Case-Shiller-Hauspreis-Index: -17,4%

Das ist der höchste Jahresverlust seit es den Index gibt. Vom Hoch aus sind die Preise inzwischen um 22% gesunken. Alle 20 Regionen, die in den Index eingehen, lagen im Minus.

Erschreckend vor allem dass das Minus im September im Vergleich zum Vormonat fast 2% betrug. Damit stellt sich meine These von der abnehmenden Fallgeschwindigkeit als verfrüht heraus. Zwar liegt das aktuelle Monatsminus unter den Höchstwerten von November 2007 bis März 2008, als die Preise jeweils mehr als 2% pro Monat sanken, aber auch schon wieder deutlich über den Werten des zweiten Quartals, als das Minus nur etwa 0,6% betrug.

Angesichts der wieder zunehmenden Geschwindigkeit und des bereits errichten Minus von 22% besteht nur noch wenig Hoffnung, dass der Preisverfall bei 30% Minus stoppt. Ich gehe inzwischen eher von 35 bis 40% Gesamtminus aus als von 30-35%. Und Meridith Whitney von Oppenheimer geht schon seit längerem von 40-45% Gesamtminus aus (Meridith Whitney (Oppenheimer): US-Immobilienpreise fallen 45%).

Marketwatch: Home prices off record 17.4% in past year: Case-Shiller

Die heute gemeldeten Zahlen des Case-Shiller-Indexes passen nahtlos zu den schwachen Zahlen von letzter Woche. Danach sanken die Immobilienverkäufe auf 498.000 und damit zum ersten Mal unter die 500.000er-Marke. Der Median des Preises sank um 11,3% im Jahresvergleich. Der Lagerbestand beträgt weiterhin über 10 Monate.

Marketwatch: October sales of existing homes drop, data show

Ebenfalls stimmig ins Bild passt der Wert des Vertrauens der Häuslebauer. Bereits der vor wenigen Monaten erreichte Wert von 18 stellte ein Allzeittief dar. Was den Index aber nicht daran hinderte auf inzwischen nur noch 9 weiterzusinken.

Marketwatch: Home builders distraught over economic crisis

Man kann an diesem Markt hinschauen, wo man will: Es ist und bleibt ein Desaster.

Kommentare :

  1. Solange die Kreditklemme nicht gelöst ist, werden die Preise auch mehr als 40-45% sinken...

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  2. Klar, eine Abwärtsspirale kann theoretisch immer weiter gehen. Irgendwann wird Wohneigentum aber wieder so billig, dass man kaufen muss. Allein wenn ich eine Hypothek mit 15 Jahre Zinsfestbindung zu 4% Zinsen und ein Haus zu 200.000 Dollar kaufen kann, werden das viele machen. Weil es billiger als mieten ist.

    Schau mal hier:

    Median new home price vs disposable income. Die Hauspreise sind seit dem um 4% oder so weitergefallen und die Preise dürften jetzt wieder in dem Korridor sein. Lass die Preise noch 15% weiterfallen und dann sind sie unten raus. Kombiniere das dann noch mit niedrigen Zinsen (die kommen werden, Fannie und Freddie sind jetzt staatlich und damit besteht JEDE Manipulationsmöglichkeit) und irgendwann werden die Käufer wieder kommen.

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  3. Die Leuten werden kaufen, wenn...

    1. die Banken ihnen Kredite geben, das ist aber im Moment ein Problem, weil sie die Kredite nicht mehr so einfach Verbriefen und weiterreichen können. Was meinst du, warum es Fräulein Merkel sonst es als nötig erachtet Bankster öffentlich "anfleht", damit sie Kredite vergeben und dort mit irgendwelchen Schritten, falls sie es nicht machen?

    2. die Käufer positive Zukunftsaussichten haben. Wir steuern im Moment in unsichere Zeiten zu und da wollen die wenigsten Verpflichtungen über 10, 20 oder 30 Jahre eingehen.

    3. die weniger Neubauten errichtet werden. Noch ist keiner der großen Bauunternehmen in den USA
    pleite gegangen: Sie bauen allesamt fleißig Häuser, obwohl
    ca. 18 Mio. Häuser leerstehen, so viele wie noch nie.

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  4. zu 1) ich beziehe mich ausschließlich auf die USA. Dort sind Fannie und Freddie verstaatlicht. Und damit hat der Staat jede Möglichkeit, Hypotheken zu vergeben. Im Extremfall sogar subventioniert.

    zu 2) Ja korrekt, aber: Wenn Kaufen billiger ist als Mieten, werden es trotzdem einige machen. Es müssen ja nicht alle sein. Auch bei 10% Arbeitslosenquote werden 50% der Leute noch einen sicheren Job haben.

    zu 3) Stimmt nicht. Die Anzahl der neu errichteten Häuser ist eingebrochen und hat sich mehr als halbiert. Big Picture. Das Angebot in Monaten liegt zwar immer noch bei (zu hohen) 10,4, aber es stimmt nicht, dass diese Zahl noch steigt. Die Produktion wurde massiv zurückgefahren, aber noch nicht massiv genug.
    Heute (oder war's morgen) Nachmittag kommt übrigens ein Update zu dieser Zahl.

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