Keine Panik: Das Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anderes

Süddeutsche.de: Sag, wo die Milliarden sind

Normalerweise empfehle ich ja hier meistens Artikel, die lesenswert sind, aber manchmal muss ich auch Schrott verlinken ...

Der Artikel ist ein Haufen Müll. Sorry. Hätte diese Kritik gerne auch bei der Süddeutschen geschrieben, aber deren Forumsadmins haben am Wochenende frei (wie dämlich ist das denn?!?).

Aber zum Thema: Der Artikel behauptet, dass die Riesenverluste in der US-Immobilienkrise gar keine wirklichen Verluste seien, sondern das Geld nur von einer Tasche in die andere geflossen sind, also quasi ein Nullsummenspiel seien.

Dabei scheint der Autorin aber der Gaul durchgegangen zu sein.

Es gibt Märkte, die Nullsummenspiele sind und es gibt Märkte, die KEINE Nullsummenspiele sind. An den Options- und Futuresmärkten gilt die Regel: Das Geld ist nicht weg, es hat nur jemand anderes. Denn jedem Gewinn eines Teilnehmers steht ein Verlust eines anderen Teilnehmers entgegen. (Übrigens eine Tatsache, die viele Kritiker dieser Märkte auch nicht verstanden haben ...).

Der Aktienmarkt ist aber schon kein Nullsummenspiel mehr, weil dem Gewinn eines Aktionärs keine Verlust irgendeines anderen Anlegers entgegensteht. Und der Immobilienmarkt ist erst recht kein Nullsummenspiel mehr. In den USA haben etwa 70% der Haushalte eine eigene Immobilie. Und diese Haushalte haben alle Vermögensverluste von 10, 20 oder 30% zu verkraften. Und unter Umständen wegen einer platzenden Hypothek das Haus komplett verloren. Wo ist da die Gegenposition, die zu einem Nullsummenspiel notwendig ist? Die Bank hat eine nicht vollständig getilgte Hypothek (=Verlust) und der Hausbesitzer hat kein Haus mehr und u.U. noch einen Batzen Schulden.

Dass jetzt ein Hedgefonds 3,7 Milliarden verdient hat, macht die Verluste von 1 oder 2 Billionen Dollar noch lange nicht zu einem Nullsummenspiel. Wenn jetzt jemand den gesamten US-Immobilienmarkt geshortet hätte, naja, dann wäre es ein Nullsummenspiel. Aber den Immobilienmarkt kann man nicht shorten, außer in bestimmten kleinen Teilbereichen. Einige börsennotierte immobilienbesicherte Anleihen kann man shorten, aber das macht auch nur aus dem Kapitalmarkt, der an den Immobilien hängt, ein Nullsummenspiel, nicht aus dem Immobilienmarkt an sich.

Der einzige Profiteur ist der, der jetzt ein Haus kaufen möchte (und noch keins besitzt). Der profitiert nämlich von den fallenden Preisen. Aber dessen "Gewinn" entsteht erst in der Zukunft. Und diese Argumentation ist dann schon etwas abstrus: Der Verlust von heute ist nicht so schlimm, weil dann ja in der Zukunft jemand davon profitiert. Mit der Argumentation hätte es auch nie eine Weltwirtschaftskrise geben dürfen ...

Der Artikel ist relativ schwierig zu kritisieren, weil ziemlich viele Sachen angesprochen und nur halb durchdacht werden (ich gebe zu, meine Kritik müsste auch strukturierter sein). Am Ende bleibt für den Laien nur das diffuse Gefühl, dass die ganze Krise nicht so schlimm sei.

Der Artikel hat sein Grundproblem wohl in der Vermengung der Begriffe "Geld" und "Wert". Denn wenn Wert oder Vermögen vernichtet wird, wird nicht wirklich Geld vernichtet. Die Beschreibung im Artikel wie Geld entsteht oder vernichtet wird, stimmt (grob vereinfacht) schon, nur heißt das noch lange nicht, dass selbst ohne Vernichtung von Geld trotzdem Vermögen und Wert vernichtet werden kann. Allein das Thema Inflation sollte ausreichen, um zu verdeutlichen, dass Geld und Wert nicht 1:1 zusammenhängen.

So richtig nervig wird der Artikel, wenn er Zitate einstreut. Hauptsache einen Professor zitiert. In welchem Zusammenhang der Satz geäussert wurde, bleibt völlig offen. Und damit dient das Zitat nur der Suggerierung irgendeines Sachverhalts.

Ich bin echt erstaunt, dass eine angesehene deutsche Zeitung einen solchen unreflektierten, unzulässig verkürzten Schwachsinn verzapft ... Dass die Yigger das hochraten, wundert mich nicht, das Allgemeinwissen Wirtschaft scheint in Deutschland rar zu sein ...

yigg.de: Finanzkrise: Das Geld ist nur woanders

Kommentare :

  1. Ich habe das Lesen des Artikel der SZ-Dame schon nach dem zweiten Satz abgebrochen.

    Wer im ersten Halbsatz schreibt: "1000 Milliarden sind kein Pappenstiel", um im zweiten Halbsatz genau das zu behaupten, dem fehlt der Sinn für Zusammenhänge und Größen, und erst Recht für: Folge-Effekte. Die Immobilienkrise in den USA ist ja längst keine reine Immobilienkrise mehr.

    Das größte Unternehmen in den USA strauchelt und hat in einem einzigen Quartal 30 Millarden Dollar Verlust erwirtschaftet, weil die Amerikaner z.Zt. (und wohl noch für die nächsten Jahre) von großer Kaufzurückhaltung angesteckt sind.

    Davon schreibt die Autorin kein Wort - und natürlich auch nicht, wie das mit der Immobilienkrise zusammen hängt.

    Sie schreibt nichts über die kreditschöpfendee Funktion (gerade in den USA) einer funktionierenden und stabilen Immobilienwirtschaft, sie begreift auch nicht, dass sich die Immobilienkrise in den USA aus vielen unterschiedlichen Einzelnszenarien zusammensetzt, die teils überhaupt nichts mit dem von ihr vertretenen Diktum "aber das Vermögen ist ja noch da!" zu tun hat.

    Wenn zum Beispiel überschuldete Immobilienbesitzer zigtausendfach ihre Immobilie aufgeben müssen, wenn sie in einen Wohnwagen umziehen oder der Obdachlosigkeit anheim fallen - und diese vormals genutzten Immobilie in der Folge jahrelang leer stehen:

    Dann wird da kein "Wert erhalten". Ganz im Gegenteil: Zigtausende von Immobilien in den USA (ohnehin von einer oft nur geringen baulichen Qualität) werden verkommen - als Folge der der Immobilienkrise.

    Das, was in den USA gerade geschieht, hat massive realwirtschaftliche Konsequenzen und umso beschämender ist es, wie sich die Dame mit Professoren-Zitaten eine falsche Autorität zu verleihen versucht.

    Hybris 2.0

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  2. Selig sind die Armen im Geiste...

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  3. hmmm.. ich fürchte ihr habt in Buchführung nicht aufgepasst :>

    Aktienhandel ist auch ein Nullsummenspiel, wenn man Dividenden etc. erstmal herauslässt.

    Mal ein kurzes Beispiel:

    Ein Eigentümer wandelt seine Firma in eine AG um und bringt sie an die Börse:

    10 Aktien a 10 Geldeinheiten Ausgabekurs.

    Die Börse bewertet die Firma also nach Marktpreisen mit 100 Ge. Der Eigentümer tauscht also seine 100 Ge. teure Firma gegen 100 Geldeinheiten - ein klassischer Aktiv-Tausch, wie Kasse an Fuhrpark etc... Gewinnwirkung = 0.

    Angenommen, die Erst-Aktionäre finden für die Aktien neue Käufer, die bereit sind, 11 Geldeinheiten zu bezahlen, also insgesamt 110 Geldeinheiten.

    Gewinnwirkung für die Erstaktionäre = 10 €

    Dann kommt plötzlich eine schlechte Unternehmensnachricht, die Zweitaktionäre wollen verkaufen, finden aber nur einen Käufer für sagen wir 8 Geldeinheiten.

    Verlustwirkung für die Zweitaktionäre = 30 Geldeinheiten.

    Bis jetzt haben wir also

    10 GE Gewinn
    30 GE Verlust

    Wo stecken die restlichen 20 GE Gewinn?

    Ganz einfach: Beim verkaufenden Eigentümer: Er hat eine Firma für 100 GE verkauft, die eigentlich nur 80 Ge wert war, und schon sind alle Konten schön ausgeglichen.

    Oder habe ich gerade eine 1/4 Stunde lang Bullshit geschrieben? :>

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  4. "an den options- und futuresmärkten gilt die regel: das geld ist nicht weg, es hat nur jemand anderes." mmh, das stimmt nicht so ganz. auch der derivathandel ist höchst spekulativ. bestes beispiel dafür war LTCM. auch da mussten zum schluss die zentralbanken eingreifen. wenn es doch nur so einfach wäre! dann könnten wir auf die üblichen darlehen verzichten uns nur noch auf der grundlage von derivaten finanzieren. im gegenteil ist es aber gerade so, dass mit dem wegbrechen der sicherheiten im ersten kreditgeschäft auch die summen im derivatgeschäft wegbrechen und damit die krise noch verstärken.

    sicher ist augenblicklich nicht die frage, dass man viel eher einer inflation entgegensteuern muss als einer konjunkturflaute. die eigentliche frage ist aber doch, ob man sich weiterhin den risiken _dieses_ geldmarktes ausetzen will - oder ob es eine für alle beteiligten zufriedenstellende, vielleicht weniger schnell gewinnbringende, dafür aber langfristig stabilere lösung im kreditgeschäft geben könnte. und dafür scheint traditionelle ansatz, dass geld jeweils zumindest annähernd symmetrisch an werte gekoppelt sein sollte, nach wie vor doch kein so falscher zu sein, wie man sieht. auch deswegen muss man sich vor maßnahmen wie einer senkung der zinsen allerstrengstens hüten.

    @syndrom: das sind aber doch lediglich die buchwerte. wenn plötzlich die GE nur noch die hälfte wert ist, haben alle gewinner fünfzig prozent verloren. aber auch wenn das nicht passiert, hat nach deinem beispiel die firma aktuell nur noch den wert von 80 GE.

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  5. Einen ähnlichen Artikel gab es bereits im April im Handelsblatt-Blog von Harald Uhlig, der ja auch im Artikel der Süddeutschen erwähnt wird, sogar unter fast identischer Überschrift:

    „Die Welt-Finanzkrise-wo sind die Millarden?“
    http://blog.handelsblatt.de/oekonomie/eintrag.php?id=35

    Ich hatte damals den Artikel unter dem Pseudonym „Peter Lustig“ kommentiert, weil mich diese schlampige Art von Journalismus auch sehr verärgert, obwohl man beim Handelsblatt da auch nicht viel zu erwarten hat.

    John Dean hat absolut recht:

    Die derzeitige Finanzkrise ist mitnichten ein Nullsummenspiel, sondern ein Fall von gewaltiger Kapitalfehlallokation.

    Wenn in den USA Millionen von Häusern verrotten, weil die Käufer, sprich Schuldner die Hypotheken nicht bezahlen können, und sich neue Käufer, sprich neue Schuldner, nicht finden lassen, dann werden in erheblichem Umfang Vermögenswerte vernichtet.

    Das können Sie den Marktgläubigen aber sagen so oft Sie wollen:

    Religion soll zwar heilbar sein, aber nicht mit rationalen Argumenten!

    P.S.: An dieser Stelle übrigens herzlichen Dank egghat für Ihre unermüdliche und Werte schaffende Arbeit, die ich für meinen Teil außerordentlich zu schätzen weiß.

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  6. Argh, jetzt hab ich aus Versehen den SZ-Artikel geyiggt. Dabei hätte ich dem am liebsten -1 gegeben.

    Ich sag auch danke für deine kritischen Meinungen, egghat. Immer wieder lesenswert.

    btw, wo sind eigentlich all deine yigg,etc-Möglichkeiten hin verschwunden?

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  7. a) Vielen Dank für das Lob!
    b) Ich finde meinen Artikel eigentlich nicht wirklich gut, weil der leider auch etwas arg unstrukturiert ist, aber immerhin besser als der SZ Artikel und eshalb musste der raus (vor allem die Zitate haben mich wild gemacht, genauso bescheuert könnte ich "Kaufen!" zitieren und mir die erwähnte Aktie sparen ...)
    c) @syndrom:
    Langfristig sind wir alle tot. Mittelfristig sind aber die Effekte schon wichtig. Deine Rechnung vergisst eines: Wenn jemand vor deinem ersten Käufer verkauft hat, hat auch der einen Verlust, nämlich den entgangenen Gewinn durch zu frühen Verkauf. So kann man das aber eben nicht sehen. Aktienmärkte wachsen langfristig wie die Gewinne der Firmen, also mit 6, 8 oder 10%. Wenn jetzt die Aktienmärkte 40% unter diesem Wert notieren, hat die Wirtschaft in diesem Moment ein Problem. Langfristig ist irgendwie alles Wurscht. Und dass in Zeiten der Übertreibung (40% oberhalb des Wertes) keiner drum kümmert, ist natürlich. Alle fühlen sich reicher, das BIP wächst und aus. Natürlich sind die Zeiten der Übertreibung genauso ein Problem wie die Zeiten der Untertreibung.
    d) @itha:
    In Zeiten eines Auffangens eines Marktteilnehmers, der sonst Ausfallen würde, sorgt die Fed geradezu dafür, *DASS* es ein Nullsummenspiel bleibt. Denn der Ausfall der Gegenseite ist der einzige Fall, in dem das Spiel an den Options- und Futuresmärkten *kein* Nullsummenspiel ist.
    e) @ray:
    Den Yigg-Button habe ich rausgeworfen, weil in der ganzen Geschichte dieses Blogs EIN EINZIGER Artikel nach yigg submittet wurde, der nicht von mir kam ... Und der einzige Artikel, der es jemals auf die Homepage geschafft hat, war einer, in dem ich geradezu gebettelt habe, geyiggt zu werden. Das waren dann 1000 Leser und 18 Yiggs. Extrem enttäuschend fand ich das ... Keine Ahnung, warum da (fast) niemand mitmacht. Ganz nebenbei war der Button lang kaputt (als yigg geupgradet hat) und dann war er (endgültig) weg.

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  8. Kein einziger Markt ist ein Nullsummenspiel. Ihr vergesst, dass die Broker und Boersen auch ihren Teil abzwacken. Und das ist oftmals gar nicht so wenig.

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  9. Aber es ist doch für die Immobilien damals beim Kauf Geld geflossen. Also hat doch irgendwer Häuser verkauft, die von den Banken via Hypothek bezahlt wurden. Auch an Käufer, die ja eigentlich als solch garnicht auf dem Markt sein konnten. Wenn die Banken nun so hohe Abschreibungen haben, hat doch irgendwer andererseits richtig abgesahnt? Oder ist die Überlegung grundsätzlich falsch?

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  10. Richtig abgesahnt würde ich es nicht nennen. Wenn Häuser gebaut werden müssen Bauland erschlossen, Material gekauft und Arbeiter bezahlt werden. Und natürlich machen auch die Unternehmen und Makler einen Gewinn, für Arbeit und Risiko.

    Ein Haus ist keine Dienstleistung, es ist eine Ware mit einem substanziellen Wert. Normalerweise sollte einem dieser Wert in Amerika etwa 20-30 Jahre erhalten bleiben, in Deutschland etwa 50-80 Jahre, weil massiver gebaut wird.

    Allerdings besteht der "Wert" des Hauses nur so lange wie es genutzt wird oder sich ein Dritter findet, der den Nutzen und damit den Wert darin sieht und findet. Die ganze Krise wäre keine, wenn es diese Dritten in den USA gäbe. Gibt es aber nicht.

    Wenn ich eine Brücke in der Sahara baue habe ich auch Material und Arbeiter bezahlt, der Nutzen geht aber gegen Null. So wie mit den (zu vielen) Häusern in den USA. Jetzt sind die Häuser in den USA ja nicht weg. Wenn sie sich nicht verbrauchen würden, könnten die Banken darauf spekulieren, irgendwann in sagen wir mal 10 Jahren, wenn sich alles wieder etwas entspannt hat und das Überangebot vom Markt verschwunden ist, die Häuser wieder an die Frau oder den Mann zu bringen. Die Frage die sich zur Zeit stellt ist, was schneller gegen Null läuft: Das Überangebot oder der "Verbrauch" des Hauses (deshalb finde ich auch den Index mit den "Häusern auf Halde" von egghat so interessant).

    Wenn jedoch das Haus leer steht und Verschleiß nicht ersetzt wird, geht das relativ schnell, Vandalismus inklusive. Außerdem ist Kapital für sehr lange Zeit gebunden, wirft keine Erträge ab und kann nicht nutzenstiftend an anderer Stelle eingesetzt werden.

    Der Vermögensverlust besteht also nicht nur aus dem verschwendeten Material und der nutzlosen Arbeit, sondern auch aus dem entgangenen Nutzen, die Material und Arbeit an anderer Stelle hätten bringen können. Es gibt natürlich auch, da haben Sie Recht, Profiteure von dieser Situation. Etwa diejenigen Amerikaner, die ihr bereits bestehendes Haus vor dem Platzen der Blase verkauft haben. Oder die Arbeiter, die Ihren Lohn bereits bekommen haben, oder die Bauunternehmen und Händler, die an den Geschäften beteiligt waren. Dieses jedoch auch nur bedingt und unter der Annahme, dass es ansonsten kein anderes nutzenbringendes Geschäft gegeben hätte.

    Insgesammt stehen diese Profite jedoch Verlusten gegenüber, die diese um ein Vielfaches übersteigen. Wie groß, unüberschaubar und unabsehbar der volkswirtschaftliche Schaden ist erkennen Sie daran, dass Ökonomen eine Größenordnung zwischen 500 Mrd. und 2 Bill. Dollar prognostizieren - eine außerordentliche Spanne auf außerordentlichem Niveau.

    Übrigens, die Banken werden die Vermögenswertvernichtung nicht bezahlen.
    Bezahlen werden wir - und zwischen dem, was wir bezahlen werden und dem, was uns diese Krise kostet wird, liegt noch einmal eine Welt.

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  11. Das mit dem Wert verstehe ich schon. Auch dass die Misere sehr weitreichende Folgen hat und haben wird. Mir geht es nur um den Aspekt: wenn beispielsweise (ich weiss der Vergleich hinkt ziemlich) die Banken die Finanzierung von 7er BMWs ohne Bonitätskontrolle jedem gewährt hätte - dann wären erstmal die Autos verkauft worden : massenhaft. Dass danach keiner mehr einen 7er haben will oder verkaufen kann, ist klar. Aber verkauft wurden sie und das Geld wäre an BMW geflossen.

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  12. Deine Überlegung ist nicht grundsätzlich falsch. Deshalb sind die Blasen auch nicht soooo schlimm. Weil eine Blase natürlich Wert schafft, auch wenn nachher ein Teil (wie groß dieser Teil ist, ist wissenschaftlich noch umstritten. Finde heraus wie groß und du bekommst einen Nobelpreis ;-)) wieder vernichtet wird.

    Das Problem ist aber die unglaubliche Menge an fehlgelenktem Geld: Es werden Häuser gebaut, in denen keiner wohnt; die Banken bleiben auf wertlosen Hypotheken sitzen, etc. Die Bank hat z.B. in dem Fall vorher kein (bzw. kaum) Geld verdient, sondern nur verloren. Weil die Bank jeden Dollar mehrfach verleiht, fehlt das Geld der Wirtschaft dann mehrfach.

    (Übrigens gibt es die Überlegungen, warum die Blasen nicht so schlimm sind, auch ähnlich in Bezug auf Schwarzarbeit. Hier wird dann ähnlich argumentiert: Zwar geben die Nachfrager für Schwarzarbeit das Geld an den Sozial- und Steuerkassen vorbei aus, ABER das Geld wird dann zum großen Teil doch ausgegeben (zwar für etwas anderes, aber es wird halt ausgegeben und dann eben zum großen Teil auch legal, sprich inkl. Steuern und Sozialabgaben). Den durch Schwarzarbeit gesparten Teil gibt der Auftraggeber aus, den Rest der Schwarzarbeiter selber. Am Ende kommt dabei ein Schaden heraus, der *viel* geringer ist als die Summen, die durch die Presse gehen).

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  13. Ja verstehe. Aber ist es nicht so, dass durch die 'leichtfertige' Hypotheken- Finanzierung erst die Nachfrage geschaffen wurde, damit wurde der Markt angeheizt, die Hauspreise stiegen und neues Geld wurde in den Kreilauf geschoben. Indirekt wurde Geld international gegeben und einerseits ja wurden Häuser gebaut, die niemand bezieht aber andererseits wurde doch der Wertzuwachs bei Verkäufen/käufen finanziert und das Geld kam ja irgendwo an (und eben nicht nur bei den Löhnen der Handwerker).
    Ist vielleicht nicht auch der KFZ markt in USA so desaströs, da kein weiteres gepumptes Geld mehr in den Kreislauf kommt - sprich momentan kippt keiner mehr was nach und eben die vorher verdient haben, sehen jetzt richtig schlecht aus.
    Um es zusammen zu fassen, völlig d'accord dass bei einem sinnlosen Hausbau Geld im Acker steht - aber beim Kauf und Verkauf 'gebrauchter' Häuser gab es Profiteure, die unglaubliche Käuferschichten gewannen.

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  14. Ahh und da fallen mir noch welche ein, die nett eingefahren haben. So die Supertopchecker, die die gerateten Subprime- Pakete in der ganzen Welt verkauft haben und aus Scheisse Gold gemacht haben und für sich Liquidität und einen hübschen Boni. Geht nicht auch die Rede, dass ein namhaftes deutsches Bankhaus noch schnell der IKB ein paar Pakete überzeugend übergab. Klar sieht die Bank heute auch etwas weiss im Gesicht aus aber Dank IKB kann man einen vitalen Eindruck machen.
    Und wie man so schön sagt: der Bimmerle zahlt!

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