Commerzbank holt sich über 23 Mrd aus dem Rettungsfonds

8,2 Mrd kommen dabei über eine Kapitalerhöhung. Zusätzlich garantiert der Staat bis 2012 für 15 Milliarden Schuldverschreibungen der Commerzbank.

Auslöser ist die Finanzkrise. Die Pleite Lehman Brothers hat 357 Mio. Schaden verursacht, der Fast-Ausfall von Island 232 Mio. Euro und auf US-Hypotheken mussten weitere 144 Mio. Euro abgeschrieben werden.

Die Kapitalerhöhung wird in Form einer stillen Einlage durchgeführt. Da heisst auf jeden Fall, dass der Staat keine Stimmrechte hat. Ob die stille Einlage das Aktionärskapital verwässert und wie sich der Staat irgendwann wieder aus der Commerzbank zurückziehen kann, ist mir aber unklar. Nach der stillen Einlage beträgt die Kernkapitalquote der Commerzbank fast 12% nach knapp 8 vorher.

Die Commerzbank wird erst einmal keine Dividende an die Aktionäre und keine Boni an die Mitarbeiter zahlen, weil der Rettungspakt das so verlangt.

Wenn damit nun der Bann gebrochen sein sollte, dürften noch weitere Banken folgen ...

Tagesschau: Commerzbank nimmt Rettungspaket in Anspruch
FTD: Commerzbank schlüpft unter den Schirm

Kommentare :

  1. Also, wenn ich das auf der Analystenkonferenz richtig verstanden habe, läuft es wie folgt:
    Für die stille Einlage in Höhe von 8,2 Mrd. Euro muss die Commerzbank 400-500 Mio. Euro pro Jahr an Zinsen zahlen, die über die GuV als Aufwand gebucht werden müssen. Fraglich ist, ob diese Schuldzinsen als Betriebsausgabe absetzbar sind? Insofern tritt eine Gewinnverwässerung für die Aktionäre ein. Es bleibt weniger vom Kuchen übrig. Diese Einlage muss nicht etwa zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückerstattet werden. Es steht der Commerzbank auch frei, darüber zu entscheiden, wann welcher Teil in welcher Höhe zurückgezahlt wird. Tranche 1 hat einen höheren Zins. Tranche 2 hat einen niedrigeren Zins, dafür aber eine Option auf Beteiligung an steigenden Aktienkursen. Es besteht kein Zwang zu einer pro Rata Tilgung. Falls es der Commerzbank gelingen sollte, diese stille Einlage in Zukunft zu tilgen, würde sich für die Aktionäre nicht viel an ihren Beteiligungsverhältnissen ändern. Wie zu lesen war, hat einer bei Alphaville einen Zusammenhang zwischen VW-Short Squeeze und stiller Einlage herzustellen versucht. Wenn dies so wäre, hätte die Commerzbank jedoch über WpHG eine Ad-Hoc Meldung schicken müssen. Daher glaube ich das nicht.

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  2. Danke erstmal für die Erläuterung!

    OK, dann ist das aber viel mehr ein Kredit als Eigenkapital. In Tranche 2 mit einer Beteiligung am Aktienkurs, aber sonst ein Kredit.

    Warum nennt man das dann bloß "stille Einlage" und nicht einfach "Anleihe" + "Wandelanleihe"?

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  3. Es ist eine reine Definitionsfrage. Was Eigenkapital und was Fremdkapital ist, verwischt zunehmends und liegt im Belieben des Verwalters der Spielregeln.

    Eine Zeitung meint heute, die Tranche 2 könnte bei steigenden Aktienkursen recht teuer für die Commerzbank werden. Rückzahlung 145% des erhaltenen Kapitals. Ansonsten ist die Vermeidung einer Verwässerung der Aktien trotz zweijährigem Dividendenverzicht kein Desaster für die Aktionäre.

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  4. 145% Rückzahlung nach 10 Jahren ohne jährliche Zinszahlung wäre ja OK. Muss mal nachschauen, ob die CoBa die Deatils irgendwo veröffentlicht hat.

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