Analysten: Auch dieses Mal weit neben der Spur

Dass die Analysten eigentlich immer daneben liegen, ist ja einigermaßen bekannt. Die Schätzungen der Volkswirte zum Wirtschaftswachstum kann man zum Beispiel durch einfaches Fortschreiben des Vorjahreswerts verbessern. Sprich: Wenn man einfach das Wachstum für 2008 auf das gleiche Niveau schätzt wie es für 2007 errechnet wurde, bekommt man im statistischen Mittel einen besseren Schätzer. Auch Erstemester schlagen die meisten Volkswirte.

Ich habe dazu schon ein paar Mal was geschreiben: Analysten und ihre Prognosen ... oder Wachstumsprognosen ...

Das hindert aber die Presse und die Öffentlichkeit nicht daran, den Analysten weiterhin viel Gehör zu schenken.

Wenn die Wirtschaft an einem Wendepunkt ist, schafft es kaum jemand, diesen Wendepunkt vorherzusagen. Genauso ist es mit der Gewinnentwicklung: Auch hier sagt niemand wirklich korrekt den Höhepunkt voraus. Ist dieser überschritten und das eigentlich für jeden klar ersichtlich, dauert es trotzdem eine Zeit, bis die Analysten sich anpassen. Sie hinken also deutlich hinterher.

Für 2007 wurde ein Wachstum der Gewinne von etwa 6 bis 8 Prozent geschätzt. Am Ende gab es ein leichtes Minus. Im dritten Quartal 2008 lag die Ergebnisschätzung 8,2 Prozentpunkte zu hoch, im vierten Quartal sogar um 33,5 Prozentpunkte. Es wurde in beiden Quartalen ein Plus erwartet, am Ende gab es im dritten ein leichtes und im vierten ein deutliches Minus.

Wie sagt Barry Ritholtz so schön: Im Aufschwung braucht man keine Analysten und im Abschwung taugen sie nichts ...

The Big Picture: Schwab: We Don't Need Your Stinkin' Analysts

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