SdK und Wirecard im Kreuzfeuer ...

Die SdK sollte eigentlich die Interessen der Kleinaktionäre schützen. Zumindest die Wirecard-Aktionäre sind aber stinksauer auf die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre.

Die SdK ist auf Ungereimtheiten in der Bilanz von Wirecard gestoßen. Aber die SdK hat diese nicht nur veröffentlicht, sondern der stellvertretende Vorsitzende Markus Straub hat sich auch sofort eine leckere kleine Shortposition in Wirecard aufgebaut und profitiert jetzt vom zusammensackenden Kurs (-70% vom Hoch).

Inzwischen hat die SdK Wirecard eine Klage wegen Bilanzfälschung angedroht, woraufhin Wirecard die SdK verklagt hat (Insiderhandel).

Angeblich wurden inzwischen breitschultrige Männer zu einem Geschäftspartner von Straub geschickt, die dort wild Drohungen verbreiteten. Die Polizei wurde eingeschaltet.

BIZARR!

Dass die SdK manchmal "komische" Rollen spielt, ist mir schon bei Nascacell aufgefallen. Eine Aktie, die zu 8 Euro (oder waren es 6?) an die Börse kam und bei der Christoph Öfele von der SdK im Aufsichtsrat saß (bis Anfang 2007). Die Aktie kannte nur eine Richtung: nach unten - nicht ohne noch mehrfach über Kapitalerhöhungen weiteres Geld einzusammeln. Inzwischen ist die Hälfte des Grundkapitals weg und die Firma strebt (in völliger Ermangelung signifikanter Umsätze) wohl in die Pleite. In Analysen (auch in Focus Money) wurde von tollen Technologien und hohen Kurszielen geschwafelt, defakto hatte Nascacell keine relevanten Technologien aufzuweisen. Die wenigen Sachen, die Umsätze produzierten, basierten auf Lizenzen (und damit nicht auf eigenen Technologien). Warnung genug hätte schon die Geschichte von Nascacell sein müssen, die im Kern aus zwei bereits insolvent gegangen Vorgängerunternehmen entstanden ist. Was hat ein Aktionärsschützer bei einem solchen Laden im Aufsichtsrat zu suchen? (Öfele sitzt heute übrigens bei 1860 München im Aufsichtsrat)

Eigentlich bin ich nicht grundsätzlich negativ gegenüber der SdK eingestellt, denn ich habe einer Analyse der SdK über Primacom die erfolgreichste Spekulation der vergangenen Jahre zu verdanken: Primacom. Bei 0,46 gekauft, bei 10 Euro zum großen Teil angedient. Hier hat die SdK ganz am Anfang mit einem Wertgutachten verhindert, dass das damals gültige Abfindungsangebot von 25 Cent je Aktie auf der HV abgelehnt wurde. Das dürfte ein ziemlich einmaliger Vorgang in der deutschen Aktionärsdemokratie gewesen sein: Ein Haufen Kleinaktionäre bekommt tatsächlich die Mehrheit auf der Hautversammlung zusammen und sagt einfach Nein. Dank der SdK, die das alles recherchiert und organisiert hat.

Wenn ein Aktionärsschützer Short-Spekulationen startet, entspricht das nicht meinem persönlichem Empfinden von Unabhängigkeit, die ich in solch heiklen Positionen erwarten würde.

FAZ: Anlegerschützer unter Verdacht

FTD: Krimi um Wirecard

Kommentare :

  1. Die Bandagen werden härter:

    " ... wirecard-Anwalt mit Schlägertrupp unterwegs ..."

    http://www.boocompany.my/index.cfm/content/story/id/15489

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  2. Den Part mit dem Schlägertrupp hatte ich bei den breitschultrigen Männern versteckt ...

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