Die Schuldenspirale in den USA dreht sich ... Baron Münchhausen muss helfen!

... im Kreis.

Zwei Links, die ich bei The Big Picture gefunden habe:

1.) Eine interaktive Grafik, die die Entwicklung der Schulden und des Sparens in den USA seit den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhundert visualisiert.

NYT: The Debt Trap via American Debt
(ziemlich Flash verseucht, wobei Flash eigentlich nur in der interaktiven Grafik, auf die ich mich beziehe, Sinn macht. Dazu auf "Start" und dann auf "lifetime" klicken. Jetzt kann man schön sehen, dass die Schulden immer weiter steigen und das jährliche Sparen immer weniger wird. Und weil sich die beiden Zahlen so konträr entwickeln, ist das auch kein Anstieg, der rein auf die Inflation, die Berechnungsmethode oder Ähnliches zurückzuführen ist. Die USA leben halt ziemlich heftig auf Pump und das auf allen Ebenen).

2.) Ein Artikel im Economist, der sehr schön klar macht, WIE verworren die Lage mit den Schuldenbergen ist. Deutlich wird das, wenn man sich das Discount Fenster der Fed anschaut. Hierbei können sich die Banken Geld bei der Fed leihen, müssen aber erstklassige Anleihen als Sicherheit hinterlegen. Das sind zum Beispiel Staatsanleihen, aber eben auch die Anleihen von Fannie Mae und Freddie Mac. Nun wissen inzwischen wohl alle (zumindest alle, die hier lesen), dass die Anleihen von Fannie Mae und Freddie Mac eigentlich nicht mehr sicher sind. Und dass die Fed in einer dramatischen Rettungsaktion am letzten Wochenende beide gerettet hat. Unter anderem dürfen sich Fannie und Freddie bei der Fed im Discount Window Geld leihen; ein Privileg, das früher nur wenige Geschäftsbanken hatten.

Der Clou an der Geschichte ist jetzt aber nicht nur, dass die Fed in der Bilanz jede Menge Anleihen von Fannie und Freddie hat (die die Fed selber gerettet hat), sondern dass sich die beiden jetzt auch auf Basis der eigenen Anleihen bei der Fed Geld leihen können. Geld leihen bedeutet in diesem Zusammenhang immer den Tauch langfristiger Papiere gegen kurzfristiges Geld der Notenbank. Im Falle der beiden Immobilienfinanzierer werden die verbrieften Hypotheken gegen erstklassige kurzfristige Staatspapiere getauscht. Damit haben beide defakto direkten Zugriff auf die Notenpresse der Fed, sprich die Lizenz zum Gelddrucken: Man tauscht den eigenen Schrott (oder wie soll ich die Anleihen einer Firma nennen, die letzte Woche noch drohte insolvent zu werden?) gegen Bargeld.

Man kann das Pferd auch noch anders herum aufzäumen und es zeigt nur eins: Wie unglaublich tief im Morast die US-Schuldenwirtschaft gerade sitzt ... Man könnte der Fed auch einfach unterstellen, dass sie Fannie und Freddie nur gerettet habe, um die eigene Bilanz zu schützen. Denn auch der Fed hätten riesige Abschreibungen gedroht, wenn die Anleihen von Fannie und Freddie den Bach heruntergegangen wären ...

Die USA machen gerade wirklich den Stunt und versuchen sich tatsächlich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf zu ziehen! (Was allerdings außer bei Münchhausen noch nie geklappt hat).

Economist: End of illusions via End of Illusions for GSEs

0 Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

Related Posts with Thumbnails

egghats Amazonstore