Microsoft droht Yahoo! mit Selbstständigkeit ;-)

Ich habe Yahoo! in meinem Musterdepot, aber der Schuss könnte auch gut nach hinten los gehen ...

Am Freitag wurde bekannt, das Microsoft Yahoo! ein Ultimatum gestellt hat und in den nächsten 3 Wochen die Aufnahme offizieller Verhandlungen zwischen Yahoo! und Microsoft verlangt. Gleichzeitig droht Microsoft damit, die Kaufofferte auf Grund der sich verschlechternden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen neu zu kalkulieren. Das heisst natürlich: Angst machen, denn der Preis könnte nach unten gehen.

Angst machen ist in Übernahmeverhandlungen natürlich nicht ganz unüblich. Aber ob man so seine Chancen für eine erfolgreiche Übernahme erhöht?!? Es scheitern eh schon genügend Fusionen. Ich schätze der Prozentsatz der Wert vernichtenden Übernahmen ist bei feindlichen Übernahmen noch höher als sonst ...

Außerdem ist mir schleierhaft, warum Microsoft meint, mit einer Senkung des Übernahmepreises die Aktionäre auf seine Seite ziehen zu können. Aber FUD (Fear, Uncertainty and Doubt; Angst, Unsicherheit und Zweifel) war schon immer eine der normalsten Waffen im Arsenal von Microsoft. Sobald irgendwas Erfolg versprechend ist und MS keine Alternative im Programm hat, beginnt MS die Alternative schlecht zu machen und verspricht, ein eigenes, natürlich viel besseres Produkt "in Kürze" fertig zu stellen. Meistens ist das dann weder wirklich besser, noch wird es "in Kürze" fertig, denn MS hat zu diesem Zeitpunkt selten mehr vorzuweisen als einen Satz Powerpoint-Folien. Aber die IT-Entscheider werden so bei der Stange (sprich in der MS-Welt) gehalten und über Alternativen wird selten nachgedacht und noch viel seltener eingeführt.

Immerhin ist mit dem Ultimatum eine Spekulation vom Tisch, nämlich dass Microsoft den Gegner (Yahoo!) nur blockieren und irritieren möchte.

Strategisch ist das Spiel eigentlich ganz einfach:

Yahoo! hat wenig Alternativen. Die meisten Großaktionäre von Yahoo! haben auch Microsoft im Depot, weil das die typischen Hightech-Fonds sind. Jede Preiserhöhung für Yahoo! zieht einen Kursrückgang bei MS nach sich. Also wollen diese Anleger den Deal so wie MS den vorgeschlagen hat (vielleicht nochmal mit einer Aufbesserung zurück auf die 31 Dollar vom Anfang; aktuell ist das Gebot ja nur noch 29 wert).

Allerdings hat MS auf der Gegenseite so gut wie keine andere Möglichkeit in absehbarer Zeit ein Gegengewicht auf dem Internetmarkt zu Google zu schaffen. Und das brauchen die dringend, so können die sich den Internetmarkt auf Sicht abschminken. Und ausser Yahoo! gibt es nichts, was MS kaufen könnte und was groß genug für ein echtes Gegengewicht ist.

MS hat zwar eigentlich die Macht und die Möglichkeit, sein Desktop-Monopol auch z.B. auf die Internetsuche auszudehnen, aber jeder Schritt wird (zurecht) von den Monopolbehörden kritisch beäugt. Als die die Suche in Vista eingebaut haben, hat Google kurz: "Halt. Stop. Monopol." gerufen und schon musste MS die Schnittstelle offen legen.

Kurz: Klassische Blockadesituation zwischen Yahoo! und MS. Eigentlich müssten die sich einigen, aber wenn Dickköpfe aufeinander prallen, kann alles passieren.

Tagesschau: Microsoft droht Yahoo mit feindlicher Übernahme

oder

Basic Thinking: Yahoo: Microsoft drängt auf Entscheidung

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