Ein paar Fragen zur Arbeitslosigkeit

Wer sich schon immer fragte, ob wir 3 oder 8 Millionen Arbeitslose in Deutschland haben, dem beantwortet die WAZ mal diese und andere Fragen.
Sind die 1-Euro-Jobs mehr oder weniger geworden?
Sind die Umschulungsmaßnahmen mehr oder weniger geworden?
Etc. pp.

Wenn Euch der Lafontaine also mal wieder erzählt, dass es allen immer und immer schlechter geht, ignoriert ihn. Genauso wie er die Zahlen ignoriert ...

So ehrlich ist die Arbeitslosenzahl

Kommentare :

  1. Sorry, wenn Herr Weise sagt, der der "Souverän" entschieden hat, wobei er nicht den Souverän, sondern seinen Auftraggeber, die amtierende Regierung meinte, das am Zählverfahren etwas geändert werden muß, um ein besseres Abbild der Arbeitslosigkeit zu erreichen, dann sind diese Zahlen in diesem Sinne zu einem Ergebnis gebracht worden.

    Wichtig ist, Lohneinkommen, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, beides ist gesunken, hat gute alte Werte unterschritten, Lafontaine hat recht, wenn er sagt, das es vielen schlechter geht.

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  2. Ich empfinde diesen Eintrag doch für ziemlich zynisch, da die seit Jahren steigende Arbeitslosigkeit in Deutschland bereits zu gesellschaftlichen Verwerfungen geführt hat.

    Dabei haben sich die Sozialarbeiter gerade gefreut, dass die Ewiggestrigen langsam wegsterben und man keine unglaublich dämlichen Streitereien wegen Kommunikationsschwierigkeiten lösen muss. Im Idealfall wussten die Parteien nicht mal, warum sie sich streiten, weshalb man sich doch manchmal ziemlich verarscht vorgekommen ist.

    Jetzt sind die Probleme eigentlich in erster Line die psychischen Folgen der Arbeitslosigkeit. Hin und wieder ein Leichenfund ist auch drin :(. (Hat wer ne Selbstmordstatistik? Da muss vor ein paar Jahren ein Knick nach oben sein.) Und um das ganze auszugleichen gibt es immer mehr Workaholics und Leute die offensichtlich überarbeitet sind. Und was die jahrelange Lohnzurückhaltung verursacht hat, muss ich wohl hier nicht näher erläutern. Bei der Armenspeisung treffe ich auch Leute, die 40 Stunden pro Woche und mehr arbeiten.

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  3. Die Arbeitslosigkeit steigt nicht seit Jahren. Sorry. Das gibt keine Zahl her.

    Es ist an dieser Stelle schon häufiger diskutiert worden, dass die Arbeitslosenstatistik nicht die allein glückseelig machende Zahl ist. Denn darin tauchen ABM, Umschulungen, etc. nicht auf. Schlecht. Es gibt aber eine Zahl, die die Realität ganz gut widerspiegelt: Die Zahl der regulär Beschäftigten. Und diese liegt inzwischen wieder bei mehr als 40 Millionen und damit pimaldaumen 2 Millionen höher als noch vor 2, 3 Jahren. Und das spiegelt dann wider, was die Arbeitslosenzahl auch sagt: Die Beschäftigung in Deutschland, und zwar die reguläre, sozialversicherungspflichtige ist gestiegen.

    Und im Umkehrschluss hat das auch, dass die Zahl der Arbeitslosen zurückgegangen ist und die Arbeitslosenquote das richtig abbildet.

    Wenn die Zahl der Arbeitslosen sinkt, ohne dass die Anzahl der regulär Beschäftigten steigt, ist das ein Warnzeichen. Das hatten wir unter Kohl immer in den letzten 12 Monaten vor der Wahl. Da wurden die Arbeitslosen in Umschulungen und ABM gesteckt und nicht mehr gezählt. Die Arbeitslosigkeit sank, die Anzahl der regulär Beschäftigten stieg aber nicht. Und dann hat man ein sicheres Zeichen für die Manipulation der Arbeitslosenquote.

    Aktuell kann ich sowas aber nicht erkennen. Im Gegenteil: Ich glaube die Arbeitslosenquote heute spiegelt die Realität besser wider als vor 5 Jahren. Wir haben heute weniger Arbeitslose *und* weniger versteckte Arbeitslose.

    Das war eigentlich der Hauptpunkt meines Postings. Der Lafontaine Satz war nur zum Dranreiben ;-)

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  4. mir fehlt bei dem ganzen die Anzahl der Arbeitnehmer, die zwar einen Job haben, jedoch weiterhin, auf Grund des geringen Einkommens, staatliche Zuschüsse erhalten. Sei es der 4-Euro-Pin-Postbote oder der Kinderzuschlagsempfänger. Der Trend, das Menschen von ihrem Einkommen nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten können, ist definitiv zunehmen.

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  5. Die Zahl wäre defintiv interessant. Das ist aber leider keine Zahl der Arbeitslosenstatistik. Und die Zahl ist nicht aussagekräftig, weil nur etwa die Hälfte der Anspruchsberechtigten die Ansprüche auch stellt.

    Ein Grund mehr für eine saubere Kombilohn-Lösung. Wir haben das implizit eh schon ...

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  6. Huch noch was: Die Unklarheit über die Zahl der Leute, die Ansprüche haben, aber keine stellen, ist auch der Grund, warum niemand beim Thema BGE oder Kombilohn eine verlässliche Rechnung aufmachen kann. Unser Sozialsystem ist so komplex, dass man daraus nicht einmal mehr verlässliche Zahlen ziehen kann ...

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