US-Hausbaubeginne steigen wieder ...

... zwar langsam (+8,2%), aber immerhin mal eine positive Nachricht von dieser Front.

Auf den zweiten Blick ist die Zusammensetzung interessant. So wurden weiterhin weniger Einfamilienhäuser gebaut, dafür umso mehr Mehrfamilienhäuser. Die letzteren dürften vor allem zur Vermietung gedacht sein. Dieser Trend zeichnet sich übrigens schon etwas länger ab; ich betrachte das also als stabilen Trend und daher lohnt es sich, mal etwas mehr drüber zu schreiben.

Ich habe im Rahmen der Überlegungen wie weit die Immobilienpreise noch sinken können, schon einmal auf die Schere zwischen Höhe der Kosten für die Miete und dem Kauf eines Hauses hingewiesen. Mieten war 2006 *deutlich* günstiger als kaufen. Während sich die Immobilienpreise mehr als verdoppelt haben, stiegen die Mieten im gleichen Zeitraum weniger als halb so stark. Das macht natürlich keinen Sinn, denn langfristig entwickeln sich beide Preise relativ ähnlich. Die Entscheidung für den Kauf war also irrational, also das, was zu einer Blase führt.

Diese Schere scheint sich jetzt langsam zu schließen. Die Nachfrage nach Mietwohnungen steigt wieder (vor allem weil wieder Leute mieten müssen, denen vor zwei Jahren das Eigenheim noch geradezu aufgedrängt wurde, was sich dann aber doch nur als Traum herausstellte) während die Nachfrage nach Eigenheimen sinkt.

Bevor die ganzen Zahlen jetzt zuuu positiv gesehen werden: Im Jahresvergleich sind die Neubaubeginne immer noch tief im Minus; die für Einfamilienhäuser sogar deutlich über 30%. Wer jetzt von einem Boden spricht: Ja, dieser kommt in Sicht, aber nur für die Anzahl der Baubeginne. Hier ist ein Niveau erreicht, wie es auch in den bisherigen Abschwüngen erreicht wurde (OK, das Niveau ist aktuell noch etwas höher, die Bevölkerung der USA ist aber auch gewachsen, von daher passt das).

Der Preisverfall ist damit aber lange noch nicht gestoppt. Ich gehe zwar davon aus, dass die Geschwindigkeit nicht mehr zunimmt, aber an dieser Stelle ist erst (wenn man sich eine Sinuskurve vorstellt) die Hälfte des Rückgangs vorbei. Die Preise laufen immer deutlich hinterher und eine Stabilisierung kommt erst dann, wenn die Anzahl der Immobilien gemessen in Monatsumsätzen sinkt. Und bitte nicht nur einen Monat, sondern etwas mehr.

Marketwatch: Housing starts surge on condo construction

Update (18.5.08):

Übrigens ist das Plus von 8,4% statistisch nicht relevant, weil der Fehler der monatlichen Zahl +/- 14,5% beträgt. Ohne gegen die Gesetze der Statistik zu verstoßen, kann die reale Zahl auch im Minus gelegen haben. Erst wenn die monatliche Änderung über 14,5% oder unter -14,5 liegt, ist die Zahl wirklich aussagekräftig. Daher ist der Jahresvergleich viel spannender. Dort ist der Fehler nur +/- 6,7% und das Minus liegt über 30% ...

Man muss immer aufpassen, dass man auf diese monatlichen Zahlen zu viel Gewicht legt ... Ich habe da in den letzten Postings schon drauf hingewiesen, dieses Mal habe ich es aber vergessen.

1 Kommentar :

  1. ist doch klar, die ganzen Familien die ihre Häuser verlieren brauchen wieder eine Wohnung!

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