Preis für physisches Gold und Silber spaltet sich vom Markt ab

Während der offizielle Preis für eine Unze Gold bei aktuell 866$ (622€) und für Silber bei 12,29$ (8,85€) rumlungert, berichtete gestern Spiegel Online über den "Ausnahmezustand auf dem Goldmarkt" und dort sieht die Realität so aus: Die Münzprägeanstalten und Händler können die große Nachfrage überhaupt nicht mehr bedienen und das obwohl sie sieben Tage die Woche ackern. Das macht sich dann auch bei den Preisen bemerkbar. In den Geschäften oder auf eBay bekommt man eine Unze Gold nicht für unter 650€ und Unze Silber nicht unter 13€.

Auch ich persönlich habe die Erfahrung im August machen können, als die Preise wirklich im Keller waren (Goldpreis lag unter 800$/Unze) und ich einen 1kg Silberbarren verkaufen wollte, da ich auf Gold umgeschichtet habe. Mein Händler um die Ecke wollte mir für meinen Barren 230€ zahlen. Bei Pro Aurum oder Westgold sahen die Preise nicht viel anders aus. Dann entschied ich mich den Barren bei eBay zu verkaufen und siehe da, er ging für 421 € weg! Wenn ich die Auktionskosten abziehe, hatte ich Vorteil von 170€ oder 73% gegenüber dem, was mir die Händler geboten hatten.

(Update 18:40)

Spiegel: Ausnahmezustand auf dem Goldmarkt

Wer die Berichte von Martin Siegel oder hier oder vom Spiegel für Gerüchte hält ... Der Edelmetallhändler Kitco aus Kanada meldet genau die gleiche Knappheit und zahlt jetzt aktuell auch 15% Aufschlag auf die normalen Ankaufspreise bei bestimmten Münzen, weil die einfach zum "offiziellen Preis" nirgendwo mehr lieferbar sind.

Das ist EXTREM seltsam. Am Papiermarkt zahlt man 11,50 Dollar pro Unze Silber, am realen Markt bekommt man aber auch für 13 Dollar nichts geliefert. Im Moment werden die Geschäfte 1:1 von Euro in Dollar umgerechnet, sprich eine Unze Silber für 11,50 Dollar (wobei man nichts bekommt) oder 11,50 Euro. Das ist Wasser auf den Mühlen der Leute, die den Edelmetallmarkt seit Jahren für komplett manipuliert halten ...

Kommentare :

  1. hm was ich mich frage: Könnte man damit nicht Arbitragegeschäfte machen? Also zB echtes Gold leihen, verkaufen, Goldfuture kaufen und mit der Differenz die Zinsen bezahlen. Klar das dürfte nicht ganz so einfach sein, aber das Prinzip...

    Was mir noch bei den Edelmetallen aufgefallen ist, ist das Platin möglw bald billiger ist als Gold. Platin kommt von über 2000$ und fällt seitdem wie ein Stein bis auf unter 1000$ - liegt wohl an der schwächelnden Autoindustrie.

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  2. Theoretisch würde das gehen. Praktich ist das extrem schwierig, nicht nur weil das schwierig zu handeln ist. Die wirkliche Schwieirigkeit sind die Notenbanken, die immer noch auf Tonnen von Gold sitzen. Diese können dir am geplanten Verkaufstermin auch verkaufen und damit den Kurs kaputtmachen. Oder auch nicht.

    Unabhängig vom physikalischen Geschäft: Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Notenbanken ihre Verkäufe für dieses Jahr schon durchhaben und der Druck entfällt. Wäre ein sehr gutes zeichen für's letzte Quartal.

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  3. Zu den Goldverkäufen der Notenbanken. Zumindest die offiziellen Verkäufe der Notenbanken, welche das 2. Washington Agreement unterzeichnet haben, waren im Ende September abgelaufenen Jahr so niedrig wie noch nie. Von den erlaubten 500 Tonnen wurden deutlich unter 400 verkauft.

    Meiner Meinung nach haben die Kursbewegungen bei Gold/Silber seit Mitte März und speziell in den letzten Wochen absolut nichts mehr mit irgendwelchen physischen Geschäften zu tun.

    Das ist nur mehr ein rein virtuelles Zahlenspiel an der Crimex und Konsorten. Ist ja auch an den Aktienmärkten nicht anders.

    Abgesehen von der sich auftuenden Abspaltung der beiden Märkte, welche an Tagen wie heute noch größer wird, bin ich davon überzeugt, dass auch die Preise an den Futures-Märkten in Bälde massiv ansteigen werden.

    1.000 USD+ beim Gold halte ich jederzeit innerhalb weniger Tage für möglich.

    Gruß

    SupaHöd

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  4. Vielleicht schmeissen auch die Notenbanken ihr Gold auf den Markt; a) weil sie Geld brauchen und b) weil die Preise fallen sollen.

    Das sind dann aber keine Münzen, sondern Barren. Wäre nicht ganz unplausibel, denn die Barren scheinen nicht so knapp zu sein.

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  5. Aber welche Notenbanken?

    Die aus dem Washington Agreement, aber inoffiziell? Die amerikanische? Asiatische?

    So oder so ist das ganze ein Verbrechen.

    Und weil sie Geld brauchen ganz sicher nicht. Das geht doch auch viel billiger.

    Aber wie gesagt, ich denke, der Spuk ist bald vorbei.

    Gruß

    SupaHöd

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