Pssst! Jede Bank kann ausfallen und das Geld ist dann weg

Aber psssst, leise. Das darf man keinem sagen und am besten nicht einmal denken, vor allem, wenn man bei einem anerkannten Presseorgan arbeitet. Und wenn man das dann doch aufschreibt und in sein Blog packt, dann wird das ganz schnell wieder gelöscht. Der Blogger zieht daraus aber die einzige richtige Konsequenz und macht sein Blog dicht.

Aber Google hat einen Cache. Lest selbst, solange das noch geht Google Cache: Die Welt-Finanzkrise: was ist los mit Commerzbank, Dresdner Bank, UBS und Fortis?

Im Artikel macht Harald Uhlig nicht viel mehr als sich zu fragen, wieso die Bankkunden noch so ruhig sind. Und nicht alle zur Bank rennen und ihr Geld abholen. Wenn man sich die Risikoaufschläge der Banken so anschaut, sieht der Markt bei vielen Banken gehörige Risiken, z.B. wird Morgan Stanley wie eine Firma bewertet, die kurz vor der Pleite steht. Aber es ist wohl nicht genehm, von diesen Risiken zu sprechen.

Harald Uhligs Ökonomie Blog: Letzter Blog-Eintrag wurde gelöscht gefunden über yigg.de

Und jetzt machen wir mal einen interessanten Test für Webnews.de (das zum gleichen Hause gehört ...). Mal schauen, ob der Artikel da überlebt und ihr ihn hochwählen könnt:


Das war übrigens Teil 2 in der Serie, warum die Welt Börsenblogger braucht ... Damals ging es eher um Wörter und Begriffe, die man vermeiden sollte, aber die Handelsblatt-Löschung hat eine andere Qualität. Das ist Zensur.

Und gerade vom Handelsblatt, dass mit Thomas Knüwer einen exzellenten Blogger hat, hätte ich so eine Reaktion und ein solches Eigentor NICHT erwartet.

Warum die Welt Börsenblogs braucht ...

Update (4.10.08):

a) Webnews hat den Artikel nicht zensiert und er ist dort sogar auf die Homepage (Unterbereich Politik) gekommen. Gute Sache!

b) Ich habe die Seite natürlich gespeichert und könnte den Text hier verlinken. Ich weiss aber nicht, ob ich das Copyright mässig Probleme bekommen könnte. Irgendwelche Niggemeies hier, die von sowas mehr Plan haben?!?

c) Den Artikel gibt es im Google Reader noch zu lesen. Einfach www.google.com/reader ansteuern und http://blog.handelsblatt.de/oekonomie/eintrag.php?id=39 abonnieren. Dann gibt’s zumindest für ein paar Tage den Artikel noch. Zensur ist nicht so einfach. Man hinterlässt immer seine Spuren (was aus Sicht der Privatspäre schlecht ist, in diesem Fall aber gut).

d) Harald Uhlig hat nochmal einen Artikel geschrieben. Ganz zu ist der Blog also noch nicht.

Update (00:18):

Bei Blogbar gibt's den Text:

Blogbar


Update (00:27)

Hilfspaket für Hypo Real Estate gescheitert!

Update (5.10.08):

Es gibt eine Stellungnahme des Handelsblatts (im Blog des Vorzeige-Bloggers Thomas Knüwer)

Indiskretion Ehrensache: Harald Uhlig und die Erkenntnis der eigenen Lernbedürftigkeit

Naja, IMHO Geschmacksache. Die Erklärung ist nicht wirklich schlüssig: es sei nicht alles richtig gelaufen, es sei nicht klar gewesen, dass das eine persönliche Meinung eines einzelnen Autors sei, der Artikel sei u.U. rechtlich bedenklich gewesen, wäre nicht Wochenende gewesen, wäre es womöglich anders gelaufen, etc. pp.
Die Kritik sei nachvollziehbar, aber auch teilweise überzogen. Was genau ist nachvollziehbar und was ist überzogen?
Wer jetzt eine konkrete Antwort darauf erwartet hat, warum es so gelaufen ist und was beim nächsten Mal anders laufen wird, braucht den Artikel nicht zu lesen, Darauf gibt es nämlich keine Antwort. Und wer wissen will, wie unkonkret das ganze wird:

"Übrigens finde ich das Wort "Zensur" geschmacksvolatil. "
Thomas Knüwer in der Diskussion unter dem Blog-Eintrag.

Hmmmm. Geschmacksvolatil. Hilft das irgendjemanden zur Erklärung von irgendwas weiter?

Egal, diese Blogosphäre-In-Sich-Selbst-Kochstories und Blogosphäre-vs-Mainstream interessiert mich gerade noch deutlich weniger als sonst. Es gilt, den Weltuntergang zu verhindern ;-)

Wen's interessiert: Eine Übersicht über die ganze Welle in der Blogosphäre findet sich bei Rivva.de oder hier.

Übrigens ist schlecht sowas: Sparkassen stoppen Mittelabfluss mit Stromausfall

Völlig haltlose Spekulationen ...

Kommentare :

  1. witzig:

    Aus dem Goggle Cahe isses draussen, aber im hb wieder drin

    http://blog.handelsblatt.de/oekonomie/eintrag.php?id=23

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  2. Das ist aber der Eintrag 1 Woche früher, es geht um den Eintrag vom 28.09. und der bleibt verschollen...

    http://209.85.135.104/search?q=cache:Tc_62UFGXnUJ:blog.handelsblatt.de/oekonomie/index.php+http://blog.handelsblatt.de/oekonomie/+28.09&hl=de&ct=clnk&cd=2

    Ist leider auch nicht mehr im GoogleCache vorhanden, ein Screenshot wäre toll, würde mir gern mein eigenes Bild bilden ;-)

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  3. Bei der Blogbar kann man den Text noch lesen:

    http://blogbar.de/archiv/2008/10/03/wie-das-handelsblatt-mit-seinen-blogger-zensiert

    Im Internet verschwindet so schnell nichts. ;)

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  4. Wow - das finde ich wirklich sehr interessant.
    Heute morgen gab es in der FTD zumindest einen Beitrag über Investmentbanker, die ihre privaten Gelder zu Sparkassen transferiert haben. Las sich recht lustig; ist aber nichts im Vergleich zu einer direkten Hinterfragung der Bonität von Privatbanken.

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