BankAtlantic Bancorp verklagt bearishen Analysten

Ich hatte vor etwa einer Woche auf eine Studie von Ladenburg Thalman hingewiesen, in der die Banken auf Basis von zwei Parametern untersucht wurden: Problemkredite im Verhältnis zu allen Krediten und Problemkredite im Verhältnis zum Eigenkapital.

Dabei kamen 9 Banken heraus, die nach Meinung des Analysten als kritisch gelten müssen.

Siehe dazu hier: Noch 150 weitere Bankpleiten in den USA? (Update!)

Wie weit es in den USA mit der freien Meinungsäußerung gekommen ist, sieht man nun. BankAtlantic Bancorp hat den Analysten jetzt verklagt. Ziemlich überraschend, denn die Aktie war nur in einer der beiden Listen und dazu noch mit einem Wert, der unterhalb der kritischen Grenze lag. Die Bank findet die Analyse aber trotzdem falsch. Der Analyst hätte fälschlicherweise die Holding untersucht und nicht nur die Einzelgesellschaften. Der Anteil der Problemkredite liege nur bei 1,25% und sei damit unkritisch. Etc. pp.

Keine Ahnung, was davon im Einzelnen zu halten ist, aber dass man mit einer Klage antwortet, ist schon komisch, obwohl ... in den USA wahrscheinlich nicht ...

FTD: US-Regionalbank verklagt Analysten

oder

The Big Picture: BankAtlantic DESERVES to Go Belly Up

Kommentare :

  1. Die werden jetzt sicher auf die Terror-Liste gesetzt... wegen "Bären-Terror".

    Wann hat die Meute endlich die Schnauze voll von diesem Zirkus?

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  2. Ungerechtfertigte Klagen gehören auch in Österreich zum journalistischen Alltag. Der letzte mir bekannte Fall in meiner Nähe war, als ein Lokalblatt kontrolliert hat ob Supermärkte die gesetzlichen Alterskontrollen im Bezug auf Alkohol durchführen. 23 Filialen wurden getestet und 22 haben nicht kontrolliert. Und prompt haben sie die Filialiste abgedruckt. Die wurden regelrecht zerfleischt. Ist aber bei denen nicht das erste mal, dass sie vor Gericht stehen.

    Natürlich wird der Richter den Klägern eine Moralpredigt halten und die Angeklagten freisprechen. Aber bevor dies geschieht wird die Sache in die Länge gezogen und es werden möglichst hohe Kosten beim Angeklagten verursacht.

    Und wir sprechen hier von einem vollkommen harmlosen Bezirksblatt dessen Philosophie es ist möglichst niemanden zu sehr auf die Füße zu treten. Was sich bei einer sozialkritischen Sandlerzeitung abspielt passt auf keine Kuhhaut.

    In Deutschland gibt es dann die Abmahnungen, die es den Klägern noch leichter machen. Und in Amerika die Deals, wo es oft teurer ist für unschuldig erklärt zu werden als die Schuld gleich einzugestehen.

    Ich würde diese Klage also nicht überbewerten. So etwas ist ganz normaler Alltag und völlig unabhängig von dem Status der Bank.

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  3. Ich würde es aber auch nicht unterbewerten. Es ist schon wichtig, dass jemand die Wahrheit aussprechen darf. Wobei es Wurscht ist, ob es die Wahrheit ist. Es ist eine Meinung eines Analysten. Diese wurde IMHO auch gut und nachvollziehbar begründet. Und ich dachte, so eine Meinung darf man dann auch äußern ...

    Mir ist klar, dass dieses Vorgehen mit den Klagen teilweise normal ist, Gutheißen werde ich das trotzdem nicht ...

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  4. man könnte natürlich fragen, ob das interesse von jpm an einer erweiterung seines fillialnetzes in florida etwas mit der meinung des analysten zu tun hat?
    und wenn man die kriminellen manipulationen von jpm beim "erwerb" von wamu mitverfolgt hat, dann versteht man schon, das sich unternehmen gegen diese art von rufschädigung wehren. es wäre allerdings schon wesentlich früher notwendig gewesen.

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