D: Auftragseingänge erneut kräftig runter

Während die USA bei den Wirtschaftsindikatoren weiterhin um die Nulllinie rumeiert (Arbeitsmarkt heute etwas schwächer als erwartet, Einzelhandelsumsätze ebenfalls schwächer, dafür zeigen der ISM und die Auftragseingänge wieder leichtes Wachstum an), ist die Lage in Deutschland spannender, aber eigentlich auch erschreckender.

Hier geht es bei den Auftragseingängen weiterhin rapide bergab. Wurden die ersten drei, vier Monate noch auf eine temporäre Delle geschoben, die angesichts des hohen Auftragsbestands auch nicht weiter tragisch sei, zeigt sich jetzt doch mal wieder, dass sich Deutschland nicht von den USA abkoppeln kann. Wie ich schon beim letzten Mal schrieb: Hat Amerika eine Erkältung, bekommt Deutschland eine Grippe.

Zu den Zahlen: Im Juli sanken die Auftragseingänge der deutschen Industrie um 1,7%. Erwartet wurde übrigens ein Plus von 0,4%. Damit ist der Juli der achte Monat mit sinkenden Auftragseingängen in Folge. Im Jahresvergleich errechnet sich inzwischen ein Minus von 4,1%. Auch beim Blick in die Details wird die Zahl nicht besser. Die stark schwankenden Großaufträge haben zu einer (wahrscheinlich nicht nachhaltigen) Verbesserung geführt; ohne diese Großaufträge (vor allem aus der Luftfahrtindustrie, sprich Airbus), wäre das Minus sogar etwa doppelt so hoch gewesen. Und auch ein zweites Detail ist unschön: Die Aufträge aus dem Inland gehen mit 3,6% noch stärker zurück als die Gesamtzahl von 1,7%.

Ich sehe schwarz für die deutsche (und damit europäische) Konjunktur. Ich hatte ja etwas Hoffnung, dass Deutschland besser durch die Krise kommt, weil es hier keine Immobilienblase wie in den USA, Spanien, Irland oder Großbritannien gab. Aber da war ich wohl zu optimistisch. Und die EZB mit ihrer letzten Zinserhöhung auch ...

FAZ: UPDATE: Deutsche Order-Daten machen Rezession wahrscheinlicher

Marketwatch: Services side of U.S. economy expanded in August
Marketwatch:
ADP employment index falls 33,000 for August
Marketwatch: U.S. July factory orders rise 1.3%, stronger than forecast
Marketwatch: Weak August numbers pressure retail stocks

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