Parex Bank: Kaupthing Nummer 2?

Die Parex Bank kommt aus Lettland und ist auch in Deutschland bei Zinsjägern beliebt. Die Bank musste am Wochenende verstaatlicht werden, weil sie sonst Pleite gegangen wäre. Lettische Sparer haben in den vergangenen Wochen zu viel Geld von den Konten abgehoben. Der Kaufpreis für die 51-Prozent-Mehrheit betrug übrigens zwei Lat, umgerechnet 2,82 Euro.

Der große Unterschied zwischen der isländischen KaupthingEdge und der Parex-Bank ist die Tatsache, dass die Parex-Bank jetzt a) verstaatlicht ist und b) Mitglied im deutschen Einlagensicherungsfonds ist. Eigentlich sollte das Sicherheit verbreiten. Bei mir wirkt das aber nicht.

Lettland wird generell als ziemlich kritisch gesehen. Das BIP schrumpft nach extremen Wachstumsjahren nun, das Land steckt also tief in der Rezession. Das aktuellste Rating, das ich finden konnte, liegt bei BBB und damit nur auf der letzten Stufe, die noch als Investmentqualität zählt. Und dass man von Ratings nicht allzu viel halten soll, haben die letzten Monate gezeigt (Im unten verlinkten FAZ Artikel vom Mai überrascht die Ratingagentur Moody's mit der Erkenntnis, dass Island "im Falle einer starken Konjunkturabkühlung über eine für ihre Bonität 'hervorragende finanzielle Stabilität' verfüge". Nur eine halbes Jahr später ist Island defakto Pleite.

Und der Einlagensicherungsfonds dürfte nicht viel Sicherheit bieten. Die etwa 4,5 Milliarden Euro, über die der Fonds verfügt, dürften bei der Lehman Pleite (die auch Mitglied waren) bereits draufgegangen sein. Es ist noch völlig unklar, wie der Fonds auf eine weitere Pleite eines Mitglieds reagieren wird. Immerhin haben die anderen Mitglieder gerade selber andere Sorgen als den Fonds zu retten, in dem man selber Milliarden nachschießt. Noch dazu um eine Bank aus Lettland zu retten.

Also ich könnte mit einem Konto bei der Parex-Bank nicht ruhig schlafen.

Handelsblatt: Parex-Krise beunruhigt deutsche Sparer

FAZ: Moody's-Rating von Ungarn, Lettland, Litauen bei Krise gefährdet

Kommentare :

  1. Das Problem dürfte bei den meisten Banken das gleiche sein, weiss doch keiner, wer die nächste Sau ist, die durchs Dorf getrieben wird.

    An den Einlagensicherungsfonds wird sich vermutlich keine Bank gerne erinnern, wenn es daran geht Nachschüsse zu leisten, warum solltie sie auch, wir haben ja noch den Angela-Schirm, da braucht aus Bankensicht doch niemand mehr die kostenträchtige Einlagensicherung beim Bundesverband Deutscher Banken.

    Ich schlafe übrigens gut, obwohl Parex-Kunde gut.

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  2. Die Nerven möchte ich haben ... Aber viel Glück, vielleicht geht'a ja auch nicht schief ...

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