Korrektur: MBIA geht doch nicht pleite

Da muss ich mich doch korrigieren. Aus meiner angekündigsten Pleite des Jahres wird wohl doch nichts. Nicht, dass sich in wirtschaftlicher Hinsicht irgendwas gebessert hätte. Nicht, dass das Geschäftsmodell in irgendeiner Weise besser geworden wäre.

Nein - MBIA ist schlicht "Too Big Too Fail"!

Ich bin bisher davon ausgegangen, dass die Kreditversicherer sehr wohl abgewickelt werden können. Jemand übernimmt das Versicherungsgeschäft (u.U. geschönt mit staatlichen Garantien) und dann wickelt man den alten Laden einfach ab. Da das große Geschäft bereits woanders liegt, kann man das machen, ohne größere Schockwellen auszulösen.

Jetzt hat MBIA aber satte 137 Milliarden Dollar an Credit Default Swaps (CDS) geschrieben, bei denen die andere Seite des Geschäfts im Falle der Insolvenz von MBIA die Zahlung verlangen kann. Und das nicht nur im Fall der Insolvenz, sondern auch wenn die staatlichen Behörden (also die Versicherungsaufsicht) die Kontrolle übernehmen sollte. Man weiss nicht genau, wie viele CDS bei welchen Aktionen fällig werden, klar ist aber, dass ein Stilllegung von MBIA den Staat viel Geld kosten würde, richtig viel Geld.

Das Ganze erinnert in der Konstruktion an eine Giftpille, wie sie als Abwehr gegen eine feindliche Übernahme oft konstruiert wird. Also z.B. ein Abfindungsangebot, wie es Yahoo seinen Mitarbeitern versprochen hat, falls Microsoft seinen Übernahmeversuch erfolgreich abschließen kann.

Jetzt verstehe ich auch langsam, wieso der MBIA Chef so optimistisch ist ... Die Konstruktion ist (positiv formuliert) clever.

The Big Picture: The MonoDuoline Quandry

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