800 Milliarden mehr Schulden für die USA

Ziemlich heimlich haben die USA die Möglichkeit genutzt, die verfassungsmäßige Schuldenobergrenze um 800 Milliarden Dollar von 9,815 auf 10,615 Billionen Dollar erhöht. Das Medienecho auf diese -wie ich finde ziemlich wichtige - Nachricht ist gleich Null. Übrigens ganz im Gegensatz zu den bisherigen Erhöhungen, die man alle problemlos mit einer Google-Suche nach "Debt Ceiling" finden kann ... Selbst die National Debt Clock hat die Nachricht noch nicht (U.S. NATIONAL DEBT CLOCK). Diese Nachricht wurde offenbar ziemlich gut in den 694 Seiten zur Fannie-Freddie-Immobilienmarkt-Bailout versteckt.

Ich habe gestern schonmal darüber gebloggt (Fannie-Freddie-Bailout abgesegnet), aber ich finde diese Nachricht so wichtig, dass ich daraus heute nochmal einen eigenen Artikel mache.

Gefunden habe ich die Nachricht über die FTD, die ich gestern schon dafür gelobt habe, die Nachricht nicht durchrutschen zu lassen wie fast alle anderen.

FTD: US-Kongress einig über Rettungspaket

In den USA gab es immerhin einen, der die Nachricht hatte. Dass das Suchergebnis allerdings von einer relativ kleinen Site kommt, zeigt nur, wie unglaublich ignoriert diese Nachricht wird.

Politico: Housing bill bonus: Alleviate debt ceiling

Die Nachrichtenagentur bringen das zwar sehr wohl, aber immer in einer Art Nachsatz oder Fußnote. In den Kurzversionen in den Zeitungen fehlt das am Ende dann ganz ...

Bloomberg: U.S. Senate to Take Up Fannie-Freddie Bill After House Approval

Ich will jetzt mal den Advokaten des Teufels spielen und behaupten, dass das Triple-A Rating des größten Schuldners der Welt (USA) noch nie so wacklig war wie aktuell. Immerhin haben es US-Staatsanleihen in der letzten Woche "geschafft", erstmals einen messbaren Risikoaufschlag im Vergleich zu einer risikolosen Anlage aufzuweisen. Dieser war zwar mit nur 0,10 bis 0,15 Basispunkten sehr klein, aber immerhin stellt es ein Novum dar, dass die US-Staatsanleihe nicht fast genau wie eine risikolose Anleihe gehandelt wird.

Update (11:23):

Nachdem ich leider keinen Link finden konnte, der die Ausweitung des Spreads bei den US-Staatsanleihen belegt (hatte das zwar gestern Abend gelesen, finde es aber nicht wieder), liefert mit Trinkaus und Burckhardt heute im Märkte am Morgen (PDF!) netterweise sogar die Grafik :-)

Über die Credit Default Swaps, die Ausfallversicherung, für die Anleihen, lässt sich der Risikoaufschlag der US-Staatsanleihen nämlich deutlich ablesen. Im ersten Halbjahr 2007 lag der Spread bei etwa 3 Basispunkten, inzwischen sind es 19, also fast 0,2% Zinsaufschlag.

Trinkaus rechnet mit einer Beruhigung. Ich ehrlich gesagt auch, aber nur, weil die Märkte zu kurzfristig denken, langfristig ist die Gefahr einer sinkenden US-Bonität durchaus vorhanden.

Kommentare :

  1. Wenn die Herde begreift, dass der Kaiser nackt ist, dann bricht die Hölle los. Kein Wunder, dass die gelenkte Mainstram-Presse das Feigenblatt vorhält.

    In der Bibel steht ja auch, das Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben worden sind, weil sie Früchte vom Baum der Erkenntnis gegessen haben...

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  2. Gefunden habe ich dein Blog über donalphonso und muss sagen, dass mich mir deinen rss-Feed speichern werde.

    Der Name egghat kommt mir bekannt vor. Kann es sein, dass du bei Consors sehr aktiv warst/bist und dort ein Langfristdepot vorgestellt und verteidigt hast?

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  3. Consors? Nee, ich tummel mich zwar an vielen Stellen, da aber nicht, zumindest schon lange nicht mehr. Ich habe zwar auch ein Langfristdepot, aber das führe ich nur hier.

    Ich bin bei w:o als egghat, bei heise.de als 2002egghat, bei slashdot als egghat, auch ansonsten habe ich viele egghat Accounts, aber die meisten davon lungern unbenutzt rum.

    Viel Spaß beim Lesen! Empfiehl mich weiter. Ich freue mich über jeden Leser!

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