US-Immobilienpreise sinken weiter

Kein Wunder nachdem bereits Anfang der Woche gemeldet wurde, dass das Angebot stärker steigt als die Nachfrage bei (gebrauchten) Häusern (siehe: US-Hausverkäufe im Plus!)

Heute kamen die Zahlen für die Neubauten. Die Zahl ist im Juli gegenüber dem Vormonat von 503.000 auf 515.000 gestiegen. Das Problem: Die Zahl für den Juni wurde von 530.000 auf 503.000 nach unten korrigiert. Bisher war das Tief mit 513.000 im März. Die korrigierte Juni-Zahl ist also ein neues Tief und die Juli-Zahl ist nur 2.000 (und damit überhaupt nicht signifikant) über dem Tief. Aber immerhin geht es nicht mehr weiter runter. Dramatisch weiterhin der Jahresvergleich: minus 35%.

Der Lagerbestand sinkt aber, weil das Angebot kräftig zurückgeht. In Monatsumsätzen sind es jetzt noch 10,1 nach 10,7 Monate im Juni. Wie ich schon mehrfach geschrieben habe: Das ist die entscheidende Zahl, weil sie zeigt, dass sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage in die richtige Richtung verschiebt.

Die Preise liegen im Median 6,3% unter dem Vorjahr. Allerdings halte ich diese Medianberechnung für ziemlich lame und verzerrend. Der Case-Shiller-index ist methodisch viel besser. Kein Panik, kommt gleich noch ;-)

Marketwatch: July's sales of new homes paint a mixed picture

Aber erst noch ein anderer Preisindikator von der OFHEO. Danach ist der durchschnittliche Hauspreis nur um 1,4% im ganzen zweiten Quartal 2008 gesunken.

Marketwatch: Home prices off 1.4% in second quarter, OFHEO says

OK, jetzt der wirklich gute Indikator: Der Case-Shiller-Hauspreisindex. Dieser ist deswegen besser, weil er Häuser trackt. Das heisst, dass nicht einfach alle verkauften Häuser zusammen addieren wird, sondern das Haus an sich verfolgt wird. Man vergleicht also das selbe Haus beim Verkauf 1998, 2002, 2006 und 2008.

Danach sind die Immobilienpreise im Jahresvergleich im Juni um 15,9% gefallen. So stark wie noch nie. Wobei man sagen muss, dass der Case-Shiller-Index noch nicht so wahnsinnig lang gibt (etwa 20 Jahre).

Marketwatch: Home prices fall a record 15.9% year over year

Ich sehe aber, wie ich gestern schon mal angedeutet habe, ganz klar eine abnehmende Geschwindigkeit beim Preisverfall. Wenn wir von einer parabel- oder sinusförmigen Preiskurve ausgeht, dürften wir damit die Hälfte des Preisverfalls hinter uns haben. Positiv ist das aber nicht ... Denn damit landen wir bei 30 oder 40% Gesamtpreisverfall. Und das ist IMHO in den Abschreibungen der Banken noch lange nicht drin ...

Wobei die Interpretation der Hauspreise natürlich sehr schwierig ist. Wenn der eine Index minus 6 und der andere minus 15% meldet, wird eine schlüssige Interpretation schwierig ...

Wem das jetzt zu viel Zahlen und das alles zu Englisch war:

FTD: US-Hauspreise stürzen ab

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