Kerninflation - Warum?

Die Standardbegründung für die Verwendung der Kernrate ist ja, dass die Energie und Lebensmittelpreis zu stark schwanken um aussagefähig zu sein. Ich bin sehr skeptisch, denn Schwankungen kann man auch anders reduzieren als durch Weglassen von zwei der wichtigsten Bestandteile der monatlichen Ausgaben.

Wissenschaftlich untersucht wurde jetzt die Prognosekraft der Kern- und der Gesamtinflation. Liefert die Kernrate (die die Fed unter Alan Greenspan als wichtig definiert hatte) bessere Prognosen und kann man damit die Inflation in einem Jahr besser vorhersagen als mithilfe der Gesamtinflation?

Die Antwort ist kurz und heisst: Nein.

Es wurden noch einige andere Inflationszahlen überprüft und auch bei diesen zeigte sich keine höhere Aussagekraft. Auch die Nummer 1 in der Fed-Hitparade der Inflationszahlen, der Core PCE (Personal consumption expenditures, siehe Wikipedia) ist nicht besser.

Ganz nebenbei zeigt die Studie auch schön, dass einige andere Komponenten der Inflationsberechnung stärker schwanken als die Energie- und Lebensmittelpreise. Wieso diese dann nicht auch herausgerechnet werden, weiss der Teufel. Aber wahrscheinlich wäre die Berechnung dann doch zu auffällig in Richtung Inflation-ex-Inflation (wie Barry Ritholtz das so schön nennt) manipuliert.

Es scheint zunehmend so, dass die vielen Inflationszahlen nur einem Zweck dienen: Für die Schlagzeile in der Zeitung (und die Diskussion) eine Zahl in der Hinterhand zu haben, die eine möglichst niedrige Inflation ausweist. Ob die Zahl die Wirklichkeit stimmig abbildet, ist dabei wohl zweitrangig.

Portfolio.com: In Praise of Headline Inflation

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