Nochmal zusätzliches Geld von der EZB

2*25 Milliarden, Laufzeit 6 Monate, Start im April und im Juli.

Die 3-Monats-Geschäfte vom Jahresbeginn werden im Mai und Juni verlängert und leicht von 60 auf 50 Milliarden Euro gekürzt.

Die Lage am Geldmarkt hat sich immer noch nicht vollständig entspannt, darauf deutet schon der anziehende LIBOR hin, der misst, wie teuer die Geldleihe unter erstklassigen (was auch immer das ist) Banken in London ist.

Der Staatshaushalt ist saniert!

Die Schuldenquote beträgt nur noch 65,0 Prozent des BIPs. Nach 67,6 im Vorjahr und 67,8% im Vorvorjahr. Toll nicht?

Jetzt kommt der Teil für die Pessimisten:

2001 betrug der Stand noch 58,8. Vom Anstieg um 9 Prozentpunkte haben wir schon fast ein Drittel wieder abgebaut. Und das nach einer Erhöhung der Mehrwertsteuer um 3%. Wenn wir jetzt nochmal zweimal um 3% erhöhen, dann haben wir schon wieder eine Verschuldung wie 2001. Nur eine Mehrwertsteuer, die dann 25% statt damals 16% beträgt. Obwohl 25%? 25% Flat wollte doch auch Kirchhoff ;-) Nur bei der Einkommenssteuer und nicht bei der Mehrwertsteuer.

Aber egal, ich will ja nicht immer nur meckern ...

Alan G. zur Finanzkrise

Hatte den Tab schon lange offen, aber gar nicht realisiert, dass der Artikel vom Meister der Blasen ist: Alan Greenspan.

Es sind übrigens mangelhafte Risikomodelle, die zur aktuellen Krise geführt haben. Nicht zu lange zu niedrige Zinsen oder zu viel Geld oder zu lasche Kreditvergaberegeln. Nöh, denn dann wäre Alan G. ja selber (mit)verantwortlich ...

Die Grenzen des Risikomanagements

Colonia Real Estate mit Zahlen für 2007: KGV 4

Kurs heute 13,31, Gewinn je Aktie 2007: 3,31 Euro --> KGV 4(!).

Das Gesamtergebnis betrug 67,1 und lag damit am unteren Ende der Spanne von 67 bis 71 Millionen der im November nach oben korrigierten Erwartung. Die Dividende beträgt 0,25 und nicht wie oft spekuliert 1 Euro. Die Dividendenrendite beträgt somit etwa 1,8%. CRE plant in Zukunft eine Ausschüttung von bis zu 60% des operativen Gewinns, es besteht bei der Dividende also noch einiges Potenzial nach oben.

Die 67,1 Millionen Gewinn kommen etwa zur Hälfte aus dem laufenden Vermietungsgeschäft. Dieser Teil (31,7 Millionen) soll dieses Jahr nochmals um 50% steigen. Die Qualitätsverbesserung bei der Zusammensetzung ist also nicht zu übersehen. 2008 wird Colonia Real Estate wahrscheinlich schon deutlich mehr als zwei Drittel des Ergebnisses aus nachhaltigen Quellen erzielen und nicht wie die Konkurrenz "nur" über Wertsteigerungen des Portfolios.

CRE sagt selber, dass bereits 40% des geschätzten Jahresgewinns von 72 bis 75 Millionen für 2008 fest einplanbar ist. Was mich etwas wundert, weil ja die Erlöse aus der Vermietung etwa 50% steigen sollen (und dann wäre der Anteil höher). Aber vielleicht betrachtet das der Vorstand konservativ und damit nicht als fest einplanbar.

Colonia ist sauber durch finanziert. 97% der Kredite laufen noch 6 Jahre und sind mit nur 4,8% Zinsen sehr günstig.

Der Net Asset Value von Colonia Real Estate betrug zum Ende 2007 16,03. Das liegt deutlich unter den Analysen der Banken, die den inneren Wert (bei allen mir bekannten Zahlen) auf mehr als 20 Euro taxiert haben.

Selbst wenn nächstes Jahr nicht ein müder Euro über Wertsteigerungen verdient werden würde, kann das KGV kaum über 6 steigen. Die Bewertung der Aktie bleibt daher weiterhin ein Witz. Auch wenn man sich 30 Euro (von denen ich auch schon geträumt habe) heute abschminken muss, sind 20 Euro eine total konservative Schätzung. Denn NAV plus 4 oder 5 Euro Firmenwert aus den laufenden Gewinnen aus der Verwaltung der Immobilien und dem Fondsgeschäft sollten allemal drin sein.

Ad hoc Mitteilung (PDF!)

Microsofts Markenimage im freien Fall

Studie: Microsofts Markenimage im freien Fall

Warum eigentlich?

Ach so:

Possible manipulation around OOXML process in Poland

OOXML Vote: Irregularities in Germany & Croatia and a Call for an Investigation of Norway

oder auf Deutsch: Heise: Endspurt der ISO-Abstimmung über Microsofts OOXML

Auch bei der Deutschen ISO-Abstimmung gab es die interessante Auslegung, dass man nur mit "Ja" oder "Enthaltung" stimmen konnte. Ein "Nein" war nicht vorgesehen. Hmmm.

Microsoft? Mugabe? Where's the difference?

Update (10:56):

Slashdot: OOXML Will Pass Amid Massive Irregularities


Microsoft hat OOXML wohl mit allen Mitteln durchgepeitscht. Verlierer ist wohl die ISO, eine Organisation, der ich jetzt deutlich weniger Respekt entgegen bringe als bisher. Auch das DIN-Institut hat sich kräftig in diesem peinlichen Spiel blamiert.

Wen's interessiert, warum OOXML weder ein guter noch ein notwendiger Standard ist:
20 good reasons to disapprove OOXML

Jetzt auch Dachfonds vor dem Steuer-Aus?

So macht man heute wohl Politik: Erst einigt man sich auf einen Gesetzentwurf und definiert die Details erst nachher. Nur dass es bei Bekanntwerden der Details schon vorher zu einen Sturm der Entrüstung gekommen wäre ... (Die andere Variante ist es, Überwachungsgesetze in Brüssel einzustielen und sich dann diese in Deutschland einzuführen mit der Ausrede, man müsse nur europäisches Gesetz umsetzen)

Jetzt plant die Bundesregierung eine Besteuerung von Dachfonds, die bisher (wie alle anderen Fonds auch, mit Ausnahme der Zertifikatefonds seit letzter Woche) unter die Regelung fielen, dass (für immer) steuerfrei bleibt, was bis Ende 2008 gekauft wird. Naja, da das dem Staat natürlich Steuerausfälle bringen würde, darf das nicht sein. Ein Fonds, der das Geld seiner Anleger langfristig in Fonds verwaltet, ist natürlich böse, weil der zahlt dann keine Steuern. Auch wenn der genau das Gleiche macht wie ein klassischer Mischfonds, der direkt Aktien, Anleihen und ähnliches kauft. Der wird (bisher) nicht besteuert und es ist scheinbar auch nicht geplant.

Sinn? Systematik? Steuerverlässlichkeit (es sind wahrscheinlich schon deftige Beträge in diese Fonds gelaufen aus genau diesem Steuergrund)

Wir werden von Idioten regiert, siehe auch hier: (EEG: Subventionen für China).

TFD: Bund versperrt Steuerfluchtweg

Dann kaufen die Leute eben einen Mischfonds und nicht einen Dachfonds! Und der Staat bekommt genau so viel wie vorher: Nix! Das einzige, was er erntet, ist Frust und neue Geldtransfers nach Österreich, in die Schweiz, nach Liechtenstein und Luxemburg. Diese kosten den Staat mehr als die Änderung bringt (ist ja auch einfach). Aber dann haben die Politiker jemanden zu beschimpfen und können vom wahren Grund ablenken: Der eigenen Politik.

Merke: Der Bürger dient dem Staat und nicht anders herum ... Leider.

Update (28.4.08):

Jetzt doch keine Abgeltungssteuer auf Dachfonds(!)

Kreditversicherer FGIC jetzt Junk

Nachdem ich die Nachricht vom Downgrade von FGIC durch Fitch am Mittwoch schon geschlampt habe, lieferte mir der Rating-Konkurrent S&P am Freitag eine Möglichkeit das glattzubügeln ...

Standard & Poors hat FGIC, einen der vier großen Kreditversicherer in den USA auf Junk herabgestuft. FGIC hat zwei Ratings, eines für die Mutter und eines für die Versicherungstochter. Die Mutter wurde 6 Stufen herabgesetzt und ist jetzt nur noch B (5 Stufen unterhalb dessen, was als Investmentqualittät gilt). Die Versicherungstochter ist jetzt BB, 2 Stufen unterhalb von Investmentqualität. Kürzer: Alles Junk. Grund dafür ist die Nachricht, dass die Mutter der Mutter der Versicherungsfirma weitere Geldnachschüsse ausgeschlossen hat.

FGIC gehört übrigens zum Teil der Private Equity Firma Blackstone, der ich den Preis für den best getimeten Börsengang 2007 gebe: Ausgabekurs letzten Sommer 31 Dollar, am ersten Tag auf 40, heute 15. Ein chinesischer Staatsfonds ist damals auch eingestiegen. Autsch. FGIC hat übrigens auch die IKB verklagt, weil die IKB denen angeblich schlechte Risiken aufgeschwatzt hat (Kreditversicherer vs. IKB).

UPDATE 2-S&P cuts FGIC insurance unit's rating to junk status

So, der nächste Kreditversicherer, dessen Geschäftsmodell damit Vergangenheit ist. MBIA und Ambac halten sich ja noch. Ich frage mich allerdings wie lange noch ...

Überblick: Immobilienmarkt in Großbritannien

Langsam kann auch ein Permabulle das Rüberschwappen der US-Immobilienkrise nach Europa nicht mehr leugnen.

Die Immobilienpreise in UK sind jetzt im fünften Monat hintereinander gefallen. Im Februar gingen die Preise um 0,6% zurück, im Jahresvergleich errechnet sich hingegen noch ein Plus von 1,1%. Beide Zahlen waren deutlich schwächer als erwartet.

Die Hauspreise haben den Höhepunkt also definitiv hinter sich.

Marketwatch: U.K. house prices see fifth monthly drop

Als Folge sackte das Britische Pfund weiter nach unten und fiel auf den niedrigsten Stand gegenüber dem Euro seit dessen Einführung.

In Großbritannien und den USA war die Entwicklung am Immobilienmarkt einfach zu vergleichbar: Hohe Preissteigerungen, lasche Kreditprüfungen, hoher Anteil variabel verzinster Kredite, generell hohe Verschuldung, niedrige Sparquote und am Ende nicht mehr zu übersehende spekulative Exzesse.

Naja, die Quittung dafür wird wohl ähnlich ausfallen wie beim großen Bruder auf der anderen Seite des Atlantiks.

Hoffnung auf eine schnelle Erholung gibt es kaum. Die Hypothekenzinsen fallen noch nicht und das Verbrauchervertrauen ist gerade auf eine 15-Jahres-Tief gefallen.

FAZ: Britisches Pfund - neues Rekordtief gegen den Euro

Marketwatch: Pound pressured as house prices drop

Und bald ist Spanien an der Reihe ...

Update (21:35):

Noch ein interessanter Artikel zum Thema in der FTD:

FTD: Banken verweigern Hausdarlehen

Die britischen Banken schränken danach die Hypothekenvergabe an Privathaushalte deutlich ein. Viele, die vor 12 Monaten noch problemlos eine Hypothek bekommen haben, würden heute keine mehr bekommen.

Nicht ganz überraschend ist die Lage in Spanien ähnlich.

US-Konjunkturüberblick: 28.3.08

Das Verbrauchervertrauen in den USA ging weiter runter: 69,5 nach 79,8; tiefster Stand seit 1992. Die Erwartungen fielen noch stärker auf 60,1 nach 62,4; tiefster Stand seit 1991.

Marketwatch: Consumer sentiment lowest since 1992

Und wenn die Stimmung so richtig schlecht ist, halten sich die Amerikaner auch tatsächlich (etwas) mit dem Geldausgeben zurück: Der Konsum im Februar war (nach Inflation) unverändert. Und damit sind wir direkt beim nächsten Thema: Die Inflation ging in der Kernrate auf 2 Prozent zurück und liegt damit wieder im Rahmen dessen, was die Fed für unkritisch hält. Die wirkliche Inflation (inkl. Energie und Lebensmittel) stieg weiterhin stark mit 3,4% im letzten Jahr. Man muss die US-Zahlen aber immer relativieren, da kaum eine Konjunkturzahl dermaßen "optimiert" wird wie die (offiziellen) Inflationszahlen.

Die Einkommen der privaten Haushalte stiegen um 0,3%. Und damit - Tusch! - haben die US-Verbraucher dank der unveränderten Ausgaben im Schnitt wieder etwas gespart (0,3%). Die Sparrate ist damit zum ersten Mal nach 4 Monaten wieder leicht im Plus. Zum Vergleich: In Deutschland ist die Sparrate zweistellig.

Marketwatch: Consumer spending flat in February

Musterdepot: Put auf Lehman gekauft

Keine sonderlich große Position, kein sonderlich großer Hebel (knapp 2,5). Damit entspricht das einem Short in der Größe meiner normalen Position.

Lehman scheint mir im Moment ein guter Short zu sein,meine Alternative wäre der Yen gewesen (wie mal runter auf 152 von 158 heute). Der Yen korreliert geradezu unglaublich mit der Stimmung an den Aktienmärkten. Und die ist mir gerade etwas zu gut.

Wenn die Banken ihre Quartalsgewinne nur noch dadurch erreichen, dass sie sich selber zu schlechten Schuldner machen (nochmal Dank an Olaf von Trader's Quest für den sehr guten Artikel. Börse Online hat kein Wort dazu, nur das Mainstreampressige Positivgewäsch ...)

COMMERZBANK TUBEAR LEM
ISIN: DE000CB15G69
Börsenplatz: Commerzbank
Nominal / Stück: 1.000
Kurs: 1,02 EUR
Vorauss. Kaufvolumen: 1.020,00 EUR
Vorauss. Orderentgelt: 10,00 EUR

Vorauss. ausmachender Betrag: 1.030,00 EUR
Bitte beachten Sie, dass sich der angezeigte Kurs bis zur Ausführung der Order noch ändern kann.
Order-Details
Ordertyp: Direkthandel






Ich rechne eigentlich nicht damit, dass die Position Gewinn bringt, das ganze ist eine Absicherung für den Fall, dass es in den USA nochmal knallt ... Damit schlafe ich besser ...

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