Das Dosenpfand - Staatliche Regulierung komplett daneben

Wie heisst es so schön: Das Gegenteil von "gut" ist "gut gemeint".

"Gut gemeint": Die Mehrwegquote sank unter den Schwellwert von 75 (oder waren es 70?)%. Das war die Grenze ab der der Staat der Selbstregulierung der Industrie und des Handels nicht mehr akzeptieren wollte.

Unter unglaublich viel Diskussion und unter Ausnutzung aller juristischen Tricks von beiden Seiten (egal wie billig) wurde dann Jahre später durch Rot-Grün (unter Jürgen Trittin) das Mehrwegpfand, wie wir es heute kennen, eingeführt. Die Mehrwegquote war bereits auf gut 50% eingebrochen.

Inzwischen liegt sie bei 27,2%. Eine absolut desaströse Zahl.

Der einzige Vorteil, den wir heute haben: Die Dosen und Flaschen werden nicht mehr in die Umwelt geworfen.

Die Nachteile:

Die Unternehmen mussten für viel Geld neue Abfüllsysteme bauen, der Handel neue Sammelsysteme (das zahlt am Ende natürlich alles der Verbraucher).
Die Verbraucher müssen die Flaschen sammeln und wieder zurückbringen (statt sie einfach in den gelben Sack zu werden, wo sie auf die exakt gleiche Art entsorgt werden könnten).

Das ganze ist ein schönes Beispiel für politische Entscheidungen, die viel Aufwand und Kosten produzieren, obwohl das Ergebnis im besten Fall zweifelhaft bleibt, in diesem Fall sogar klar negativ ist ... Korrigiert wird die Entscheidung natürlich nicht ...

FAZ.NET: Die Mehrwegquote sinkt

Kommentare :

  1. Der Einwegpfand ist eine CDU-Geschichte. Anfangs war es als eine Art Anti-Punk-Gesetz gedacht, wurde jedoch von Rot/Grün ziemlich stark abgeschwächt. Der Hintergrund ist, dass sich viele Obdachlose durch das Sammeln von Dosen über Wasser gehalten haben und die CDU auf diese Bevölkerungsgruppe nicht sonderlich gut zu sprechen ist.

    Im Moment bewirkt es aber den gegenteiliges Effekt, da man beim Händler mehr Pfand bekommt als beim Altmetallhändler. Und da sich das Verhalten der Deutschen kaum geändert haben, freuen sie sich über eine zusätzliche Mehreinnahme.

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  2. Ich glaub, das liegt daran, dass man bei den gesammelten Einwegflaschen das Gefühl hat, es handele sich um Mehrweg: Man hebt sie auf, sammelt sie und bringt sie zurück und erhält Pfand wieder. Ganz so wie bei Mehrweg auch. Das eigenhändige Wegwerfen, verbunden vielleicht mit einem unguten Gefühl, entfällt somit.

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  3. @Frostbringer: Das hört sich aber verschwörungstheoretisch an. Das Gesetz ist von 2003 und damals war rot-grün 5 oder 6 Jahre an der Macht. Die CDU Grundlagen dieses Gesetzes müssen aber schon sehr alt sein, dass dieses Gesetz auf die CDU zurückgehen soll ....

    @Tobias:

    Das spielt sicherlich eine Rolle. Was mich am Pfand aber am meisten nervt: Warum den Mist nicht einfach in die gelbe Tonne werfen? Es landet eh alles in der gleichen Müllverbrennungsanlage ...

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  4. 1991, Klaus Töpfer (CDU)
    1998, Angelika Merkel (CDU)(M)
    2003, Jürgen Trittin (Grüne)

    Beschwerde bitte an diese Personen richten. Die SPD wollte es nie, die Grünen wollten es komplett anders und alle anderen haben sich nie bei den Sitzungen sehen lassen.

    1991 wurde es so nach langem Vorspiel eingeführt, wie man es ab 2003 kennt. Hat aber zu massiven Protesten geführt und wurde nie umgesetzt. Von der Anti-Punk-Verordnung war schon damals praktisch nichts mehr übrig.

    Mit Anti-Punk-Verordnung meine ich die Verstaatlichung von Getränkedosen und einer saftigen Strafe für die Verschrottung derselbigen. Dies wäre der Diskussionstand 80er-Jahre. Scheint aber noch viel weiter zu gehen, aber da müsste man in Archiven stöbern. Habe von Wien aus keinen Zugriff auf solche Sachen.

    1998 wurde es auf Druck von SPD/Grüne so abgeändert, dass es der österreichischen ARA ähnelt. Es ist angedacht, dass der Handel einen Verein gründet, jeder Einzelhändler einen Mitgliedsbeitrag zahlt und dafür Mülleimer aufgestellt wurde. Mit der Lösung waren dann alle zufrieden.

    2003 wurde es umgesetzt, aber von den aufgestellten Mülleimern und dem Dachverband war wenig zu sehen. Und die Kosten wurden voll auf die Kunden umgelegt. Also haben die Grünen im Eiltempo ein Variante durchgedrückt, die jene Absichtserklärungen von '98 ins Gesetz aufnehmen sollte. Da es schnell durch sollte, ist dies aber nur ansatzweise geschehen. Stattdessen kam eine Annahmepflicht auch ohne Kassabon mit Ausnahmen für Kleinhändler.

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  5. @egghat: die Plastikflaschen geraten mitnichten in die Müllverbrennungsanlage. Derzeit kaufen die die Chinesen, verschiffen die und machen Polyesterstoffe draus.

    http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/China-Rohstoff;art304,2348982

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  6. Danke für den hinweis. Das kann gut sein,dass die Flaschen nach China gehen. Worum es mir aber ging: Das gleiche könnte man durch Sammeln im gelben Sack auch erreichen.

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