US-Immobilienmarkt noch immer im freien Fall

Ich bringe hier nicht mehr jede Zahl zum US-Immobilienmarkt, weil es doch zu öde wird. Spannend ist ja weniger der Fall an sich, sondern die Frage wie weit und wie lange es noch nach unten geht und wann es dreht.

Am Immobilienmarkt wird sich die Lage meiner Meinung nach erst dann anfangen zu bessern, wenn die Anzahl der verkauften Immobilien steigt; genauer: wenn die Anzahl der unverkauften Häuser gemessen in Monatsumsätzen sinkt. Diese Zahl sagt aus, wie lange es bei gleichbleibenden Umsätzen dauern würde bis alle unverkauften Häuser verkauft wären.

Damit diese Zahl sinkt, müssen entweder bei gleichbleibendem Umsatz weniger neue Häuser auf den Markt kommen als verkauft werden oder die Umsätze müssen so stark steigen, dass die steigende Anzahl von unverkauften Häusern übertroffen wird. Da die Umsätze im Abwärtstrend üblicherweise fallen, dreht der Immobilienmarkt normalerweise dann, wenn das Angebot stark genug sinkt.

Das ist aber noch nicht in Sicht. Sowohl die Anzahl der unverkauften Eigenheime wie auch die Anzahl in Monaten steigen weiter. Die absolute Anzahl stieg um 10.5% auf 4,55 Millionen, die Zahl in Monaten stieg auf 11,2 Monate, dem höchsten je gemessenen Wert seit Erhebung der Statistik im Jahr 1999. Etwas länger gibt es schon die Zahlen für die Teilkomponente Einfamilienhaus. Hier beträgt die Anzahl zwar "nur" 10,2 Monate, das ist allerdings im historischen Vergleich eine ziemlich schlechte Zahl, denn es ist der höchste Wert seit 1985.

Solange diese Zahl nicht sinkt, braucht sich eigentlich niemand über das Ende der Krise Gedanken machen. Und auch über das Ausmaß der gesamten Krise. Denn das wird entscheidend davon abhängen, ob die Immobilienpreise im Schnitt 20, 30 oder 40% sinken werden. Das weiss allerdings niemand,. Genau wie niemand weiss, ob schon 20, 30 oder 40% Immobilienpreisrückgang in den Kursen der MBS und CDOs eingepreist (sprich enthalten) sind.

Marketwatch: Unsold houses rise to 23-year high in April

Update (17:08):

Wer's lieber auf Deutsch mag:

FTD: US-Häusermarkt: Kein Ende der Krise in Sicht

1 Kommentar :

  1. Solange das Angebot so groß ist und die Nachfrage gering, werden wir noch für längere Zeit keine Bodenbildung feststellen.

    Ich beobachte im Moment eher den Britischen und Spanischen Markt. Viele Konzentrieren sich ja im Moment auf die USA, aber in den beiden Ländern braut sich auch was zusammen.

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