Sind Aktien billig? Shadowstats sagt ja.

Hmm Shadowstats? Der Laden, der immer behauptet, dass die offizielle Inflationsrate zu niedrig sei, weil die Anpassungen seit 1982 die Inflationsrate nach unten ziehen? Der Laden, den viele meiner Leser für die bessere Statistik halten (ich übrigens nicht, denn die Verfahren vor 1982 waren ebenfalls schlecht!)? Und der Laden sagt jetzt, dass Aktien billig sind?

Nein, sagt Shadowstats natürlich nicht. Aber man etwas anderes machen. Man schaut sich den S&P 500 an und zwar seeeeehr langfristig seit 1870. Dann muss man die Preise um die Inflation bereinigen. Und dann eine kleine Regression darüber und sich den entstehenden, langfristigen Trend anschauen. Ist man oberhalb der Kurve, sind Aktien vergleichsweise teuer, ist man unterhalb der Kurve, sind Aktien vergleichsweise preiswert.

Und jetzt kommt Shadowstats ins Spiel. Nimmt man nämlich die Zahlen von Shadowstats seit 1982, wird durch die (laut Shadowstats) höhere Inflation der Anstieg des S&P 500 (in realen Dollar) gedämpft. Die Trendgerade wird also etwas flacher. Die Werte in der Vergangenheit werden weniger stark gedämpft und die Gerade beginnt links (also 1870) deutlich höher als in der Grafik mit der normalen Inflation. (ist das verständlich?)

Das führt jetzt zu dem interessanten Ergebnis, dass mit der Shadowstats-Inflation der aktuellen S&P fast 50% unterhalb der Trendlinie liegt, mit der offiziellen Inflation aber noch 10% oberhalb der Trendlinie.

dshort.com: Regression to Trend: Two Views

Darin sind auch beide Grafiken zum schnellen Hin- und Herswitchen.

Die Überlegung in dem Artikel von dshort.com finde ich so toll, weil man mit dieser Überlegung ein paar Argumente schön umdrehen kann. Wer den Inflationszahlen von Shadowstats glaubt, muss damit zwangsläufig auch zugeben, dass Aktien billig sind ...

Kommentare :

  1. jaja, billig. Toll!

    Ketzerischer Gedanke: Das Problem mit den Indices ist, dass Unternehmen, die gerade pleite gehen, durch andere ersetzt werden. Dieser implizite Fehler wird nirgends berücksichtigt. Schließlich sollen Indices ja den Verkauf fördern.

    Wenn in Deinem Aktienkorb ein Drittel der Unternehmen Insolvenz anmeldet, reduziert sich Dein Vermögen entsprechend. Das sollte man aktuell berücksichtigen.

    Wer manchmal dumm fragt, kann dennoch zu klugen Antworten gelangen.

    Gruß
    Bernhard

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  2. der Artikel sollte zum Aueedenken anregen. Das mit den Pleiten habe ich mir auch schonmal überlegt. Durch Beobachtung der pleiten seit meiner Überlegung bin ich jedoch zur Erkenntnis gekommen, dass der Effekt nicht so groß ist. Denn die Aktien sinken meistens schon extrem, bevor sie aus dem Index fliegen. Im Normalfall haben die Pleitekandidaten kurz vor dem verlassen des Indexes nur noch Gewichte im Promillebereich.

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  3. Ich habe es mal nachgeschaut, weil sich ja heute die HRE und Continental aus dem DAX verabschiedet haben.

    HRE war 0,13% des Indexes, Continental 0,69%. Man sieht der Effekt durch die Indexausscheider ist nicht so groß ... Infineon ist schon auf 0,12% gesunken.

    Vor allem gibt es ja auch den gegenläufigen Effekt. Bei einer Übernahme zahlt der Übernehmer ja fast immer mehr als der letzte Kurs im Index. Bei Continental ist das Abfindungsangebot auch deutlich über dem Kurs, zu dem Conti jetzt aus dem DAX ausscheidet. Nur durch Annahme der Offerte von Schaeffler hast du als Anleger also schon eine Überrendite zum DAX erreicht.

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