Die nächste Branche will Staatshilfen

Diesmal ist es die Bauindustrie. Oh Wunder!

Der Lagerbestand an neuen Häusern steigt in Monatsumsätzen gerechnet immer noch leicht, obwohl der Neubau inzwischen auf weniger als ein Drittel des Höchststands eingebrochen ist und damit Werte erreicht, wie es sie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr gab.

Für den Nachfrageeinbruch gibt es mehrere Gründe. Manche Interessenten bekommen schlicht keinen Kredit mehr. Die, die noch einen bekommen würden, sind angesichts der Arbeitsplatzverluste unsicher und warten ab. Selbst wenn jemand kreditwürdig und optimistisch ist, ist es bei fallenden Preisen nicht wirklich dumm, den Kauf noch etwas aufzuschieben.

Ich bin kein Freund von Rettungsmaßnahmen oder staatlichen Konjunkturpaketen. Ich glaube aber, dass alle Rettungspakete für das Finanzsystem ins Leere laufen, wenn nicht der Immobilienmarkt stabilisiert wird. Denn wenn die Preise für Immobilien weiter fallen und der Preisrückgang 40% oder mehr erreichen sollte, zieht das weitere Abschreibungen und Verluste von ein paar Hundert Milliarden nach sich. Statt dann wieder nur den Banken Geld für das Stopfen der Löcher zu geben, sollte der Staat versuchen, die Löcher zu vermeiden.

Dass die US-Regierung jetzt über niedrigere Zinsen für Hauskäufer nachdenkt, überrascht mich wenig. Erstens muss der Immobilienmarkt direkt stabilisiert werden (und nicht nur indirekt über mehr Geld für die Hypothekenbanken) und zweitens hat der Staat mit den bereits verstaatlichten Fannie Mae und Freddie Mac alle Mittel in der Hand, um der Markt mit billigen Krediten (4,5% sind in der Diskussion: Marketwatch: Treasury may set mortgage rates at 4.5% to boost sales) zu fluten. Mich wundert mehr, dass das nicht schon eher passiert ist. Ich habe übrigens genau diesen Rettungsweg (Zinssubventionierung über die Frannies) schon mehrfach angedeutet. Ist auch naheliegend und sinnvoller als viele andere Sachen, die vorgeschlagen werden (wie z.B. die Konsumgutscheine, die in den USA wirkungslos verpufft sind und auch in Deutschland weit gehend wirkungslos verpuffen werden).

Marketwatch: Fixing the housing market - High inventory is killing home builders, and the industry asks for help

Kommentare :

  1. "Ich bin kein Freund von Rettungsmaßnahmen oder staatlichen Konjunkturpaketen. Ich glaube aber, dass alle Rettungspakete für das Finanzsystem ins Leere laufen, wenn nicht der Immobilienmarkt stabilisiert wird."

    Dafür ist es mittlerweile zu spät. Hätte man mal vor über einem Jahre machen sollen, aber man hat die Krise unterschätzt. Eine Stabilisierung des Immobilienmarkts würde die Lage nur minimal verbessern.

    Ich bin immernoch der Meinung, dass in einer deflationären Phase kaum Leute in Häuser investieren werden, weil sie glauben, dass es einpaar Tage später eh billiger wird. Erst wenn die Inflation am Horizont ist, werden denke ich die Hauskäufe nach oben schießen.

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  2. Hat man in Amiland die Häuser auf Halde gebaut?
    Stehen die Dinger jetzt bei den Unternehmern im Hof rum, oder wie?
    Sachen gibt es...

    Man könnte ja 2 zum Preis von einem anbieten. Und einen Hummer gibt es gratis oben drauf. Natürlich nur für Selbstabholer...
    Gruß
    ;)

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  3. Sicher, werden Häuser auf Vorrat gebaut. Fahr mal durch ein beliebiges Neubaugebiet auch in Deutschland. Wenn das Interesse groß genug ist und ein Teil der Häuser verkauft sind, wird mit dem Bau begonnen. Dass *alles* bereits vorher verkauft wird, ist ungewöhnlich.

    Die Hausbaufirmen in den USA haben übrigens schon riesige Abschreibungen auf den Landbesitz vorgenommen. Land ist halt unterschiedlich viel wert, wenn man darauf bauen will oder bauen wird. Da keine Nachfrage mehr besteht, kann man das Land auch nicht mehr so bewerten als würden da bald Häuser drauf stehen ...

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  4. Ach so: Einen Hummer will auch umsonst niemand mehr haben ...

    Dass GM gerade diese Marke verkaufen will, zeigt wie doof die sind. Für den Laden bekommst du aktuell so ziemlich genau NICHTS.

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  5. überall hatte man Hyperinflation gehört 2008-2009 extrem inflation ,

    nun sagen die ersten ja 20% inflation USA 2010-2011 oder 2012 soll es erst schlimm werden , aha ?!?

    Usa sollen 3-5% offziell haben inoffziel sind es 15-20%

    also wenn sie 20% sagen wird wohl 60-100% :-)

    dann heißt es 60jahre zyklus jedes zinssystem hält 60jahre, damals haben die römer alle 60jahren alle schulden erlassen..

    so 1945 war kriegsende die meisten staaten haben sich ab da verschuldet, BRD entstand erst 23.5.1949 also 2009 das ende ?

    Duch die Reformen sollen wir nun in BRD wenig abkriegen die Krise , ROFL
    die Reformen haben nur veramrung gebracht, Leistungen wurden gekürzt , mehr Steuern verlangt, der Haushalt ist saniert , die Bevölkerung arm.

    Durch die Krise wird der haushalt um die Ohren fliegen , wenn plötzlich 50-80% arbeitslos sind.

    Japan hat 15jahre lang die Welt mit ihren 0% Zinsen überflutet , nun überflutet die ganze Welt, jeder Zinsschritt wird erst nach 6Monate sichtbar , also ab März,Mai wird alles Viel Teuerer werden, aber anderseits, keine investionen mehr , keine Kredite, eigetlich ist das System ausgetrocknet.

    USA hat es erwischt danach China es sollen 200.000 Firmen pleite sein , über 20millionen arbeitslose, und das ist Billigland, Deutschland mit seinen Hochen Löhnen , und teueren Exporten , gute Nacht sag ich nur .

    Nur weil die Löhne in BRD die letzten 18jahre nicht gewachsen sind und in der EU 10-40% gestiegen sind, können wir mit den Mithalten , das ist unser Vorteil.

    so amen ^^

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