UBS Analyst erwartet 600 Milliarden Dollar Verlust aus der Finanzkrise

Na Prost Mahlzeit!

Sollte die Prognose aufgehen, hätten wir erst gut ein Viertel der Abschreibungen hinter uns.

Gestern hat es (mal wieder) einen Hedgefonds zerlegt (Peleton), der MarkIt ABX Index hat neue Tiefstände erreicht (kommentierte m106 schon letztes Wochenende), ...

Da waren die 11 Milliarden Dollar Abschreibungen bei der AIG ja wieder nur ein Tropfen auf den heissen Stein ...

Trüber Tag :-( Und für morgen noch eine Orkanwarnung.

Bloomberg: Financial Firms Face $600 Billion of Losses, UBS Says

Der Wochend-US-Konjunkturüberblick

Wie üblich kommen am Donnerstag und Freitag viele viele Zahlen ... So auch heute

1.) Verbrauchervertrauen sinkt kräftig weiter.

Das Verbrauchervertrauen gemessen von der University of Michigan ist auch im Februar weiter gefallen. Der neue Wert beträgt 70,8 nach 78,4 im Januar. Zwar ganz leicht besser als von den Analysten erwartet, aber das spielt bei der Höhe des Einbruchs keine Rolle, vor allem weil der Index auch in den Subindizes (Erwartungen, aktuelle Lage) auf breiter Front schwächer war. Im Jahresvergleich notiert der Index satte 30 Punkte im Minus.

Die Anmerkung des Index-Berechners, dass bisher jeder Einbruch in diesem Ausmaß eine Rezession nach sich zog, muss ich mit Blick auf meine Rezessionswette natürlich kurz erwähnen.

Marketwatch: Consumer sentiment tumbles in February

2.) Der Index der Einkaufsmanager aus der Region Chicago ist von 51,5 auf 44,5 gefallen.

Damit liegt der Index deutlich unter der 50er-Marke, was eine Rezession anzeigt.

3.) Verbraucherausgaben und -einkommen schwach

Die Ausgaben sind im Januar um 0,4% gestiegen. Nach Abzug der Inflation waren diese aber unverändert. Die Einkommen stiegen um 0,3%, nach einmaligen Faktoren sogar nur um 0,2%. Damit haben die US-Verbraucher wieder etwas mehr ausgegeben als sie verdient haben und Tusch! die Sparrate ist nun wieder negativ (-0,1%, zum Vergleich liegt die Sparrate in Deutschland (und nicht nur in Schwaben) über 11%).

Die Einkommen sind ein entscheidender Faktor, weil es einer der vier Indikatoren ist, anhand deren das NBER die Rezession definiert.

(Link siehe unten)

4.) Inflationsrate im Januar bei plus 0,4%.

Die Jahresrate liegt nun bei 3,7%, die Kernrate bei plus 2,2%. Selbst diese (IMHO sinnlose) Kernrate liegt oberhalb des Inflationsziel der Fed (1,5 bis 2%). Alle Zahlen unter 4 sind gemessen am "personal consumption expenditure price index", der (wenn ich mich nicht irre) auch der ist, den die Fed am intensivsten beobachtet.

Marketwatch: Consumer spending flat in January

Tja, schon wieder keine guten Nachrichten ...

Beginnt da der Abstieg eines Monopolisten?

Die flachen Kommentare zur Preissenkung von Vista überlasse ich anderen, ich möchte den Blick auf das langfristigere Bild lenken.

Es wäre nicht verwunderlich, wenn die heutige Preissenkung für Windows Vista das erste wirkliche Zeichen für den beginnenden langen Abstieg eines Ex-Monopolisten wäre.

Es war schon häufig so, dass der Monopolist irgendwann seine Pricing Power verliert, also seine Preise nicht weiter erhöhen kann, weil die Kunden nicht mehr mitmachen. Wenn man dann noch gleichzeitig Ärger mit den Monopolbehörden hat, kann das dann gut der Wendepunkt sein. Bei IBM war es ähnlich.

<Nachtrag>

Möglicherweise verliert Microsoft nicht nur seine Pricing-Power, sondern auch seine Upgrade-Power. Trotz fünfjähriger Entwicklungszeit gibt es immer noch Probleme beim Upgrade auf Vista. Teilweise liegen die Probleme an Microsoft, zum überwiegenden Teil aber der unglaublichen Vielfalt von Software. Irgendwas ist immer schlampig programmiert, irgendeine Software ist nicht angepasst. Schlimmer sieht die Lage bei Treibern aus. Es dürfte wohl eine ganze Reihe von Computersystemen geben, wo irgendein Teil (sei es der Brenner, sei es der Scanner, die Webcam oder der Multifunktionsdrucker) mit Vista Mucken macht.

Schlimmer für MS aber noch, dass viele Leute gar nicht upgraden wollen, weil sie mit XP einfach zufrieden sind. Eine neue Oberfläche zu lernen ist schon "schlimm" genug, wenn man dafür noch zahlen soll, wird die Hürde noch höher. Wenn man dann noch weitere Software upgraden (und nochmal zahlen) muss, noch höher. Und wenn man dann noch Hardware austauschen muss (die eigentlich funktioniert), noch höher. Und dann lassen es die Leute halt sein.

</Nachtrag>

Man wird sehen.

Ich beobachte diese Entwicklung mit großem Interesse. Solche strategisch, langfristigen Entwicklungen gibt es nicht oft. Und daher sind sie so spannend.

Ein Artikel, den ich leider nicht mehr einer Quelle zuordnen kann, beschrieb mal das Dilemma von Microsoft. Dazu blickte der Autor in die Geschichte und beschrieb sehr schön, wie sich Microsoft einen Markt nach dem anderen holte. Erst DOS, dann Word, dann Excel, dann Windows (an der Stelle hat man die Konkurrenz im Office Bereich abgehängt, weil MS die Dokumentation von Windows intern zuerst hatte). Dann im Netzwerkbereich gegen Novell und dann mit Serverprodukten wie Exchange und Outlook u.a gegen Notes.

Aber wie hat Microsoft das gemacht? Ganz einfach: Features der Konkurrenz kopieren (und alles was noch nicht umgesetzt ist, substanzlos ankündigen) und das Produkt dann billigst in den Markt drücken. Man nennt das auch Dumping. Das kann man gut machen, wenn man ein quasi risikoloses Geschäft als Basis hat (am Anfang DOS, das auf jeden Rechner gebraten wurde).

Microsoft kam also immer spät, kopierte und dumpte.

Und jetzt das Problem: Microsoft kann nur noch von wenigen kopieren (es bleibt nur Apple, die anderen sind platt), weil sie ein Monopol haben. Und dumpen geht als Monopolist halt auch nicht mehr.

Schlimmer ist für Microsoft eigentlich noch ein anderes Problem: Mit Dumping kann man Konkurrenz aus dem Markt fegen, weil die anderen kein Geld mehr verdienen. Nun ist aber ein neuer Konkurrent aufgetaucht und der heisst OpenSource. Mit Linux, KDE und Firefox an der Spitze. Und bei diesen Konkurrenten, der ja kostenlos seine Software abgibt, kommt Microsoft mit den klassischen Mitteln nicht mehr weiter. Microsofts klassische Strategie läuft ins Leere.

<Nachtrag>

Im Heise Forum hat jemand diese Vorgehensweise noch um eine Alternative ergänzt: Die Firma nicht totdumpen, sondern kaufen. Das hat Microsoft auch oft genug gemacht und statt einfach zu kopieren, entweder die ganze Firma gekauft oder die Technologie lizensiert. Zum Beispiel war der SQL-Server am Anfang von Sybase und die Internet Explorer von Spyglass lizensiert. Übrigens auch eine Strategie, die gegen OpenSourceSoftware ins Leere läuft.

</Nachtrag>

Heise: Microsoft senkt Preise für Windows Vista

<Nachtrag>

Zum Taumeln des Riesen eine Klarstellung: Es geht mir nicht vorrangig um die Gewinnentwicklung. Monopole überschreiten den Zenit ihrer Macht üblicherweise zeitlich vor dem Zenit des Gewinns. Ich betrachte des Taumeln eher als die langsam schwindende Kraft von Microsoft Standards zu setzen. So wie die .doc oder .xls, das Win32 API oder Exchange/Outlook oder Active Directory in den Markt schieben konnten.

Wenn diese schwindende Kraft zur Folge haben sollte, dass Microsoft sich jetzt mehr an offenen Standards (sowohl für Dateiformate wie auch Kommunikationsprotokolle) orientiert, mehr Wettbewerb zulässt und die Preise senkt, dürfte auch der platteste Microsoft Troll nichts gegen diesen Machtverlust haben.

Mir geht es nicht darum, dass Microsoft vernichtet wird oder sich selbst vernichtet. Eine Microsoft, die sich fair verhält, offene Standards unterstützt und eine gesunde Marge hat, reicht mir. Also in etwa so wie IBM nach einem 15 Jahren langen Anpassungsprozess heute ist.

Der Vergleich von Microsoft mit IBM Ende der 80er Jahre ist sowieso recht passend.

</Nachtrag>

Pfizer nur noch AA, MBIA weiterhin AAA

Der Pharma-Konzern Pfizer - der Viagra Hersteller - ist von Fitch und Moody's zurückgestuft worden und hat nun kein AAA-Rating mehr.

Der Kreditversicherer MBIA hingegen hat sowohl von Moody's als auch von S&P (zur ersten Bestätigung hatte ich einen Artikel geschrieben) erneut ein Triple-A-Rating bekommen.

Nun hat sich Mike "Mish" Shedlock die Mühe gemacht, die Bilanzen der beiden Firmen mal etwas näher anzuschauen.

Pfizer hat 48,6 Milliarden Dollar Umsatz, MBIA etwas über 3.
Pfizer hat eine Marge von plus 17%, MBIA von minus 62.
Pfizer hat eine Nettocashposition von plus 14 Milliarden, MBIA eine von minus 12 Milliarden.

Pfizer ist nicht mehr Triple A, MBIA jedoch schon.

Kann es sein, dass da nicht mit dem gleichen Maßstab gemessen wird?!? Weil der Kreditversicherer sein Rating nicht verlieren darf?

Die Ratingagenturen blamieren sich mit solchen Aktionen immer weiter und machen sich zunehmend überflüssig. Wie Mish schön zeigt, reicht oft ein kurzer Blick in die Bilanz, um sich ein Urteil zur Bonität bilden zu können. Und in den kritischen Fällen versagen die Ratingagenturen leider viel zu häufig.

Mish's Global Economic Trend Analysis: MBIA Maintains Highest Rating, Pfizer Cut

Die Kollegen von Zeitenwende.ch finden klare Worte dazu und schließen mit den Worten, dass es schon sein könne, dass die Amis genau wie sie die Massenvernichtungswaffen in den eigenen Bilanzen übersehen können, sie diese in fremden Ländern herbeifantasieren ...

Zeitenwende.ch: Inkompetenz oder Korruption?

Bernanke: Einige Bankpleiten könnten kommen

Ich hoffe, er meint nicht die Citigroup und die Bank of America ...

Mich hätte auch die genaue Formulierung interessiert, aber mehr als die Überschrift bietet der Spiegel-Artikel zum Thema Bankpleiten leider nicht. Ich könnte dem Spiegel jetzt reisserische Überschriften unterstellen, aber mein Füchschen Alt macht mir zu gute Laune ...

Spiegel: Bernanke sagt Banken Bankrott voraus

Anträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA weiter rauf

Erstmalige Anträge 19.000 rauf auf 373.000 und damit wieder ganz deutlich oberhalb der Marke, die eine stabile Lage am Arbeitsmarkt anzeigt. Auch der Vier-Wochen-Durchschnitt bleibt mit 360.000 darüber.

Die Anzahl der fortgeführten Anträge (also die Leute, die auch in der Vorwoche schon Unterstützung bekommen haben) ist ebenfalls um 21.000 gestiegen und liegt jetzt bei 2,81 Millionen. Der Vier-Wochen-Schnitt verhielt sich fast analog.

Kurzversion: Keine Entspannung am US-Arbeitsmarkt in Sicht.

Marketwatch:
Initial jobless claims rise 19,000 to 373,000

US-BIP: Die Details

Das BIP Wachstum im 4. Quartal 2007 bleibt auch in der zweiten Revision bei plus 0,6% annualisiert.

Die Gross Domestic Purchases, im Endeffekt das BIP ohne Im- und Export, ist um 0,3% gefallen. Das erste Minus seit der letzten Rezession.

Auslöser dafür war das Wachstum des Exports, das 0,9% zum Wachstum beigetragen hat, in der ersten Schätzung waren es noch 0,4%. Ohne Exportwachstum wäre das Wachstum also negativ gewesen (was an den Gross Domestic Purchases auch sichtbar ist).

Einen großen negativen Wachstumsbeitrag hat der Lagerabbau geleistet. Satte 1,5% Wachstumsreduktion kamen dadurch zu Stande. Diese Zahl wurde gegenüber der ersten Schätzung massiv nach unten korrigiert.

Für die Zukunft ist ein Lagerabbau ein gutes Zeichen, weil die Lager (normalerweise) irgendwann wieder aufgefüllt werden und dann wieder einen Wachstumsbeitrag leisten.

Die andere Korrekturen waren nicht sehr aufregend.

Für meine Rezessionswette bedeutet das wohl, dass der Knackpunkt, den ich immer gesehen habe, nämlich ein durch den wegkrachenden Dollar induzierter Exportboom, wohl wirklich zum Knackpunkt wird.

GDP unrevised at 0.6% growth in fourth quarter

US-BIP: 2. Revision bleibt bei +0,6%

Mist ;-)

Das GDP (Gross Domestic Purchases), quasi das BIP ohne Im- und Export, ist dagegen schon 0,3% gesunken ...

Ich hatte doch auf das GDP gewettet, oder?

Update: Das GDP ist natürlich NICHT Gross Domestic Purchases. Das sind zwei Paar Schuhe. Das GDP ist das Gross Domestic Product, also das BIP (BruttoInlandsProdukt).

Update 2: Das ist natürlich auch nicht die 2. Revision, sondern die erste. Was ich meinte war: die zweite Veröffentlichung. Und ganz korrekt wäre gewesen: Die erste *richtige* Veröffentlichung, denn die allererste Veröffentlichung ist offiziell nur eine "Schnellschätzung".

Musterdepot Wochenschluss


Allgemein Wert Aktuell

StückName
Summe
%Ges
%heute
Kurs

30 Aktienbasket 1.515,00 -3,61% -2,21% 50,50

150 Arcandor
1.774,50 +17,79% -6,52% 11,84

50 Hypovereinsbank 1.984,50 -1,63% +0,22% 39,69

45 BB Biotech
2.240,10 +2,64% -0,89% 49,78

60 Bilfinger
3.138,00 +5,00% -0,96% 52,30

130 CRE
2.056,60 +32,76% -3,89% 15,82

300 Minefinders
2.235,00 +21,30% -0,32% 7,45

500 Primacom
4.400,00 -10,43% -1,93% 8,80

2 P3 Zertifikat
1.980,00 +15,62% -0,70% 990,00

100 Yahoo!
1.819,00 -8,47% -3,18% 18,19
Summe in €: 23.142,70 +3,91% -1,74%
Barbestand (Konto): +7.130,13
Gesamtsumme in EUR: 30.272,83

So, noch leicht im Plus, was sich aber nach dem schwachen Börsenschluss am Freitag am Montagmorgen ändern dürfte.

Zu den einzelnen Aktien gab es ein paar Neuigkeiten:

Meine Gold/Silbermine hat wieder etwas Gold und Siber gefunden. Es sind allerdings die allerersten Schritte und erst ein paar Bohrlöcher. Daraus lassen sich noch keine Reserven ableiten und schon gar nicht schließen, dass man die Edelmetalle zu sinnvollen Kosten aus der Erde bekommen kann. Die Aktie reagierte trotzdem positiv, obwohl das Plus auch gut auf den Silberpreis zurückgehen könnte, der erstmals seit 25 Jahren über 19 Dollar gestiegen ist.

Minefinders Corporation Ltd.: High-Grade Satellite Deposit Delineated at the Dolores Mine

Minefinders will dieses Jahr 40.000 Unzen Gold und 1 Millionen Silber verkaufen. Außerdem braucht Minefinders keine weitere Finanzierung mehr, da die Förderung voraussichtlich ausreichen wird, um den Cashflow ab dem Spätsommer positiv werden zu lassen.

Minefinders: Dolores to sell 40,000oz Au, 1Moz Ag in 08 - Mexico

Die Kursentwicklung von Minefinders bleibt aber enttäuschend. Immerhin kratzt der Silberpreis inzwischen an der 20 Dollar Marke und hätte damit mehr Rendite gebracht als der Kauf einer Silbermine.

Zu Yahoo! und dem möglichen Merger mit der News Corp. bzw. der Internetabteilung von News Corp. (im Wesentlichen MySpace.com) gibt es auch neue Überlegungen:

News Corp. can't lose in a Yahoo deal, analyst says

Der eigentliche Gewinner ist dabei News Corp. Ich will aber natürlich eher, dass der Yahoo! Aktionär der Gewinner ist ... Bei Yahoo! drückt natürlich der schwache Dollarkurs.

Bei den anderen Aktien hat sich nicht viel getan.

Bei CRE gab es eine neue Studie bei der das Kursziel massiv gesenkt wurde. Solange es allerdings von 39 auf 21 runtergeht, kann ich damit leben. Immerhin ist auch das noch deutlich über dem aktuellen Kurs. Im März kommt der Jahresbericht, ich hoffe, darin steht auch ein aktualisierte NAV. Sollte der weiterhin bei 28 Euro liegen, ist das mein Kursziel.

Bei Bilfinger bleibt alles positiv. Man muss sich ins Gedächtnis rufen, dass es diese Aktie vor 5 Wochen noch für unter 35 Euro zu kaufen gab. Ich bin froh, dass ich inzwischen nicht mehr mit Stop-Loss agieren muss, weil ich nötige Selbstdisziplin besitze, mich von einer Aktie zu trennen, wenn der Grund für mein Engagement nicht mehr da ist. Und nicht weil der Kurs ein paar Prozent in die falsche Richtung läuft.

Bei Arcandor ist etwa die Hälfte des zwischenzeitlichen Kursgewinns schon wieder verdampft. Das ist eine Turnaround-Story, hier muss man mit Rückschlägen rechnen. Etwas Geduld braucht man hier.

Bei der Hypovereinsbank werde ich wohl rausgedrängt und nach dem was ich gelesen habe, bekomme ich die 38,26 auf's Konto. Und eine (eventuelle) Nachbesserung kommt automatisch. Aber eine verlässliche Information ist das noch nicht. Würde mich interessieren, ob jemand eine solche Spekulation schonmal bis zum Ende durchgezogen hat und wie das läuft.

Bei Primacom gab es Updates zu den Kundenzahlen. Diese würde ich mal als "im Plan" bezeichnen. Bei Primacom geht es aber auch mehr darum, ob und wann (und zu welchem Kurs) der Großaktionär Orion weiter aufstockt, um mit 95% den Squeeze Out vorzunehmen. Oder ob eine Verschmelzung von Orion und Primacom über eine Kapitalerhöhung per Sacheinlage vorgenommen wird. Meine Überlegungen zu Primacom finden sich rechts auf der Website unter dem Label "Primacom".

Ein Imperium im Fall - Teil 2

Lange Zeit nicht mehr einen so bösen Artikel über die USA in der Mainstreampresse gelesen. Obwohl ... eigentlich ist der eher gegen die Anleger gerichtet, die den USA noch weiter Geld geben ...

Es finden sich ein paar schöne Zahlen darin:

Wenn man den MSCI USA in Euro umrechnet und um die europäische Inflation bereinigt, liegt der Index auf dem Stand von 1997. Autsch.

Auch die vielen statistischen "Optimierungen", die die USA so machen, werden thematisiert. So sollen die Automobilpreise in den USA seit 1996 um 6% *gefallen* sein, während sie in Europa um 14% gestiegen sind. Ein paar "hedonistische" Anpassungen (der Preis steigt um 2%, aber das Auto wird 3% besser, wie auch immer man das misst) und schon sinken die Preise. Mir ist etwas schleierhaft, wieso manche solchen Schwachsinn auch in Europa wollen.

Die kalkulatorischen Mieten habe ich hier auch mal erwähnt. Dabei wird irgendwie versucht, die Immobilienpreise in Mieten umzurechnen. Wenn die Hauspreise um 150% steigen, aber die daraus berechnete kalkulatorische Miete nur um 46%, fragt man sich aber schon, inwieweit das die Realität abbildet.

Auch dass die Bewertungen an den Börsen niedrig sind, wie immer und immer wieder betont wird, glaube ich nicht. Zwar sind die KGVs relativ niedrig (besonders wenn man das KGV mit der Zins ins Verhältnis setzt), allerdings sind das Kurs-Buchwert- oder das Kurs-Umsatz-Verhältnis im historischen Vergleich eher hoch bzw. die Dividendenrendite eher niedrig. Man muss sich nur die Mühe machen, etwas länger in die Geschichte zu schauen. Die beiden letzten Links weiter unten enthalten die Dividendenrendite seit 1925 und das KGV seit 1900. Man sieht schnell, dass die Bewertungen bei einem Rückblick über ein Jahrzehnt OK sind, bei einem Vergleich mit den 80er oder gar den 70er-Jahren eben nicht billig sind. "Historische Kaufgelegenheiten" (einen Begriff, den tatsächlich jemand benutzt hat) kann ich beim besten Willen nicht erkennen.

Auch darüber, dass die Bilanzqualität und damit die Bonität der Firmen immer schlechter wird, habe ich hier schonmal geschrieben. Wer heute Aktien mit einem KGV von 15 kauft, kauft eine Firma, die in 15 Jahren ihren Aktienkurs verdient (wenn der Gewinn stabil bleibt). Wer vor 25 Jahren Aktien gekauft hat, hatte den Kaufpreis der Aktie über die Substanz oft direkt schon wieder drin. Die profitable Firma gab es oft kostenlos dazu. *So* sehen historische Kaufgelegenheiten aus.

FTD: Die Werbetricks einer Weichwährung

Bespoke Investment: Historical Dividend Yield of the S&P 500: 1925-Present

Bespoke Investment: Historical P/E Ratio of the S&P 500: 1900-Present

ONN: Die Wahlergebnisse stehen fest

The Onion News Network: "Diebold Accidentally Leaks Results Of 2008 Election Early"



Diebold Accidentally Leaks Results Of 2008 Election Early

Geil! (wenn's nicht so traurig wäre, dass man mit Wahlmaschinen, einer Lösung auf der Suche nach einem Problem, die Demokratie potenziell unterhöhlt ...)

Fritz Eckenga zu Tricksilanti

WDR2 Kabarett: Fritz Eckenga - Unentschieden


:-)

Keinen Zentimeter freiwillig aufgeben ...

... scheint Microsofts Devise zu sein ...

Da habe ich mich in der letzten Woche schon gewundert, warum Microsoft unter (zumindest auf den ersten Blick) fairen Bedingungen die (zumindest auf den ersten Blick) komplette Dokumentation zu den eigenen Dateiformaten und Kommunikationsprotokollen (zumindest auf den ersten Blick) freiwillig zur Verfügung stellt.

Das letzte "auf den ersten Blick" zur Freiwilligkeit hat sich heute erledigt, denn mit der neuen Rekordstrafe der EU gegen Microsoft ist jetzt 100% klar, warum Microsoft diesen Schritt gegangen ist. Sie wurden von der EU gezwungen. Da hat sich Microsoft wohl gedacht, lieber schnell und proaktiv noch eine Pressekonferenz, die positive Stimmung macht, statt die Verkündung der Strafe durch die EU abzuwarten.

Zeit: Strafe für alte Sünden

899 Millionen Euro Strafe. Man sollte auch nie vergessen, dass Microsoft trotz der albernen Strafe, die es in den USA gab, wegen der Ausnutzung der Monopolmacht verurteilt wurde. Microsoft ist also verurteilter Monopolist.

Keine Ahnung, warum viele Menschen das so klaglos und schulterzuckend hinnehmen und der Firma weiterhin das Geld in den Rachen werfen ...

11 Gründe, warum die Rezession übel wird und vier warum nicht

Ich führe die Gründe nur auf, um einen Vorgeschmack zu geben. Beide Artikel sind lesenswert, deshalb gebe ich nur kurz Senf dazu ...

Marketwatch: 11 reasons Bernanke's recession lasts till 2011

1. Stagflation: Bernanke's no-win Achilles heel

Das, was ich immer Zwickmühle nennen: Kümmere ich mich um die Inflationsbekämpfung oder das Wachstum? Die Fed kümmert sich nur noch um das Wachstum und damit ist der Kollateralschaden klar: anziehende Inflation.

2. Housing-credit meltdown: We've got a long way to go!

Full Ack! Das Thema ist noch lange nicht vom Tisch. Ich schätze, dass beim Preisrückgang der Immobilien erst die Hälfte erreicht ist und bei den Foreclosures eher weniger (wobei die Finanzmärkte aber schon mehr eingepreist haben).

3. Commodities: World's new reserve 'currency,' not dollars

Tja, dieser Umschwung vom Dollar auf Öl und Gold ist möglicherweise wirklich nachhaltiger als manche das gerne hätten.

4. Toxic derivatives: World's $516 trillion ticking time bomb

Weapons of Mass Destruction, Massenzerstözungswaffen, hat das schon ein anderer kluger Kopf genannt.

5. Massive debt: Everywhere, trade, federal, states, local

Hierauf habe ich schon mehrfach hingewiesen: Wir sprechen nicht über *eine* Kreditblase in *einer* Assetklassen, sondern über eine breite Verschuldung. Es sind eben nicht nur die Verbraucher, die sich für Immobilien verschuldet haben. Die Verbraucher haben sich auch auf allen Ebenen verschuldet. Und auch die Bonität der Unternehmen sinkt immer weiter (egghat's Blog: Die Kreditprobleme in der USA werden immer schlimmer).

6. America's new 'pushers:' Banks feeding consumer addicts

So ist das mit den Drogen- bzw. Konsumabhängigen: Einmal angefixt, kommen die nicht mehr los.

7. More wars: Pentagon predicts bigger, costlier conflicts

Naja, hier wird's spekulativ. Es kann auch gut sein, dass die USA ihre Lehren gezogen haben und unter Obama keinen Krieg mehr starten, für den es a) einen Grund gibt und b) den man auch gewinnen kann.

8. Greed: Wall Street and Corporate America's defining 'value'

Auch das ist eher philosophisch.

9. Democracy failing: America now run by 35,000 lobbyists!

Siehe 8). Sofern das stimmt (Anzeichen gibt es sicherlich), ist das für die kurz- und mittelfristige Börsenentwicklung irrelevant.

10. America's already in a recession, and in denial

Gut. Hierzu ein FulL Ack (=Volle Zustimmung).

11. Class warfare: Superrich vs. Main Street America

Das stimmt natürlich auch. Warren Buffet versteht auch nicht, warum er so wenig Steuern bezahlen muss.

So, starker Tobak ...

Für die Nerven daher noch was aus der FAZ:

FAZ: Die Crash-Propheten übertreiben die Krise in Amerika

Daraus:

Vier Gründe, nicht in Depression zu verfallen:

1. Trotz ihres großen Ausmaßes stellt die aktuelle Krise gemessen an der Größe der betroffenen Volkswirtschaft keinesfalls etwas nie Dagewesenes dar.

2. Ein wichtiger Unterschied der aktuellen Situation zu vergangenen Krisen ist die globale Natur des Problems. [...] Die negativen Auswirkungen auf die amerikanische Wirtschaft werden allerdings geringer ausfallen als bei einer im Ausmaß vergleichbaren, aber rein nationalen Krise.

3. Die Fed hat auf die Krise im Finanzsektor schnell reagiert und die Geldpolitik massiv gelockert.

4. Die Finanzinstitute sind die Probleme in der aktuellen Krise wesentlich offensiver angegangen als dies Anfang der neunziger Jahre in Japan der Fall war.

So, jetzt könnt ihr euch das raussuchen, was euch am besten passt ;-)

Ich bin für Rezession in Q1 und Q2 (damit ich meine Wette gewinne) und danach für eine kräftige Erholung.

Kleines Musterdepot-Update: Colonia Real Estate

Nicht schlecht, plus 15% heute ... Nur 5 Wochen nach meinem Kauf 45% Plus.

130 COLONIA REAL A 2.242,50 +44,76% +20,14% 17,25 +16,01%

Nachrichten gab es meines Wissens heute keine.

Und noch ein sich beschleunigender Trend: Die US-Immobilienpreise

Nach dem (IMHO) besten Indikator für die US-Immobilienpreise, dem Case-Shiller-Index, sind die Preise im Jahr 2007 um 8,9% gefallen. Das ist das größte Minus seit 20 Jahren (länger wird der Index noch nicht berechnet).

In 17 der 20 beobachteten Städte fielen die Preise zwischen Ende 2006 und Ende 2007. Berücksichtigt man die Inflation sogar in allen.

Erschreckend ist nicht nur die Höhe und die Breite der Abwärtsbewegung, sondern auch die zunehmende Geschwindigkeit: im letzten Quartal 2007 sanken die Preise um 5,4%; mehr als die Hälfte des Gesamtrückgangs stammt also aus den letzten drei Monaten.

Die zunehmende Geschwindigkeit macht wenig Hoffnung, wie auch bei den zwei anderen Zahlen von der Konjunkturfront, die ich heute kommentiert habe ...

Marketwatch: Home prices fall 8.9% in 2007, Case-Shiller says

S&P/Case-Shiller® Home Price Indices (straight from the source, PDF!)

US-Verbrauchererwartungen auf 17-Jahrestief

Die Erwartungskomponente ist aber nur ein Teil des Verbrauchervertrauens. Aber auch der Gesamtindikator fiel von 87,3 auf 75, was deutlich unter der Erwartung von 82 lag. Damit zeichnet auch der Indikator des Conference Boards das selbe Bild wie der Konkurrenz-Indikator der University of Michigan.

Übrigens ist (unter Ausklammerung des Irakkriegs) der Wert von 75,3 der schlechteste seit 15 Jahren.

Der freie Fall, in den das Verbrauchervertrauen scheinbar übergegangen ist, macht wenig Hoffnung für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung in den USA. Der private Verbrauch macht mehr als 70% des US-BIPs aus.

Marketwatch: U.S. February consumer confidence plummets

US-Inflation geht durch die Decke!

Ich habe mir ja was dabei gedacht, als ich letzten Sommer begonnen habe, meine Postings zum Thema Inflation dementsprechend zu taggen. Ich vermutete schon, dass das ein Thema wird, das in ein paar Monaten breiter diskutiert wird als damals in diesem kleinen Blog ... (man kann auf die Tags übrigens rechts immer klicken, wenn es jemanden interessiert, was ich zu bestimmten Themen in der Vergangenheit schon so geschrieben habe ...)

Heute dürfte das Thema endgültig in der Breite angekommen sein: Die Produzentenpreise in den USA steigen inzwischen mit 7,4%(!) im Jahresvergleich. Auch die Kernrate steigt mit 2,3%, aber solange die Energiepreise so hoch bleiben, nützt die Kernrate nichts. Man sollte sich nicht einbilden, dass die Energiepreise aus irgendwelchen magischen Gründen nicht am Ende auf die Verbraucherpreise umgelegt werden.

Marketwatch: Energy, food push January's PPI 1% higher

Auch ohne Bailout: Ambac und MBIA bleiben (vorerst) AAA

Standard % Poors hat das Rating von Ambac und MBIA erst einmal auf AAA gelassen. Das ist natürlich eine gute Nachricht, die schlechte ist der Teil "erst einmal".

S&P zeigt Anerkennung für die Bemühungen der beiden großen Kreditversicherer neues Kapital einzusammeln. Da das aber noch nicht erfolgreich abgeschlossen wurde, bleibt der Ausblick noch auf negativ.

Bei MBIA überzeugt auch der Aufspaltungsplan, der MBIA in zwei Firmen zerlegen will: Ein Teil mit den guten Risiken und ein Teil mit den schlechten Risiken. Der gute Teil wird dabei ziemlich wahrscheinlich wieder ein AAA Rating bekommen und der Rest, naja (meine Prognose steht), wird Pleite gehen. Immerhin hat man so verhindert, dass der überwiegende Teil der versicherten Anleihen (die Anleihen von öffentlichen Schuldnern wie Städten und Gemeinden) ohne Rating dasteht und in der Folge der Markt zusammenbricht und illiquide wird. Das Problem mit dem Giftmüll löst man so aber nicht.

MBIA, Ambac jump on positive S&P actions

Update (10:10):

Die FTD hat die Nachricht auch: MBIA entzückt mit Selbstzerschlagung

Citigroup vor weiteren 12 Milliarden Abschreibungen

Das prognostizieren die Analysten von der Konkurrenz bei Goldman Sachs.

Auch bei den anderen Konkurrenzfirmen werden weitere Abschreibungen erwartet:

4 Milliarden bei Merrill Lynch (Gewinnerwartung für 2008 von 4,40$ auf 3,85 reduziert)
3,4 Milliarden Dollar bei JP Morgan (3,70 -> 3,40),
3,1 bei Morgan Stanley (6,40 -> 6,00)
3,5 bei Lehman Brothers (6,05 -> 4,80) und
1,4 Miliarden bei Bear Stearns (9,00 -> 7,40).

Bei der Citigroup reduziert sich die Gewinnerwartung von 2,75 auf 2,50.

Es geht dabei ausschließlich um Abschreibungen im ersten Quartal. Es könnte also noch mehr drohen. Allerdings haben die Analysten von Goldman Sachs alle Abschreibungen geschätzt, also nicht nur Subprime-Abschreibungen, sondern auch der ganze andere Kram: Alt-A, MBS, LBO, etc. pp.

Spiegel: Goldman Sachs erwartet weitere Milliardenabschreibungen

Marketwatch:
More credit costs seen weighing on banks, brokers

US-Hausverkäufe auch im Januar wieder runter

... wenn auch nicht nennenswert.

Das Minus Januar gegenüber dem Dezember beträgt 0,4%, was bei einem Signifikanzintervall von etwa +/-15% ziemlich genau NICHTS entspricht. Im Jahresvergleich entspricht das Minus 23,4%, was allerdings aussagekräftig ist.

Der Medianpreis der verkauften Häuser ging ebenfalls weiter nach unten, im Jahresvergleich errechnet sich ein Minus von 4,6%.

Die schlechteste Zahl ist die Anzahl der unverkauften Häuser. Diese steigt weiter, sowohl absolut auf 4,19 Millionen als auch normalisiert nach Monatsumsatz auf 10,9 Monate. Ohne dass ein einziges neues Haus auf den Markt kommt, würde es noch fast 11 Monaten dauern bis alle Häuser verkauft wären. Das sind historisch außergewöhnliche Zahlen. Diese Zahl liegt sonst eher bei einem halben Jahr. Dieser hohe "Lagerbestand", sofern man bei Häusern von Lager sprechen kann, wird wohl noch länger auf die Preise drücken.

Marketwatch: Home resales slip 0.4% in Jan. as inventories climb

Lingohr, Huber, Leber, Buffet - Die Helden an der Spitze

Es ist nicht wirklich überraschend, dass sich ein großer Teil der besten Fondsmanager vor allem durch zwei Punkte von der Masse unterscheidet:

a) Er ist bankenunabhängig (also nicht DWS, DEKA, DIT, etc).
b) Er ist Value-Investor in der Tradition von Graham und Buffet.

Ein Valueinvestor kauft Aktien billig. Aber nicht einfach wenn der Kurs gefallen ist, sondern wenn man den Wert von einem Euro für 50 Cent bekommen kann. Dazu muss man sich allerdings erst einmal die Mühe machen, den Wert zu bestimmen.

Insbesondere der Lingohr hat es mir angetan. Ich fand den schon immer saucool als der vor ein paar Jahren immer Freitagabends in der ntv Telebörse (heisst die Sendung so, ich schau diese Wegwerfnachrichten nicht mehr) vor seinem Laptop saß und den Zuschauern, die per Phone-In ihre Aktien durchgeben durften, sagte: Daimler ist zu teuer, Siemens darf man kaufen und Philip Morris ist zu billig. Hatte etwas sehr Orakelhaftiges. Aber dahinter steckt halt kein drogengeschwängertes Geschwätz, sondern eine sehr umfangreiche Fundamentaldatenbank und ein ausgeklügeltes Bewertungsmodell. Es ist kein Zufall, dass der Lingohr seit Jahren die Indizes schlägt. Und das nicht nur in der Kategorie Performance, sondern auch im Risiko.

FTD: Value-Spezialisten unter sich

P.S. Für einen Job beim Lingohr würde ich töten ;-)

Musterdepotkauf: BB Biotech

Wie angekündigt, habe ich am Freitag BB Biotech in mein öffentliches Depot eingebucht.

Da in Frankfurt am Parkett nach 16:00 Uhr kein realer Umsatz mehr entstanden ist, nehme ich den Kurs von Xetra. Der erste nach 16:00 Uhr lag bei 48,22. Da ich die Spannen zu dem Zeitpunkt gesehen habe und die Schluss-Askkurse auf Xetra und auch am Parkett (48,13) niedriger lagen, sollte jeder diesen Kurs (oder einen besseren) erreicht haben.

Mein Depot sieht damit so aus:

Allgemein Wert



StückBezeichnungGat.Summe% Ges.








30 Aktienbasket SZ 1.530,60 -2,63%







150 ARCANDOR AG I A 1.887,00 +25,26%







50 BAYER.HYPO- U A 1.990,00 -1,37%







45 BB BIOTECH AG A 2.174,85 -0,35%







60 BILFINGER BER A 3.010,80 +0,75%







130 COLONIA REAL A 1.836,90 +18,58%







300 MINEFINDERS C A 2.121,00 +15,12%







500 PRIMACOM AG I A 4.500,00 -8,40%







2 Private Equit SZ 1.992,00 +16,32%







100 YAHOO! INC. R A 1.891,00 -4,86%







Summe in €: 22.934,15 +2,98%

Barbestand (Konto): +7.130,13
Gesamtsumme in EUR: 30.064,28

Und Yeah: Auch am Ende der Woche leicht im Plus.

Minefinders hat einen Top-Pick bekommen und ein Informationsdienst teilt meine Meinung, dass der zwischenzeitliche Kursrückschlag nicht gerechtfertigt war (Minefinders "top pick," target price reduced, Buzz Bits: Dow and Nasdaq End Mixed).

Bei Bilfinger gab es weiterhin nur gute Nachrichten (Aktienrückkauf, zwei weitere Übernahmen im Dienstleistungsgeschäft, Google News: Bilfinger), die Aktie bleibt auch nach dem Anstieg auf fast 50 Euro zu billig.

Die schlechten Nachrichten kamen von Yahoo, die habe ich aber hier schon gebracht (Konfrontation spitzt sich zu, Yahoo macht die Übernahme für Microsoft teuer, was aber schlecht für die Aktionäre ist).

Schlechte Nachrichten auch von der Hypovereinsbank, bei denen alles auf eine Zwangsabfindung für die Aktionäre hinausläuft. Der Richter geht zwar nach wie vor davon aus, dass eine Neubewertung der Bank Austria vorgenommen werden muss, glaubt allerdings nicht, dass das den Squeeze Out der Aktionäre verhindert (FTD: HVB-Minderheitsaktionäre vor Rauswurf).

Mir ist es im Moment nicht klar, was das jetzt bedeutet. Bekomme ich auch die gut 38 Euro Abfindung und muss mich dann der Klage anschließen, um den (eventuellen) Nachschlag zu bekommen oder wie läuft das? Oder bekomme ich das Geld erst gaaaanz am Ende, wenn der Richter einen Nachschlag beschließt?

Ich glaube weiterhin, dass die 38,26 Euro nicht ausreichen und ein Nachschlag kommen muss. Die andere Frage ist allerdings, ob ich das Geld u.U. für die nächsten zig Jahre gebunden haben möchte, bis dann ein endgültiges Urteil kommt. Die andere Frage ist natürlich auch, wie aktiv man werden muss. Wenn man selber klagen muss, lohnt sich das bei einer 2000 Euro Position wahrscheinlich nicht ...

Würde mich sehr interessieren, wenn jemand von Euch mehr weiss!

Update (23:15)

a) Bei den anderen Werten ist nichts Entscheidendes passiert.

b) Die Tabelle sieht dieses Mal einiges besser aus.

Kreditversicherer weekly

Gesammelt ein paar News zu den Kreditversicherern, die in der letzten Woche aufgelaufen sind.

Der neue MBIA Chef will die Aufspaltung:

Neuer FTD: MBIA-Chef fordert Kurswechsel

oder hier

Marketwatch: Ambac, MBIA may be warming up to split ideas

Deshalb ist MBIA auch aus dem Branchenverband ausgeschieden:

Marketwatch: MBIA quits trade group after disagreement

Interessant auch, dass der große Shortseller (Ackman) bei den Kreditversicherungen ebenfalls eine Aufspaltung der Firmen vorschlägt:

Marketwatch: Ackman proposes one way to split up bond insurers

*Seine* Version ist natürlich folgende: Das profitable Geschäft mit den öffentlichen Anleihen auslagern und den Rest (sprich den Müll) in der alten Firma lassen. Damit ist natürlich das Kursziel Null (also das bestmögliche für einen Shortseller) für die alte Firma quasi in Stein gemeisselt. Anders herum , also das gute Geschäft in der alten Firma zu lassen, wäre das natürlich schlecht für den Shortseller ... Ein ähnliches Problem stellt sich bei den Leuten, die die Credit Default Swaps auf die Kreditversicherr gekauft haben. In dem einen Fall sind die reich, in dem anderen arm.

Und zum Schluss noch eine gute Nachricht:

FTD: Mögliche Ambac-Rettung beflügelt Wall Street

Angeblich konkretisiert sich der Rettungsplan für Ambac. Ich berichtete darüber: Rettungsdeal für Ambac?

Moody's schätzt den Schaden aus einer Abwertung der Kreditversicherer übrigens auf 7 bis 10 Milliarden (Moody's: Monoline woes may trigger more bank hits); kein Vergleich mit den Zahlen, die z.B. Telepolis so rumreicht (besonders dort im Forum) (Telepolis: Unsichere Versicherer). Der Analyst Peters von Morgan schätzt den Schaden übrigens auf 35 Milliarden (FAZ: Zweifel an Aufspaltung amerikanischer Bondversicherer).

Sucht Euch die Zahl heraus, die zu Eurer Wochenendstimmung passt ;-)

Ich glaube nach wie vor, dass aus den öffentlichen Anleihen kein besonderes Risiko entsteht. Der Rest (die CDOs) wird aber die Grätsche machen.

Eine Zahl am Rande: Nur ein kleiner Teil der öffentlichen Anleihen sind versichert, zuletzt nur noch gute ein Viertel. Auch daran kann man erkennen, dass ohne Kreditversicherer die Welt nicht untergehen würde ...

Accrued Interest: Bond insurance: Do muni investors still care?

Ein paar mehr Details zur Ambac Rettungsaktion:

Marketwatch: Banks may recapitalize Ambac to save AAA rating

Und die ganze Geschichte:

Die ganze Story der Kreditversicherer gesammelt in diesem kleinen Blog

Musterdepot: Kaufe BB Biotech

Ich habe nach einen Unterschied zwischen meinem echten Depot und dem hier gepflegten. Und das ist BB Biotech.

Diesen Unterschied möchte ich heute tilgen und lege daher eine Order in den Markt:

Kauf 45 Stück BB Biotech mit Limit 48,50 an der Börse Frankfurt.

Ausnahmsweise baue ich die Order in der Realität nicht nach, ich nehme zum Einbuchen den ersten Kurs aus Frankfurt, der nach 16:00 Uhr kommt.

Passt auf Euren Kat auf!










Quelle: Kitco.com - Charts

Die Edelmetalle gehen durch die Decke!

Ich habe mich bereits am vorletzten Wochenende über den Durchbruch der 17 Dollar Marke beim Silber gefreut. Inzwischen sind wir schon wieder einen Dollar höher. Meine Silbermine schwächelt zwar etwas, aber der bleibe ich treu.

Aber noch spannender als die Kursentwicklung bei Gold und Silber ist die Explosion von Palladium und Platin. Platin ist in den letzten dreißig Tagen von 1550 auf 2150 Dollar gestiegen, Palladium von 360 auf 520.

Wow!

Und als Wow-Faktor zum Schluss der Woche:

In den USA spezialisieren sich die Diebe schon auf Autokatalysatoren, weil der Wert des Platins inzwischen an die 200 Dollar pro Kat geht. Also kurz unter's Auto, die Flex anlegen und 200 Dollar gezockt. Das ist wahrscheinlich mehr als man für Radios oder Navis bekommt ... Vor allem hat ein Kat keine Seriennummer ...

Wired Blogs: As Platinum Soars, the Catalytic Converter Gets Hot

P.S. Yiggt den Artikel doch mal. Einfach auf den Button klicken ... Danke!

Milliarden verjubeln ist OK - Millionen hinterziehen asozial

WDR2 Kabarett: Dieter Nuhr - Steuerbetrug

Tja, gute Frage. Ab welcher Höhe ist Steuerbetrug Steuerbetrug? Wann ist das Kavaliersdelikt und wann wird man dafür live im ZDF verhaftet? Wieso ist der Diebstahl einer CD Diebstahl, der Download per Bittorrent aber irgendwie akzeptiert?

Wieso hält die SPD die Foerderung von Roland Koch nach höheren Strafen für straffällige Jugendliche für populistisch - fordert 4 Wochen später aber höhere Strafen für Steuerhinterzieher. Ist das etwas nicht exakt genau so populistisch?

Ja, ähnliche Fragen habe ich mir auch schonmal gestellt: Wo ist eigentlich die Einkommensmitte in Deutschland, die genug Geld verdient, um *nicht* per Schwarzarbeit Steuern zu hinterziehen, aber noch so wenig, dass sich eine Stiftung in Liechtenstein nicht rechnet? Oder gibt's die vielleicht gar nicht?

Eine andere Frage wäre natürlich auch folgende:

Warum verhaftet man eigentlich den Zumwinkel wegen ein paar hinterzogenen Millionen, lässt die Vorstände der Landesbanken oder der IKB frei laufen? Die haben Milliarden Steuergelder vernichtet! Milliarden! Aber das mag wohl daran liegen, dass auf der einen Seite (Steuerzahler) die potenziell Bösen sitzen und auf der andere (Steuerverbrater) die potenziell Guten. Zumindest sieht unsere regierende Klasse das so.

Man kann die Steueraffäre auch sportlich sehen, aber das kann Fritz Eckenga besser als ich ...

WDR2 Kabarett: Fritz Eckenga - Fußballmanager A - Kreisklasse

US-Konjunkturüberblick

1.) Frühindikatoren runter um 0,1%. Das ist das vierte Monatsminus in Folge.

Schlecht: die Zahlen sind für den Januar und die Zahlen für die Februar kamen überwiegend als Enttäuschungen. Es ist also keine Besserung in Sicht.

Marketwatch: U.S. Jan. leading economic indicators index falls 0.1%

2.) Philly-Fed-Aktivitätsindex noch weiter runter.

Nach dem extremen Einbruch vom Vormonat hat sich der Index (entgegen der Erwartung) nicht erholt. Er sank weiter von minus 20,9 auf minus 24.

Marketwatch: Philly manufacturing activity slows further in Feb

3.) Die Erstanträge auf US-Arbeitslosengeld sind leicht gesunken.

349.000 nach 358.000 in der Vorwoche. Die Vorwoche wurde aber nach oben korrigiert, so dass das Minus eigentlich keines war.

Der Vier-Wochen-Durchschnitt der Erstanträge stieg um gut 10.000 auf etwa 360.000. Die fortgeführten Anträge stiegen um 48.000 auf 2,78 Millionen. Die letzte Zahl scheint mir im Moment die zu sein, die die Realität am besten widerspiegelt.

Warten wir mal ab, ob nach der Korrektur der Zahlen in der nächsten Woche die Zahlen dieser Woche wirklich noch ein "lowest" in der Überschrift verdienen. Aber es würde mich nicht wundern, wenn in der kommenden Woche erneut die Zahl für die Vorwoche nach oben korrigiert wird und von diesem Niveau aus ein Minus für die aktuelle Woche ausgewiesen wird (und das dann auch in die Überschrift wandert); das hatten wir bereits auffällig oft.

Marketwatch: Jobless claims at lowest since mid-January

Dresdner Bank löst 19 Milliarden Dollar SIV auf

Bei der Bekanntgabe der Allianz Ergebnisse für 2007 wurde heute auch bekannt, dass die Dresdner Bank ihren SIV (Special Investment Vehicle) auflösen wird. Dieser hört auf den schönen Namen K2, dem zweithöchsten Berg der Welt. Vielleicht hätte man das Teil lieber Mariannengraben nennen sollen ;-)

Aber ich will nicht in Pessimismus machen, wo keiner angebracht ist. Analysten der Royal Bank of Scotland rechnen nicht mit einer substanziellen Gefahr bei der Auflösung. Ein größerer Eigenkapitalbedarf sei nicht zu erwarten. Von daher hätte man dem SIV vielleicht eher einen langweiligen Namen geben sollen. Also z.B. norddeutsche Tiefebene ;-)

Unabhängig davon hat die Allianz beeindruckende Zahlen gemeldet. Rekordgewinn, höhere Dividende, etc. pp. Und weiterhin (bis auf den K2-Vorfall bei der Tochter Dresdner Bank) keine Spur von Belastungen durch die "kaputten" Subprime-, MBS-, LBO-, usw. Anleihen. Schon überraschend, dass die Allianz als zweitgrößter Vermögensverwalter der Welt das nicht in den Bilanzen hat, aber bei den Banken, egal ob HSBC, Citigroup oder UBS (größter Vermögensverwalter der Welt) die Bilanzen voll mit diesem "Giftmüll" sind.

Respekt nach München!

FTD: Dresdner Bank gibt Risikogeschäft mit Zweckgesellschaften auf

Yahoo! an die Mitarbeiter: Bleibt! Es lohnt sich! (vielleicht)!

Yahoo! Mitarbeiter bekommen das Angebot ihres Lebens. Damit kein Mitarbeiter kündigt, weil er keine Lust hat demnächst bei Microsoft zu arbeiten, verspricht Yahoo! in diesem Fall eine freiwillige Abfindung von bis zu 2 Jahresgehältern. Wenn Microsoft also Yahoo! übernehmen sollte, kann jeder Mitarbeiter kündigen und bekommt die 2 Jahresgehälter Abfindung.

Damit wird die Übernahme für Microsoft natürlich deutlich teurer. Und falls es Microsoft wirklich nur darauf angelegt haben sollte, Yahoo! an der Weiterentwicklung und dem Schmieden eigener Kooperationen zu hindern und damit die Motivation der Mitarbeiter zu senken um am Ende Frustkündigungen auszulösen, ist das auch geplatzt. Denn zumindest für einige Zeit dürften Yahoo! seine Mitarbeiter halten können ...

Für Microsoft wird die Übernahme damit auf jeden Fall teurer. Die Frage, die sich Yahoo! Aktionäre stellen müssen ist allerdings, wieso Microsoft dann noch Geld nachlegen sollte.

Bisher habe ich als wahrscheinlichste Alternative gesehen, dass Microsoft noch ein wenig nachbessert und dann den Zuschlag bekommt. Die Fronten haben ich aber in letzter Zeit soweit verhärtet, dass das zunehmend unwahrscheinlicher wird. Das Angebot von Microsoft war von Anfang an unaufgefordert und hat diesen feindlichen Charakter nicht verloren. Nach dem Nein des Yahoo! Managements versucht Microsoft nun die Mehrheit feindlich zu erlangen. Yahoo! hält mit allen Mitteln dagegen.

Der Dumme könnte der Yahoo! Aktionär sein. Ich überlege, diese Spekulation abzubrechen.

Meinungen?

FTD: Yahoo macht sich teuer für Microsoft

Überschriften, die die Welt nicht braucht ...

FTD: Neue Risiken bei der IKB in Sicht

Heul ...

(OK, die Überschrift übertreibt, denn *konkrete* Risiken sind noch nicht in Sicht, ausgeschlossen werden können diese aber auch nicht ...)

US-Inflation zieht an: CPI 4,3% im Jahresvergleich

0,4% Plus im Januar, macht jetzt 4,3% Plus im Jahresvergleich. Rechnet man die letzten 3 Monate auf ein Jahr hoch, beträgt die Inflation erschreckende 6,8%.

Auch die Kernrate ist mit 0,3% Plus stärker als erwartet gestiegen. Ohne Energie und Lebensmittel sind die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 2,5% gestiegen. Die hochgerechnete Rate über die letzten 3 Monate beträgt 3,1%.

Von nachlassendem Inflationsdruck also keine Spur ...

Ich habe hier ja schon öfter die Meinung geäussert, dass die Fed eigentlich in einer Zwickmühle steckt: Die lahmende Konjunktur und die Finanzkrise verlangen nach weiteren Zinssenkungen, die Inflation aber genau nach dem Gegenteil. Aber die Fed hat sich das einfach gemacht: Inflation spielt keine Rolle ...

Direkt von der Quelle (Marketwatch lässt die Jahreszahlen auf einmal weg, sind die Zahlen zu schlecht oder was?):
BLS:Consumer Price Index Summary

Die erste Heuschrecke überhebe(l)t sich

(Korrektur: siehe Update)

KKR, vielleicht etwas bekannter unter dem langen Namen der Private Equity Tochter Kohlberg Kravis Roberts & Co, hat die Rückzahlung von Krediten "aufgeschoben".

KKR soll übrigens das Vorbild gewesen sein für die Firma von Richard Gere in Pretty Woman, aber ich wollte nicht über Julia Roberts schreiben (obwohl ...).

KKR übernimmt Firmen und verkauft sie in Teilen oder als Ganzes wieder. Dabei finanziert man sich im großen Stile über Fremdkapital, KKR selbst stellt nur einen Bruchteil des benötigten Geldes zur Verfügung. Das nennt sich dann Leveraged BuyOut (LBO). Die Kredite werden dann verbrieft und bei Investoren platziert. Das Volumen dieser LBO-Kredite erreicht (wie üblich) Fantastilliarden.

In solch stark fremd finanzierten Übernahmen stecken natürlich große Risiken. Finanziert man sich zu 90% über Kredite (Fremdkapital), entsprechend einem Hebel von 10, reicht ein Wertverlust von nur 10% aus, um das gesamte Eigenkapital zu vernichten.

Offenbar ist das jetzt (zumindest bei einem Projekt) passiert.

Marketwatch: KKR affiliate in talks with creditors on missed debt payment

Ich schaue nochmal, ob ich einen besseren Link finde und nachreiche, der mehr Details hat.

Update (18:30):

Es ist also eine Tochter der börsennotierten KKR, genauer eigentlich eine Beteiligung, an der die börsennotierte Firma auch nur noch 11% hält. Deshalb reagiert der Kurs auch fast gar nicht.

Spiegel: KKR-Tochter kann Schulden nicht zurückzahlen

KBV und KGV taugen nichts? Was ein gequirlter Mist.

Saviano vom Boersennotizbuch hat heute einen Artikel von Zacks kommentiert, in dem Zacks behauptet, dass man mit KGV und KBV keine guten Aktien finden kann.

Boersennotizbuch: Gibt es “magische Zahlen” — Gedanken zum KGV und KBV,
Zacks: "Magic Numbers" and Relative Valuations

Habe bei Saviano schon eine Kritik hinterlassen, möchte diese aber noch etwas ausführlicher machen. Der Artikel ist nämlich statistischer Unfug, wie er mir schon öfter begegnet ist und auf den leider auch kluge Menschen hereinfallen.

Zacks geht folgendermaßen vor: Man nehme die besten Aktien und schaue dann, wie viele davon nach KGV und KBV billig waren. Daraus wird dann abgeleitet, wie erfolgreich die Strategie mit den niedrigen KGV und KBV ist.

Das hört sich schon bei ganz kurzem Nachdenken an wie das berühmte "Pferd von hinten aufzäumen". Man kann das aber auch etwas theoretischer, statistischer begründen (oder ist das eher Mengenlehre?).

Dass nur 36% der besten Aktien aus der Gruppe der billigen Aktien kommt, heisst exakt gar nichts. Null, niente, zero. Um das zu beurteilen, müsste man zum Einordnung mindestens wissen, wie viele *aller* Aktien billige Aktien sind. Wenn jetzt in der Gruppe der besten Aktien 36% aus der billigen Gruppe sind, in der Allgemeinheit der Aktien nur 5% billig sind, habe ich meine Chancen offenbar deutlich erhöht, in diese Gruppe zu kommen. Diese Zahl fehlt aber im Artikel.

Aber selbst das würde noch nicht reichen, denn ich untersuche ja nur einen Teil des Teils. Nämlich den erfolgreichen. Genauso wichtig ist es, die Flops der jeweiligen Menge zu untersuchen. Sind diese nämlich in einem Teil besonders schlecht und in einem gut, sagt die prozentuale Verteilung bei den besten Aktien überhaupt nichts aus.

Extrem konstruiert könnten ja alle billigen Aktien zugelegt haben, aber nur ein Teil landete unter den besten. Bei den anderen Aktien landet zwar ein größerer Teil unter den besten, aber der Rest sinkt massiv. Welche Aktien möchte ich wohl lieber haben - die billigen oder die anderen?

Klar, eigentlich möchte ich die besten haben, aber die kennt ja niemand ...

Am Ende des Zacks Artikels wird dann klar, worum es geht: Relative Bewertung ist nämlich angeblich der Schlüssel zum Erfolg. Man muss also den billigsten Wert in eine Branche kaufen. Harte Zahlen zur Belegung der Behauptung gibt es keine (null, niente, zero ...), aber die Quelle für die Zahlen zur relativen Bewertung ist klar: Zacks. Buy now! Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ...

Noch etwas mehr Druck zum Kauf der Zacks Ergebnisdatenbank wird aufgebaut, indem Zacks permanent auf den 64% rumreitet. Das seien quasi die Chancen, die man verpasse. Wie gesagt, bedeutet diese Zahl für die Gesamtperformance eines Portfolios aber exakt nichts.

Übrigens haben die fundamental orientierten Investoren den Großteil ihrer Überperformance schon immer in schwachen Börsenjahren erwirtschaftet. Auch das zeigt, dass es nicht darum geht, ständig auf der Suche nach dem nächsten Verdoppler zu sein, sondern vor allem darum, Verluste zu vermeiden.

1999/2000 waren auch einige davon überzeugt, dass Warren Buffet ein Dinosaurier mit überlebter Anlagestrategie war. Spätestens 2003 waren diese Kritiker ziemlich ruhig (und oft schlicht pleite).

Kakophonie? Das ist Musik in meinen Ohren ...

Die Kakophonie der Mac OS X-Warntöne (Musikvideo)

Könnte allerdings auch daran liegen, dass ich der Magie von Mac OS X erlegen bin ...

Da kann ich nicht mithalten ...

ebay: The World's Greatest Music Collection

3 Million Records, 300,000 CDs, 6 million+ Song Titles

Jetzt bei ebay ab 3 Mio. Dollar.

Ich habe mal Alan Bangs in seinem Musikzimmer gesehen, das an drei Wänden von oben bis unten mit LPs voll war. Aber das ist ja schlapp gegenüber dieser Auktion.

Was mich bei Alan Bangs aber sehr beeindruckend hat: Er sprach über Bob Dylan Platten und griff die entsprechende Platte in Sekunden aus dem Regal. Als wenn der nachts von seinem Regal träumen würde ...

via BoingBoing

Update (22.2.08):

Das ist für 3.002.150,00 weggegangen. Ein Witz!

Ich schätze durch den Verkauf der Sammlerstücke hätte man schon den Kaufpreis wieder reingeholt. Und dann hätte man noch 2,9 Millionen Platten umsonst dazu bekommen ...

Yahoo - Microsoft - Warum es wohl dabei bleibt

Der Aufschlag, den Microsoft geboten hat, war gut. Die Alternative mit Google wird schwierig (Monopol!). Von den anderen Bietern hört man wenig außer Gerüchten, aber es ist auch verständlich, denn der Preis ist bereits hoch.

Auch wenn es Gerüchte gibt, Microsoft wolle Yahoo selbst bzw. einen Deal mit jemand anderem (Amazon, ebay) blockieren, bleibt doch die wahrscheinlichste Alternative der Merger mit Microsoft und zwar auch zum aktuellen bzw. minimal erhöhtem Preis

Dafür sprechen inzwischen einige Fakten:

a) Die Berater haben für den Deal gestimmt. Das Management (allen voran wohl die Gründer) waren aber dagegen.
b) Selbst im Management gibt es Befürworter des Deals
c) Die Großaktionäre von Yahoo! haben oft auch signifikante Anteile an Microsoft. Diese würden sich mit einer Erhöhung nur ins eigene Fleisch schneiden. Es kann also gut sein, dass Microsoft die nötigen Prozente auch ohne Zustimmung von Yahoo! zusammenbekommt.

Kurz: Es wird wohl auf den Microsoft Deal hinauslaufen. Eine leichte Nachbesserung (z.B. auf die ursprünglich angebotenen 31 Dollar) ist noch drin, viel mehr aber wohl nicht. Dazu fehlt Yahoo! schlicht die Alternative zu Microsoft.

Barrons: Report: Yahoo-Microsoft Investor Overlap Supports A Deal

Barrons: Bear: Microsoft-Yahoo! Deal the Best of Alternatives

Barrons: N.Y. Post: Burkle, Yahoo! Board Split Over Microsoft Bid

Wie stark sind die Immobilienpreise in den USA bereits gesunken?

Zur Beurteilung der aktuellen Immobilienkrise (die wahrscheinlich dabei ist, zu einer breiten Wirtschaftskrise zu werden) ist ein Faktor der allerwichtigste:

Der Immobilienpreis.

Je stärker er sinkt, desto größer die Verunsicherung der Immobilienbesitzer. Je billiger die Immobilien werden, desto mehr Haushalte werden überschuldet sein, weil die Hypothek auf einmal höher ist als der Wert des Hauses. Dann macht entweder die Bank Druck oder der Immobilienbesitzer gibt die Hypothek und das Haus freiwillig auf (egghat's Blog: Nach der Subprime-Krise kommt die Mückenplage).

Grundlegend für die Frage ist das Verhältnis zwischen Miete und Kauf. Wenn die monatliche Belastung beim Kauf eines Hauses dreimal so hoch ist wie die Miete für ein vergleichbares Haus, ist man ziemlich doof, wenn man kauft und nicht mietet. Das Ganze habe ich hier schon einmal erläutert: egghat's Blog: Wie weit können die US-Immobilienpreise fallen?. Daraus ergibt sich Preisrückgang von etwa 25 bis 35%, je nachdem wie stark die Mieten steigen und wie lange der Anpassungsprozess dauert.

Je länger und je tiefer die Preise sinken, desto größer wird also das Immobilienangebot. Und das höhere Angebot drückt bekanntlich die Preise weiter. Und so lange die Preise sinken, dürfte sich die Wirtschaft nicht stabilisieren.

Nachdem nun geklärt ist, warum die Hauspreise so wichtig sind, stellt sich jetzt natürlich eine Frage: Sinken die Preise noch weiter? Ein richtiger Wissenschaftler stellt sich aber zurecht die grundlegendere Frage: Wie misst man eigentlich Hauspreise? Und was kann ich daraus ableiten?

Genau das macht Econbrowser. Dort werden drei Indikatoren untersucht:

a) Der Median der Hauspreise
b) Der Case-Shiller-Index
c) der OFHEO Hauspreis-Index.

Der Median ist ein ziemlich dummer Indikator, weil er einfach nur schaut, wieviele Häuser zu welchem Preis den Besitzer gewechselt haben und daraus den Median berechnet. Dabei kann es sein, dass die Preise gar nicht sinken, sondern die Käufer Gegenden bevorzugen, in denen die Preise (schon immer) niedriger waren. Obwohl dann der Median der Immobilienpreise sinkt, kann man daraus aber nicht schließen, dass die Preise in besseren Wohngegenden ebenfalls sinken. Man vergleicht hier unter Umständen Äpfel und Birnen.

Genau das versuchen die beiden anderen Indizes zu verbessern. Diese vergleichen nämlich nur Immobilien, für die mehr als eine Transaktion vorliegt, also z.B. ein Kauf 1998, 2003 und 2007. Der große Nachteil dieser beiden Indizes: Sie laufen einige Monate hinterher, weil erst die Daten von den Maklern oder den Hypothekenbanken vorliegen müssen.

Econbrowser stellt nur fest, dass der Median die Situation doch ganz gut erfasst, sobald man die zeitliche Verschiebung herausrechnet. In der Region San Diego ist der Median bereits 29,7% gesunken, der Case-Shiller-Index erst um 17%. Der Median ist aber deutlich aktueller (von Januar). Der Gleichlauf lässt nun befürchten, dass auch die beiden anderen Indizes in Kürze ähnlich deftige Verluste ausweisen werden.

Econbrowser: Tracking home prices in San Diego

Übrigens vermutet Econbrowser, dass inzwischen ein großer Teil der Foreclosures (in etwa Zwangsversteigerung) auf die Immobilienbesitzer zurückgeht, die ihre Hypothek *freiwillig* nicht mehr bedienen, weil sie eine ähnliche Immobilie für 100.000 Dollar weniger bekommen können. Dann fallen Hypothek und Haus an die Bank, aber der Schuldner ist komplett raus, und haftet nicht mit weiterem Vermögen oder Einkommen.

Econbrowser: Project Lifeline

Das ist nach Ansicht von Econbrowser übrigens auch der Grund, warum das Rettungsprogramm für die Immobilienbesitzer ins Leere laufen wird. Es gibt einfach zu viele Immobilienbesitzer, die ihr Haus und Hypothek loswerden wollen, also freiwillig in die Foreclosure laufen.

Also wenn einer meiner Leser ...

(Es ist Wochenende, ich hatte noch keinen Musik-Post und sowas geht im Laufe der Woche oft unter, daher nochmal)

... durch das Lesen dieses Blogs 1 Millionen Euro an Aktienverlusten gespart haben sollte, hätte ich gerne das hier als kleine Belohnung:



Also ich meine die CD, nicht das Auto (obwohl ...)

Das Video ohne Werbung (nice!):



Und ein Interview mit etwas Musik:




Die Platte hat gerade 10 (von 10) Punkten von Jan Wigger im Spiegel bekommen, ziemlich seltene Sache (Die wichtigsten CDs der Woche)

BildBlog vs. Axel Springer Verlag

Der Streit geht in eine neue Runde. Jetzt möchte der Axel Springer Verlag verhindern, dass das Bildblog weiterhin Beschwerden über ungenaue Berichterstattung, Lügen und Ähnliches aus dem Hause Bild beim Presserat einreichen darf.

Die Begründung: BildBlog wäre rein kommerziell orientiert und würde das nur machen, um noch mehr Aufmerksamkeit und mehr Werbeeinnahmen zu bekommen. Gut, aus dieser Sicht ist die Axel-Springer-Aktion natürlich ein ganz klassisches Eigentor und am Montag dürften alle Konkurrenten des Axel-Springer-Verlags die Nachricht (genüsslich) bringen.

Naja, was sagt nun der Presserat selber dazu?


Jede Person kann sich beim Presserat über Zeitungen, Zeitschriften und redaktionelle Inhalte von Online-Diensten von Verlagen, sofern deren Inhalt printidentisch ist, beschweren. Auch Vereine, Verbände etc. sind hierzu berechtigt. Die Beschwerde ist kostenlos.


(Quelle: Beschwerdeanleitung)

Ich denke, das ist ziemlich eindeutig. Da steht nichts von: Darf man nicht so oft, darf man nicht, wenn man selber Werbung verkauft, etc. pp.

Nein, Bild ist es einfach unglaublich peinlich, dass in fast jeder Ausgabe etwas steht, das eine Beschwerde beim Deutschen Presserat rechtfertig. Ich mein, das weiss natürlich auch jeder, aber wissen und öffentlich anprangern ist halt noch was anderes ...

Man muss sich fragen, wieso sich Bild die (berechtigte) Kritik nicht zu Herzen nimmt und einfach mal so schreibt und berichtet, dass niemand mehr meckern kann?
Wie wär's man mit Wahrheit? Genauigkeit? Sachlichkeit? Recherche? Welchen Anspruch stellen die sich eigentlich? Ist die Bild Deutschlands auflagenstärkste Zeitung oder ist die Bild nicht mehr als wiedergekäuter Hausfrauentratsch gedruckt auf toten Bäumen?

"Bild" geht gegen "Bildblog" vor

Update (17.2.08):

Bildblog hat eine Stellungnahme abgegeben: In eigener Sache.

Musterdepot Update

Heute ohne Depot, weil mir die Formatiererei zu viel Arbeit ist. Aber in der letzten Woche sind viele Nachrichten gekommen, deshalb lohnt sich ein Update.

Meine Silberaktie Minefinders ist letzte Woche ziemlich eingebrochen. Minefinders hat die Reservenschätzung und die Kostenplanung überarbeitet. Die Daten sind sehr schön in der Pressemitteilung (auch für Minen-Laien) zusammengefasst. Die positive Nachricht: Die Reserven sind über 30% gestiegen. Die schlechte Nachricht: Die Kosten leider auch. Pro Unze Gold von 228 Dollar auf 297. Die initialen Kosten werden jetzt auf 192 Millionen Dollar geschätzt nach 231 Millionen. Unter Umständen erwartet die Börse hier noch eine Kapitalerhöhung (ich allerdings nicht). Vielleicht hat die Börse nach dem Platzen der Novagold Mine auch einfach vor jeder Art von Kostenerhöhung Angst (dort hatten sich die Kosten verdoppelt und dann hat einer der Teilhaber die Finanzierung abgeblasen).

Meiner Meinung nach übertreibt die Börse nach unten, schließlich ist die Dolores Mine ein Weltklasse-Projekt, nach der Reservenerhöhung eigentlich erst recht. Und wenn man die erhöhten Silberpreise mit in die Rechung einbezieht, sind die Förderkosten pro Unze Gold sogar von 85 auf 32 Dollar gefallen.

Ich möchte aus der Nachricht keine positive machen, denn das war sie nicht. Ich würde die eher als neutral betrachtet. Dazu passen die 20% Kursverlust IMHO gar nicht.

MINEFINDERS UPDATES DOLORES MINE ECONOMICS AND RESERVE

Bilfinger hat Zahlen gemeldet. Das hatte ich in der letzten Musterdepot-Nachricht schon erwähnt. Die Daten sind auch nach dem zweiten Lesen gut, die Kursziele wurden bestätigt oder erhöht und liegen fast alle deutlich über dem aktuellen Kurs. Kernposition!

Colonia Real Estate hat die erhöhte Ergebnisprognose vom November erfüllt. Außerdem wurde eine Dividende angekündigt. Sollten sich die Gerüchte um 1 Euro Dividende bewahrheiten, wird CRE eine Dividendenperle. Aber auch weniger wäre gut für den Kurs, weil eine Dividende unterstreichen würde, dass die Gewinne von Colonia Real Estate zunehmend aus Mieteinnahmen und der Verwaltung von Immobilien für andere kommt, kurz: wiederkehrende Erträge. Bisher kamen die Gewinne vor allem aus der Aufwertung der Immobilien.

Colonia Real Estate hat zusammen mit Merrill Lynch auch ein weiteres großes Immobilienpaket erworben. CRE hat zwar nur 10% Anteil am Geschäft, wird aber die Immobilien verwalten. In diesem Geschäft steckt also weiter Fantasie. Bei einem NAV, das je nach Analyse zwichen 16 und 22 schwankt, ist der aktuelle Aktienkurs von unter 14 weiterhin ein Witz. Man kauft nicht nur eine Immobiliengesellschaft deutlich unter dem inneren Wert, sondern man bekommt auch noch das ganze Immobilienverwaltungsgeschäft umsonst dazu.

CRE hat eine Marktkapitalisierung von etwa 300 Millionen Euro. Rechnet man einen Gewinn von 8 bis 10 Millionen aus der Verwaltung mit einem KGV von 10 hoch, ergeben sich daraus nochmal 80 bis 100 Millionen Wert.

Das Gesamt-KGV ist übrigens unter 5(!). Entweder übersehe ich etwas oder die Bewertung ist ein Witz! Meinungen?

Arcandor (früher KarstadtQuelle) hat ebenfalls Zahlen geliefert und diese waren (wie man nach den Umsatzzahlen aus dem Weihnachtsgeschäft befürchten musste) schwach. Allerdings blieb der Ausblick positiv. Ich halte die von Middelhoff mal geäusserte Vision von 28 Euro Aktienkurs bei seinem Abschied für ziemlich utopisch, glaube aber auch, dass der Kurs bei 13 Euro noch zu niedrig ist.

Das Handelsblatt fragt sich ziemlich skeptisch, ob die Sanierung nur ein Kartenhaus sei. Klar, die Bilanz ist an manchen Stellen ziemlich luftig (kein Wunder, die Firma war so gut wie Pleite, bevor Middelhoff das Ruder rumgerissen hat). Klar, das alte Kerngeschäft (Karstadt) wird möglicherweise nie mehr wirklich goldene zeiten erleben. Und auch im Versandhandel scheinen die neuen Spieler (allen voran Amazon) schlicht besseren Service und bessere Preise anbieten zu können. Aber ich bleibe dabei: Bei Kursen von unter 10 (wo ich gekauft habe) war die Aktie viel zu billig. 15 oder 18 Euro sind auf Sicht eines Jahres drin. Allein die Beteiligung an Thomas Cook deckt mehr als 8 Euro pro Arcandor Aktie ab.

Handelsblatt: Middelhoffs Kartenhaus

Bei den restlichen Werten ist nicht viel passiert, außer bei Yahoo, aber hier versorge ich euch ja mit regelmäßigen Updates (ich schätze, das wird sich so schnell nicht ändern ...)

Konsumentenvertrauen (und vieles andere) schwach

1.) Das Konsumentenvertrauen (gemessen von der UMich und Reuters) ist nach einer Zwischenerholung erneut (kräftig) eingebrochen. Statt wie erwartetet auf 74 ging der Wert von 78,4 auf 69,6 im Februar zurück. Die sehr schwachen Börsen im Januar dürften einen Teil dazu beigetragen haben, die Steuergutschriften hingegen konnten die Stimmung offenbar noch nicht aufhellen, vielleicht kam die Nachricht aber auch zu spät.

Marketwatch: Consumer sentiment drops in February


2.) Der Empire State Index, der die wirtschaftliche Aktivität im Raum New York misst, brach ebenfalls ein. Von plus 10 ging es auf minus 11. Das ist der schwächste Wert seit 3 Jahren.

Marketwatch: Empire State survey shows N.Y. activity slump

3.) Die Importpreise sind im Januar um 1,7% gestiegen. Nicht auf Jahresbasis, sondern im Monatsvergleich. Schuld ist natürlich das böse Öl. Schade nur, dass in den Monaten, in denen der Ölpreis sinkt, die Inflation *nicht* mal um 1,7% sinkt ...

Man beachte den Marketwatch Artikel, der die Leser mit Zahlen verwirrt, um zu betonen, wie unglaublich Schuld der Ölpreis ist, aber die entscheidende Zahl vergisst:

Die Importpreise sind im Jahresvergleich satte 13,7% gestiegen.

Da haben die Einflüsterer wieder volle Arbeit geleistet ... (Originalquelle: U.S. Import and Export Price Indexes).

Marketwatch: U.S. Jan. import prices up 1.7% on petroleum

4.) Factory Output steigt nur noch marginal.

Die Produktion von Fabriken, Minen und Energiegesellschaften steigt nur noch im Schneckentempo.

Im Januar ging es nur um 0,1% nach oben, im Jahresvergleich allerdings noch ansehlich um 2,0%.

Marketwatch: Industrial production gains 0.1% in January

Sorry, aber heute habe ich wirklich keine einzige gute Zahl für Euch.

Hofft mal besser auf Euren Fußballverein am Wochenende ;-)

Update (17:38):

Die FTD findet in den Daten (so wörtlich) "ein paar Strohhalme". Hhmmm. Wenn ich das richtig verstehe, ist

Strohhalm eins: Die Börsen sind nicht weiter eingebrochen (also nicht die Daten sind ein Strohhalm, sondern die Reaktion darauf)

Strohhalm zwei: Der Konsumentenvertrauen-Index liefert auch schon mal Fehlsignale (ach was), wenn der Berechner der Zahlen aber folgendes äussert:

Der Vertrauensindex war zuletzt auf diesem Niveau während der Rezessionen in der Mitte der 70er-, der frühen 80er und der frühen 90er-Jahre.
kann man das wohl auch vergessen.

Strohhalm drei: Die Datenlage sie diffus, da die "Einzelhandelsumsätze im Januar gestiegen waren". Dumm nur, dass diese Einzelhandelsumsätze *nicht* inflationsbereinigt sind und nach Inflation vom Plus so gut wie nichts mehr übrig bleibt. Wie leicht sich (auch gut geschulte) Journalisten manchmal vera****en lassen ...

US-Verbraucher verlieren Vertrauen

Real Retail Sales Fall to 2003 Levels

Tschuldigung, aber ich habe mir jetzt *wirklich* Mühe gegeben, eine positive Nachricht zu finden. Aber selbst die Strohhalme (den Plural hab ich nachgeschaut) kann man heute knicken ...

Mist, ich werd abgelesen ...

denn ich habe eine Brille und die Spiegelung in der Brille ist so stark, dass man sie inzwischen mit einem Teleskop und Computerhilfe rekonstruieren kann. Man kann also vom Haus auf der anderen Straßenseite aus erkennen, was auf meinem Monitor steht. Eine 12 Punkt Schrift ist problemlos lesbar.

Noch eine Stufe härter: Das geht sogar bei Brillenlosen, allerdings ist die Auflösung um ein Vielfaches geringer.

Angeblich nutzen Geheimdienste und Industriespione das bereits aus.

Die Frage ist jetzt nur, wer sich für meine Pornos interessiert ;-)

Die wirkliche Frage: Kann man das zum Sheaten beim Pokern oder beim Doppelkopf missbrauchen ;-) Dann könnte ich dieses lästige Suche nach dem Alpha an den Weltbörsen beenden ...

Schau mir in die Augen, Nutzer!

Update (17.2.08):

Heute hat auch der Spiegel einen Artikel dazu:
Verräterische Reflexionen

Kreditversicherer FGIC zerlegt sich

Ich benutze das Wort "zerlegen" oft, aber diesmal trifft es im wahrsten Sinne zu.

FGIC (gestern abgewertet auf A3)möchte sich in zwei Firmen aufspalten:

Eine, die die öffentlichen Anleihen versichert und wieder ein Triple-A-Rating bekommen soll

und

eine, die die CDOs, MBS, etc. pp. versichert und dann Pleite geht.

Ich wüsste nicht, was dem zweiten Teil anderes übrig bleibt. Ausser die besorgen irgendwie irgendwo 10 Milliarden Eigenkapital. Aber wer soll das geben? Der Steuerzahler wie hier in Deutschland bei der IKB? Das machen die Amis nicht mit ...

Mal schauen, was die beiden andere großen (MBIA und Ambac) so an Plänen in der Schublade haben.

WSJ: FGIC Will Request Break-Up

Update (17:09)

Korrektur, FGIC hatte vorher auch "nur" Double AA.

Und noch ein deutscher Artikel dazu: Krise der US-Bondversicherer spitzt sich zu

UBS vor weiteren 7,5 - 12,5 Milliarden Euro Abschreibungen?

Nach Schätzungen der Citigroup kommen auf die UBS weitere 7,5 bis 12,5 Milliarden Euro Abschreibungen zu (10 bis 20 Milliarden Schweizer Franken). Das lassen die im Geschäftsbericht veröffentlichten Volumina an Subprime, Alt-A, etc. pp. Anleihen erwarten.

Den Geschäftsbericht der UBS habe ich nicht kommentiert, zwei Zahlen möchte ich dann doch bringen:

a) NZZ: 4,4 Milliarden Franken Verlust
b) NZZ: 12,1 Milliarden Boni an die Mitarbeiter

Eigentlich noch eine dritte Zahl: Kurs gut 35 SFr, tiefster Stand seit Sommer 2003.
Keine Ahnung, wie a zu b oder dem Aktienkurs passen

Die Nachricht über die Citibank Analyse habe ich hierher (eine bessere Quelle konnte ich nicht finden):
NZZ: UBS-Aktie unter Druck

Kreditversicherer News-Überblick

Die Kreditversicherer geben zu, Fehler gemacht zu haben. Man hätte sich nur auf die öffentliche Anleihen konzentrieren sollen und nicht auch CDOs versichern dürfen. Mir fällt dazu nur eines ein:

Jetzt in Echt?

Ausserdem gehen die Kreditversicherer gegen Ackmann, einem der Short Seller vor, dessen Prognosen hier auch schonmal Thema waren. Seine Zahlen und seine Schlussfolgerungen wären falsch. Ausserdem hätte er von diesen falschen Prognosen profitiert (wie gemein). Ackmann entgegnet darauf nur, dass das Management der Kreditversicherer Aktien hält und damit genauso von bestimmten Bewegungen des Aktienkurses profitiert wie er, nur halt von der anderen Richtung.

Marketwatch: Bond insurers admit mistakes

Ambac und MBIA sind gestern etwa 10% gestiegen, weil Moody's den Konkurrenten FGIC Corp. abgewertet hat. Und zwar deutlich um 6 mehrere Stufen von AAA AA auf A3, das letzte A-Rating vor B. Um das ganze Desaster vollständig zu machen, blieb der Ausblich auf negativ. Damit ist FGIC defakto aus dem Markt ausgeschieden, daher gut für die beiden Konkurrenten. FGIC gehört übrigens der Heuschrecke Blackstone, da dürfte sich der Münte freuen ;-)

Ob die Kreditversicherer das überleben, bezweifle ich aber weiterhin. Ohne Hilfe (in welcher Form auch immer) geht das eigentlich nicht. Dazu ist der Hebel (über 100-mal mehr Anleihen versichert als man als Eigenkapital hat) einfach viel zu hoch.

Auch das Buffet Angebot nützt nichts, denn Buffet hat ja nur die Übernahme der guten Risiken angeboten. Also das, was unkritisch ist und Rendite gebracht hat (und bringen wird). Das Risiko aus den CDOs will niemand haben (was auch sehr gut nachvollziehbar ist). Mir ist schleierhaft, warum die Börse auf das Berkshire Hathaway-Angebot so angesprungen ist.

Marketwatch: Ambac, MBIA jump on Moody's comments

Dann noch ein Artikel aus der FAZ, der über erste Absatzschwierigkeiten von öffentlichen Anleihen berichtet, weil den aufgepappten Ratings der Kreditversicherer niemand mehr vertraut. Eine neue Finanzierung eines Hafens in New Jersey war nur mit einem Zins von 20(!) Prozent zu platzieren. Die letzte Anleihe war noch zu 4,x% an den Käufer zu bringen. Puh, das ist ein Aufschlag!

Ich habe genau das immer befürchtet und bin ehrlich gesagt völlig baff, dass die Politik *schon wieder* keine Rettungsaktion auf die Reihe bekommt. Da war mein Optimismus wohl arg verfrüht.

Krisenzeichen bei amerikanischen Kommunalobligationen

Und noch eine Nachricht ...

Freddie Mac, der halbstaatliche Hypothekenfinanzierer ändert die Bedingungen, die die Kreditversicherer einhalten müssen, wenn die Hypothekenzahlungen nicht mehr geleistet werden können. Auch wenn ich Details nicht verstehe (ich gebe sowas wenigstens zu), sieht das so aus, als müsste die Kreditversicherung sowohl später eingreifen als auch dann weniger Geld hinterlegen. So sollen die Kreditversicherer Zeit gewinnen, um ihre Bilanzen aufpolieren zu können.

Marketwatch: Freddie Mac alters rules to aid mortgage insurers

Marketwatch fasst die ganzen Nachrichten auch schon täglich in einem "Subprime Today" Special zusammen ... Ich spare mir so Nachrichten wie die zur UBS meistens, weil die doch überall breitgetreten werden ...

Siehe auch meine alten Nachrichten zu den Kreditversicherern.

Update (15.2.08):

Korrektur, FGIC hatte vorher auch "nur" Double AA.

Auction Rate Securities

Und noch ein Kürzel: ARS.

Auction Rate Securities.

Die grobe Geschichte ist wie immer: Etwas, was keiner kannte, aber ein kompliziertes Finanzprodukt darstellt, das bis vor ein paar Monaten als sicher galt. Jetzt gilt es nicht mehr als sicher, der Markt ist komplett illiquide und die Kurse crashen in sich zusammen. Ich hoffe nur, dass das Volumen dieses Marktes nicht (wie üblich) in die Billionen geht.

Wer mehr wissen möchte (mit ausführlicher Linksammlung):

Zeitenwende.ch: Sirenengesänge

US-Erstanträge auf Arbeitslosengeld leicht gesunken

Minus 9.000 auf 348.000. Der 4-Wochenschnitt ist leicht gestiegen, da merkt man die schwache von vor zwei Wochen noch. Man muss aber auch dazu sagen, dass 348.000 immer noch viel sind. Auch wenn das keine Desasterzahlen sind, ein Ausdruck von Stärke ist es eben auch nichts.

Die fortgeführten Anträge sind übrigens auch um ein paar Tausend zurückgegangen, bei einem Umfang von etwa 2,75 Millionen spielt das aber keine Rolle ...

Marketwatch: U.S. weekly initial jobless claims fall 9,000 to 348,000

Weitere spannende Zahl:

Das US-Handelsbilanzdefizit ist geschrumpft. Im Dezember um knapp 7% auf 58,8 Milliarden Dollar. Der Rückgang war stärker als erwartet. Für's Gesamtjahr sank das Defizit um kräftige 6,2% auf 711 Milliarden.

So langsam macht sich der schwache Dollar also bemerkbar.

Marketwatch: Trade gap narrows sharply in Dec

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