Steuervorschläge von Mc Cain und Obama im Vergleich

Das Bild über den US-Wahlkampf in Deutschland ist ja durch den extrem medientauglichen Obama ziemlich verzerrt, insbesondere erfährt man fast nichts über die eigentlichen Wahlprogramme.

Ja Obama ist irgendwie sozialer. Und ja McCain ist alt und hat sich jetzt 'ne junge, schicke Konservative geholt. Aber dann ist oft (leider) schon Schluss.

Es geht ja hier meistens um die Börse, aber eigentlich war das Blog mal thematisch breiter gedacht. Und vor allem in Bezug auf Politik wollte ich mehr schreiben.

Wie schön, dass mir gerade eine äusserst informative Grafik in die Hände gefallen ist, die die Steuerpläne von Barack Obama und John Mc Cain vergleicht.

Als erstes: Beide wollen natürlich die Steuern senken. OK, es ist Wahlkampf, aber das Komische ist, dass in den USA die Steuern wirklich manchmal gesenkt werden (In Deutschland überbieten sich die Parteien lieber mit Steuererhöhungsplänen).

Und zweitens zur Grafik. Darin sieht man, wie viel Einkommen die US-Bürger nach der (möglichen) Umsetzung der Pläne mehr haben. Die ersten 5 (Doppel)-Säulen von links zeigen die Auswirkungen auf die 5 Quintile in der Bevölkerung. Die erste Säule enthält die 20% der Bürger mit den niedrigsten Einkommen, die fünfte Säule die 20% der Bürger mit dem höchsten Einkommen. Hellgrau ist die Obama-Säule, Dunkelgrau die Mc Cain Säule.

Die erste Doppelsäule sagt also, dass nach den Plänen von Obama die 20% ärmsten Bürger 6% mehr Einkommen nach Steuern haben werden, während es bei McCain nur weniger als 1% mehr sind.

Viel eindeutiger als in der Grafik kann die Aussage gar nicht sein. Bei Obama sinkt die steuerliche Entlastung immer weiter (prozentual wohlgemerkt, absolut ist das sowieso fast immer anders, weil 1% Entlastung bei den höchsten Einkommen eben viel mehr ist als 5% Entlastung bei den niedrigsten Einkommen). Bei McCain hingegen steigt die prozentuale Entlastung immer weiter. Bei den 20% der am besten Verdienenden erreicht die Entlastung etwa 6%, während die bei Obama auf gut 2% zurückgegangen ist. Wohlgemerkt: Die prozentuale Entlastung. In absoluter Summe dürften selbst die 2% bei den am besten Verdienenden deutlich mehr Dollars im Monat entsprechen als die 6% bei den Ärmsten.

Interessant auch, dass nach den Plänen von Obama die ersten 4 Quintile stärker profitieren würden als bei Mc Cain. Wenn man grob interpoliert, dürften das etwa 70 bis 75% sein. Die Mehrheit müsste also - ganz egoistisch - für die Obama-Pläne sein.

Die beiden Linien setzen sich übrigens bis in die absoluten Spitze der Spitzenverdiener fort. Bei Obama wird aus der Entlastung sogar eine Belastung, bei dem obersten Prozent von knapp 2%, beim obersten Promille von gut 3%. Mc Cain hingegen entlastet diese um gut 9 respektive mehr als 11%(!).

Mc Cain will also die Topverdiener wie Buffet, Soros & Co., die bereits heute ihre ungerechtfertigt niedrige Steuerlast als unfair empfinden, noch weiter entlasten.



Grafik aus: Roberton Williams and Howard Gleckman, "A Updated Analysis of the 2008 Presidential Candidates' Tax Plans: Executive Summary," August 28, 2008 (PDF!). gefunden über: Econbrowser: Extending JGTRRA and EGTRRA under the CBO's March 2008 Baseline

Das PDF ist übrigens sehr interessant, wer sich für die Steuervorschläge der beiden Kandidaten auf das US-Präsidentenamt interessiert.

Welt: US-Milliardär Buffett will mehr Steuern zahlen

Update (18:11)

Mir fällt gerade auf, dass ein Artikel, den ich letzte Tage gelesen habe, gut zum Thema passt. Und zwar der Artikel über den außenpolitischen Berater Barack Obamas Zbigniew Brzeziński. Sehr lesenswert.
Zeitenwende.ch:Der aussenpolitische Kampfhund Barack Obamas

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