Zum Buffet Einstieg bei Goldman Sachs: Junk-Zinsen!

Cheerleading gibt es überall, daher hier lieber ein Hinweis auf das Kleingedruckte:

Buffet kauft keine Aktien, sondern Preferred Shares, also Vorzugsaktien. Diese sind anders konstruiert als deutsche Vorzugsaktien. Es gibt eine *feste* Dividende, das Kapital ist nachrangig (im Fall der Pleite bekommt man nur Geld, wenn alle anderen Gläubiger ausgezahlt werden konnten) und zu den Aktien gibt es noch Optionsscheine dazu. Das ist also eher eine nachrangige Optionsanleihe als eine Vorzugsaktie wie bei Porsche.

Wie sehen jetzt die Konditionen aus?

Kaufsumme: 5 Milliarden Dollar
Zins für den Vorzugsaktie: 10%(!) ---> 500 Millionen Dollar Zinsen pro Jahr.
Laufzeit: 5 Jahre (bin mir nicht ganz sicher, ob für Anleihe und Optionen gleich) .
Bezugspreis für die Optionen: 115.
Beim aktuellen Preis von GS von 135 Dollar sind diese Optionsscheine also werthaltig. Der Wert der Optionsscheine dürfte irgendwo zwischen 1,5 und 2 Mrd. liegen. Die FTD kommt auf 1,2 Milliarden.

Damit hat Buffet effektiv nur 3 bis 3,5 Milliarden investiert und erhält dafür 500 Millionen Zinsen pro Jahr. Das ist ein Zins von 14 bis 17%(!).

Ich sage mal vorsichtig, dass eine solche Zinshöhe alles ist, aber eines auf jeden Fall nicht: Ein Zeichen für Vertrauen ...

The Big Picture: Berkshire to GS: "I Got $5 Billion, but Its Gonna Cost Ya"

Die FTD rechnet etwas anders und kommt zu einem etwas niedrigeren Wert der Optionen. Ein Zins von deutlich über 10% bleibt aber allemal.

FTD: Buffett und das Goldman-Schnäppchen

Kommentare :

  1. > > Zins für den Vorzugsaktie: 10%(!) ---> 500 Millionen Dollar Zinsen pro Jahr.

    Beziehen sich die 10% nicht vielleicht auf irgendeinen Nominalwert, sind effektiv also viel niedriger?

    Sonst wäre es wirklich kaum zu glauben, und man sagt ja auch "if it looks too good to be true, then almost certainly it is not true" ;-)

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  2. Die 10% habe ich überall gelesen. Und die Rechnungen auch dreimal (mit etwas unterschiedlichen Ergebnissen, aber alle haben bei 10% angefangen und dann die höhere Rendite errechnet, indem man von den 5 Mrd. den Wert für die Optionen abzieht.

    Das würde mich sehr wundern, wenn daran irgendwas falsch wäre.

    die 10% sind übrigens auch "nur" 6% Spread (sprich 600 Basispunkte) zur US-Staatsanleihe. Der AIG Kredit hat 850 Basispunkte Aufschlag und auch die Tagesgeld Spreads für GS waren schon (deutlich) über 600 Basispunkten.

    Übrigens kein ungewöhnlicher Deal für Buffet. Er ist schon einmal bei einem Öl (oder Gas) Pipelinebetreiber und bei einem Internetprovider auf die Art eingestiegen.

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  3. Ich habe noch mal nachgesehen, wo ich die "10% auf irgendeinen Nominalwert" gesehen haben könnte, und ich habe mich offensichtlich geirrt.

    Damit hat sich GS anscheinend wirklich den guten Namen von Buffet verdammt teuer eingekauft.

    Da könnte man sich glatt fragen, ob die das derart nötig haben, und die spekulative Antwort bestärkt ein wenig meine Befürchtung zur Kritizität der Situation, wie man sie IMHO aus dem derzeitigen Paulsen/Bernanke-Auftreten ableiten könnte.

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