Komplett Bailout für AIG

Wow, es gibt nicht nur einen 85 Md. Dollar Kredit, sondern die Fed will dafür 80% des Eigenkapitals haben.

Damit ist die AIG, die größte Versicherung der USA und die zweitgrößte Versicherung der Welt, verstaatlicht.

Früher nannte man das Sozialismus ...

Im übrigen ist das der Deal, für den eigentlich mal Risikokapital oder Private Equity gedacht war. Siehes das letzte Update im Artikel von gestern: AIG bekommt den Bailout!

Update (9:35):

Der Zinssatz beträgt LIBOR + 850 Basispunkte also plus 8,5%(!). Das ist richtig viel und die Fed macht damit genau das, was Bronte Capital (Link in meinem Artikel von gestern) als Idee für einen Private Equity Investor vorgeschlagen hat: Man gebe der AIG viel Geld, nehme einen hohen Zins dafür, besorge sich dafür im Gegenzug eine Mehrheit am Eigenkapital und warte dann in Ruhe ab, wie das Kerngeschäft genug Geld einbringt. Damit tilgt man die Schulden und baut möglichst schnell das Risiko in den schlechten Geschäftsbereichen ab.

Das ist eine sehr clevere Lösung und es besteht aus meiner Sicht eine sehr gute Chance, dass man mit dieser Lösung die AIG stabilisiert und am Ende der Steuerzahler nicht einmal viel Geld zusteuern muss. Unter Umständen sogar gar keins. Wobei das Risiko in den schlechten Geschäftsbereichen schon hoch ist und das durchaus viel Geld kosten kann. Aber mir fällt keine Methode ein, den Laden cleverer zu retten.

Respekt!

Update (18.09.08):

Noch ein Detail als Nachtrag. Es ist übrigens kein Kredit von 85 Mrd. Dollar, sondern eine Liquiditätsmaßnahme von BIS ZU 85 Mrd. Dollar. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre. Sollte die AIG den Kredit nicht benötigen, dann müssen die auch keine Zinsen dafür bezahlen.

Fed: Press Release

Kommentare :

  1. Was passiert jetzt eigentlich mit den Ratings? Bekommt AIG wieder AAA?

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  2. "Wir sind derzeit die Opfer von Gier, Ausschweifung und Korruption an der Wall Street", sagte McCain im Sender CNN. In einem Gespräch mit dem Sender ABC bezeichnete er die Wall Street als "Casino", das die Arbeitnehmer in den USA "betrogen" habe.

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  3. Alles populistisches Wahlkampfgeblubber. Wenn er von der Wallstreet Wahlkampfspenden bekommt, hat er nix gegen dieses "Casino", das die Arbeitnehmer in den USA "betrügt"!

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