Citigroup unter Erwartungen - Aktie explodiert ?!?

Die Citigroup hat die mit Spannung erwarteten Ergebnisse bekannt gegeben. Diese waren wie erwartet schlecht, im Endeffekt sogar noch einen Tick schlechter. Erwartet wurden 96 Cent je Aktie Minus, es wurden 1,02. Auslöser waren weitere 12 Milliarden Dollar Abschreibungen auf die ganzen kaputten Kredite (CDOs, LBOs, Auction Rate Securities, Forderungen gegen Kreditversicherer, Konsumentenkredite), der Verlust betrug 5,1 Milliarden Dollar.

Aufgrund des Verlusts stufte die Ratingagentur Fitch die Citigroup von AA auf AA- zurück. Damit steht die Citigroup jetzt nur noch auf der vierthöchsten Ratingstufe.

Trotzdem legt die Aktie vorbörslich um 8,5% zu. Scheinbar ist das, was ich aus den Konsenserwartungen ableite und das, worauf die Spekulanten gesetzt haben, etwas komplett anders. Sprich: es gibt zwar eine Konsensschätzung, diese ist aber unwichtig, wenn überwiegend Leute am Markt aktiv sind, die diesen Konsens nicht teilen. Im Fall der Citigroup war der Konsens 96 Cent Verlust, die optimistischen Leute waren aber nicht aktiv. Per Short-Selling waren nur Spekulanten aktiv, die 2 Dollar Minus erwartet haben. Diese müssen jetzt glatt stellen und daher explodiert der Kurs.

Kurz: Auf eine Abweichung von der Prognose kann man nicht setzen, denn selbst wenn die Abweichung in die Richtung geht, die man erwartet, kann der Kurs in die andere Richtung gehen. Die Citigroup ist die zweite Bank in dieser Woche, die unter dem Konsens bleibt und bei der Kurs trotzdem nach oben schießt.

Marketwatch: Citi posts $5 billion loss on another major write-down

Update (15:30):

Die FTD hat auch einen Artikel dazu. Ganz interessant, dass die Citigroup mit den neuen Abschreibungen jetzt wieder Nummer 1 in der Abschreibungshitparade ist ...

FTD: Milliardenverlust der Citigroup beruhigt Märkte

Kommentare :

  1. > Trotzdem legt die Aktie vorbörslich um 8,5% zu. Scheinbar ist das, was ich aus den Konsenserwartungen ableite und das, worauf die Spekulanten gesetzt haben, etwas komplett anders. Sprich: es gibt zwar eine Konsensschätzung, diese ist aber unwichtig, wenn überwiegend Leute am Markt aktiv sind, die diesen Konsens nicht teilen. Im Fall der Citigroup war der Konsens 96 Cent Verlust, die optimistischen Leute waren aber nicht aktiv. Per Short-Selling waren nur Spekulanten aktiv, die 2 Dollar Minus erwartet haben. Diese müssen jetzt glatt stellen und daher explodiert der Kurs.

    Ich finde das ist ein sehr interessantes, komplexes, und relevantes (Geld-mässig :-) Thema. Ich glaube und fürchte, dass es nicht so sehr die Frage ist, welchen "inneren Konsens" die Leute haben, sondern leider noch komplizierter, von welchem inneren Konsens die Leute glauben, dass ihn die Gesamtheit des Restes des Marktes hat. Vielleicht zum Teil sogar noch schlimmer: was glauben die Leute, was der Rest des Marktes glaubt, dass es der Rest des Marktes glaubt. Denn davon hängt ab, wie die Kurse reagieren und also wie man positioniert sein muss. Aber da kann man sich auch ganz fürchterlich selbst "outsmarten"...

    Ich spekuliere auf die Auflösung des Carry-Trade, also tendenziell auf höhere Risiko-Aversion, und habe gestern Mittag mit offenem Mund und grossem Frust gesehen, wie nach den furchtbaren Zahlen der Citi der Euro um 150 pips gestiegen ist :-(

    Und das liegt ganz bestimmt nicht daran, dass die Leute die so toll oder auch nur harmlos finden. Das liegt IMHO daran, dass die intelligentere Hälfte des Marktes sich fragt, wann kommt die grosse Korrektur nach oben? Und dabei schätzt man den Rest des Marktes so ein, dass der natürlich ebenfalls weiss, dass eine solche Korrektur kommen wird, und dass der darauf setzen dürfte, dass sie dann losgetreten wird, wenn man allgemein glaubt, dass in den Financial nichts Schlimmeres mehr kommt.
    Und dann sind die Brüder bei den Citi-Zahlen halt losgestürmt und haben mir total den Tag ruiniert :-(

    Ich schätze mal, dass es vielleicht sogar 1..2 Monate dauern könnte, bis die in der Pipeline steckenden schlechten Fundamentals vorne rauskommen. Spätestens dan ist die Korrektur zuende.

    Aber da das die intelligentere Hälfte des Marktes natürlich auch weiss, kann es auch früher kommen. Ich schätze mal das hängt davon ab, ob diese intelligentere Hälfte des Marktes glaubt, dass es der Rest auch glaubt...

    Wie sagt man so schön? Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand, und in der Börse ganz offensichtlich auch...

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  2. danke,toller Kommentar !

    Das ist alles hält sehr schwierig. Das sentiment ist *der* wichtige Indikator,wenn man es denn richtig messen könnte... Und dann müsste man die Schätzungen mit den realen positionierungen Gewichten... Und wenn man dann besser schätzt als der Markt,wäre man schnell reich ...
    Aber man scheitert schon in schritt 1 , damuss man sich über die beiden Weiteren keine Gedanken machen...

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