Morgan Stanley kann sich selber kaufen ...

OK, stimmt nicht mehr, weil der Börsenkurs nach dem Einstieg der japanischen UFG wieder deutlich nach oben ging. Aber ich brauchte eine knackige Überschrift :-)

Ich möchte euch ein Informationsnugget aus einem interessanten Artikel bei Zeitenwende.ch geben:
In der vergangenen Woche war der Kurs von Morgan Stanley so weit abgestürzt, dass im Topf für die Managergehälter und Prämien mit 10,7 Milliarden Dollar genügend Geld war, um die Bank komplett zu kaufen.
Zeitenwende.ch: Es ist noch Suppe da

Die große Frage ist, wofür genau sich die Banker in diesem Jahr einen Bonus zahlen wollen? Auf die Aktienkursentwicklung? Auf die erfolgreichen Geschäfte? Oder auf den "weitreichenden und innovativen Ansatz" der Finanzierung?

Ziemlich unglaublich das Ganze ...

Kommentare :

  1. ...auf die Dummheit des Volkes, das sich alles gefallen lässt...

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  2. Mittlerweile scheint es ja, dass Herr Ackermann ein Eigentor geschossen hat mit seinem Bonusverzicht.
    Irgendwie hat er die falschen PR-Berater.

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  3. Nun, Sie begründen das damit, dass sie so suuupieguuuuut sind. Denn ohne diese Boni und global-üblichen Abfindungen bekäme eine Bank ja keine suuuupie Mitarbeiter.

    Nur mal nebenbei. Wenn es stimmt, was der ehemalige BDI-Präsident in der letzten Anne-Will-Talkshow gesagt hat, dass 80% des Gewinns (hat er so gesagt) bei den Managern hängenbleiben, dann gibt es das Problem wohl nicht nur bei den Bankern. Das Kernproblem ist, dass sich Cliquen aus Aufsichtsrat, Vorstand und Geschäftsführung den größten Teil des Kuchens selber genehmigen, bevor sie ihre Mitarbeiter (Löhne und Gehälter) und die Eigentümer (Aktionäre) bedienen. Und genau dort sollte die Politik ansetzen. Alles andere ist Symbol-Politik.

    Gibt es eine Kennzahl, die für jedes Unternehmen den Anteil an Vergütungen für das obere Management (Boni, Abfindungen, etc.) welcher nicht Gehalt ist, dem an die Aktionäre ausgeschütteten Anteil gegenüberstellt?

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  4. Bei der UBS soll schonmal jemand berechnet haben, dass in den letzten 10 Jahren im Investmentbanking kein Cent verdient wurde. Genau aus diesem Grund: 80% des Gewinns bleiben bei den Investmentbankern hängen und die Verluste trägt die Bank (oder wenn's ganz schlimm kommt wie jetzt der Steuerzahler).

    Transparenz gibt es in der Branche so gut wie keine. Das Gehalt der Vorstands muss ausgewiesen werden (und auch das erst seit kurzem). Die Boni der Investmentbanker kennt niemand.

    Ackermann hat auch mal gesagt, dass er nicht in den Top-Ten (?) der am besten Verdienenden seiner Bank sei. Da stünden noch einige Investmentbanker drüber.

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  5. Ach so zum Ackermann:

    Der kann im Moment eh machen was er will. Verzichtet er auf das Bonus ist das falsch, verzichtet er nicht, ist es auch falsch.

    Da finde ich die Medienreaktion nicht fair. Oder schonmal einen Fußballspieler erlebt, der beim Abstieg seines Vereins das Gehalt zurückzahlt? Teilweise verlangen die (wenn der Vertrag weiter gilt) sogar in der 2. Liga das selbe wie in der ersten. Egal, wie der Verein das finanziert.

    Ackermann tut mir nicht leid, damit kein Missverständnis aufkommt. Ein Teil seines Gehalts ist Schmerzensgeld für genau sowas. Wer damit nicht klar kommt, soll den Job nicht machen. Trotzdem ist die Medienreaktion dumm und platt.

    Für mich ist der Verzicht von Ackermann eine Selbstverständlichkeit, aber eben auch kein Grund auf ihm Rumzuhacken. Aber wenn die Medien meinen, ein einfaches Opfer gefunden zu haben, ist Objektivität nicht mehr sehr gefragt. Da kann ich der FTD nur zustimmen:

    FTD: Unfaire Kritik an Ackermann

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  6. Find ich auch. Ich komme noch mal auf die Bemerkung von dem Rogowski mit den 80% Gewinneinbehalt zurück. Ich halte ebenfalls ein Verbot von Boni, etc. die Aufforderung, etwas zurückzugeben für billigen Populismus. Aber es müsste relativ einfach sein, mal eben die Bilanz-Richtlinien international dahingehend zu ändern, dass die Verhältnisse "Boni/Abfindungen/Gehälter/etc zu Gewinn" explizit ausgewiesen werden. Wenn das wirklich so ist, wie der Rogowski das gesagt hat - keiner in der Runde war irgendwie irritiert! Nur ein einziger Zuschauer nämlich ich - und wie Du das im Fall der UBS schilderst (ist ja unglaublich), dann muss doch absolute Transparenz diesbezüglich die zwingende Konsequenz aus der ganzen Geschichte sein und nichts anderes. Und vor allem die Aktionäre müssten das verlangen, tun sie aber komischerweise nicht. Es sind schließlich ihre Firmen. Die lassen sich einfach so ausnehmen wie die Weihnachtsgänse. Ich kann mich nur wundern. Aber so ist die Welt. Voller Experten, aber keiner kann bis 3 zählen. Einen schönen Abend wünsche ich noch.

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  7. Eigentlich wären die Aktionäre gefragt. Die sollten dem Vortsand nahe legen auf solche Geschäfte zu verzichten. Zu hohes Risiko, zu wenig Gewinn.

    Aber das passiert nicht.

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  8. @ egghat:

    Das mit den Boni ist eine Sache und bei Ackermann nebensächlich.

    Wenn er aber sagt, er brauche den Staat nicht. Warum saß er dann bei der HRE-Geschichte dabei? Geht ihn doch nichts an.

    Der Konstruktionsfehler an der Staatsgarantie ist der, daß gerade die nicht teilnehmenden Banken profitieren, weil ihre Handelspartner nicht hochgehen.

    Normalerweise müßte einer sehr still sein, wenn es ihm gelingt, den Staat vor die eigenen Zügel zu spannen. Das dann aber noch mit unglaublich dämlichen Äußerungen zu konterkarien läßt sich kaum noch in Worte fassen.

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  9. ok, konterkarieren. Ein Weißbier zuviel...

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  10. Ich finde Medienreaktion auch nicht fair und die Politkerreaktionen schon garnicht. Purer Populismus! ICH würde mich als Manager auch Schämen, wenn ich meine Bank so heruntergewirtschaftet hätte, so dass sie auf die Hilfe vom Staat angewiesen ist.

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  11. @Ron:

    Was soll Ackermann machen? Bei der Konstruktion des Rettungsplans nicht mithelfen? Hätte mal das Palawer gehört.

    Und jetzt: Geld nehmen, obwohl er es nicht braucht? Das Aktienkapital verwässern, obwohl es dafür kein Notwendigkeit gibt? Das Teil war als Rettungsplan für Banken in Not geplant. Und nicht als Zwangsernährung für alle.

    Ich habe schon im ersten Kommentar geschrieben: Ackermann kann machen, was er will: Kritisiert wird er sowieso für alles.

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