Moral Hazard oder was wir gelernt haben im letzten halben Jahr

Erstens: Die Grenze zwischen "Too big to fail" und "too small to rescue" liegt irgendwo zwischen Bear Stearns und Lehman.

Zweitens: Wenn Du gerettet werden willst, werde so groß, dass du nicht ein paar Kunden bedrohst, sondern das gesamte Weltfinanzsystem. Reduziere dein Risiko nicht (wie Lehman), sondern erhöhe es (wie die Bank of Amerika). Nur so wirst du zu einer Bedrohung für alle.

Drittes: Wenn du nicht schnell genug groß werden kannst, geh als erster Pleite. Lehman wäre als erste Bank mit Problemen wohl gerettet worden.

Viertens: Sammle möglichst viel Risiko aus einer Richtung und drohe damit. In der Richtung, aus der du das Risiko gesammelt hast, befindet sich dein natürlicher Käufer (Bear Stearns hat 40% seiner Geschäfte mit JPMorgan gemacht).

Fünftens: Risiken aus wichtigen Wirtschaftszweigen erzeugen mehr Angst. Kaufe also bevorzugt Hypotheken und Autokredite.

Sechstens: Die Bilanz zählt. Besorge dir Eigenkapital so früh wie möglich und verkaufe den Giftmüll so schnell wie möglich. Denn jetzt ist es dafür wohl zu spät.

deeply inspired by The Big Picture: The Terrible Lessons of Bear Stearns

1 Kommentar :

  1. mhh... Du hast siebtens vergessen :

    7. : Wenn du schon nicht die ersten 6 Regeln verfolgst, vereinbare wenigstens mit deinem Arbeitgeber eine Abfindung in Höhe von mindestens 299 Mio Dollar, so das es Ihnen weh tut wenn Sie / der Insolvenzverwalter dich rausschmeisst.

    Mal sehen, vielleicht schreibe ich zu dem Thema heute abend noch was in meinem Blog - muss da vorher noch paar Quellen sortieren.

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