Lehman vor Notverkäufen?

Lehman muss Risikopositionen aus der Bilanz bekommen. In den Lehman-Büchern sind eindeutig zu viele davon (oder es ist eben zu wenig Eigenkapital vorhanden, wenn man das anders herum betrachtet). Eigenkapital ist teuer und so gut wie nicht zu besorgen. Die Verkäufe von Risiko sind auch verdammt schwierig, wie Merrill Lynch vor gut zwei Wochen zeigte. Merill musste nicht nur 80% Kursabschlag gewähren, sondern übernahm sogar noch Sicherheiten UND gab auch den Kredit , weil sich kein anderer Kreditgeber fand ... (siehe Merrill Lynch muss weiter abschreiben und plant Kapitalerhöhung).

Lehman will einen solchen Abschlag aber nicht hinnehmen. Unter Umständen kann Lehman einen solchen Abschlag auch nicht hinnehmen, weil dann bei ähnlichen Vermögenswerten ein gleich hoher Abschlag vorgenommen werden müsste. Und so kommen schnell einige Milliarden zusammen ...

Die Preisvorstellungen von Lehman und die der Käufer liegen scheinbar noch weit auseinander. Analysten geben Lehman aber wenig Chancen auf einen guten Erlös, dazu ist die Lage und damit die Verhandlungsposition bei Lehman zu schlecht

Übrigens eine interessante Note: Es geht bei den Assets auch um Gewerbeimmobilien, die ja bisher (auf relativ magische Art) noch als sicher und von der Krise unbelastet gelten. Was angesichts der kräftigen Wachstumabschwächung in den USA doch überraschend ist, denn eigentlich sinken in solchen Phasen auch die Mieten und damit auch der Wert von Büros und Lagerflächen.

FTD: Krise zwingt Lehman zu Notverkäufen

1 Kommentar :

  1. Hallo Egghat,
    was interessantes von Lehman Brothers

    Verlässt Lehman die Börse?
    Nach 80 Prozent Kursverlusten und permanenten Gerüchten um Liquiditätsprobleme hat das Management von Lehman Brothers möglicherweise genug vom Börsentreiben. Einem Bericht zufolge erwägt die US-Investmentbank, die eigenen Papiere vom Kurszettel streichen zu lassen.


    New York - Wegen der jüngsten Gerüchte und Spekulationen um Liquiditätsprobleme ziehe Lehman Brothers ernsthaft in Erwägung, die eigene Aktie von der Börse zu nehmen. Das berichtet die "New York Post" am Dienstag in ihrer Online-Ausgabe.
    Der zuletzt deutlich eingebrochene Aktienkurs habe der Idee neue Nahrung gegeben, schreibt das Blatt und beruft sich auf nicht näher genannte Informanten. Lehman wollte die Angaben dem Blatt gegenüber nicht kommentieren.

    Die Lehman-Aktie hat seit Februar mehr als 80 Prozent ihres Wertes verloren. An der Börse wird immer wieder spekuliert, Lehman könnte ein ähnliches Schicksal wie Bear Stearns drohen. Der Wettbewerber war im Frühjahr kurz vor der möglichen Insolvenz zu einem Schnäppchenpreis verkauft worden.

    Quelle, Manager-Magazin
    http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,565981,00.html
    Gruß,
    Mash

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