Gerade bei Focus Money gefunden:
Einer Rettung der Sparkasse [gemeint ist Washington Mutual] könnte sich der Staat schon aus politischen Gründen nicht verweigern. Ein Kollaps der Bank aus Florida brächte den amerikanischen Einlagesicherungsfonds in die Bredouille, der für die ersten 100 000 Dollar geradesteht, die ein Kunde bei seiner Bank deponiert hat. Leider ist der Einlagensicherungsfonds – im Gegensatz zu seinem deutschen Pendant – äußerst schwach auf der Brust: Die Reserven sind in der Krise bereits abgeschmolzen. Der „Financial Times“ zufolge sind von 7,2 Billionen Dollar Einlagevermögen nur annähernd zwei Drittel abgesichert – 2,5 Billionen Dollar stehen lediglich auf dem Papier und müssten bei Bedarf erst von anderen Banken eingefordert werden. Sollte Washington Mutual kippen, würden die Sparer panikartig ihre Gelder bei Banken und Sparkassen abziehen. Es käme zu öffentlichkeitswirksamen Schlangen vor den Filialen – und zum Kollaps des gesamten Systems.
Focus Money: MONEY-Börse: US-Banken – ein TrümmerhaufenAlles was der Focus über den amerikanischen Einlagensicherungsfonds schreibt ist richtig. Nur dass der deutsche Einlagensicherungsfonds besser ist und eine Pleite von der Größe einer Washington Mutual verkraften würde, bezweifle ich zutiefst. Wenn ich die Bilanzsumme drittel oder viertel (weil Deutschland ja kleiner ist als die USA), lande ich irgendwo in der Ecke der Commerzbank (ohne Dresdner Bank). Und eine Pleite einer Commerzbank würde der deutsche Einlagensicherungsfonds NIE IM LEBEN verpacken. Jede Wette, liebe Journalisten von Focus Money. Wenn der Einlagensicherungsfonds so potent wäre, würde der seine unglaublich gute Kapitalausstattung rausposauen. Die ist aber sehr geheim ...
Goldilocks@Work :-(
Auch bin ich mir nicht sicher, was Focus mit "2,5 Billionen Dollar stehen lediglich auf dem Papier und müssten bei Bedarf erst von anderen Banken eingefordert werden" meint. Die FDIC fordert nichts "ein". Die versichern nur 100.000 Dollar (für Altersvorsorgekonten auch 250.000) und dann ist Ende. Da wird nichts eingefordert. Im guten Fall kümmert sich die FDIC um einen Käufer für den Geschäftsbetrieb und zahlt diesem Geld, wenn diese Summe niedriger ist als die drohenden Entschädigungszahlungen. Aber von einem "Einfordern" einer Summe bei anderen Banken kann keine Rede sein.
Die Darstellung in der FT ist (wenig überraschend) besser:
FT: Washington Mutual presents fresh test
Gerade bei Focus Money gefunden:
Einer Rettung der Sparkasse [gemeint ist Washington Mutual] könnte sich der Staat schon aus politischen Gründen nicht verweigern. Ein Kollaps der Bank aus Florida brächte den amerikanischen Einlagesicherungsfonds in die Bredouille, der für die ersten 100 000 Dollar geradesteht, die ein Kunde bei seiner Bank deponiert hat. Leider ist der Einlagensicherungsfonds – im Gegensatz zu seinem deutschen Pendant – äußerst schwach auf der Brust: Die Reserven sind in der Krise bereits abgeschmolzen. Der „Financial Times“ zufolge sind von 7,2 Billionen Dollar Einlagevermögen nur annähernd zwei Drittel abgesichert – 2,5 Billionen Dollar stehen lediglich auf dem Papier und müssten bei Bedarf erst von anderen Banken eingefordert werden. Sollte Washington Mutual kippen, würden die Sparer panikartig ihre Gelder bei Banken und Sparkassen abziehen. Es käme zu öffentlichkeitswirksamen Schlangen vor den Filialen – und zum Kollaps des gesamten Systems.
Focus Money: MONEY-Börse: US-Banken – ein TrümmerhaufenAlles was der Focus über den amerikanischen Einlagensicherungsfonds schreibt ist richtig. Nur dass der deutsche Einlagensicherungsfonds besser ist und eine Pleite von der Größe einer Washington Mutual verkraften würde, bezweifle ich zutiefst. Wenn ich die Bilanzsumme drittel oder viertel (weil Deutschland ja kleiner ist als die USA), lande ich irgendwo in der Ecke der Commerzbank (ohne Dresdner Bank). Und eine Pleite einer Commerzbank würde der deutsche Einlagensicherungsfonds NIE IM LEBEN verpacken. Jede Wette, liebe Journalisten von Focus Money. Wenn der Einlagensicherungsfonds so potent wäre, würde der seine unglaublich gute Kapitalausstattung rausposauen. Die ist aber sehr geheim ...
Goldilocks@Work :-(
Auch bin ich mir nicht sicher, was Focus mit "2,5 Billionen Dollar stehen lediglich auf dem Papier und müssten bei Bedarf erst von anderen Banken eingefordert werden" meint. Die FDIC fordert nichts "ein". Die versichern nur 100.000 Dollar (für Altersvorsorgekonten auch 250.000) und dann ist Ende. Da wird nichts eingefordert. Im guten Fall kümmert sich die FDIC um einen Käufer für den Geschäftsbetrieb und zahlt diesem Geld, wenn diese Summe niedriger ist als die drohenden Entschädigungszahlungen. Aber von einem "Einfordern" einer Summe bei anderen Banken kann keine Rede sein.
Die Darstellung in der FT ist (wenig überraschend) besser:
FT: Washington Mutual presents fresh test
Einlagensicherungsfonds: Deutschland vs. USA
Hier mal was zur Auswirkungen der Lehman Pleite auf die deutsche Einlagensicherung:
AntwortenLöschenhttp://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Lackmustest-f%FCr-Einlagesicherung-Sicherungsfonds-droht-gr%F6%DFter-Schadensfall/414190.html
Die Pleite könnte alleine die deutsche Einlagensicherung bis zu 14 Mrd. € kosten. uiuiuiuiui