Scheinbar ein großer Mythos: Angebot und Nachfrage

Man nehme mal an, dass ein Rohstoff für zwei Sachen verwendet werden kann. Innerhalb weniger Jahre wird dabei die Menge des Rohstoffs, die für Produkt zwei benötigt wird, deutlich erhöht. Der Bedarf an Produkt eins sinkt aber auch nicht, weil das ebenfalls benötigt wird. Außerdem kann die Produktion des Rohstoffs nicht beliebig erhöht werden.

Masterfrage: Was passiert dann mit dem Preis?

OK, logisch: Er steigt natürlich. Was so ein Preis halt macht, wenn höhere Nachfrage auf ein nur geringfügig erhöhtes Angebot trifft.

Zu diesem wahnsinnig überraschenden Ergebnis ist jetzt auch die Weltbank gekommen. RESPEKT! Es soll tatsächlich preistreibend sein, wenn in den USA inzwischen 25%(!!!) der Maisernte in die Ethanolproduktion wandern. Welch Erkenntnis!

Und weil das eine so unglaublich überraschende Erkenntnis ist, soll die Studie angeblich sogar GEHEIM sein.

Da komm ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus.

Dass ich den ganzen Biosprit-Wahn sowieso nicht nachvollziehen kann, habe ich schon mal geäußert. Gerade die Umwandlung in Ethanol ist kompletter Unfug, weil fast genauso viel Energie für die Produktion des Getreides (Bewirtschaftung, Düngung, Raffinierung) benötigt wird wie am Ende in dem Liter Ethanol stecken. Das ist eine gigantische Beschäftigungstherapie, die klimapolitisch so gut wie nichts bringt. Feigenblätter für die Politiker! (und eine tolle Möglichkeit, wieder Milliarden Agrarsubventionen unter dem Ökolabel umdeklariert an die Bauern auszuschütten; genau deshalb macht George W. Bush das auch ...)

Mehr zum Thema Biodiesel bei mir

Genau das gleiche gilt für die Solarenergie, bei der auch überhaupt nicht auf die Effektivität des investierten Geldes geachtet wird. Wir geben jetzt schon mehr für die Solarenergie aus als für die Kohle. Nur mit dem Unterschied, dass die Kohle einen *wesentlich* höheren Beitrag zur Energieversorgung leistet als die Solarenergie, die ja noch immer im Promillebereich rumlungert. Und die Kohlesubventionen auslaufen, während die Solarförderung weiterläuft. Übrigens auch dann, wenn kein einziger Cent mehr für Neuförderung ausgegeben wird, da die bisher gewährte Einspeisegarantie ja 25 Jahre gilt.

EEG: Subventionen für China

Mit so einer Klimapolitik erreichen wir echt gar nichts:

Wir geben Milliarden aus, senken den CO2 Ausstoß im Promillebereich und verbrennen Nahrungsmittel in Automotoren. Und in Afrika verhungern die Kinder ...

Ich kriesch 'n Hals.

Update (13:08):

Laut FTD:
Die Bank hält das Papier laut einer britischen Zeitung unter Verschluss, um US-Präsident Bush nicht zu brüskieren.

FTD: Weltbank sieht Biosprit als Preistreiber

Update (18:30):

Für alle, die meinen skeptischen Anmerkungen zum Thema Biodiesel/Biosprit nicht gglauben mögen, habe ich auch noch einen aktuelleren Artikel bei Telepolis. Dort kann man schön sehen, dass Bioethanol aus Getreide fast nichts an CO2 Ausstoß spart ... Auch Biodiesel ist nicht wirklich effizient. Eine spürbare Verbesserung erhält man erst, wenn man Abfälle (Stroh), extensiv angebaute Pflanzen (Holz hier, in wärmeren Ländern Jatropha) in Sprit umwandeln kann.

Telepolis: Effekt eher bescheiden

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