Ich habe das schon an einigen Stellen in den Kommentaren anderer Blogs hinterlassen, aber das passt eigentlich auch hier ...
Ich glaube nicht, dass aus den Risiken der Kreditversicherern ein neues, unbekanntes Risiko entstehen wird, das auch nur annähernd so groß wird, wie die versicherte Summe von 2,5 oder 3 Billionen Dollar befürchten lässt.
Ich stütze meinen Optimismus auf zwei Gründe:
a) Der *gaaanz* große Teil der versicherten Anleihen ist von guter Qualität. Es handelt sich immerhin um Anleihen von Städten, Gemeinden und Bezirken. Diese fallen so gut wie nie aus, im schlimmsten Fall gibt es ein paar Jahre eine Stundung der Zinszahlung, Komplettausfälle sind aber fast ausgeschlossen.
b) Die Summe, die die Kreditversicherer versichert haben, ist viel zu hoch, um das alles unreguliert in einen illiquiden Markt plumpsen zu lassen. Und das würde zwangsläufig passieren, weil der ganze große Teil der Papiere kein vernünftiges oder gar kein Rating hat (wie auch: Eine Stadt wie Münster hat in Deutschland auch kein Rating und bisher gab es ja auch keinen Grund für en Rating, denn der Versicherer hat ja AAA drauf geklebt.).
Der Staat wird IMHO ein Rettungspaket schnüren, weil das in diesem Fall eigentlich ziemlich einfach ist. Das Ausfallrisiko ist extrem gering. Die Kreditversicherer waren eine Zeit lang die profitabelsten Firmen der Welt (Gewinn je Mitarbeiter). Es entsteht also kein zusätzliches Risiko, wenn der Staat die Versicherungen übernimmt, denn damit haben die Kreditversicherer lange viel Geld verdient.
Es ist in diesem Fall auch kein Bail-Out, kein risikofreies Herauskaufen der Leute, die den Mist verbockt haben. Denn ich würde dieses Rettungspaket ausschließlich auf die Anleihen der öffentlichen Schuldner beschränken. Dieses Risiko trägt der Steuerzahler am Ende sowieso schon. Die restlichen Geschäfte (die Versicherung von Mortgage Backed Securities, etc.) würde ich einfach vor die Wand fahren lassen. Strafe muss sein ...
Ich glaube aber nicht, dass "mein" Modell so gemacht wird. Trotzdem glaube ich nicht, dass aus den Monolines ein Risiko entstehen wird, das unvergleichlich höher ist als die Risiken, die bisher schon aus mit Hypotheken hinterlegten ABS und CDOs entstanden ist. Die 2,5 oder 3 Billionen, die herumgereicht werden, sind zum ganz überwiegenden Teil gute Anleihen mit (sehr) guter Bonität, für die am Ende sowieso der Staat haftet.
Ich hätte zuerst dieses Sicherungspaket geschnürt, bevor ich (dümmer geht's nimmer) gepumpte 150 Milliarden Dollar mit der Gießkanne über die Bevölkerung regnen lasse. Das ist dumme, unkreative und ziellose Konjunkturpolitik.
FTD: Rettungspaket für BondversichererUpdate:
FT: Banks pressed to bail-out bond insurersEs geht um bis zu 15 Milliarden Dollar neuem Kapital für die Kreditversicherer. Die Banken sollen das Geld geben, die wollen aber nicht (zumindest nicht alle), weil die selber kein Geld haben ... Aber wenn sie das Geld nicht geben, werden sie eben abschreiben müssen. Auch keine gute Alternative.
Egal wie, irgendwie werden die Kreditversicherer aufgefangen werden (ob durch Banken der den Staat), denn eine zweite Lawine wird nicht ins Rutschen kommen. Die CDOs sind schon schlimm genug und das Durchsickern der Immobilienkrise auf die Gesamtwirtschaft fängt ja auch erst gerade an ...
Update (25.1.08):
Deutscher Artikel zum Rettungspaket von der FAZ:
Wall-Street-Banken sollen Anleiheversicherer rettenUnd der Skeptiker heisst Goldman Sachs, die als einzige Bank von den Problemen nur wenig betroffen sind und (verständlicherweise) den Mist nicht mitfinanzieren wollen, den die anderen verursacht haben ...
Goldman analysts question bond insurer bailoutIch hoffe nur, dass das Ganze nicht genauso grandios scheitert wie der Super-SIV M-LEC vor ein paar Wochen ... Die Probleme sind im Endeffekt die selben ... Wer keine Auswirkungen befürchtet, hat kein Interesse sich an einer gemeinschaftlichen Rettungsaktion zu beteiligen.
Update (27.1.08)
Nach der Diskussion mit m106 habe ich die Mühe gemacht, mal ein paar Zahlen zum Subprime-Exposure der Kreditversicherer herauszusuchen:
Dieses betrug laut Moody's im Jahr 2006 branchenweit knapp 8 Milliarden Dollar. Bei MBIA meldet Moody's gut 11 Milliarden, bei Ambac knapp 22 Milliarden.
Ich kann also nur nochmal auf meine These hinweisen, dass die 15 Milliarden für die Kreditversicherer ausreichen müssten, denn die Risiken aus Subprime und Konsorten dürfte nur einen Bruchteil der Gesamtrisiken ausmachen. Die Summe von 2,5 oder 3 Billionen Dollar steckt weiterhin fast auschließlich in Municipal Bonds, bei denen das Ausfallrisiko gegen Null geht.
Es kann natürlich sein, dass die Zahlen von Moddy's alle Müll sind. Aber immerhin habe ich Zahlen und der Typ, den die Times zitiert, liefer gar nichts Handfestes, außer einer gigantisch hohen Schätzung für das fehlende Kapital ...
Financial Guarantors' Subprime Risks: From RMBS to ABS CDOs - September 2007
Ich habe das schon an einigen Stellen in den Kommentaren anderer Blogs hinterlassen, aber das passt eigentlich auch hier ...
Ich glaube nicht, dass aus den Risiken der Kreditversicherern ein neues, unbekanntes Risiko entstehen wird, das auch nur annähernd so groß wird, wie die versicherte Summe von 2,5 oder 3 Billionen Dollar befürchten lässt.
Ich stütze meinen Optimismus auf zwei Gründe:
a) Der *gaaanz* große Teil der versicherten Anleihen ist von guter Qualität. Es handelt sich immerhin um Anleihen von Städten, Gemeinden und Bezirken. Diese fallen so gut wie nie aus, im schlimmsten Fall gibt es ein paar Jahre eine Stundung der Zinszahlung, Komplettausfälle sind aber fast ausgeschlossen.
b) Die Summe, die die Kreditversicherer versichert haben, ist viel zu hoch, um das alles unreguliert in einen illiquiden Markt plumpsen zu lassen. Und das würde zwangsläufig passieren, weil der ganze große Teil der Papiere kein vernünftiges oder gar kein Rating hat (wie auch: Eine Stadt wie Münster hat in Deutschland auch kein Rating und bisher gab es ja auch keinen Grund für en Rating, denn der Versicherer hat ja AAA drauf geklebt.).
Der Staat wird IMHO ein Rettungspaket schnüren, weil das in diesem Fall eigentlich ziemlich einfach ist. Das Ausfallrisiko ist extrem gering. Die Kreditversicherer waren eine Zeit lang die profitabelsten Firmen der Welt (Gewinn je Mitarbeiter). Es entsteht also kein zusätzliches Risiko, wenn der Staat die Versicherungen übernimmt, denn damit haben die Kreditversicherer lange viel Geld verdient.
Es ist in diesem Fall auch kein Bail-Out, kein risikofreies Herauskaufen der Leute, die den Mist verbockt haben. Denn ich würde dieses Rettungspaket ausschließlich auf die Anleihen der öffentlichen Schuldner beschränken. Dieses Risiko trägt der Steuerzahler am Ende sowieso schon. Die restlichen Geschäfte (die Versicherung von Mortgage Backed Securities, etc.) würde ich einfach vor die Wand fahren lassen. Strafe muss sein ...
Ich glaube aber nicht, dass "mein" Modell so gemacht wird. Trotzdem glaube ich nicht, dass aus den Monolines ein Risiko entstehen wird, das unvergleichlich höher ist als die Risiken, die bisher schon aus mit Hypotheken hinterlegten ABS und CDOs entstanden ist. Die 2,5 oder 3 Billionen, die herumgereicht werden, sind zum ganz überwiegenden Teil gute Anleihen mit (sehr) guter Bonität, für die am Ende sowieso der Staat haftet.
Ich hätte zuerst dieses Sicherungspaket geschnürt, bevor ich (dümmer geht's nimmer) gepumpte 150 Milliarden Dollar mit der Gießkanne über die Bevölkerung regnen lasse. Das ist dumme, unkreative und ziellose Konjunkturpolitik.
FTD: Rettungspaket für BondversichererUpdate:
FT: Banks pressed to bail-out bond insurersEs geht um bis zu 15 Milliarden Dollar neuem Kapital für die Kreditversicherer. Die Banken sollen das Geld geben, die wollen aber nicht (zumindest nicht alle), weil die selber kein Geld haben ... Aber wenn sie das Geld nicht geben, werden sie eben abschreiben müssen. Auch keine gute Alternative.
Egal wie, irgendwie werden die Kreditversicherer aufgefangen werden (ob durch Banken der den Staat), denn eine zweite Lawine wird nicht ins Rutschen kommen. Die CDOs sind schon schlimm genug und das Durchsickern der Immobilienkrise auf die Gesamtwirtschaft fängt ja auch erst gerade an ...
Update (25.1.08):
Deutscher Artikel zum Rettungspaket von der FAZ:
Wall-Street-Banken sollen Anleiheversicherer rettenUnd der Skeptiker heisst Goldman Sachs, die als einzige Bank von den Problemen nur wenig betroffen sind und (verständlicherweise) den Mist nicht mitfinanzieren wollen, den die anderen verursacht haben ...
Goldman analysts question bond insurer bailoutIch hoffe nur, dass das Ganze nicht genauso grandios scheitert wie der Super-SIV M-LEC vor ein paar Wochen ... Die Probleme sind im Endeffekt die selben ... Wer keine Auswirkungen befürchtet, hat kein Interesse sich an einer gemeinschaftlichen Rettungsaktion zu beteiligen.
Update (27.1.08)
Nach der Diskussion mit m106 habe ich die Mühe gemacht, mal ein paar Zahlen zum Subprime-Exposure der Kreditversicherer herauszusuchen:
Dieses betrug laut Moody's im Jahr 2006 branchenweit knapp 8 Milliarden Dollar. Bei MBIA meldet Moody's gut 11 Milliarden, bei Ambac knapp 22 Milliarden.
Ich kann also nur nochmal auf meine These hinweisen, dass die 15 Milliarden für die Kreditversicherer ausreichen müssten, denn die Risiken aus Subprime und Konsorten dürfte nur einen Bruchteil der Gesamtrisiken ausmachen. Die Summe von 2,5 oder 3 Billionen Dollar steckt weiterhin fast auschließlich in Municipal Bonds, bei denen das Ausfallrisiko gegen Null geht.
Es kann natürlich sein, dass die Zahlen von Moddy's alle Müll sind. Aber immerhin habe ich Zahlen und der Typ, den die Times zitiert, liefer gar nichts Handfestes, außer einer gigantisch hohen Schätzung für das fehlende Kapital ...
Financial Guarantors' Subprime Risks: From RMBS to ABS CDOs - September 2007
Warum die Monolines nicht zum Desaster führen werden