil zu pauschal: Weco gut, Keller geht, Comet Mist.

Meine Tipps:

25 Carat (auch dieses Jahr bei Aldi Süd, heisst dort Phoenix)
Dragon Fire (Lidl), schießt ziemlich hoch, man sieht in engen Straßen bei etwas Wind aus der falschen Richtung nichts davon.
Aquila (Aldi Süd Name: Reno)
Miami Nights (Lidl?, scheint's dieses Jahr nicht bei einem Discounter zu geben)

Ich hatte auch Steamhammer und Sound Attack. Dieses Jahr werde ich wohl nicht so viel kaufen, aber schaun mer mal, vielleicht kaufe ich doch wieder zu viel ... Die Aligator sieht ganz spannend aus ... Toronto auch oder die Big Crackles von Lidl

Oder oder oder ...

US Konjunkturüberblick

1.) Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe +1000 auf 349.000 in der letzten Woche. Die Zahl ist wacklig, weil viele Behörden nicht vollständig gearbeitet haben und die Zahlen nicht komplett sind. Der Ausbruch aus der Spanne von 300.000 bis 330.000 scheint aber bestätigt. Diese Spanne gilt allgemein als relativ neutral, bei Werten darüber zeigt der Arbeitsmarkt aber Schwächezeichen, die jetzt, bei knapp 350.000 auch nicht mehr wegdiskutiert werden können.

Initial jobless claims hit 349,000, up 1,000

2.) Die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter stiegen im November um 0,1% gegenüber dem Vormonat. Diese Zahl schwankt extrem, daher rechnet man allgemein den Transportsektor heraus (das ist insbesondere die Luftfahrt, sprich Boeing). Diese etwas weniger schwankende Zahl steht dann bei minus 0,7%. Mir schwankt diese Zahl eigentlich immer noch zu stark und ich arbeite eher mit einem Durchschnitt (mind. über 3 Monate). Dieser sinkt aber auch schon und bestätigt damit den Abwärtstrend seit dem Spätsommer. Im Jahresvergleich hingegen sind die Auftragsbestände aber immer noch gut. Es sieht also eher nach Schwäche, denn nach sofortigem Weltuntergang aus ... Trotzdem wundert mich die Schwäche schon etwas, denn eigentlich sollte die US-Wirtschaft vom schwachen Dollar profitieren können.

November's durable-goods orders up 0.1%

3.) Das Vertrauen des US-Verbrauchers ist hingegen (nicht nur für mich) überraschend gestiegen. Im Dezember stand der Wert des Index des Conference Boards bei 88,6 (gegenüber 87,8 im November, der ebenfalls von 87,3 nach oben korrigiert wurde). Erwartet wurde ein Wert von 86,4.

Um von Entwarnung zu sprechen, ist es aber noch viel zu früh. Das zeigt schon ein Blick auf der Wert des Vorjahres, der noch bei 110 lag. Auch hier stehen die Zeichen klar auf Schwäche, aber nicht auf Weltuntergang.

U.S. consumer confidence gains in December

7% der Immobilienbesitzer sind überschuldet

OK, ich bin noch nachweihnachtlich milde gestimmt ... Es sind eigentlich eher 11%, denn die 7% beziehen sich noch auf den Stand von November 2006 und seitdem sind die Immobilienpreise schon um etwa 5% gesunken, was zu weiteren überschuldeten Haushalten geführt haben wird.

Der Artikel ist leider nur für Abonnenten lesbar, aber die wichtigste Zahl steht oben. Und wenn euch mal wieder jemand über den Weg läuft, der erzählt, man müsse die hohe amerikanische Verschuldung immer in Relation mit den hohen Immobilien- und Aktienvermögen sehen, naja, dann schickt ihn nach, ach nee, ich war ja noch nachweihnachtlich milde gestimmt ...

Price Indexes Will Map Out Spread of 'Negative Equity'

US-Immobilienpreise: Minus 6,1%

Und zwar im Jahresvergleich bis Oktober. Das ist der höchste Jahresverlust, den der Case-Shiller-Index jemals verzeichnete. Auch die Anzahl der Städte/Regionen, die zweistellige Verluste hatten oder die Rekordverluste verzeichneten, war noch nie so hoch. Der Trend ist inzwischen auch sehr breit geworden, von September auf Oktober fielen in allen 20 Städten/Regionen die Preise.

Home prices drop 6.1% through October

Die Hypothekenkrise chronologisch

Nur ein kleiner Hinweis auf eine schöne Grafik in der New York Times:

A Chronology of Warnings Ignored

via NYT: Blaming the Fed for the Sub-Prime Mortgage Crisis

Von wegen man konnte das nicht ahnen ...

Frohe Weihnachten!

Ein ruhiges und entspanntes Fest wünsche ich allen meinen Leserinnen und Lesern!

Drei oft übersehene Nachrichten

Ich sammle immer Tabs, in denen ich Geschichten habe, zu denen ich noch meinen Senf geben möchte. Leider schaffe ich nur das Wenigste davon wirklich. Und wenn ich dann was habe, über das jemand anderes in der deutschsprachigen Blogosphäre geschrieben hat, werfe ich den Tab auch fast immer weg.

In den USA breitet sich gerade ein neues Motto aus: Tab-Sweep. Am Ende einer Woche (oder eines Tages) wirft man alle seine Tabs weg, aber nicht in den Müll, sondern in ein Posting ;-) Das fange ich jetzt auch mal an, denn ein paar Sachen dürften die ein oder anderen interessieren.

Deshalb hier noch der Hinweis auf drei Nachrichten, die man schnell übersehen konnte:

a) Die Fed hat beim letzten Tender in der vorletzten Woche die Regeln für die Sicherheiten. die die Banken hinterlegen müssen, deutlich aufgeweicht. Es werden jetzt auch ABS akzeptiert, die vorher nicht akzeptiert wurden. Also genau die Papier, die durchaus die Ursache für die aktuelle Krise darstellen. Damit will man scheinbar Geld genau in die Banken injizieren, denen es am Dreckigsten geht. (leider habe ich keinen Link mehr)

b) Der ABX Index, der die Preise von Asset Backed Securities misst, kann aktuell nicht berechnet werden. Es gab nur 5(!) Deals, die die Voraussetzungen des Indexes erfüllten.
ABX index postponed for lack of subprime deals.
Man könnte daraus auch eine Verschwörungstheorie basteln: Die Wall Street will den Index nicht mehr sehen, weil man dann u.U. seine eigenen, vergleichbaren Assets abwerten müsste ...

c) Beim Deal zwischen Citadel und E-Trade (eigentlich war es kein Deal, sondern eine Rettung in letzter Not) sind die Asset Backed Securities von E-Trade für 25 Cent je Dollar Nennwert über den Tisch gegangen, also mit bescheidenen 75% Verlust. Wer bisher meinte, dass der ABX Index zu negative Werte ausgewiesen hat, muss sich eines anderen belehren lassen ... (Investment Lessons From Citadel's E*Trade Deal).

Ladies and Gentlemen: The MLEC is dead

Es kommt nicht ganz überraschend ...

Nach einem viel zu kurzem Leben schied heute der M-LEC, auch bekannt als Super-SIV aus dem Leben. Die anonyme Bestattung hat bereits im engsten Familienkreis stattgefunden, Trauerbekundungen am Grab gab es keine ...

SIV 'superfund' plan shelved

Nachdem die beiden weltweit größten Banken ihre SIVs zurück in die Bilanz genommen haben, war es abzusehen: Es gibt keine Basis mehr für einen gemeinsamen Rettungsfonds. Trotz der üblichen Beteuerungen ("Das ist nicht das Ende des Super-SIVs"), habe ich davon kein Wort geglaubt (Citigroup nimmt die SIVs zurück in die Bilanz - Ende des Super-SIVs MLEC?). Jetzt ist es amtlich.

US-Superfonds für Kreditmärkte gescheitert

Das ganze war auch strategisch immer schwierig. Im Moment traut sich niemand wirklich zu, den ganzen Giftmüll zu bewerten. Keine Bank traut der anderen so richtig über den Weg, was sich im Zinsaufschlag zwischen LIBOR und Leitzins zeigt, der auf Rekordhöhe notiert. Wieso sollte gerade in einer solchen Situation eine Bank sich mit anderen Banken die Risiken teilen, deren Höhe und Ausmaß ja doch keiner kennt? Es besteht ja immer die Gefahr, dass man sich faule Eier ins Nest holt, weil die schlechten Risiken gerne in den Fonds gegeben werden, die guten aber nicht.

Wuh. Ich dachte, Nascacell wäre übel ...

Aber das gibt es noch im Zeitraffer:

I.C.C. (ISIN: USU4492Q1142):

Im April zu 8 Euro im Open Market Frankfurt eingeführt, heute (keine 9 Monate später) bei 0,01 Euro. Wow!

Nascacell wird wahrscheinlich auch mal so enden, allerdings brauchte Nascacell für den Absturz von 8 Euro auf aktuell 34 Cent enttäuschend lange 18 Monate ;-)

Nascacell war übrigens eine SUUUUPER Empfehlung von Oliver Janich in Focus Money. Die Studie von Performaxx, die einen fairen Wert von 14,84 (mit 50%iger Wahrscheinlichkeit errechnete, war ein Witz. Selbst die untere Schwelle (Annahme: Technologie von Nascacell bleibt ein Nischenmarkt) liegt etwa achtmal so hoch wie der aktuelle Kurs heute. Auch die Studie von Trust Research, die dann im November 2006 einen fairen Wert von 1,80 errechnete (Grund: Es musste eine Kapitalerhöhung zu einem Euro platziert werden), fällt wohl in die gleiche Kategorie: Schrott!

Wenn man sich als Börsianer eine Sache zu Herzen nehmen sollte: Kaufe nie solchen Schrott und beobachte scharf wie mit den Augen eines Adlers und merke Dir lange wie eine Elefant, wer jemals solchen Schrott empfohlen hat!

Update (14.10.10):

Die Studie von Trust gibt es jetzt hier:
Original-Research: NascaCell Technologies AG (von Trust Research GmbH): spekulativ kaufen (PDF!)

Kein Jahresrückblick ...

nur ein Video:



via The Big Picture: STOK TIKR SING ALNG

US Konsumenten konsumieren weiter (auf Pump)

Hmmm, ist das jetzt eine gute Nachricht?

Es ist zwar gut für die Wirtschaft, die bei einem zurückhaltendem Konsum ziemlich sicher in die Rezession rutschen würde. Aber wie nachhaltig es ist, wenn die Sparquote im November schon wieder negativ war, wird man sehen. Die "Sparrate" betrug übrigens minus 0,5%.

Von Sparen kann da eigentlich nicht die Rede sein und es schon verwunderlich, wie der US-Verbraucher weiter shoppt und gleichzeitig um ihn herum alles in einem Schuldensumpf aus Hypotheken-, Kreditkarten- und Verbraucherkrediten versinkt.

Auf den ersten Blick sehen die Einkommen ebenfalls gut aus (leichte Steigerung), allerdings sind diese bereinigt um Inflation und Steuern gesunken.

Und die Steigerung der Verbraucherpreise kam mit +0,2% ein Zehntel unter den Erwartungen (positiv), die Jahresrate stieg aber auf 2,2% (negativ).

Die Zahlen heute ergeben ein gemischtes Bild, ein klassisches "Ja, aber". Immerhin ist das Bild heute besser als das durchweg trübe Bild, das die Zahlen der letzten Wochen zeichneten.

Consumers outspend incomes in November

Update (15:36):

Die Sparrate war übrigens im Jahresverlauf 2007 positiv. Nicht dass die Formulierung oben zu negativ klingt.

Der beste Mac vs PC Spot IMHO

Ask not what Vista can do for you, ask what you can buy for Vista!

Herrlich!

CDOs zum Quadrat?!?

Das mit der vorweihnachtlichen Ruhe war dann wohl doch nix :-(

CDOs squared! ? ... ?

MBIA slumps on concern about CDO exposures

Die Unterzeile gefällt mir besonders gut "Analysts shocked".

Es geht um MBIA, einen der Kreditversicherer auf den ich schonmal als "Abstufungskandidaten" hingewiesen habe (Was es in den USA nicht alles gibt: Kreditversicherer).

Jetzt sind in den Bilanzen über 8 Milliarden Dollar sogenannten CDO squared "aufgetaucht". Wenn ich das richtig verstehe, sind das CDOs, die mit CDOs hinterlegt sind (normalerweise sind CDOs mit Hypotheken hinterlegt). Giftmüll, für den als Sicherheit Giftmüll dient. Hmmmmmmmm ... Hört sich nicht an, als müsste ich sowas in meinem Depot haben ...

Die MBIA-Aktie hat gestern fast ein Viertel an Wert eingebüßt. Intraday war es sogar noch mehr, das war dann auch ein Zehnjahrestief.

Dass die Krise nicht spurlos an den Firmen vorüber geht, die die Versicherung für große Teile des Giftmülls bereitstellen, war zu erwarten. Man fragt sich, warum es so lange dauerte, bis jemand darauf kam, auch den Kreditversicherern mal (richtig) in die Bilanzen zu schauen. Es wird wahrscheinlich ähnlich enden wie bei den CDOs selbst auch: Große Teile gingen mit AAA Ratings in die Krise und nur der kleinste Teil wird mit diesem Rating aus der Krise kommen.

Update (10:28):

Ich sehe gerade noch einen Artikel von Zeitenwende.ch, der das ganze Thema Kreditversicherungen und Monolines nochmal schön zusammen fasst: Anleihenversicherer am Abgrund.

Darin das schöne Zitat:

Monolines - a business model that cannot survive without an AAA rating is a business model that cannot fundamentally deserve an AAA rating. Arguing otherwise is believing in voodoo black magic.

Das ist wohl wahr! Wenn man wie ACA Capital jetzt auf CCC herabgestuft wird (übrigens von A, siehe Ambac, MBIA and rivals may lose AAA ratings: S&P), dann ist das Geschäft tot. Mausetot. Denn was wollen die denn noch mit ihrem Rating versehen? CCC bekommt ja jeder Dussel auch ohne Versicherung. Ich muss gestehen, dass mir noch nie ein Geschäftsmodell untergekommen ist, in das der Dominoeffekt so vernichtend eingebaut ist.

Update (15:43):

Zeitenwende hat auch einen schönen Artikel (mit Quiz und Spielchen) zum Thema: Finanzielle Buchstabensuppe.

Update (22.12):

Und der nächste große Kreditversicherer wackelt ...: Fitch warns it may cut Ambac's AAA rating

Hört dieser Spam-Mist eigentlich nie auf?

Gut, angesichts der Wirtschaftlichkeitsrechnungen (Spam-Versand an 20 Mio. Leute kostet keine 500 Euro) war damit nicht wirklich zu rechnen, aber die Hoffnung muss man ja trotzdem nicht aufgeben ...

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-= Unsere Auswahl des Monats fliegt! =-

STH Shore Res INC. DL-,01

WKN:AOLD9H

SXB US8402651025

Letzter Kurs: 0.17 ˆ
52w Spanne: 0,50 - 1.17

Deesses ist das, das du gewartet hast.

Sym::: "SXB"
Sym:::: "SXB.F"

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Deeses ist das, das ich nicht drauf wartet hab ;-)

Naja, ich reg mich nicht auf, um den Hauch von vorweihnachtlicher Stimmung, die die weiss gepuderten Bäume vor meinem Fenster verbreiten, nicht zu zerstören.

Auch Europa droht eine Immobilienkrise

Und das nicht nur bei Einzelheimen, sondern auch bei Gewerbeimmobilien.

In London sind dieses Jahr Bürogebäude mit einer Nettomietrendite von knapp 4% auf den Markt gekommen und verkauft worden. Keine Ahnung, wer sowas zu solchen Konditionen kauft, denn rechnen kann sich das nicht. Außer man geht von ewig weiter steigenden Preisen aus.

Der Fondsspezialist Loipfinger geht davon aus, dass auch einige deutsche (sowohl geschlossene wie offene) Fonds abwerten müssen.

Die Krise erreicht das alte Europa

Und auch der Immobilienmarkt für Eigenheime wackelt, in einigen Staaten weniger, in anderen mehr.

Europas Betonblasen

Das ist aber für Leser dieses Blogs nichts Neues. Dass insbesondere Spanien mit 95% variabel verzinsten Hypotheken sehr kritisch ist, schrieb ich bereits einige Male. Und in Großbritannien sieht es nicht viel besser aus. In beiden Fällen sind die (enormen) Preissteigerungen nicht der wirkliche Auslöser, sondern die Finanzierungen an Leute, die es sich schlicht nicht leisten konnten und auf immer weiter steigende Preise gesetzt haben.
(siehe hier Immobilienkrise: Die Lage in Spanien oder hier Se vende - Die Welle schwappt nach Europa oder hier Subprime - Und wie sieht's in Europa aus? oder ...)

Update (21.12.07):

The Big Picture: Coming Soon: Commercial Real Estate Crash

Jetzt hat's auch Bear Stearns erwischt ...

Nach 84 Jahren ohne ein einziges Quartal mit roten Zahlen nun der erste Verlust:

FTD: Bear Stearns macht erstmals Verlust

Trotzdem beeindruckend, auch wenn die arroganten Heinis bei Goldman Sachs sich die Bemerkung nicht verkneifen konnten, dass ihre Boni für's Geschäftsjahr 2007 höher seien als die gesamte Marktkapitalisierung von Bear Stearns.

Bear Stearns mit historischem Verlust

Die US-Frühindikatoren erneut schwach - Rezession vor der Türe?

... so langsam kann man das nicht mehr wegdiskutieren. Beim letzten Mal wurde noch was von "keine Tendenz sichtbar" erzählt (was ich aber damals schon nicht wirklich geglaubt habe, denn das Minus war schon die klare Tendenz).

Jetzt kam für den November ein erneutes Minus von 0,4% und damit addiert sich das Minus im 6-Monatsvergleich auf 1,2%. Das ist der schlechteste Wert seit 6 Jahren und damit muss dem Wert spätestens jetzt eine gewisse Relevanz einräumen.

Ich mag aufgrund meiner Rezessionswette eine gewisse Blindheit in Bezug auf positive Wirtschaftsdaten haben, aber die letzten 4 bis 6 Wochen waren (selbst für mich) außerordentlich schwach. Das war in etwas so wie bei Thessaloniki-Bayern, 2:24 Torschüsse ...

Die Erstanträge zur Arbeitslosenhilfe legen zu, die Hausbaubeginne gestern waren wieder sehr schwach (16-Jahrestief) und das Sentiment der Hausverkäufer vorgestern blieb stabil im Keller auf
22-Jahres-Tief, ...

Leading indicators point to weak winter growth

Update (19:23):

Der Manufacturing Index der Philly Fed kam ebenfalls sehr schwach. Erwartet wurde ein Rückgang von 8,2 auf 6, geworden sind es 5,7. Und zwar minus 5,7. Das ist extrem schwach; negative Werte zeigen eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung an.

Philly Fed shows conditions worsening

Ja, es ist nur eine Region. Und ja, ein großer Teil des Rückgangs lässt sich auf Lagerabbau zurückzuführen, aber das aber galt beim Plus von 4,9% im BIP auch: Da kam auch fast die Hälfte des Zuwachses über die Aufstockung des Lagers. Und das ist (wie man jetzt sieht) selten nachhaltig.

US-BIP bleibt bei plus 4,9%

So, das ist jetzt die zweite und letzte Korrektur.

Das Plus bleibt bei 4,9%. Das Brutto-Plus wurde sogar leicht nach oben korrigiert, die Preissteigerung aber auch, so dass unter dem Strich das Ergebnis gleich bleibt.

Third-quarter GDP unrevised at 4.9% growth

Das vierte Quartal bleibt aber spannend, denn es wird viel schwächer werden. Die Zahl der Erstanträge für die Arbeitslosenunterstützung, die bis November immer ziemlich langweilig um den 4-Wochen-Schnitt rumeierte, legte in den letzten Woche jetzt doch so nachhaltig zu, dass auch der 4-Wochen-Schnitt jetzt anzieht und ein 22-Monats-Hoch erreicht hat. Das ist noch nicht soooo schlecht, dass man gleich eine Weltwirtschaftskrise ausrufen muss, aber immerhin ist die Richtung, die dort angedeutet wird, keine positive ...

Buffet als Krisenprofiteur?

Als Krisenprofiteur kann man Goldman Sachs bezeichnen, die aktiv auf fallende Kurse bei den Subprime Hypotheken spekuliert haben. Und nicht zuletzt deshalb als einzige große Investementbank unbeschadet durch die Krise segeln. Aber was sich der Spiegel Redakteur dabei gedacht hat, Buffet als Krisenprofiteur zu bezeichnen, kann ich nicht nachvollziehen.

Krisenprofiteur ist immerhin ein negativ besetztes Wort. Und unterstellt dabei zwei Sachen: a) Dass jemand auf die Krise gehofft hat und b) dass jemand von der Krise profitiert hat. Keines von beidem trifft aber auf Buffet zu. Erstens hat er schon lange vor der Krise, insbesondere vor den Fantastilliarden an Derivaten, gewarnt. Und zweitens ist Buffet bis jetzt nur zwei kleinere Investments bei Banken eingegangen und beide auch um einiges zu früh.

Dass er unbeschadet durch die Krise kommt, naja, das liegt wohl eher an seinem konservativem, fundamental orientiertem Investmentstil. Aber einen deshalb "Krisenprofiteur" zu schimpfen, ich weiss nicht. Was muss ich dann aus Sicht des Spiegels machen, um nicht als Krisenprofiteur zu gelten? Jede Aktie immer mit Teutonentreue halten und Aktien nur kaufen, wenn sie besonders teuer sind?!?

Spiegel: Krisen-Profiteur Buffett beglückt Aktionäre

Morgan Stanley schreibt im 4 Quartal 9,4 Milliarden ab

Ich wähle die Überschrift absichtlich etwas anders, da es sich um die zweite Abschreibung im 4. Quartal handelt. Nur etwa einen Monat nach der ersten angekündigten Abschreibung werden jetzt nochmal 5,7 Milliarden zusätzlich abgeschrieben.

Und selbst das halte einige Beobachter für zu wenig, da im Bereich der Firmenkredite "nur" 1,2 Milliarden wertberichtigt wurden.

Damit die Kapitalbasis nicht noch dünner wird, hat sich nun auch Morgan Stanley Kapital aus dem "Rest der Welt" besorgt. Für 5 Milliarden Dollar erhält der chinesische Staatsfonds CIC knapp 10% an Morgan Stanley. Konstruiert ist das Geschäft ähnlich wie bei der Citigroup. Es ist also eine hochverzinsliche Wandelanleihe, die dann am Ende in Aktien von Morgan Stanley umgetauscht wird.

Als Zwischenbilanz zu den amerikanischen Banken kann man folgendes festhalten: Die Angst vor einem massenhaften Zusammenbruch des US-Banken war definitiv übertrieben. Die spannendere Frage scheint zu sein, wieviel den Amerikanern an den US-Banken am Ende noch gehören und wie viel nach Asien und an den Perischen Golf verkloppt werden musste ...

FAZ.NET: Chinesen verschönern Aktie von Morgan Stanley

Der Tischdeckentrick ...

... aber mal richtig geil inszeniert. Die Stelle mit dem Messer ist ziemlich perfekt gemacht ...



via:
Boing Boing: Old table cloth trick...

Wem die Zeit fehlt, springt nach den ersten dreißig Sekunden etwa 3 Minuten nach vorne.

Solarzelle für (aktuell) 10.300 Dollar

Es ist Panel Nummer 2 der (sagenumwobenen) Firma Nanosolar, die mit dem bescheidenen Anspruch angetreten ist, mit seinen Solarpanels die Kosten von Kohlestrom zu unterbieten. Also mit Panel Nummer zwei schaffen die das auf keinen Fall ;-)

Nanosolar Utility Panel #2 (via Nanosolar Is Gunning For Coal.

Ich empfehle zum Thema auch die ZDF-Dokumentation von Klaus Kleber, die einen Blick auf Kalifornien, Arnie, die Hightech Branche, Venture Capital und den wahnsinnigen Run auf die Green- und Cleantech-Branche dort wirft. Da stellt sich schnell die Frage, ob wir Deutschen stolz auf unsere x Milliarden Solarsubventionen sein sollen (für 0,6% oder so der Stromproduktion) oder die Amis, die sich jetzt anschicken, mit privatem Geld deren Solarbranche auf Platz eins weltweit zu hieven.

Glück, Geld und Genialität So ab Minute 9 kommt Nanosolar, wobei der ganze Bericht sehenswert ist ...

US-Hypotheken: Jetzt nur noch mit Job!

Tja, was sich anhört, als wäre es das Normalste der Welt, wurde in den USA durch die Fed erst jetzt eingeführt.

Da muss doch jetzt tatsächlich vor der Vergabe einer Hypothek von 200 oder 300 Tausend Dollar geprüft werden, ob der Kreditnehmer diese auch zurückzahlen kann!?! LOL!


Danach soll es Finanzinstituten künftig verboten sein, Kredite zu vergeben, ohne zu berücksichtigen, ob der Darlehensnehmer diese überhaupt zurückzahlen kann.


Fed verschärft Regeln für Hypotheken-Kredite

Das ist natürlich alles völlig richtig und logisch, das einzige was man sich fragt: Warum war das nicht schon immer so und warum ändert man das erst jetzt?

Man könnte übrigens das Ganze auch unterbinden, indem man nicht die Hypotheken an sich verbietet, sondern nur den Weiterverkauf solcher Hypotheken verbietet. Denn dann wäre die Bank gezwungen den Kredit selber in der Bilanz zu halten und würde solche NINJA-Kredite (no income no jobs or assets) sicherlich nicht mehr vergeben. Aber solange man das Zeuch einfach verbriefen, bündeln und weiter verkaufen konnte, gab es ja keine Notwendigkeit für eine substanzielle Prüfung. Aber mit einem solchen Verbot würde man das lukrative Verbriefungsgeschäft der Wall Street Banken abrupt beenden. Da sich Fed, Wall Street (Börsen + Banken), Finanzaufsicht und Finanzministerium nur in die Suppe spucken, wenn es sich nicht vermeiden lässt, ist die gewählte Alternative die unkritischere für alle Beteiligten ...

EZB gibt unbegrenzt Liquidität in den Markt - 350 Milliarden!

UNBEGRENZT. So viel wie die dauerflennenden Banken wollen.

Das gab's IIRC noch nie.

Das Geschäft läuft über den Jahreswechsel bis zum 4.1. Der Zins beträgt 4,21%. Jeder der diesen Zins bietet, bekommt soviel Geld wie er haben will. Die EZV schätzt den Bedarf auf gut 260 Milliarden Euro.

Es ist zwar, das darf man nie vergessen, nur ein Kredit, aber trotzdem ist das schon ein drastische Maßnahme.

Vielleicht wollen die Banker von der EZB aber auch nur in Ruhe ihre Weihnachtsferien genießen und stellen deshalb auf jeden Fall genügend Liquidität zur Verfügung.

EZB kündigt Geldschwemme an

Update (14:01):

Die Banken haben die unglaubliche Summe von 350 Milliarden Euro abgerufen. Wow! Dagegen waren die ganzen Geschäfte aus der ersten Welle der Liquiditätskrise ja Peanuts.

ECB allots $501 billion in short-term funding

Was es in den USA nicht alles gibt: Kreditversicherer

Hmm, ich dachte gegen Kreditausfall kann man sich nicht versichern. Kann man als Anleihekäufer auch nicht, aber der Anleihenemittent kann es.

In den USA finanzieren sich (vor allem) Städte und Kreise mit Hilfe dieser Konstrukte. Sie emittieren Anleihen und schließen eine Versicherung ab, die bei einer Insolvenz einspringt. Je nach Finanzlage wird die Versicherung teurer oder billiger. Das Nette daran: Die Versicherung sorgt für ein gleichmäßig gutes Rating; im Endeffekt entspricht das Rating der Anleihe dem Rating der Versicherung. Dann kann man die vielen kleinen Anleihen in Pakete packen, zusammenschnüren und an der Wall Street platzieren (den Teil mit den Paketen kennen wir ja schon von den CDOs).

Moody's hat in der letzten Woche vor einer Herabstufung einiger Kreditversicherer gewarnt, eine Warnung, die die Märkte ziemlich überraschte. Es geht dabei (mal wieder) um ziemlich unglaubliche Summen: Die 4 möglicherweise vor einer Herabstufung stehenden Versicherer versichern 1,2 Billionen Dollar, etwa die Hälfte des Gesamtmarktes.

Aufgrund der ziemlich hohen Summen hätte eine Herabstufung eine ganz andere Dimension als eine Herabstufung irgendeiner Firma ...

Moody's Warnings on FGIC, MBIA Cast Doubt on $1.2 Trillion Debt

Ein Smart mit 110 kmh vor die Wand gefahren

Nein, ich rede nicht über die Geschwindigkeit, mit der die Banker die Bilanzen zerlegen ...

Es geht um einen richtigen Smart, der mit 70 Meilen pro Stunden vor die Wand gesetzt wird. Die Fahrertüre kann man nachher noch mit den Hand öffnen, die Beifahrertüre sogar öffnen und mit einem satten Plopp wieder schließen.

Schon beeindruckend, was eine heutige Sicherheitszelle so aushält.

Die Amis, die jetzt gerade den Smart bekommen, staunen Bauklötze. Wahrscheinlich ist der kleine Knubbel sicherer als so mancher SUV von GM oder ein Pickup von Ford ...

Aktienrückkäufe sind gut für den Aktienkurs

Oder auch nicht ...

The trouble with stock buybacks as indicators of low stock prices

Zumindest in den vergangenen knapp 2 Jahren stimmte das nicht. Die Firmen aus dem S&P 500, die seit Anfang 2006 ihre eigenen Aktien zurückgekauft haben, wären (im Schnitt) besser gefahren, wenn sie den S&P 500 gekauft hätten. Kurz: Die Firmen mit Aktienrückkäufen haben underperformt.

Für ein langfristiges Urteil ist es noch zu früh, schließlich haben auch viele extrem erfolgreiche Valuestrategien ihre Schwächephasen, aber interessant ist das Ergebnis trotzdem.

Die 110 Bilder des Jahres von Reuters, darunter eins aus Deutschland

REUTERS:Pictures of the Year 2007 (via Kottke.org).

Und weil ich ja auf Wetten und Rätsel stehe: Unter den 110 Bildern ist ein einziges aus Deutschland. Die Frage ist: Was kann man darauf sehen?

Musterdepotkauf: Wohnen in Deutschland Zertifikat

Das Limit von 52 Euro lag ja noch im Markt, heute ist es aufgegangen.

(siehe hier: Musterdepot: Kauf Wohnen In Deutschland Zertifikat)

ISIN: DE000TB0MD95
Börsenplatz: Stuttgart
Nominal / Stück: 30
Kurs: 51,98 EUR
Vorauss. Kaufvolumen: 1.559,40 EUR
Vorauss. Orderentgelt: 12,50 EUR Details

Handelsprovision: 10,00 EUR
Börsengebühr: 2,50 EUR
Hinweis zu sonst. Entgelten: ggf. zzgl. Maklercourtage, fremde Spesen (z.B. Eintragung in das Namensregister bei Namensaktien, Clearinggebühren, etc.)
Ausmachender Betrag: 1.571,90 EUR

Das ganze ist eine Einstiegsposition, später einmal sollte die Position doppelt so groß werden. Sollte das Zertifikat weiter nach unten gehen (mindestens 10%) werde ich u.U. nachkaufen (oder verkaufen).

Für Charttechniker: Hier könnte sich um die 50 ein schönes Doppeltief ausbilden. Mich interessiert das aber weniger, mich interessiert eher die Branche, die mir nach den Übertreibungen nach oben jetzt nach unten zu übertreiben scheint (die Branche notiert inzwischen unterhalb des inneren Werts). Außerdem sind Immobilien ein prinzipiell konservatives Investment und eine gute Diversifikation für ein Aktienportfolio.

Plopp.

Das war keine Flasche Füchschen Alt, sondern die Platzen der Kreditblase in den USA ...

You Can Almost Hear It Pop

Stephen Roach, Permabär, weist auf ein paar Zahlen hin, die die aktuelle Hoffnung ziemlich abschwächt, dass die US-Wirtschaft vom Rest der Welt wieder aus dem Sumpf gezogen wird.

Die US-Verbraucher konsumieren im Wert von 9,5 Billionen, die Chinesen nur 1 Billion und die Inder nur 650 Milliarden.

Da können sich die anderen anstrengen wie verrückt, wenn der US-Verbraucher wirklich auf die Bremse steigt, reisst das niemand sonst mehr raus.

Damit das ganze nicht zu pessimistisch wird, stellt die New York Times direkt noch 5 weitere, überwiegend positive Meinungen dagegen ... Allerdings war die Frage nicht, ob wir eine US-Rezession bekommen, sondern ob wir bereits in einer stecken.

Are We in a Recession?

Immobilienkrise breiter als gedacht?

Bisher reden alle nur über Wohnimmobilien, insbesondere über Eigenheime. Zum Beispiel sieht der Mietimmobilienmarkt wesentlich weniger schlecht aus, was drei Gründe hat:

a) Es ist wesentlich weniger gebaut worden.
b) Es wurde solider finanziert
c) Der Preisanstieg der Mieten war weniger schwach

Und a) und c) dürften eine gute Basis für eine weiterhin stabile Entwicklung sein, vor allem wenn man bedenkt, dass als Nebeneffekt der Zwangsversteigerungen nun auch ein paar Ex-Hausbesitzer wieder zu Mietern werden dürften.

Aber zum eigentlichen Thema:

In Australien ist heute der Aktienkurs von Centro Properties um 73%(!) eingebrochen. Centro ist immerhin der fünftgrößte Betreiber von Einkaufszentren in den USA, also in etwa vergleichbar mit der deutschen Euroshop.

Auslöser: Centro kann sich aufgrund der Kreditkrise über den Kapitalmarkt nicht mehr refinanzieren. Die vor wenigen Monaten erfolgte Übernahme eines Konkurrenten steht nun auf tönernen Beinen. Centro wird die geplatzte Finanzierung entweder mit (Zwangs-)verkäufen und/oder einer Kapitalerhöhung ersetzen müssen.

Kreditmarktkrise zerlegt Centro Properties

Die Gewinne sinken - die Aktien auch?

Die Unternehmensgewinne sinken in den USA nun. Vielleicht nur für ein Quartal, vielleicht auch länger. (siehe hier: This is the end of steigende Gewinne my friend ...). Übrigens sind die Zahlen auch durch das BIP bestätigt worden, denn darin wird auch der Anteil der Firmengewinne ausgewiesen. Es ist also ein breiter Trend, kein Phänomen, das nur die großen börsennotierten Unternehmen betrifft.

Aber wenn die Gewinne sinken, bedeutet das nicht auch zwangsweise, dass die Aktien ebenfalls sinken. Bei den letzten 4 Gewinnrückgängen (gemessen an den Gewinnen im S&P 500) ging es zweimal noch oben und zweimal nach unten.

Die Börse ist halt wie ne Frau. Faszinierend, aber verstehen wird man(n) die nie ganz ... Vielleicht sind Frauen deshalb auch die besseren Anleger ...

Earnings Recessions

Warum werden die SIVs jetzt wieder in die Bilanzen geholt?

OK, die Geschäfte hätte niemals außerhalb der Bilanz gemacht werden dürfen, aber das ist ein anderes Thema ...

Hinter die Eingliederung der SIVs in die Bilanz scheinen wohl zwei Gründe zu stecken:

a) Die Banken wollen so um Vertrauen werben. So nach dem Motto: Schaut her, wenn wir das in die Bilanzen nehmen, kann darin ja wohl nicht so viel Risiko stecken. Das Problem wird dadurch nicht gelöst, aber immerhin haftet nun nicht nur ein SIV, sondern die komplette Bank.

b) Offenbar haben die Notenbanken und andere Kontrollbehörden Druck auf die Banken gemacht und die mehr oder weniger sanft dazu gezwungen, die Risiken wieder dort hin zu packen, wo sie eigentlich auch hingehören.

FAZ.NET: Zweckgesellschaften - Teure Aufräumarbeiten der Banken

Morgan Stanley erwartet US Rezession im 1. Halbjahr 2008

Puh, da hätte ich doch glatt fast vergessen, darüber was zu schreiben ...

Mild recession likely, Morgan Stanley says

Oder direkt zum Original: Recession Coming

Eigentlich seien die Parameter der US-Wirtschaft so schlecht, dass eine richtig tiefe Rezession auf der Tagesordnung stehen müsste. Trotzdem rechnet Morgan Stanley nur mit einer milden Rezession. Mild wird die Rezession nach Ansicht von Morgan Stanley nur, weil die Weltwirtschaft weiterhin robust läuft und der Rest der Welt die US-Wirtschaft wieder aus dem Sumpf zieht. Das wäre allerdings historisch gesehen ein hochinteressanter Wendepunkt: Bisher waren die USA immer die Lokomotive, die die Weltkonjunktur wieder in Schwung bringen musste. Jetzt scheinen China und Indien diese Funktion zunehmend zu übernehmen.

Tja, da bleibt mir ja nur zu sagen: Willkommen im Club, Morgan Stanley.

Pippi Langstrumpf und die Welt der Hochfinanz

Ja, die alte Pippi.

Ich hatte schon überlegt, ob ich zu Astrid Lindgrens 100. Geburtstag was schreiben soll. Eigentlich hätte ich es machen müssen, zu viel bedeuten mir die Bücher eigentlich.

Aber viel schöner ist es doch, wenn man das mal in einen neuen Zusammenhang stellt. Zu Subprime und Finanzkonstrukten, die die Quants jetzt selber nicht mehr verstehen.

2*3 macht Vier und drei macht Neune. Ich mach mir die Level 3 Securities so viel wert widdewiddewie es mir gefällt. Ich hab ein Haus, ne Perle und viel Geld, jeder der uns mag, kriegt unser Einmaleins gelehrt.

Das müsste man eigentlich mal durchtexten, aber jetzt kommt der Pizzamann ;-)

Zu geil die Idee: Zeitenwende.ch: Die neue Banker-Hymne: 2 x 3 macht 4

Mal wieder etwas Musik - Diesmal reiner Pop

bin mal gespannt, ob das über imeem klappt.

Lange keine Musik mehr verlinkt, deshalb heute mal wieder ein paar Songs ohne viel Gelaver ...

Weil die Nachrichten so schlecht sind, heute mal nur saubere, reine Popmusik. Keine unbekannten Perlen von und für Geschmacksterroristen. OK, einen Song für die habe ich versteckt ;-)



Bei dem Kate Nash Song habe ich übrigens immer "you nearly ate me" verstanden, die singt aber "humilate me". Harhar, knapp daneben ...

Christina Aguilera ist normalerweise echt bäh, aber die Bläser kommen perfekt ...

Viel Spaß!

Update. Im Google Reader taucht das imeem Plugin nicht auf, weiss nicht, wie das in anderen Readern ist. Es schadet auch eh nie, die Artikel online zu lesen, weil der Online-Reader (zumindest der von Google) die Updates zu den Stories nicht mtibekommt. Auch landen da manchmal unfertige Versionen, weil sich auf Blogspot manchmal der Fokus vom Textfeld auf den Button schiebt und ein Return den Artikel abschickt (ohne Nachfrage) und nicht eine neue Zeile einfügt.

Citigroup nimmt die SIVs zurück in die Bilanz - Ende des Super-SIVs MLEC?

Die Citigroup hat angekündigt, die 49 Milliarden Dollar, die bisher in SIVs außerbilanziell geparkt waren, zurück in die Bilanz zu nehmen. Dahin wo die Sachen eigentlich auch hingehören und immer gehört haben ...

Das dürfte für die Bilanz der Citigroup ziemliche Folgen haben. Diese sah nach dem Investment von Abu Dhabi wieder halbwegs in Ordnung aus, jetzt dürften weitere 49 Milliarden Dollar Giftmüll in der Bilanz erneut ziemliche Löcher hinterlassen. Das wird man beobachten müssen, aber Abschreibungen darauf sind eigentlich so sicher wie das Amen in der Kirche. Man muss bedenken, dass auch die Triple-AAA Qualitäten mit Abschlägen von mehr als 25% gehandelt werden. Die schlechteren Qualitäten kann man eigentlich direkt abschreiben ...

Interessanter ist an der Aktion aber etwas anderes: Der viel diskutierte Super SIV namens M-LEC dürfte damit vom Tisch sein. Nachdem schon die (neue) Nummer eins, die HSBC, die Risiken der SIVs in die eigene Bilanz genommen hat (HSBC: plus 35 Milliarden Dollar Giftmüll in der Bilanz), folgt jetzt auch die ehemalige Nummer eins mit dem gleichen Schritt. Damit blieben für den MLEC nur noch die kleineren Banken übrig. Was allerdings nicht heißen muss, dass auch da nicht auch noch genügend Risiken drin wären. Man schaue sich die völlig unbedeutende Sachsen LB und deren Risiken an ...

Citigroup says it will absorb SIV assets

Update (11:24).

FAZ.NET Artikel dazu Citigroup nimmt 49 Milliarden Dollar aus Investmentvehikeln in die Bilanz

Daraus: "Der Superfonds solle weiter vorangetrieben werden, hieß es." Die Frage ist dann nur, was die Citigroup noch einbringen will ... Obwohl die 49 Milliarden vielleicht auch nicht alles sind, Im August hatte die Citigroup noch 87 Milliarden, allerdings die Assets zwischendrin auch spürbar reduziert.

Und noch eine interessante Info: Als direkte Reaktion hat Moody's das Rating für die Citigroup (erneut) gesenkt. Die Citigroup ist jetzt nur noch Aa3 (nach Aaa und Aa1 und Aa2 das viertbeste Rating). Auch andere Ratings wurden gesenkt, u.a. auch für die Citibank, die jetzt das Aaa verloren hat. Man waren die darauf mal stolz. Wenn ich mich richtig erinnere, haben die vor nicht allzulanger Zeit auf das Aaa Rating noch sehr prominent in ihren Optionsschein- und Zertifikatebroschüren und -werbungen hingewiesen.

Weiss jemand, ob es noch einen Emittenten gibt, der ein Triple-A Rating hat? Die Deutschen Banken hatten glaube ich nie eins (oder war die Deutsche Bank mal AAA?), die UBS hatte mal eins, aber das ist Vergangenheit, die Citibank hat's jetzt auch verloren. OK, selbst gegoogelt ... Ich finde keinen Emittenten mehr, auch die BNP, die ich noch sehr hoch eingeschätzt hätte, hat "nur noch" AA1.

Ratings der Mitglieder im Deutschen Derivate Institut oder hier Eine Frage der Adresse (FTD). Im letzteren Artikel sieht man noch das Aaa Rating der UBS. Sowas verliert man aber, wenn man 10 Milliarden abschreiben muss ...

Update (17.12):

Die FTD teilt meine Meinung, dass die Aktion der Citigroup das Ende des MLECs bedeutet ...
Citi versetzt Rettungsfonds Todesstoß

Tjatja, die Inflation ...

"Doch wo sollte die Inflation überhaupt herkommen? Die Geldmenge MZM ist seit Mitte der 90er doch um kaum mehr als 80 Prozentpunkte schneller gestiegen als das nominale BIP! Der handelsgewichtete Dollar hat seit Anfang 2002 gerade mal ein Viertel verloren! Und bei einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent müssen die Kapazitätsreserven auf der Angebotsseite sicher noch enorm sein!

Nein, die Fed sollte sich keineswegs davon aus der Ruhe bringen lassen, dass die Erzeugerpreise für Fertiggüter mittlerweile um 7,2 Prozent über dem Vorjahr liegen und die für Konsumgüter gar um 9,1 Prozent. Denn auf den Vor- und Zwischenstufen der Produktion steigen die Preise ja nur um 22,4 respektive 8,1 Prozent, womit eine baldige Entspannung als ausgemacht gelten kann. "


Der Teil, in dem der Leser erklärt wird, dass die steigenden Produzentenpreise garantiert nicht zu mehr Inflation für den Verbraucher führen, ist auch toll. Weil das ja geradezu perfekt zu weiter wachsenden Gewinnen führt. Die Unternehmen sind nämlich Copperfields: Die zahlen zwar für den gesamten Einkauf mehr als vorher, geben davon nichts an den Verbraucher weiter und steigern gleichzeitig noch die Marge.

Geiler Artikel, unbedingt lesen.

Die Illusion von der Inflation

Cellcyte Spam

Der Börsenspam geht immer noch weiter ...

Erst habe ich kurz gezweifelt, aber nach Betrachtung der Mailheader wird klar, dass die Mail NICHT von wallstreet online kommt, sondern von einem gefakten GMail-Account.
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Medical News von Cellcyte

Wichtige dpa-Meldung:

Focus Money hat empfohlen!

CELLCYTE GENETICS
WKN: A0MLCV
ISIN: US15116P1030
Symbol: LK6

www.cellcyte.com

Medical News berichtet zu Cellcyte:

http://www.be24.at/media/BElogs/Medias/photo/5873/scalex/600

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Hat Focus Money die wirklich empfohlen? Oder war das das Beileger im letzten oder vorletztem Heft?

Update (8.1.08):

Weil ich immer noch Zugriffe auf die Seite bekomme:

Focus Money hat wirklich Cellcyte empfohlen: Covus Money empfiehlt Cellcyte. Allerdings schon im letzten Mai, neu ist das also nicht. Übrigens gibtes den Beweis hier FOCUS-MONEY Nr. 21 vom 16. Mai 2007
. Mich würde mal interessieren, wer den Artikel geschrieben hat. Hat den zufällig jemand?

Dass es einen Beileger mit Promotion zu Cellcyte gab, kann ich ebenfalls bestätigen.

Damit ist das eine ziemlich neue Masche, weil auf allen Ebenen gearbeitet wird:

a) Man hat die Presse gebrieft.
b) Man kauft Werbung wie Sau (ich möchte nicht wissen, was so ein Beileger kostet!)
c) Man spammt (illegal) hinterher

(wobei nicht gesagt ist, dass Cellcyte damit irgendwas mit einem der drei Sachen zu tun hat).

Promotion auf allen Wegen und Ebenen: Von seriös (naja, wirklich?) bis illegal. Ich würde eine solche Aktie niemals anpacken.

Update (13.8.08):

Weil ich gerade auch über andere Focus Money Empfehlungen was geschrieben habe nur als Beweis auf die Focus Money Empfehlung ein Link, der noch funktioniert:

Aktiencheck.de: CellCyte Genetics Kursziel 10 Euro

Die Jungs von Focus Money haben den Schrott genauso promotet wie Nascacell und Petrohunter. Der Kurs heute ist übrigens 34 Cent. Ich dachte Ziel wäre 10 Euro, nicht Cent ...

Die Inflation - Die Inflation- Die Inflation ist wieder da ..

.. Die Inflation ist wieder da ...

Aber nur im Portmonee, in der Statistik lassen wir alles, wofür die Leute Geld bezahlen müssen, einfach weg. Sprit? Strom? Kartoffeln? Milch? Schickschnack.

U.S. Nov. PPI up 3.2% - largest change since 1973

Ja, es sind "nur" die Produzentenpreise und nicht die Verbraucherpreise. Trotzdem: Der höchste Wert seit 1973 ist schon ein Wort.

Ich weise bei meinen Überlegungen zu den Leitzinssenkungen der Fed immer darauf hin, dass ich die fortgesetzte Senkungen unter völliger Ausblendung der Inflation für sehr gefährlich halte. Am Anfang habe ich ja noch gezweifelt, ob die Fed angesichts der Preissteigerungen wirklich aggressiv die Zinsen senkt. Aber inzwischen ist klar, dass die Inflation nur die zweite Geige spielt.

Für mich und viele andere Sparer stellt sich das aber eigentlich anders dar ...

Bundesbank senkt Erwartung für 2008 auf +1,6%

Da schrieb ich gestern noch, dass ich die Schätzung von plus 2,5% Wirtschaftswachstum für 2008 der OECD für Deutschland für "ziemlich optimistisch wenn nicht sogar utopisch" halte (EZB Sondertender sehr stark nachgefragt), da schiebt die Bundesbank direkt eine passende Prognose hinterher.

Die Bundesbank geht von plus 1,6% aus. Das ist schon eine deutlich realistischere Zahl, mit der die Gefahren (Kreditkrise, mögliche US-Rezession, starker Euro) viel besser abgedeckt werden.

Bundesbank senkt Deutschlands Wachstumsprognose 2008 - FR

1,6% Wachstum sind übrigens in etwa die Wachstumsrate, die arbeitsmarktneutral ist. Weil die Produktivität ungefähr in dieser Größenordnung wächst, werden bei diesem Wachstum keine Arbeitsplätze mehr geschaffen (aber auch keine abgebaut). Wo die genaue Schwelle liegt, ist unter den Wissenschaftlern ziemlich umstritten. Klar sein dürfte allerdings, dass unter 1% Wachstum Arbeitsplätze abgebaut werden und über 2% Arbeitsplätze geschaffen werden. Mal schauen, wie die Politik darauf reagiert ...

Update (14:31):

Auch das ifo Institut und das IfW senken die Erwartungen für 2008 auf 1,8 bzw 1,9% Plus.

Institute rechnen mit weniger Wachstum

Ben! Wir brauchen neue Farbe!

Farbe? Wofür?

Für die Notenpresse, wofür sonst?

Nur für unsere?

Nee, hol mal direkt auch genug für die Europäer.

Fed, top central banks move to ease market stress

Ich schreib auch noch was Vernünftige dazu, aber im Moment fällt mir dazu nichts mehr ein ...

EZB Sondertender sehr stark nachgefragt

Kurzer Rückblick:

Als die erste Welle der Liquiditätskrise über die Märkte schwappte, gaben die EZB und die Fed über Sondertender zusätzliche Liquidität in den Markt. Am Anfang nur mit einer Laufzeit von einem Tag. Die Medien machten daraus leider immer neue Geschäfte und addierten die Summen einfach zusammen, obwohl das zweite Geschäft nur eine (teilweise) Verlängerung des ersten Geschäfts darstellte. Vielleicht deshalb, vielleicht um das Thema aus den Schlagzeilen zu haben, vielleicht aber auch einfach, weil der administrative Aufwand zu hoch war, verlängerte die EZB die Laufzeit und vergab am Ende (neben den normalen Tendern) nur noch Liquiditätstender mit drei Monaten Laufzeit. Diese wurden im November und gestern fällig. Beide Geschäfte wurden allerdings durch einen neuen Tender verlängert.

Die Gebote gestern hatten es in sich. Es wurden 60 Milliarden zugeteilt, gleichzeitig aber auch etwas Geld über die normalen Tender entzogen. Interessanter als die Summe ist aber der Zinsssatz.
Der Zinssatz betrug (im Schnitt der akzeptierten Angebote) 4,88%. Dass das überraschend hoch ist, sieht man sowohl im Vergleich zum Leitzins als auch im Vergleich zum letzten Geschäft, das bis Januar läuft. Der Aufschlag beträgt 0,89 Prozentpunkte. Der Abstand ist rekordverdächtig.

Banken reißen sich um EZB-Geld.

Damit wird zweierlei zunehmend klar: Die Liquiditätskrise ist immer noch nicht vorbei. Außerdem stützt der hohe Zinsaufschlag die These, die ich hier mal verbreitet habe: Zinssenkung? Welche Zinssenkung?. Wir haben in den USA (auch nach der dritten Senkung von gestern) gerade einmal eine Stabilisierung des Zinsniveaus (Leitzins + Risikoprämie) erreicht. Noch schlimmer in Europa: Hier zahlen heute eigentlich alle Unternehmen (deutlich) höhere Zinsen als noch vor einem halben Jahr.

Wir werden die Bremsspuren in der Konjunktur noch sehen ... Die gestrige Wachstumsschätzung der OECD von + 2,5% für Deutschland halte ich für ziemlich optimistisch wenn nicht sogar utopisch.

Freddie Mac - Bald die neue Nummer eins?

Dass die UBS den Platz an der Sonne nicht lange genießen kann, hatte ich ja schon gestern geahnt ...

Aber dass Freddie Mac auf Platz eins stürmt nicht.

Naja, da scheint auf jeden Fall erstmal eine neue Rekordmarke gesetzt zu werden: 10 bis 12 Milliarden Dollar Abschreibungen auf Hypotheken im 4. Quartal.

Da muss sich die Citigroup aber mächtig anstrengen, um das zu toppen. Aber so ein neuer Chef findet ja fast immer ein paar Leichen im Keller. Und die gibt's bei der Citigroup auf jeden Fall.

Freddie Mac verzeichnet aktuell Kreditausfallraten von 3 bis 3,5%, deutlich mehr als die 2,5% in der letzten Immobilienkrise 1991.

Neues Kreditloch von Freddie Mac

Toller Artikel über Denkblockaden und die Unmöglichkeit zu Diskutieren

Ich habe ja schon einige Male drauf hingewiesen, dass ich diesem Blog (nicht nur, aber auch) Kontrapunkte zu etabliertem Wissen und den bekannten Nachrichten setzen möchte.

Bei Telepolis habe ich einen Artikel gefunden, der sich noch grundsätzlicher mit dem Thema auseinandersetzt. Warum ist das, was ich manchmal abschätzig Mainstreampresse nennen, so wie es ist? Warum habe ich so oft das Gefühl, dass Nachrichten ignoriert werden? Warum habe ich nicht selten das Gefühl, dass man am Grundsätzlichen vorbei diskutiert?

Dazu findet sich im Telepolis Artikel ein bemerkenswerter Abschnitt:

Das zeigt: Der weiterreichende Fehler im Denken liegt früher. Der Psychologe Edward De Bono führt ihn in seinem Buch Six Thinking Hats auf die philosophische "Dreierbande" Platon, Sokrates und Aristoteles zurück: "Die westliche Denktradition beschäftigt sich mit dem Status quo", nimmt also einmal eingeführte argumentative Rahmen als gegeben hin und erstarrt dann typischerweise in Konfrontation. Im Gegensatz dazu sucht Di Bono nach Wegen zu einem konstruktiven Ergebnis, das eine Lösung für tatsächliche Probleme darstellt. Kurz gesagt: Auf ein Stichwort hin nur noch das Für und Wider zu "diskutieren", führt häufig genug an Problem und Lösung vorbei.


Oh, wie wahr! möchte ich schreien. Jetzt weiss ich endlich, warum die Phrasendresch-Sendungen à la Christiansen nicht aushalten konnte. Es kennt nicht darum, ein Problem zu lösen, es geht um Konfrontation. Schlimmer eigentlich: Es geht nicht einmal darum, erst das Problem zu finden, zu definieren und damit dann eine Basis zu haben, über die man diskutieren könnte.

Zu kurz gedacht: Schäuble und seine Kritiker

Im Artikel geht es übrigens um die Überwachungsmaßnahmen von Schäuble, über die auch nicht vernünftig diskutiert wird. Das scheint inzwischen völlig faktenfrei betrachtet zu werden. Da wird von "Grenzen überschreiten", von "asymmetrischer Bedrohung" und ähnlichem gesprochen, ohne das irgendjemand das mal definiert. Fragen wie "Wie viele Terroranschläge mit islamistischem Hintergrund gab es 2006 im Einflussbereich von Europol?" (Antwort hier: The Islamic Threat to Europe: By the Numbers) stellt überhaupt niemand mehr. Wir brauchen einen Fingerabdruck im Reisepass. Klar, gegen die Terroristen. Dass es von 2001 bis 2006 nur knapp 10 Fälle von gefälschten Reisepässen in Deutschland gab und keiner der Attentäter vom 11. September illegal in den USA war: Wen interessiert's, wenn niemand danach fragt?

Den Artikel kann ich jedem ans Herz legen!

Noch mehr Details zum Subprime-Rettungsplan ...

Ich finde nicht wirklich die Zeit, etwas zum Bailout-Plan der US-Regierung zu schreiben. Vor allem, weil die Lage zu kompliziert ist und die Auswirkungen zu schwierig zu beurteilen sind. Wie soll man das den richtig einschätzen, wenn der eine von "einigen zehntausend Haushalten" spricht und der andere von bis zu 1,2 Millionen?!?

Aber der Artikel bei Calculated Risk räumt mit einigen Missverständnissen auf, denen ich auch erlegen bin. Vor allem der Hinweis, dass die Teaser-Rates, also der initiale Zins vor dem jetzt anstehenden Reset, bei 7 bis 8% liegen, ist sehr wichtig. Denn das heisst, dass die Teaser Rates nicht unüblich und subventionierend niedrig sind (gut, vielleicht ein bisschen). Und dann ist alles ein wenig anders zu beurteilen. Erstens kann die Hypothekenbank (bzw. der Investor) mit den 7 bis 8% ganz gut leben, besser auf jeden Fall als wenn der Zins nach oben gehen würde und dann der Kredit überfällig wird. Auch für den Immobilienbesitzer heisst das was Positives, nämlich dass er durchaus in der Lage ist, einen Kredit mit realistischem Zins zu bedienen.

Calculated Risk sieht auch kein Rechtsrisiko. Die Begründung ist relativ einfach und durchaus plausibel. Da der Zins nach der Anpassung nirgendwo festgelegt wurde, ist der Zins auch nirgendwo einklagbar. Es wird halt angepasst. Wäre der Leitzins bei 0 Prozent, könnte es auch möglicherweise eine Zinssenkung
sein. Sowas ist für einen Laien ziemlich schwierig zu beurteilen, aber es könnte schon sein, dass diese Einschätzung stimmt. Ich bin bisher allerdings eher davon ausgegangen, dass der Zins schon im Voraus festgelegt wurde, z.B. nach einer Formel wie 1-Jahres-LIBOR + 4% Risikoaufschlag. Aber so logisch konstruieren die US-Immobilienfinanzierer ihre Produkte scheinbar nicht ...

Das Programm hat aber trotzdem Probleme. Denn es sind nur Haushalte betroffen, die mit mehr als 97% des Immobilienwerts verschuldet sind (übrigens auch mit mehr als 100% ...). Daraus entsteht natürlich ein Mitnahmeeffekt. Mal angenommen, man ist mit 90% verschuldet und es droht eine Zinserhöhung um 2%, dann ist es u.U. günstiger noch schnell die Verschuldung über 97% zu treiben um dann die Zinsen auf dem niedrigen Niveau einfrieren zu können.

Ten things to know about the Freeze

Der Calculated Risk Artikel ist das Beste, was ich bisher zu dem Thema gelesen habe. Eine etwas andere Meinung findet sich hier: We Regret To Inform You That This Is A Government Bailout

Und noch ein lesenswerter Artikel zum Thema, der sich Gedanken über die rechtliche Situation macht und diese nicht ganz so unkritisch sieht wie Calculated Risk. Außerdem macht der Artikel sich noch Gedanken darüber, wer am meisten von dem Programm profitiert.

Your MBS pool will freeze before you get past the first marker!

Wer etwas Deutsches sucht: Geht der Plan zur Lösung der amerikanischen Immobilienkrise weit genug?. Das ist ein bei FAZ.NET erschienener Artikel, der im Ursprung in der Business Week erschienen ist. Gut, aber der Calculated Risk Artikel ist noch besser ...

Subprime-Abschreibungs-Charts: Neue Nummer 1

We have a new number one!

This weeks new number one comes from the lovely country of Switzerland. Ladies and Gentlemen, please give a warm Welcome to the UBS!

UBS schockt Anleger.

Tja, 10 Milliarden Dollar Abschreibung auf die Subprime Kredite waren dann doch so viel, dass man sich direkt gut 11 Milliarden Dollar über eine Kapitalerhöhung gesichert hat. Ohne die Kapitalerhöhung hat man sich wohl nicht getraut die Zahl zu veröffentlichen. Den überwiegenden Anteil hat übrigens der Staatsfonds von Singapur gezeichnet.

Ich vermute aber mal, dass die 10 Milliarden Dollar noch getoppt wird. Die Citibank ist ja heißer Kandidat, der bereits eine richtig große Abschreibung angekündigt hat, aber noch nicht endgültig festgelegt hat, wie viel man jetzt abschreiben will bzw. muss.

Das Holodeck ist da!



Der 3-D-Effekt kommt logischerweise im Film nicht so gut wie in der Realität, aber das sieht schon seeeehr beeindruckend aus!

Die Erwartungen der US-Verbraucher crashen in sich zusammen ...

... und das mitten im wichtigen Weihnachtsgeschäft.

Das Konsumentenvertrauen der University of Michigan kam noch schwächer als erwartet. Noch schlimmer allerdings die Erwartungen der Verbraucher, die abgesehen vom Katrina-Tief auf den niedrigsten Stand seit 1992 gefallen sind.

Das passt nur bisher nicht zu den Einzelhandelsumsätzen, die zwar nicht bombig sind, aber eben doch nicht so schwach wie das Konsumentenvertrauen und die aktuelle Verschuldungslage nahelegt.

Consumer sentiment 2nd worst in 15 years

US-Arbeitsmarkt stark! Sagt die falsche Überschrift ...

Ich finde es ja eigentlich langweilig, aber wieder liefert die Arbeitsmarkt laut Schlagzeile starke Zahlen. Und wieder einmal wird die Vormonatszahl nach unten korrigiert. Damit hat man dann erneut Zahlen, die stärker sind als erwartet und gleichzeitig eigentlich schwächer sind als erwartet. Aber die Medien haben eine positive Zahl zum Rauspicken und Überschrift schreiben.

Einem Plus von 98.000 (erwartet wurden +83.000) steht eine Abwärtskorrektur von 48.000 für die Vormonate gegenüber. Rechnet man diese dagegen, bleibt wenig positive Überraschung übrig ...

Dass sich Marketwatch so über die Haushaltsumfrage freut, die 660.000 neue Jobs anzeigt, zeigt nur noch exemplarischer wie unkritisch die Medien Zahlen wiedergeben. Diese Zahl war schon in den drei vorausgegangenen Monaten völlig erratisch. Nach einem kräftigen Minus kam ein kräftiges Plus gefolgt von einem kräftigen Minus. Und die meiste Zeit kam diese Zahl genau konträr zur offiziellen Zahl. Die Aussagekraft der Haushaltsumfrage scheint gegen Null zu gehen.

Die offizielle Arbeitslosenquote bleibt stabil bei 4,7% (erwartet 4,8%). Auch die Zahl der Beschäftigten an der Gesamtbevölkerung ist wieder leicht gestiegen. Zumindest zwei Zahlen, die zusammen passen ...

Labor market stronger than expected in November

Bin mal gespannt, ob die positiven Zahlen von heute (die korrekt betrachtet gar nicht positiv waren), noch durch irgendeine statistische Korrektur manip ^h^h^h^h^h bereinigt wurden.

Übrigens macht das Wall Street Journal daraus eine richtigere Überschrift: WSJ NEWS ALERT: U.S. Nonfarm Job Creation Slows; Unemployment Rate Stays at 4.7%

Bernanke Put? Massive Bailout? Harry Potterism?

Hmmm, die Amis meinen es ernst.

Die wollen jetzt tatsächlich die Zinserhöhungen der variabel verzinsten Kredite "verbieten". Wer bisher einen niedrig verzinsten Kredit hatte, bei dem die Zinsanpasung nach oben (Reset) vor der Türe steht, kann die Hypothek zum niedrigen Zins weiterlaufen lassen.

Hmmm. Das ganze ist ein Vertragsbruch (ein Kredit ist ein Vertrag), auch wenn die Teilnahme freiwillig ist. Außerdem ist das zutiefst ungerecht, u.. weil das nur ab 1.1.2008 gelten soll. Wer den Reset schon hinter sich hat, hat halt Pech gehabt. Noch schlimmer: In die Röhre kucken zudem alle, die ihr Haus seriös finanziert haben und vom ersten Tag an einen richtigen, fairen und nachhaltigen Zins bezahlt haben und nicht einen, bei dem die ersten zwei Jahre mit höheren Zinsen aus der Zukunft subventioniert waren.

Und wer den ganzen Spaß finanziert, ist mir auch noch unklar. Wenn ich den Kredit vergeben hätte, würde ich nicht so einfach auf die Hälfte meiner Rendite verzichten. Aber genau so wird es dargestellt: Es rettet alle und kostet niemanden Geld. Höhere Magie! Aber darin ist die Wall Street ja weltweit Nummer zwei direkt nach Harry Potter ...

Auch dass es alle rettet, bezweifle ich zutiefst. Die US-Regierung spricht selber von "Tens of Thousands". Eie diese Zahl bei 1,8 Millionen Resets im nächsten Jahr zustande kommt, ist mir unklar. Damit wäre ja nur ein Bruchteil betroffen. Vielleicht meint man es doch nicht so ernst und das ganze ist eher eine Beruhigungspille?

Und was nach der Zeit der neuen (niedrigen) Zinsbindung passiert, keine Ahnung. Viele der Kredite sind ja so unverantwortlich gewesen, dass es auch nichts nützt, wenn der Kredit noch 3 oder 5 Jahre mit niedrigen Zinsen weiterläuft. Die fällige Zinsanpassung wird auch in 5 Jahren nicht geleistet werden können. Das einzige was erreicht wird, ist eine zeitliche Streckung des Problems. Gut, genau dass kann genau den Unterschied zwischen einem Platzen des Ballons (Crashs) und einem langsamen Luftablassen ausmachen. Und das zweite ist immerhin leichter zu beherrschen

Am Ende ist das ein klassischer Bailout. Man kann ruhig richtig Mist bauen. Man muss sich nur sicher sein, dass genügend andere mitmachen und der Schaden genügend hoch wird. Dann wird der Staat schon einspringen. Immerhin rettet man *nicht* direkt die Wall Street (Banken, SIVs, Ratingagenturen), sondern den Hausbesitzer, aber das ist wohl auch eher aus wahlkampftaktischen Gründen so. Die Rettung von Zehntausenden von der Hypothekenmafia über den Tisch gezogenen Durchschnittsamerikanern (OK, mit viel zu großem Haus) macht sich halt toll. Man hat den Pathos geschwängerten Fernsehspot direkt vor Augen. Aber im Endeffekt rettet es doch die Wallstreet, denn man macht aus schlechten Risiken jetzt bessere. Risiken, die allerdings nie entstanden wären, wenn eine vernünftige Risikokontrolle vor der Vergabe der Hypotheken erfolgt wäre. Und das ist eine der ureigensten Aufgaben einer Bank ...

Und wer dermaßen schludert, hat eigentlich eine Strafe verdient. Eine Strafe, die richtig weh tut. Aber danach sieht es nicht aus. Wieder einmal nicht.

Bush to Unveil Aid to Homeowners

Update (07.12):

Und ein Artikel der FAZ dazu Bush greift Amerikas Hausbesitzern unter die Arme.

Und einer in der FTD: Bushs Subprime-Rettungsplan erntet Kritik.

Die Kritik kommt von zwei Seiten: Die Wirtschaftler kritisieren das als unangebrachten Eingriff in den Markt und schätzen, dass das die Krise nur verlängere. Die andere Seite sind die Wahlkämpfer, die gerne ein breiteres Programm gesehen hätten. Aber das kann ich gar nicht beurteilen. Ziemlich wahlfrei wird manchmal von Zehntausenden Haushalten gesprochen, manchmal von potenziell bis zu 1,2 Millionen.

Es ist jetzt auf jeden Fall klar, dass nur ein bestimmter Kredittyp betroffen ist und das auch nur bei einer Zinsanpassung in einem bestimmten Zeitraum. Wer die Anpassung schon hinter sich hat: Pech. Wer einen normale Hypothek abgeschlossen hat, ohne einen subventionierten Starterzins: Pech! Außerdem gilt das Programm nur für selbstgenutzte Immobilien und auch nur dann, wenn die Zinszahlung zum niedrigen subventionierten Zins geleistet werden kann und auch geleistet wurde. Wer also schon überfällig ist: Pech!

Irgendwie erscheint mir das so, als wäre ein Trupp von 20 Fallschirmspringern ohne Fallschirm abgesprungen und jetzt wirft jemand panisch 10 Fallschirme hinterher. Ein paar können den Fallschirm nicht gebrauchen, weil er nicht passt, ein paar Fallschirme kommen nicht an, weil sie vorbeifliegen und ein paar erwischen zwar einen, schaffen aber nicht mehr schnell genug, den umzuschnallen und auszulösen. Ob man so eine Katastrophe vermeiden kann?!?

Und noch ein Update:

Der bisher beste Artikel im Wall Street Journal mit vielen Details und vielen Einschätzungen: Battle Lines Form
Over Mortgage Plan
.

Interessante Frage darin: Wie sieht eigentlich die rechtliche Situation aus? Eines der Grundprobleme ist ja, dass die Kredite nicht mehr da sind, wo sie ursprünglich waren. Irgendjemand hat abgeschlossen, dann hat jemand gebündelt und verbrieft und heute liegen die Sachen ganz woanders (und eben auch bei der IKB oder der SachsenLB). Was nützt es, wenn dann Washington Mutal sagt, dass sie dort mitmachen? Wenn doch zumindest große Teile der Kredite gar nicht mehr in deren Bilanz stecken? Fragen über Fragen ...

Wie ist eigentlich die Rendite bei Private Equity Fonds - den Heuschrecken ?

Interessante Studie, deshalb hier ein kurzer Hinweis:

Die Rendite vor Gebühren ist etwa 3% höher als bei Aktien (gemessen am S&P 500), die Rendite NACH Gebühren ist aber 3% niedriger. Kurz: Es verdient vor allem der Initiator.

Die Studie war ziemlich breit angelegt und hat über 6000 Deals untersucht. Die Studie mag zu diesem relativ enttäuschendem Ergebnis gekommen sein, weil man nicht den Renditeberechnungen des Fonds vertraut hat und vor allem nicht in die (durchaus übliche) Falle getappt ist, dass man nur aktuell noch existierende Fonds betrachtet hat. In der Branche werden nämlich dauernd schlecht performende Fonds dichtgemacht und wenn man die aus der Statistik herauslässt, verfälscht man die Rendite massiv nach oben.

Private equity: who profits?

Jetzt wackeln zunehmend auch die Kreditkartenkredite ...

Erst die Hypotheken, dann die Kreditkarten.

Scheinbar steht die zweite große Welle von zusammenklappenden Krediten vor der Türe. Ich hatte darauf schon vor ein paar Wochen anlässlich der Geschäftszahlen von HSBC hingewiesen (Von B bis U: Neues aus der Buchstabensuppe der Banken), heute dazu ein Artikel von FAZ.NET.

Erfasst die Hypothekenkrise nun die Konsumentenkredite?.

Darin ein paar interessante Zahlen: Die Zahlungsrückstände bei American Express sind von 3,53 auf 4,46 Prozent gestiegen. Das ist ein Anstieg von immerhin etwa 25%.

Ebenso interessant ist die Beobachtung, dass mit Ausnahme der HSBC keine der großen Banken Abschreibungen auf diese Kredite vorgenommen haben. Da droht also die nächste böse Überraschung ...

Naja, vielleicht entscheidet man sich in Washington, die Verbraucher vor zu hohen Kreditkartenzinsen zu schützen. Aber nur die Verbraucher, die besonders hohe Kredite aufgenommen haben, kurz die, die am wenigsten Verantwortung gezeigt haben ...

iPhone: Handhabung naja gut

... sagt zumindest Deutschlands führendes Handy-Magazin.

BULLSHIT!

Wenn *irgendwas* am iPhone wirklich toll ist, ist es die Bedienung. Man kann über den Preis mosern, über den T-Mobile Vertrag, über das Locking mit T-Mobile, über fehlende Features, darüber dass man keine Software nachinstallieren und vieles andere.

Aber wie man auf die Idee kommen kann, dass das iPhone bei der Handhabung auf einem Niveau mit einem der üblichen Handies liegt, ist mir völlig schleierhaft. Man schaue sich eines der SonyEricsson oder Nokia Handies an, das über Musikplayer-Tasten verfügt. Da sitzt ein Steuerkreuz für die Musiktasten, ein Steuerkreuz für die Menüsteuerung und dann noch 2 Menütasten, die oben im Bildschirm ständig neu belegt werden, und schlussendlich noch zwei Tasten für Gespräch annehmen und auflegen. Das ist weder einfach zu beschreiben noch einfach zu bedienen. Und so ein Handy soll 10 Punkte mehr im Punkt Handhabung bekommen als das iPhone? Das einzige Telefon, das ohne Handbuch auskommt, weil es sich selbst erklärt?

Nein, liebe Connect. Da liegt ihr leider komplett daneben. Dass das iPhone bei der Ausstattung Punkte verliert, OK, korrekt. Aber bei der Bedienung nichts wieder gut macht? Tschuldigung, aber das kann wohl niemand nachvollziehen, der mal ein iPhone in der Hand gehalten hat. Niemand, außer man ist durch jahrelanges Hangeln in Menüs mit 9 Hierarchieebenen gehirntot geworden und hält das für benutzerfreundlich.

Auch als damals die grafische Benutzeroberfläche von Apple in den Massenmarkt eingeführt wurde, hat das ein Großteil der Beobachter nicht verstanden. Die Hürden für etwas Neues, etwas anderes als das Altbekannte, sind scheinbar noch immer hoch und die Flexibilität in den Hirnen der Menschen noch immer gering.

Ein Artikel, der das Neue am iPhone viel besser erfasst, findet sich hier: 10 reasons why you can’t morph a mobile into an iPhone.

Die Deutsche Bank hat die schlechtesten Kredite verbrieft

Interessantes Detail in einem Artikel on The Big Picture:

Bereits 23,8% der von der Deutschen Bank im Jahr 2006 verbrieften Hypotheken sind bereits überfällig, der schlechteste Wert der großen Banken. Und die Summe ist auch nicht schlecht: Die Deutsche Bank hat immerhin 28,6 Milliarden Dollar verbrieft.

Underwriting the SubPrime Crisis

Heuschrecken und Kasinokapitalismus

Ich rege mich ja manchmal über die gleichförmige Berichterstattung in der Mainstreampresse auf, die inzwischen in erschreckendem Maße von den Spin Doktoren beeinflusst zu sein scheint. Wie oft die einzige gute Zahl aus einem Schwall von Wirtschaftsindikatoren für die Schlagzeile herausgepickt wird, ist schon auffällig. Auch dass die Politiker der Presse bestimmte Themen auf's Auge drücken, ist üblich.

Da nimmt Müntefering das Wort Heuschrecke in den Mund und unisono wird das Lied von den ach so üblen Heuschrecken nachgesungen. Hundertfach. Dazu möchte ich dann gerne Kontrapunkte in diesem Blog setzen. Wie ich es bereits im letzten Herbst mit den ersten Hinweisen auf die US-Immobilienkrise getan habe. Ein Thema, das ich für extrem wichtig gehalten habe, das aber von der Mainstreampresse noch fast ein halbes Jahr ignoriert wurde.

Aber ich möchte mich nicht nur darauf beschränken Kontrapunkte zu setzen. Wenn es eine Geschichte über böse Heuschrecken gibt, werde ich diese genauso verlinken wie eine Geschichte über eine gute Heuschrecke (zumindest bemühe ich mich). Und die Geschichte in der FTD ist wirklich abenteuerlich ...

Darin wird von "Methoden, die man sonst nur aus Russland kennt" berichtet. Von kräftigen Männern, die einen der Beteiligten mal nicht ganz freiwillig zu den Felsen von Acapulco geleiten und von einer Firma, die zweimal gleichzeitig verkauft wird (und dafür auch zweimal kassiert wird). Top ist nicht nur das Drehbuch, sondern auch die Besetzung: Mit dabei u.a. Florian Homm, der Mann, dem manche Anleger in Scharen hinterherlaufen, obwohl er schon zweimal von heute auf morgen die Sachen hingeschmiessen hat und kaum mehr als Scherbenhaufen hinterlassen hat.

Das sind 5 Seiten, die sich wirklich lohnen: FTD: Dossier Schrecklich nette Investoren.

Jetzt sinken die Immobilienpreise auch in Großbritannien

So schnell wie die US-Immobilienkrise Wellen auf den Finanzmärkten geworfen hat, so langsam ist das Durchsickern auf die gesamte Wirtschaft und so langsam breiten sich die weltweiten Wellen aus.

Aber England und Spanien stehen schon lange ganz weit oben auf der Liste der gefährdeten Länder. Weil sie wie die USA auf dem gleichen explosiven Pulverfass mit massiv gestiegenen Preisen und unsolider Finanzierung sitzen.

Immobilienkrise erfasst England

In England lässt sich das Thema jetzt nicht mehr weg diskutieren. Die Fastpleite von Northern Rock zeigte es schon an, die Immobilienpreise folgen jetzt. Die Immobilienpreise sinken jetzt schon im dritten Monat hintereinander und das mit zunehmender Geschwindigkeit. Das November-Minus betrug 1,1%, für einen Monat ziemlich viel.

Ich bin gespannt, wann die Krise in Spanien offen zu Tage tritt. Auch da steckt im Pulverfass die selbe Mischung, wir werden es wohl nur später erfahren, weil die Statistik dort nicht so viele und so zeitnahe Zahlen herausspuckt wie im angloamerikanischen Raum.

Achtung! Eine gute Zahl von der US-Konjunktur!

Und während des Schreibens kam sogar noch eine ... Also nach drei Wochen mit mehr oder weniger schlimmen Enttäuschungen, endlich mal was Positives.

Private-sector jobs up 189,000 in Nov. as nonfarm employment grows: ADP

Das sind 80.000 mehr als im Vormonat und ein Indiz auf eine weiterhin stabile Beschäftigungslage in den USA. Die Zahlen waren wesentlich besser als erwartet. Die Zahlen sind von ADP (eine Art DATEV), die offiziellen Zahlen folgen am Freitag.

Productivity revised to 6.3%, best in 4 years

Und dann kamen noch die neuen Zahlen zur Produktivität, die sich um sehr gute 6,3% verbessert hat. Die Stückkosten sind um 2% gesunken, was auf stabile Löhne hindeutet. Die Inflation ist von dieser Seite nicht bedroht, die Unternehmensgewinne auch nicht, allerdings bedeutet eine schwache Lohnentwicklung normalerweise auch schwacher Konsum.

Zinssenkung? Welche Zinssenkung?

OK, die US-Notenbank senkt die Zinsen. Bisher um 0,75 Prozentpunkte und (wie der Markt erwartet) auf den nächsten zwei Sitzungen bis Januar nochmals um zusammen 0,50 Prozentpunkte (Der Markt erwartet schon wieder eine Zinssenkung in den USA).

Die große Frage ist aber, ob das mehr als Psychologie ist, denn die realen Zinsen, die die Unternehmen draussen bezahlen müssen, sind nicht wirklich gesunken. Die Risikoaufschläge sind nämlich deutlich gestiegen. Der LIBOR (London InterBank Offered Rate, der Zinssatz, den Banken vereinbaren, wenn sie sich untereinander Geld leihen) war im ersten Halbjahr ziemlich konstant etwa 0,5 Prozentpunkte höher als der Zins eines US-Staatsanleihe. Im Rahmen der Krise explodierte der Aufschlag auf 2,4 Prozentpunkte. Im Oktober entspannte sich die Lage und es kam zu einem Rückgang auf 0,94 Prozentpunkte, inzwischen liegt der Wert wieder oberhalb von 2 Prozentpunkten.

Was heisst das in der Praxis? Wer sich im Mai Geld geliehen hat, zahlte etwa 5,25% + 0,5% Risikoaufschlag also 5,75%. Heute ist der (eigentliche) Zins gesunken, die Risikoprämie aber explodiert. Daher zahlen die Banken heute 4,5% plus 2%, also 6,5%.

Von Zinssenkung kann ich da nicht wirklich etwas erkennen. Die Notenbank hat bisher nur eine extreme Zinserhöhung vermieden, mehr noch nicht. Und ich schätze, dass die Notenbank genau aus diesem Grund die Zinsen (trotz der Inflationsprobleme) weiter senken wird. Es ist nämlich defakto noch keine Wirkung festzustellen mit allen positiven wie negativen Auswirkungen.

Übrigens haben wir (für alle, die sich ihr Geld nicht bei der Notenbank leihen können) immer noch eine flache bis inverse Zinskurve, sprich die kurzen Zinsen sind höher (bzw. gleich hoch) als (wie) die langfristigen. Und das hat normalerweise ziemlich negative Auswirkungen auf die zukünftige Konjunktur.

Wenn die Mainstreammedien immer nur auf die Leitzinsen und die US-Staatsanleihen verweisen, Erleichterung über die sinkenden Zinsen und die endliche nicht mehr inverse Zinskurve kundtun, greift das viel zu kurz, denn in der Praxis kommt von den positiven Effekten der Zinssenkung so wenig wie selten zuvor bei den Unternehmen an.

Die Grafiken zu den Risikoaufschlägen von unterschiedlicher Bonität und Laufzeit finden sich in folgendem Artikel:
Econbrowser: Risk premia creeping higher

Wachstumsschätzung bis 2013

Da sag mal einer, meine Rezessionswette wäre mutig gewesen ...

Die US-Regierung traut sich eine Schätzung des Wirtschaftswachstums bis 2013 zu. Und dabei können die meisten nicht einmal das Wachstum für's nächste Jahr richtig schätzen. Schlimmer eigentlich noch: Nicht einmal das aktuelle Wachstum wird richtig bestimmt. Wie ich schon mal geschrieben habe, sind die Rezessionen immer erst im Nachhinein erklärt worden. So gab es beim letzten Mal an dem Zeitpunkt, an dem im Nachhinein die Rezession begonnen hat, noch eine Konsensschätzung von +1,5% Wachstum (siehe hier: Rezession und Leitzinssenkung - Gut für Aktien?)

Aber zurück zur Schätzung:

Die ganze Prognose scheint nicht mehr zu sein, als alle entscheidenden Parameter einfach fortzuschreiben. Wirtschaftswachstum von 5% nominal ist gut, also lassen; die Inflation beträgt 2% und darf auch nicht höher steigen, also lässt man die bei 2%. Und die Arbeitslosigkeit darf natürlich auch nicht steigen, also wird auch die bei knapp 5% einbetoniert.



Immerhin muss man der Prognose eines zugute halten: Sie macht das einzig Richtige: Sie schreibt die aktuellen Zahlen einfach fort. Denn einige Studien haben die Aussagekraft von Analystenprognosen untersucht und dabei festgestellt, dass das einfache Fortschreiben der aktuellen Zahlen eine geringere Fehlerquote hatte als die Schätzungen der hochbezahlten Volkswirte.

Dann hätte die Prognose der US-Administration allerdings auch darauf verzichten müssen, in einem Jahr 5,1% und im anderen 4,9% zu prognostizieren. Da fragt man sich dann doch wieder, woher diese Schwankungen kommen sollen oder ob man die nur eingebaut hat, damit das wie eine Prognose wirkt, die nicht einfach die Zahlen fortschreibt ...

Joint Press Release of the Council ...

Das ist geschäftstüchtig ...



Bitte die 15 Sekunden abwarten, bis der Zug durch ist ...

Gefunden via Pop-Up Market in Bangkok via BoingBoing: Pop-up market in Bangkok

Affen: Spekulanten mit Gedächtnis

Schimpansen legen nicht nur besser an als Menschen, sondern haben offenbar auch ein besseres Gedächtnis. Man staune!

Schimpansen sind dem Menschen überlegen

Todesanzeigen - Von herzzerreißend bis geradezu komisch

Welch geile Site. OK, ich bin familiär vorbelastet (Schwiegereltern haben ein Bestattungsinstitut), aber auch für Normalsterbliche ( ;-) ) sind da ein paar tolle Fundstücke dabei.

www.todesanzeigensammlung.de. Gefunden über yigg

Leider ist die geframte Site nicht vernünftig zu verlinken.

Aber unter Hassanzeigen findet sich folgender Höhe- oder besser Tiefpunkt:

Am x.x.x verstarb a.b., die "Personifizierung geistigen Hochmutes und menschlichen Versagens" , ...


Der Mensch muss schon übel gewesen sein, allerdings wohl auch der, der die Anzeige aufgegeben hat.

Schön auch die Anzeige, in der den Behörden von Berlin für ihre "sorgfältige Arbeit" gedankt wird.

Danksagung

Allen, die zum 1. Todestag am 15. November 1977 unserer lieben Mutter und Oma a.b. gedachten, sagen wir hiermit unseren Dank; insbesondere den zuständigen Dienststellen des Landes Berlin, die den Antrag unserer lieben Mutter auf Ausstellung eines Schwerbeschädigtenausweises vom 26. März 1974 entgegennahmen, am 12. Februar 1975 positiven Bescheid erließen und am 2. November 1977 zustellten.


Unter "ungewöhnlich, aber gut" findet sich eine wirklich tolle Anzeige für "meine liebste Omi".

Ratings der SIVs gehen auf breiter Front nach unten

Mein erster Gedanke: Wow, jetzt schon?

Puh, die Ratingagenturen spielen eine echt traurige Rolle. Erst stempeln die auf jeden Mist, Mist, den die offenbar überhaupt nicht verstanden haben, einen Triple-A-Aufkleber, der beste Qualität verspricht. Und jetzt sind schon seit Monaten damit beschäftigt, den ganzen Mist wieder runter zu raten. Und noch lange nicht fertig damit. Immerhin handelt der Markt fast alles aus diesem Bereich deutlich unter den Kursen, die die Papiere gemäß der Ratings eigentlich haben müssten. Es steht zwar noch AAA oder AA drauf, aber bei einem Nennwert von 70% wird das eher wie ein Junkbond gehandelt.

Und jetzt, nach monatelangem Reduzierem der Ratings der CDOs, kommt man endlich bei den SIVs an, die diese CDOs besitzen. Dass die nicht ungeschoren davon kommen können, war ja klar. Aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass die bei dem Tempo noch 2010 Sachen runterraten, die eigentlich schon 2007 an der Reihe waren.

Und man fragt sich auch, warum das so lange dauert. Arbeitet man jetzt auf einmal mit der Sorgfalt, die man schon bei der Emission hätte walten lassen sollen?

Man muss sich echt Gedanken darüber machen, ob die Ratingagenturen ihrer Aufgabe noch gerecht werden. Blicken die noch durch? Oder ist im Zweifelsfall der Umsatz mit neuen Ratingaufträgen doch wichtiger als die Qualität der Ratings?

Citi cuts assets of sponsored SIVs by $17 billion

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