Inflation? Stagflation?

Die Analysten sind ja normalerweise ziemlich einig. Sobald jemand eine Krise an die Wand malt, werden sie nicht müde, zu betonen und zu begründen, dass es diese nicht geben wird. Die Masse der Analysten und Volkswirte hat noch NIE eine Krise richtig vorhergesagt. Bei der aktuellen Krise war auch der kleine egghat besser und schneller als die versammelte hochbezahlte Analystenschar (schulterklopf).

Auch auf das Thema Inflation habe ich früher als die meisten anderen hingewiesen. Weil mir die Theorie der Entkopplung sehr spanisch vorkam: Das Wirtschaftswachstum solle sich nicht abschwächen, weil China und Asien die Weltwirtschaft in Schwung halten, gleichzeitig wurden aber durch die Abschwächung der Wirtschaft keine Inflationssorgen aufkommen. Das passte nicht zusammen: Entweder oder. Entweder wir bekommen eine Entkopplung, dann aber auch mit Inflation, oder wir bekommen eine globale Wirtschaftsabschwächung, dann allerdings auch ohne Inflation.

Die Vorhersagequalität wird auch beim möglichen Auftreten einer Stagflation nicht besser als bisher sein ...
Wenn von Stagflation die Rede ist, haben die Leute jedoch meistens die extremen Raten der 70er-Jahre im Hinterkopf.
Tja und hier liegt schon eines der Probleme bei der Begründung. Denn die Zahlen für Inflation, Wachstum und Arbeitslosigkeit sind NICHT vergleichbar. Wir hätten bei der Berechnung der Inflation nach den Regeln der 70er Jahre eine Inflation die mindestens doppelt, wenn nicht sogar dreimal so hoch wäre wie das was heute ausgewiesen wird. Tschuldigung: Aber dann haben wir die extremen Raten der 70er schon wieder! (siehe auch Zum Thema Statistikmanipulation). Eigentlich müsste man den Begriff Stagflation erst einmal wieder definieren ...

FTD: Von Stagflation noch keine Spur

Ein etwas anderes Bild findet sich schon in einem weiteren Artikel. Nicht wirklich überraschend, dass die darin getroffenen Schussfolgerungen auf eher inoffiziellen Zahlen basieren ...

Der gestern veröffentlichte ISM-Index kam (in der Gesamtzahl) etwas besser als erwartet (siehe hier: Marketwatch: U.S. June ISM manufacturing index surprises to upside ). In den Details lauert aber ein Zahlenpärchen, das übler kaum sein könnte: Der Unterschied zwischen der Preiskomponente (nahe den historischen Höchstständen) und der Beschäftigungskomponente (nahe den historischen Tiefstständen) war noch nie so groß. Nicht einmal in schlimmsten Zeiten der Stagflation in den 70er Jahren, zeigten diese beiden Komponenten einer so schwachen Arbeitsmarkt bei gleichzeitig hohem Preisdruck an.

FTD: Ein dummes US-ISM-Detail

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