Freddie Mac (mal wieder) mit Verlust

Und es wird wohl nicht das letzte bleiben ...

Diesmal (im 2. Quartal 2008) waren es 821 Millionen Dollar. Es war das vierte Quartal in Folge mit roten Zahlen.

Als Folge wurde eine Dividendenkürzung auf höchstens 5 Cent (vorher 25 Cent) angekündigt. Außer wurde eine Kapitalerhöhung "angedroht" und die Aktionäre vor einer Verwässerung des Aktienanteils gewarnt. Der Umfang der Kapitalerhöhung soll 5,5 Milliarden Dollar betragen. Die Aktie sank am Mittwoch um fast 20%.

Die Analysten sehen nach diesem Ergebnis und der Ankündigung der Kapitalerhöhung die Wahrscheinlichkeit eines Bailouts durch den US-Steuerzahler deutlich erhöht. Man muss bedenken, dass die Marktkapitalisierung bei nur noch etwa 4,5 Milliarden Dollar liegt. Eine Kapitalerhöhung um 5,5 Milliarden würde den Anteil der Altaktionäre auf weniger als die Hälfte senken.

Die Kapitalerhöhung um 5,5 Milliarden wurde schon einmal angekündigt, aber nicht durchgezogen. Wahrscheinlich haben sich schlicht keine Investoren für dieses Himmelfahrtskommando gefunden. Im Rahmen des Bailouts wurde aber die Möglichkeit eines Einstiegs des US-Staats bei Freddie Mac und Fannie Mae geschaffen; übrigens zum ersten Mal in der Geschichte der zwei Institute. So eine fundamentale Änderung macht man nicht ohne Grund und jetzt wird diese Möglichkeit wohl gezogen werden.

Übrigens denken durchaus einige, dass die 5,5 Milliarden neues Eigenkapital zu wenig sein könnten. Die "sinnvolle" Summe würde eher bei 10 Milliarden liegen. Freddie hat immerhin 133 Milliarden Dollar an sogenannten Alt-A Anleihen in den Büchern stehen . Am Markt werden Abschreibungen von 30% oder mehr auf solche Anleihen für durchaus realistisch gehalten. Und das wären dann bei Freddie 40 Milliarden Abschreibungen ...
(Soviel übrigens zum Thema Freddie und Fannie wären nicht so gefährdet, weil die ja zum überwiegenden Teil gute Risiken in den Büchern hätten. Aber angesichts der insgesamt mehr als 5 Billionen, um die es geht, reichen auch geringe Anteile Schrott aus, um schnell Probleme von 50 oder 100 Milliarden Dollar zu produzieren).

Man sieht schnell, dass unter (durchaus realistischen) Umständen selbst die 5,5 Milliarden nicht wirklich weiter helfen ...

Marketwatch: Freddie loses $821 million on housing, credit crunch
Marketwatch: Freddie warns it may dilute existing shareholders
Marketwatch: Freddie loss makes bailout more likely

1 Kommentar :

  1. Naja mit den angekündigten 700 Milliarden von der US-Regierung sollte dann nun ja auch Freddie Mac geholfen werden. Der Kurs stieg aktuell jedenfalls von gestern auf heute schon wieder um 30%. Bin echt mal gespannt, wie es dann nach diesem Einschreiten weitergehen soll.

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