Der Grünspan wird entzaubert!

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Jetzt hat auch die FAZ festgestellt, dass Alan Greenspan Krisen immer durch das gleiche Mittel gelöst hat: Geld drucken wie irre. Und damit war die Saat für die nächste Blase und (nach dem Platzen) die nächste Krise bereits gelegt.

Besonders schön die Verteidigung von Greenspan:
Ich wurde gepriesen für Dinge, die ich nicht getan hatte, und jetzt wird mir die Schuld gegeben an Dingen, die ich nicht getan habe.
Komisch, dass er sich gegen das Lob nicht gewehrt hat ;-)

Und die Ausreden von Greenspan gehen mir auch auf den Geist ... Wenn er sagt, dass er die Blasen nicht verhindern konnte, weil es weltweit zu viel Geld gab und die Zinsen daher eh nicht gestiegen wären, fass ich es irgendwie nicht mehr. Er hat die Zinsen niedrig gelassen, weil sie bei einer Zinserhöhung eh nicht gestiegen wären? Höh? Das ist ja wie mit Vollgas vor die Wand zu fahren, weil man eh nicht mehr zum Stehen kommt. Aber es macht ja auch keinen Unterschied, ob man mit 100 oder 30 vor die Wand kracht ...

Leider fehlt im Artikel auch der kleine, aber feine Hinweis, dass Greenspan ein Befürworter des Eigenheimbooms war. Inbesondere die neuartigen Kreditmodelle, die ganz neuen (Subprime)-Schichten den Eigenheimerwerb ermöglicht haben, hat Greenspan explizit begrüßt ("the movement of renters into homeownership is generally to be applauded"). Ich habe mich über diesen Schwachsinn bereits geäussert. Greenspan hat auch die variabel verzinsten Hypotheken hat er begrüßt. Und die Verbriefung der Hypotheken hielt er für ein geeignetes Mittel, die Einzelrisiken zu streuen und damit das Gesamtrisiko zu senken. Ich will das nicht nochmal alles schreiben; lest lieber meinen alten Senf:

Der Grünspan Prognosen mal wieder. Diesmal zum Öl. Der Titel täuscht, es geht nur am Rande ums Öl.

Der FAZ-Artikel ist trotzdem lesenswert, auch wenn nicht sooo wahnsinnig viel Neues drin steht:

FAZ: Der Magier wird entzaubert

Ich erinnere mich noch an die Lobeshymnen zum Abschied von Greenspan:

Der Focus schrieb: "Greenspan: Eine Legende tritt ab"; die FAZ schrieb: "Alan Greenspan: Der Magier der Geldpolitik". Naja, so kann man sich irren. Und die verrückten Gold Bugs, die Greenspans lockere Geldpolitik immer kritisiert haben, lagen wohl nicht so falsch ...

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