Staatsgarantie für private Einlagen bei Banken

Deutschland gibt eine Staatsgarantie für alle *privaten* Einlagen bei deutschen Banken.

Das Paket umfasst 568 Milliarden Euro. Die Lösung greift damit viel kürzer als die Lösung in Irland, bei der alle Einlagen und Schulden versichert sind. Diese Lösung hätte in Deutschland ein Volumen von etwa 7 Billionen Euro gehabt.

Versichert sind jetzt also Spareinlagen (z.B. das altbewährte Sparbuch) und Geld auf dem Girokonto, Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto (bei den beiden letzteren bin ich mir 99,9% sicher; schreibt bitte was wenn das nicht stimmen sollte oder auch wenn das stimm). Nicht versichert sind Inhaberschuldverschreibungen, also quasi alles andere, was man bei einer Bank haben kann. Insbesondere Zertifikate u.ä. sind nicht versichert.

Gewerbliche Kunden sind von allem ausgenommen und stehen genauso im Risiko wie zuvor. Und das Hauptproblem wird nicht angegangen: Der völlig ausgetrocknete Refinanzierungsmarkt.

Es wird zwar ein Bankrun von Privatkunden verhindert aber mehr auch nicht. Aber daran sind auch Dexia, Fortis, Lehman, Bear Stearns, AIG, etc. NICHT gescheitert ...

Focus:UPDATE: Bundesregierung gibt Staatsgarantie für private Einlagen


Update (6.10.)

Die 568 Milliarden sind übrigens viel zu wenig. Laut Bundesbank betragen die privaten Spareinlagen insgesamt mehr als 1600 Milliarden. Eine genaue Summe gibt es aber noch nicht.

Kommentare :

  1. Zum Thema "Spareinlagen":

    Unterschieden wird nach HGB-Standard in "Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist" und "andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist". Die "anderen Verbindlichkeiten" beinhalten Termingelder usw.

    Aber vermutlich muss man sich nicht die Mühe machen, hier bei der Staatsgarantie zu differenzieren, da Herr Glos gestern Abend bei Anne Will (zwar etwas unsicher) Sparbüchlein, Tages- und Termingelder auf eine Stufe stellte.

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  2. Aber fallen die anderen Sachen nicht in die "Konto"-Rubrik?

    Der Glos ist eh eine Fehlbesetzung! Letzte Woche musste der sich auch um die CSU kümmern statt um die HRE ...

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  3. Inhaberschuldverschreibungen werden unter "verbriefte Verbindlichkeiten" ausgewiesen, also weder als "Spareinlagen" noch als "andere Vbl. gegenüber Kunden".

    Bei Zertifikaten wird's schwierig, da eine Vielzahl von Anlageprodukten das Wort "Zertifikat" führen, sich aber grundlegend unterscheiden können.

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